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Mild

mhd. bis spez. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
Anchors
11 in 11 Wb.
Sprachstufen
6 von 16
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56

Eintrag · Campe (1807–1813)

Mild adj, adv

Bd. 3, Sp. 285b
Mild, — er, — este, adj. u. adv. eine angenehme Weiche habend, nicht hart, rauh oder scharf. Mildes Fleisch, sehr mürbes. Bei den Schustern ist mildes Leder solches, welches weich und biegsam ist, die rechte Gare hat. Ein milder Sandstein ist ein solcher, der leicht und weich zu bearbeiten ist, und milde Bergarten nennt man im Bergbaue solche, die mürbe und bröckelig sind und sich zugleich schmierig anfühlen lassen. Mildes Kupfer, das geschmeidig und weich ist und sich mit dem Grabstichel leicht und rein bearbeiten läßt. Ein milder Gang, ein Erzgang in mildem Gesteine. I weiterer und uneigentlicher Bedeutung 1) dem Gefühle nach sanft, angenehm; in Gegensatz von rauh, hart. Ein milder Regen. Es regnet mild. Mildes Wetter. Milder Sonnenschein. So auch vom Blick des Auges. Ir Blick ist mild und glänzend Wie Abendsonnenglut. Kosegarten. (R.) Ein mildes Lächeln. Eine milde Strafe, eine gelinde. Ein mildes Urtheil. Die milde Presse, bei den Tuchbereitern, durch welche feine Tücher einen sanften Glanz erhalten, ohne daß sie durch Regen Flekken bekommen. 2) Dem Geschmacke nach, angenehm; sehr mürbe und saftig; in Gegensatz von scharf und sauer. Mildes Obst, süßes, im O. D. auch reifes, welches allein nur süß ist. »Milde wie die reifste Traube.« Weiße. »Der alte Wein ist milder.« Luc. 5, 39. 3) I sittlichem Verstande, sanft, liebreich, gütig und in einem solchen Zustande des Gemüths gegründet. Ein mildes Gemüth. Ein milder Mann, Fürst  Eine milde Behandlung. Milde Sitten Milde Worte. »Der mild redende Sokrates.« Voß. Milde Thränen, sowol Thränen die ein sanfter weicher Mensch weinet, als auch Thränen, die sauft fließen und Erleichterung verschaffen. Und mild rinnende Thränen entrollten unter den Worten. Voß. I den Kanzeleien wird mildest auch für gnädigst gebraucht. Da Freigebigkeit und Wohlthätigkeit eine Folge und ein Beweis eines liebreichen und gütigen Sinnes ist, so wird mild auch für freigebig und wohlthätig gebraucht. Ein milder Geber. Die Fremden besser zu erfreuen, Umsteckt der milde Wirth den Tisch mit dichten Maien. Hagedorn. Sprichwörtlich sagt man, der Milde giebt sich reich, der Geizhals nimmt sich arm. »Ir Bäume, die ihr uns milde eure reifen Früchte gegeben.« Geßner. Seine milde Hand aufthun, mildthätig sein. Milde Stiftungen. Zuweilen wird es in weiterer Bedeutung von einer Freigebigkeit und Schonung mit Worten, bei der man es mit der Wahrheit nicht so genau nimmt, gebraucht. Man hat sie darin zu milde berichtet. 4) † I O. D. fromm, gottesfürchtig. So heißt Ludwig der Fromme bei ältern Schriftstellern häufig Ludwig der Milde. Auf den Kanzeln und in den Kanzeleien bedient man sich auch noch bei Nennung eines Verstorbenen des Ausdrucks kristmilden oder kristmildesten Andenkens.
2740 Zeichen · 57 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    mild

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    mild- s. milt-.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Mildadj, adv

    Campe (1807–1813) · +3 Parallelbelege

    Mild , — er, — este , adj . u. adv . eine angenehme Weiche habend, nicht hart, rauh oder scharf. Mildes Fleisch, sehr mü…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    mild

    Goethe-Wörterbuch

    mild öfter -e, relativ häufig als Reimwort zu ‘Bild’; drei Fünftel der Belege in Pkt 2 1 angenehm (für die Sinne), sanft…

  4. modern
    Dialekt
    mildAdj.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    mild Adj. : 1. von Sachen. a. 'lieblich, sanft', mild [verbr., Lambert Penns 105 Krämer Gal 149]. Das Weddeʳ (Die Luft) …

  5. Sprichwörter
    Mild

    Wander (Sprichwörter)

    Mild 1. Allzu mild hilfft bald zu armuth. – Petri, II, 9; Henisch, 176, 3; Schottel, 1144 b ; Sailer, 114. 2. Biss milt …

  6. Spezial
    mild

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    mild adj. 1 (vom Herzen) morjel (-ei, -a), tënder (-dri, -dra) 2 (gütig) bun (bugn, bona), da n bun cör 3 valënt (-nc, -…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit mild

133 Bildungen · 126 Erstglied · 2 Zweitglied · 5 Ableitungen

mild‑ als Erstglied (30 von 126)

mild

KöblerMhd

mild... , . Vw.: s. milte...

Mildau

LothWB

mil·dau

Mil-dau [mìldau Ri. Hom. Rom. Ha. ; mìldoï Falk. ] m. Mehltau. — els. 2, 638 Miltaü; baier. 1, 1588 Miltau, Milbtau.

mildaufdämmernd

DWB

mildaufdämmernd , part. , vgl. mild 10, b: ( die wolke ) sandte nur schauer, verbarg den mildaufdämmernden tag. Stolberg 2, 83 .

mildeblitzend

GWB

mildeblitzend mBez auf Reflexe des sanften Mondlichts auf der Wasseroberfläche [ Sirenen zum Mond: ] Blicke ruhig von dem Bogen|Deiner Nacht…

Mildebuggel

ElsWB

Mildebuggel [Meltəpùkl Rapp. ] m. verwünschter Kerl, Fluchwort, vgl. frz. bougre.

mildebār

KöblerMnd

milde·bār

mildebār , Adj. nhd. freigebig, fruchtbar Q.: SL E.: s. milde (1), bār (2) L.: MndHwb 2, 980 (mildebâr), Lü 229b (mildebar) Son.: örtlich be…

mildeclich

KöblerMhd

mildeclich , Adj. Vw.: s. milticlich

mildeclīche

KöblerMhd

mildeclīche , Adv. Vw.: s. milticlīche

Milde (der)

Wander

mild·eder

Milde (der) 1. Der milt gibt sich reich, der geitzig nimpt sich arm. – Franck, I, 117 b ; Henisch, 1448, 20; Lehmann, II, 65, 153 ; Müller, …

Mildedia

ElsWB

milde·dia

Mildedia , Milde diö , Milde tau [mìltətja Liebsd. bis Dü. ; meltatjæ Rapp. Bf. Bisch. ; miltətje K. Z. ; meltəti Dunzenh. ; euphem. mìltətà…

mildedütz

ElsWB

mildedütz [meltatyts Logelnh. ] Ausruf der Verwunderung.

Mildefaneⁿ

Idiotikon

Mildefaneⁿ Band 1, Spalte 830 Mildefaneⁿ 1,830

Mildefuter

ElsWB

milde·futer

Mildefuter [Meltafytər Hlkr. ] Fluchwort, frz. mille de foutre. Daraus euphemistisch:

mildegiᵉwe

WWB

milde-giᵉwe Adj. - gīwe freigiebig, gern andern etwas mitgebend ( Alt Al).

mildegiᵉwend

WWB

milde-giᵉwend Adj. [ Hal Det] 1. mitleidig. — 2. barmherzig, wohltätig.

mildegiᵉwesk

WWB

milde-giᵉwesk Adj. [ Mes Bri] mildtätig, freigiebig.

Milde II

RhWB

Milde II s. o. bei mild.

mildelĩken

MNWB

milde·liken

mildelĩken , mildichlĩken , seltener -lĩk(e) , adv. , 1. gnädig, gütig, wohlwollend, barmherzig (von Gott, einem Höhergestellten). — 2. mild…

mildelīk

KöblerMnd

mildelīk , Adj. nhd. wohlwollend, geneigt, freigebig, freundlich, barmherzig, fromm Vw.: s. *un-? Hw.: s. mildich; vgl. mhd. mitlich E.: s. …

mildelīken

KöblerMnd

mildelīken , Adv. nhd. gnädig, gütig, wohlwollend, barmherzig, mildherzig, freigebig, mildtätig, wohltätig, freundlich, herzlich, innig ÜG.:…

mildemënt

ElsWB

milde·ment

mildemënt [mìltəmant Hüss. Geberschw. Hlkr. Logelnh. Co. Winzenh. ] Fluchwort, Potztausend.

milden

DWB

mil·den

milden , verb. 1 1) mild machen, sänftigen; ahd. miltan misereri, mhd. milden, mitigare, temperare: ( sie ) offent uns der freuden schrîn un…

mild als Zweitglied (2 von 2)

Allzu mild

Wander

allzu·mild

Allzu mild Allzu mild hilft zur Armuth. [Zusätze und Ergänzungen] 2. Allzu mild macht die Suppe dünn. Dän. : Alt for rundt gjör suppen tynd.…

heimild

KöblerAn

hei·mild

heimild , st. F. (ō) nhd. Besitzrecht L.: Vr 219a

Ableitungen von mild (5 von 5)

ermilden

KöblerMhd

ermilden , sw. V. Vw.: s. ermilten

milde

DWB

milde , f. die pflanze atriplex, s. melde sp. 1991.

Unmild

Campe

Unmild , — er, — este , adj . u. adv . nicht mild; besonders in uneigentlicher Bedeutung. Einen unmild behandeln. Henisch. » Unmildes Schmäh…

unmild(e)

DWB

unmild(e) , adj. adv. , gth. v. mild(e). g. unmilds, an. úmildr, dän. umild, schwed. omild, ags. unmilde, engl. unmild, ahd. unmilti, mhd. u…

unmilden

DWB

unmilden , verb. , unmild verfahren Fischer schwäb. wb. 6, 203 . —