suppe,
f. herkunft. in hd. suppe scheinen sich entlehnung aus frz. soupe
und einheimisches wortgut vermischt zu haben. mnd. soppe Schiller-Lübben 4, 293
a,
mnl. soppe
flüssige speise Verwijs-Verdam 7, 1578,
ags. sopp(e)
eingetunkter bissen Bosworth-Toller 895.
die nord. formen: spätan. soppa af víni
weinsuppe Cleasby-Vigfusson 578,
dän. suppe
suppe, schwed. soppa,
norw. dial. soppa
milch mit gebröckeltem brot Falk-Torp 1205
werden vielfach als entlehnung aus dem mnd. angesehen, vgl. Fischer lehnw. d. altwestnord. 85; Hellquist 826.
ein langobard. supfa '
eingetunkte brotschnitte'
oder '
brühe'
wird aus it. zuffa '
zarte polenta'
erschlossen, s. Meyer-Lübke 8464; Gamillscheg
Romania Germanica 2, 165; 305.
ahd. *sopfo, -a
wird nur in den deminutiven suphen
sorbiunculas ahd. gl. 1, 419, 18 (13.
jh.); 423, 12 (13.
jh.), suphilun
sorbiunculam 1, 424, 21 (8./9.
jh.)
sowie dem compositum gasopho, -a
einigermaszen faszbar; dessen bedeutungsentwicklung ist allerdings nicht völlig deutlich: a paleis fona kasoffon
ahd. gloss. 2, 311, 40 (9.
jh.);
quisquiliae gasopha (
var. gasoupha)
vel trestir
vel chliuua
ahd. gl. 2, 364, 55 (10.
jh.); kesopha
purgamenta (
huius mundi 1. Cor. 4, 13)
ebda 1, 760, 30 (11.
jh.); gasopho
peripsima (
gleichfalls zu 1. Cor. 4, 13)
ahd. gl. 1, 763, 1 (12.
jh.);
migma et commixtum kasofo
idem sunt (
zu Esaias 30, 24:
et tauri tui et pulli asinorum, qui ... commixtum migma comedunt)
ahd. gl. 1, 591, 34 (12.
jh.); gasophe
vel trestir
quisquilias frumentorum ahd. gl. 4, 157, 23 (13.
jh.).
es ist offenbar an die verwendung der getreiderückstände '
mit anderen abfällen vermischt und eingebrüht'
als viehfutter zu denken, vgl. Heyne
dt. nahrungswesen 61. —
germ. stamm *suppōn,
f., '
brühe, suppe' Fick 3
4, 445.
gallorom. suppa (5/6.
jh.)
in den spätlat. Oribasiusübersetzungen: panem calidum in bullentem (
aquam)
mittis et mox dabis manducare calidas suppas, '
eingetunkte brotschnitte',
s. Svennung
Uppsala universitetsårskrift 1933, 128; Gamillscheg
etym. 812
mit den roman. bildungen ital. zuppa,
lad. žopa,
prov., katal., span., port. sopa;
frz. soupe '
in die suppe getunktes brot', '
suppe' Meyer-Lübke 8464
ist nach Gamillscheg
postverbale zu *suppare '
würzen',
vielleicht auch '
eintunken'
zu got. supô
n. dazu stellen sich verbale bildungen der ōn-
reihe: ags. soppian '
brot eintunken' Bosworth-Toller 895
a,
mnl. soppen '
brot in flüssigkeit tunken, leichte abendmahlzeit halten' Verwijs-Verdam 7, 1579,
rhein.-nd. soppen '
tunken' (
s. bei 1suppen).
das verhältnis zum subst. ist nicht sicher zu bestimmen, s. Wissmann
nomina postverbalia 1, 184
f. j-
wirkung zeigen ahd., mhd., frühnhd. supfen (
s. d.), suppen (
s. 1suppen) '
schlürfen'.
ohne geminierung got. supôn,
ahd. soffôn '
würzen',
eigentlich '
in gewürzte brühe eintunken'
; alles zu germ. sûpan,
ahd. sûfan,
nhd. saufen. —
vgl. auch die synon. supf,
m., suff, soff,
m. und n., sowie saufe,
f., sauf,
m. dazu noch ahd. sauf '
ius',
anord. saup '
buttermilch'
und ahd. sûf '
brühe mit schnitten' (
in sufmuas, -muosili
u. ä. '
sorbiunculas'
ahd. gl. 1, 414, 14
u. ö.). —
idg. wurzelform seb-
neben sep-,
erweiterung von se- '
saft, feuchtes',
vgl. ai. supa '
brühe, suppe' Walde-Pok. 2, 469.
verbreitung. nd. soppe
häufiger in glossen und vocab. des frühen 15.
jh. (
z. b. 1417, 1420
u. ö., s. u.), 1446
westfälisch (
Soest)
bei Seibertz
quell. 2, 372. —
md. soppe 1390 (
Seligenstadt, Unterfranken)
weist. 1, 506
u. ö., s. u. —
im obd. des 14.
jh. hochalem. suppa suppe
vocab. optim. 24
Wackern., als suplin
in der meister Eckhart
-überlieferung: reden d. unterscheidung 17
Diederichs (
alemann. hs. von 1477,
var. sauffens
Karlsruher hs. [
bair.]
d. 14./15.
jh.); in der suppe, weinpersuppen, mandelsupp, arbaizsupp
küchenamtsrechnungen d. 14.
jh. im urk.-buch d. stiftes Klosterneuburg vorr. xliv
anm. 8
Zeibig (
font. rer. Austriac. II 10, 1).
seit dem 15.
jh. oft in schweizerdt. quellen (suppe
v. j. 1408
schweiz. id. 7, 1233,
v. j. 1477
ebda 1229,
v. j. 1486
ebda 1234
u. ö.),
in obd. glossaren: supp (
voc. v. 1419), suppen (1445) Schmeller-Fr. 2, 318;
vgl. auch suppbub
v. j. 1432
oben sp. 1219; suppe (15.
jh.) Diefenbach
gl. 82
a; supp
gemma gemm. (
Straszburg 1508) b 7
a; sup
gemma (
Hagenau 1510) c 7
a; wassersuppe
voc. rer. (
Straszburg 1512) e 3
b; eyersupp
gemma (
Schonsperger, Augsburg 1512)
bei Diefenbach
gl. 393
c; kässup Pinicianus
prompt. (
Augsburg 1516) d 6
a,
auch bei obd. und ostmd. schriftstellern suppfleisch (1462
Augsburg)
sieh sp. 1235; supenschmit (1463) Mich. Behaim
buch v. d. Wienern 312
Karaj., ebda suplin
s. u. sp. 1245; suppensnittel
fastnachtsp. 1113 (
hs. D mitte d. 15.
jh.); suppe 1487
Nürnberg, s. städtechron. 10, 127; E. Tucher
baumeisterbuch 60
lit. ver.; 1495
Erfurt, s. u. 2 c; Paracelsus
opera (1616) 1, 645
Huser; Luther 23, 151
W.; Hans Sachs 21, 3
lit. ver.; Berthold v. Chiemsee
t. theol. 550
R. —
mundartlich heute im gesamten dt. sprachgebiet verbreitet, ebenso wie die mehrzahl der älteren liter. zeugnisse wohl vor allem im westen, s. die wörterbücher. frz. soupe
ist seit dem 13.
jh. belegt, s. Hatzfeld-Darmstetter
dict. gen. 2066,
vgl. z. b. une soupe en vin
Chrestien de Troies Percev.-fortsetz. 36113
Potvin, s. Alw. Schulz
höf. leb. z. zt. d. minnes.2 1, 382, souper '
die abendmahlzeit einnehmen'
seit d. 12.
jh., s. Gamillscheg
etym. 812;
vgl. auch von salsen suppierren Wolfram
Willeh. 44, 13 (
das nach Suolahti
mém. d. l. soc. néophil. d. Helsingfors 6 [1917] 114; 8 [1929] 248
auf afrz. soupier '
suppenschlürfer'
oder '
suppenbereiter'
zurückgeht)
und ein brot mit einer supparjen netzen Ulrich v. Türheim
Will. 139
b.
form. mnd. soppe (1417) Diefenbach
n. gl. 86
b; 270
b, wynsoppe (1417)
gl. 382; soppe (1420)
gl. 393
c;
gemma (
Köln 1495) p 5
b; eyersoppe
gemma (
Köln 1507)
bei Diefenbach
gl. 393
c; Schiller-Lübben 4, 293
a;
im frühen nd. seltener und unsicherer in der form suppe
belegt, vgl. nd. voc. d. 15.
jh. bei Diefenbach
gl. 543
a; zuppen (
neben zupen-, zoppen-
u. a.)
gemma (
Köln 1507)
bei Diefenbach
gl. 393
c; de suppe (16.
jh.) Kantzow
chron. v. Pommern, s. u. 8 b.
in heutigen maa.: soppe, zoppe Woeste
westf. 248; tsope Bauer-Collitz
waldeck. 106; sopp(e) Doornkaat-Koolman
ostfries. 3, 258; soppe
brem.-ndsächs., sopp, supp
schlesw.-holst., supp
altmärk., supp
preusz., suppe
pommer. u. rügisch, s. unter 8 a
u. b; zupp
niederrhein. —
md. suppe
z. b. thür. Erfurt 1495
s. u. 2 c, Luther
z. b. 16, 25
W. u. ö., s. u.; md. soppe
und sopp
begegnet bis ins 16.
jh. in deutlich landschaftlich bestimmten quellen: in md. glossaren bei Diefenbach
z. b. soppen (
acc. sing., 15.
jh.)
gl. 393
c; soppe (1470)
ml.-hd.-böhm. wb. 195;
in weistümern des 14.-16.
jh., z. b. soppe 1390,
s. oben; eyne soppe (1534
Eifel)
weist. 2, 568; (16.
jh. Obermosel) 259; ein sopp
Alsfelder passionssp. 3398,
sieh sp. 1227; die sopp (1563)
Niedermendig, Untermosel)
ebda 494; Er. Alberus (1540) Qq 4
b.
vereinzelt bei Luther die soppe 29, 412
W. (1529);
mundartlich, z. b. soppe,
f., bei Follmann
lothr. 513; zopp Gangler
lux. (1847) 494; tsope Leihener
Cronenberg. 125; sǫbə,
f., Hofmann
niederhess. 236
a; soppe
bei Müller-Fraureuth
obersächs.-erzgeb. 2, 589
b (
Hohenstein). —
obd. suppe
und supp,
sieh oben. —
zum anlautenden z: zuppen, zoppenmecher
gemma (
Köln 1507)
bei Diefenbach
gl. 393
c, tsop Follmann
lothr. 513, die zoppe Buchrucker
Elberfeld 178, zupp,
f., Hönig
Köln. 210
b;
niederrhein. (
Krefeld)
u. ö. im nd. westen, vgl. F. Münch
gramm. d. fränk.-ripuar. ma. 98
und Sarauw
vergl. lautlehre d. nd. maa. 376
f.; s. auch mnl. zoppe Verwijs-Verdam 7, 1578
sowie beim verbum unter 1suppen,
ebenso bei suppelich
und süppchen.
aus den obliquen formen entstandenes suppen steht bis ins 17.
jh. durch: zuppen (
Köln 1507)
s. oben; soppen
md. voc. 15.
jh. bei Diefenbach 393
a; suppen (1445)
bei Schmeller-Fr. 2, 318; der ... chaos ein suppen ... ist Paracelsus
opera (1616) 1, 645
H.; als ain suppen ... ist Berthold v. Chiemsee
t. theol. 550
R.; Henisch (1616) 531;
obd. vereinzelt als mask. der suppen Maaler (1561) 396
b.
mundartlich suppen
z. b. bei Schmeller-Fr. 2, 318; Ruckert
unterfränk. 179. —
für die kurzform vgl.: mandelsupp (14.
jh.)
oben sp. 1220; supp (1419), wassersupp (1429)
bei Schmeller-Fr. 2, 318;
weitere belege für obd. sup(p)
im 15.
und anf. d. 16.
jh., md. die sopp
s. oben; die sup Fischart
Garg. 23
ndr.; manche fette supp Grimmelshausen 2, 349
Keller; mundartl. bei Follmann
lothr. 513; Ch. Schmidt
Straszb. 108;
niederrhein. zupp (
Krefeld); supp Danneil
altmärk. 216
b; suure, swatte supp Schütze
holstein. 4, 226; supp, sopp,
fem. und vereinzelt n. Mensing 4, 937.
schwache beugung des sing. häufig bis ins 17.
jh.: acc. sing.: de soppen etten (1446) Seibertz
quell. d. westfäl. gesch. 2, 372; soppen essen
md. voc. 15.
jh. bei Diefenbach
gl. 393
c; enkein suppen geben (
v. j. 1408)
schweiz. idiot. 7, 1233; man ... die suppen brachte (
v. j. 1486)
ebda 1234; aus einer ... suppen Boltz
Terenz (1539) 54; nach der suppen Luther 34, 2, 78
W.; zur suppen Lehman
floril. polit. (1662) 1, 852; schütte diese suppen
M. Böhme
vieharznei (1682) 54.
mundartlich noch hoch- und nd.: in der suppen
id. austriac. (
21824) 114; in der soppen
brem.-ndsächs. 4, 924. —
starke beugung: geben eyne soppe (1534)
weist. 2, 568; in die supp Frey
gartenges. 144
B.; mit der suppe Grimmelshausen 1, 81
Keller. sie herrscht seit dem 18.
jh. bedeutung und gebrauch. ausgangsbedeutung ist '
schlürfspeise',
d. i. '
flüssiges gericht mit einlage' (
brot, fleisch)
oder, näher zu den verben (
s. o. bei herkunft)
stehend, '
eingetunkte schnitte',
die schlürfend gegessen wird. diese germ. wie in der romanischen entlehnung bezeugte doppelte bedeutung tritt im deutschen weniger hervor; die bedeutung '
schnitte'
ist nur spärlich faszbar (1),
herrschend ist suppe
im erstgenannten sinn (2). 11)
die häufige glossierung '
offa' Diefenbach
gl. 393
c;
n. gl. 270
a faszt suppe
wohl als '
schnitte in brühe'
gleich dem ags. soppe
und frz. soupe '
eingetunkter bissen'
; vgl. offa ... est panis stinctus in brodio carnium ein soppe (1470) Diefenbach
ml.-hd.-böhm. wb. 195;
suppa begossen brott (15.
jh.)
n. gl. 356
a;
vipa (=
offa facta de vino) suppen, gemischter wyn mit brote (
ende 15.
jh.)
gl. 621
b; soppe (1417
nd.)
n. gl. 382
b;
sieh auch im sprichwort: inter offam et os multum intervenire posse zwischen der suppen und dem mund mag vil dar zwischen kummen Geiler v. Keisersberg
brösamlin (1517) 2, 28
b;
zumal in der demin.-form, s. bei süpplein.
noch deutlicher zeugt: offa ex jure ... panis juculentus ein sopp, supp Er. Alberus (1540) Qq 4
b; der suppen
panis e jure Maaler (1561) 396
b;
dazu mundartl. soppe
semmelschnitte mit ... fleischbrühe übergossen Köppen
Dortmund. 55; die zopp
ein in brühe eingetunktes oder eingeweichtes stückchen brot Müller-Weitz
Aachen. 267.
vgl. in gleicher landschaft soppen,
vb., '
tunken'
bei 1suppen. 22)
flüssige löffelspeise, meist mit einlage, sachlich sich dann oft eng mit '
offa'
berührend. 2@aa)
jus (supp Pinicianus 1521)
bei Diefenbach 312
c;
brodium (geweicht brot mit suppen
voc. ex quo 15.
jh., brüe
vel supp
md. z. t. obd. voc. rer. 15.
jh., suppe, fleischsuppen
voc. incip. teut. 15.
jh.)
ebda 82
a;
sorbicium (15.
jh. hd. und nd.)
ebda 543
a;
sorbium (ein supp
Augsb. 1512)
ebda; im besonderen smalzsuppen ... ayrsuppen von ayrtotters oder erfarne suppen, herte ayr aus dem eszig oder eingerüertz
kochbüchlein aus Tegernsee (
hs. d. 15./16.
jh.)
Germania 9, 200;
vgl. später: suppen seynd aus brodt und wasser oder ... aus fleischbrühe, milch, wein und bier Marperger
küchen- u. kellerdict. (1716) 1138
a;
auch: ein thurn ohne glocken, ein suppen ohne brocken ... ein mensch ohne lehr, seynd alle nicht weit her Abr. a
s. Clara
mercks Wien (1680) 75.
daraus die wendung die suppe
einschneiden concidere panem in jusculum Dentzler (1716) 371
a: zwo suppen in zwo schüsslen ingeschnitten (
v. j. 1477)
schweiz. id. 7, 1229,
weitere belege s. d. suppe mit fleischeinlage heiszt in alter sprache mitunter gesattelte suppe: ein gesattlete suppen mit flaisch (16.
jh.)
bei Fischer
schwäb. 5, 589; nach der gesatleten suppen rit iedermann darvon
zimmersche chron.2 3, 439
B. häufiger suppe und fleisch, vgl. engl. ähnlich bred and butter '
butterbrot': (
er) gab ain stück flaisch und suppen Richental
Constanzer concil 47
lit. ver.; die suppen und
das fleisch Steinhöwel
Äsop 57
K.; ihre suppen und fleisch (
ist uns) zu versotten Paracelsus
opera (1616) 2, 67
a H.; eine brüh ..., vermeinete ein suppen und fleisch Tabeus
Mäynhincklers sack (1612) c 4
b; suppen und fleisch geben (
v. j. 1704)
schweiz. id. 7, 1232.
auch suppe mit fleisch Holtei
erz. schr. 5, 128.
trockene suppe
ist wohl stark eingekochte suppe mit wenig brühe, es kann aber auch die mittelalterliche elementenlehre von '
trockenen flüssigkeiten'
hereinspielen, s. trocken E 3
teil 11, 1, 2,
sp. 746: es sol auch der krank ... nichts anders essen dann müszlin und kräftige truckne suppen Gäbelkover
arzneib. (1595) 1, 306;
vgl. aber trockensuppe
suppa secca cioè spessa senza brodo Kramer
t.-ital. 2 (1702) 1041
b.
fette, feiste suppe, sieh u. 5 b,
sp. 1226,
gegensatz magere, dünne suppe ebda und 5 a;
scherzhaft blinde suppe (
die keine fettaugen hat): im küchenschrank nicht soviel, um eine stockblinde suppe zu machen Gotthelf in:
schweiz. id. 7, 1228,
s. auch dort und Fischer 5, 1964
mundartliche belege. ähnlich wohl arme suppe: der gastmeister furt in in die hundstuben ... und bracht im ein arme suppen Pauli
schimpf u. ernst 51
lit. ver. 2@bb) (
in dicklicher form)
gern als selbständiges oder hauptgericht: auch ist eyn alt herkommen, ... sol man den scheffen geben ... in unszers hern des apts hoffe eyn soppe und fleische darauf (
Seligenstadt 1390)
weist. 1, 506; das der jungste scheffen zum geding den scheffen die sopp sol kochen (
Untermosel 1563)
ebda 2, 494; davon (
von '
Edom') gibt yhm (
Esau) die schrifft nicht den namen, sondern umb der roten suppen willen (
d. i. das linsengericht) Luther 24, 440
W.; man stirbt nicht gleich, wenn man nicht allemahl ... des morgens eine suppe für dem magen haben kan H. v. Fleming
t. soldat (1726) 134; sellerey ... und löffelkraut ... beides wurde ... täglich in einer suppe von weizen- oder habermehl zum frühstück gegeben G. Forster
s. schr. (1843) 1, 174; wie dicke suppe im kochtopf, an deren oberfläche schmatzende blasen mühsam sich öffnen H. v. Doderer
ein umweg (1940) 139.
die mittelrhein.-westnd. mundarten unterscheiden diese '
dicke suppe' (
gemüsetopf, brei, mus)
als soppe, zoppe,
vielfach von der wohl der schriftsprache entlehnten suppe
als dünnflüssiger (
vor-)
speise, s. Leihener
Cronenberg. 125; Waldbrühl
rhingscher klaaf 221; Leithäuser
Barmen 174;
auch im schweizerdt. suppe '
mus, brei'
schweiz. id. 7, 1237;
vgl. auch die verbindung kraut und suppe Petri
weiszh. (1604) 2, kk 6
b; kol und suppen Luther 23, 151
W. 2@cc)
sodann versteht man unter suppe
vornehmlich das meist dünnflüssige, warme, mit dem löffel zu essende gericht, das eine aus mehreren gängen bestehende mahlzeit einleitet: gibt man allen morgen ... zwo gele suppen mit gesotten hünern und dabey zwo gebraten gensse und wein und broith (
Erfurt 1495)
Thür. rechtsdenkmäler 310
Michelsen; so sollen unsers hern hoffleuth uns ... geben ... ein stück fleisch, ein soppe und ein sester weins (
Obermosel 16.
jh.)
weist. 2, 259; wir hatten ... an der suppe einen anfang gemacht, wie die Teutschen pflegen Moscherosch
gesichte (1650) 2, 210; solche stille andacht continuirte so lang, als man mit der supp und den ersten speisen (
des gastmahls) zu thun hatte Grimmelshausen
Simpl. 81
Scholte; sie (
wollüste) seyn gutt zur suppen, taugen aber nicht, eine ganze mahlzeit davon zu machen Butschky
Pathmos (1677) 99; gleichwie es der natürlichen ordnung einer wohleingerichteten gasterey gerade zuwider laufen würde, wenn man den nachtisch ehe herum geben wollte als die suppe oder vorkost Triller
poet. betrachtungen (1750) 2, 598; ein stabsoffizier, ... der mich von der suppe bis zum braten unaufhörlich von seinen thaten ... unterhielt fürst Pückler
briefwechsel u. tageb. 2, 152.
in neuerer sprache gern für eine ganze (
mehrgängige)
mahlzeit: suppe
met. ordinario ò pasto ordinario Kramer
t.-ital. 2 (1702) 1040
c; die suppe versäumen
negligere il pasto ebda 1041
a; dramatiker, die ihre helden über hals über kopf abschlachten, damit dem hungrigen zuschauer die suppe nicht kalt werde Schiller 2, 369
G.; (
ruf zum essen:) die suppe ist fertig! Meisl
theatralisches quodlibet 1, 98.
die wendung zur suppe laden '
zu gast bitten'
kann anfänglich noch die eigentliche bedeutung von suppe (
s. o. b)
meinen; dann aber wird die wendung als bescheidenheitsformel für das laden zu einem mehrgängigen essen aufgefaszt, vgl. in ähnlicher weise auf ein (zu einem) butterbrot bitten:
invitare ad coenam, ad prandium zur suppe laden, zu gast bitten Corvinus
fons lat. (1646) 987;
invitar', pregar' uno al suo pasto ordinario einen zur suppe laden Kramer
t.-ital. 2 (1702) 1041
a; einen auf eine suppe bitten
heiszt in der sprache der vornehmen, jemanden zu einer mittagsmahlzeit einladen Kindleben
studentenlex. 186;
ähnlich: (
wenn du dich in Linz aufhieltest, um) an meinem tische eine suppe zu essen Stifter
s. w. 24, 381.
besonders bei löffel suppe (
vgl. das heute übliche jem. zu einem glas wein bitten): den könig und seine ganze familie und seine ganze dienerschaft ... auf einen löffel suppe zu sich einladen Cl. Brentano
ges. schr. 5, 111; der Engländer wird mich dann mit einem derben händedrucke ... belohnen, der Russe aber auf einen löffel suppe zu sich einladen Pansner
schimpfwörterbuch (1839) xxvii. 2@dd)
vielfach tritt suppe zu brühe in synonymische wechselwirkung. dabei ist für die ältere zeit nicht immer zu unterscheiden, wieweit der gebrauch synonym oder gegensätzlich zu verstehen ist, auch kann brühe
den umfassenderen begriff vorstellen; in moderner, vorwiegend norddt. umgangssprache ist brühe
oft die leere oder die fleisch- und fischbrühe, suppe
die dickere, mit zugaben und einlagen verkochte, vgl. Kretschmer
wortgeogr. 156:
brodium bre
vel supp
md. voc. rer. 15.
jh. bei Diefenbach
gl. 82
a; kräutlin ... welche man ... kan ... in täglicher suppen und brüen geprauchen Sebiz
feldbau (1579) 170; zu dem sol alle speisz dick und
trocken ... seyn, vest und nit viel dünn als brhen oder suppen sind J. Ruoff
hebammenbuch (1580) 132; als ihn (
einen Sachsen) die wirtin nach gebrauch der (
schwäbischen) landsart und desz worts gewonheit fragte, ob er eine brh wölte, vermeinete ein suppen und fleisch A. Tabeus
Mäynhincklers sack (1612) c 4
b; suppe, ... sauce, sind bekannte brühen Amaranthes
frauenz.-lex. (1715) 1925;
vgl. auch unten suppentauf
sp. 1241.
redensartlich: arbeiter, denen es suppe oder brühe war, ob man sie als proletarier betrachtete oder nicht B. Traven
d. weisze rose (1929) 8. 2@ee)
selten '
tunke': die soole (
ist) scharffe suppe, so man auf gesaltzen fleisch, fische und kohl geuszet Gueintz
dt. rechtschreibung (1666) 129; ein gehörnter kapaun ward in der silbernen schaale aufgetragen und badete sich in der kräftigen suppe Zachariä
poet. schr. (1763) 1, 283.
vgl. zur synonymik noch Weigand 1, 238; Maasz-Eberhard 1, 207. —
auch soviel wie '
saft': man musz die disteln in ihrer eigenen suppe kochen Winckler
gedanken (1685) h 8
b;
vgl. suppicht 1
sp. 1243. 33)
von sonstiger breiiger flüssigkeit, z. b. von suppenartigem viehfutter: dieses hexel gibt man ihnen (
den ochsen) nur ein wenig mit wasser besprenget ... dann wans viel suppe hat, so kriegen sie grosze bäuche
viehbüchlein (1667) 10;
s. auch suppe
als '
branntweinschlempe'
zur ochsenmast schweiz. id. 7, 1234. —
in kühner wendung als bezeichnung der gärenden ('
kochenden')
urmaterie: ausz diesem element der erden entspringt dasz fewr, das der erden chaos macht, zu gleicher weisz wie das chaos ist zwischen dem himmel und der erden: und dasselbig chaos wirdt zu einer suppen seiner mineralien, zu gleicher weisz wie der eusser chaos ein suppen der sternen ist ... und was nun in dem chaos kocht ist worden, ... ist der tartarus der lungen Paracelsus
opera (1616) 1, 645
H. —
breiartiges: aus den birnen ist ein matsch und eine suppe geworden Bernd
Posen 302.
vereinzelt als übersetzung von ceroma (=
unguentum ex oleo et cera): eyn soppe von mengherleye crude (1417
nd.) Diefenbach
n. gl. 86
b (
vgl. ceratum vormenget crut und salve
ebda; s. auch suppenfasz). 44)
welsche suppe '
gifttrank',
frühnhd. neben viel häufigerem süpplein (
s. d.): denselben tag (
ist er) nit on argwon ainer welschen supen gestorben (16.
jh.)
württ. gesch.-quellen 6, 2, 337;
s. auch teil 13, 1337-1338,
unter wälsch;
vgl.: giftsuppe
confusum in poculo venenum, potio mortifera Stieler (1691) 1687.
dagegen in neuerer sprache welsche suppe
soviel wie '
bettlersuppe'
schweiz. id. 7, 1228: alles durch einander wie in einer welschen suppe Gotthelf
ebda. suppe
auch als zaubertrank: sy könne wol ouch eim ein suppen machen wie ir muotter (
hexenprozesz v. j. 1548)
schweiz. id. 7, 1232. 55)
in erweiterter anwendung von 2 b
in älterer sprache. 5@aa) '
mahlzeit, mahl'
schlechthin, wobei die vorstellung eines suppengerichtes ganz ausscheiden kann: sol man ... (
von der arbeit) zu der suppen darvon geen, wenn es zwai schlecht E. Tucher
baumeisterbuch 60
lit. ver.; zu mittagh ... zu Langleben, einem schloszlin ..., einem von adel ... zugehörigh, welcher uns ... die suppen mitgetheilt hatt (1595) Breuning v. Buchenbach
relation 65
lit. ver. '
gastmahl': (
es) sol ... nieman von enkeinem brutloff enkein suppen me geben in kein geselschaft (
v. j. 1408)
in: schweiz. id. 7, 1233; wann ein breutigam dem handwerk ain suppen verehrt, dasz ein jeder meister, so bei solcher suppe nicht erscheinet ... ein schilling zue geben (1603)
bei Fischer
schwäb. 5, 1956.
dieser gebrauch lebt verschiedentlich mundartlich weiter: '
das ganze essen, einschlieszlich sämtlicher gänge' Fischer
a. a. o.; '
für warme mahlzeit überhaupt, e suppen und brav küm (
kümmel) drauf
eine gute mahlzeit' Schmeller-Fr. 2, 318;
in Leipzig gelbe suppe
das jährliche gastmahl der stadträte und -verordneten, das mit einer erbsensuppe beginnt Albrecht 220
a,
vgl. auch unter b gelbe suppe. —
ebenso begegnet dieser gebrauch in einer reihe von älteren oder mundartlich belegten zusammensetzungen mit suppe
als zweitem glied: so brautsuppe '
hochzeitsessen',
s. teil 2, 338; fastnachtsuppe '
festmahl in der fastenzeit'
schweiz. id. 7, 1247; henkersuppe '
henkersmahlzeit',
s. Stieler (1691) 1687; klostersuppe
met. refettione claustrale Kramer
t.-ital. 2 (1702) 1041
a,
vgl. auch teil 5, 1243; taufsuppe '
taufschmaus' Fischer
schwäb. 7, 1251; totensuppe '
leichenschmaus': die kostspieligen totensuppen auf dem lande Döberl
entwicklungsgesch. Bayerns 2 (1912) 415; sonntagsuppe '
mittagsmahl eines neuvermählten ehepaares am 1.
sonntag im elternhaus',
s. Schmeller-Fr. 2, 318
u. 1, 1208.
mit erweitertem begriffsumfang '
beköstigung, verpflegung': in demselben jar (1361-64) wart sant Seboltz kor angefangen, der kostet 24000 gulden on die suppen (
Nürnberg 1482)
städtechron. 10, 127; dünne suppe, magere suppe
schlechte beköstigung Hupel
Lief- u. Esthland (1795) 234.
auch eine bestimmte mahlzeit kann unter suppe
verstanden werden, so frühstück: so die kurtzen tag angeen, sol den tagwerchern zwischen der suppen und des mals kein kas und prott nit geben werden (
Bozen 1512)
bei Schöpf
tirol. 730; ein suppe oder zu morgen essen wellen (1533)
bei Fischer
schwäb. 5, 1965; des morgens zur suppen Kirchhof
wendunmuth 1, 164
lit. ver. abendessen: haben mit einandern keglet, und als man in dem die suppen brachte ... (
nach anderer zeugenaussage:) ... dem nach hab man das abentbrot bracht (
v. j. 1486)
schweiz. id. 7, 1234.
vgl. milchsuppe als frühstück im Alpengebiet, morgen-, mittag-
und nachtsuppen
für frühstück, mittag- und abendessen, '
wovon auch die erstere nicht immer eine blosze suppe ist' Schmeller-Fr. 2, 318; d zopp ass möll
das mittagessen ist fertig luxemburg. ma. 508
b. 5@bb)
in (
meist festen)
verbindungen mit entsprechenden attributen oder in verbalen wendungen zur umschreibung einer bestimmten lebenshaltung. gelbe suppe als bild üppigen wohllebens, s. gelb 4, 1, 2,
sp. 2883
und gelbsuppe
ebda 2889: er dient länger nicht, als die gelwen suppen wären Geiler
bei Eiselein
d. sprichwörter u. sinnreden d. dt. volkes (1840) 584; also sehen sölche gesellen auch, das am hofe gele suppen gessen werden, viel fressens und sauffens dran ist Luther 16, 25
W.; denn es ist besser auf der erdn, der wahrheit halbn gehasset werdn ..., als hie mit leuten hoch gesessn ein zeitlang gele suppen gfressn Ringwaldt
v. d. treuen Eckardt (1608) g 8
b;
s. auch unter c
die '
hofsuppe'.
ähnlich gute, fette (feiste)
suppe: (
die geistlichen fürsten) gebend pensionen, schenkinen, feiszt suppen Zwingli in:
schweiz. id. 7, 1228; eine jede (
frau) will die beste sein, und wollen wir gute suppen essen, so müssen wir ihnen gewonnen geben Moscherosch
gesichte (1650) 2, 292;
bon gaignage fait bon potage guter gewinn macht gute suppen Duez
le vray guidon (1657) 762; je unnützlichere und schlechtere handtierung einer gelernt hat, je faistere suppen iszt er J. B. Schupp
schr. (1663) 712; weil er und seines gleichen lieber am hofe bei fetten suppen als in seiner gemeine blieb G. Arnold
kirchen- u. ketzerhist. (1699) 163
b; mit solchem geklimper verdienen die stümper sich fettere suppen J. G. Jacobi
s. w. (1807) 3, 201.
in verbaler wendung etwas macht die suppe fett (feist) '
bringt etwas ein' (
s. ähnlich das kraut fett machen): der perendantz mir güetlich thuet hab darpey oft guetten muet, macht mir mein suppen faist und guet Hans Sachs 22, 281
K.-G.; in neuerer sprache meist in der verneinung: der pfarrer, der doch auch von seiner frau grillen, die ihm ohnediesz die suppen nicht fett machen, was haben wollte Göthe 19, 123
W.; die hohen wissenschaften machen die suppe nicht fett Cl. Brentano
ges. schr. 5, 57.
vgl. mundartliches die suppe aufschmalzen: i hab mir scho oft denkt, ob i mir auf an andere weis (
als durch den jägerberuf) d suppen net besser aufgschmalzen hätt L. Thoma
ges. w. (1933) 5, 318. —
in gleichem sinn: in die suppe zu brocken haben haver donari, esser ricco Kramer
t.-ital. 2 (1702) 1041
a; er hat schon in die suppe zu brocken
ist vermögend Meiner alphab. geordn. wb. (1821) 216.
gegenteilig magere suppe '
dürftige kost, dürftiges auskommen': (
raubritter:) ir reutr, wie wöll wir uns ernehrn? wir haben schier nit mehr zu zehrn, wir müssen mager suppen essen ... wir haben lang kein wildprät gfangen, ein kauffmann ist uns nun entgangen Hans Sachs 21, 3
K.-G.; arme leut kochen dünne oder mager suppen Seb. Franck
sprichw. (1541) 2, 157
a; die zeitungstrucker ... waren der fürstinne verità geschworne feinde: theils weil sie gar magre soupen schlucken musten, so lang sie ihr gedienet Lindenborn
Diogenes 2, 722;
vgl. noch Hupel
oben 5 a. 5@cc)
weitergreifend dann '
auskommen, lebensunterhalt' (
im selben sinn wie z. b. brot): quid potest mihi Cesar, princeps facere? nimpt mir die suppen, strafft den hals, ... das gehet auff den leib. sed Satan greifft nicht nach der suppen, sed nach der lieben seel Luther 34, 2, 78
W.; ich kann ihm (
dem jungen) kein spielzeug kaufen, kaum langt der lohn für die suppe H. Steguweit
d. stelldichein d. schelme (1937) 277. —
vor allem wird hierdurch gern die versorgung bei hof, durch fürstengunst, zumal in abschätzigem sinn bezeichnet, vgl. noch hofsuppe
teil 4, 2, 1701
und gelbe suppe
bei b.
die formel briefe und suppen steht dabei vielleicht in besonderem zusammenhang mit dem gerade auf zustände bei hof gern angewandten lat. wortspiel jus '
recht'
und jus '
suppe',
vgl. niemand helt mehr über recht und gerechtigkeit als fürstenköch, ... also gibt und reicht der koch jedem sein ius, die supp Lehman
floril. polit. (1662) 2, 655: wen der fürst betriegen wil, dem gibt er brieff und suppen vil Murner
narrenbeschwörung 423
Spanier; heten auch (
in streitsachen) etliche mal mandata, wie dann suppen und brieve an mertheils höven wolfeil ausbracht, aber nichts sonderlichs damit ausgericht
zimmersche chron.2 1, 565
B.; vgl. auch: gute wort, hend und suppen sind wolfeil zu hoffe Petri
d. Teutschen weiszh. (1604) 2, Hh 2
b. — diesen ohrnbläsern ..., welche die suppen an herrenhöfen essen P. Crocius
Daniel (1560) 41
b; also dienen ihr viel zu hoff, nicht umb desz herrn, sondern umb der suppen willen Zinkgref
apophthegm. (1628) 1, 361; (
der hund) gieng hungrig seinen weg ... und mogte nach den suppen des hofs sich nicht mehr sehnen J. Fr. Löwen
schr. (1765) 3, 79.
fruchtbar ist dieser gebrauch für die zusammensetzung, s. suppendiener, -esser, -freund, -hofmann, -hund, -poet, -säufer.
vgl. auch suppbub. — '
von unteroffizieren, die auf civilversorgungsschein hin dienen, heiszt es in Österreich, sie dienen auf suppen' Horn
soldatenspr. 52.
in der verbindung suppen und juppen
für '
nahrung und kleidung': werden auch wir nicht mehr weder umb die suppen noch juppen, weder um futter noch deckin mehr sorgen dörffen Schopff (1615)
bei Fischer
schwäb. 4, 134;
weitere belege s. dort. 66)
übertragen in einer reihe zumeist fester bildlicher wendungen. 6@aa)
als umschreibung für '
sache, angelegenheit, lage':
die suppe essen '
die sache ausmachen': juncker Johan von Cleue quam myt grotem volck to Unna vnd enboit dem biscope ... he wolde myt emme de soppen etten ym velde ... de biscop ... wort veltfluchtich (
z. j. 1446)
bei Seibertz
quell. d. westfäl. gesch. 2, 372.
die suppe ausfressen, ausessen '
die folgen auf sich nehmen, es büszen, ausbaden': der fiel im zum ersten, wie man sprücht, in die scheeren und must die suppen uszfressen
zimmersche chron.2 3, 165
B.; sonst hätten wir die suppe auszfressen müssen
Jucundi Jucundissimi lebensbeschr. (1680) 187; du must die suppen auszessen
tibi exedendum est, quod non intrivisti Dentzler
clavis (1716) 281
b; 'wollen wir uns über die närrische ehre mit einander schlagen?' (
Val.:) 'wer sich die suppe bestellet hat, musz sie ausfressen'
samml. v. schauspielen (1764) 11
spieler 63;
auch: die gröszern richten solche suppen an, und die kleinern müssen sie aufessen U. Bräker
s. schr. (1789) 1, 121.
besonders saure suppe: der unser gleit an euch zertrent, ... er wer uns nicht zu ver gesessen, er muest ein saure suppen mit uns essen
fastnachtspiele 1, 301
Keller; sie ... hat dir manche saure suppe zu kosten gegeben Fr. L. Schröder
dram. w. (1831) 4, 220.
mit leichter sinnesänderung die suppe essen '
sich etwas (
unangenehmem)
unterziehen': die fakultät hätte ihn zur disputaz fordern müssen ... und er (
Paracelsus) hätte die üble suppe gegessen, hätte sich gestellt Kolbenheyer
Paracelsus 3, 146.
verbreitet ist heute die redensart: die suppe wird nicht so heisz gegessen, wie sie gekocht wird '
eine sache ist nicht so schlimm, wie sie sich anläszt'. —
anders in einer suppen essen '
überwältigen, klein machen': vil herren bunden sich zusammen, vermeineten auch die statt Genf in einer suppen zu essen S. Münster
cosmogr. (1550) 116,
in der ausgabe von 1628: ... edelleut sich wider gedachte statt (
Genf) verbunden, und zum zeichen der bündnusz ein löffel anhenckten, als wolten sie die statt, gleich wie ein suppen mit löffeln fressen. aber gott der herr verschuffe durch die eydgenossen, dasz ihnen die löffel bald under die banck fielen 292,
am rande: löffelbund,
d. i. der gegen die stadt Genf gerichtete bund waadtländischer edelleute von 1529,
sieh schweiz. id. 4, 1361;
vereinzelt die suppe versuchen: der schlug, der stach, der warff, ich aber machet mich ausz dem staube, ... wolte der suppen nicht versuchen
buch d. liebe (1587) 203.
für den gedanken, '
etwas übles schaffen, verursachen'
erscheint das bild vom anrichten der suppe.
zufrühst in lockeren wendungen: (
der totschläger hat) offenlich gerett: 'ich hatt (
den getöteten) geladen, mit mir ein suppen zu essen, aber ich wust wol, wie ich im ein suppen geben wolt, sy ist im aber ietz worden' (
v. j. 1480)
schweiz. id. 7, 1230; (
Malcus clamat:) hei alle! mer ist ein sopp begoszen, der hot mich gar sere vordroiszen
Alsfelder passionsspiel 3398; er würde nach seiner zurückkunft mir eine solche suppe einschneiden, daran ich mehr als einen tag würde zu essen finden
ehe eines weibes (1735) 20.
feste wendung wird suppe einbrocken: meine freunde ... heiratheten vor der faust weg, brokten sich eine suppe ein, und haben nun was auszuessen Hermes
Sophiens reise (1769) 2, 14; aber dir hab ich eine hübsche schwarze suppe eingebrockt und lasse dich mit dem löffel sitzen Jean Paul 11, 57
H.; er hat mich mit böslicher absicht aufs eis geführt, drum mag er auch die suppe mit verzehren, die er eingebrockt hat W. Hauff
s. w. (1890) 1, 317; er ist des kaisers liebling, der kann uns übles in die suppe brocken Bauernfeld
ges. schr. 1, 257; zudem, die ... hauptspitzbuben, welche ihm die suppe eingebrockt hatten (
die blamage verursacht), sollten ja in seine ... obhut kommen L. Thoma
ges. w. (1933) 2, 283; der exekutivausschusz Serbiens, der gegen jede regierung meutert, der uns auch diese suppe eingebrockt hat Bruno Brehm
Apis u. Este (1931) 496; da hat London sich ... eine schöne suppe eingebrockt, und es wird sie eines tages auch auslöffeln müssen
völk. beobachter, Berlin, 5.
mai 1939.
auch mundartlich verbreitet, z. b. Loritza
id. Viennense 129
b; Ruckert
unterfränk. 179; Bauer-Collitz
waldeck. 51
a;
suppe anrichten Seiler
Basler ma. 285.
individueller bildgebrauch ist die suppe mischen: wer die suppe gemischt hätte, das wären der herzog von Bayern, Slawata, Schlick und dergleichen jesuitenschleppen Ricarda Huch
d. grosze krieg (1920) 3, 141.
suppe kochen: wo im wäldchen 125 schon wieder eine brenzliche suppe gekocht zu werden schien (
d. i. feuer niederging) Ernst Jünger
d. wäldchen 125 (1930) 84;
vgl. süppli kochen
bei süpplein.
anders, '
sich in fremde angelegenheiten mischen': nur nicht anderer leute suppe kochen Ompteda
Eysen (1900) 2, 237. — er
kocht zugleich zwey suppen in einer schüssel
tut zweyerley zugleich Meiner
alph. geordn. wb. (1821) 216. — wie es sich (
botschafter) Kennard ... zum ziel gesetzt hatte, auf der einen seite in London einen freibrief für die Polen zu erwirken, auf der anderen in Warschau
die suppe am kochen zu halten völk. beobachter, Berlin, 14.
dez. 1939,
s. 4.
die suppe versalzen, '(
jem.)
eine sache verderben, einen plan durchkreuzen'
u. ä. häufiger seit dem 16.
jh., sieh teil 12, 1, 1036;
dazu: du wirst zu hof sehen lauter köch, aber nur solche, die einem die suppen versaltzen Abr. a
s. Clara
Judas (1686) 1, 71; sich bei nacht an die (
feindlichen) schützen heran zu schleichen, um ihnen einmal die suppe zu versalzen E. Jünger
d. wäldchen 125 (1930) 103; ich will dir schon die suppe versalzen '
die lust benehmen' Schellhorn
sprichw. (1791) 80; wenn man sechs jahr aufs geheiratetwerden gewartet hat, ist einem
die suppe versalzen. man verliert den frischen mut Ida Boy-Ed
a b c des lebens (1903) 259.
im gleichen sinne: damit wir von denen wächtern nicht gehöret würden, sonsten sollten sie uns die suppe sauer genug gesaltzen haben Zend. a Zendoriis
t. winternächte (1682) 20.
ein haar in der suppe finden '
eine unannehmlichkeit, ein hindernis an einer sache entdecken': die blosze vermutung, dasz einige regierungsmänner in Downing Street und am Quai d'Orsay ein haar in der einkreisungssuppe gefunden haben (
vom vorwurf der einkreisung unangenehm berührt sind), genügt
völk. beobachter (
Berlin)
v. 13. 4. 1939.
daher auch: der junge Leander singt seiner geliebten was vor, das musz nun freilich dem alten herrn haar in der suppe sein maler Müller
w. 1, 329.
in der fassung schon wieder ein haar in der suppe finden, in jeder suppe ein haar finden
besagt die wendung '
überempfindlich sein, an allem nörgeln': mancher findet nur darum ein haar in jeglicher suppe, weil er das eigene haupt schüttelt, solange er iszt Hebbel
w. 6, 444
Werner; vgl. weiteres bei haar
teil 4, 2,
sp. 19 (ein haar in etwas, darin finden).
die suppe (bei jem.)
verschütten '
es (
bei jem.)
verderben': hatte vorhero unser Damon einige gunst bei der frau wirthin erhalten, so schien es vor ietzo, als hätte er die suppe bei ihr verschütt
M. Kautzsch
tobacksbruder (1684) 93;
öfter als redensart gebucht: suppen verschütten
collectam gratiam effundere Schönsleder
prompt. (1618) Ha 5
b; die suppe verschütten Stieler (1691) 1688;
ebenso Dentzler (1716) 281
b; suppen bei einem verschütten Aler (1727) 2, 1867
b.
die hand aus der suppe ziehen '
sich aus einer angelegenheit zurückziehen': zum zehenden, das sich der bapst enthalt, die handt ausz der suppen zihe Luther 6, 435
W. peterlein (
petersilie)
auf allen suppen sein '
sich überall (
unberufen)
einmischen'
; belege s. bei peter 6 c
teil 7, 1577
u. 78;
vgl. dieselbe wendung mit schnittlauch: wem von uns hast du noch nix angetan, du schnittlauch auf allen suppen H. Watzlik
Fuxloh (1922) 239;
mit pfeffer: der pfeffer auf allen suppen sein
mundartlich bei Fischer
schwäb. 5, 1964.
hierhin auch jemandem
in die suppe sehen '
ihn in seinen verhältnissen, seiner häuslichkeit beobachten': in den ersten häuserblöcken (
der aneinander grenzenden städte) ... konnte man nicht nur dem nachbar von gegenüber in die suppe (
sehen), sondern ...
d. neue tag (
Prag)
v. 4.
mai 1939.
die wendung kann noch weitergehend gebraucht werden, etwa wie '
jemandes privatleben beschnüffeln'
u. ä. 6@bb)
zur bezeichnung eines weitläufigen verwandtschaftsverhältnisses dient die hauptsächlich im alemann. verbreitete wendung aus sieben (neun, hundert
u. m.)
suppen oder aus der siebten
u. s. w. suppe
ein schnittlein (tünklein),
s. suppenschnittlein: er ist mir gfründt von der 9. suppen ein tünkli (
v. j. 1651)
schweiz. id. 7, 1228; von hundert suppen ein schnitzlein
remotissima cognatione aliquam attingere Serz 151
a; us der stadt das bini, und wills au redli bikenne, mengem chaufher verwandt 'vo siebe suppe ne tünkli' Hebel
alem. ged. 99
Reclam; schwäb. ûs der nînde suppe s dinkeli Weise-Polle
wie denkt d. volk üb. d. sprache3. 47;
schweiz. fu der sibete supen es tünnki Winteler
Kerenzer ma. 202;
s. noch schweiz. id. a. a. o., Fischer
schwäb. wb. 5, 1075; aus sim supn a schnipsl raus Göpfert
erzgeb. 102 (
vgl. ähnlich in Thüringen: von sieben beeten ein klosz Weise-Polle
a. a. o.). 6@cc)
für verschiedene kinderspiele, in obd. mundarten: schwäb. die suppe machen
das zusammendrillen und wieder aufspringen lassen der schaukel Fischer 5, 1965;
ähnlich elsäss.: ich habe nit gnueg suppe (
ebenfalls beim schaukeln) Martin-Lienhart 2, 371;
vgl. auch: drisuppe Fischer 7, 1251
und milchsuppe machen Staub-Tobler 7, 1234 (
beidesmal in bezug auf eine wirbelnde oder quirlende bewegung);
rhein. suppe schlagen, werfen
steine auf dem wasser springen lassen, s. zeitschr. Teuthonista 3, 187; suppe, fleisch, meerrettich, kartoffelschnitz
bad. die ersten vier sprünge der steinchen ebda. 77)
als appellativum Hans Supp
wiedergabe des franz. Jeanpotage
und ital. Gianpotaggio
für den narren, possenreiszer in der komödie, s. unter Hans teil 4, 2, 461;
vgl. dazu Hans Supp
propr. esset parasitus, coenipeta, sed usurpatur pro mimo et ludione Stieler (1691) 1687; Hanssupp
buffone di ceretano ò cant'imbanco Kramer
t.-ital. 2 (1702) 1041
b. 88)
seit dem frühnhd. (
ende d. 15.
jh.)
erscheint suppe
als '
unsaubere, kotige, beschmutzende flüssigkeit, schlamm'
; durchweg als abschätzige, scherzhafte übertragung von suppe 1
und 2,
vgl. den ähnlichen gebrauch von brühe
und sauce (sosze).
in der bedeutung '
kotlache, sumpf'
findet sich jedoch im obd. ein soppe (
z. b. soppe,
f., '
kotlache' Unger-Khull
steir. 597),
das in flurbezeichnungen wie Soppen
namen von wiesen (1536) Buck
obd. flurnamenbuch 2261, Soppenhalde
etc., s. Alemannia 15, 140; 91; 1, 273; Fischer
schwäb. 5, 1459; Escher-Bürkli
orts- u. flurn. d. landes Baden 4, 962
auch Suppen (1590) Buck
a. a. o.; Suppenäcker, -grund, -tal
u. ä. s. Fischer
schwäb. 5, 1965, Escher-Bürkli
a. a. o. 1019
neben sich hat, vgl. auch schweiz. suppe
neben soppen,
m., steir. schafsuppe
für nardus stricta unter 2suppe, Soppensee
neben Suppensee
schweiz. id. 7, 1227.
wirkt in die verwendung von suppe
als '
schmutzige flüssigkeit, morast'
stellenweise ein anderes selbständiges suppe
dieser bedeutung ein, das an 3suppen (
s. d.)
anzuknüpfen wäre? vgl. auch grundsuppe
teil 4, 1, 6,
sp. 912
ff., supp,
f., '
moorboden, seichte stelle'
lux. maa. 434
b, suppech '
sumpfig'
ebda, und unten suppicht 2,
sp. 1243, suppelig '
regnig', '
schmutzig'
sp. 1232, soppwerk '
nasses wetter' Unger-Khull
steir. 597; süppel
bei süpplein 3. 8@aa) '
jauche, schlamm- und kotmasse'. supp
offa squabula, idem ut stercus cogellatus voc. theut. (
Nürnberg 1482) ff 7
a; pappenhamer oder grundmaister (
abtritträumer) ... (mit ainer sträflichen rede, irn kaufmanshandel zu rechter zeit furzunemen und die suppen nit zu verschütten) (
amptbüchlein, Nürnberg 1516)
städtechron. 11, 818;
künstliche mistjauche: die suppe, welche von dem kühmistpulver und wasser zugerichtet ist (1706)
schweiz. id. 7, 1234;
dazu vgl. suppe nonnumquam pro quovis humore abusive ponitur Stieler (1691) 1688:
inde ... in die suppe fallen
prolabi in lacunas aut limum sive lutum dilutum ebda 1688,
vgl. 3suppen,
vb., sp. 1233
u. suppicht 2
sp. 1243; Campe 4, 754
b; '
in der gemeinen sprechart ganz dünner koth auf den straszen'
ebda; mundartlich: suppe '
arger unrat, kot auf der strasze, morast, sumpflache' Fischer
schwäb. 5, 1965; supp '
zähflüssiger schlamm auf wegen' Mensing
schlesw.-holst. 4, 938; soppe '
jauche'
brem.-nds. wb. 4, 924; in dem loche ist die suppe vom ganzen hofe zusammengelaufen Bernd
Posen 302.
oft scherzhaft in jüngerer volkstümlicher rede, z. b.: 'die suppe ist gut', sagte der kerl und lag in einer mistlache Wander 4, 973.
in vielen zusammensetzungen mit suppe
als zweitem glied, wie drecksuppe, schmutzsuppe,
vgl. etwa: im licht einer taschenlampe sah er ein bein mit einem stiefel aus der braunen lehmsuppe emporragen H. Schauwecker
aufbruch d. nation (1929) 162.
abschätzig bei sonstiger flüssigkeit: gosz ... ein glas wein auf den tisch und patschte ... so derb darein, dasz die suppe davon allen anwesenden ins gesicht flog Menantes
satyr. roman (1719) 198.
grobscherzhaft (
rote)
suppe '
blut',
vgl. ebenso rote brühe
teil 2, 424: da beblaüt man ihm den rücken, da beputzt man ihm den grind, dasz die suppe runter rinnt Czepko
weltl. dicht. 158
Milch; und schlug jenem übers maul, das die rothe suppe folgete A. H. Buchholtz
Herkules (1666) 1, 821; sonst werde ich dich watschen, dasz dir die suppen herunter rinnt
samml. v. schausp. (1764) 6,
haushalt. u. mode 19; schlürf ich die rothe geronnene suppe dir noch beim leben aus jeglichem glied Böttiger
kl. schr. (1837) 1, 257;
vgl. Meiner
alphab. geordn. wb. (1821) 216; rote supp '
blut' Frischbier
preusz. 2, 388
a; Danneil
altmärk. 216
b; Blumer
nordwestböhm. 89
b; '
nasenbluten' Albrecht
Leipzig. 220
b u. ähnl. öfter. sieh auch in schweizer mundart in die suppen kommen '
die menses haben'
schweiz. id. 7, 1230. 8@bb)
bildlich für '
unheil, schlimme lage'
in verschiedenen gängigen wendungen. vgl. dieselben wendungen mit brühe
teil 2, 424, sosze
teil 10, 1, 1816, patsche
teil 7, 1507.
in die suppe kommen, geraten: (
der als ketzer verurteilte prediger hat) offlich kein kindlin nit geschediget, und er doch in die suppen was als kummen, do zuo leiden das Th. Murner
4 ketzer prediger ordens (1521) 78
b; und hätt ers gut von hertzen gemeint, ... so wäre er in die suppe nicht gerathen J. Kraus
Luther (1719) 7; da kamen wir schier in eine noch schlimmere suppe Cl. Brentano
ges. schr. (1852) 4, 233.
in der suppe stecken: tu abis und lost uns sticken in der suppen Luther 28, 486
W.; werde er kain bistand von inen haben, sondern mssen also ... in der suppen bliben stecken und groses unfals gewarten (1546) A. Blaurer
briefwechsel 2, 465
Schiesz; daher dann mancher guter mann, der sie (
die welt) nicht uberzeugen kan, musz in der suppen stecken bleiben und sich gleich lan zu winckel treiben B. Ringwaldt
lauter warheit (1598) 134, in der supfen stecken bleiben
ebda 40,
sieh oben sp. 1215; darumb müssen wir auch unsere sachen klüglich anstellen, damit wir nicht in der suppen stecken bleiben Heinr. Jul. v. Braunschweig
Susanna (1593) m 5
b.
in der suppe stehen, sein, sitzen: man weis nicht, wo er (
der flüchtige herzog) hin ist gestoben oder geflogen. er hat uns recht in der suppen lassen stan
gesprech v. d. flucht herz. Heinrichs v. Braunschweig (1542) b 1
a. es hat bei Sohrr (
Soor) schärfer gegangen als nihmahlen, und bin ich in der suppe bis über die ohren gewessen (1745) Friedrich
d. Gr.
br. an Fredersdorf 58
J. Richter; gestern habe ich ein leichtes fiber gehabt, ... es ist aber schon schwach und denke ich mit ende diesser woche aus der supen zu sein (1747)
ebda 111. denn er (
der richter) kann morgen schon in derselben suppe sitzen B. Traven
d. weisze rose (1929) 49;
vgl.: wir sitzen recht in der suppen '
sind in groszer verlegenheit'
id. austr. (1824) 114; he sitt in der soppen bet aver de oren '
er steckt ... tief in schulden'
brem.-nds. wb. 4, 924; he sitt deep in de suppe '
er ist in schlechten umständen' Dähnert
Pommern 475
a; Frischbier
preusz. 2, 388
a; in de supp sittn laoten '
jem. im stich lassen' Danneil
altmärk. 216
b.
in die suppe bringen, führen, ziehen: (
der französische könig) hatt kein ruw so lang, bisz er die 5 ort, so wider in warent ..., in die suppen bracht (
v. j. 1516)
schweiz. id. 7, 1230; (
er) het uns in die suppen helfen füeren
ebda; aber andere treue diener ... sol er nicht mit sich in die suppen ziehen
Züricher quelle von 1647
in: Alemannia 18, 42;
nd. wo se rede etlike mall dorch de Lubischen in de suppe gefurt weren worden (16.
jh.) Thomas Kantzow
chron. v. Pommern 99
Gaebel.