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milde

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RhWB
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29 in 20 Wb.
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Eintrag · Rheinisches Wb.

milde

Bd. 5, Sp. 1144
milde das Wort, auf milde zurückgehend, ist in Bed. 1 e allg., doch in der Bed.entwicklung je nach Geb. verschieden, u. zwar Rhfrk mil, –e-; Mosfrk, Rip, OBerg (-i-), SNfrk me·l. [-ø- NWSaarbg, Trier, WBitb, vielfach in Bernk, Kobl, Neuw, Monsch, Schleid, Eusk, Köln-Ld, Bergh, Dür, Jül, Eup-Ld, Grevbr, Neuss; -ē:- May-MüMaif; -ī- Ottw-Elversbg; my·l. May-Polch, -ę- Erk-Elmpt (seltener me·l.t); -ø·y. Sieg-Bergh; -e·i.- MülhRh-Overath, Kemp-Stdt, NBerg; mē·ə.lt Monsch-Witzerath (u. mejəlt); -ē:- Monsch-Kesternich; mi·l. Selfk; me·i.lt Remschd, Ess-Werden; mē:lt Mörs Adj.: 1. von Sachen; die Bed. ist durchaus konkret, sinnl. u. hat sich aus der allg. Bed. ‘weich, zart, nicht hart’, die hier u. da noch gilt, zu best. Verb. vereinfacht, während der allg. Gebrauch meist durch weich, zart, net hart ersetzt ist. a. vom Kernobst, lagerreif, sehr reif; der Appel es arg m.; en m. Bir (auch durch Klopfen, Fallen); de Birre weəde iərsch öm Kresdag m. Rip, u. so Rhfrk (hier mehr mehlig), Mosfrk, Siegld, Rip, Eup, Grevbr, Neuss, Kemp. RA.: Su m. wie Drek Bitb-Bollend. — Meəle Bircher Früchte des Weissdorns Ottw-Schiffw; mill Bire Ottw-Uchtelfang. — Von andern Früchten, von Trauben, bald reif uSaar; von Kartoffeln, etwa durch Frostschaden Mosfrk; von der Rübe, schwammig Bernk-Merschd, Eusk-Gymnich, Köln-Brauw; vom Kohlkopf, nicht fest geschlossen Bitb-Mettend, Daun-Stdt; vom Flachs, mürbe, der Flass mutt em Bösch (utgespret) m. weren Gummb; von den Bohnen, weich, zart Kemp; vom Gemüse Ess-Werden. — Von andern Dingen; vom Gebäck, locker gebacken, weich Saarbr, Saarl, Bitb, Prüm, Bernk-Longkamp, Koch, Aden; teschen (zwischen) der Kuscht (Kruste) on em Mellen Koch-Laub; vom Samt, den Haaren, sanft, weich Saarbg, Bitb, Prüm, Koch, Daun, Schleid, Aden, MüEif; vom Fleisch, nicht zäh Mosfrk, Köln-Stdt, Heinsb-Saeffelen, Kref; von der Butter, sehr weich Wittl, Daun, Bitb, Prüm, Malm, Schleid; m.ə Kies reifer Käse Prüm-Brühlborn; m. Water weiches Wasser Erk-Elmpt. RA.: De Botter as esu m. we Schoss (Scheisse) Daun-Neroth. — M. Ei letztes Ei eines Huhnes Prüm-Reuth; der Schwär wiərd m. weich, reif Aach-Alsd; m.ə Sodel sanfter Sattel Daun-Neroth; m.ə Berge leicht bohr- u. sprengbares Nebengestein, in der Bergmspr. Altk, Siegld; den Ackerboden m. mache reinigen Wend-Sienhachenb; en dem Bett leit (liegt) mer vill ze m. zu weich Saarl-Berus. — Nicht zu stark wirkend; nicht scharf; m. Sef Schmierseife Wittl-Meerf; m.ə Tebok (Tabak); de Win, de Mellezin es m. Erk-Elmpt; en meld Füselchen Schnaps, dem Wasser zugesetzt ist Elbf; m. gesalze leicht gesalzen Köln-Stdt. — Nach diesen Belegen ist also der allgemeine Gebrauch bes. Mosfrk üblich. — b. reifend, von der Traube; de Drauwen sen (gen) m. Saar, Mos bis Bernk in den Weinbaugeb. — c. weich, gar gekocht; et Fläsch von ner aler Koh get schlecht m.; ich wäss dat Fl. net m. ze brengen; de Grombern sen ze m. gekocht Saarl, Merz, Saarbg, Trier bis Bernk, Wittl, Bitb, Prüm, Schleid-Wildenbg, MüEif; wie wollt dir de Aijer, hort oder schassm. (schiss-)? Bitb; eso m. wie en Praum (Pflaume) Trier-Thomm [in dem mosfrk. Geb. fehlt durchweg gor (gar) in dieser Bed.; Trier-Stdt hat nur nach den Nhd. Gorkich (-küche)]. RA.: Enem de Bunge (Bohnen) m. machen den Standpunkt klar machen Prüm, Bitb. — d. locker, weich, leicht zu bearbeiten, vom Ackerboden, von der Gartenerde; m.ə Bodem; der Bodem get m. Wittl-Meerf; et Feld es m.; an (in) em m.ə Steck fährt (pflügt) et sich am besten Mosfrk, Rhfrk, Siegld, Malm, Monsch, MülhRh, Mörs. RA.: Et Feld soll esu m. sen wie en Äschekaul Merz-Bergen. — e. vom Wetter, gelinde Allg. (dafür Birkf gelenn ‘gelinde’), also auch Klevld, wo sonst m. fehlt [aber mølt präd., nicht mø·l. Trier-Stdt; me·l.t nicht wie sonst me·i.l Kemp-Stdt]; m. Wedder; ene m.ə Wenter; m. Luf; et es höck (heute) arg m. drusse Rip, Allg.; et git m. es taut auf Saarbr-Emmersw, Trier, Wittl, Bitb-Kyllbgw, Prüm, Daun-Gees. RA.: En m.ə Weanter get en fette Kirchhoff May, Allg. — 2. vom Menschen, zunächst in deutl. sinnl. Bed. in der WEif. a. verweichlicht, wenig widerstandsfähig, etwa infolge einer Krankheit Trier n. Mos, Bitb, Prüm. — b. nicht widerstandsfähig gegenüber Angehörigen, zu weichherzig; der schwache Vater as em (dem ungeratenen Sohne) ze m. Wittl, Bitb, Prüm; e es meld (nicht me·l.) nicht widerstandsfähig gegen Witterung u. Anstrengung, leicht zu Tränen zu rühren MüEif; dat es ka Miller ein rauher, harter Mensch Goar-Weiler [die nhd. abstrakte Bed., die sich dieser Bed. 2 b nähert, ist der eigentl. MA. fremd; doch wird sie aus dem Nhd. in nhd. Form schon übernommen, en möld Gesönnong; e m. Gesicht; e mölden Ausdrock Trier-Stdt; e meld Herz, e m. Gemöt Rip; de wennende Hand es meld freigebig Emmerich]. — c. willig, fügsam; äne m. brenge Saarbr-Sulzb; de machen eich esu m. wie en Spüllump Prüm-Mürlenb, Trier-Thomm; den hon eich eso m. geschlohn, de wosst net me, wo en dro wor Trier-Thomm. — d. dat Rindje fouert (füttert) sich m. frisst gut u. setzt gut an WSelfk. — e. verrückt, nicht recht bei Sinnen, in Wend.: Den küt doher, als wenn en owe m. wär; den os m. op dem Kopp; dem as et m. an (in) der Kopp (Kuppe); den os m. gebach (gebacken) Bitb, Prüm.f. dozou bas dau noch net m. genog zu unerfahren Trier-Thomm.
5357 Zeichen · 145 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Altenglisch
    mildeAdj. (ja)

    Köbler Ae. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    milde , Adj. (ja) nhd. mild, gnädig, freundlich, edelmütig, sanft ÜG.: lat. benignus GlArPr, clemens GlArPr, mansuetus, …

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    milde

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +2 Parallelbelege

    milde s. mëlde 1.

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    mildeF.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +6 Parallelbelege

    milde , F. nhd. „Milde“, Barmherzigkeit, Güte, Mildherzigkeit, Freigebigkeit, Mildtätigkeit Hw.: vgl. mhd. milte (3), mn…

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Milde

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Die Milde , plur. car. das Abstractum des vorigen Beywortes, die Eigenschaft, nach welcher ein Ding milde ist. In allen …

  5. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Milde

    Goethe-Wörterbuch

    Milde 1 zu ‘mild’ 1: gemäßigte, als angenehm (für die Sinne) empfundene Qualität a sanfter Schimmer, matter Glanz; mBez …

  6. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Milde

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Milde oder fromme Stiftungen , nennt man unbewegliche Güter, Nutzungsrechte oder Gelder, welche hergeschenkt werden, dam…

  7. modern
    Dialekt
    Milde

    Pfälzisches Wb. · +5 Parallelbelege

    Milde s. Melde ;

  8. Sprichwörter
    Milde

    Wander (Sprichwörter)

    Milde 1. Alles durch Milde, nichts durch Gewalt. Dän. : Lemfeldighed er ofte bedre end ret og magt. – Mildhed er øm til …

  9. Spezial
    Milde

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Mil|de f. (-) 1 (Nachsicht, Güte) clemënza f. 2 (Barmherzigkeit) misericordia f. 3 (milder Geschmack) delicatëza f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit milde

61 Bildungen · 50 Erstglied · 10 Zweitglied · 1 Ableitungen

milde‑ als Erstglied (30 von 50)

mildeblitzend

GWB

mildeblitzend mBez auf Reflexe des sanften Mondlichts auf der Wasseroberfläche [ Sirenen zum Mond: ] Blicke ruhig von dem Bogen|Deiner Nacht…

Mildebuggel

ElsWB

Mildebuggel [Meltəpùkl Rapp. ] m. verwünschter Kerl, Fluchwort, vgl. frz. bougre.

mildebār

KöblerMnd

milde·bār

mildebār , Adj. nhd. freigebig, fruchtbar Q.: SL E.: s. milde (1), bār (2) L.: MndHwb 2, 980 (mildebâr), Lü 229b (mildebar) Son.: örtlich be…

mildeclich

KöblerMhd

mildeclich , Adj. Vw.: s. milticlich

mildeclīche

KöblerMhd

mildeclīche , Adv. Vw.: s. milticlīche

Milde (der)

Wander

mild·eder

Milde (der) 1. Der milt gibt sich reich, der geitzig nimpt sich arm. – Franck, I, 117 b ; Henisch, 1448, 20; Lehmann, II, 65, 153 ; Müller, …

Mildedia

ElsWB

milde·dia

Mildedia , Milde diö , Milde tau [mìltətja Liebsd. bis Dü. ; meltatjæ Rapp. Bf. Bisch. ; miltətje K. Z. ; meltəti Dunzenh. ; euphem. mìltətà…

mildedütz

ElsWB

mildedütz [meltatyts Logelnh. ] Ausruf der Verwunderung.

Mildefaneⁿ

Idiotikon

Mildefaneⁿ Band 1, Spalte 830 Mildefaneⁿ 1,830

Mildefuter

ElsWB

milde·futer

Mildefuter [Meltafytər Hlkr. ] Fluchwort, frz. mille de foutre. Daraus euphemistisch:

mildegiᵉwe

WWB

milde-giᵉwe Adj. - gīwe freigiebig, gern andern etwas mitgebend ( Alt Al).

mildegiᵉwend

WWB

milde-giᵉwend Adj. [ Hal Det] 1. mitleidig. — 2. barmherzig, wohltätig.

mildegiᵉwesk

WWB

milde-giᵉwesk Adj. [ Mes Bri] mildtätig, freigiebig.

Milde II

RhWB

Milde II s. o. bei mild.

mildelĩken

MNWB

milde·liken

mildelĩken , mildichlĩken , seltener -lĩk(e) , adv. , 1. gnädig, gütig, wohlwollend, barmherzig (von Gott, einem Höhergestellten). — 2. mild…

mildelīk

KöblerMnd

mildelīk , Adj. nhd. wohlwollend, geneigt, freigebig, freundlich, barmherzig, fromm Vw.: s. *un-? Hw.: s. mildich; vgl. mhd. mitlich E.: s. …

mildelīken

KöblerMnd

mildelīken , Adv. nhd. gnädig, gütig, wohlwollend, barmherzig, mildherzig, freigebig, mildtätig, wohltätig, freundlich, herzlich, innig ÜG.:…

mildemënt

ElsWB

milde·ment

mildemënt [mìltəmant Hüss. Geberschw. Hlkr. Logelnh. Co. Winzenh. ] Fluchwort, Potztausend.

Mildenau

Meyers

milde·nau

Mildenau , Landgemeinde in der sächs. Kreish. Chemnitz, Amtsh. Annaberg, 548 m ü. M., hat eine evang. Kirche, Spitzenklöppelei, Posamentenfa…

Mildenhausen

Wander

milden·hausen

Mildenhausen Er ist nicht von Mildenhausen. Ist karg, gibt nicht gern. » ... Die bey leben nicht dann wie ein Egel an sich zogen, vnnd trage…

milde als Zweitglied (10 von 10)

altersmilde

RDWB1

alters·milde

altersmilde страдающий старческой забывчивостью, сенильный

hôchmilde

MNWB

hoch·milde

hôchmilde , adj. , sehr freigebig, leutselig, gnädig (als Attribut eines Fürsten).

hōchmilde

KöblerMnd

hōch·milde

hōchmilde , Adj. nhd. sehr freigiebig, leutselig, gnädig E.: s. hōch (1), milde (1) W.: s. nhd. hochmild, Adj., hochmild, DW 10, 1626? L.: M…

obirmilde

KöblerMhd

obirmilde , Adj. Vw.: s. übermilte

ȫvermilde

MNWB

oever·milde

° ȫvermilde , ōver- , adj. : sehr gütig, sehr barmherzig, dû bist ên apostel lö̂velĩk ȫ. unde dȫgentrîk (SL 3, 252: Brem. k. g.).

ummilde

KöblerMnd

ummilde , Adj. Vw.: s. unmilde

unmild(e)

DWB

unmild(e) , adj. adv. , gth. v. mild(e). g. unmilds, an. úmildr, dän. umild, schwed. omild, ags. unmilde, engl. unmild, ahd. unmilti, mhd. u…

übermilde

KöblerMhd

übermilde , Adj. Vw.: s. übermilte

ōvermilde

KöblerMnd

ōvermilde , Adj. Vw.: s. ȫvermilde

ȫvermilde

KöblerMnd

ȫvermilde , Adj. nhd. sehr gütig, sehr barmherzig Hw.: vgl. mhd. übermilte Q.: SL 3 252 E.: s. ȫver (3), milde (1) W.: s. nhd. (ält.) übermi…

Ableitungen von milde (1 von 1)

unmild(e)

DWB

unmild(e) , adj. adv. , gth. v. mild(e). g. unmilds, an. úmildr, dän. umild, schwed. omild, ags. unmilde, engl. unmild, ahd. unmilti, mhd. u…