lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

Wind1

nur Dial. · 3 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

PfWB
Anchors
3 in 3 Wb.
Sprachstufen
1 von 16
Verweise rein
11
Verweise raus
17

Eintrag · Pfälzisches Wb.

Wind1 m.

Bd. 6, Sp. 1360
Wind1 m.: 1. 'Luft in Bewegung', Wind (wind) [allg., Heeger Südostpf. 30 PfId. 152 Schneckenburger 24, 42, 46 Lambert Penns 179 Krämer Gal 243], Wend (wend, węnd) [KU-Brück WD-Bub Hoof IB-Blickw ZW-Schmitshs RO-Hochst Mannw FR-Kindh NW-Deidh Elmst Esth Forst Gönnh Hamb Königsb Lach/Speyd Niedkch Rödh LA-Birkw Bornh Dammh Frankw Gr'fischl Ilbh Insh Maik Mörzh Nd'hochstdt Nußd Roschb Siebdg Venn Walsh BZ-Bergz Gossw Silz Stein V'weidth W'rohrb Wilgws GH-Bellh Westh Bertram § 81 Heeger Südostpf. 9, 30 PfId. 152]; Zs.: Aprilen-, Berg-, Preußen-, Tal-, Tau-, Driller-, Trudel-, Gegen-, Ge-, Hembach-, Herbst-, Hexen-, Höhen-, Märzen-, Morgen-, Nieder-, Nord-, Ober-, Ost-, Regenwetter-, Regen-, Rhein-, Rücken-, Schnee-, Seiten-, Sommer-, Sturm-, Süd-, Unter-, Wald-, West-, Wirbel-, Zwirbelwind; W. ze Berg 'W. das Rheintal aufwärts' [LU-Altr]; 'n haler W. 'ein trockener W.' [RO-Sippf NW-Kallstdt]; hinner W. stelle 'in den Windschatten' [LU-Altr]. De W. geht [vereinzelt]. In dem Loch fingt (fängt) sich de W. 'eine windreiche Stelle' [KU-Roßb]. De W. kimmt aus em Wetter 'bringt ein Unwetter näher' [GH-Leimh]. RA.: schnell (fix, flink) wie de W. [mancherorts]; bei W. un Werrer drauß seiⁿ 'bei jeder Witterung', bes. von Unermüdlichen gesagt [verbr., Kraus Naube 44]; Var.: es W. un Werrer gewehnt [FR-Bockh]; in de W. schlaae 'etwas ablehnen' [Bernhard 188]; ebbes im W. sei 'in der Luft liegen' [Beam Penns 110]; voll W. sei 'nicht viel los mit einem' [Beam Penns 110]; mit em W. geh 'wankelmütig sein' [Beam Penns 110]; meileweit (siwwe Meder) geje de W. stinke [vereinzelt, Thielen So rerre mer 124]; e warmer W. unner's Dach 'Feuer legen' [NW-Hardbg]; vum W. lewe 'genügsam' [KU-Kollw]; Geld in de W. schmeiße 'sinnlos ausgeben' [KU-O'alb]; e Loch in de W. schlaae 'sinnlose Tätigkeit' [PS-Geisbg]. Der is wie de W. 'aufbrausend' [LU-Alsh]. Wie de W. is er fort 'schnell' [KL-Reichb]. Das geht wie de W. 'schnell' [mancherorts]. Der fahrt (laaft) wie de W. [ZW-Bechhf KL-Reichb]. Der W. geht durch Mark unn Bääⁿ 'eisiger Wind' [LU-Alsh]. Dem seiⁿ W. hot sich geleet 'Er hat sich wieder beruhigt' [FR-Carlsbg]. Der macht (nix wie) W.; dud W. mache 'schwätzt, gibt an, prahlt, kleidet sich auffällig' [mancherorts, Bernhard 188 Kraus Naube 9 Beam Penns 110]; Var.: W. kenne se mache, awwer keⁿ Ree [KB-Kerzh, KU-Diedk GH-Vollmw]; macht W. wie e Dudelsack [Hebel 19]. Der hot W. devun kriet 'Er hat es gemerkt' [FR-Bockh, ZW-Bechhf RO-Sippf NW-Forst Frankeck Lambert Penns 179 Fogel Prov. Penns Nr. 1848]. 's geht käiⁿ gurer W. 'Die Aussichten sind schlecht' [KU-Schmittw/O]. Aha, doher bloost de W.! 'Rechtzeitig erkannt!' [Krieger 15]. Jetzt bloost (geht) e annerer W. 'Jetzt werden härtere Maßnahmen ergriffen' [Krieger 15, vereinzelt]; Var.: 's peift de W. ball aus em annere Eck (Loch), dass. [LU-Alsh, vereinzelt]. Der merkt, was far e W. geht, dass. [KU-Körbn]. Des esch alles en d'W. geredt (gebabbelt, geblose, gesproocht) 'vergebens, erfolglos' [mancherorts, Bernhard 188 Ranssweiler 44]; Var.: in de W. geredd ist erfolglos awwer nid gans sou uuaagenehm wie geche de W. gebrunsd! [Braun Lääsebuuch 164]. Er dreht (richt) sich geren noch em W. 'ist kein fester Charakter, redet heute so, morgen so' [LU-Alsh GH-Vollmw]. Der redt (babbelt, plaurert, sproocht), wie sich de W. dreht, dass. [GH-Vollmw Zeisk]; Var.: ... wie de W. geht (weht) [verbr.]. Er setzt de Hut (seiⁿ Kapp) no'm W. (wie de W. geht), dass. [FR-Bockh, KU-Obw/T WD-Niedkch LU-Altr]. Bei dem hääßt's: (dennoh) wie de W. geht, so dreht sich (dreh ich, setz ich, driller ich) meiⁿ Hut, dass. [PS-Vinn, ZW-Gr'bundb KL-Siegb KB-Albish NW-Ellstdt GH-Vollmw]; Var.: Wie de Wind geht, / so hängk ich meiⁿ Sack [FR-Bockh]. Der hängt de Mantel ('s Mäntelche, es Fähnche) noo'm W., dass. [verbr., Krieger 35 vereinzelt Don Gal]. Er macht alles geje de W. 'spricht und handelt immer anders als die Mehrheit' [LU-Alsh]. Der lebt in de W. (enin) 'lebt sorglos in den Tag hinein' [KB-Lauth, ZW-Mauschb]. Der schlaat (butzt, jaat) alles in de W. 'verschwendet alles' [mancherorts]; Var.: 'weist Rat und Hilfe zurück' [mancherorts]. Wenn en de W. aabläst, isch'r krank 'Er ist sehr empfindlich' [ZW-Battw]. 's derf kään W. an se kumme, dass. [PS-Erfw]. Dart kumme die siwwe Wind zamme, von einem windigen Ort gesagt [Beam Penns 110]. Mir hän de W. uffem Bukkel 'Mit Rückenwind arbeitet es sich leichter' [ZW-Bechhf]. Do peift de W. durch die Houhlziechle 'Die Scheune ist leer' [GH-Bellh]. Der blost alles in de W. 'Er raucht viel' [BZ-Stein]. Mach's Maul zu, sunscht geht d'r W. neiⁿ! 'Schweige!' [SP-Harths]. Von zu hochbeinigem Rindvieh heißt es: 's geht zu veel W. unne durch [ZW-Battw]. SprW.: W. sääe, Sturm ernte [NW-Frankeck GH-Vollmw]. Wann kee W. geht, wackle aa kee Blädder 'Keine Wirkung ohne Ursache' [Don-Gottlob]. Was kammer geje Gottes Gewalt, wann sogar de W. Bääm umschmeißt 'Gegen höhere Gewalt ist man machtlos' [Pirmas]. Wetterbeobachtungen und WR.: de kalte W. 'Ostwind' [ZW-L'wied]; de unnere W. (bringt Regen, Kälte) 'Ostwind' [LA-Gommh, LU-Altr Opp]; Germerscher W. 'Germersheimer W.' [LA-Gommh]. Lauterschmer (KB-Lauth) W. bringt Schnee [KB-Eisbg]. E kleene Reeⁿ macht e große W. still [KU-Bedb]. Entwedder bringt er (der W.) was odder jaacht er's fort [Bergz (Kamm 97)]. Was de Reche naß gemacht hot, macht de W. wirrer trocke [BZ-Dierb]. Der W. kummt von drauße 'von Osten, von der VPf' [PS-Donsied]. Kummt de W. vum Rheiⁿ, rächent's glei [GH-Vollmw]. Wann de W. weht vum Rheiⁿ, dann kann mer die Blick (Pflüge) stelle hinner die Zein [KL-Weilb]. Die Krabbe (Krähen) fliege so owwe rum, die wolle W. [LU-Neuhf]. De W. geht iwwer die Hawwerstobbele 'Es wird bald Herbst' [KU-Bedb Schmittw/O PS-Erfw KB-Kriegsf LU-Alsh Friesh GH-Nd'lustdt Vollmw]. Morchenrot bringt W. un Kot [BZ-Münchw]. Wo de W. in de Karwoch herkimmt, doher kimmt er's ganz Johr [KU-Bedb, FR-Bockh]; Var.: wie de W. an Karfreidag geht ... [KB-Bennhs, PS-Geisbg KB-Stett]. Berufsneckerei auf den Schneider: muß achtgeben, daß ihn de W. net umschmeißt [PfMus. 1925 176]. Neckverse auf die Mundarteigentümlichkeit (Senkung des i) von Nachbarorten: Wend, Kend, Rend [mancherorts VPf]. Kend, gäij erenn, de Wend gäijt [FR-Kindh]. Ehr Kenn, gehn reeⁿ, de Wend jächt eich Stääb en d' Ääche [NW-Lach/Speyd]. De Wänn hots Känn umgerännt, gilt für die Dörfer zwischen Bergzabern und Landau [Kamm 125]. Neckfrage: Wie weit geht de Wind? Bis uff Bornem (LA-Bornh) (Speyerdorf, Lache), vun do ab hääßt er Wend [GH-Nd'lustdt, NW-Lach]. Volksgl.: Starker Wind ist ein Hinweis auf baldiges Sterben eines Erhängten: Der Wind weht und heult, damit der Erhängte baumelt [KL-Wörsb Schandein Bav. IV,2 406]; vgl. windig 1. VR.: Wie de W. geht, wie de W. geht, / so dreh ich meiⁿ Hut. / Alleweil kommt meiⁿ Schätzje / das kenn ich so gut [KU-Diedk]. Es reent, es schneet, es geht e kalter W., / die arme Soldate verfrieren mit ehrer Flint [KU-Bedb]. Schuck - schuck - schuck, der Wind geht kalt, / Bauer, flick dei' Hosse ball; / Wann die Hosse verrisse sin, / Blost der Winn zum Loch enin! [Schandein Bav. IV,2 352]. a. 1565: vnnd des scheffers wonhauß zwo (zu) windt am wetter gebell (Giebel) vnd ein andere mit solchen schindeln beschlagen [WerschwSchR]. — 2.a. 'leichtlebiger, unzuverlässiger Mensch' [GH-Minf]. — b. Neckname für die Bewohner folgender Orte: KU-Einöll RO-Semb KL-Samb LA-Herxh GH-Bellh Hay Knitth Max'au: Wind [KU-Einöll Reipkch RO-Semb KL-Neukch Samb GH-Max'au Wörth Seebach Neckn. 15], von RO-Duchr: Duchroder W. (weil sie sich angeblich gerne vornehm geben) [RO-Odh], von FR-Hettldh: Hett(e)remer (Hettemer) W. [KB-Eisbg FR-Hettldh Merth], von RO-O'mosch: Moscheler W. [RO-Nd'mosch O'mosch], von RO-Semb: Sembacher W. [KL-Baalbn], von LA-Herxh: Herxemer W. [LA-Herxh]. Neckvers auf die Bewohner von KL-Samb: Sambacher Wind, flieh in die Luft, / flieh net so hook / sunscht beißt dich e Flook! [KL-Mehling Seebach Neckn. 15]; von HB-Alth: Althemer W. un keeⁿ Rääⁿ [HB-Medh]; von KU-Einöll: Aneller W. geiht so geschwind [KU-Einöll]. Weitere Neckverse: Wer durchs Weidfeld geht und spürt kein W. ... [PfL 14. 10. 1933, Hebel 92], Forts. u. eine Var. s. Pleisweiler, Lemberg 2, Reiterhof. — 3. 'Blähungen, Verdauungsgase', Wind [Beam Penns 110], sonst nur im Pl., Winn (win) [verbr., Christmann 84 Schnekkenburger 46]; vgl. Furz I; Zs.: Darm-, Magenwind(e). Die Winn gehe (losse) [mancherorts, Beam Penns 110]. Die Winn hän sich gestellt (gehe net) [mancherorts, Pauli Heilm. 27/28, 68]. Die Winn blohe (plagen) (treweleere) mich [KU-Bedb WD-Niedkch]. Meer fahren e paar Winn im Bauch rum [LU-Dannstdt]. Ich muß naus, mich verlaafe, daß die Winn besser gehe [ZW-Battw]. Wann nor alsmol wirre die Winn gäin beim Perd, dann hat's es gepackt [ZW-Gr'bundb]. Das hott's met Winn, geh, ruf de Jerch, / Er soll dem Kiehche brauche [Müller Luscht un Lewe 67]. SprW.: Viel Kepp, viel Sinn; viel Ärsch, viel Winn [Buch-A'frat]. Volksgl.: (Brauchspruch) »Mittel fürs Vieh: Aus unsern Herrn Jesu Grab da wuchsen drei nelgen, die eine heißt lieb, die andere heißt güt und die dritte stillet dem Vieh Wind und Geblüt, es sei an der Zung oder an der Lung« [NPfGV 5/1929 38 (KU-Nußb)]. Volksmed.: »Die Winde sind an vielen Krankheiten schuld. Wenn sie sich stellen, rufen sie Koliken oder Seitenstechen hervor. Noch schlimmer ist es, wenn sie sich verstecken oder verschlagen (d. h. einen falschen Weg nehmen); darauf werden Schmerzen im Buckel und zuweilen Gliederreißen zurückgeführt. Die scherzhafte Äußerung: Er hat einen ... im Hirn deutet darauf hin, daß man früher glaubte, daß sich Winde auch in den Kopf ziehen könnten« [Heeger Vhk. 6, 60]. Bei Brucheinklemmung sagt man: innere Wind hän sich gschtellt [Heeger Vhk. 65]. — 4. 'Alkoholrausch'. Er hot eⁿ bissel W. [LU-Alsh]. — Rhein. IX 530 ff.; Lothr. 543; Els. II 836, ALA II 293.
9958 Zeichen · 251 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. modern
    Dialekt
    Wind1m., Präp.

    Mecklenburgisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Wind 1 , Pl. Winn' m. Wind; zum seem. und bei Bri. häufigen Abfall des Endungs- n im Akk. von Art. und Adj. vgl. Teu. In…

Verweisungsnetz

23 Knoten, 25 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 2 Kompositum 20 Sackgasse 1

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit wind1

0 Bildungen · 0 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Keine Komposita gefunden — wind1 kommt in keinem anderen Lemma als Erst- oder Zweitglied vor.