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Schnecke

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Wander
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Eintrag · Wander (Sprichwörter)

Schnecke

Bd. 3, Sp. 290
Schnecke 1. Besser e Schnegg im Krût as gar kei Speck. (S. Laus 3 u. 4.) (Solothurn.) – Schweiz, II, 72, 7. 2. D' Leugger Schnegge si sibu Jahr lang über die Brigga gangun und z'letsch no umbri ghiit. – Sutermeister, 42. 3. Der Schneck si sieb'u Jahr den Baum aufkrochen und doch wieder abe keit. – Simrock, 9139. 4. Der Schneck' und der Frau ist am wohlsten im Haus. So sollte es wenigstens sein. Böhm.: Hlemýždi v skořepinĕ nejlépe, a knĕzi na faře. (Čelakovsky, 335.) 5. Der Schnike Schnuogel sûl af de Hochzet gôn, und kâm glat zer Dûf gerecht. (Siebenbürg.-sächs.) – Schuster, 243. 6. Die Schnecke kommt so wol zum Jahr als auch der Hase. – Schmitz, I, 193, 148; Schulfreund, 88, 148. 7. Die Schnecke läuft nicht mit dem Hasen. 8. Die Schnecke trägt ihr Haus bei sich, weil sie den Nachbarn nicht traut. – Simrock, 9136; Körte, 5381. n.: Snegelen bær huuset med sig, at han ey skal boe hos onde naboer. (Prov. dan., 423.) 9. Die Schnecke vberwigt die Weissheit. – Petri, II, 143. Nämlich Geld mit einem Schneckenbilde geprägt. 10. Die Schnecke zieht die Hörner an, wenn's hagelt. 11. Eine Schnecke holt keinen Hasen ein. Vorausgesetzt, dass er läuft. 12. Eine Schnecke kommt so weit mit Kriechen als ein Hase mit Laufen. Holl.: De slak komt er zoowel met kruipen, als de haas met loopen. – Eene slak komt er zoowel als en kikvorsch. (Harrebomée, II, 272b.) 13. Eine Schnecke kompt mit der Zeit wo sie hin will. – Lehmann, 451, 17. 14. Es ist besser e Schnägg im G'koch as gar keis Fleisch. (S. 1.) – Sutermeister, 131. 15. Es ist keine Schnecke, sie hält sich für Schnellläufers Töchterlein. – Altmann VI, 485. 16. Es sind schlimme Schnecken, die die Ohren stets ausrecken. 17. Schneck', Schneck', streck' deine Hörner aus, oder i schlag der a Loch ins Haus. (Schwaben.) 18. Schnecke, Schnecke, Niere (auch: schnüre) zeig' mir deine viere; und wenn du sie nicht zeigen willst, so werf' ich dich in Graben, da fressen dich die Raben, da beissen dich die Müllermücken1, die vorne dich und hinten zwicken. (Kinderspruch in der Niederlausitz.) Statt dessen auch: Da beissen dich die Fleischerhunde, ziehn dir das Fell vom Leibe 'runter. 19. Schnecke und Wurm machen keinen Sturm. Mhd.: Der snecke unde der regenwurm die habent vil selten grozen sturm. (Freidank.) (Zingerle, 134.) 20. Schnecken tragen jhr Hauss mit sich, damit sie nicht beim bösen Nachbarn wohnen dürffen. – Lehmann, 526, 9. 21. Schnecken vertragen kein Salz. Holl.: Als men zout op eene slak smijt, zoo versmelt zij in haar eigen slijm. (Harrebomée, II, 512a.) 22. Sei eine Schneck' im Rathen, ein Vogel in Thaten. – Eiselein, 519; Sailer, 265; Simrock, 8087. Böhm.: Bud' hlemejžd' v radĕní a pták v jednání. (Rybicka, 811.) n.: Vær som snegelen langsam i raad, men som fuglen snar i daad. (Prov. dan., 516.) Holl.: Eene slak in raad, maar een vogel in de daad. (Harrebomée, II, 272b.) Lat.: Cochlea consiliis, in factis esto volucris. (Binder I, 197; II, 515; Egeria, 31; Eiselein, 519; Philippi, I, 85; Faselius, 46; Seybold, 78; Wiegand, 410.) 23. Was soll der Schnecke ein grösseres Haus! 24. Wenn d' Schnägge im Früelig d' Heg ufschnogge, so überlauft im Sommer de Aare (die Aar). (Solothurn.) – Schild, 110, 90. 25. Wenn die Schneck' ist aus dem Häuslein, so spielt damit das Mäuslein. – Fischart, Trostb. 26. Wenn die Schnecke ein grünes Blatt mit sich führt, es gewiss gut Wetter wird; beladet sie sich mit Grund, so thut sie starken Regen kund. – Schulfreund, 84, 30; Schmitz, I, 174, 69. 27. Wenn man der Schnecke nimmt die Schal', so stirbt sie allemal. – Fischart, Trostb. 28. Wenn man die Schnecke anrührt, zieht sie sich in ihr Haus zurück. – Parömiakon, 2313. Holl.: Als hij gij aan den man komt, zoo kruipt gij in uwe schelp. (Harrebomée, II, 245b.) 29. Wenn sich die Schnecken früh deckeln, so gibt's einen frühen Winter. – Simrock, 9140. 30. Wer Schnecken fängt, hat Hörner. – Winckler, XII, 84. 31. Aus einer Schnecke einen Elefanten machen. 32. D' Schneck' auf d' Schwanz schlage, dass se net büllet (bellen). (Ulm.) Die gewöhnliche Antwort auf die Frage, was jemand treibe. 33. Die Schnecken sind darüber gekrochen. Wenn eine Sache blos oberflächlich gemacht ist. Holl.: De slakjes hebben er maar over gekropen. (Harrebomée, II, 272b.) 34. Eher wird aus einer Schnecke ein Kurierpferd. Lat.: Sambucam citius caloni aptaveris alto. (Persius.) (Binder II, 3014; Erasm., 369; Philippi, II, 165.) 35. Eine Schnecke könnte Vorreiter sein. Lat.: Celerius Elephanti pariunt. (Philippi, I, 79.) 36. Er g'seht d' Schnägge bälle. – Sutermeister, 80. Von einem durchtriebenen, schlauen Menschen, der's hinter den Ohren hat. Dafür finden sich a.a.O. auch folgende Redensarten: Er hät Gäns z' melche. Er macht Underhaspel wo-n er cha. Er cha s' chlii Häfeliwärch (Hexenwerk) und's gross tribt er. Er cha's wie Tell. Er cha's gross Eimoleis. Er weiss, wie viel der Hafer gilt. Er frisst nid vil Koth um en Blutzger. Er het g'merkt wo de Brönz uselauft. 37. Ja, Schnecken. (Steiermark.) Höhnische Verneigung oder Weigerung. 38. Ju, Schnecken (oder: Schneckr'l) in der Buttersauce. (Wien.) Um jemand zu sagen, dass er sich in seinen Erwartungen getäuscht habe. 39. Leigger und oltener Schnegge. (S. Kropf 31.) – Sutermeister, 50. 40. Mag er Schnecken schnellen. Mhd.: Vnd scit es andern sinen gesellen ond liesz mich gann sneggen snellen. (Diocletian's Leben.) 41. Mit der Schnecke um die Wette laufen. Lat.: Cochleam tarditudine vincere. (Plautus.) (Philippi, I, 85.) 42. Schnecke ön da Romsoss. (Oberösterreich.) Abweisend, um zu sagen: Was nicht gar! 43. Von der Schnecke das Laufen lernen. 44. Wie eine Schnecke zum Sprunge. »Sein werlich mut zu vechten stat als ein snek zu dem sprung.« (Suchenwirt, XXVIII, 280.) 45. Besser d' Schneckn auf d' Schwänz schlagn, als gar nex thun. Lat.: Melius est pisciculos cepisse, quam desidia omnino torpere. 46. Schneck, Schneck, schnür aus, reck' d' Hörner alle vier raus. Kinderspruch in der Gegend von Böhmisch- Friedland. 47. Eine Schnecke wäre eher gekommen. Lat.: Palmo prius venisset. (Plautus.) ( Philippi, II, 115.)
6133 Zeichen · 214 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schnêcke

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Die Schnêcke , plur. die -n, Diminut. das Schneckchen, Oberd. Schnecklein, ein Nahme, welcher einer doppelten Art Würmer…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Schnecke

    Goethe-Wörterbuch

    Schnecke einmal Kleinschr 1 sich auf selbst abgesonderter Schleimspur langsam fortbewegendes Weichtier mit länglichem, a…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schnecke

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Schnecke , Triebschraube (s. Schraube ); auch ein Bestandteil der Spindeluhr. Ein Teil des ionischen Kapitells (s. Volut…

  4. modern
    Dialekt
    Schneckef. m.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Schnecke f. , Schneck m. : 1. allg. Bezeichnung für verschiedene Arten der Weichtierklasse Gastropoda, häufiger Schädlin…

  5. Sprichwörter
    Schnecke

    Wander (Sprichwörter)

    Schnecke 1. Besser e Schnegg im Krût as gar kei Speck. (S. Laus 3 u. 4.) ( Solothurn. ) – Schweiz, II, 72, 7. 2. D' Leug…

  6. Spezial
    Schnecke

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Schne|cke f. (-,-n) 1 ‹zool› sgnech (-ec) m. 2 (Schneckenhaus) sgnecora (-res) f. , ciasa dl sgnech f. 3 (Spirale) spira…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schnecke

249 Bildungen · 217 Erstglied · 32 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von schnecke

schneckeln + -e

schnecke leitet sich vom Lemma schneckeln ab mit Suffix -e, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

Zerlegung von schnecke 2 Komponenten

sch+necke

schnecke setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schnecke‑ als Erstglied (30 von 217)

Schneckebescht

LothWB

Schneckebescht [snègəbešd Ri. Ha. ] Ortsname Schneckenbusch ( Kr. Saarburg).

schneckellen

ElsWB

schneckelle n nur in der Wendung ‘Hasch welle schneckelle!’ fehlgeschossen Mü. Mat. 4, 48; 5, 53. Ob hierzu? ‘schnêkle’, durch anzügliche Re…

schneckeln

DWB

sch·n·eckeln

schneckeln , verb. oberd., dim. zum verbum schnecken, langsam wie eine schnecke kriechen, dahin schleichen. Schm. 2, 567 ; mundartlich im ba…

schnecke als Zweitglied (30 von 32)

Ackerschnêcke

Adelung

acker·schnecke

Die Ackerschnêcke , plur. die -n, diejenigen Erdschnecken oder nackten Schnecke, welche sich auf den Äckern aufhalten, und von den Feld- Gra…

Augenschnêcke

Adelung

augen·schnecke

Die Augenschnêcke , plur. die -n, gewundene Schnecken, welche mit augenförmigen Flecken versehen sind.

Bohrschnècke

Adelung

bohr·schnecke

Die Bohrschnècke , plur. die -n, ein Nahme, welchen man zuweilen auch den Schraubhörnern oder Turbiniten beyzulegen pfleget, wegen ihrer gew…

gartenschnecke

DWB

garten·schnecke

gartenschnecke , f. 1) helix nemoralis, waldschnecke, baumschnecke. Nemnich. 2 ) limax, die schnecke ohne haus, wegeschnecke. Adelung : auch…

Grasschnêcke

Adelung

gras·schnecke

Die Grasschnêcke , plur. die -n, die graue nackte Erdschnecke, welche auch Wiesenschnecke genannt wird.

iltenschnecke

DWB

iltenschnecke , f. voluta, eine gattung schnecken, auch rollenschnecke, walzenschnecke. Nemnich 4, 1575 .

kegelschnecke

DWB

kegel·schnecke

kegelschnecke , f. eine art schnecken in kegelform, voluta, auch wellenschnecke, tutenschnecke, tute, auch kegel schlechthin.

Kreiselschnêcke

Adelung

kreisel·schnecke

Die Kreiselschnêcke , plur. die -n, eine Art gewundener einfächeriger Schnecken, welche fast dreyeckig ist, übrigens aber einem Kreisel glei…

meerschnecke

DWB

meer·schnecke

meerschnecke , f. im meere lebende schnecke; in der ältern sprache als masc. ( vergl. schnecke): testudo mersnek. voc. opt. 40, 58; torpedo …

Posaunenschnêcke

Adelung

posaunen·schnecke

Die Posaunenschnêcke , plur. die -n, eine Art gewundener einfächeriger Schnecken, mit mehreren Gewinden, wovon das erste sehr weit und dickb…

purpurschnecke

DWB

purpur·schnecke

purpurschnecke , f. was purpur 1, purpurmuschel, die schneckenarten purpura und murex, mit färbendem safte Forer Gesners fischbuch 144 ff. N…

schwimmschnecke

DWB

schwimmschnecke , f. schwimmende schnecke; bezeichnung einer bestimmten art, auch fischmaul Adelung, halbemondschnecke, nerita Nemnich, im e…

stachelschnecke

DWB

stachel·schnecke

stachelschnecke , f. eine zahl- und artenreiche gattung schnecken, deren schale in die höhe gewunden, rauh und uneben ist, auch felsenschnec…

Straubschnêcke

Adelung

straub·schnecke

Die Straubschnêcke , plur. die -n, eine Art gewundener einfächeriger Schnecken, deren Schale sich auf der Seite erweitert; Strombus Linn. Gl…

walzenschnecke

DWB

walzen·schnecke

walzenschnecke , f. die rollenschnecke, voluta, eine meerschnecke mit walzenförmig gewundener schale. Nemnich 4, 1575 . Oken 5 (1835) , 454.…

Wasserschnècke

Adelung

wasser·schnecke

Die Wasserschnècke , plur. die -n. 1. Eine Art Schnecken mit zwey Hörnern, welche sich in dem Wasser aufhalten, zum Unterschiede von den Lan…

Wēgeschnêcke

Adelung

wege·schnecke

Die Wēgeschnêcke , plur. die -n, eine Art nackter Schnecken ohne Haus, welche sich häufig in den Wegen finden lassen, Limax Linn.