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Brill

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MeckWB
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Eintrag · Mecklenburgisches Wb.

Brill f.

Bd. 1, Sp. 1140
Wossidia Brill Brell, Pl. -en f. Brille 1. das Augenglas: 'wenn se ere unklaren olden Brillen van der Nese nemen' Gry. Paw. Bb 1b; 'dat Brillenschnident is affgekomen' (man benutzt keine Brille, sieht nicht so genau hin) Slagg. 155; Nd. Jb. 47, 69; dat mag ick nich seihn, säd' de oll Fru un sett't sick ne Brill up GüGüstrow@BützowBütz; wen nich sehn will, denn' helpt ok ken Brill nich: Bri. Volkssp. 27; unberechtigte Forderungen wehrt man ab: ierst ne Näs' un denn ne Brill, ierst ne Weig' un denn wat in WiWismar@BrüelBrüel; der Zerstreute söcht sin Brill un hett se up StaStargard@NeubrandenburgNBrand; bei einer zu geringen Entschädigung für einen wertvollen Dienst heißt es: wat nutzt mi ne Brill ahn Gläs' Strel; bei vergeblichem Suchen nach einem verlegten Gegenstand: mööst di woll Mutter Nappsch ehr Brill upsetten Schw; sett di ne Brill up von Ledder Ha Hagenow@TrebsTrebs; StaStargard@WesenbergWes; scherzhafter Vorschlag: wenn de Schap dat Fauder nich mœgen, sett't man ehr ne gräun Brill up, denn glöben se, dat is Gras RoRostock@Nienhagen bei DoberanNHagD; Derb. 1, 116; übertr. von erstaunter Miene: de oll Schult ... makt en Gesicht, as hadd em einer von achter 'ne Brill von Schauhsahlen upset't Reut. 3, 403; 2, 325; Derb. 1, 199; 2, 258; einen ne Brill upsetten ihm etwas vortäuschen: de Frugenslüd' setten ehr Manns morgens all ne Brill up HaHagenow@RedefinRed; C. Reinh. Holtrev. 55; ick heff em ne Brill upsett't, wo he nich dörch kiken kann ihn stark geprügelt WaWaren@Groß FlotowGFlot; Voreingenommenheit, verblendetes Urteil drückt aus: hei kikt dat dörch 'ne Brill von Schausalen an Derb. 2, 24; dei leidige Blindheit, dei dörch säben Brillen ok nich ein beten kiken kann Wagtsm. Mart. 93; seeg de Welt noch dörch de gröine Brill (sah noch alles in rosigem Licht) H. Schröd. Garw 63; dem Schwarzseher rät man: du süst mal dörch de rod' Brill un nich blot dörch de swart kiken RoRostock@RibnitzRibn; dee hett sœben Brillen œwer de Ogen hatt ist bei der Brautwahl blind gewesen Wa; in der gleichen Bedeutung: dee hett dörch ne duwwelt Brill käken Wa; Aprilreim: April April, kannst nich kiken dörch de Brill Wi; wer in vorgeschrittenem Alter heiratet, möt de Kinner dörch de Brill (bi de Brill) weigen HaHagenow@RedefinRed; RoRostock@KlockenhagenKlock; Kühl; sprichw.: ward ut 'n Bur 'n Eddelmann, kiekt hei den Plaug mit de Brill an d. h. er wird übermütig Pa Parchim@SpornitzSporn; volkstümliche Verdeutschung lateinischer Pflanzennamen: Satt un fratt un kek dörch de Brill lignum sassafrass et radix sassaparillae Gillh. Idiot. 3; weitere übertragene Redewendungen: einen de Brill besmeren u. ähnl. ihm das Blickfeld trüben: de Brill mit Botter besmeren betrügen; sick de Brill infetten sich bezechen LuLudwigslust@GöhrenGöhr; Ro; ebenso: dee hett sick de Brill mit Talg besmeert StaStargard@WulkenzinWulk; ähnl. von der ungetreuen Ehefrau: se hett em oft de Brill mit Talg besmeert RoRostock@WilmshagenWilmsh; vom verblendeten Freier: noch is de Brill mit Fett besmeert SchwSchwerin@PinnowPinn; dee hett sick de Brill mit Kes' besmeert Wa; einen de Brill insmeren ihn verprügeln Wa Waren@Klein LuckowKLuck; einen Brillen verköpen ihm etwas aufbinden, vormachen: ick lat mi kein Brillen verköpen Schw; RoRostock@KlockenhagenKlock; Bri. 2, 51; 5, 147; Camm. Ast. 103; Hey. Kam. 142; denn' verköpen se Brillen mit grön Gläs' Wa; de Frugens verköpen ehr Manns giern ne Brill, un wenn 't jichtens tau maken is, dreihn se ehr ok ne Näs' dortau, wo se up passen deit RoRostock@RetschowRetsch; ähnl.: 'darmit hefft men dat Volck vorleydet, brillen gereten unde Gades wordt en kuderwalischen vorgegeven' Gry. Paw. H 3a. 2. übertragene Bedeutungen a. in der Seemannsspr. Eisenringe am Mast zur Befestigung der Spieren: nu dat de Agamemnon de Masten mit de groten Brillen uphadd Bri. 7, 141; up de Raa is ne Brill, dor geiht de Spier in lank Wi; wo de Mars tau Enn' is, is ne Brill, dor ward de Marssteng' dörchstäken RoRostock@WarnemündeWarn; Zs. Toppbrill. b. das brillenförmige Eisen an der Wacht des Wagens PaParchim@BroockBroock; WiWismar@PoelPoel. c. das Loch im Sitzbrett des Abtritts, ursprünglich wohl vom doppelsitzigen Abtritt: fall man nich in de Brill MaMalchin@GülzowGülz; RoRostock@KlockenhagenKlock. d. Klammer, die man störrischen Pferden beim Beschlagen auf die Oberlippe setzt Schö; vgl. Brems'. e. Körperteile, z. B. Hinterteil: Kinner mit Willen krigen wat vör de Brillen GüGüstrow@SchwaanSchwaan; Kinner mit de Will krigen wat up de Brill Ro; MaMalchin@GülzowGülz; vgl. Bill; du verlierst de Brill zu einem Mädchen, dem der Kleiderschlitz offen steht RoRostock@Nienhagen bei DoberanNHagD; ebenso an dieser Stelle befindliche Flicken: dee hett ne schöne Brill in de Bücks WiWismar@PoelPoel; dee hett 'n poor schöne Brellen vör 'n Noors WaWaren@Groß GievitzGGiev; dee dreggt sin Brill hinnen RoRostock@GresenhorstGres; Wa; Kopf: ick hau di an de Brill HaHagenow@RedefinRed; ... inne Brill MaMalchin@SchwinkendorfSchwink; vulva der Kuh: de Kauhfläut ward Brill nennt RoRostock@RibnitzRibn; gah nah 'n Kauhstall un hal di ne Brill Wa; hal di Kauhfeldsch ehr Brill Wa; Kuhfladen: gah nah 'n Kauhstall un lat di de gräun Brill upsetten WaWaren@Groß FlotowGFlot; vgl. Kothaufen: dor stahn väl ahn Brillen StaStargard@WulkenzinWulk. 3. Zss.: Draht-, Feld-, Kalwer-, Nacht-, Oors-, Ossen-, Schurbrill. In FN. häufig für Doppelteiche: de Brill; Brillenlock, -muur, -soll; de Brill Ausbau in StaStargard@BresewitzBres. — Mnd. bril, Pl. brille m. — Br. Wb. 1, 139; Da. 25a; Dä. 55b; Me. 1, 521.
4979 Zeichen · 78 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    brillm.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    brill , m. beryllus, βήρυλλος , mhd. berille ( Ben. 1, 106 b ): brill, parill, ein edelstein, gestalt als glas oder eise…

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Brill

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Brill , Glattbutt, s. Schollen .

  3. modern
    Dialekt
    Brill

    Schweizerisches Idiotikon · +2 Parallelbelege

    Brill Band 5, Spalte 584 Brill 5,584

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit brill

156 Bildungen · 153 Erstglied · 1 Zweitglied · 2 Ableitungen

brill‑ als Erstglied (30 von 153)

Brillaffe

SHW

Brill-affe Band 1, Spalte 1115-1116

Brillärsch

LothWB

Brill-ärsch [brilèrš Lix. ] m. ( eigentl. Brüllarsch) kleiner Schreihals. s. brille n .

Brilläuger

RhWBN

Brill-äuger Pl.: Neckn. derer von May-Mertloch .

brillant

Pfeifer_etym

bril·lant

brillieren Vb. ‘glänzen, sich durch besondere Begabung hervortun’, zu Anfang des 18. Jhs. zu gleichbed. frz. briller, das im 16. Jh. aus ita…

Brillantalizarinblau

Meyers

Brillantalizarinblau , ein Thioninfarbstoff, der bei Einwirkung von β Naphthochinonsulfosäure auf die Thiosulfosäure des Dimethylpa raphenyl…

Brillante

Meyers

brill·ante

Brillante (ital.), glänzend, brillant, als musikalische Vortragsbezeichnung soviel wie mit Feuer und Bravour.

brillanten

GWB

brill·anten

brillanten aus Brillanten gefertigt, damit besetzt eine schöne goldne Dose, mit einem b-en Kranz und dem darin nach allen Buchstaben ausgedr…

Brillantgarn

Meyers

brillant·garn

Brillantgarn , gezwirntes, lebhaft gefärbtes und mit unechtem Gold- oder Silberlahn weitläufig übersponnenes Wollgarn, dient zu Stickereien.

Brillantgelb

Meyers

brillant·gelb

Brillantgelb , soviel wie Naphtholgelb (s. Martiusgelb ) oder Kadmiumgelb (s. Kadmiumsulfuret ).

Brillantglas

Meyers

brillant·glas

Brillantglas , Glasgefäße mit aufgeschliffenen Rauten, die das Licht vielfach brechen; auch prismatisch geschliffene Glaskörper zu Kronleuch…

Brillantgrün

Meyers

brillant·gruen

Brillantgrün ( Tetraäthylgrün, Äthyl -, Smaragd-, Solid, Neuviktoriagrün ) C 2 7 H 32 N 2 H 2 SO 4 , das Sulfat, seltener Oxalat des Tetraät…

brillantieren

GWB

brillant·ieren

brillantieren PartPrät: facettenartig geschliffen Brillantirtes Glas. Königliche Gabe des Grafen St. Leu Tgb 16.8.23 vgl schleifen Rüdiger W…

Brillantīne

Meyers

brillant·ine

Brillantīne , Poliermittel für Metall und Glas, aus Guanoextrakt, Tripel, Weizenmehl und Salz dargestellt, wird mit Alkohol befeuchtet angew…

brillantkreuz

DWB2

brillant·kreuz

brillantkreuz n .: ⟨1867⟩ Spielhagen s. rom. (1895)7,347. 1982 frankf. allg. ztg. (15.3.)26 e .

Brillantkrozeïn

Meyers

Brillantkrozeïn ( Baumwollscharlach ) C 2 2 H 14 N 4 O 7 S 2 Na 2 , Azofarbstoff, wird aus β Naphtholdisulfosäure und salzsaurem Diazoazoben…

Brillantkäfer

Herder

brillant·käfer

Brillantkäfer (Entimus) , brasilian. Rüsselkäfer, mit Furchen und Grübchen, in denen sich prachtvoll glänzende kleine Schuppen befinden.

brillantring

DWB2

brillant·ring

brillantring m .: 1821 E. T. A. Hoffmann 11,15 G. 1985 Böhme vergeudung 85. Meyer-Hinrichs

brill als Zweitglied (1 von 1)

fabrill

DWB

fabrill , f. sp. fabriella, hablilla, gerede, märchen, schwatz der leute: er ist zu einer fabrill und gassenrede worden, fabula factus est. …

Ableitungen von brill (2 von 2)

bebrillen

DWB

bebrillen , perspicillo instruere: beprillet und schulsackbehenkt esel auf stelzen. Garg. 18 b ; bebrillte gesichter begegnen einem allentha…

brille

DWB

brille , f. beryllus, wie die alte sprache auch christall weiblich verwandte: in der christall und der parill kan ich auch sehen vil gesicht…

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APA
Cotta, M. (2026). „brill". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/brill/meckwb
MLA
Cotta, Marcel. „brill". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/brill/meckwb. Abgerufen 19. May 2026.
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Cotta, Marcel. „brill". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/brill/meckwb.
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