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Zapfen

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RhWB
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26 in 17 Wb.
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Eintrag · Rheinisches Wb.

Zapfen

Bd. 9, Sp. 711
Zapfen das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk tsabə Sg. u. Pl.; Mosfrk tsabə(n) [-ā- NSaarbg, Trier-Ld (Mos), n. Mos, Wittl, Bernk bis Koch-Weiler, Bitb, SWDaun; in Saarbg, Bitb auch tsāp; tsębən Saarl-Altforw Berus Hüttersd; tsap Prüm (Pl. tsEp Burb)], Pl. -bə(n); Rip tsapə(n) [Dür, Jül, Aach, rip. Erk tsap], Pl. -pə(n); n. Benr.-L. Berg tapən Sg. u. Pl.; Eup, SNfrk, Klevld tap [snfrk. Trübungsgeb. -ǫ-], Pl. -pə(n) [tap noch südl. der Benr.-L. in Erk-Gevenich, Aach-Würselen, Jül-Stetternich]; Dimin. tsęblə(n), tępkə(n) usf. m.: 1. Stöpsel. a. nach unten sich verjüngender Holzpfropfen. α. unten an der Kopfseite des Fasses, wo der Kranen eingeschlagen wird Allg.; Z.loch, Rohr; ene dicke Strohl üt de T. Rees; am Täppken spölen Sol. RA.: Dem es der Z. gesprungen der ist verrückt Bitb-Rittersd. En hat em den Z. gezogen im Handel übervorteilt Prüm-Burb Schlausenb. A.: Was? B.: Alt Fass, neie Z., kannschde ewig dran lappe! Kreuzn-Treisen. — Op jönn Sitt van der Rhin lick e Fättsche möt Win, hat ken Eke, hat ken Speke (Speichen), h. kene T. on hat ken Gatt (Loch) on ös doch ömmer van bönne nat? das Ei MGladb. — β. Stutzen am Balken, Brett, mit dem diese ineinandergefügt werden; dicker Eisenstift, Holzst., der die beiden Lappen od. Enden des Scharniers zusammenhält Allg. RA.: Mer ment, et (das Weib) wär mat Z. gebuhrt es wäre verrückt Prüm-Burb. — γ. Dorn eines Gewindes; Lagerz. der Welle des Mühlrades, der Achse, Assen-, Nockenz. Allg. — δ. Holzstück, an dem entlang das Wasser aus der Schleuse seitl. auf das Mühlrad, den Schleifstein fliesst, Einlaufventil, auch Flotz.; den Z. optrecken; Grondz. durch den das Grundwasser des Teiches abläuft RRip, Berg; Verbindungsstab zwischen Geck u. Wasserkasten am Schleifstein Wuppert-Kronenbg (veralt.). — ε. Haken am Kleiderrech (Z.brett); Stift der unteren Torangel, auf dem das Tor steht; Z. an den Seitenbrettern des Kastenwagens, die in den Ring am Karrenbaum kommen; Eisenstift, an dem die Kette zwischen Vorder- u. Hinterpflug befestigt ist Allg.; Leiterstütze am Wagen Grevbr-Wickr. — ζ. Zäppche zehje Loshalme ziehen May-Kollig. — b. Suppositorium, auch Stohlzäppchen Rip, Allg. — c. Tannenzapfen, dänne Z. nach dem Nhd. verbr. [tsEp Pl. WBitb]; ruden Z. Neuw-Bonef. — d. Eiszapfen, nach dem Nhd. verbr. [Eiszäppen Saarl (s. o.), — tsabəl Siegld-Eisern, — tsabərə May-Kell Kollig]. — Töschen Hemmel on Erd hängk eng selvere Gert; se es net va Eke on och net va Speke en va generlei Hot (Holz)? Heinsb-Erpen. — e. Blütenkätzchen des Haselstrauches Sieg-Meind. — f. Mark im Horn der Kuh, Horez. Wend-Remmesw. — g. Zitze Simm-Laub. Im Rätsel. Vear Stappe (Beine), v. Z., zwien Stusseiser (Hörner), äne Nachtkläpper (Schwanz), wat es dat? die Kuh Koch-Kliding. — h. die Reben werden of Z. geschnieden Stufen von 1—2 Augen, of Käpp bei 3—4 Augen Mos, Allg. im Weinbaugeb. — i. Pfropfreis Rheinb-Wormersd. — k. Gaumensegel, meist Dimin., Halsz.; ech han de Z. em Hals kann nicht gut schlucken; ist der Z. geschwollen, so muss er gestriken, d. h. der Unterarm zu beiden Seiten mit Öl eingerieben u. aufwärts mit dem Daumen massiert werden; den T. trecken durch Drehen eines Haarbüschels NBerg, Verbr. u. veralt.; der T. breəke den Daumen sechsmal zwischen die Zähne stecken SNfrk; der Z. es em afgeschossen uWupp; de Z. es em gefall, se hon em de Z. gehob mit einem Löffel, auf dem eine Mischung Salz, Pfeffer u. Butter war, wurde in den Hals gefahren u. gleichzeitig an den Wirbelhaaren gezogen Rhfrk, Mosfrk; der T. es em gesonken OBerg. RA.: Die hant och der T. net em Hals sind gierig MGladb. Du kanns mich es der T. strike! abschläg. Antw ebd. Ich han es bis ejene T.! das ist mir zuwider Eup. — Beim Schluckspr.: Der hät den T.; sägg för öhm, he hätt geschnupp, flott der T. sich drop verkrupp! Duisb. — l. Schöpfkelle, bes. Jaucheschöpfe am langen Stiel, auch Mest. Jül-Stetternich, Erk, MGladb. — m. jeder verhauene Raum, in der Bergmspr. Wurmgeb. — n. Zäppchen kleines Halstuch Ottw-Eppelborn. — 2. übertr. a. sachl. α. den Z. streichen über den Zapfenstreich hinaus ausbleiben, aus der Soldatenspr. Allg. — β. Kopfwirbel Wittl-Neuerbg. — γ. Nassauer Z. die Gegend von Lahnstein Kobl. — δ. tęp Pl. Hämorrhoiden Eup. — b. persönl. verächtl. α. nichtsnutziger Junge Wittl-Binsf. — β. fule T. Faulpelz Erk-Terheeg.
4336 Zeichen · 171 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    zapfenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +2 Parallelbelege

    zapfen , zepfen swv. mit zapfen versehen. ein stahel mit spitzen stark gezapfet Mbrg. 4 a . gezepft und genegelt Arch. W…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Zapfen

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    Zapfen , verb. regul. act. vermittelst des Zapfens ausfließen lassen. Ein Nößel Wein zapfen. Im gemeinen Leben wird dies…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Zapfen

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    Zapfen [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Zapfen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Zapfen , Rotationskörper, die, von entsprechend geformten Hohlkörpern (Lagern, Büchsen) ganz oder teilweise umschlossen,…

  5. modern
    Dialekt
    Zapfen

    Elsässisches Wb. · +7 Parallelbelege

    Zapfe n [Tsàpfə S. O. U.; Tsàpə W.; Pl. Tsapfə, Tsæpfə Str. ; Demin. Tsapflə O., Tsapfl U. ] m. 1. Zapfen am Fass, der F…

  6. Sprichwörter
    Zapfen

    Wander (Sprichwörter)

    Zapfen 1. Am Zapfen sparen und am Spundloche wieder herauslaufen lassen, das spart nicht. – Simrock, 9634; Körte, 5617; …

  7. Spezial
    Zapfen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    Zap|fen m. (-s,-) 1 ‹bot› (bei Nadelbäumen) coca (coches) f. , pita (pites) f. 2 (bei der Zirbelkiefer) brode (-di) m. 3…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit zapfen

188 Bildungen · 160 Erstglied · 26 Zweitglied · 2 Ableitungen

zapfen‑ als Erstglied (30 von 160)

Zapfenbach

SHW

Zapfen-bach Band 6, Spalte 741-742

Zapfenbank

SHW

Zapfen-bank Band 6, Spalte 741-742

Zapfenloch

SHW

Zapfen-loch Band 6, Spalte 743-744

zapfenabschlager

DWB

-abschlager m. , ( Ulm um 1700 der zapfenwirth ) Fischer 6, 1049 . —

zapfenachse

DWB

zapfen·achse

zapfenachse , f. , achse eines nadelholzzapfens, conus E. A. Rossmässler d. wald 337 . —

Zapfenamt

Campe

zapfen·amt

✱ ✱ Das Zapfenamt , — es, Mz . u. das Amt, Geschäft, den Wein zu zapfen. Oberlin.

zapfenansatzfeile

DWB

-ansatzfeile , f. , feile, mit der der ansatz einer welle bearbeitet wird Prechtl technol. encyclop. 5, 571 . —

zapfenapfel

DWB

zapfen·apfel

-apfel ( auch zapf-), m., eine sorte länglicher äpfel Frisch 1, 30 c ; Campe 5, 812 a ; zapfenöpffel Casp. Schwenckfeld stirp. et fossil. Si…

zapfenartig

DWB

zapfen·artig

-artig , adj. , wie z. ( in verschiedenen bedeutungen ), botan.: Schlechtendal flora v. Deutschland 10, 134 ; Oken allg. naturgesch. 3 II , …

zapfenband

DWB

zapfen·band

-band , n. , gelenkband für eine thür, ein fenster u. s. w., dessen eine hälfte einen zapfen trägt, welcher in der cylindrisch geformten hül…

zapfenbank

DWB

zapfen·bank

-bank , f. , wende- oder zapffbanck, darauff die zoeber unter den zapffen des kahnes stehen Fr. Hondorff saltzwerk zu Halle 34 ; ebda 32 zap…

zapfen als Zweitglied (26 von 26)

abzapfen

DWB

abzapfen , liquorem extrahere, nnl. aftappen: wein, bier, essig abzapfen, das fasz abzapfen; dem siechen das wasser abzapfen; ob ich ihm sei…

anzapfen

Pfeifer_etym

Zapfen m. ‘länglicher, sich verjüngender Holzpflock (Stöpsel) zum Verschließen eines Gefäßes, konisch runder, mit holzigen Schuppen versehen…

auszapfen

DWB

aus·zapfen

auszapfen , expromere, nnl. uittappen: blut auszapfen; wein auszapfen; das fasz auszapfen; wie theuer es ausgezappet solle werden. weisth. 2…

Bleyzapfen

Adelung

bley·zapfen

Der Bleyzapfen , des -s, plur. ut nom. sing. im Bergbaue, ein rundes und auf einer Seite breites Eisen, welches in den Rundbaum gesteckt wir…

Blumenzapfen

Adelung

blumen·zapfen

Der Blumenzapfen , des -s, plur. ut nom. sing. in der Botanik, gewisse Zapfen ähnliche Blumenkelche an manchen Gewächsen, welche den männlic…

einzapfen

DWB

ein·zapfen

einzapfen , nnl. intappen, 1 1) cerevisiam, vinum expromere e dolio. 2 2) trabem injungere: wenn im haus die hauptbalken nicht eingezäpft si…

Eiszapfen

Adelung

eis·zapfen

Der Eiszapfen , des -s, plur. ut nom. sing. wie das vorige, in den anständigern Sprecharten. Die Eiszapfen entstehen aus langsam herunter fa…

grundzapfen

DWB

grund·zapfen

-zapfen , m. , ' zapfen zum wasserablassen am boden des teiches ' Mothes 2, 543 ; so bereits urkundlich grunttappe ( v. j. 1442) urk.- buch …

krummzapfen

DWB

krumm·zapfen

krummzapfen , m. krummer zapfen, ein wichtiges stück am wasserrade, in mühlen und sonst, werbel oder wirbel, s. Krünitz 54, 146 ; bergm. kru…

Laßzapfen

Adelung

lass·zapfen

Der Laßzapfen , des -s, plur. ut nom. sing. in einigen Gegenden, ein Zapfen in einem Fasse, den darin befindlichen flüssigen Körper nach Bel…

radzapfen

DWB

rad·zapfen

radzapfen , m. der im mittelpunkt eines rades befestigte zapfen, um welches sich dasselbe bewegt. Adelung.

spundzapfen

DWB

spund·zapfen

spundzapfen , m. ein vor die mündung der kanone gesteckter zapfen oder pfropf, damit der lauf reinlich bleibe, auch mundpfropf, deckelpfropf…

stellzapfen

DWB

stell·zapfen

-zapfen , m. , theil im mechanismus einer kleinuhr: durch die stellscheibe geht der st., welcher mit dem uhrschlüssel herum gedrehet wird Ja…

stuhlzapfen

DWB

stuhl·zapfen

stuhlzapf , stuhlzapfen , m. , seifenclystier, seifenpille, nachtpille, s. stuhl 4 c: balanus stulzapff Pomey (1720) 282 ; Adelung (1780) 4,…

tannzapfen

DWB

tann·zapfen

tannzapfen , m. pinea, tannzapf ( vergl. tannapfel ) voc. 1482 gg 3 a : die danzapfen und haselzapfen. Closener 142, 24 ; knopf, geformt als…

Tropfzapfen

Adelung

tropf·zapfen

Der Tropfzapfen , des -s, plur. ut nom. sing. in den Gradier Häusern, S. Adelung Tropfhahn .

verzapfen

DWB

ver·zapfen

verzapfen , vb. , auch mit umlaut, eine präfixbildung zum denominativen verbum zapfen, zäpfen teil 15, sp. 266. mundartformen: vertappen Men…

Vitriolzapfen

Adelung

vitriol·zapfen

Der Vitriolzapfen , des -s, plur. ut nom. sing. gediegener oder gewachsener Vitriol in kristallinischer und Zapfen ähnlicher Gestalt, welche…

walzzapfen

DWB

walz·zapfen

walzzapfen , m. beim grobschmied ' der eiserne zapfen, um welchen das dünne blech am ende eines grabscheides oder einer mistgabel zu einer t…

Winkelzapfen

Adelung

winkel·zapfen

Der Winkelzapfen , des -s, plur. ut nom. sing. im Bergbaue, der krumm gebogene Zapfen an der Welle des Wendebockes, an einem Feldgestänge.

wīnzapfen

KöblerMhd

wīn·zapfen

wīnzapfen , sw. V. nhd. Wein zapfen Q.: Nbu (1360-1396) E.: s. wīn, zapfen W.: nhd. DW- L.: MHDBDB (wînzapfen)

ūzzapfen

KöblerMhd

ūzzapfen , sw. V. nhd. auszapfen, abzapfen Hw.: vgl. mnl. ūtetappen, mnd. ūttappen Q.: Secret (1282) E.: s. ūz, zapfen W.: nhd. (ält.) ausza…

Ableitungen von zapfen (2 von 2)

entzapfen

DWB

entzapfen , mittere, detrahere, abzapfen: auch hab ich beiden getrofnen klares blut entzapft. Bürger 223 a .

verzapfen

DWB

verzapfen , vb. , auch mit umlaut, eine präfixbildung zum denominativen verbum zapfen, zäpfen teil 15, sp. 266. mundartformen: vertappen Men…

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APA
Cotta, M. (2026). „zapfen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 13. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/zapfen/rhwb
MLA
Cotta, Marcel. „zapfen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/zapfen/rhwb. Abgerufen 13. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „zapfen". lautwandel.de. Zugegriffen 13. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/zapfen/rhwb.
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