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tappe

mhd. bis Dial. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
15 in 11 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

tappe m. f.

Bd. 21, Sp. 139
tappe, m. f. , früher auch dappe, dape, tape, taape (Stumpf 607b. 609b), dôpe (S. Brant 70, 21), entsprechend dem mhd. tâpe, dessen ursprung und vorgeschichte dunkel ist. das geschlecht ist, weil das wort meist im plural vorkommt, nicht immer ersichtlich, doch sind beide geschlechter in den folgenden belegen nachgewiesen, vgl. tapfe. 11) breiter weicher thierfusz, pfote, tatze, verächtlich auch von menschlichen händen und füszen gebraucht: er hete ûf sînen helm gemaht nâch sînes schiltes wâpen die schenkel mit den tâpen eins löuwen. Konrad troj. krieg 33100; im wurden sîne beine tâpen niht ze kleine. A. v. Halberstadt 1, 444; vil stellen ietz nach edeln woppen, wie sie fren vil löwen doppen, ein krOenten helm und guldin feld. S. Brant 76, 44; der ber der was erzürnet gar .. mit sîner tappen schluog er drin. Liliencron volksl. 207, 50 (vom j. 1499); und alles was auf tappen gehet, unter den thieren die auf vier füszen gehen, soll euch unrein sein. 3 Mos. 11, 27, vgl. zeitschr. für deutsche philol. 22, 335; ein katz hat einen glatten balg und dappen. Murner Karsthans 164, 17; het ein katz lang scharf negel under linden dappen verborgen. 164, 33; (des bären wunden) waren tödtlich und tieff, darein selbs mit sein tappen grieff. H. Sachs 9, 235, 20; die (zunge) ich doch lieber netz als ein katz die tapen. Fischart Garg. 90b; da die schmutzigkolbige buben ... mit beiden tapen inn der bratpfann ligen. 81a; die hund .. sollen grosze tapen und krumme nägel haben. Sebiz feldbau 146; das merkalb hat grosze dappen und füsz. Forer Gesners fischbuch 162a; (der affe) die vordern tapen an statt der arm und henden braucht. thierbuch 1b. 2a; der hasen tapen werden gebraucht an statt der bäsen, den staub und unraht damit auszukehren. 70b; ersahe er den affen, wie er das kind mit seinen tappen huob. buch der l. 4a; schluge ihm (dem bären) mit seinem schwerdt eine tappen herab von seinem leibe. 283c; darumb stond sie (die bären) etwan aufrecht auf ire fsz und beschirmen ihr haupt den merern theil mit den tappen. Esop (1611) 166a; (der löwe) seine scharffe klauen .. in seine tapen einzeucht. eselk. 124; (der löwe soll) den quittenapfel in dem linken fordern tapen halten. anm. weish. lustg. 322; den Urnern sein zur aufjagung eines bären 300 mann zu hülf gezogen, welche zum zeichen .. zwei tappen, ein vordern und hindern zurückgebracht. Scheuchzer 2, 188; wann eine frau ihre katze nicht verlieren will, die schmiere ihr die tapen drei abend mit butter. Philander (1650) 1, 482; (die bären, wölf und hunde) rissen seine seit behende, schlugen zähn und tappen ein. Spee trutzn. 199 B.; der elephant .. den cörper mit den ungeheuren tappen zertrat. Zigler Banise 316, 17; auch von pferdhufen: hier klappen die tappen der rappen. J. Franke ird. Helicon 54. vom bären glaubte man, dasz er während seines (vermeintlichen) winterschlafes an den tatzen sauge (s. Brehm 1, 584): das aber ein sonderer und von natur wunderbare art an ihm (dem bären) ist .., ist eben das dappen saugen, schlafen und lang verborgen liegen. Forer Gesners thierbuch 16a; gleich wie der bär, der aus seim verwundten tapen im zur winternarung plut sauget, das er faist würd. Fischart pod. trostb. (1577) 96b; der bär saugte an den tapen. eselk. 178; der himmel möge ihm (dem bären) nicht taugen, da er nur mst die tapen saugen. ganskönig D 8b. übertragen auf einen (faulen) menschen: und wer im summer nüt wil duon dann schloffen allzyt in der sunnen, der muosz han guot, das vor ist gewunnen, oder muosz durch den winter sich behelfen ettwan schlähteklich und an den dopen sugen hert bisz er des hungers sich erwert. S. Brant 70, 21; nun sitz, sug dapen wie ein bär. trag. Joh. K 3; hat man nichts so sauget man die tapen. Fischart Garg. 75b. neuere schriftsteller gebrauchen das wort selten: (der affe) hub bald ein tappen auf und bald den andern und streichelt mit (damit) des kinds gesicht. Tieck 1, 117. botanisch s. v. a. wolfstappe Graszmann pflanzennamen nr. 552. 22) der eindruck von tappen, fuszspur, fusztritt Albrecht Leipziger mundart 221a, vgl.tapfe 2, fusztapfe. 33) die tappe und der tappen, groszer hausschuh, socke. Vilmar 509. Spiesz 251.
4236 Zeichen · 99 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    tappe

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    tappe s. tâpe.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    tappeM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    tappe , M. nhd. Zapfen (M.), Zapfen (N.), länglicher Gegenstand, Knebel, Stöpsel, Hahn, Spund, Flaschenpfropf, Verschlus…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Tappe

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Die Tappe , plur. die -n, eine breite plumpe Hand, in welchem Verstande es nur im gemeinen Leben von einer Hand im veräc…

  4. modern
    Dialekt
    Tappe

    Bayerisches Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    Tappe Band 3, Spalte 3,1216

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit tappe

127 Bildungen · 96 Erstglied · 30 Zweitglied · 1 Ableitungen

tappe‑ als Erstglied (30 von 96)

Tappegeld

MeckWB

tappe·geld

Tappegeld n. a. Spr. Zapfgeld 1. Abgabe vom Rheinwein Privater, der im Ratskeller lagerte: 'X marc. ... ad tappeghelde' (Ro 1364) UB. 15, 39…

tappegelt

MNWB

tappe·gelt

tappegelt , ° tappel- (Mecklenbg.), n. (flekt. -d- ): Abgabe, Gebühr für die Schanktätigkeit, van kelrehü̂re unde t.-de is gekōmen 29 punt u…

Tappehol

WWB

tappe·hol

Tappe-hol n. 1. Zapf- oder Kranloch am Fass ( Bek Al ). — 2. Zapfloch (an Wagenradfelgen) ( Wie Mh).

(tappe)hûs

MNWB

tappe·hus

° (tappe)hûs , tabbe- , n. : Wirtschaft, Schenke (Nd. Jb. 39, 115: Brschw. KR 1388).

tappehūs

KöblerMnd

tappe·hūs

tappehūs , N. nhd. „Zapfhaus“, Wirtshaus, Wirtschaft, Schenke Q.: Nd. Jb. 39 115 (Brschw. KR 1388) E.: s. tappe (1), hūs L.: MndHwb 3, 794 (…

Tappeldedel

PfWB

Tappel-dedel m. : ' tappiger Mensch ', Dappeldedel [ BZ-Dernb ]. Syn. s. Tappes 1 a. — Zum Grundw. vgl. Schwäb. II 192 Didel.

Tappeldorn

Campe

tappel·dorn

≠ Der Tappeldorn , — es, Mz. — en , der Feldahorn (Acer campestre L .).

Tappele

ElsWB

tapp·ele

Tappele , Täppele [Tàpələ Barr Str. Geud. ; Tapələ Ruf. Obhergh. ; Tæpələ Str. ] n. Tapperchen, kosend für kleine Kinder. ‘Däbbele, Dìbbedäb…

tappelen

MNWB

tapp·elen

° tappelen , swv. : unsicher herumtasten, in der erkentnisse unses hêren Jesu Christi bî welken ȫverst sülkes nicht en is dê is blint unde t…

Tappeleⁿ

Idiotikon

Tappeleⁿ Band 13, Spalte 926 Tappeleⁿ 13,926

Tappelgeld

MeckWB

tappel·geld

Tappelgeld n. a. Spr. 1. wie Kraugpacht (1552) Ro Dob . 2. wie Tappegeld 2: '2 ß Tappelgeld (dem Schenken), 2 ß Fodergeld (dem Marschall), 2…

Tappelhans

PfWB

tappel·hans

Tappel-hans m. : ' ungeschickter, dummer Mensch ', Dappelhans [VPf]. Syn. s. Tappes 1 a.

tappelig

SHW

tappelig Band 1, Spalte 1369-1370

tappeln

DWB

tapp·eln

tappeln , täppeln , verb. , iterativ zu tappen ( vgl. dappeln , tappern). 1 1) intransitiv, plump auftreten, ungeschickt gehen, trippeln: du…

Tappelok

WWB

tappe·lok

Tappe-lok n. [verstr.] 1. Zapf-, Kranloch am Fass. — 2. Zapfenloch (Loch, in das ein Holzkeil gesteckt werden kann) im Fachwerk am Balken, P…

tappelôn

MNWB

tappe·lon

° tappelôn , n. : Entlohnung für die Ausschanktätigkeit , sîn t. sal wēsen dat 25te vêrdê(i)l wîns und de vāte (Unna StR 89).

Tappels

MeckWB

tapp·els

Tappels n. Loch im Eis bei der Iesfischeri: ein Tappels bettau Wa Penzl .

tappelschillinc

MNWB

tappel·schillinc

*° tappelschillinc , m. : Zahlung der Brauer an die Krüger für jede Tonne ausgeschenkten Bieres (Wismar; Hans. Gbl. 1916, 171).

Tappelschilling

MeckWB

tappel·schilling

Tappelschilling m. a. Spr. Vergünstigung, die die Brauer den Krügern zahlten: 'tappelschilling' (Wi 1634) Hans. Geschbl. 22, 171.

tappelwitte

MNWB

tappel·witte

° tappelwitte , m. : Zahlung der Brauer an die Krüger für jede Tonne ausgeschenkten Bieres (Wismar); — vgl. dazu Hans. Gbl. 1916, 171 u. Wis…

tappelōn

KöblerMnd

tappe·lōn

tappelōn , N. nhd. „Zapflohn“, Entlohnung für die Ausschanktätigkeit Q.: Unna StR 89 E.: s. tappe (1), lōn L.: MndHwb 3, 794 (tappelôn) Son.…

tappen

FWB

1. ›unsicher nach etw. / jm. tasten, etw. greifen‹.; 2. ›sich unsicher vorwärts bewegen, vortasten, umherirren‹.

Tappen1

MeckWBN

Wossidia MeckWB Tappen 1 m. Zapfen; Rda. zu 1: bi mi is Zappen af ich bin völlig ermüdet, eig. das Faß ist leer Schw. 2 e. a. Spr. von Mensc…

Tappen2

MeckWB

Tappen 2 m. Fußtapfen Sta Mirowd .

tappe als Zweitglied (30 von 30)

brandewīnestappe

KöblerMnd

brandewīn·e·stappe

brandewīnestappe , M. nhd. Ausschank, Branntweinausschank E.: s. brandewīn, tappe (1) L.: MndHwb 1, 340 (brandewînstappe)

bērtappe

KöblerMnd

bēr·tappe

bērtappe , M. nhd. „Bierzapfe”, Bierausschank, Ausschank E.: s. bēr (1), tappe W.: s. nhd. (ält.) Bierzapfe, M., Bierzapfe, DW 2, 2? L.: Mnd…

dīktappe

KöblerMnd

dīk·tappe

dīktappe , M. nhd. Zapfen (M.) zum Feuerteich, Feuerzapfen (M.) E.: s. dīk, tappe L.: MndHwb 1, 428 (dîktappe)

dōrtappe

KöblerMnd

dōrtappe , M. nhd. Torzapfen (M.) Hw.: s. dȫretappe E.: s. dōr (1), tappe L.: MndHwb 1, 459 (dōrtappe)

grunttappe

MNWB

grunt·tappe

grunttappe , m. , 1. Zapfen am Grund des Teichs um das Wasser abzulassen. 2. Schleusenzapfen an den Schleusentüren, Verschluß einer Zapfschl…

îstappe

MNWB

îstappe , m. , Eiszapfen.

licketappe

MNWB

lick·etappe

° licketappe , npr. , Zapfenlecker, Pfropfenlecker , Spottwort für einen Genießer (Reimb. 91; das undeutlich geschriebene licketuppe Red. O.…

prîvâtwîntappe

MNWB

*° prîvâtwîntappe , subst. ( Pl. -n ) : privat betriebener Weinausschank (Hamb. Burspr. ed. Bolland 2, 503).

prīvātwīntappe

KöblerMnd

prīvātwīntappe , Sb. nhd. privat betriebener Weinausschank Q.: Hamb. Burspr. ed. Bolland 2 503 (1346-1594) E.: s. prīvāt (2), wīntappe L.: M…

rēgentappe

MNWB

regen·tappe

*° rēgentappe , m. : Wasserhose?, ümme middach ên schînbâr krumme r. ōder schwelch van mî et aliis gesēhen (Emder Jb. 6, 2, 122).

rēgentappe

KöblerMnd

rēgentappe , M. nhd. „Regenzapfen“, Wasserhose? E.: s. rēgen (2), tappe L.: MndHwb 2, 1984 (rēgentappe)

sêtappe

MNWB

sêtappe , f. , Wasserhose (Emder Jb. 6, 2, 112).

sētappe

KöblerMnd

sētappe , F. nhd. Wasserhose Q.: Emder JB. 6 2 112 E.: s. sē (1), tappe L.: MndHwb 3, 213 (sêtappe)

tîletappe

MNWB

tile·tappe

° tîletappe , tîl- ( tyel- ), m. ( Pl. -n ): törichter, ungeschickter, alberner Mensch, Tölpel, „ Wan eyn ander narre eyne narrynnen nympt, …

tiltappe

Lexer

til·tappe

til-tappe s. dieletâpe ( vgl. tiltaffen Vintl. 9063 ).

tyeltappe

KöblerMnd

tyeltappe , M. Vw.: s. tiletappe

tîltappe

KöblerMnd

tîltappe , M. Vw.: s. tiletappe

tīletappe

KöblerMnd

tīletappe , M. Vw.: s. tiletappe

vôtstappe

MNWB

vot·stappe

vôtstappe , m. , Fußabdruck, -spur, meist im Plur. , Schritte, Spuren, übertr. vorbildliches Leben, den v.n Christi nâvolgen, in ênes v.n tr…

vü̑rtappe

MNWB

vuer·tappe

vü̑rtappe , m. , Zapfen, Hahn der aus dem Feuerteich führenden Löschwasserleitung. Vgl. dîktappe.

vōtstappe

KöblerMnd

vōtstappe , M. nhd. Fußstapfen, Fußspur, Fußabdruck Hw.: s. vōtspōr, vōttrat; vgl. mhd. vuozstapfe, mnl. voetstap E.: s. vōt, stappe W.: s. …

vǖrtappe

KöblerMnd

vǖrtappe , M. nhd. Zapfen (M.) oder Hahn der aus dem Feuerteich führenden Löschwasserleitung E.: s. vǖr, tappe L.: MndHwb 1, 1042 (vǖrtappe)…

wīntappe

KöblerMnd

wīn·tappe

wīntappe , M. nhd. Weinzapfen (M.), Weinzapfen (N.) Vw.: s. prīvat- E.: s. wīn, tappe (1) L.: Lü 586a (wîntappe)

īstappe

KöblerMnd

īstappe , M. nhd. Eiszapfen (M.) ÜG.: lat. stiria Hw.: s. īsjȫkel, īskēgel, iekel E.: s. īs, tappe L.: MndHwb 2, 470 (îstappe)

ȫltappe

KöblerMnd

ȫltappe , M. nhd. Bierverkauf, Bierausschank Q.: Hans. Gbll. 1900 144, Norsk. Tidskr. 7 284 E.: s. ȫl (2), tappe L.: MndHwb 2, 1145 (ȫltap) …

Ableitungen von tappe (1 von 1)

getappe

DWB

getappe , n. , von Campe angeführt ohne belege; in th. 11, 142 , wo aus Stieler tapperei, das tappen, getappe beigebracht wird, ist das zwei…