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Munter

ae. bis spez. · 17 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
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19 in 17 Wb.
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Munter adj, adv

Bd. 3, Sp. 366a
Munter, — er, — ste, adj. u. adv. ein Wort, welches denjenigen Zu0 stand bezeichnet, da man seine Kraft fühlt und dieselbe in lebhaften Bewegungen und starken Empfindungen äußert. Zunächst gebraucht man es in Gegensatz von schläfrig, von demjenigen Zustande, da man genug geschlafen hat, sich gestärkt fühlt und dies durch Lebhaftigkeit des Körpers und des Gemüths äußert. Munter werden. Munter sein. Einen munter machen. O geht sie schon unter Die Sonne so früh? Wir sind ja noch munter, O Sonne, verzieh! Overbeck. Dann wird es auch dem matt, schwach entgegengesetzt und bezeichnet denjenigen Zustand, da man bei körperlicher Gesundheit sich stark fühlt und dieses Gefühl in Bewegungen und Mienen ausdruckt. Gestern war er nicht wohl, heute ist er aber wieder ganz munter. Der alte Mann ist noch sehr munter. Auch gebraucht man es von Mienen, Bewegungen  die diesen Zustand ausdrucken, in demselben gegründet sind. Muntere Augen, muntere Bewegungen. Ein muntere Gesichtsfarbe. Eine Arbeit munter angreifen. Imer munter! als ein Aufmunterungswort; daher aufmuntern. »Er war voller Munterkeit und die Lebhaftigkeit seines Geistes schien auch seinen Leib munter und lebhaft zu machen; anstatt daß bei Andern die Schläfrigkeit und Schwächlichkeit des Leibes sich der Seele mitzutheilen pflegt.« Schlegel. Auch von Thieren, die im Gefühl ihrer Kraft sich lebhaft und leicht bewegen. Ein munteres Pferd, ein munterer Hund. I dieser Bedeutung besonders, wo es einen Zustand körperlichen Wohlbefindens, der sich durch lebhafte Bewegungen  äußert, bedeutet, sagt man dafür im O. D. fanzig, in Schwaben musper, im N. D. kregel, wählig, tauger, terig, tanger, kask. I weiterer Bedeutung gebraucht man mun= ter auch vom Gemüthe und Geiste, wenn sie sich im Gefühl der Kraft lebhaft äußern. Johann, der muntre Seifensieder. Ein munterer Kopf, der, was man ihm beibringen will, leicht faßt, geschwind lernt. Ein munterer Gesellschafter, der wegen seiner Lebhaftigkeit und seines Frohsinns leicht an der heitern Stimmung und an der Fröhlichkeit der Gesellschaft Theil nimmt und dieselbe vermehrt. Dann auch, in diesem Zustande gegründet. »Unterdeß Daphne ihn mit dem muntern Wesen der Vertraulichkeit und Unschuld einer Schwester begegnete.« Ungen. Ein munterer Scherz. Ein munterer Ton. Lustig druckt einen höhern Grad dieses Zustandes aus, bei welchem noch das Gefühl einer merklichen Lust, eines merklichen Vergnügens damit verbunden ist. Man vergl. auch lebhaft, aufgeweckt. Uneigentlich nennt man auch in gewissem Grade helle oder lebhafte Farben, muntere Farben; in Gegensatz der todten. I der Tonkunst nennt man gleichfalls den Vortrag, welcher den Zustand eines muntern Menschen nachahmen soll, munter (Allegro). Ein munteres Stück (ein Allegro).
2759 Zeichen · 41 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Altenglisch
    munterst. M. (ja)

    Köbler Afries. Wörterbuch

    munter , st. M. (ja) nhd. Münzer ne. coiner Hw.: s. mentere; vgl. ae. mynetere, as. muniteri*, ahd. munizāri Q.: E, H, B…

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    munterAdj.

    Köbler Mhd. Wörterbuch

    munter , Adj. Vw.: s. munder

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    munter

    Mnd. Handwb. (Lübben/Walther)

    munter, Münzer, der das Recht hat zu münzen oder von der Obrigkeit dazu bestellt ist (Münzmeister); jeder Geldwechsler o…

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Munter

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Munter , -er, -ste, adj. et adv. welches in einer doppelten Hauptbedeutung gebraucht wird. 1. Von der Bewegung. 1) Im Ge…

  5. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    munter

    Goethe-Wörterbuch

    munter 1 lebhaft a Elan u Vitalität aufweisend, agil; oft als Attr von jungen Personen, gelegentlich in Berührung mit Pk…

  6. modern
    Dialekt
    munter

    Elsässisches Wb. · +7 Parallelbelege

    munter [mùntər Co. ] Adj. munter, gut aufgelegt. Dë r is t allewil m. un d z u fri e de n . — Schweiz. 4, 344. Schwäb. 3…

  7. Sprichwörter
    Munter

    Wander (Sprichwörter)

    Munter 1. Munter ist die Hauptsache. – Klix, 40. 2. Wenn man munter is, un men büt der mund wat, sau nümt se wat. – Scha…

  8. Spezial
    munter

    Ladinisch-Deutsch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    munter [mụn·ter] adj. (-tri, -tra) 1 munter, schlaflos 2 keck, frisch. ▬ bele ester adora munter schon frühzeitig munter…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit munter

13 Bildungen · 9 Erstglied · 2 Zweitglied · 2 Ableitungen

Ableitung von munter

munt + -er

munter leitet sich vom Lemma munt ab mit Suffix -er.

Zerlegung von munter 2 Komponenten

mun+ter

munter setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

munter‑ als Erstglied (9 von 9)

muntereⁿ

Idiotikon

muntereⁿ Band 4, Spalte 345 muntereⁿ 4,345

munterie

LW

munt·e·rie

munterie, (Münzerei), Münzbezirk? Münzstätte?

Munter II

RhWB

Munter II = Taschenuhr s. Monter II;

munterkeit

DWB

munter·keit

munterkeit , f. muntres wesen: munterkeit, vigilantia, alacritas, sedulitas, diligentia Stieler 1241 ; munterkeit, alacritas, incitatio Stei…

munterlëcht

Idiotikon

munterlëcht Band 4, Spalte 345 munterlëcht 4,345

Munterneⁿ

Idiotikon

Munterneⁿ Band 4, Spalte 578 Munterneⁿ 4,578

munter als Zweitglied (2 von 2)

burlimunter

Idiotikon

burlimunter Band 4, Spalte 345 burlimunter 4,345

Ableitungen von munter (2 von 2)

ermunterung

DWB

ermunterung , f. excitatio, incitatio: und an wessen beifall liegt mir denn sonst? an Nathans? o an dessen ermuntrung mehr als beifall kann …

unmunter

DWB

unmunter , adj. , gth. v. munter (3, 4): Schwartzenbach 38 a ; Pomarius gr. postilla 2, 309 a ; Decimator hochzeitpredigten l 4 b ; Haller a…