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Schleichen

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Adelung
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15 in 12 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Schleichen

Bd. 3, Sp. 1514
Schleichen, verb. irreg. Imperf. ich schlich; Mittelw. geschlichen; Imper. schleiche, schleich. Es ist eine unmittelbare Nachahmung des langsamen, leisen, kaum in das Gehör fallenden Ganges, und in weiterer Bedeutung einer solchen Bewegung, und ist in doppelter Gestalt üblich. I. Als ein Neutrum, welches das Hülfswort seyn erfordert, sich auf solche Art fortbewegen. 1. Für kriechen, doch zunächst nur von solchen Thieren, welche ohne alle Füße sich durch Bewegung des Leibes fortbewegen, dagegen kriechen sehr kurze Füße voraus setzet. Die Schlangen schleichen. Was auf Erden schleicht, soll euch unrein seyn, 3 Mos. 11, 41 f. Im Hochdeutschen ist es in dieser Bedeutung wenig gangbar, weil man dafür kriechen gebraucht selbst von solchen Gewürmen, welche aller Füße beraubt sind. S. Blindschleiche. 2. Einen leisen und dabey langsamen Gang haben, leise und langsam gehen, besonders so fern man dadurch seinen Gang zu verheimlichen sucht, und in weiterer Bedeutung, sich auf solche Art unbemerkt bewegen. 1) Eigentlich. Er schleicht wie eine Katze, wie ein Fuchs. Er ist davon geschlichen. Ein alter Bauer, der mit seinem Knotenstocke an der Hecke schlich. Jacobi. Gleich schlich zu seinem Glücke ein siecher Alter vor ihr Haus, Gell. Und schleicht mit scheuem Blicke Und mehr als diebischer Furcht zurücke, Haged. Die Pest, die im Finstern schleicht, Ps. 91, 6. Schleichend kommen, wofür doch, wie bey den meisten übrigen Zeitwörtern der eigenen Bewegung, das Mittelwort der vergangenen Zeit, geschlichen kommen, üblicher ist. Das Blut, das so träge in deinen Adern schleicht. Ha, wenn ein solcher Wunsch in meine Seele schlich, Weiße. Ingleichen in Gestalt eines Reciproci, wo es aber eigentlich das folgende Activum ist, daher es alsdann auch wie alle Reciproca das Hülfswort haben bekommt. Jetzt schlich ich leise zu ihrem Bette mich hin, Geßn. Sich in das Haus schleichen. Er schlich sich ganz leise wieder nach seinem Zimmer. Diese Thräne, die sich aus ihrem Auge schleicht, Less. In meine Spiele schleicht sich nicht späte Klage, Weiße. 2) Figürlich. (a) Ein schleichendes Fieber, welches den Kranken langsam und unbemerkt auszehret. (b) Ein Stück Butter zerschleichen lassen, in den Küchen, es langsam und bey gelinder Wärme zergehen lassen. (c) In seinem Betragen mit merklicher Verheimlichung seiner Absichten und Mittel verfahren. Von einem solchen Menschen sagt man, er schleiche. Ein schleichendes Wesen haben. Siehe Schleicher. II. Als ein Activum, auf eine leise und langsame Art fortbewegen; wo es doch nicht so gangbar ist, als das vorige Neutrum. Hier schlich sie ihre Hand in die seinige. Verbothene Waaren in eine Stadt schleichen, heimlich bringen, wofür doch schleifen üblicher ist. So auch das Schleichen. Anm. Bey dem Ottfried sleihen, bey dem noch ältern Kero slihhan, von welcher Form das Imperfect und Mittelwort unsers schleichen herstammen, im Nieders. sliken, im Schwed. slika, slinka, im Angels. mit dem Naselaute slincan, im Lettischen slenku. Es ist eine unmittelbare Nachahmung des Lautes, und daher mit Schlick und Schlich, Schleiche u. s. f. in welchen der Begriff des Schleimigen und Glatten der herrschende ist, nahe verwandt. S. auch Schleifen, welches diesem Zeitworte nahe angehöret.
3237 Zeichen · 60 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schleichen

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Schleichen , verb. irreg. Imperf. ich schlich; Mittelw. geschlichen; Imper. schleiche, schleich. Es ist eine unmittelbar…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    schleichen

    Goethe-Wörterbuch

    schleichen in Zusammenschr ‘auf- und abgeschlichen’ 18,16,21 1 sich lautlos dicht über eine Fläche oä gleitend (u winden…

  3. modern
    Dialekt
    schleichen

    Lothringisches Wb. · +4 Parallelbelege

    schleichen , Schleicher s. schlichen, Schlicher.

  4. Sprichwörter
    Schleichen

    Wander (Sprichwörter)

    Schleichen 1. Man muss schleichen, wenn man dem Vogel überm Nest will Eyer aussheben. – Lehmann, 68, 6. 2. Wer stets sch…

  5. Spezial
    schleichen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    schlei|chen (schlich, geschlichen) I vb.intr. 1 slaiché (-chëia), se trá 2 (von Tieren) striscé (-scia), jí söla punza I…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schleichen

36 Bildungen · 10 Erstglied · 21 Zweitglied · 5 Ableitungen

Ableitung von schleichen 2 Analysen

schlern + -ei + -chen

schleichen leitet sich vom Lemma schlern ab mit Suffixen -ei und -chen, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

Alternativen: schlei+-chen

schleichen‑ als Erstglied (10 von 10)

Schleichenäse

RhWB

Schleichen-äse -īksEzə Lennep-Radevormwald in der Wend.: De es in Schl. (am letzten Ende des Wurmes) er ist bankerott.

Schleichenfänger

RhWB

schleichen·faenger

Schleichen-fänger -īkə- Berg n. Benr .-L., Ess ; -ikə- Düss-Stdt , Kref , Jül ; -echə- Gummb-Nümbrecht m.: verächtl. Schlauberger, hinterlis…

Schleichenscheffel

DRW

schleichen·scheffel

Schleichenscheffel, n. ein Hohlmaß für Getreide kuster ... hat von iderm haußwirt ... 4 brott, ein schleichenscheffel rogken 1600 PrignitzVi…

schleichen als Zweitglied (21 von 21)

abschleichen

DWB

abschleichen , furtim assequi, heimlich erreichen, erschleichen: wie die hirschen sonst durch jäger abgeschlichen und gefället werden. Hohbe…

anschleichen

DWB

anschleichen , adrepere, heimlich, langsam herankommen: kömmt dann der winter angeschlichen. Günther; als er droben einen geier, drunten ein…

beschleichen

DWB

beschleichen , obrepere alicui, gilt von allem was heimlich, plötzlich, unvermerkt naht, vgl. anschleichen . 1 1) der teufel, der tod beschl…

Dahérschleichen

Campe

daher·schleichen

△ Dahérschleichen , v. intrs. unregelm. ( s. Schleichen), mit sein, schleichend dahergehen, sich schleichend nähern. »Gebeugt schleicht sie …

Davónschleichen

Campe

davon·schleichen

Х Davónschleichen , v. unregelm. ( s. Schleichen). I) intrs. von einem Orte schleichen, sich schleichend d. h. unbemerkt von einem Orte entf…

dur(ch)schleichen

Idiotikon

dur(ch)schleichen Band 9, Spalte 14 dur(ch)schleichen 9,14

durchschleichen

DWB

durch·schleichen

durchschleichen , still und heimlich durch einen ort gehen; vergl. ausschleichen. durchschleichen, bisz etwar hin schleichen perrepere Maale…

einschleichen

DWB

ein·schleichen

einschleichen , irrepere, praet. schlich ein, ahd. inslîchan ( doch das bei Graff 6, 784 beigefügte insleih themo bruader ist intsleih, entg…

entschleichen

DWB

ent·schleichen

entschleichen , clam elabi, heimlich entweichen: ein schlauer vogel kan des stellers leim entschleichen. Opitz 2, 236 ; ich entschleiche vie…

erschleichen

DWB

ersch·leichen

erschleichen , 1 1) tr. rependo assequi, opprimere, mhd. erslîchen: sô die jugent erslîcht dër tôt. Haupt 1, 523 ; daʒ Troie von zwein grôʒe…

fortschleichen

DWB

fort·schleichen

fortschleichen , 1 1) prorepere: die langsam fortschleichende schnecke; versteht er nur so seinen pfad mit herzensfreunden fortzuschleichen.…

herschleichen

DWB

hersch·leichen

herschleichen , verb. proserpere, prorepere, adrepere: hinder einem herschleichen, consectari aliquem clam. Stieler 1835 ; denn wenn ein sch…

hinschleichen

DWB

hinsch·leichen

hinschleichen , verb. 1 1) intransitiv, langsam und leise hinwärts gehen, von personen und dingen: leise, unbemerkt will ich über die erde h…

hinterschleichen

DWB

hinter·schleichen

hinterschleichen , verb. 1 1) von hinten beschleichen, mhd. hinderslîchen ( Lexer wörterb. 1, 1297 ); so vom jäger bezüglich des wildes: wel…

nachschleichen

DWB

nach·schleichen

nachschleichen , verb. mhd. nâch slîchen, schleichend folgen, besonders um zu spähen, aufzuspüren, zu erfahren, zu erreichen oder zu gewinne…

überschleichen

DWB

ueber·schleichen

überschleichen , v. , mhd. überslîchen. A A. in untrennb. verbindung: jem. schleichend überfallen. A@1 1) mit persönl. subj. A@1@a a) in der…

umschleichen

DWB

umschleichen , vb. 1 1) trennbar, langsam kreisen: si ( die steine ) zugen abent und morgen orolei mit mit listen so verborgen, kunst der ri…

verschleichen

DWB

versch·leichen

verschleichen , verb. langsam, leise weggehen, fortgehen. das zeitwort, weder mhd. noch mnd. nachgewiesen, findet sich bei Otfrid : nu heiʒ …

vorbeischleichen

DWB

vorbei·schleichen

-schleichen : warum musz er ( Apollo ) sich, der nacht gleich, das ist: mit dunkel bedeckt, bei den Griechen v. schleichen Herder w. 3, 111 …

wegschleichen

DWB

weg·schleichen

wegschleichen , unauffällig weggehen: wo man das schmeychlen in nicht gan, ... steht fest und leszt sich nicht beweychen ir federlesen und p…

Ableitungen von schleichen (5 von 5)

beschleichen

DWB

beschleichen , obrepere alicui, gilt von allem was heimlich, plötzlich, unvermerkt naht, vgl. anschleichen . 1 1) der teufel, der tod beschl…

entschleichen

DWB

entschleichen , clam elabi, heimlich entweichen: ein schlauer vogel kan des stellers leim entschleichen. Opitz 2, 236 ; ich entschleiche vie…

erschleichen

DWB

erschleichen , 1 1) tr. rependo assequi, opprimere, mhd. erslîchen: sô die jugent erslîcht dër tôt. Haupt 1, 523 ; daʒ Troie von zwein grôʒe…

verschleichen

DWB

verschleichen , verb. langsam, leise weggehen, fortgehen. das zeitwort, weder mhd. noch mnd. nachgewiesen, findet sich bei Otfrid : nu heiʒ …

zerschleichen

DWB

zerschleichen , verb. , zu schleichen ( th. 9, 561), unvermerkt auseinandergehn, zergehn, zerfallen, ahd. zislîhhan, mhd. zerslîchen: ein kr…