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Árbeit

ahd. bis spez. · 30 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Árbeit

Bd. 1, Sp. 418
Die Árbeit, plur. die -en, ein Wort, welches so wohl die angestrengte Anwendung der Leibes- und Seelenkräfte, als auch den Gegenstand dieser Anwendung zu bezeichnen gebraucht wird. Es bedeutet also, I. Die Anwendung seiner Kräfte, so fern sie mit Anstrengung verbunden ist; und zwar, 1. In eigentlicher Bedeutung, die angestrengte Anwendung der Leibeskräfte, vornehmlich, um zeitliches Vermögen damit zu erwerben. Eine schwere, harte, saure, leichte Arbeit. Einen zur Arbeit anhalten. Vergebliche Arbeit thun. Seine Arbeit verrichten. Sich an eine Arbeit machen, dieselbe anfangen. An seine Arbeit gehen. Von der Arbeit kommen. Ich traf ihn in voller Arbeit an. In voller Arbeit begriffen seyn. Etwas in die Arbeit nehmen, daran zu arbeiten anfangen. Sprichw. Wie die Arbeit, so der Lohn. Besonders haben sich dieses Wort die Handwerker eigen gemacht, den ganzen Umfang der zu ihrem Handwerke gehörigen Beschäftigungen damit auszudrucken. Bey einem Meister in Arbeit stehen. Einem aus der Arbeit gehen, eines Meisters Dienste wider dessen Willen verlassen. Einen Gesellen bey einem Meister in Arbeit bringen. 2. In weiterer Bedeutung, die pflichtmäßige Anwendung der Seelenkräfte; in welcher Bedeutung die meisten der oben von der Leibesarbeit angeführten Ausdrücke gleichfalls üblich sind. Man sagt daher auch hier: seine Arbeit verrichten, sich an eine Arbeit machen, an seine Arbeit gehen u. s. f. 3. Figürlich. 1) Die innere Bewegung lebloser Körper, besonders diejenige, welche durch die Gährung hervor gebracht wird. Denn so sagt man in gemeinen Leben: das Bier, der Wein ist in der Arbeit, er gähret. Dann aber auch, doch nur in der höhern Schreibart, eine jede heftige Bewegung lebloser Körper. So wird in den Monseeischen Glossen arapeiti durch Sturmwind erkläret; und auf eben die Art könnte auch der Dichter ein Ungewitter, das Brausen des Meeres u. s. f. eine Arbeit der Natur nennen. 2) Mühe, Beschwerlichkeit. Das hat mir viele Arbeit gekostet. Viele Mühe und Arbeit ausstehen. Ehedem erstreckte sich diese Bedeutung noch weiter, und war für Verdruß, Schmerzen, Verfolgung, u. s. f. sehr gewöhnlich. Bey dem Ottfried kommt daher arabeit mehrmahls für Elend vor. Mit arabeitin uuerbent si, mit Schmerzen sind sie umgeben, sagt eben derselbe B. 1. K. 18, 77. Schon Kero gebraucht arabeiti für tribulatio, und im Theuerdank findet man es oft für Sorge, Verdruß u. s. f. Wie er den Helden bringen kundt In schaden angst not und arbeyt, Theuerd. Kap. 41. Auch in der Deutschen Bibel findet sich diese Bedeutung sehr oft; z. B. Mir hast du Arbeit gemacht in deinen Sünden, Es. 43, 24. Im Hochdeutschen ist sie nicht mehr üblich, außer daß Arbeit zuweilen noch für Mühe gebraucht wird. II. Der Gegenstand der Arbeit, und zwar, 1. Dasjenige, was durch die Arbeit hervor gebracht werden soll, jedoch ohne die Anstrengung der Kräfte dabey auszuschließen. Jemanden eine Arbeit geben, auftragen. Er hat viele Arbeiten, ist mit Arbeiten überhäuft. Ich will sogleich an meine[] Arbeit gehen. Jemanden an eine Arbeit stellen. Besonders bey den Handarbeitern. Arbeit suchen, finden, bekommen. Eine Arbeit übernehmen. Einem eine Arbeit verdingen. Reine Arbeit machen, im gemeinen Leben, eigentlich, nichts zu arbeiten mehr übrig lassen, alle vorhandene Arbeit vollbringen. 2. Dasjenige, was durch Arbeit hervor gebracht worden. Das ist seiner Hände Arbeit, er hat es verfertiget. Es ist meine Arbeit. Gelehrte Arbeiten. Die Nachsicht, die man gegen meine Arbeiten bewiesen. Erhabene Arbeit, getriebene Arbeit, halb erhabene Arbeit u. s. f. Eine Arbeit abliefern. Anm. In dem alten Augsburgischen Stadtbuche, welches im 13ten Jahrhunderte geschrieben worden, kommt Arbeit auch für ein durch Arbeit erworbenes Gut, Eigenthum, Erbe vor. S. Erbe 3. Arbeit, Alemann. und Fränk. Arabeit, alt Schwed. Arfwode, Isländ. Erfide, kommt vermuthlich von ären, pflügen, arare her, und bedeutet eigentlich die Acker- oder Feldarbeit, und in weiterer Bedeutung, eine jede Anstrengung seiner Kräfte. Nur die Bedeutung der letzten Sylbe ist noch etwas dunkel. Frisch hält sie nicht unwahrscheinlich für das Zeichen der Abstractorum, und da wäre aus Arwde, Arbeit geworden. Das Slavonische Robota, Arbeit, welches noch in dem Österreichischen und Böhmischen Robat, Frohne, lebt, scheint nicht bloß zufällig mit Arbeit verwandt zu seyn.
4320 Zeichen · 92 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    arbeitst. f.

    Althochdeutsches Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    arbeit st. f. , mhd. ar(e)beit f. n., nhd. arbeit; as. arBēd, arBid, mnd. arbê i t m. n. ( f. ); mnl. arbeit m. ( f. ); …

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    arbeitstfn.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +3 Parallelbelege

    arbeit , arebeit stfn. gen. -e. BMZ daneben diu arbeite Gudr. 666,3. 1297,3 ; umgel. erebeite, erbeit ( oft im Renn. neb…

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    arbeitM., N.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    arbeit , M., N. Vw.: s. arbēt

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Árbeit

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    Die Árbeit , plur. die -en, ein Wort, welches so wohl die angestrengte Anwendung der Leibes- und Seelenkräfte, als auch …

  5. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Arbeit

    Goethe-Wörterbuch

    Arbeit A zweckgerichtete, wertschaffende Tätigkeit 1 als fester Bestandteil des menschl Lebens in der Gesellschaft u des…

  6. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Arbeit

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Arbeit ist ein freier Gebrauch der Kräfte und kommt daher nur dem Menschen zu. Sie ist entweder geistige und nur zur För…

  7. modern
    Dialekt
    Arbeit

    Bayerisches Wörterbuch · +6 Parallelbelege

    Arbeit Band 1, Spalte 1,489–494

  8. Sprichwörter
    Arbeit

    Wander (Sprichwörter)

    Arbeit 1. Angefangene Arbeit ist halb gethan. Frz. : Besogne commencée est à moitié faite. – Besogne qui plaît est à moi…

  9. Spezial
    Arbeitf

    Dt.-Russ. phil. Termini · +8 Parallelbelege

    Arbeit , f работа , ж

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit arbeit

960 Bildungen · 570 Erstglied · 375 Zweitglied · 15 Ableitungen

arbeit‑ als Erstglied (30 von 570)

arbeit 20

KöblerAnfrk

arbeit 20 , st. M. (a?, i?), st. F. (i) nhd. „Arbeit“, Mühsal, Mühe, Leid ne. affliction, labour ÜG.: lat. adversum LW, asperum LW, labor MN…

arbeiteclich

KöblerMhd

arbeiteclich , Adj. Vw.: s. arbeiticlich*

arbeiteclîche

LexerN

arbeit·e·cliche

arbeitec-lîche adv. er was bekümeret mit solichem siechtagen, daʒ er leitlich und erbeitklich was an zuo sehend allen den, die zuo im kâment…

Arbeiteln

Campe

arbe·iteln

○ Х Arbeiteln , v. intrs. auf eine kleinliche unrühmliche Art arbeiten, etwas verrichten, was eine Arbeit sein soll aber keine ist. Lavater.…

arbeiten

DWB

arbeiten , laborare, goth. arbaidjan, ahd. arapeitan und arapeitôn, mhd. arebeiten, arbeiten, nnl. arbeiden, doch altn. wird von erfiði, ags…

arbeitend

DRW

arbeit·end

arbeitend arbeiten, erbeiden, erb(e)ten den arbeden knechten zu loynen 1366 Ennen,GeschKöln IV nr. 448 die erbeyden lude 1382 HessUB. I nr. …

arbeiter

DWB

arbe·iter

arbeiter , m. operarius, opifex, nnl. arbeider, sowol der tagelöhner als handwerker (goldarbeiter, silberarbeiter), ja jeder arbeitende: er …

arbeiter

FWB

1. ›j., der sich in e. S. abmüht, angestrengt nach etw. strebt‹; vgl. arbeit 1, arbeiten 1; fließender Bedeutungsübergang zu 2.; 2. ›j., der…

Arbeiterabteilungen

Meyers

Arbeiterabteilungen , Abteilungen von Militärpflichtigen, die sich durch Selbstverstümmelung zum aktiven Dienst untauglich gemacht haben, ab…

ARBEITERASSOZIATION

DWB2

arbeiter·assoziation

ARBEITERASSOZIATION f. zu arbeiter 1 b . vereinigung von arbeitern, zunächst im allg. sinne, dann zunehmend für die polit. organisationsform…

arbeit als Zweitglied (30 von 375)

diotarbeit?

KöblerAhd

*diotarbeit? , st. N. (ja) Hw.: vgl. as. thiodarvēdi*

Fleißarbeit

RDWB1

Fleißarbeit f (Lakune) auch Fleißaufgabe das ist alles ~ - это всё кропотливая, неблагодарная, требующая большой усидчивости работа

Handarbeit

RDWB1

Handarbeit f рукоделие ручная работа

Heidenarbeit

RDWB1

Heidenarbeit f колоссальная, гигантская работа; страшно много работы; кто-л. разрывается на части идиом. , разг.

Knochenarbeit

RDWB1

Knochenarbeit f auch Knochenjob m (физически) тяжёлая работа, тяжёлый труд, тяжкий труд

Kurzarbeit

RDWB1

Kurzarbeit f сокращённый рабочий день, сокращённая рабочая неделя

Mordsarbeit

RDWB1

Mordsarbeit f ужасная, кошмарная работа

Schwarzarbeit

RDWB1

Schwarzarbeit f работать нелегально (а не "черная работа")

Untertagearbeit

RDWB1

Untertagearbeit f (Lakune) работа под землёй (обычно о шахте)

Ackerarbeit

Campe

acker·arbeit

Die Ackerarbeit , Mz. die — en, jede Arbeit, die auf dem Acker vorgenommen wird, dann alle diese verschiedenen Arbeiten zusammengenommen. Da…

Akkordarbeit

Pfeifer_etym

akkord·arbeit

1Akkord m. ‘Arbeit bei Entgelt nach der geleisteten Stückzahl’, eigentlich ‘Vereinbarung des Entgelts bei Arbeit im Stücklohn’ (im Unterschi…

Alparbeit

DRW

alp·arbeit

Alparbeit Gemeindefron gmain- u. albenarbait oJ. Tirol/ÖW. IV 91 Faksimile

Amtsarbeit

Adelung

amts·arbeit

Die Amtsarbeit , und noch häufiger im plur. die -en, Arbeiten, wozu man vermöge seines Amtes verbunden ist.

Bleyarbeit

Adelung

bley·arbeit

Die Bleyarbeit , plur. inus. in den Hüttenwerken, diejenige Arbeit, da die Silbererze mit bleyhaltigen Zuschlägen ausgeschmelzet werden, so …

Blā(w)entenarbeit

Idiotikon

Blā(w)entenarbeit Band 1, Spalte 422 Blā(w)entenarbeit 1,422

Bochselarbeit

Idiotikon

Bochselarbeit Band 1, Spalte 423 Bochselarbeit 1,423

bosselarbeit

DWB

bossel·arbeit

bosselarbeit , f. opera vilissima, wie sie ein bossel zu verrichten hat. Alberus erklärt lixabundus: der allerlei bosselerbeit thut, das er …

Ableitungen von arbeit (15 von 15)

arbeite

BMZ

arbeite swv. 1. ohne object, strenge meine kräfte an. nu lôn iu, sprach Brûnhilt, daʒ iuch des an ir niht bevilt ob iuch iht arbeiten tuot i…

bearbeiten

DWB

bearbeiten , operam dare, elaborare, nnl. bearbeiden, 1 1) früher nur sich bearbeiten, sich mühen, befleiszigen, id agere: dasz i. maj. geru…

bearbeitung

DWB

bearbeitung , f. cultura, elaboratio: der kirchenglaube geht in der bearbeitung der menschen zu einem ethischen gemeinen wesen vor dem reine…

erarbeite

BMZ

erarbeite swv. erwerbe durch arbeit. Bert. 131. gest. Rom. 39.

erarbeiten

DWB

erarbeiten , labore acquirere, elaborare. 1 1) mhd. und irʒ dan kûme erarbeitent mit iuwerm sweiʒe. Berth. 131 . 2 2) nhd. wo mit hast du so…

Erarbeitung

LDWB2

Er|ar|bei|tung f. (-,-en) (Ausarbeitung) elaboraziun (-s) f.

gearbeite

BMZ

gearbeite swv. bin in 'arbeit'. a) ohne casus. ich bin gereht bereit unz an den tôt, der sêle ze gelaite daʒ der lîp gearbaite pf. K. 111,34…

gearbeiten

Lexer

ge-arbeiten swv. BMZ intr. in arbeit sein Rul. Mgb. 290,12. Chr. 1. 171,31 ; tr. durch arbeiten erwerben Gen. , mühe verwenden auf a.Heinr.

Missarbeit

RhWB

Miss-arbeit -ęrbət Duisb m.: missratenes Stück A.

unarbeit

DWB

unarbeit , f. , niedrige, verabscheute arbeit, niedrigster dienst Staub-Tobler 1, 297. 422 . s. un- IV B: zue Thomys muosten sy ( die christ…

urarbeit

DWB

urarbeit , f. : rückkehr zur handarbeit als zur u. W. H. Riehl d. d. arbeit 211 . —

verarbeite

DWB

verarbeite , f. verarbeitung: ergreiffe denjenigen sack, der ausz dem flachs Jovis (ist zu teutsch zinn) durch die verarbeite der jovial- un…

verarbeiten

DWB

verarbeiten , verb. durch arbeit aufbrauchen, durch bearbeitung umformen. mhd. nachweisbar Lexer 3, 70 ; ver-, vorarbeiden, elaborare Dief. …

verarbeitung

DWB

verarbeitung , f. in der älteren sprache nicht nachgewiesen, erst von Adelung versuch 5, 1373 aufgeführt. 1 1) das verarbeiten als handlung:…

zerarbeiten

DWB

zerarbeiten , verb. , 1) trans. ( jünger als 2) durch arbeit entstellen, zerfurchen: ein nervöses, zerarbeitetes gesicht G. Hirschfeld mütte…