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Kummer

mhd. bis spez. · 18 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
27 in 18 Wb.
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Kummer

Bd. 11, Sp. 798
Kummer, 1) Friedrich August, Violoncellist und Komponist, geb. 5. Aug. 1797 in Meiningen, gest. 22. Mai 1879 in Dresden, war Schüler Dotzauers, gehörte seit 1814 als Oboist, seit 1817 als Violoncellist der königlichen Kapelle in Dresden an und trat 1864 in den Ruhestand. Er hinterließ zahlreiche zum Teil noch heute wertvolle Kompositionen sowie eine Schule für sein Instrument und hat als Lehrer eine Reihe namhafter Violoncellisten (Coßmann, Goltermann u. a.) gebildet. 2) Ernst Eduard, Mathematiker, geb. 29. Jan. 1810 zu Sorau in Schlesien, gest. 14. Mai 1893 in Berlin, studierte 1828–31 in Halle Theologie, dann Mathematik unter Scherk, wurde Gymnasiallehrer in Sorau, 1832 in Liegnitz, wo unter andern Kronecker sein Schüler war. In dieser Zeit arbeitete K., im Anschluß an Gauß, besonders über die hypergeometrische (Gaußsche) Reihe (in Crelles »Journal«, Bd. 15). 1842 wurde K. ordentlicher Professor in Breslau. Wieder waren es Arbeiten von Gauß, die seine zweite, bedeutendste Periode, die zahlentheoretische, bestimmten, eingeleitet durch die Arbeiten über die kubischen Reste (in Crelles »Journal«, Bd. 23 u. 32). K. erfand, um die Schwierigkeiten zu heben, welche die Theorie der aus Einheitswurzeln von mehr als 4. Grade gebildeten komplexen Zahlen bot, die idealen Primzahlen; auch gelang es ihm, die Richtigkeit eines von Fermat ohne Beweis aufgestellten Satzes über ganze Zahlen wenigstens in einer großen Anzahl von Fällen zu beweisen. Der große Preis der Pariser Akademie wurde ihm 1857 für seine Leistungen zuteil. Endlich wandte sich K. der Geometrie zu. Seine »Allgemeine Theorie der Strahlensysteme« (in Crelles »Journal«, Bd. 57) führte ihn zu der nach ihm benannten »Kummerschen Fläche« (s. d.). Endlich ist noch zu erwähnen seine Arbeit: »Über die Wirkung des Luftwiderstandes auf Körper von verschiedener Gestalt, insbesondere auf die Geschosse« (Abhandlungen der Berliner Akademie, 1875). Als Nachfolger Dirichlets 1855 nach Berlin berufen, war K. von da bis 1874 auch Lehrer an der Kriegsakademie und seit 1863 beständiger Sekretär der Akademie der Wissenschaften. 1884 trat er in den Ruhestand. 3) Karl Robert, Maler, geb. 30. Mai 1810 in Dresden, gest. daselbst 29. Dez. 1889, begann seine Studien in seiner Vaterstadt, hauptsächlich unter dem Einfluß Dahls, bildete sich 1832–37 in Italien weiter und machte 1835 von Rom aus einen Ausflug nach Ungarn. 1837 kam er nach Dresden zurück und besuchte später Dalmatien und Montenegro, Schottland, Portugal und Ägypten. Von diesen Reisen brachte er ein reiches Studienmaterial mit, das er zu wirkungsvollen Bildern verarbeitete. Größere Gemälde von ihm findet man in der Dresdener Galerie (Sonnenuntergang an der schottischen Küste) und im städtischen Museum zu Leipzig (die Sandalp am hohen Tödi in Glarus, Sonnenuntergang auf den Hebriden). Er war königlicher Professor. 4) Ferdinand von, preuß. General, geb. 11. April 1816 in Szelejewo (Provinz Posen), gest. 3. Mai 1900 in Hannover, trat 1. Jan. 1834 in das Heer, ward 12. Sept. 1835 Leutnant, 1848 Adjutant des Generals v. Pfuel in Posen, 1850 Hauptmann im Generalstab des 5. Korps, 1855 Major in dem der 10., 1856 in dem der 7. Division, 1857 in dem des Gardekorps. 1861 Oberst des westfälischen Füsilierregiments Nr. 37 und 18. April 1865 Kommandeur der 25. Infanteriebrigade geworden, führte K. letztere unter Goebens Oberbefehl im Mainfeldzug 1866, focht bei Kissingen, Aschaffenburg, Gerchsheim und erhielt den Orden pour le mérite. 1868 zum Generalleutnant und Inspekteur der Besatzung von Mainz ernannt, erhielt er 1870 das Kommando der 3. Reservedivision. Die Division K. traf 20. Aug. 1870 vor Metz ein, um diese Festung auf der Nordseite zu zernieren, und litt schwer in der Schlacht bei Noisseville sowie bei den Ausfällen am 2. und 7. Okt. Nach der Kapitulation von Metz wurde K. Kommandeur der 15. Infanteriedivision und kämpfte in allen großen Schlachten der ersten Armee im Norden mit, bei Amiens, an der Hallue, bei Bapaume, wo er das Eichenlaub zum Orden pour le mérite erhielt, und bei St.-Quentin. Seit Mai 1871 Divisionskommandeur und Kommandant der Festung Köln, wurde er 1875 als General der Infanterie zu den Offizieren von der Armee versetzt und 1877 zur Disposition gestellt.
4241 Zeichen · 79 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    kummer

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +2 Parallelbelege

    kummer s. kumber.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    kummerM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    kummer , M. nhd. Bauschutt, Schutt ÜG.: lat. rudus (N.) E.: s. wndd. und md. kumber, kummer, M., Schutt L.: Lü 193a (kum…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. Kummer

    Adelung (1793–1801) · +9 Parallelbelege

    1. * Der Kummer , des -s, plur. inus. ein nur noch im Oberdeutschen übliches Wort, einen Schutthaufen, Steinhaufen, ingl…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Kummer

    Goethe-Wörterbuch

    Kummer weit überwiegend im dichterischen Werk A in der ursprüngl Bedeutung, nur im geol Zshg: Unrat, Schutt [ Notizen na…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Kummer

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Kummer , 1) Friedrich August , Violoncellist und Komponist, geb. 5. Aug. 1797 in Meiningen, gest. 22. Mai 1879 in Dresde…

  6. modern
    Dialekt
    Kummer

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    Kummer [Khùmər Su. Geberschw. Hlkr. ; Khùimər M. ] m. Kummer, Sorge. Ha b nur ke inen K., er wird sini Sache n noch beku…

  7. Sprichwörter
    Kummer

    Wander (Sprichwörter)

    Kummer 1. All Kummer is Wenst. ( Eiderstädt. ) – Reiseskizzen von O. Glagau in der Nationalzeitung (Berlin 1865). Gewohn…

  8. Spezial
    Kummer

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Kum|mer m. (-s) 1 (Sorge) fistide (-di) m. , crüze (-zi) m. 2 (Sorge) preocupaziun (-s) f. 3 (Kreuz) crusc f. 4 desplajë…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kummer

130 Bildungen · 124 Erstglied · 5 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von kummer

kumm + -er

kummer leitet sich vom Lemma kumm ab mit Suffix -er.

Zerlegung von kummer 2 Komponenten

kum+mer

kummer setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

kummer‑ als Erstglied (30 von 124)

Kummer I

SHW

Kummer I Band 4, Spalte 37-38

Kummer II

SHW

Kummer II Band 4, Spalte 37-38

Kummerǟrde

WWB

Kummer-ǟrde f. Lehm mit kleinen Steinchen ( Hfd Hi).

kummeraftich

MNWB

kummer·aftich

kummeraftich , -haftich , -achtich (kumber- , kommer- [Hans. Ub. 10, 591]), adj. , an Mangel leidend, in Mangel, Armut versunken , k.-ge nôt…

kummeraftichēt

KöblerMnd

kummeraftichēt , F. Vw.: s. kummerhaftichhēt*

Kummerantlitz

Campe

kummer·antlitz

◬ Das Kummerantlitz , des — es, Mz. die — e , ein Antlitz, in welchem Spuren des Kummers sichtbar sind. Ideß verräth des Menschen Kummerantl…

kummerbelastet

DWB

kummer·belastet

kummerbelastet , mit kummer belastet ( s. kummer III, 3, e ): kummerbelastet verschmachtet sie. Stolberg 14, 95 .

Kummerblō¹me

WWB

kummer·blome

Kummer-blō¹me f. [verstr.] 1. Hirtentäschelkraut (Capsella bursa-pastoris). — 2. Frühlings-Hungerblümchen (Draba verna). — 3. Marienblümchen…

Kummerboªrn

WWB

Kummer-boªrn m. nasse Stelle im Acker ( Wal Ro).

Kummerbrāke

WWB

kummer·brake

Kummer-brāke f. Zweig, Rute, der/die anzeigt, dass ein Grundstück nicht betreten werden soll ( Hal Bh).

kummerbrêf

MNWB

kummer·bref

kummerbrêf urkundliche Verfügung über Beschlagnahme, Pfandurkunde (SL: Ub. Göttingen 2, 286).

kummer - brêf

LW

kummer - brêf, Arrestbrief, Urkunde, um etwas mit Arrest belegen zu können.

kummerbrēf

KöblerMnd

kummer·brēf

kummerbrēf , M. nhd. urkundliche Verfügung über Beschlagnahme, Pfandurkunde, Arrestbrief, Urkunde um etwas mit Arrest belegen (V.) zu können…

kummerbuch

DWB

kummer·buch

kummerbuch , n. codex arrestorum, sieh Haltaus 1140 . besonders auch im bergbau: wir verordnen, dasz ... unsere bergmeister arrest und kumme…

Kummerbund

Pfeifer_etym

kummer·bund

Kummerbund m. ‘Hüftschärpe’ (aus Indien stammendes Kleidungsstück aus kostbarem Stoff), Übernahme (20. Jh.) von gleichbed. engl. cummerbund,…

kummerbüezic

KöblerMhd

kummerbüezic , Adj. Vw.: s. kumberbüezic

Kummerdag

MeckWB

kummer·dag

Kummerdag m. ein Tag des Kummers: dei Sünnabend is den Meister sin Kummerdag wegen der Lohnzahlung (1935) Schw; vgl. Bekümmernis .

Kummerei

WWB

kumme·rei

Kummer-ei n. [ Hfd Det Wbg ] kleines Ei (ohne Dotter).

Kummerfādem

WWB

kummer·fadem

Kummer-fādem m. IdW.: Den Kummerfam wuiter spinnen wieder an die Arbeit gehen ( Hal Bh).

Kummerfaden

MeckWB

kummer·faden

Kummerfaden m. bei kümmerlichem Lohn mühselig herzustellender Faden: Spinnfaden is 'n Kummerfaden (1924) Lu Eld ; an 'n Kummerfaden drellen …

kummer als Zweitglied (5 von 5)

Liebeskummer

RDWB1

Liebeskummer m (kein Bezug zu "горе") несчастная любовь, неразделённая любовь, любовный недуг идиом.

Ackerkummer

Adelung

acker·kummer

Das Ackerkummer , des -es, plur. die -e, ein mit Leinewand überzogenes Kummet für die Ackerpferde, im Gegensatze des Fahrkummetes, welches m…

Arrestkummer

DRW

arrest·kummer

Arrestkummer von allen arrest-kummer, repressalien, pfandungen ... befreyet oJ. Hoheneck I 210 Faksimile

Kukúmmer

Adelung

kuk·ummer

Die Kukúmmer , plur. die -n, ein aus dem Lat. Cucumer, und Ital. Cocomero, entlehnter und in einigen Gegenden üblicher Nahme der Gurken, S. …

Notkummer

DRW

not·kummer

Notkummer, m. I Verhinderung durch ¹Not (II) off ... die schepenen van nootz kommers wegen nyet ter bancken komen en mucht vor 1447 TielRbr.…

Ableitungen von kummer (1 von 1)

entkummeren

KöblerMnd

entkummeren , sw. V. Vw.: s. entkümmeren