komisch selten c-; superl auch -esten GWB36,308 u -ischten GWB51,309; mehrfach ‘das K-e’, vereinzelt Kleinschr (zB GWBB1,182,8). — Von etwa 170 Belegen gut drei Viertel in der älteren Bed aβ (künstlerisch-ästhetische Verwendung)1). Obgleich das Phänomen des Künstlerisch-Komischen im Belegmaterial nicht eingehend theoretisch erörtert ist, zeugen viele Verwendungen von seiner bedeutenden Rolle in Goethes Schaffen als Dichter u Theatermann. Der hohe Stellenwert hängt eng mit Goethes im Sturm u Drang konstituiertem Naturkonzept zusammen, seinem Verständnis von Kunst als Spiegelung der Realität in deren Komplexität, Widersprüchlichkeit2). Demgemäß ist für sein literarisches Werk eine große Einheit, Durchmischung von Komischem u Tragischem charakteristisch (am ausgeprägtesten im ‘Faust’ mit der adäquaten Programmatik im ‘Vorspiel auf dem Theater’3)). Dieser kategoriale Bezug deutet sich bei den konkreten Wortverwendungen von ‘k.’ zumindest bei einer Reihe von Belegen an; auch ist hier der für den klassischen u späten Goethe charakteristische Gedanke einer mildernden Funktion des Komischen hinsichtlich des Häßlichen, Schrecklichen aufweisbar. a erheiternd, witzig, ulkig, possenhaft, auch: lächerlich α mBez auf jds Wesensart, auf eine best (unangemessene, übertriebene) Verhaltensweise bzw deren Wahrnehmung, Reflexion, auf die Diskrepanz zwischen Anspruch u Realität; vereinzelt iSv verschroben, schrullig; auch ‘jds (Goethes) k-es Wesen’, ‘jdm eine k-e Seite abgewinnen’, ‘etw kommt jdm k. vor’, ‘etw wird (beinahe) k.’, ‘etw grenzt ans, geht ins K-e’ Er [CGHermann] wußte mein mitunter k-es Wesen durch heitere Scherze zu erwidern, und ich erinnere mich mancher vergnügten Stunde, die wir zusammen zubrachten GWB27,188,25 DuW 8 [betr Goethes Verkleidung beim ersten Besuch im Sesenheimer Pfarrhaus] Ich .. beschrieb ihr [Friederike] meinen Abscheu vor der gestrigen Figur .. so k., daß sie herzlich und anmuthig lachte GWB27,366,14 DuW 10 “.. Es würde niemand den Hut ablegen, nachdem er kaum das Compliment gemacht hat, wenn er wüßte, wie k. das aussieht.” GWB20,261,11 Wv II 5 OttiliensTgb [zur Publikation der Korrespondenz mit Schiller] was kann heiterer seyn, daß es beynahe k. wird, die Briefe mit der pomposen Ankündigung der Horen anfangen zu sehen und gleich darauf Redaction und Theilnehmer ängstlich um Manuscript verlegen GWBB45,117,4 Schultz 10.1.29 Diese kleine Öffnung [wie Newton sie für seinen prismatischen Versuch vorschreibt] wird uns künftig zum Lächeln bewegen, wenn wir sie in allen deutschen Compendien des vergangenen Jahrhunderts mit k-er Gewissenhaftigkeit ausgeführt finden GWBN4,448,28 FlH Plp GWB27,139,8 DuW 7 GWB36,416,8 TuJ 1817 Plp GWBB38,92,24 Zelter 27.3.24 GWB51,231,7 ThS III 8 uö verbunden mit bildlicher Vorstellung Frische Hechte .. wenn man fürchtet dass sie .. verderben mögen, so salzt man sie ein .. Es muss Ihnen doch k. vorkommen wenn Sie an all die Liebhaber dencken, die sie mit Freundschaft eingesalzen haben GWBB1,212,26 KSchönkopf 1.6.69 β als künstlerisch-ästhetischer Begriff, mBez auf die drei großen Kunstgattungen, meist auf die Literatur; auch iZshg mit dem Tragischen od Häßlichen Sophokles sei ironisch .. Die Tragödie sei bloß für die Niederträchtigkeit der Menschen. Kein Held sei so niederträchtig und jämmerlich, wie er in der Tragödie erscheine. Die Tragödie aus dem K-en angesehen. Die Komödie aus dem Tragischen angesehen Gespr(He2,920) Riemer 1806/12 Das antike Tragische ist das menschlich Tragierte. Das Romantische ist kein Natürliches .. sondern ein Gemachtes, ein Gesuchtes .. bis ins .. Karikaturartige .. Ist humoristisch (das heißt ironisch; vergleiche Ariost, Cervantes; daher ans K-e grenzend und selbst k.) Gespr(He2,328) Riemer 28.8. 08 Indem die Idee als phantastisch erscheint, hat sie keinen Werth mehr; daher denn auch das Phantastische, das an der Wirklichkeit zu Grunde geht, kein Mitleiden erregt, sondern lächerlich wird, weil es k-e Verhältnisse veranlaßt .. das Höchstgelungene dieser Art ist Don Quixote von Cervantes GWB412,71,4 Üb:SpanRomanzen [vermutlich als literar Motiv] Tragische Ahndungen die sich geistreich k. auflösen Schr GG21,296 MuR Plp Die göttliche Kunst, welche alles zu veredeln und zu erhöhen weiß, mag auch das Widerwärtige .. nicht ablehnen .. sie hat nur einen Weg dieß zu leisten: sie wird nicht Herr vom Häßlichen, als wenn sie es k. behandelt .. GWB48,146,19 TänzerinGrab~B22,363,21 SicklerFriedrich Carl Ludwig Sickler 28.4.12 K Gespr(FfA II 12,586,33) Eckerm 28.3.27 [für: comique] GWB40,129,19 EnglSchausp GWBB1,182,8 Oeser 24.11.68 uö in Hinsicht auf eine konkrete Kunstform, vereinzelt auch eine Institution (mBez auf Dichtung, Musik): ‘k-es Stück’, ‘k-er Roman’, ‘k-e Epopöe’, ‘k-es Heldengedicht’, mehrfach ‘k-e Oper’ (meist für ein Singspiel), auch ‘k-e Bühne’; einmal im Bildzusammenhang Das deutsche Theater besitzt viele kleine k-e Stücke GWB40,116,20 ÜbProserp es ist allerdings ein herrschender Fehler auf unserer k-en Bühne, daß das Interesse noch viel zu sehr aus der Empfindung und aus sittlichen Rührungen geschöpft wird GWB40,70,2 DramatPreisaufg [G/Schiller] Unglücklicherweise hatte sich damals [um 1765] das sogenannte k-e Heldengedicht hervorgethan. Ich kannte Pope’s Lockenraub, nach dem sich die andern gebildet hatten, im Original GWB27,383,16 DuW 6 Schema [betr ‘Claudine von Villa Bella’] Das Zeug, worauf gestickt werden soll, muß weite Fäden haben, und zu einer k-en Oper muß es absolut wie Marli gewoben sein. Doch hab’ ich bei dieser, wie bei Erwin [‘Erwin u Elmire’], auch für’s Lesen gesorgt GWB32,273,18 ItR GWB26,237,19 DuW 4 uö im Hinblick auf Stoff, Ausdrucksmittel: ‘k-es Sujet, Motiv’, ‘k-e Situation’, ‘k-er Ausdruck, Witz, Reim’, ‘k-e Sprache’ ua, je einmal ‘k-e Exhibition, Positur’ (mBez auf bildkünstlerisches Werk); gelegentlich iSv derbkomisch, burlesk [bezüglich Vortrag von Goethes Gedicht ‘Erlauchter Gegner aller Vulcanität!’ innerhalb lateinischer Festrede auf Bergrat Lenz] Ew. Hochwohlgeboren haben durch die gewandte Einschaltung der k-en modernen Reime in ein antik-classisches Werk abermals bewiesen, daß Ihnen jede Wendung zu Gebote steht GWBB36,221,13 Eichstädt 4.12.22 sehen wir .. daß die englische Poesie schon eine gebildete k-e Sprache hat, welcher wir Deutschen ganz ermangeln. Das Deutschkomische liegt vorzüglich im Sinn, weniger in der Behandlung GWB411,247,27 Üb:Byron,DonJuan [zu geplanter Vertonung von ‘Scherz, List u Rache’] Wenn Sie Sich bey ieder Scene die theatralische Handlung lebhafft dencken, werden Sie noch manches finden was mit Worten nicht ausgedruckt ist .. kann sich [die vermeintlich tote] Scapine .. die Situation k-er machen wenn sie sich manchmal hinter dem Rücken des Alten [des Doktors] aufhebt, ihn ausspottet GWBB7,69,24 Kayser 20.6.85 jedem ist aus Erfahrung bekannt, daß uns die k-en und neckischen Exhibitionen solcher Talente [wie die der dargestellten Tänzerin] oft mehr aus dem Stegreife ergötzen als die ernsten .. Bekleide man dieses .. lemurische Scheusal mit .. jugendlicher Muskelfülle .. so wird man eine von denen k-en Posituren sehen, mit denen uns Harlekin und Colombine .. zu ergötzen wußten GWB48,146,25 u 147,6 TänzerinGrab GWBB23,432,3 Pirch 15.12.12 GWBB12,357,26 Schiller 22.11.97 GWB38,347,5f FGA Théâtre [G?] uö hinsichtlich der Bühnenfigur bzw eines komischen Rollenfaches: ‘k-e Figur’, ‘k-e Rolle’, ‘k-er Schauspieler, Sänger, Charakter’, ‘k-e Mutter’, ‘k-er Vater, Alter, Bedienter’ Romeo und Julie bleibt der Überlieferung getreuer [als ‘Hamlet’], doch zerstört er den tragischen Gehalt derselben beinahe ganz durch die zwei k-en Figuren Mercutio und die Amme GWB411,67,28 Shakesp u kein Ende [über das Theater in der zweiten Hälfte des 18. Jhs] Das Glück der Bühne beruhte mehr auf der Persönlichkeit der Schauspieler als auf dem Werthe der Stücke. Dieß war besonders bei halb oder ganz extemporirten Stücken der Fall, wo alles auf den Humor und das Talent der k-en Schauspieler ankam GWB28,192,10 DuW 13 Herr Genast: Pedanten, k-e und ernsthafte Bedienten, andere k-e Rollen im Schauspiel .. Herr Malcolmi: ernsthafte und k-e Väter und Alte im Schauspiel und in der Oper GWB36,245,26f u 246,3 BiogrEinzh HoftheatWeim 1792 GWBB15,12,6 Kirms 7.1.00 GWBB42,231,5 Zelter 21.6.27 GWBT2,51,17 v 3.1.97 uö — ‘k-e Maske’: in der (antiken) Komödie gebräuchliche Maske; auch im metaphor Gebrauch wird hier [in den griechischen Komödien] das Rohe, Brutale, Niedrige .. durch die Gewalt der Kunst [dergestalt emporgehoben], daß wir dasselbe gleichfalls als an dem Erhabenen theilnehmend empfinden und betrachten müssen. Die k-en Masken der Alten .. stehen dem Kunstwerth nach in gleicher Linie mit den tragischen. Ich besitze selbst eine kleine k-e Maske von Erz, die mir um keine Goldstange feil wäre GWB422,469,7u9 Zu:Eurip,Kyklops Der zweite Knabe, mit zwei großen Masken, einer tragischen und k-en [angenehm faunischen Var], in Händen GWB131,67,16 Was wir bringen [1802] Regiebem sein [Jugendfreund Horns] Bart .. den er gar zu gern hätte wachsen lassen, um als k-e Maske die Gesellschaft .. im Lachen zu erhalten GWB27,36,11 DuW 6 GWB131,69,21 Was wir bringen [1802] Regiebem uö b merkwürdig, wunderlich, mBez auf physische Beschaffenheit, Bewegungsabläufe (eines Tieres), eine bestimmte (ausgefallene) Verhaltensweise od deren Wahrnehmung; auch ‘k-e List, Verwunderung’, ‘etw erscheint jdm k.’ Wunderlicher und k-er kann man nichts sehen, als die Gebärden dieser .. Geschöpfe [Taschenkrebse] GWB30,143,22 ItR Daß die Redacteurs Ihres Morgenblatts .. auch es in manchen Puncten ganz läßlich nehmen, in andern wie z.E. gegen das Sonett eine so comische Aversion beweisen, ist mir unbegreiflich GWBB51,234 Cotta [31.3.08] so eingewurzelt war ihm [JMüller] die .. Geheimnißlust, daß er mir den Fundort von einigen Nummern [Steine seiner Sammlung] niemals entdecken wollte, vielmehr die k-esten [seltsamsten GWB36,13,7] Ausflüchte ersann um seine Freunde .. ins Weite zu führen GWB36, 383 TuJ 1807 Var [für: comique] GWB24,85,27 Wj I 5 GWB27,399,34 DuW 9 Plp GWBB33,153,10 Schlosser 12.8.20 uö Michael Schilar M.S.