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Wind1

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MeckWB
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Eintrag · Mecklenburgisches Wb.

Wind1 m., Präp.

Bd. 7, Sp. 1390
Wossidia MeckWBNWind1 , Pl. Winn' m. Wind; zum seem. und bei Bri. häufigen Abfall des Endungs-n im Akk. von Art. und Adj. vgl. Teu. In de Wind in Nd. Jb. 54, 115ff., Belege s. I 1 c und 2 I. Bewegung der Atmosphäre, wehende Luft 1. Wind als Naturgewalt a. 'dat ... Hagel, Donner, windt, ungeweder und alle ungestmicheit gelindert werde' Gry. Paw. Aaa 1a; dat Dack liggt vör Wind ist dem Wind ausgesetzt Wo. Sa.; ut 'n Wind gahn Windschutz suchen Wa; dor hebben se sick ünner Wind hollen so, daß sie vor dem Wind geschützt waren LuLudwigslust@DömitzDöm; Wind güng gor nich mal Stillfr. Sl. 178; gekoppelt: vör Wind un vör Wag' s. Wagg'; 'konden se denne dat bewisen, dat dit (Akk.) en weder unde wint benomen hadde' (1368) UB. 16, 300; über den ausgebreiteten Flachs möt Wind un Wäder œwergahn RoRostock@DoberanDob; dat eegenmaakt Tüg, wo keen Wind oder Wäder dörchgüng' Ha; WiWismar@SternbergSternb; was hei (der Schulmeisterrock) ok eng, so höll hei mi doch Wind un Weder von 'n Liw' Reut. 4, 475; wenn dat Holt vör Wind un Wäder liggt HaHagenow@RedefinRed; schlechte Ziegel hollen nich vör Wind un Wäder Wa; dee schug't sick nich vör Wind un Wäder ebda; dee (ein Toter) is allens ut 'n Wäg', Wind un Wäder ebda; von abgelegener Gegend: dor kümmt nich Wind oder Rind mal hen RoRostock@KühlungsbornKühl. b. in Vgll.: Jehann herunner as en Wind (blitzschnell) Reut. 7, 30; dat güng', as wenn de Wind weigen ded' in großer Eile WaWaren@RothenmoorRoth; he hett räden, as de Wind weiht sehr schnell SchöSchönberg@GrevesmühlenGrev; he drœhnt, as de Wind weiht ist unbeständig in seinen Aussagen Ro; dat (Tanzen mit einer guten Tänzerin) is, as wenn de Wind ehr rümweiht WaWaren@Klein LukowKLuk; dei seg' ut, as künn de Wind em ümweigen schwach, elend RoRostock@VölkshagenVölksh; formelhaft in Verkaufsurkunden: 'myn holt ..., alse dat de wynd beweyd' (1420) Schill.-Lübb. 5, 733b; dat Gaud, so as de Wind dorœwer weiht der ganze Besitz RoRostock@KühlungsbornKühl; 'mit weiden, holtinge ..., so ith de windt rogeth und bogeth' Schill.-Lübb. 5, 733b; von zwei Menschen, die sich nicht leiden können: sei stahn sick as Wind un Sandbarg Wo. Sa. c. Rdaa.: de Wind is so still, dat 'n de Hunn' in Hamburg bellen hüren kann WaWaren@JabelJab; wenn die Kinder zu Bett sind: nu geiht de Wind still GüGüstrow@BützowBütz; denn' (einem Unerfahrenen) hett keen Wind üm de Näs' weiht Wa; dat (den Rausch) möt de Wind afweigen Schw; wenn am Hochzeitstag starker Sturm ist: dei hett de Wind tausamenweiht, dei weiht hei ok bald wedder ut'nein GüGüstrow@RühnRühn; denn' (elendes Pferd) weiht de Wind bald üm LuLudwigslust@Groß LaaschGLaasch; WaWaren@JabelJab; dat is 'n Pipgössel, wenn de Wind sei man anweiht, liggt s' uppe Sit RoRostock@DierhagenDierh; zum Kind, das im Winter geboren ist: di hett dei Buck up dei Heed' schäten un dei Wind tau Lann' weiht SchwSchwerin@JamelJam; einem sehr hoch gebauten Pferd geiht tauväl Wind dörch dei Bein GüGüstrow@KritzkowKritzk; dor geiht jo so väl Wind unner dörch PaParchim@BurowBur; dat Aas (Pferd, das die Ohren spitzt und durchgehen will) hett Wind laden Wa; dee hett Wind laden lügt ebda; dei hett 'n bäten lang' in 'n Wind stahn ist etwas verrückt WiWismar@NeuklosterNKlost; dee is dörch den Wind ebenso Wa; Ro; dee is 'n bäten scharp in 'n Wind gahn ist schwanger StaStargard@WulkenzinWulk; denn' hebben sei achter Wind bröcht ins Gefängnis HaHagenow@RedefinRed; dat is all vör 'n groten Wind wäst in sehr alter Zeit WaWaren@JabelJab; ARehse; StaStargard@FürstenhagenFürstenh; SchöSchönberg@DemernDem; von der Richtung, aus der der Wind weht: 'solcke waschevate und LOegenplaten, so den HOeykenmantel na dem Wynde keren' (allen zu Munde reden) Gry. Lb. 2, Y 3a; du hest ok nah 'n Wind lad't das Kornfuder schief geladen Wa; dat geiht in alle vier Winn' ut'nanner in alle Himmelsrichtungen, nach allen Seiten RoRostock@RibnitzRibn; oh, dor kümmt de Wind her! das ist deine Meinung Dierh; Scherzantworten auf die Frage wo kümmt de Wind her? — Wind kümmt Südsüdhummel dwas œwer de Oorskarr Warn; ... von 'n Hoorter Hunn'stiert Schw; von dem Geruch, den der Wind heranweht: dee hett Wind raken etwas gemerkt RoRostock@DierhagenDierh; ick wunner mi, wur hei (Wo.) allerwägen Wind von hett was er alles weiß LuLudwigslust@ZiegendorfZieg; he kriggt dat in de Wind erfährt es Wa; dat hett he all in 'n Wind hatt geahnt ebda; dat is mi ut 'n Wind kamen habe ich vergessen ebda; denn ward dat ut 'n Wind slagen wird es vergessen WaWaren@KieveKieve; de Inspekter hett annern Wind in 'n Kopp krägen sich eines anderen besonnen Schw Dümm; em (einem Mißgelaunten) hebben s' in 'n Wind schäten RoRostock@RibnitzRibn; dee stinkt jo sœben Mil in de Wind gegen den Wind an Warn; von einem schmutzigen Gastwirt: dat is 'n Kräuger gegen Wind, anners kann dor keiner rangahn LuLudwigslust@TewswoosTewsW; dei is œwer Wind unruhig, ängstlich, eig. vom Wild, das keine Witterung bekommt MaMalchin@BrudersdorfBrud; denn' heff 'ck unner Wind dem mißtraue ich SchöSchönberg@SchlagsdorfSchlagsd; öft.; weck Frugens hadden sei unner Wind, dat sei hexen künnen in Verdacht RoRostock@BuchholzBuchh. d. Sprww.: välen Wind, välen Krieg RoRostock@RibnitzRibn; MaMalchin@GielowGiel; WaWaren@LevenstorfLev; so as de Wind weiht, rögen sick de Böm HaHagenow@RedefinRed; Zinck Lustsp. 28; Reime: Solang' de Wind weiht Un de Hahn kreiht ewig PaParchim@DobbertinDobb; HaHagenow@TeldauTeld; im Laternenlied: De Wind, dee weiht, De Hahn, dee kreiht, De Klock sleiht acht, De Bäcker, dee backt Wo. V. 4, 630 a; ..., De Snider sitt up 'n Tun un neiht ebda; 694; Wind kümmt ut den Süden, Denn hett dat wat tau bedüden SchöSchönberg@CordshagenCordsh; Spruch beim Flachssäen: De Wind mag kamen ut Ost, Süd oder West, Min Flaß ward doch de best LuLudwigslust@LaupinLaup; beim Viehfüttern: Ick fauder min Veih, de Wind is still, Ick fauder min Veih, grad' as ick will Pa Parchim@SpornitzSporn; Wenn Gott will Un de Wind is still HaHagenow@RedefinRed; Rat für jem., der bei einer Erbschaft zwischen einem Haus und Ländereien wählen kann: Kunst vergeiht, Natur besteiht, Wenn Wind un Water œwergeiht LuLudwigslust@DömitzDöm; im Kniereiterlied: Ick sned' mi 'n Stock ut Hasselduurn Un slög' den Wind mit œwer de Uhren Wo. V. 3, 474. e. Wetterund Bauernregeln: 'den Zug, den der Wind bey der veränderten Luft zu Anfang des Jahrs nimmt, behält er, der Regel nach, im Jahre am meisten' Siemss. Nat. 2, 50; für Februar gilt: Ut Nuurden sall dei Wind nu kamen, Denn weiht hei de ganze Aust tausamen, Wenn hei nu nich will, Kümmt hei in 'n April RoRostock@HeiligendammHDamm; woher der Wind am ersten Ostertag weht, weht er bis Pfingsten Schö, Ro; Günth. Hs.; bis Himmelfahrt Siemss. Nat. 2, 49; kümmt de Wind in 'n Sommer drei Dag' ut 'n Osten, so gifft dat Rägen PaParchim@SteinbeckSteinb; weiht de Wind Micheli rin in 't Land, ward dat Kuurn billig, steiht hei rut, ward 't düer RoRostock@HeiligendammHDamm; is Micheli de Wind morgens still un ward an 'n Dag forscher, denn ward dat Kuurn dürer, is hei morgens dull un ward nahher stiller, ward 't billiger ebda; die am Quatember herrschende Windrichtung ist bestimmend für das anschließende Vierteljahr Gü, Pa, Schö, Schw, Wa; drei Dag' nah Vullman möt de Wind westlich gahn oder de Höll möt basten Meckl. 29, 11; de oostliche Wind is ümmer falsch Bri. 2, 203; wenn de Stierns so wit weg schinen don, gifft 't hogen Wind Nordoder Ost wind RoRostock@RibnitzRibn; wenn de Rosenuurt so stuf steiht, ... Warn; wenn Oll Fiken (Lachmöwe) ... so schrig't, denn ward dat Wind (WaWaren@VipperowVipp) Meckl. 29, 11; nu kümmt dat mit 'n Smudd, denn is de Wind nich wit (Elbfischer) ebda; wenn de Wind mit de Häuhner tau Wim geiht, steiht hei mit 'n Hahnenschri wedder up SchöSchönberg@GletzowGletz; wenn de Wind mit de Häuhner upflüggt, kümmt hei ok mit raf MaMalchin@GielowGiel; nicht selten wird die Windrichtung durch nahegelegene Ortschaften o. ä. angegeben: wenn wi Lübzer (von PaParchim@LübzLübz her) Wind hebben, gifft 't Rägen PaParchim@MestlinMestl; wenn de Wind von Koorl Wendt (Bauer auf einem Einzelgehöft bei PaParchim@DobbinDobbin) herkümmt, denn bitt he beißen die Fische an Goldb; grot Jochen brug't, seggen wi, wenn de Wind ut West kümmt œwer Börgerenn' (RoRostock@BörgerendeBörg), dor hett ein Jochen wahnt, dee söp so dull Meckl. 29, 11; Arwten mütt man seien, wenn dei Wind ut 'n Rägenort kümmt, denn bräken sei licht bi 'n Kaken Raabe Allg. Volksb. 38; wenn ein Gewitter bevorsteht, dreihen dei Schap den Noors nah 'n Wind Ha; dei Adebor treckt weg, wenn dei Wind œwer dei Hawerstoppeln brus't Ma; Aberglaube: als Liebeszauber soll man dem Geliebten Haare ausreißen und in den Wind hängen, damit dieser jenen heranweht Ha; in einer Sage dreht eine Frau mit einem Stuhl den Wind: so as sei den Stauhl dreiht hett, so hett de Wind sick ümgäben SchöSchönberg@KöchelstorfKöch. 2. Wind in Nutzung des Menschen a. die Schiffahrt beruhte bis ins 19. Jh. auf der Kraft des Windes: 'se scolen ok eren wynt nicht vorlighen' (versäumen, verpassen; 1369) UB. 16, 469; 'do de konynk wynt ut dem lande krech' (bei der Belagerung Stockholms mit Schiffen; 1518) Beitr. Rost. 3, 2, 14; seem. Redewendungen: ick hadd' jo keene Wind nich Bri. 2, 55; wi hebben anstahn Wind Wo. Sa.; wenn de Wind grad' West is RoRostock@RibnitzRibn; de Wind schifft westlicher Wo. Seem. 2, 151; mit Präp.: von Winds halben güng' dat ganz got was den Wind betraf WiWismar@KirchdorfKirchd; sick nah de Wind ümkiken: Bri. 4, 39; dat Schipp an de Wind leggen, hollen das Schiff so drehen, steuern, daß sein Kurs mit der Windrichtung einen spitzen Winkel bildet RoRostock@RibnitzRibn; dat Schipp hadd' schön an de Wind lägen WiWismar@KirchdorfKirchd; ebenso bi de Wind: sonn' richtige Brigg' ... geiht doch flinker bi de Wind Bri. 4, 41; wi legen bi de Wind so dicht as mœglich, grad' as wenn wi up Gnad' un Ungnad' de Flagg' sträken hadden 2, 188; lat em (Boot) inne Wind scheeten! beidrehen, sich so drehen, daß der Wind genau von vorn kommt RoRostock@Nienhagen bei DoberanNHagD; luw in de Wind! Bri. 2, 55; ebenso unner de Wind: ick lat 't Schipp 'n bäten unner de Wind kamen Ro Rostock@WarnemündeWarn; he liggt unner de Wind ebda; dat kann nich flink nog vörwartsch gahn mit vulle Fracht vör ne forsche Wind (mit kräftigem Rückenwind) Bri. 6, 133; Windmühlen (s. Windmœhl) waren noch in der ersten Hälfte des 20. Jh. zahlreich vorhanden: 'die ... Mühle ... steht in allen Richtungen gut vor Wind' (liegt nach allen Seiten offen) N. Strel. Anz. 1830, S. 471b; 'Windund Wasser-Mhlen, da sie andern das Wasser und Wind nicht benAehmen, anzulegen' (1620) Spald. Land. 1, 480; um das gedroschene Korn zu reinigen, wurde es gegen (den) Wind smäten WiWismar@TriwalkTriw; StaStargard@LeppinLepp; PaParchim@Groß PoserinGPos; RoRostock@Groß LüsewitzGLüs; wurde es in 'n Wind ut de Moll utlopen laten WiWismar@Kirch MulsowKMuls; dabei würd' de Dör up 'n Wind stellt, so daß ein kräftiger Durchzug entstand RoRostock@BlankenhagenBlank; dee Poppen (des Klees) würden vör Wind stellt StaStargard@GevezinGev; mit dem Fächer käuhlen Wind maken SchwSchwerin@BanzkowBanzk. b. bei Vgll., Rdaa., Sprww. nicht immer eindeutig von 1 zu scheiden: dat (Tanzen mit einer guten Tänzerin) geiht, as wenn 't vör de Wind geiht RoRostock@KlockenhagenKlock; 'wenn olde Frouwen druncken syn, so segelen se by halven Wynde' (schießen schräg nach vorn, wie ein Schiff segelt, wenn es den Wind voll von der Seite bekommt) Gry. Lb. 1, O 3a; S 3a; 2, F 4b; weck Schäpen wiren rein ... as mit goden Wind belast't (hatten immer guten Fahrwind) Wo. Seem. 2, 11; wenn ein Kartenspiel zügig zu Ende geht, weil das Verlieren einer Partei nicht mehr aufzuhalten ist: nu ward de Wind weigen RoRostock@Nienhagen bei DoberanNHagD; wer weit, wo denn' de Wind henweiht wohin er verschlagen wird Ribn; Bri. 6, 27; denn kregen se den Wind von vör wurden tüchtig ausgescholten RoRostock@WarnemündeWarn; ick gew ehr glik den Wind von vör fuhr sie derb an Wi; hei löppt em den Wind af kommt ihm zuvor HaHagenow@BelschBelsch; scherzend sagt der Schäfer zu den Mähern: wo hefft ji dat schön, ji kœnt juch wenigstens Wind maken WaWaren@KraaseKraase; wenn dei Wind sick bloß dreigen wull, hadd' dei oll Fru seggt, hett den Wind von vör hatt. As sei wedder nah Hus geiht, hadd' dei Wind sick dreiht, dunn hadd' s' em wedder von vör WiWismar@PoelPoel; wän sick de Wind rannerfläut't, dee bruukt för de Burr nich to sorgen Bri. 6, 221. II. Luft überhaupt, wobei die Vorstellung der Bewegung zurücktritt und oft die des Unbedeutenden vorherrscht 1. gerbersprl. up 'n Wind smiten die Felle in dat Küben fallen lassen, so daß sie allmählich niedersinken PaParchim@GoldbergGoldb. 2. Rdaa.: 'dar is uns umme so eyn wynt' (das achten wir für gering) Red. Ost. 1040; 'solcke ... LOegenplaten, so ... den Wyndt mit dem Seeve willen fangen unde upholden' Gry. Lb. 2, Y 3a; dei (jem. mit weiter, sich blähender Hose) hett Wind sluckt MaMalchin@GielowGiel; de Kauh hett Wind sluckt sich auf der Weide aufgebläht RoRostock@HeiligendammHDamm; dat Swin hett Wind slaken HaHagenow@WittenburgWitt, vgl. IV; dei (einer Schwangeren) hebben s' lebennigen Wind in 't Lif puust't RoRostock@DrüsewitzDrüs; wenn jem. außer Atem ist: dee hett keenen Wind unner de Näs' GüGüstrow@SchwaanSchwaan; wat du em (einem vergeßlichen Menschen) seggst, kannst den Wind vertellen Schw; dat is all' in 'n Wind puust't, jag't vergessen Wa; dor (beim Kaufmann) geiht ok väl in den Wind verloren WaWaren@JabelJab; wenn sei 'n poor (Schnäpse) ümsüs krigen kunnen, dat släugen sei nich in den Wind verschmähten sie nicht HaHagenow@LankLank; ick strid nu nich as ein, dei bi 't Haugen ümmer in 'n Wind haugt (danebenschlägt) 1. Kor. 9, 26; 'de LOegeners ..., so ... LOegen uth dem Wynde grypen' Gry. Lb. 2, Z 2b; ut den Wind gräpen hett he dat all' selbst erdichtet WiWismar@PoelPoel; Wo. Sag. 2, XXII; 'de armen Wedewen ..., vam Winde kOennen se nicht leven' Gry. Wed. D 2a; Scherzaufträge: sast Wind in 'n Sack tohopkarren Wa; sast uppe Pallpöst Wind kloppen RoRostock@BörgerendeBörg. 3. Aberglaube: wenn Gänse zum Brüten gesetzt wurden, schlug man mit einem Beil in die Luft, as wenn de Wind klöwt warden süll RoRostock@DiedrichshagenDiedr; die Frau, deren Wäsche sich beim Auswringen bläht, bekommt ein Kind: wer den Wind hett, kriggt de Weig' HaHagenow@BoizenburgBoiz. III. durch technische Vorrichtungen künstlich erzeugter Luftstrom: Wind maken die Bälge einer Orgel treten PaParchim@DobbertinDobb; scherzhaft zum Schmiedelehrling, wenn er den Blasebalg nicht genug zieht: hal 'n Wind von 'n Bœhn! WaWaren@Klein PlastenKPlast. IV. Darmwind, Blähung: de Winn' Blähungen Mi Nachtr.; em güngen de Winn' GüGüstrow@KobrowKobr; de Winn' hebben sick sett't Wa; Rdaa.: de Winn' lösen verprügeln PaParchim@SpornitzSporn; zurechtsetzen Sta Stargard@GrammertinGramm; von schwerer Arbeit: dor gahn einen de Winn' bi af SchöSchönberg@SchlagsdorfSchlagsd; um Warzen wegzubekommen, soll man mit 'n Wind über sie hinstreichen und weg sagen, wenn die Scheidelklocken läuten WiWismar@MoidentinMoid; in vielen Rdaa. u. ä. wird auf die Zweideutigkeit von Wind Bezug genommen: is kollen Wind hüt. — Ja, min is warmer Ha Hagenow@RedefinRed; 'n warmen Wind, as wenn hei ut 'n Noors kümmt GüGüstrow@GülzowGülz; woväl Winn' hett de Schipper? — Dreeundörtig: tweeundörtig hett he up 'n Kompaß un denn sinen eegen Wi; zum Unruhigen: hest woll väl Wind in 'n Noors RoRostock@DierhagenDierh; Wechselrede: Nahwer, wo kümmt de Wind her? — Je, Herr Paster, as ick upstünn, kem he ut 'n Noors Wa; de Wind mag herkamen, wur hei will, un wenn hei ok ut 'n Hinnelsten kümmt, wenn 't rägen will, rägent 't doch RoRostock@Nienhagen bei DoberanNHagD; vom Tode: wenn de Wind ut 'n Noors rut will, helpt kein Tauknipen tau Gres; Beispielsprww.: de Wind kümmt von achtern, säd' de lütt Diern, as se eenen gahn let Wo. Seem. 2, 150; ..., is got för de Madrosen RoRostock@RibnitzRibn; de Nuurdenwind is ümmer köhl, säd' de Fru, wenn he ok ut 'n Hinnelsten kümmt WiWismar@PoelPoel. V. Atem in der Abfertigung eines vorlauten Kindes: du mit dinen wisen Wind! Wo. Sa.; Kraft: de Wind is glik all' bi em RoRostock@AltheideAHeide; dee (große Garbe) verlangt Wind Wa. VI. in der Verbindung Scheefen Wind un Snirt gelbe Erbsen mit Weißkohl (als Seemannsgericht) Wo. Seem. 1, 159. — Zss.: Af-, Baben-, Best-, Blah-, Blar-, Blurrer-, Brüd'-, Burr-, Dwas-, Dwer-, Fissel-, Fladder-, Flœker-, Fussel-, Höwt-, Kanonen-, Krüsel-, Kunter-, Küsel-, Lœker-, Meister-, Muurd-, Nuurden-, Nuurdoost-, Oosten-, Oost-, Ossen-, Oewer-, Prill-, Sägel-, Sannats-, Schipper-, Späl-, Störk-, Storm-, Südwest-, Süd-, Suse-, Togg-, Tort-, Troost-, Vörjohrs-, Warwel-, West-, Zeis'wind. Abll.: Bidewinner, rumwinds. — Mnd. wint. — Br. Wb. 5, 262; Dä. 552a; Kü. 3, 760; Me. 5, 648.
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Cotta, M. (2026). „wind1". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 8. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/wind1/meckwb
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Cotta, Marcel. „wind1". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/wind1/meckwb. Abgerufen 8. May 2026.
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Cotta, Marcel. „wind1". lautwandel.de. Zugegriffen 8. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/wind1/meckwb.
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