nachschleichen,
verb. mhd. nâch slîchen,
schleichend folgen, besonders um zu spähen, aufzuspüren, zu erfahren, zu erreichen oder zu gewinnen. 11)
ohne dativ: und schlosz beim unverwahrten schatze die heimlich nachgeschlichne katze im raum der speisekammer ein. Langbein (1854) 2, 313. 22)
mit dativ 2@aa)
der person mit persönlichem subjecte (
oder auch von der thierwelt):
mhd. Hagne wart ir innen, er sleich in tougen nâch.
Nibel. 1474, 1; Arnîve sleich im sanfte nâch: diu vrâgte in war er wolde und waʒ er werben solde.
Parz. 626, 24;
nhd. also wellen wir den cristen nach schleichen mit weisheit und listen.
fastn. sp. 295, 6; der an mir das laster hat getan und mir nach geschlichen ist so leise. 414, 30; die zeit in treibet zu dem todt, der im nach-schleicht in angst und not. H. Sachs 7, 303, 3
K.; ich wil dir tag und nacht nachschleichen, und wo du bist, do bin ich auch geren. Weller
ged. des 16. jahrh. 40; und ob ir uns das macht kund, umb kunst ich immer euch nachschleiche (
der kunst wegen werde ich euch immer nachfolgen). Gödeke
u. Tittmann
liederb. des 16. jh. 386, 91; so schleicht der teufel ime (
dem menschen) mit seinem angel netz und hamen nach. Thurneisser
magia A 3
a; das alter schleicht dem menschen auf dem fusz nach. Lehmann 12; wag es nicht mir nachzuschleichen in den garten! Gotter 1, 59; Amor schlich den nymphen nach. Gleim 1, 183; kaum war sie entwichen, ich auf .., und komm ihr nachgeschlichen. Wieland 18, 261; ein alter hungriger wolf schleicht so dem fuchse nach, der unbekümmert durchs gras scherzt, den verdrieszlichen räuber bald nach dieser, bald nach jener seite hinlockt, und endlich doch seiner groben tatze entwischet. Thümmel (1839) 7, 181;
sprichwörtlich: er schleicht mir nach wie einer fetten henne. Wander 3, 840. 2@bb)
mit dativ der sache, die man erreichen, gewinnen will: schleicht ihr der weisheit nach, wo sie hingeht.
Sir. 14, 23; hort zu ir armen und ir reichen, die ihrer wolfahrt thun nachschleichen.
ged. aus dem j. 1621 (
s. nachhossen); zu einer zeit, wo selbst der weise dem golde nachschleicht. Gökingk 2, 63; in die nacht der tannen oder eichen .. such ich oft der ruhe nachzuschleichen. Bürger 68
b.
Auch im sinne von nachhängen, sich hingeben: in welcher (
gesellschaft) er .. seinen alten träumen nachschleichen konnte. Göthe 18, 227. 2@cc)
mit sachlichem subjecte und dativ der person oder sache. 2@c@aα)
von heimlich oder spähend nachfolgenden blicken: unsre augen schlichen diebisch ihm nach. Schiller 3, 11 (
Fiesko 1, 1); aber ihr auge vermied Flamins auge, und schlich ihm nur zuweilen denkend nach. J. Paul
Hesp. 1, 105; umsonst, dasz in diesem schauspiele des entzückens mein spähender blick jeder richtung der freundschaft, liebe oder hoffnung nachschlich. Thümmel (1839) 5, 173. 2@c@bβ)
von abstracten: mit leisen tritten schlich er seinen bösen weg: so leis und schlau ist ihm die rache nachgeschlichen. Schiller 357
b (
Piccol. 5, 1); ist es so sonderbar, dasz eine huldgöttin .. von Phöbus' arm umfaszt, ein wenig von der bahn der strengen sittlichkeit gewichen und einen kleinen schritt gethan, dem üble folgen nachgeschlichen? E. Schulze (1855) 3, 324; doch von ferne dir nach sind stets die künste geschlichen, die mit wechselndem glück oft um dein lächeln gebuhlt. Rückert
ged. 276.