art ,
f. natura, genus, indoles, modus, die geschichte dieses worts hat ihre schwierigkeit. so verbreitet es heute bei uns ist, geht es doch der goth. fries. nord. sprache völlig ab, denn das von Biörn
aufgeführte art, ôart, vanart
sind aus dem dän. hergeholt, das dän. und schw. art,
wie schon rt
lehrt, aus dem deutschen. ein ahd. art
kommt nur mit der bedeutung aratio vor, ist es dasselbe wort? etwas gezwungnes hat es doch, die angegebnen begriffe auf die wurzel arjan,
arare zurückzubringen. häufiger erscheint ahd. artôn
colere, exercere, habitare, und land bauen gienge leicht über in anbauen, wohnen. niemals aber begegnet ahd. art
habitatio, noch weniger genus, modus, allein die armut ahd. sprachquellen kann uns diese bedeutungen vorenthalten. in der einzigen stelle, die ein alts. ard
darbietet, Hel. 33, 22,
drückt es wieder aus mansio, aufenthalt; desto öfter gebraucht ist ags. eard
habitaculum, patria, solum, grund und boden, wo einer wohnt, und den übergang in die vorstellung natur zeigen einige stellen im Boethius, die hier ausgeschrieben zu werden verdienen: sumra vyrta oððe sumes vuda eard bið on dûnum,
einiger kräuter oder bäume art ist auf bergen (montibus oriuntur). 34, 10; nim þonne svâ vudu svâ vyrt of þære stove, þe his eard and äðelo bið on tô veaxanne,
nimm einen baum oder ein kraut von der stelle, an der zu wachsen seine art und natur ist. ebenda; hväðer þu nu ongite forhvŷ þät fŷr fundige up and sio eorðe of dûne, forhvŷ is þät, buton for þŷ þe god gesceop his eard up and hire of dûne, for þŷ fundað ælc gesceaft þider sviðost, þider his eard and his hælo sviðost bioð,
erkennst du nun, warum das feuer auf, die erde nieder strebe, warum ist das? darum, dasz gott ihm (
dem feuer)
seine art aufwärts, ihr (
der erde)
niederwärts schuf, darum strebt jedes geschöpf zumal dahin, wo seine art und sein heil zumal sind (quod cuique consentaneum est, id unumquodque conservat).
in allen diesen stellen könnte man für eard
noch wohnstätte festhalten, doch auch art =
natur, indoles fügt. die engl. sprache hat hernach das wort eingebüszt. mnd. aber, wie es uns der Sachsenspiegel zeigt, tritt die örtliche bedeutung von grund und boden hervor: binnen swavischer art,
in Suevia. 1, 19, 2; swenne de koning uppe sessische art kumt,
cum rex fines Saxoniae attigerit. 1, 34, 3; so he erst kumt in sessische art,
cum primum in saxonicam advenerit nationem. 2, 25, 2; uppe der art, dar he ut geboren is,
in suis oriundis partibus (
in seinem stammland). 3, 33, 3; swelk man von ridderes art nicht is,
cingulo militiae carens. 1, 27, 2.
Wie nun kein ahd. denkmal die begriffe genus, indoles durch art
ausdrückt, sondern dafür chunni, slahta
setzt, so mangelt den mhd. dichtern art
für habitatio, solum, und im 12
jh. zeigt sich das wort überhaupt sparsam. das frühste beispiel gewährt das alte bruchstück aus Reinhart 1660: Reinhart der kunde manigen ubil art,
und z. 190
mag dasselbe schon im echten text gestanden haben. belege aus dem 13
jh. verzeichnet Ben. 1, 50
und zwar gab Wolfram
dem m. art
den gen. ardes,
dat. arde,
während andere dem gleichbedeutigen f. art
auch in der flexion arte
lassen. rd
gemahnt aber an erde
terra, goth. airþa,
ags. eorðe,
ahd. ërda,
dessen begrif dem von grund und boden näher rückte als art
aratio, denn höher aufsteigen müste erst, wer airþa
und arjan
einigen wollte. mnl. aert,
nnl. aard
stimmen zu allen bedeutungen des mhd. und nhd. worts. Wichtiger und beinahe entscheidend schlägt eine sl. verwandtschaft an. wie unser arbeit
dem rabota, robota, arm
dem ramo,
wie arg
dem ragr, ars
dem ras,
scheint auch art
zu entsprechen dem sl. rodʾʾ
genus, indoles, modus, böhm. rod,
poln. rodzaj. rodʾʾ
aber leitet auf die lebendige wurzel roditi
parere, generare und offenbar weg von orati
arare. Besinnt man sich auf die goth. asdingi, astingi,
d. i. azdiggôs
nobiles, generosi; so könnte es gar wol ein goth. azds
genus gegeben haben, von welchem azdiggs
stammt, wie von [] kuni kuniggs (
ahd. chuninc),
dies azds,
dem man auch berührung mit azêts
facilis zutrauen möchte, entspräche dem mhd. art (
wie gazds
dem gart),
dem sl. rod
aufs haar. noch mehr, azds
und art
hätten altn. zu lauten addr,
und ein berühmtes wort, edda,
sagt aus groszmutter, mutter. edda =
goth. izda,
ahd. ërta
lenkt aber auf die wurzel izdan azd,
ahd. ërtan art,
die im fernen alterthum unsrer sprache ausgesagt haben müste parere, gleichstehend dem sl. roditi.
selbst das malbergische leodardi,
wofür einigemal leodasdi
geschrieben vorkommt, liesze sich auslegen volksart, volksgeschlecht, volksgebrauch. atta, ato
pater, uota, ôða
avia, von andrer wurzel, scheinen sich zu verhalten wie azd
und izda,
und adal
prosapia, uodal
praedium avitum sind ein gegenstück zur doppelbedeutung des ags. eard,
genus und praedium, die verknüpfung von eard and äðelo
in der ausgehobnen stelle wäre vollkommen gerechtfertigt. Dies alles weiter auszuführen gehört nicht hierher, aus dem vorgetragnen folgt aber, dasz art
genus und art
aratio, art
genus und erde
terra etymologisch unvereinbar sind. verlangt roditi
ein goth. izdan,
so musz ihm goth. liudan
crescere =
skr. ruh
für rudh
crescere (Bopp 293
a)
fremd bleiben. noch sehe man hernach ast,
cultura. Jetzt werden aus der wurzel ërtan
parere, gignere, die bedeutungen unseres heutigen art
sich leicht darlegen lassen. 11)
genus, nobilitas, adel. mhd. von arte hôhgeborn.
Nib. 5, 1 (
var. von arde hôhe erborn, von adel hôhgeborn); von arte der sînen mâge. 29, 2; got grüsz den wirt von hoher art (
den edeln wirt).
fastn. sp. 97, 4; ein königssohn von edler art.
in diesem sinn sagt man heute von hohem stamm
oder geschlecht, von hoher abkunft
und nur ein dichter könnte noch art
setzen. 22)
genus, geschlecht, abkunft überhaupt, auch geringe, gerade wie adel
gebraucht wurde. Alberus
hat: ex hac natione, ausz der art,
i. landschaft, wie in den stellen des Ssp. sächsische, schwäbische art; freiheit, holdes wesen, gläubig, kühn und zart, hast ja lang erlesen dir die deutsche art. Schenkendorf
s. 74; das ein anzeichen gab, das dise insel etwas der art ist des landes India. Frank
weltb. 221
a; die böse, ehbrecherische art suchet ein zeichen.
Matth. 12, 39.
es bedeutet auch junges geschlecht und zucht der thiere: den adeler, den habicht, den fischar, den geier, den weihe und alle raben mit irer art. 3
Mos. 11, 15; den reiger, den heher mit seiner art. 11, 19; die feisten rinder sambt ihrer jungen art. Logau 1, 1, 4; heute ward das neue jung, gestern starb das alte jahr, so ergeht es aller art, drüber zeit die mutter war. 3, 5, 38; alle die Judas art an sich haben. Luther 3, 306
b; o du Cains art und nicht Judae, die schöne hat dich bethöret. H. Jul. von Br.
Sus. 4, 3. aus der art schlagen,
degenerare: dasz etliche von ihnen etwas aus der art schlagen. Opitz
poeterei 10; ich schätze meine ehre nicht so geringe, dasz ich aufs wenigste wolte aus der art meiner vorfahren schlagen. Gryphius 1, 907. 33)
natura, indoles, angeborne art, natürliche beschaffenheit: gute, edle art; züchtige art,
ingenium pudicum; bäurische, knechtische art; die hant an ir natur und art. Brant
narrensch. 247; wann du pist von art ein pöswicht.
fastn. sp. 610, 7; wann ich mag von art nicht anders begern. 625, 9. 629, 8; ein fiesz von art.
ring s. 143; von art (
natura sua) steigt der lew auf die berg und felsen. Keisersb. xv
staffeln 51
d; ist dein sun ein stum von der art (
von natur) oder von einem siechtagen?
sch. und ernst 203; es ist ein rauhe art (
natur) umb dise statt. Münster 820; fruchtbare bewme, da ein ieglicher nach seiner art frucht trage.
1 Mos. 1, 11; und gott machet die tier auf erden, ein iglichs nach seiner art. 7, 14; da müssen die wort nicht zu verstehen sein, wie sie von art (
an sich) lauten. Luther 3, 286
b; welchs macht der ebreischen rede art. 3, 495; in deudscher zungen gibts die art der sprache, das, wenn wir auf ein ding deuten, das für uns ist, so nennen und deuten wirs ein das. 3, 67
b; nu Christus spricht, das ist mein leib, vermag kein mensch aus art der sprachen anders verstehen. 3, 69
b; es heiszt aber von art nichts denn kraft oder vermü
gen. 3, 183
b; weil denn ir solchs künnet thun, die ir von
[] art nicht gut seid und keine gute ader in euch ist gegen gott, wie solt denn gott ewer himlischer vater, der von art eitel güte ist, nicht euch auch gutes geben, so ir in darumb bittet? 5, 435
b; darümb ist mir der adel gut, ja das ich hab ain thummen muot. gewaltthat, gotsschwur ist mein art, wild ist mein klaidung und der
part. Schwarzenb. 135, 1; so ein streitbar volk von art. Frank
weltb. 29
b; ich bin bienenart, mit öl tödt man mich.
Garg. 24
b; bist häringsart oder krebsart, stirbst von plitz oder donnerknall? 181
b; dis unkraut wächset weit und fern von art in Adams acker gern.
Eulensp. reimweis bl. 218; bin ich wahrer gott von art. Ringwald
evang. N 3
b; du hast verloren gottes art. O 1
b; das inn oder neben Asers stamm viel minerischer art musz gewesen sein. Mathesius 2
b; ein stuf oder handstein, der schön ist, doch one erz, heiszet ir bergkleut eigentlich ein berg oder metallische art. 27
b; Nero war von art zur poeterei geneiget. Opitz 1, 4
a; wann die glut, erzeuget von den winden, von feuers art genehrt, sich selber auf musz zünden. 1, 45; wird ärger noch als arg, kreucht gar ins teufels art. Logau 1, 3, 80; der bart hielt weiland man dafür, vermehret männlich art. 2, 3, 38; sein eigenschaft und art bekam ein jedes thier, und wie sie einmal war, so bleibt sie für und für: der löw der bleibt beherzt, der hase der bleibt schew, der fuchs der bleibet schlaw, der hund der bleibet trew, der mensch nur wandelt sich, vermummt sich immerdar, ist diese stunde nicht der, der er jene war. 2, 2, 47; unter thieren ist kein narr. dasz die affen gaukeln können ist bei ihnen ernst und art, ist nur thorheit unsren sinnen, bleibt dabei, dasz menschen nur thorheit bei vernunft beginnen. 3, 4, 80; doch ihr seid eisenart, euch kann doch nichts erweichen. Fleming 13; das kinn ist perlen art. 154; die art einer perl bringt niemal etwas böses hervor.
pers. baumg. 2, 15; ein agat hat die art, dasz er, was hinein geschnitten wird, etlichermaszen vorstellen kann.
pers. baumg. 1, 33; ihr liebt die Bacchusfeste auch nicht sehr — sist nicht in meiner art. Schiller 354; ein sultan und ein bauer gleich von arte. Göthe 4, 53. von art lassen,
seine natur aufgeben: art leszt von art nicht. Luther 3, 212. 5, 59
a. Agricola
spr. 131; wie man spricht, art lasz nicht von art. H. Sachs II. 4, 112
b; wann art die leszt selten von art. 5, 360
c; denn art leszt von art nicht. Kirchhof
wendunm. 270
b;
Aurel. die kinder fallen uns, wo nicht die mutter bei.
priester. art läszt nicht art. es legt ein rab ein rabenei. Gryphius 1, 487; ein traum läszt nie von art. Wieland 22, 149.
andere sprichwörter: böse art nie gut ward; diebische art erbet ins geschlecht; je edler art, je leichter zorn. 44)
species, franz. espèce, mit davon abhängigem subst., das entweder unflectiert oder im gen. steht oder durch die praep. von
verknüpft wird. gilt zur bezeichnung von thier- und pflanzenarten, häufig aber auch im abstracten sinn: eine art affen, schnecken, eine art birnen, äpfel, eine art bier, wein, eine art von blumen; eine neue art zanks. Lessing 1, 403; dich bewundrich, wo ich dich versteh, Matthisson! doch deine basrelieffer, die am sarge sprieszen in die höh, ist das eine art von mauerpfeffer? A. W. Schlegel;
es kann aber auch zusammengesetzt werden: steinart, holzart, menschenart, affenart. auch das freiwilligste, leichteste gelübde ist eine art von vermessenheit. Gotter 3, 64; ich sah dabei wol so ein ding, als wie eine art von perlenschnüren. Göthe 12, 193; aber eine recht gute art volks. 16, 12; er kommt mit ihr zu uns, um eine art von abschied zu nehmen. 20, 180; von dieser verwirrung, von dieser art von bestürzung. 20, 203; ich lasse dir meinen diener hier, eine art von kammerdiener
[] und tausendkünstler. 22, 47; der major legte sich zu bette mit einer art von unangenehmer empfindung. 22, 49; dahingegen der käufer mit einer art unschuld herein tritt. 22, 72; wenn sie eine art von herz und gemüt haben, so denken sie, wie mir zu mute ist. 23, 107; ruhe, aber eine art todtenruhe war über die straszen des orts gekommen. 23, 227; mit den menschen hab ich jetzt ein leidlich leben und eine gute art offenheit. 29, 8; diese erleuchtete zone, welche eine art eines thierkreises vorstellt. Kant 8, 254; der niedere begrif heiszt in ansehung seines höheren art. 1, 426; wesentlich,
d. i. der art nach (
specifisch) unterschieden. 5, 374.
nicht anders drückt auch das sl. rod
species aus, vgl. Jungmann 3, 836
b. 55)
modus, weise, manier, was mit natur und beschaffenheit unter 3
nahe berührung hat. wenn denn ein fürst den Carlstad auf der art fünde, das er sich zu den rotten und mordgeistern hielte. Luther 3, 47; die art und natürliche folge der wort. 3, 69; die mich ganz holdseliger art lieb hat. H. Sachs III. 3, 21
a; als die Teutschen nach gepflegter art (
sueto more) unser rö
m. volk thäten uberfallen. Fronsp. 3, 232
a; nach aller land art und gelegenheit.
Garg. 48
a; so wird der leser bei ihnen oft schlechte, harte und rawe, und den göttern kaum anstehende und gezimliche noch werthe reden und arten finden. Weckherlin
vorr. zu den weltl. ged.; dan deine art und all dein weg und weis sind so getrew, als du gerecht, gut, weis. 109; verachten weder klein noch grosz und eines jeden art erkennen. 365; indem ich ein ding auf vielerlei art zu geben mich befleisze. Opitz 1, 152; kömpst du uns in den kopf, du rückst uns von der erden, dasz unser herz und sinn voll art, voll geistes werden. 1, 445; der krieger art und werk biszher war rauben, stehlen, der väter art und werk erkaufen und verhölen. Logau 1, 3, 5; wer eines dinges art nie recht erfahren hat, wil ordnen aber dran, wil geben rath und that, dem kümmt die schande früh, die reue viel zu spat. 1, 6, 82; Venus soll man nicht mehr sprechen, nur Lustinne soll man sagen, als wann name zu der sache künt ein ander art beitragen. 2, 8, 47; christenlieb ist reformiert, abgedanket sind bei ihr werk und that, die sonsten doch sind ihr art und ihr gebühr. 3, 3, 82; man sagt, dasz Türken reich werd ehstens untergehen; was hilfts? weil türkisch art bei christen wil entstehen. 3, 6, 33; so viel uns tag entfahren, so vielmal ändern wir, von tausend arten reich, von tausend thränen blöd und keine stund uns gleich. Gryphius 2, 25; von der persianischen münche art und sitten.
pers. rosenth. buch 2; von art und weise wol wissen mit leuten umbzugehen.
buch 8; Hugens und Vondelen, so gar einer hohen art zu schreiben sich angemaszet. Hoffmannswaldau
vorr.; liebreich mit gelaszner art. Gellert 1, 134; köntest du nicht etwan mit einer gescheiten art auf seine heirat zu reden kommen? Lessing 2, 395; er hielt es also seiner nicht unwürdig, mit guter art die neigung des prinzen zu ihr mehr zu unterhalten, als zu bekämpfen. Wieland 3, 60; mit der besten art von der welt. 3, 114; warum willst du von deiner strengen art noch nicht nachlassen, da sie dir nichts hilft? J. E. Schlegel 2, 24; ziemte bescheidenheit minder jung und alt, jung besonders, und wär sie nicht deutscher art und eigenschaft sonderlich gemäsz. Klopst. 12, 76; wie gerade sie sich hält, welche feine arten (
manieren)! Hippel
lebensl. 1, 189; seinem nebenbuhler den spott auf die schönste art heimgeben. Schiller 185
b; will ein volk nicht lieber nach seiner art von den seinigen regiert werden, als von fremden. Göthe 8, 185; und sage, alles nach seiner art! 12, 191; eigentlich sollte ich sie mit guter art bitten, diesen saal zu verlassen. 14, 18; so laszt den sechsten (act) spielen.
A. das ist auszer aller art (
gegen alle weise). 14, 65; dagegen erlaubte er ihnen, ich möchte wol sagen, alles und es fehlte nicht an arten und unarten in seinem hause. 15, 206; wie wir auf eine gute art auseinander kommen sollen; diese kirche stand seit mehrern jahrhunderten, nach deutscher art und kunst, in guten maszen errichtet. 17, 208; diesem herrn, der immer auf seine art mit dem baron zu scherzen pflegte. 18, 295; ersann sich die baronesse einen scherz, der völlig in ihrer art war. 18, 303; sodann warf sie ihm auf eine angenehme
[] art sein betragen vor. 18, 304; deine art zu sein und zu denken geht auf eine leichte lustige art zu genieszen hinaus. 19, 150; er müste desto unglücklicher werden, je mehr sein naturell ihm zu jener art zu sein fähigkeit und trieb gegeben hätte. 19, 152; da ich seine art kannte, sich selbst in geringen dingen nicht gern zu erklären. 19, 301; der mensch kann in keine gefährlichere lage versetzt werden, als wenn durch äuszere umstände eine grosze veränderung seines zustandes bewirkt wird, ohne dasz seine art zu empfinden und zu denken darauf vorbereitet ist. 19, 141; weil in unserm vaterlande keine allgemeine bildung durchdringen kann, so beharrt jeder ort auf seiner art und weise. 25, 59; um nach meiner art den aufenthalt nutzen zu können und ihr wiszt, ich kann nichts auf andre art. 29, 6; sie zeichnete sich durch ihre natürlichkeit, ihre gute art sehr vortheilhaft vor den Römerinnen aus. 29, 114; ich mochte gern die folge der gegend, die abwechselung der landesart bemerken, nicht weniger den character der städte, ihre arten und unarten. 31, 95; jeder der eine kleine bibliothek deutscher art und kunst sich angeschaft hat. 33, 222; denn er redet gar manches in seiner heftigen art aus, das er doch nicht vollbringt. 40, 275; doch es fiel der gefährte mit seiner gesprächtigen art ein. 40, 301; er hatte die munteren worte mit behaglicher art in gutem sinne gesprochen. 40, 325; denn wenn ein archiv zeugnisse von der art eines zeitalters aufbehalten soll, so ist es zugleich seine pflicht auch dessen unarten zu verewigen. 45, 127; doch unnatürlich war und neuer art die kriegsgewalt in dieses mannes händen.
Die belege zeigen, wie art
und unart, alte
und neue art
einander gegenüberstehn. in der letzten bedeutung ist art
gleichviel mit mode,
was man früher auch alte hand
und neue hand
nannte. wammesz von damasch nach art (
nach der mode) gemacht.
wie sonst art und werk
zusammengestellt wurden, verbinden sich heute art und kunst. art und weise
bezeichnet mit zwei wörtern dasselbe. es ist seine art so, seine weise. in
oder an der art haben
bedeutet pflegen: ja wir habens in der art, wenn wir eine hübsche melodie finden, singen wir sie meist todt. Göthe 14, 25; indem die erzähler durch — die lebendigkeit des vorgetragenen zu erhöhen an der art haben. 33, 173; weil es doch allezeit die art mit den leuten hat (
die leute doch pflegen). Weise
erzn. 7. in dér art, in dieser art, solcher art,
ejusmodi, hujusmodi: die abbildungen betreffen alles was man bis jetzt in dér art (
dans ce genre) gesehn hat; dér art leute. auf was art,
auf welche art, quomodo: sie sollen nur sehen, auf was art ich im sinne gehabt habe zu studieren. Merck
briefs. 1, 517; auf was art ich mich mit dem bekannt gemacht habe. 1, 518.
vgl. 1, 319. 2, 204. 66)
art, manier, geschick, tüchtigkeit, ohne dasz erst ein adj. beigefügt zu werden braucht. so doch gott sonst e.
f. gn. vil mehr tugend und art in andern sachen gegeben hat. Luthers
br. 3, 57; ein gerader ungestümmelter leib hat sein art an henden und füszen. Agricola
spr. 445; der poet musz von sinnreichen einfällen und erfindungen sein, soll anders seine rede eine art kriegen und von der erde empor steigen. Opitz
poeterei 7; freude, die gezwungen ist, geht in schwerer fart, reime, die gezwungen sind, haben wenig art. Logau 2, 3, 99; sie hat gar keine art noch geschick, ihren zustand zu verbergen. Göthe 19, 4; und mit welcher stirne wuste sie sich in ihr schicksal zu finden, ja mit welcher art diese schändlichen fesseln zu tragen. 19, 87; ist das eine art! hat das auch eine art! hat das nur die geringste art?
Oft wird blosz das adverb gehörig
oder tüchtig
mit den worten dasz es eine art hat
umschrieben: so zweifelt mir auch nicht, ein jeder kriegsmann, so einem ampt gedenkt vorzustehen, werde auch so viel begriffen haben, das er sich verantworte, das sich nach seinem ampt reumet, und eine art hat, und nicht alle befelchhaber éine antwort sprechen, wie die sperlinge nur einen schre schyirb schreien. Reutter
kriegsordn. 34; es regnet heute vom himmel, dasz es eine art hat; er schreibt, dasz es eine art hat; sie holten sich prügel, dasz es eine art hatte; schmeiszet die thür zu, dasz es eine art hatte.
zehn ehen eines mannes s. 291.
in solchem sinn hiesz es früher auch: er
[] lügt, dasz es taug (
taugt); er kann trinken, dasz es taug;
und unter dem schwäbischen volk hört man s hot a hôamet (
heimat),
hat eine art, s hot koan hoamet,
hat keine art. erinnert das nicht an die alte bedeutung von art =
patria? (
unter 2). nun ist es doch keine art (
manier), dasz man mich so lange warten läszt.
Alle manieren und weisen gehn von angeborenheit aus, können aber nachher aufs erworbne übertragen werden. vgl. anart.