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unmild(e)

ae. bis nhd. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

unmild(e) adj. adv.

Bd. 24, Sp. 1182
unmild(e), adj. adv. , gth. v. mild(e). g. unmilds, an. úmildr, n. umild, schwed. omild, ags. unmilde, engl. unmild, ahd. unmilti, mhd. unmilte, mnd. unmilde, mnl. onmilde, nl. onmild (veraltet). in n. spr. selten geworden, auch Staub-Tobler 4, 215 u. Fischer schwäb. wb. 6, 203 haben nur ältere belege. zur ableitung Falk-Torp 1, 720. 11) milde 3 entsprechend: eines kargen und unmilden herrn Kirchhof wendunm. 2, 12. erneuert im anschlusz an ä. spr.: die unmilden fürsten Gervinus gesch. d. d. dicht. 2, 46; Uhland schr. 1, 36. 22) gth. von milde 4: guots zu thun bist nit unmilte Schede psalm. 23 ndr.; viel reiche seynd gar zu viel unmild Schupp schr. 749; veraltet. 33) milde 5 entsprechend, bisweilen von 6 nicht zu trennen. a) in älterer bedeutung hartherzig, grausam, unbarmherzig: er ist zornig, unbarmhertzig, unmilt, tirannisch Riederer rhetor. c 3b; J. Strausz christlicher unterricht b 1a; weltliche fürsten sind ze straffen vil unmilter Tschudi chronik 1, 137; W. Spangenberg anbindbriefe 104, 11 B.; einen gar unmilden pedellen (den tod) Abraham a Santa Clara mercks Wien 91; ain hertstirnig unmilt hertz Keisersberg pred. (1508) 57d. adv.: mit ... Miltiade ... seind sie (die Athener) noch unmilter gefaren städtechr. 32, 144. unser fürnemen (die heiden zu erstechen) ist kindisch und unmilt Fabri eigendlich beschr. (1557) 92a; unmilte antwortt Luther 15, 265 W., lere J. Strausz beychtpüchlin a 1b. veraltet. b) in n. sprache schwächer 'ungütig', vgl. ungelinde, unsanft: als wenn die wahre liebe ... unmilde ... sein könnte M. Mendelssohn 1, 259; unmild mild erscheinen Lessing 3, 23 (Nathan 1, 3, 471); Brentano 1, 284; schr. der Götheges. 7, 149; Gaudy 16, 20; nicht unmild behandelt werden Ritter erdk. 7, 78. 44) gegentheil von milde 6 (vgl. 5). a) impius: von den unmilten get aus die unmiltikeit erste d. bibel 5, 106, 23 (1. Sam. 24, 14); die unmilten Galileer Hedio chron. 179a; L. .. wart gar unmilte unde bosse W. Gerstenberg chron. 32 Diemar; der unmilte geist, teufel (17. jh.) anz. d. german. museums 1865, 399. ein unlauter, unmildes hertz Hutten 2, 197, that H. Sachs 15, 510, 23 G.; veraltet. b) asper, acer, ὑπερφίαλος; vgl. grimmig: Suso 260, 14 B.; verfluecht sei die unmilt saw, die dich getödt hat Franciscuslegende (1512) h 1b; unmilten völckern (barbari genannt) Carbach Liv. 420b; er war ein raucher, harter, unmilder mann Megiser annales Car. 234; die unmilden Russen Dahlmann gesch. v. Dännemark 3, 301. schlangen, die sunst einer unmilten art seind Eppendorff Plin. 8, 98; du weiszt, wie unmild der sinn Kronions und übermüthig Stolberg 12, 81 (Ilias 15, 94); Voss antisymb. 2, 427; ist euer brauch so unmild G. Freytag 10, 74; 17, 13. nicht allgemein üblich. c) rechts- u. geschäftssprachlich; vgl. ungütig I 4, ungütlich 1: gott liesz, das mancher fürst regiert lang zyt, wann er nit wuord verfrt und unmylt wurd und ungerecht S. Brant narrenschiff 46, 79; auch wenn einer den herrn uberfiel oder ... sonst allenthalben unmilde hend anlegt .. der sol sein lehen verlieren lehenrecht (1533) h 7b; die unmilde ankleger S. Brant v. d. losen füchsen b 1b; von ungütiger, unmilder und unrechtfertiger klage M. C. Schütz 4, f f 1b, resolution acta publ. 1, 328; verkauffe, vereusserung oder donation, verschenckunge oder verwechselung, welchs alles für unmilt und ungöttlich geacht wirt J. Gäbler novellae institutiones 14a; vgl. ungöttlich 2 und unmiltiglich Luther 15, 265, 3 W.; in n. spr. undeutlich nachklingend: eine so unmilde ausdehnung erdulden Lessing 13, 99; gewalt (der verfassungsbruch) J. Grimm kl. schr. 1, 31, urtheil W. Grimm an Dahlmann 1, 49, worte Weber Dreizehnlinden 125. auch milde war rechtswort, Haltaus 1345. 55) gegentheil von milde 10 c. vgl. unfreundlich, ungeheuer, herbe: einen herten, unmilten winter, himmel S. Franck chr. Germ. (1538) 3; die insel ist unfruchtbar und unmild H. Sachs 16, 105 G.; luft Wurstisen P. Ämilii hist. 1, 305; witterung Dahlmann gesch. v. Dännemark 2, 192, 6; zyt Riederer rhet. c 4b; wenig üblich.
4082 Zeichen · 143 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Altenglisch
    unmildeAdj. (ja)

    Köbler Ae. Wörterbuch

    unmilde , Adj. (ja) nhd. harsch ÜG.: lat. immisericors E.: s. un-, milde L.: Hall/Meritt 382a

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    unmildeAdj.

    Köbler Mhd. Wörterbuch

    unmilde , Adj. Vw.: s. unmilte (2)

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    unmildeAdj.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    unmilde , Adj. nhd. hartherzig, grausam, unbarmherzig, karg, nicht freigebig, nicht freigiebig, unfreundlich, aggressiv,…

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Unmilde

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Unmilde , -r, -ste, adj. & adv. der Gegensatz von milde, besonders in dessen figürlichen Bedeutungen. So auch das Hauptw…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit unmilde

2 Bildungen · 2 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von unmilde 2 Analysen

un- + milde

unmilde leitet sich vom Lemma milde ab mit Präfix un-.

Alternativen: unmilden+-e

unmilde‑ als Erstglied (2 von 2)

unmildelĩken

MNWB

unmilde·liken

° unmildelĩken , adv. : unbarmherzig, „ Got mach juͦ wol helpen to der ere, wente unmildeliken is gescheen by juͦ ” (Chr. d. d. St. 19, 204)…

unmildelīken

KöblerMnd

unmildelīken , Adv. nhd. unbarmherzig E.: s. unmilde, līk (3) L.: MndHwb 3, 2, 613 (unmildelīken)

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „unmilde". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 15. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/unmilde/dwb?formid=U09071
MLA
Cotta, Marcel. „unmilde". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/unmilde/dwb?formid=U09071. Abgerufen 15. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „unmilde". lautwandel.de. Zugegriffen 15. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/unmilde/dwb?formid=U09071.
BibTeX
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