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suppe

mhd. bis spez. · 19 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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20 in 19 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

suppe f.

Bd. 20, Sp. 1219
suppe, f. herkunft. in hd. suppe scheinen sich entlehnung aus frz. soupe und einheimisches wortgut vermischt zu haben. mnd. soppe Schiller-Lübben 4, 293a, mnl. soppe flüssige speise Verwijs-Verdam 7, 1578, ags. sopp(e) eingetunkter bissen Bosworth-Toller 895. die nord. formen: spätan. soppa af víni weinsuppe Cleasby-Vigfusson 578, n. suppe suppe, schwed. soppa, norw. dial. soppa milch mit gebröckeltem brot Falk-Torp 1205 werden vielfach als entlehnung aus dem mnd. angesehen, vgl. Fischer lehnw. d. altwestnord. 85; Hellquist 826. ein langobard. supfa 'eingetunkte brotschnitte' oder 'brühe' wird aus it. zuffa 'zarte polenta' erschlossen, s. Meyer-Lübke 8464; Gamillscheg Romania Germanica 2, 165; 305. ahd. *sopfo, -a wird nur in den deminutiven suphen sorbiunculas ahd. gl. 1, 419, 18 (13. jh.); 423, 12 (13. jh.), suphilun sorbiunculam 1, 424, 21 (8./9. jh.) sowie dem compositum gasopho, -a einigermaszen faszbar; dessen bedeutungsentwicklung ist allerdings nicht völlig deutlich: a paleis fona kasoffon ahd. gloss. 2, 311, 40 (9. jh.); quisquiliae gasopha (var. gasoupha) vel trestir vel chliuua ahd. gl. 2, 364, 55 (10. jh.); kesopha purgamenta (huius mundi 1. Cor. 4, 13) ebda 1, 760, 30 (11. jh.); gasopho peripsima (gleichfalls zu 1. Cor. 4, 13) ahd. gl. 1, 763, 1 (12. jh.); migma et commixtum kasofo idem sunt (zu Esaias 30, 24: et tauri tui et pulli asinorum, qui ... commixtum migma comedunt) ahd. gl. 1, 591, 34 (12. jh.); gasophe vel trestir quisquilias frumentorum ahd. gl. 4, 157, 23 (13. jh.). es ist offenbar an die verwendung der getreiderückstände 'mit anderen abfällen vermischt und eingebrüht' als viehfutter zu denken, vgl. Heyne dt. nahrungswesen 61. — germ. stamm *suppōn, f., 'brühe, suppe' Fick 34, 445. gallorom. suppa (5/6. jh.) in den spätlat. Oribasiusübersetzungen: panem calidum in bullentem (aquam) mittis et mox dabis manducare calidas suppas, 'eingetunkte brotschnitte', s. Svennung Uppsala universitetsårskrift 1933, 128; Gamillscheg etym. 812 mit den roman. bildungen ital. zuppa, lad. žopa, prov., katal., span., port. sopa; frz. soupe 'in die suppe getunktes brot', 'suppe' Meyer-Lübke 8464 ist nach Gamillscheg postverbale zu *suppare 'würzen', vielleicht auch 'eintunken' zu got. supôn. dazu stellen sich verbale bildungen der ōn-reihe: ags. soppian 'brot eintunken' Bosworth-Toller 895a, mnl. soppen 'brot in flüssigkeit tunken, leichte abendmahlzeit halten' Verwijs-Verdam 7, 1579, rhein.-nd. soppen 'tunken' (s. bei 1suppen). das verhältnis zum subst. ist nicht sicher zu bestimmen, s. Wissmann nomina postverbalia 1, 184 f. j-wirkung zeigen ahd., mhd., frühnhd. supfen (s. d.), suppen (s. 1suppen) 'schlürfen'. ohne geminierung got. supôn, ahd. soffôn 'würzen', eigentlich 'in gewürzte brühe eintunken'; alles zu germ. sûpan, ahd. sûfan, nhd. saufen. — vgl. auch die synon. supf, m., suff, soff, m. und n., sowie saufe, f., sauf, m. dazu noch ahd. sauf 'ius', anord. saup 'buttermilch' und ahd. sûf 'brühe mit schnitten' (in sufmuas, -muosili u. ä. 'sorbiunculas' ahd. gl. 1, 414, 14 u. ö.). — idg. wurzelform seb- neben sep-, erweiterung von se- 'saft, feuchtes', vgl. ai. supa 'brühe, suppe' Walde-Pok. 2, 469. verbreitung. nd. soppe häufiger in glossen und vocab. des frühen 15. jh. (z. b. 1417, 1420 u. ö., s. u.), 1446 westfälisch (Soest) bei Seibertz quell. 2, 372. — md. soppe 1390 (Seligenstadt, Unterfranken) weist. 1, 506 u. ö., s. u.im obd. des 14. jh. hochalem. suppa suppe vocab. optim. 24 Wackern., als suplin in der meister Eckhart-überlieferung: reden d. unterscheidung 17 Diederichs (alemann. hs. von 1477, var. sauffens Karlsruher hs. [bair.] d. 14./15. jh.); in der suppe, weinpersuppen, mandelsupp, arbaizsupp küchenamtsrechnungen d. 14. jh. im urk.-buch d. stiftes Klosterneuburg vorr. xliv anm. 8 Zeibig (font. rer. Austriac. II 10, 1). seit dem 15. jh. oft in schweizerdt. quellen (suppe v. j. 1408 schweiz. id. 7, 1233, v. j. 1477 ebda 1229, v. j. 1486 ebda 1234 u. ö.), in obd. glossaren: supp (voc. v. 1419), suppen (1445) Schmeller-Fr. 2, 318; vgl. auch suppbub v. j. 1432 oben sp. 1219; suppe (15. jh.) Diefenbach gl. 82a; supp gemma gemm. (Straszburg 1508) b 7a; sup gemma (Hagenau 1510) c 7a; wassersuppe voc. rer. (Straszburg 1512) e 3b; eyersupp gemma (Schonsperger, Augsburg 1512) bei Diefenbach gl. 393c; kässup Pinicianus prompt. (Augsburg 1516) d 6a, auch bei obd. und ostmd. schriftstellern suppfleisch (1462 Augsburg) sieh sp. 1235; supenschmit (1463) Mich. Behaim buch v. d. Wienern 312 Karaj., ebda suplin s. u. sp. 1245; suppensnittel fastnachtsp. 1113 (hs. D mitte d. 15. jh.); suppe 1487 Nürnberg, s. städtechron. 10, 127; E. Tucher baumeisterbuch 60 lit. ver.; 1495 Erfurt, s. u. 2 c; Paracelsus opera (1616) 1, 645 Huser; Luther 23, 151 W.; Hans Sachs 21, 3 lit. ver.; Berthold v. Chiemsee t. theol. 550 R.mundartlich heute im gesamten dt. sprachgebiet verbreitet, ebenso wie die mehrzahl der älteren liter. zeugnisse wohl vor allem im westen, s. die wörterbücher. frz. soupe ist seit dem 13. jh. belegt, s. Hatzfeld-Darmstetter dict. gen. 2066, vgl. z. b. une soupe en vin Chrestien de Troies Percev.-fortsetz. 36113 Potvin, s. Alw. Schulz f. leb. z. zt. d. minnes.2 1, 382, souper 'die abendmahlzeit einnehmen' seit d. 12. jh., s. Gamillscheg etym. 812; vgl. auch von salsen suppierren Wolfram Willeh. 44, 13 (das nach Suolahti m. d. l. soc. néophil. d. Helsingfors 6 [1917] 114; 8 [1929] 248 auf afrz. soupier 'suppenschlürfer' oder 'suppenbereiter' zurückgeht) und ein brot mit einer supparjen netzen Ulrich v. Türheim Will. 139b. form. mnd. soppe (1417) Diefenbach n. gl. 86b; 270b, wynsoppe (1417) gl. 382; soppe (1420) gl. 393c; gemma (Köln 1495) p 5b; eyersoppe gemma (Köln 1507) bei Diefenbach gl. 393c; Schiller-Lübben 4, 293a; im frühen nd. seltener und unsicherer in der form suppe belegt, vgl. nd. voc. d. 15. jh. bei Diefenbach gl. 543a; zuppen (neben zupen-, zoppen- u. a.) gemma (Köln 1507) bei Diefenbach gl. 393c; de suppe (16. jh.) Kantzow chron. v. Pommern, s. u. 8 b. in heutigen maa.: soppe, zoppe Woeste westf. 248; tsope Bauer-Collitz waldeck. 106; sopp(e) Doornkaat-Koolman ostfries. 3, 258; soppe brem.-ndsächs., sopp, supp schlesw.-holst., supp altmärk., supp preusz., suppe pommer. u. rügisch, s. unter 8 a u. b; zupp niederrhein.md. suppe z. b. thür. Erfurt 1495 s. u. 2 c, Luther z. b. 16, 25 W. u. ö., s. u.; md. soppe und sopp begegnet bis ins 16. jh. in deutlich landschaftlich bestimmten quellen: in md. glossaren bei Diefenbach z. b. soppen (acc. sing., 15. jh.) gl. 393c; soppe (1470) ml.-hd.-böhm. wb. 195; in weistümern des 14.-16. jh., z. b. soppe 1390, s. oben; eyne soppe (1534 Eifel) weist. 2, 568; (16. jh. Obermosel) 259; ein sopp Alsfelder passionssp. 3398, sieh sp. 1227; die sopp (1563) Niedermendig, Untermosel) ebda 494; Er. Alberus (1540) Qq 4b. vereinzelt bei Luther die soppe 29, 412 W. (1529); mundartlich, z. b. soppe, f., bei Follmann lothr. 513; zopp Gangler lux. (1847) 494; tsope Leihener Cronenberg. 125; sǫbə, f., Hofmann niederhess. 236a; soppe bei Müller-Fraureuth obersächs.-erzgeb. 2, 589b (Hohenstein). — obd. suppe und supp, sieh oben.zum anlautenden z: zuppen, zoppenmecher gemma (Köln 1507) bei Diefenbach gl. 393c, tsop Follmann lothr. 513, die zoppe Buchrucker Elberfeld 178, zupp, f., Hönig Köln. 210b; niederrhein. (Krefeld) u. ö. im nd. westen, vgl. F. Münch gramm. d. fränk.-ripuar. ma. 98 und Sarauw vergl. lautlehre d. nd. maa. 376 f.; s. auch mnl. zoppe Verwijs-Verdam 7, 1578 sowie beim verbum unter 1suppen, ebenso bei suppelich und süppchen. aus den obliquen formen entstandenes suppen steht bis ins 17. jh. durch: zuppen (Köln 1507) s. oben; soppen md. voc. 15. jh. bei Diefenbach 393a; suppen (1445) bei Schmeller-Fr. 2, 318; der ... chaos ein suppen ... ist Paracelsus opera (1616) 1, 645 H.; als ain suppen ... ist Berthold v. Chiemsee t. theol. 550 R.; Henisch (1616) 531; obd. vereinzelt als mask. der suppen Maaler (1561) 396b. mundartlich suppen z. b. bei Schmeller-Fr. 2, 318; Ruckert unterfränk. 179. — für die kurzform vgl.: mandelsupp (14. jh.) oben sp. 1220; supp (1419), wassersupp (1429) bei Schmeller-Fr. 2, 318; weitere belege für obd. sup(p) im 15. und anf. d. 16. jh., md. die sopp s. oben; die sup Fischart Garg. 23 ndr.; manche fette supp Grimmelshausen 2, 349 Keller; mundartl. bei Follmann lothr. 513; Ch. Schmidt Straszb. 108; niederrhein. zupp (Krefeld); supp Danneil altmärk. 216b; suure, swatte supp Schütze holstein. 4, 226; supp, sopp, fem. und vereinzelt n. Mensing 4, 937. schwache beugung des sing. häufig bis ins 17. jh.: acc. sing.: de soppen etten (1446) Seibertz quell. d. westfäl. gesch. 2, 372; soppen essen md. voc. 15. jh. bei Diefenbach gl. 393c; enkein suppen geben (v. j. 1408) schweiz. idiot. 7, 1233; man ... die suppen brachte (v. j. 1486) ebda 1234; aus einer ... suppen Boltz Terenz (1539) 54; nach der suppen Luther 34, 2, 78 W.; zur suppen Lehman floril. polit. (1662) 1, 852; schütte diese suppen M. Böhme vieharznei (1682) 54. mundartlich noch hoch- und nd.: in der suppen id. austriac. (21824) 114; in der soppen brem.-ndsächs. 4, 924. — starke beugung: geben eyne soppe (1534) weist. 2, 568; in die supp Frey gartenges. 144 B.; mit der suppe Grimmelshausen 1, 81 Keller. sie herrscht seit dem 18. jh. bedeutung und gebrauch. ausgangsbedeutung ist 'schlürfspeise', d. i. 'flüssiges gericht mit einlage' (brot, fleisch) oder, näher zu den verben (s. o. bei herkunft) stehend, 'eingetunkte schnitte', die schlürfend gegessen wird. diese germ. wie in der romanischen entlehnung bezeugte doppelte bedeutung tritt im deutschen weniger hervor; die bedeutung 'schnitte' ist nur spärlich faszbar (1), herrschend ist suppe im erstgenannten sinn (2). 11) die häufige glossierung 'offa' Diefenbach gl. 393c; n. gl. 270a faszt suppe wohl als 'schnitte in brühe' gleich dem ags. soppe und frz. soupe 'eingetunkter bissen'; vgl. offa ... est panis stinctus in brodio carnium ein soppe (1470) Diefenbach ml.-hd.-böhm. wb. 195; suppa begossen brott (15. jh.) n. gl. 356a; vipa (= offa facta de vino) suppen, gemischter wyn mit brote (ende 15. jh.) gl. 621b; soppe (1417 nd.) n. gl. 382b; sieh auch im sprichwort: inter offam et os multum intervenire posse zwischen der suppen und dem mund mag vil dar zwischen kummen Geiler v. Keisersberg brösamlin (1517) 2, 28b; zumal in der demin.-form, s. bei süpplein. noch deutlicher zeugt: offa ex jure ... panis juculentus ein sopp, supp Er. Alberus (1540) Qq 4b; der suppen panis e jure Maaler (1561) 396b; dazu mundartl. soppe semmelschnitte mit ... fleischbrühe übergossen Köppen Dortmund. 55; die zopp ein in brühe eingetunktes oder eingeweichtes stückchen brot Müller-Weitz Aachen. 267. vgl. in gleicher landschaft soppen, vb., 'tunken' bei 1suppen. 22) flüssige löffelspeise, meist mit einlage, sachlich sich dann oft eng mit 'offa' berührend. 2@aa) jus (supp Pinicianus 1521) bei Diefenbach 312c; brodium (geweicht brot mit suppen voc. ex quo 15. jh., brüe vel supp md. z. t. obd. voc. rer. 15. jh., suppe, fleischsuppen voc. incip. teut. 15. jh.) ebda 82a; sorbicium (15. jh. hd. und nd.) ebda 543a; sorbium (ein supp Augsb. 1512) ebda; im besonderen smalzsuppen ... ayrsuppen von ayrtotters oder erfarne suppen, herte ayr aus dem eszig oder eingerüertz kochbüchlein aus Tegernsee (hs. d. 15./16. jh.) Germania 9, 200; vgl. später: suppen seynd aus brodt und wasser oder ... aus fleischbrühe, milch, wein und bier Marperger küchen- u. kellerdict. (1716) 1138a; auch: ein thurn ohne glocken, ein suppen ohne brocken ... ein mensch ohne lehr, seynd alle nicht weit her Abr. a s. Clara mercks Wien (1680) 75. daraus die wendung die suppe einschneiden concidere panem in jusculum Dentzler (1716) 371a: zwo suppen in zwo schüsslen ingeschnitten (v. j. 1477) schweiz. id. 7, 1229, weitere belege s. d. suppe mit fleischeinlage heiszt in alter sprache mitunter gesattelte suppe: ein gesattlete suppen mit flaisch (16. jh.) bei Fischer schwäb. 5, 589; nach der gesatleten suppen rit iedermann darvon zimmersche chron.2 3, 439 B. häufiger suppe und fleisch, vgl. engl. ähnlich bred and butter 'butterbrot': (er) gab ain stück flaisch und suppen Richental Constanzer concil 47 lit. ver.; die suppen und das fleisch Steinhöwel Äsop 57 K.; ihre suppen und fleisch (ist uns) zu versotten Paracelsus opera (1616) 2, 67a H.; eine brüh ..., vermeinete ein suppen und fleisch Tabeus Mäynhincklers sack (1612) c 4b; suppen und fleisch geben (v. j. 1704) schweiz. id. 7, 1232. auch suppe mit fleisch Holtei erz. schr. 5, 128. trockene suppe ist wohl stark eingekochte suppe mit wenig brühe, es kann aber auch die mittelalterliche elementenlehre von 'trockenen flüssigkeiten' hereinspielen, s. trocken E 3 teil 11, 1, 2, sp. 746: es sol auch der krank ... nichts anders essen dann müszlin und kräftige truckne suppen Gäbelkover arzneib. (1595) 1, 306; vgl. aber trockensuppe suppa secca cioè spessa senza brodo Kramer t.-ital. 2 (1702) 1041b. fette, feiste suppe, sieh u. 5 b, sp. 1226, gegensatz magere, dünne suppe ebda und 5 a; scherzhaft blinde suppe (die keine fettaugen hat): im küchenschrank nicht soviel, um eine stockblinde suppe zu machen Gotthelf in: schweiz. id. 7, 1228, s. auch dort und Fischer 5, 1964 mundartliche belege. ähnlich wohl arme suppe: der gastmeister furt in in die hundstuben ... und bracht im ein arme suppen Pauli schimpf u. ernst 51 lit. ver. 2@bb) (in dicklicher form) gern als selbständiges oder hauptgericht: auch ist eyn alt herkommen, ... sol man den scheffen geben ... in unszers hern des apts hoffe eyn soppe und fleische darauf (Seligenstadt 1390) weist. 1, 506; das der jungste scheffen zum geding den scheffen die sopp sol kochen (Untermosel 1563) ebda 2, 494; davon (von 'Edom') gibt yhm (Esau) die schrifft nicht den namen, sondern umb der roten suppen willen (d. i. das linsengericht) Luther 24, 440 W.; man stirbt nicht gleich, wenn man nicht allemahl ... des morgens eine suppe für dem magen haben kan H. v. Fleming t. soldat (1726) 134; sellerey ... und löffelkraut ... beides wurde ... täglich in einer suppe von weizen- oder habermehl zum frühstück gegeben G. Forster s. schr. (1843) 1, 174; wie dicke suppe im kochtopf, an deren oberfläche schmatzende blasen mühsam sich öffnen H. v. Doderer ein umweg (1940) 139. die mittelrhein.-westnd. mundarten unterscheiden diese 'dicke suppe' (gemüsetopf, brei, mus) als soppe, zoppe, vielfach von der wohl der schriftsprache entlehnten suppe als dünnflüssiger (vor-)speise, s. Leihener Cronenberg. 125; Waldbrühl rhingscher klaaf 221; Leithäuser Barmen 174; auch im schweizerdt. suppe 'mus, brei' schweiz. id. 7, 1237; vgl. auch die verbindung kraut und suppe Petri weiszh. (1604) 2, kk 6b; kol und suppen Luther 23, 151 W. 2@cc) sodann versteht man unter suppe vornehmlich das meist dünnflüssige, warme, mit dem löffel zu essende gericht, das eine aus mehreren gängen bestehende mahlzeit einleitet: gibt man allen morgen ... zwo gele suppen mit gesotten hünern und dabey zwo gebraten gensse und wein und broith (Erfurt 1495) Thür. rechtsdenkmäler 310 Michelsen; so sollen unsers hern hoffleuth uns ... geben ... ein stück fleisch, ein soppe und ein sester weins (Obermosel 16. jh.) weist. 2, 259; wir hatten ... an der suppe einen anfang gemacht, wie die Teutschen pflegen Moscherosch gesichte (1650) 2, 210; solche stille andacht continuirte so lang, als man mit der supp und den ersten speisen (des gastmahls) zu thun hatte Grimmelshausen Simpl. 81 Scholte; sie (wollüste) seyn gutt zur suppen, taugen aber nicht, eine ganze mahlzeit davon zu machen Butschky Pathmos (1677) 99; gleichwie es der natürlichen ordnung einer wohleingerichteten gasterey gerade zuwider laufen würde, wenn man den nachtisch ehe herum geben wollte als die suppe oder vorkost Triller poet. betrachtungen (1750) 2, 598; ein stabsoffizier, ... der mich von der suppe bis zum braten unaufhörlich von seinen thaten ... unterhielt fürst Pückler briefwechsel u. tageb. 2, 152. in neuerer sprache gern für eine ganze (mehrgängige) mahlzeit: suppe met. ordinario ò pasto ordinario Kramer t.-ital. 2 (1702) 1040c; die suppe versäumen negligere il pasto ebda 1041a; dramatiker, die ihre helden über hals über kopf abschlachten, damit dem hungrigen zuschauer die suppe nicht kalt werde Schiller 2, 369 G.; (ruf zum essen:) die suppe ist fertig! Meisl theatralisches quodlibet 1, 98. die wendung zur suppe laden 'zu gast bitten' kann anfänglich noch die eigentliche bedeutung von suppe (s. o. b) meinen; dann aber wird die wendung als bescheidenheitsformel für das laden zu einem mehrgängigen essen aufgefaszt, vgl. in ähnlicher weise auf ein (zu einem) butterbrot bitten: invitare ad coenam, ad prandium zur suppe laden, zu gast bitten Corvinus fons lat. (1646) 987; invitar', pregar' uno al suo pasto ordinario einen zur suppe laden Kramer t.-ital. 2 (1702) 1041a; einen auf eine suppe bitten heiszt in der sprache der vornehmen, jemanden zu einer mittagsmahlzeit einladen Kindleben studentenlex. 186; ähnlich: (wenn du dich in Linz aufhieltest, um) an meinem tische eine suppe zu essen Stifter s. w. 24, 381. besonders bei löffel suppe (vgl. das heute übliche jem. zu einem glas wein bitten): den könig und seine ganze familie und seine ganze dienerschaft ... auf einen löffel suppe zu sich einladen Cl. Brentano ges. schr. 5, 111; der Engländer wird mich dann mit einem derben händedrucke ... belohnen, der Russe aber auf einen löffel suppe zu sich einladen Pansner schimpfwörterbuch (1839) xxvii. 2@dd) vielfach tritt suppe zu brühe in synonymische wechselwirkung. dabei ist für die ältere zeit nicht immer zu unterscheiden, wieweit der gebrauch synonym oder gegensätzlich zu verstehen ist, auch kann brühe den umfassenderen begriff vorstellen; in moderner, vorwiegend norddt. umgangssprache ist brühe oft die leere oder die fleisch- und fischbrühe, suppe die dickere, mit zugaben und einlagen verkochte, vgl. Kretschmer wortgeogr. 156: brodium bre vel supp md. voc. rer. 15. jh. bei Diefenbach gl. 82a; kräutlin ... welche man ... kan ... in täglicher suppen und brüen geprauchen Sebiz feldbau (1579) 170; zu dem sol alle speisz dick und trocken ... seyn, vest und nit viel dünn als brhen oder suppen sind J. Ruoff hebammenbuch (1580) 132; als ihn (einen Sachsen) die wirtin nach gebrauch der (schwäbischen) landsart und desz worts gewonheit fragte, ob er eine brh wölte, vermeinete ein suppen und fleisch A. Tabeus Mäynhincklers sack (1612) c 4b; suppe, ... sauce, sind bekannte brühen Amaranthes frauenz.-lex. (1715) 1925; vgl. auch unten suppentauf sp. 1241. redensartlich: arbeiter, denen es suppe oder brühe war, ob man sie als proletarier betrachtete oder nicht B. Traven d. weisze rose (1929) 8. 2@ee) selten 'tunke': die soole (ist) scharffe suppe, so man auf gesaltzen fleisch, fische und kohl geuszet Gueintz dt. rechtschreibung (1666) 129; ein gehörnter kapaun ward in der silbernen schaale aufgetragen und badete sich in der kräftigen suppe Zachariä poet. schr. (1763) 1, 283. vgl. zur synonymik noch Weigand 1, 238; Maasz-Eberhard 1, 207. — auch soviel wie 'saft': man musz die disteln in ihrer eigenen suppe kochen Winckler gedanken (1685) h 8b; vgl. suppicht 1 sp. 1243. 33) von sonstiger breiiger flüssigkeit, z. b. von suppenartigem viehfutter: dieses hexel gibt man ihnen (den ochsen) nur ein wenig mit wasser besprenget ... dann wans viel suppe hat, so kriegen sie grosze bäuche viehbüchlein (1667) 10; s. auch suppe als 'branntweinschlempe' zur ochsenmast schweiz. id. 7, 1234. — in kühner wendung als bezeichnung der gärenden ('kochenden') urmaterie: ausz diesem element der erden entspringt dasz fewr, das der erden chaos macht, zu gleicher weisz wie das chaos ist zwischen dem himmel und der erden: und dasselbig chaos wirdt zu einer suppen seiner mineralien, zu gleicher weisz wie der eusser chaos ein suppen der sternen ist ... und was nun in dem chaos kocht ist worden, ... ist der tartarus der lungen Paracelsus opera (1616) 1, 645 H.breiartiges: aus den birnen ist ein matsch und eine suppe geworden Bernd Posen 302. vereinzelt als übersetzung von ceroma (= unguentum ex oleo et cera): eyn soppe von mengherleye crude (1417 nd.) Diefenbach n. gl. 86b (vgl. ceratum vormenget crut und salve ebda; s. auch suppenfasz). 44) welsche suppe 'gifttrank', frühnhd. neben viel häufigerem süpplein (s. d.): denselben tag (ist er) nit on argwon ainer welschen supen gestorben (16. jh.) württ. gesch.-quellen 6, 2, 337; s. auch teil 13, 1337-1338, unter wälsch; vgl.: giftsuppe confusum in poculo venenum, potio mortifera Stieler (1691) 1687. dagegen in neuerer sprache welsche suppe soviel wie 'bettlersuppe' schweiz. id. 7, 1228: alles durch einander wie in einer welschen suppe Gotthelf ebda. suppe auch als zaubertrank: sy könne wol ouch eim ein suppen machen wie ir muotter (hexenprozesz v. j. 1548) schweiz. id. 7, 1232. 55) in erweiterter anwendung von 2 b in älterer sprache. 5@aa) 'mahlzeit, mahl' schlechthin, wobei die vorstellung eines suppengerichtes ganz ausscheiden kann: sol man ... (von der arbeit) zu der suppen darvon geen, wenn es zwai schlecht E. Tucher baumeisterbuch 60 lit. ver.; zu mittagh ... zu Langleben, einem schloszlin ..., einem von adel ... zugehörigh, welcher uns ... die suppen mitgetheilt hatt (1595) Breuning v. Buchenbach relation 65 lit. ver. 'gastmahl': (es) sol ... nieman von enkeinem brutloff enkein suppen me geben in kein geselschaft (v. j. 1408) in: schweiz. id. 7, 1233; wann ein breutigam dem handwerk ain suppen verehrt, dasz ein jeder meister, so bei solcher suppe nicht erscheinet ... ein schilling zue geben (1603) bei Fischer schwäb. 5, 1956. dieser gebrauch lebt verschiedentlich mundartlich weiter: 'das ganze essen, einschlieszlich sämtlicher gänge' Fischer a. a. o.; 'für warme mahlzeit überhaupt, e suppen und brav küm (kümmel) drauf eine gute mahlzeit' Schmeller-Fr. 2, 318; in Leipzig gelbe suppe das jährliche gastmahl der stadträte und -verordneten, das mit einer erbsensuppe beginnt Albrecht 220a, vgl. auch unter b gelbe suppe. — ebenso begegnet dieser gebrauch in einer reihe von älteren oder mundartlich belegten zusammensetzungen mit suppe als zweitem glied: so brautsuppe 'hochzeitsessen', s. teil 2, 338; fastnachtsuppe 'festmahl in der fastenzeit' schweiz. id. 7, 1247; henkersuppe 'henkersmahlzeit', s. Stieler (1691) 1687; klostersuppe met. refettione claustrale Kramer t.-ital. 2 (1702) 1041a, vgl. auch teil 5, 1243; taufsuppe 'taufschmaus' Fischer schwäb. 7, 1251; totensuppe 'leichenschmaus': die kostspieligen totensuppen auf dem lande Döberl entwicklungsgesch. Bayerns 2 (1912) 415; sonntagsuppe 'mittagsmahl eines neuvermählten ehepaares am 1. sonntag im elternhaus', s. Schmeller-Fr. 2, 318 u. 1, 1208. mit erweitertem begriffsumfang 'beköstigung, verpflegung': in demselben jar (1361-64) wart sant Seboltz kor angefangen, der kostet 24000 gulden on die suppen (Nürnberg 1482) städtechron. 10, 127; dünne suppe, magere suppe schlechte beköstigung Hupel Lief- u. Esthland (1795) 234. auch eine bestimmte mahlzeit kann unter suppe verstanden werden, so frühstück: so die kurtzen tag angeen, sol den tagwerchern zwischen der suppen und des mals kein kas und prott nit geben werden (Bozen 1512) bei Schöpf tirol. 730; ein suppe oder zu morgen essen wellen (1533) bei Fischer schwäb. 5, 1965; des morgens zur suppen Kirchhof wendunmuth 1, 164 lit. ver. abendessen: haben mit einandern keglet, und als man in dem die suppen brachte ... (nach anderer zeugenaussage:) ... dem nach hab man das abentbrot bracht (v. j. 1486) schweiz. id. 7, 1234. vgl. milchsuppe als frühstück im Alpengebiet, morgen-, mittag- und nachtsuppen für frühstück, mittag- und abendessen, 'wovon auch die erstere nicht immer eine blosze suppe ist' Schmeller-Fr. 2, 318; d zopp ass möll das mittagessen ist fertig luxemburg. ma. 508b. 5@bb) in (meist festen) verbindungen mit entsprechenden attributen oder in verbalen wendungen zur umschreibung einer bestimmten lebenshaltung. gelbe suppe als bild üppigen wohllebens, s. gelb 4, 1, 2, sp. 2883 und gelbsuppe ebda 2889: er dient länger nicht, als die gelwen suppen wären Geiler bei Eiselein d. sprichwörter u. sinnreden d. dt. volkes (1840) 584; also sehen sölche gesellen auch, das am hofe gele suppen gessen werden, viel fressens und sauffens dran ist Luther 16, 25 W.; denn es ist besser auf der erdn, der wahrheit halbn gehasset werdn ..., als hie mit leuten hoch gesessn ein zeitlang gele suppen gfressn Ringwaldt v. d. treuen Eckardt (1608) g 8b; s. auch unter c die 'hofsuppe'. ähnlich gute, fette (feiste) suppe: (die geistlichen fürsten) gebend pensionen, schenkinen, feiszt suppen Zwingli in: schweiz. id. 7, 1228; eine jede (frau) will die beste sein, und wollen wir gute suppen essen, so müssen wir ihnen gewonnen geben Moscherosch gesichte (1650) 2, 292; bon gaignage fait bon potage guter gewinn macht gute suppen Duez le vray guidon (1657) 762; je unnützlichere und schlechtere handtierung einer gelernt hat, je faistere suppen iszt er J. B. Schupp schr. (1663) 712; weil er und seines gleichen lieber am hofe bei fetten suppen als in seiner gemeine blieb G. Arnold kirchen- u. ketzerhist. (1699) 163b; mit solchem geklimper verdienen die stümper sich fettere suppen J. G. Jacobi s. w. (1807) 3, 201. in verbaler wendung etwas macht die suppe fett (feist) 'bringt etwas ein' (s. ähnlich das kraut fett machen): der perendantz mir güetlich thuet hab darpey oft guetten muet, macht mir mein suppen faist und guet Hans Sachs 22, 281 K.-G.; in neuerer sprache meist in der verneinung: der pfarrer, der doch auch von seiner frau grillen, die ihm ohnediesz die suppen nicht fett machen, was haben wollte Göthe 19, 123 W.; die hohen wissenschaften machen die suppe nicht fett Cl. Brentano ges. schr. 5, 57. vgl. mundartliches die suppe aufschmalzen: i hab mir scho oft denkt, ob i mir auf an andere weis (als durch den jägerberuf) d suppen net besser aufgschmalzen hätt L. Thoma ges. w. (1933) 5, 318. — in gleichem sinn: in die suppe zu brocken haben haver donari, esser ricco Kramer t.-ital. 2 (1702) 1041a; er hat schon in die suppe zu brocken ist vermögend Meiner alphab. geordn. wb. (1821) 216. gegenteilig magere suppe 'dürftige kost, dürftiges auskommen': (raubritter:) ir reutr, wie wöll wir uns ernehrn? wir haben schier nit mehr zu zehrn, wir müssen mager suppen essen ... wir haben lang kein wildprät gfangen, ein kauffmann ist uns nun entgangen Hans Sachs 21, 3 K.-G.; arme leut kochen dünne oder mager suppen Seb. Franck sprichw. (1541) 2, 157a; die zeitungstrucker ... waren der fürstinne verità geschworne feinde: theils weil sie gar magre soupen schlucken musten, so lang sie ihr gedienet Lindenborn Diogenes 2, 722; vgl. noch Hupel oben 5 a. 5@cc) weitergreifend dann 'auskommen, lebensunterhalt' (im selben sinn wie z. b. brot): quid potest mihi Cesar, princeps facere? nimpt mir die suppen, strafft den hals, ... das gehet auff den leib. sed Satan greifft nicht nach der suppen, sed nach der lieben seel Luther 34, 2, 78 W.; ich kann ihm (dem jungen) kein spielzeug kaufen, kaum langt der lohn für die suppe H. Steguweit d. stelldichein d. schelme (1937) 277. — vor allem wird hierdurch gern die versorgung bei hof, durch fürstengunst, zumal in abschätzigem sinn bezeichnet, vgl. noch hofsuppe teil 4, 2, 1701 und gelbe suppe bei b. die formel briefe und suppen steht dabei vielleicht in besonderem zusammenhang mit dem gerade auf zustände bei hof gern angewandten lat. wortspiel jus 'recht' und jus 'suppe', vgl. niemand helt mehr über recht und gerechtigkeit als fürstenköch, ... also gibt und reicht der koch jedem sein ius, die supp Lehman floril. polit. (1662) 2, 655: wen der fürst betriegen wil, dem gibt er brieff und suppen vil Murner narrenbeschwörung 423 Spanier; heten auch (in streitsachen) etliche mal mandata, wie dann suppen und brieve an mertheils höven wolfeil ausbracht, aber nichts sonderlichs damit ausgericht zimmersche chron.2 1, 565 B.; vgl. auch: gute wort, hend und suppen sind wolfeil zu hoffe Petri d. Teutschen weiszh. (1604) 2, Hh 2b. — diesen ohrnbläsern ..., welche die suppen an herrenhöfen essen P. Crocius Daniel (1560) 41b; also dienen ihr viel zu hoff, nicht umb desz herrn, sondern umb der suppen willen Zinkgref apophthegm. (1628) 1, 361; (der hund) gieng hungrig seinen weg ... und mogte nach den suppen des hofs sich nicht mehr sehnen J. Fr. Löwen schr. (1765) 3, 79. fruchtbar ist dieser gebrauch für die zusammensetzung, s. suppendiener, -esser, -freund, -hofmann, -hund, -poet, -säufer. vgl. auch suppbub. — 'von unteroffizieren, die auf civilversorgungsschein hin dienen, heiszt es in Österreich, sie dienen auf suppen' Horn soldatenspr. 52. in der verbindung suppen und juppen für 'nahrung und kleidung': werden auch wir nicht mehr weder umb die suppen noch juppen, weder um futter noch deckin mehr sorgen dörffen Schopff (1615) bei Fischer schwäb. 4, 134; weitere belege s. dort. 66) übertragen in einer reihe zumeist fester bildlicher wendungen. 6@aa) als umschreibung für 'sache, angelegenheit, lage': die suppe essen 'die sache ausmachen': juncker Johan von Cleue quam myt grotem volck to Unna vnd enboit dem biscope ... he wolde myt emme de soppen etten ym velde ... de biscop ... wort veltfluchtich (z. j. 1446) bei Seibertz quell. d. westfäl. gesch. 2, 372. die suppe ausfressen, ausessen 'die folgen auf sich nehmen, es büszen, ausbaden': der fiel im zum ersten, wie man sprücht, in die scheeren und must die suppen uszfressen zimmersche chron.2 3, 165 B.; sonst hätten wir die suppe auszfressen müssen Jucundi Jucundissimi lebensbeschr. (1680) 187; du must die suppen auszessen tibi exedendum est, quod non intrivisti Dentzler clavis (1716) 281b; 'wollen wir uns über die närrische ehre mit einander schlagen?' (Val.:) 'wer sich die suppe bestellet hat, musz sie ausfressen' samml. v. schauspielen (1764) 11 spieler 63; auch: die gröszern richten solche suppen an, und die kleinern müssen sie aufessen U. Bräker s. schr. (1789) 1, 121. besonders saure suppe: der unser gleit an euch zertrent, ... er wer uns nicht zu ver gesessen, er muest ein saure suppen mit uns essen fastnachtspiele 1, 301 Keller; sie ... hat dir manche saure suppe zu kosten gegeben Fr. L. Schröder dram. w. (1831) 4, 220. mit leichter sinnesänderung die suppe essen 'sich etwas (unangenehmem) unterziehen': die fakultät hätte ihn zur disputaz fordern müssen ... und er (Paracelsus) hätte die üble suppe gegessen, hätte sich gestellt Kolbenheyer Paracelsus 3, 146. verbreitet ist heute die redensart: die suppe wird nicht so heisz gegessen, wie sie gekocht wird 'eine sache ist nicht so schlimm, wie sie sich anläszt'. — anders in einer suppen essen 'überwältigen, klein machen': vil herren bunden sich zusammen, vermeineten auch die statt Genf in einer suppen zu essen S. Münster cosmogr. (1550) 116, in der ausgabe von 1628: ... edelleut sich wider gedachte statt (Genf) verbunden, und zum zeichen der bündnusz ein löffel anhenckten, als wolten sie die statt, gleich wie ein suppen mit löffeln fressen. aber gott der herr verschuffe durch die eydgenossen, dasz ihnen die löffel bald under die banck fielen 292, am rande: löffelbund, d. i. der gegen die stadt Genf gerichtete bund waadtländischer edelleute von 1529, sieh schweiz. id. 4, 1361; vereinzelt die suppe versuchen: der schlug, der stach, der warff, ich aber machet mich ausz dem staube, ... wolte der suppen nicht versuchen buch d. liebe (1587) 203. für den gedanken, 'etwas übles schaffen, verursachen' erscheint das bild vom anrichten der suppe. zufrühst in lockeren wendungen: (der totschläger hat) offenlich gerett: 'ich hatt (den getöteten) geladen, mit mir ein suppen zu essen, aber ich wust wol, wie ich im ein suppen geben wolt, sy ist im aber ietz worden' (v. j. 1480) schweiz. id. 7, 1230; (Malcus clamat:) hei alle! mer ist ein sopp begoszen, der hot mich gar sere vordroiszen Alsfelder passionsspiel 3398; er würde nach seiner zurückkunft mir eine solche suppe einschneiden, daran ich mehr als einen tag würde zu essen finden ehe eines weibes (1735) 20. feste wendung wird suppe einbrocken: meine freunde ... heiratheten vor der faust weg, brokten sich eine suppe ein, und haben nun was auszuessen Hermes Sophiens reise (1769) 2, 14; aber dir hab ich eine hübsche schwarze suppe eingebrockt und lasse dich mit dem löffel sitzen Jean Paul 11, 57 H.; er hat mich mit böslicher absicht aufs eis geführt, drum mag er auch die suppe mit verzehren, die er eingebrockt hat W. Hauff s. w. (1890) 1, 317; er ist des kaisers liebling, der kann uns übles in die suppe brocken Bauernfeld ges. schr. 1, 257; zudem, die ... hauptspitzbuben, welche ihm die suppe eingebrockt hatten (die blamage verursacht), sollten ja in seine ... obhut kommen L. Thoma ges. w. (1933) 2, 283; der exekutivausschusz Serbiens, der gegen jede regierung meutert, der uns auch diese suppe eingebrockt hat Bruno Brehm Apis u. Este (1931) 496; da hat London sich ... eine schöne suppe eingebrockt, und es wird sie eines tages auch auslöffeln müssen völk. beobachter, Berlin, 5. mai 1939. auch mundartlich verbreitet, z. b. Loritza id. Viennense 129b; Ruckert unterfränk. 179; Bauer-Collitz waldeck. 51a; suppe anrichten Seiler Basler ma. 285. individueller bildgebrauch ist die suppe mischen: wer die suppe gemischt hätte, das wären der herzog von Bayern, Slawata, Schlick und dergleichen jesuitenschleppen Ricarda Huch d. grosze krieg (1920) 3, 141. suppe kochen: wo im wäldchen 125 schon wieder eine brenzliche suppe gekocht zu werden schien (d. i. feuer niederging) Ernst Jünger d. wäldchen 125 (1930) 84; vgl. süppli kochen bei süpplein. anders, 'sich in fremde angelegenheiten mischen': nur nicht anderer leute suppe kochen Ompteda Eysen (1900) 2, 237. — er kocht zugleich zwey suppen in einer schüssel tut zweyerley zugleich Meiner alph. geordn. wb. (1821) 216. — wie es sich (botschafter) Kennard ... zum ziel gesetzt hatte, auf der einen seite in London einen freibrief für die Polen zu erwirken, auf der anderen in Warschau die suppe am kochen zu halten völk. beobachter, Berlin, 14. dez. 1939, s. 4. die suppe versalzen, '(jem.) eine sache verderben, einen plan durchkreuzen' u. ä. häufiger seit dem 16. jh., sieh teil 12, 1, 1036; dazu: du wirst zu hof sehen lauter köch, aber nur solche, die einem die suppen versaltzen Abr. a s. Clara Judas (1686) 1, 71; sich bei nacht an die (feindlichen) schützen heran zu schleichen, um ihnen einmal die suppe zu versalzen E. Jünger d. wäldchen 125 (1930) 103; ich will dir schon die suppe versalzen 'die lust benehmen' Schellhorn sprichw. (1791) 80; wenn man sechs jahr aufs geheiratetwerden gewartet hat, ist einem die suppe versalzen. man verliert den frischen mut Ida Boy-Ed a b c des lebens (1903) 259. im gleichen sinne: damit wir von denen wächtern nicht gehöret würden, sonsten sollten sie uns die suppe sauer genug gesaltzen haben Zend. a Zendoriis t. winternächte (1682) 20. ein haar in der suppe finden 'eine unannehmlichkeit, ein hindernis an einer sache entdecken': die blosze vermutung, dasz einige regierungsmänner in Downing Street und am Quai d'Orsay ein haar in der einkreisungssuppe gefunden haben (vom vorwurf der einkreisung unangenehm berührt sind), genügt völk. beobachter (Berlin) v. 13. 4. 1939. daher auch: der junge Leander singt seiner geliebten was vor, das musz nun freilich dem alten herrn haar in der suppe sein maler Müller w. 1, 329. in der fassung schon wieder ein haar in der suppe finden, in jeder suppe ein haar finden besagt die wendung 'überempfindlich sein, an allem nörgeln': mancher findet nur darum ein haar in jeglicher suppe, weil er das eigene haupt schüttelt, solange er iszt Hebbel w. 6, 444 Werner; vgl. weiteres bei haar teil 4, 2, sp. 19 (ein haar in etwas, darin finden). die suppe (bei jem.) verschütten 'es (bei jem.) verderben': hatte vorhero unser Damon einige gunst bei der frau wirthin erhalten, so schien es vor ietzo, als hätte er die suppe bei ihr verschütt M. Kautzsch tobacksbruder (1684) 93; öfter als redensart gebucht: suppen verschütten collectam gratiam effundere Schönsleder prompt. (1618) Ha 5b; die suppe verschütten Stieler (1691) 1688; ebenso Dentzler (1716) 281b; suppen bei einem verschütten Aler (1727) 2, 1867b. die hand aus der suppe ziehen 'sich aus einer angelegenheit zurückziehen': zum zehenden, das sich der bapst enthalt, die handt ausz der suppen zihe Luther 6, 435 W. peterlein (petersilie) auf allen suppen sein 'sich überall (unberufen) einmischen'; belege s. bei peter 6 c teil 7, 1577 u. 78; vgl. dieselbe wendung mit schnittlauch: wem von uns hast du noch nix angetan, du schnittlauch auf allen suppen H. Watzlik Fuxloh (1922) 239; mit pfeffer: der pfeffer auf allen suppen sein mundartlich bei Fischer schwäb. 5, 1964. hierhin auch jemandem in die suppe sehen 'ihn in seinen verhältnissen, seiner häuslichkeit beobachten': in den ersten häuserblöcken (der aneinander grenzenden städte) ... konnte man nicht nur dem nachbar von gegenüber in die suppe (sehen), sondern ... d. neue tag (Prag) v. 4. mai 1939. die wendung kann noch weitergehend gebraucht werden, etwa wie 'jemandes privatleben beschnüffeln' u. ä. 6@bb) zur bezeichnung eines weitläufigen verwandtschaftsverhältnisses dient die hauptsächlich im alemann. verbreitete wendung aus sieben (neun, hundert u. m.) suppen oder aus der siebten u. s. w. suppe ein schnittlein (tünklein), s. suppenschnittlein: er ist mir gfründt von der 9. suppen ein tünkli (v. j. 1651) schweiz. id. 7, 1228; von hundert suppen ein schnitzlein remotissima cognatione aliquam attingere Serz 151a; us der stadt das bini, und wills au redli bikenne, mengem chaufher verwandt 'vo siebe suppe ne tünkli' Hebel alem. ged. 99 Reclam; schwäb. ûs der nînde suppe s dinkeli Weise-Polle wie denkt d. volk üb. d. sprache3. 47; schweiz. fu der sibete supen es tünnki Winteler Kerenzer ma. 202; s. noch schweiz. id. a. a. o., Fischer schwäb. wb. 5, 1075; aus sim supn a schnipsl raus Göpfert erzgeb. 102 (vgl. ähnlich in Thüringen: von sieben beeten ein klosz Weise-Polle a. a. o.). 6@cc) für verschiedene kinderspiele, in obd. mundarten: schwäb. die suppe machen das zusammendrillen und wieder aufspringen lassen der schaukel Fischer 5, 1965; ähnlich elsäss.: ich habe nit gnueg suppe (ebenfalls beim schaukeln) Martin-Lienhart 2, 371; vgl. auch: drisuppe Fischer 7, 1251 und milchsuppe machen Staub-Tobler 7, 1234 (beidesmal in bezug auf eine wirbelnde oder quirlende bewegung); rhein. suppe schlagen, werfen steine auf dem wasser springen lassen, s. zeitschr. Teuthonista 3, 187; suppe, fleisch, meerrettich, kartoffelschnitz bad. die ersten vier sprünge der steinchen ebda. 77) als appellativum Hans Supp wiedergabe des franz. Jeanpotage und ital. Gianpotaggio für den narren, possenreiszer in der komödie, s. unter Hans teil 4, 2, 461; vgl. dazu Hans Supp propr. esset parasitus, coenipeta, sed usurpatur pro mimo et ludione Stieler (1691) 1687; Hanssupp buffone di ceretano ò cant'imbanco Kramer t.-ital. 2 (1702) 1041b. 88) seit dem frühnhd. (ende d. 15. jh.) erscheint suppe als 'unsaubere, kotige, beschmutzende flüssigkeit, schlamm'; durchweg als abschätzige, scherzhafte übertragung von suppe 1 und 2, vgl. den ähnlichen gebrauch von brühe und sauce (sosze). in der bedeutung 'kotlache, sumpf' findet sich jedoch im obd. ein soppe (z. b. soppe, f., 'kotlache' Unger-Khull steir. 597), das in flurbezeichnungen wie Soppen namen von wiesen (1536) Buck obd. flurnamenbuch 2261, Soppenhalde etc., s. Alemannia 15, 140; 91; 1, 273; Fischer schwäb. 5, 1459; Escher-Bürkli orts- u. flurn. d. landes Baden 4, 962 auch Suppen (1590) Buck a. a. o.; Suppenäcker, -grund, -tal u. ä. s. Fischer schwäb. 5, 1965, Escher-Bürkli a. a. o. 1019 neben sich hat, vgl. auch schweiz. suppe neben soppen, m., steir. schafsuppe für nardus stricta unter 2suppe, Soppensee neben Suppensee schweiz. id. 7, 1227. wirkt in die verwendung von suppe als 'schmutzige flüssigkeit, morast' stellenweise ein anderes selbständiges suppe dieser bedeutung ein, das an 3suppen (s. d.) anzuknüpfen wäre? vgl. auch grundsuppe teil 4, 1, 6, sp. 912 ff., supp, f., 'moorboden, seichte stelle' lux. maa. 434b, suppech 'sumpfig' ebda, und unten suppicht 2, sp. 1243, suppelig 'regnig', 'schmutzig' sp. 1232, soppwerk 'nasses wetter' Unger-Khull steir. 597; süppel bei süpplein 3. 8@aa) 'jauche, schlamm- und kotmasse'. supp offa squabula, idem ut stercus cogellatus voc. theut. (Nürnberg 1482) ff 7a; pappenhamer oder grundmaister (abtritträumer) ... (mit ainer sträflichen rede, irn kaufmanshandel zu rechter zeit furzunemen und die suppen nit zu verschütten) (amptbüchlein, Nürnberg 1516) städtechron. 11, 818; künstliche mistjauche: die suppe, welche von dem kühmistpulver und wasser zugerichtet ist (1706) schweiz. id. 7, 1234; dazu vgl. suppe nonnumquam pro quovis humore abusive ponitur Stieler (1691) 1688: inde ... in die suppe fallen prolabi in lacunas aut limum sive lutum dilutum ebda 1688, vgl. 3suppen, vb., sp. 1233 u. suppicht 2 sp. 1243; Campe 4, 754b; 'in der gemeinen sprechart ganz dünner koth auf den straszen' ebda; mundartlich: suppe 'arger unrat, kot auf der strasze, morast, sumpflache' Fischer schwäb. 5, 1965; supp 'zähflüssiger schlamm auf wegen' Mensing schlesw.-holst. 4, 938; soppe 'jauche' brem.-nds. wb. 4, 924; in dem loche ist die suppe vom ganzen hofe zusammengelaufen Bernd Posen 302. oft scherzhaft in jüngerer volkstümlicher rede, z. b.: 'die suppe ist gut', sagte der kerl und lag in einer mistlache Wander 4, 973. in vielen zusammensetzungen mit suppe als zweitem glied, wie drecksuppe, schmutzsuppe, vgl. etwa: im licht einer taschenlampe sah er ein bein mit einem stiefel aus der braunen lehmsuppe emporragen H. Schauwecker aufbruch d. nation (1929) 162. abschätzig bei sonstiger flüssigkeit: gosz ... ein glas wein auf den tisch und patschte ... so derb darein, dasz die suppe davon allen anwesenden ins gesicht flog Menantes satyr. roman (1719) 198. grobscherzhaft (rote) suppe 'blut', vgl. ebenso rote brühe teil 2, 424: da beblaüt man ihm den rücken, da beputzt man ihm den grind, dasz die suppe runter rinnt Czepko weltl. dicht. 158 Milch; und schlug jenem übers maul, das die rothe suppe folgete A. H. Buchholtz Herkules (1666) 1, 821; sonst werde ich dich watschen, dasz dir die suppen herunter rinnt samml. v. schausp. (1764) 6, haushalt. u. mode 19; schlürf ich die rothe geronnene suppe dir noch beim leben aus jeglichem glied Böttiger kl. schr. (1837) 1, 257; vgl. Meiner alphab. geordn. wb. (1821) 216; rote supp 'blut' Frischbier preusz. 2, 388a; Danneil altmärk. 216b; Blumer nordwestböhm. 89b; 'nasenbluten' Albrecht Leipzig. 220b u. ähnl. öfter. sieh auch in schweizer mundart in die suppen kommen 'die menses haben' schweiz. id. 7, 1230. 8@bb) bildlich für 'unheil, schlimme lage' in verschiedenen gängigen wendungen. vgl. dieselben wendungen mit brühe teil 2, 424, sosze teil 10, 1, 1816, patsche teil 7, 1507. in die suppe kommen, geraten: (der als ketzer verurteilte prediger hat) offlich kein kindlin nit geschediget, und er doch in die suppen was als kummen, do zuo leiden das Th. Murner 4 ketzer prediger ordens (1521) 78b; und hätt ers gut von hertzen gemeint, ... so wäre er in die suppe nicht gerathen J. Kraus Luther (1719) 7; da kamen wir schier in eine noch schlimmere suppe Cl. Brentano ges. schr. (1852) 4, 233. in der suppe stecken: tu abis und lost uns sticken in der suppen Luther 28, 486 W.; werde er kain bistand von inen haben, sondern mssen also ... in der suppen bliben stecken und groses unfals gewarten (1546) A. Blaurer briefwechsel 2, 465 Schiesz; daher dann mancher guter mann, der sie (die welt) nicht uberzeugen kan, musz in der suppen stecken bleiben und sich gleich lan zu winckel treiben B. Ringwaldt lauter warheit (1598) 134, in der supfen stecken bleiben ebda 40, sieh oben sp. 1215; darumb müssen wir auch unsere sachen klüglich anstellen, damit wir nicht in der suppen stecken bleiben Heinr. Jul. v. Braunschweig Susanna (1593) m 5b. in der suppe stehen, sein, sitzen: man weis nicht, wo er (der flüchtige herzog) hin ist gestoben oder geflogen. er hat uns recht in der suppen lassen stan gesprech v. d. flucht herz. Heinrichs v. Braunschweig (1542) b 1a. es hat bei Sohrr (Soor) schärfer gegangen als nihmahlen, und bin ich in der suppe bis über die ohren gewessen (1745) Friedrich d. Gr. br. an Fredersdorf 58 J. Richter; gestern habe ich ein leichtes fiber gehabt, ... es ist aber schon schwach und denke ich mit ende diesser woche aus der supen zu sein (1747) ebda 111. denn er (der richter) kann morgen schon in derselben suppe sitzen B. Traven d. weisze rose (1929) 49; vgl.: wir sitzen recht in der suppen 'sind in groszer verlegenheit' id. austr. (1824) 114; he sitt in der soppen bet aver de oren 'er steckt ... tief in schulden' brem.-nds. wb. 4, 924; he sitt deep in de suppe 'er ist in schlechten umständen' Dähnert Pommern 475a; Frischbier preusz. 2, 388a; in de supp sittn laoten 'jem. im stich lassen' Danneil altmärk. 216b. in die suppe bringen, führen, ziehen: (der französische könig) hatt kein ruw so lang, bisz er die 5 ort, so wider in warent ..., in die suppen bracht (v. j. 1516) schweiz. id. 7, 1230; (er) het uns in die suppen helfen füeren ebda; aber andere treue diener ... sol er nicht mit sich in die suppen ziehen Züricher quelle von 1647 in: Alemannia 18, 42; nd. wo se rede etlike mall dorch de Lubischen in de suppe gefurt weren worden (16. jh.) Thomas Kantzow chron. v. Pommern 99 Gaebel.
46103 Zeichen · 1397 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    SUPPE

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +3 Parallelbelege

    SUPPE s. ich SÛFE .

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    suppeF.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    suppe , F. nhd. Suppe, Getränk, Brei, Brühe Vw.: s. bēr-, grunt- Hw.: s. soppe, sūpe; vgl. mhd. suppe, mnl. soppe E.: s.…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Suppe

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Die Suppe , plur. die -n., 1. Eine warme Brühe, welche für sich allein mit dem Löffel gegessen wird; Diminut. das Süppch…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Suppe

    Goethe-Wörterbuch

    Suppe [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Suppé

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Suppé , Franz von , Komponist, geb. 18. April 1820 in Spalato (Dalmatien), gest. 21. Mai 1895 in Wien, studierte anfängl…

  6. modern
    Dialekt
    Supp(e)

    Elsässisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Supp(e) [Sùpə S.; Sùp O. U. W.; Demin. Sìpl Str. , Sepl K. Z. ] f. 1. Suppe. Gang, rüer d Suppe-n-üf! Liebsd. Fraü, koch…

  7. Sprichwörter
    Suppe

    Wander (Sprichwörter)

    Suppe 1. A Nêgel (Neige, Bischen) Suppe schadt am (einem alten Hunde) nischt. 2. An der Suppe grosser Herrn soll man sic…

  8. Spezial
    Suppe

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Sup|pe f. (-,-n) 1 ‹gastron› jopa (jopes) f. 2 (schlechte Speise) broda (-des) f. , slabroz (-oc) m. ▬ die Suppe kosten …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit suppe

401 Bildungen · 348 Erstglied · 53 Zweitglied · 0 Ableitungen

suppe‑ als Erstglied (30 von 348)

Suppe(n)bei(n)

Idiotikon

Suppe(n)bei(n) Band 4, Spalte 1302 Suppe(n)bei(n) 4,1302

Suppe(n)blatteⁿ

Idiotikon

Suppe(n)blatteⁿ Band 5, Spalte 199 Suppe(n)blatteⁿ 5,199

Suppe(n)bröchli

Idiotikon

Suppe(n)bröchli Band 5, Spalte 561 Suppe(n)bröchli 5,561

Suppe(n)brüej

Idiotikon

Suppe(n)brüej Band 5, Spalte 553 Suppe(n)brüej 5,553

Suppe(n)brōt

Idiotikon

Suppe(n)brōt Band 5, Spalte 982 Suppe(n)brōt 5,982

Suppe(n)būch

Idiotikon

Suppe(n)būch Band 4, Spalte 975 Suppe(n)būch 4,975

Suppe(n)chlack

Idiotikon

Suppe(n)chlack Band 3, Spalte 640 Suppe(n)chlack 3,640

Suppe(n)chläis

Idiotikon

Suppe(n)chläis Band 3, Spalte 687 Suppe(n)chläis 3,687 u.

Suppe(n)chnolleⁿ

Idiotikon

Suppe(n)chnolleⁿ Band 3, Spalte 741 Suppe(n)chnolleⁿ 3,741

Suppe(n)chopf

Idiotikon

Suppe(n)chopf Band 8, Spalte 1484 Suppe(n)chopf 8,1484 M.

Suppe(n)chost

Idiotikon

Suppe(n)chost Band 3, Spalte 547 Suppe(n)chost 3,547

Suppe(n)chrūt

Idiotikon

Suppe(n)chrūt Band 3, Spalte 908 Suppe(n)chrūt 3,908

Suppe(n)dünni

Idiotikon

Suppe(n)dünni Band 13, Spalte 289 Suppe(n)dünni 13,289

Suppe(n)dünns

Idiotikon

Suppe(n)dünns Band 13, Spalte 278 Suppe(n)dünns 13,278

Suppe(n)feissi

Idiotikon

Suppe(n)feissi Band 1, Spalte 1074 Suppe(n)feissi 1,1074

Suppe(n)frësser

Idiotikon

Suppe(n)frësser Band 1, Spalte 1327 Suppe(n)frësser 1,1327

Suppe(n)fründ

Idiotikon

Suppe(n)fründ Band 1, Spalte 1305 Suppe(n)fründ 1,1305

Suppe(n)hafeⁿ

Idiotikon

Suppe(n)hafeⁿ Band 2, Spalte 1016 Suppe(n)hafeⁿ 2,1016

Suppe(n)joggeli

Idiotikon

Suppe(n)joggeli Band 3, Spalte 26 Suppe(n)joggeli 3,26 M.

Suppe(n)loch

Idiotikon

Suppe(n)loch Band 3, Spalte 1038 Suppe(n)loch 3,1038

Suppe(n)lusti

Idiotikon

Suppe(n)lusti Band 3, Spalte 1477 Suppe(n)lusti 3,1477

Suppe(n)malchus N

Idiotikon

Suppe(n)malchus N. Band 4, Spalte 193 Suppe(n)malchus N. 4,193

Suppe(n)maudi

Idiotikon

Suppe(n)maudi Band 4, Spalte 84 Suppe(n)maudi 4,84

Suppe(n)mutti

Idiotikon

Suppe(n)mutti Band 4, Spalte 572 Suppe(n)mutti 4,572

Suppe(n)rolleⁿ

Idiotikon

Suppe(n)rolleⁿ Band 6, Spalte 874 Suppe(n)rolleⁿ 6,874

Suppe(n)rügeli

Idiotikon

Suppe(n)rügeli Band 6, Spalte 761 Suppe(n)rügeli 6,761

Suppe(n)rīs

Idiotikon

Suppe(n)rīs Band 6, Spalte 1334 Suppe(n)rīs 6,1334

Suppe(n)schepfer

Idiotikon

Suppe(n)schepfer Band 8, Spalte 1052 Suppe(n)schepfer 8,1052

suppe als Zweitglied (30 von 53)

Fischsuppe

RDWB1

Fischsuppe f уха (а не "суп из рыбы")

Hochzeitssuppe

RDWB1

Hochzeit·s·suppe

Hochzeitssuppe f свадебный суп (мясной бульон, заправленный фрикадельками и клёцками)

Kohlsuppe

RDWB1

Kohlsuppe f щи (а не "капустный суп")

bettelsuppe

DWB

bettel·suppe

bettelsuppe , f. Meph. so sagt mir doch, verfluchte puppen, was quirlt ihr in dem brei herum? thiere. wir kochen breite bettelsuppen. Meph. …

biersuppe

DWB

bier·suppe

biersuppe , f. jus e cerevisia coctum: biersuppe mit eiern. an einigen orten der schmaus bei kindtaufen, kindelbier.

Bitschersuppe

Wander

bitsch·er·suppe

Bitschersuppe Das ist eine Bitschersuppen, die von morgen siben oder acht bis umb die drei oder vier uren nachmittag dauert. – Zimmerische C…

Blaff (Suppe)

Wander

blaff·suppe

Blaff (Suppe) Blaff (Suppe). Um eines süssen Blaff willen wirst du einen sauern Tomtom 1 essen. ( Surinam. ) 1 ) Ein im Blaff gekochter Bana…

brautsuppe

DWB

braut·suppe

brautsuppe , f. jusculum nuptiale, die den hochzeitgästen vorgesetzt werden musz: sie warteten alle mit der brautsuppe auf mich. Schelmufsky…

Brodelsuppe

Wander

brodel·suppe

Brodelsuppe Du bist a rechte Bruddelsuppe. In Schwaben zu einem mürrischen Kinde; in dem Sinne von: alter Brummbär (s.d.).

Brömmelsuppe

Wander

Brömmelsuppe Einem eine Brömmelsuppe bereiten (kochen). ( Niederlausitz. ) Eine Brömmelsuppe bekommt, wer brummend empfangen wird, z.B. wenn…

Brummsuppe

Wander

brumm·suppe

Brummsuppe Er wird eine Brummsuppe bekommen. ( Schles. ) Von einem, der mit Freiheitsstrafe bedroht ist. [Zusätze und Ergänzungen] 2. Er hat…

bērsuppe

KöblerMnd

bēr·suppe

bērsuppe , F. nhd. Biersuppe Hw.: s. bērsūpen E.: s. bēr (1), suppe W.: s. nhd. Biersuppe, F., Biersuppe, DW 2, 2, DW2 5, 204? L.: MndHwb 1,…

Eyersuppe

Adelung

Die Eyersuppe , plur. die -n, eine jede Suppe, in welcher die Eyer den vornehmsten Bestandtheil ausmachen.

fleischsuppe

DWB

fleisch·suppe

fleischsuppe , f. 1 1) jus carneum, fleischbrüh: flaischsup oder flaischpru, prodium, et est panis in aqua cum carnibus cocta. voc. 1482 h 7…

Fürstensuppe

Wander

fuersten·suppe

Fürstensuppe Wer Fürstensuppe isst, kann sich leicht das Maul verbrennen. Die Türken sagen: Wer des Sultans Suppe isst, verbrennt sich die L…

Gigelisuppe

Wander

gigeli·suppe

Gigelisuppe Si het Gigelisuppe 1 g'gässe. ( Solothurn. ) – Schild, 82, 283. 1 ) Von Gigelen, gügelen, gigeln = halb verbissen, aber doch lau…

Glückssuppe

Wander

glucks·suppe

Glückssuppe Die Glückssuppe ist am besten, die man selbst kocht. Frz. : Qui à eure vuet mengier ainz eure poit aparillier. – Qui heureux veu…

Gringelsuppe

Wander

gringel·suppe

Gringelsuppe Einem eine Gringelsuppe drein machen. ( Rottenburg. ) Eine Störung, ein Hemmniss in seinem Vorhaben.

grundsuppe

DWB

grund·suppe

grundsuppe , f. , mhd. einmal als gruntsophe belegt, im 16. jh. stark verbreitet, namentlich von Luther als kraftwort viel variiert ( s. u. …

gruntsuppe

MNWB

grunt·suppe

° gruntsuppe , f. , Grundsuppe, dicker trüber Bodensatz, Grundschlamm (Belege aus dem 16. Jhd., doch nur in übertragenem Sinne: der trübe sc…

gurgelsuppe

DWB

gurgel·suppe

gurgelsuppe , f. , das erbrochene des trinkers: die sew ... seine gorgelsuppen umb yhn her fressen Luther 19, 397 W. vgl. gurgeln A 2.

hadersuppe

DWB

hader·suppe

hadersuppe , f. suppe mit zerfahrenen eiern: suppe, genannt hadersuppe .. man zerklopft ein paar eier, und wann die suppe in vollem sud ist,…

hofsuppe

DWB

hof·suppe

hofsuppe , f. ( neben hofesuppe, s. d. ), suppe wie sie bei hofe gereicht wird, entweder mit hervorhebung des gut bereiteten: hofsuppe, jus …

Kapuzinersuppe

Wander

kapuziner·suppe

Kapuzinersuppe 1. Mit Kapuzinersuppe darf man taufen, aber mit Hofsuppe nicht, sagte der Mönch, als man ihn fragte, ob man auch mit Suppe ta…

klostersuppe

DWB

kloster·suppe

klostersuppe , f. suppe aus der klosterküche, bes. fette: du bist ein fechter hinderm ofen ... und bei der feisten klostersuppen. H. Sachs 5…