tappig,
täppig Adj.: 1. 'ungeschickt, unbeholfen, täppisch, tölpelhaft',
tappich, -isch (tabiχ, -iš) [WPf (außer Ost-PS) NPf (außer Ost-KB) NW-Gönnh verbr. Don Gal Buch],
dappich, -isch (dabiχ, -iš) [VPf Ost-KB Ost-PS PS-O'simt KU-Hundh ZW-Battw Bechhf RO-Obd Dielkch Lambert Penns 36 (auch
tappisch) Danner Penns 161],
däppich, -isch (dębiχ, -iš) [KU-Rothsbg RO-Lettw FR-Albsh Tiefth BZ-Dernb Albw];
vgl. täpelig,
tapert,
tapertsig,
tapig,
tapperig,
tappezig,
tappisch. Syn.
s. überzwerch.
Der stellt sich emol dappich an! [BZ-Dernb KU-Schmittw/O].
Er hot eⁿ dabbischi Hand, wer sich bei der Arbeit ungeschickt anstellt [LU-Alsh].
Der hat awwer en dappicheʳ Gang! [PS-Erfw].
Der isch dappich wie'n junger Hund [GH-Max'au, verbr.].
Ich kann der nimmi zugucke, wann äns sou dappich esch [NW-Gimmdg].
So dappisch, un schun e Trikot aaⁿ!, Ausdruck des Unmuts über einen schlechten Fußballspieler [Rheinpfalz 28. 1. 1967]. Von einem alten Menschen heißt es:
Er esch alt un dappich wore [BZ-Dernb GH-Schwegh]. Das Dorfkind ist im Vergleich zum Stadtkind
dappich [ZW-Battw].
So e dappicheʳ Mensch, dappicheʳ Keʳl [SP-Heiligst, allg.],
e dappischeʳ Hund [KB-Morschh, verbr.],
e dappisches Kuhkalb [PS-O'simt],
e dappich Rindvieh [NW-Gimmdg],
e dappicheʳ Bauer [RO-Dielkch, verbr.],
e dappischeʳ Jockel [LA-Leinsw],
e dappich Ding, von einem unbeholfenen Mädchen [PS-Erfw].
Des is e Tappich [KU-Schmittw/O],
e Dappich [PS-Dahn],
e Dappisch [FR-Colgst NW-Lambr],
e Tappicheʳ [KL-Ramst],
e Dappicheʳ [verbr.],
e Dappischeʳ [RO-Ruppeck FR-Studh A'lein]. RA.:
Dumm gebor, dappisch geschockelt 'gewiegt' [RO-Dielkch PS-O'simt]
Net so dumm wie dappich, un net so dappich wie schlappich [Fogel Prov. Penns. Nr. 397]. — 2.a. persönlich. α. 'einfältig, kindisch', vom alternden Menschen.
Der is schun ganz däppisch [KB-Bubh BZ-Dernb]. — β. 'dumm, verständnislos';
dappich gucke 'dumm dreinschauen' [verbr. mittl. VPf Hartmann Unkel 8],
vgl. täpisch. Zs.
dummtappig. — γ.
e dappisch Dier, von einer störrischen Frau [LU-Friesh]. — δ. 'taumelig, verwirrt'.
Er esch dappisch g'schlache [LA-Wollmh].
Mer is's ganz dappich im Kopp [LU-Alsh]. — ε. 'verrückt',
dappich [FR-Roxh]. Zs. andert- halbtappig. — b. sachlich, 'verkehrt, unangenehm'.
Mer meent grad, der Philp mit seim wehleedige Versel 'Vers, Gedicht'
hätt e Ahnung ghatt, daß ebbes Dabbiches dezwische kumme muß [Hartmann Unkel 31]. —
F.: Zum Anlaut
t-/d- vgl. tappen. Die Endsilbe
-iš ist für Don Gal Buch nicht belegt; sie ist wohl nur eine jüngere lautliche Variante von
-iχ, eine häufige Erscheinung nach hellem Vokal, wie
z. B. dišdiš 'tüchtig',
ręšd 'recht',
raišərə 'räuchern'. — Südhess. I 1373/74;
Rhein. VIII 1067;
Els. II 700; Bad. I 422/23.