Basrelief Einmal eigenh ‘Bas relief’ GWBT2,10,2
Von Schreiberhand ‘Basrelieve’ GWBB11,312,13
‘Basrelieffe’ GWBB50,22,6
Neben dem Pl ‘-s’ häufig auch der Pl ‘-e’ ―
Kunsttechn term, mit 148 Belegen gegenüber ‘Relief’ (21, davon nur 7 als Objektbezeichnung) verhältnismäßig stark belegt. Nach dem bis ins 19. Jh hinein üblichen Gebrauch unterscheidet G in allerdings nicht immer klar erkennbarer Abgrenzung: erstens das Relief iUz Vollskulptur (wie ital ‘basso rilievo’ iUz ‘tutto rilievo’1) od frz ‘bas-relief’ iUz ‘ronde bosse’), zweitens das Flachrelief iUz Hochrelief (‘basso relievo’ etwa gegenüber ‘mezzo rilievo’ od ‘bas-relief’ gegenüber ‘hautrelief’) ―
Ästhet bewertet G das Basrelief gegenüber der Vollskulptur als eine untergeordnete u (zB von der Architektur) funktional abhängige Gattung 1
für das Relief iUz vollrunden Skulptur a
als Gattungsbezeichnung eine Folge von Handlungen .. oder von Theilen einer Handlung .. Auf der rechten Einsicht der Behandlung dieser Gattung ruht die ganze Kunst des B-s GWB47,93,11 ÜbGegenstde bildKunst einen Nachtrag von Freund Hirt über seinen Laokoon
2) .. Bemerkenswerth ist es daß er seine Beyspiele von B-en hernimmt, die als subordinirte Kunstwerke schon allenfalls etwas weiter gehen dürfen; daß er aber von der Familie der Niobe schweigt, einem Kunstwerk auf der höchsten Stufe GWBB13,28,23 Schiller 17.1.98 ist die Frage noch auszumachen: ob die
[] sogenannten Fehler wider das Perspektiv im B., hier wirklich Fehler seyn, oder ob sie nicht vielmehr, unter verschiednen Bestimmungen nothwendig werden müssen AAJw3,123,33 FGA Sandrart Diese [
Wettbewerbszeichnungen der Bildhauer] wird man mit billiger Hinsicht auf die besondern Bedingungen der Bildhauerkunst beurtheilen .. verlangen wir besonders, daß die Anlage zu einem guten B. darin enthalten sei GWB48,9,14 Preisaufg 1799
uö im Vergleich erschienen mir .. einige Scenen im Aristophanes völlig wie antike B-en und sind gewiß auch in diesem Sinne vorgestellt worden GWBB12,85,12 Schiller 8.4.97 Wir führen hier den Julius Cäsar .. nur mit symbolischer Andeutung der Nebensachen auf und unser Theater ist, wie ein B., oder ein gedrängtes historisches Gemählde, eigentlich nur von den Hauptfiguren ausgefüllt GWBB16,335,7 AWSchlegel 27.10.03 Gespr(He3
1,98) Adele Schopenhauer 23.1.19 b
mBez auf konkrete Reliefs ohne Beachtung des Reliefgrads, auch für ausgeprägte Hochreliefs Stuarts Beschreibung von Athen .. es sind die Grund- und Aufrisse des Parthenons äußerst merkwürdig, ingleichen die Abbildung der Basrelieve .. Sämmtlich scheinen sie vom größten Sinn, obgleich die Figuren des Centaurenstreites in den Metopen auffallender componirt erscheinen, als die festlichen Züge GWBB11,312 Meyer 3./9.3.96 K [
üb den in einem hohen Relief gearbeiteten Fries des Apollontempels in Phigalia-Bassai, Ende 5. Jh vChr] In München sind Abgüsse der Phigalischen B-s angelangt .. Es ist ein Abgrund von Herrlichkeit .. .. diese B-s sind nicht selbständige Werke, sie sind architektonischen Zwecken, einem allgemeinen Effect untergeordnet GWBB29,105,19 u 106,20 Meyer 26.3.18 Zwischen den Triglyphen sind B-e [
in der engl Textvorlage der ital term ‘basso relievos’], deren Zeichnung sehr rein und zierlich gewesen zu sein scheint GWB46,154,27 Hackert TgbKnight Pästum Bei Betrachtung von Kunstwerken .. des 3. und 4. Jahrhunderts läßt sich bemerken, wie lange die Künstler noch am alten guten Sinne festgehalten haben .. Sie sind keineswegs abstrus, sondern plastisch zu nennen. S. das capitolinische B. mit dem Prometheus
3) pp. GWB48,252,6 MuR(1360) GWBB27,24,10 JGFSchmidt 25.5.16 K
uö 2
das flacherhabene Relief iUz Hochrelief a
als Gattungsbezeichnung So war
z. B. bey den Alten ein B. ein wenig erhobenes Werk, eine flache, geschmackvolle Andeutung eines Gegenstands auf einer Fläche, allein dabey konnte der Mensch nicht bleiben, es wurde halb erhoben, ganz erhoben, Glieder abgesondert, Figuren abgesondert, Perspective angebracht GWBB12,383,7 Schiller 23.12.97 Du erwähntest neulich der B-e
4); ihre Entstehung ist ganz einfach: Ein Bild soll .. auf irgend eine Weise vom Grund ab- und dem Auge entgegengehoben werden. Zeichnet man eine Figur auf roth zu brennenden Thon, so füllt man das Körperliche mit schwarzer Farbe aus; umreißt man eine Figur mit dem Griffel auf weichen Thon, so nimmt man den Grund weg. Auf diesem Wege sind die ältesten .. B-e entstanden. [
Danach der in K gestr Satz Nach und nach lösen sie sich völlig von der Platte ab und wetteifern mit der Rundbildnerei] GWBB43,27,23 u 28,8 Zelter 17.8.27 weil alles Interesse auf der Seite liegt, wohin der Kopf gewendet ist; deßhalb eignen sie [
Tiere] sich zu Nischen- und Wandbildern so wie zum B., und gerade dadurch konnte uns Myrons Kuh, auch flach erhoben, so vollkommen überliefert werden
5) GWB49
2,9,16 MyronsKuh
uö als Formtypus idVbdg ‘in B.’ Wo befand sich die von Benvenuto Cellini für Fontainebleau in B. gegossene Nymphe
6) GWBB16,161,4 Tieck [Anf 03] b
mBez auf konkrete Flachreliefs [
üb den Abguß eines Londoner Terrakottareliefs mit Satyr, Mänade u Dionysosknaben, röm, wohl 2. Jh nChr] haben in meine Umgebung abermals eine große Anmuth gebracht, indem Sie mir einen authentischen Abguß des erwünschten B-s übersenden wollen .. Wir stehen schon eine Stufe näher an jenem ersten Gebilde, wornach dieses Thonwerk gefertigt seyn mag GWBB42,274,4 Beuth 23.7.27 K [
Bronzeschrein für die Reliquien des hl Zenobius, Florenz, Dom, 1432—42] Sehr herrl. B. von Ghiberti GWBTgb 12.8.13 Graf Tolstoy’s B-e
7) GWB36,147,13 TuJ
uö als Grisaillebild ein Blumenstück von Segers [
Daniel Seghers] .. Es hat in der Mitten ein B. grau in grau von mehreren Blumengruppen umgeben GWBB27,180,1 MHFuchs 28.9.16 K
→ GWB
Hauptbasrelief vgl GWB
Arbeit GWB
Bildwerk(flacherhobenes B.) GWB
Figur(flacherhabene F.) GWB
flacherhaben(F-e) GWB
Flachgebilde Relief Werk(halberhobenes W.) 1) Für die ältere Kunstterminologie vgl Lionardo da Vinci, Das Buch von der Malerei, ed HLudwig, Text u Übs, 1, 1882. In den Abschnitten üb den Wettstreit zw Skulptur u Malerei, bes Nr37—40, werden ‘tutto rileuo’ (Rundskulptur) u ‘basso rileuo’ als Gattungsbezeichnungen gegenübergestellt. AWSchlegel behandelt in seinen Berliner Vorlesungen 1801/02 das Relief unter dem Begriff ‘Basrelief’: “Es giebt Basreliefs mit zum Theil ganz frey stehenden, zum Theil halb durchschnittenen aber immer völlig gerundeten Figuren, diese machen aber im Grunde keine von der ronde bosse unterschiedene Gattung aus ..”, dann in der engeren Bed: “.. wir haben hier besonders die Grundsätze des eigentlichen Bas
relief, d. h. der flach erhobenen Arbeit zu entwickeln.” (ed Minor, DLD 17,150) 2) Hirts im 12. St der ‘Horen’ 1797 veröffentlichter ‘Nachtrag’ polemisiert gegen G-s noch unveröffentlichten Laokoon-Aufsatz. G seinerseits lehnt Hirts die realist u episod Züge betonende Interpretation ab 3) Kindersarkophag in hohem Relief, Mitte 3. Jh nChr, Rom, Kapitolin Museum 4) Zelter hatte üb AWSchlegels Theorie des Basreliefs berichtet, G die entsprechenden Partien aus Schlegels Berliner Vorlesungen von 1827 im Auszug des ‘Berliner Conversations-Blatts für Poesie, Literatur u Kritik’ kennengelernt. Nach Minor entsprechen sie weitgehend den Ausführungen von 1801/02 (DLD 17,L, s a Anm 1) 5) G bezieht sich auf Münzbilder der illyr Stadt Dyrrhachion; vgl auch Wir .. sähen gern .. die flach erhabene Arbeit wieder zur Statue verwandelt GWB49
2,7
G-s Annahme, auf diesen Münzen des 4. Jh vChr sei Myrons Skulptur wiedergegeben, ist in der archäol Forschung auf Ablehnung gestoßen (s BPick, G-s Münzbelustigungen, JbGGes 7,1920,218) 6) Vgl die halberhobene Nymphe in Bronze GWB44,368,17 CellAnh XIV 2
In Cellinis Lünette ist reines Flachrelief mit einem vollrund gearbeiteten Hirschkopf verbunden 7) Schuchardt 2,343 Nr268: “5 achteckige Medaillons mit Reliefs auf blauem Grunde”. Vgl auch Ich habe von einem Grafen Tolstoi ein medaillenartig, wenig erhobenes Kunstwerk .. gesehen, das mich in Verwunderung setzte GWBB29,176 Uwarow 18.5.18Horst Umbach H. U.