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Kaum

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Adelung
Anchors
12 in 11 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Kaum

Bd. 2, Sp. 1526
Kaum, adv. mit Mühe, mit Anstrengung aller Kräfte. 1) Eigentlich, wo es doch nur gebraucht wird, wenn die angewandte Bemühung eben hinreicht, einen Endzweck zu erreichen, so daß er nicht erreicht werden würde, wenn nur etwas an den Kräften, oder an der Bemühung fehlete. Uns ist bange, daß wir kaum Odem hohlen können, Es. 26, 18. Kaum wird der Gerechte erhalten, 1 Petr. 4, 18. Ich konnte mich kaum vor ihm retten. Kaum konnte ich mich des Lachens enthalten. Das kann ich kaum glauben. Ingleichen figürlicher. Sie erschrecken kaum einen Augenblick vor der Hölle, Hiob 21, 13. Es ist kaum die Hälfte. Es wird kaum zureichen. Er ist kaum zwölf Jahre alt. 2) Figürlich, von der Zeit, vor sehr kurzer Zeit, vor einem Augenblicke. Er ist kaum hinaus gegangen. Der frühe Hahn hat kaum noch den Morgen gegrüßt, Geßn. Was kaum so reitzend war, sieht sie mit Grauen an, Wiel. Am häufigsten im Vordersatze, so daß im Nachsatze so und zuweilen auch da und als folget, zwey unmittelbar auf einander folgende Veränderungen zu bezeichnen, wo das kaum, wenn keine andere Partikel da ist, auch zu Anfange eines Satzes stehen kann, da denn die erste Endung der Person hinter das Zeitwort tritt. Als Jacob kaum hinaus gegangen war, da kam Esau, 1 Mos. 27, 30. Ich hatte den Brief kaum gelesen, als er in das Zimmer trat; oder kaum hatte ich den Brief gelesen, so trat er in das Zimmer. Kaum hatte ich einige Schritte gethan, so wich der Boden unter mir. Kaum haben wir einen Wunsch erreicht, so machen wir Anschläge auf neue Vergnügungen, Sonnenf. Allein er schlummert kaum, Als ihn ein stark Geräusch erwecket, Lichtw. Kaum naht' ich mich dem Ton, So hatte mich das Netz auch schon, Gell. Anm. Bey dem Ottfried kumo, bey dem Notker chumo, bey den Schwäbischen Dichtern kume, im Nieders. kum, bey den Krainerischen Wenden kumej, im Oberdeutschen auch käumerlich, ehedem kaumend, kaumenden. Es gehöret zu dem kumig, krank, des Ottfried, Nieders. küm, krank, schwach. Im Tatian ist Cumida Krankheit, im Griech. καμειν krank, schwach seyn, welches mit dem Nieders. quimen, Holländ. kuymen, überein kommt. S. Kummer. Auch das alte kauman, bey dem Kero, sorgen, scheinet dahin zu gehören. Auf eben die Art ist aegre im Lat. kaum, von aeger, krank. Die Niedersachsen gebrauchen für kaum auch knapp und nährlich, Engl. narrow, Angels. nearewe, von dem Angels. near, nyr, enge, näher.
2369 Zeichen · 45 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Kaum

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Kaum , adv. mit Mühe, mit Anstrengung aller Kräfte. 1) Eigentlich, wo es doch nur gebraucht wird, wenn die angewandte Be…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    kaum

    Goethe-Wörterbuch

    kaum 1 als Vorstufe od Einschränkung einer Verneinung; oft zum Ausdruck einer Einstellung, Einschätzung, Vermutung uä a …

  3. modern
    Dialekt
    kaumAdv.

    Pfälzisches Wb. · +3 Parallelbelege

    kaum Adv. : 1. temp. a. kaum [verbr.], kaam (kām) [mancherorts], kumm (kum) [lothr. SWPf ( Keiper Nachl.)]. α. 'gerade e…

  4. Spezial
    kaum

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    kaum adv. 1 (wenig) apëna 2 (so gut wie nicht) gnanca 3 nia lere 4 (sicherlich) da laur, ri. ▬ sie kannte ihn kaum ara l…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kaum

15 Bildungen · 15 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

kaum‑ als Erstglied (15 von 15)

kaumererst

SHW

kaum-ererst Band 3, Spalte 1217-1218

Kaumäu

RhWB

kaum·aeu

Kau-mäu køydəmøy Rheinb-Altend Sg. t. m.: sinnloses Gerede, Quatsch.

Kaumagen

Meyers

kaum·agen

Kaumagen ( Proventriculus ), eine besondere Abteilung des Vorderdarmes bei Gliedertieren, worin die Nahrung durch feste Chitinplatten und-zä…

Kaumanes

RhWB

kaum·anes

Kau-manes køymā:nəs Köln , Bergh , Dür m.: einer, der die Worte langsam herausbringt.

Kaumeler

RhWB

kaum·e·ler

Kaumeler Zell-Sohren Sg. u. Pl. m.: unsittliche männl. Person.

kaumeln

RhWB

kaum·eln

kaumeln -ǫum- Daun , Aden schw.: heimlich beraten, bes. von jüdischen Händlern; se sen am k. — Abl.: die Kaumelerei, dat Gekaumel(s).

kaumet

DWB

kau·met

kaumet , erweiterung von kaum: es ist ein pompa draus worden und nur ein weltlicher schein kaumet überblieben. Luther 1, 187 b ; umb rechts …

kaumlich

DWB

kaum·lich

kaumlich , kaum mit neuer adverbialendung. Stieler 941 : ( büchlein ) also verzert, abgenützt ... das man kaumlich den anfang und das end am…

Kaumuskel

Campe

kau·muskel

Der Kaumuskel , des — s, Mz. die — n , in der Zergliederungkunst, ein Muskel, welcher beim Kauen besonders in Thätigkeit ist und den Unterki…

Kaumuskelnerve

Campe

kaumuskel·nerve

Der Kaumuskelnerve , des — n, Mz. die — n , in der Zergliederungskunst, ein aus dem obern Zweige des Unterkieferzweiges entstehender und zum…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „kaum". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 13. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/kaum/adelung
MLA
Cotta, Marcel. „kaum". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/kaum/adelung. Abgerufen 13. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „kaum". lautwandel.de. Zugegriffen 13. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/kaum/adelung.
BibTeX
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