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kaum

nhd. bis spez. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
12 in 11 Wb.
Sprachstufen
4 von 16
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

kaum Adv.

kaum Adv.

kaum Adv. ‘fast nicht, nur mit Mühe, gerade noch’, auf Zeitverhältnisse bezogen ‘fast im gleichen Augenblick, eben erst’. das Adverb ahd. kūmo (9. Jh.), mhd. kūm(e), frühnhd. kaum (auch erweitert kaumet, kaumend, 16. Jh.), mnd. kūme, mnl. cūme, dessen adjektivische Form in mnd. kǖme, nd. küm ‘schwach, hinfällig, kränklich’, aengl. cȳme ‘fein, lieblich, herrlich’ vorliegt (mhd. kūme ‘schwach, gebrechlich’ ist nur vereinzelt bezeugt), steht neben Bildungen wie ahd. kūmīg ‘krank, schwach, kraftlos’, kūma, kūmida, kūmunga ‘Klage’, kūmen, kūmōn ‘klagen, trauern’ (alle 9. Jh.), mhd. kūmen ‘trauern, wehklagen, sich ängstlich bemühen’, asächs. kūmian ‘beklagen’, nl. (landschaftlich) kuimen ‘schwach sein, klagen’. Die Gruppe gehört wahrscheinlich wie Kauz und Köter (s. d.) zu einer schallnachahmenden Wurzel ie. *gō̌u-, *gū- ‘rufen, schreien’, die auch für ahd. gikewen ‘nennen, heißen’ (9. Jh.), aengl. cīegan ‘rufen, nennen’ sowie aind. jṓguvē ‘lasse ertönen, preise’, griech. goā́n (γοᾶν) ‘jammern, klagen’, lit. gaũsti ‘dumpf dröhnen’, aslaw. govoriti ‘lärmen’, russ. govorit’ (говорить) ‘sprechen’ vorausgesetzt wird. Im Dt. entwickelt sich die Bedeutung also von ‘kläglich, kränklich, schwach’ zu ‘nur mit Mühe’ und ‘fast nicht’ (mhd. und mnd. auch ironisch für ‘gar nicht’); vgl. das semantisch entsprechende Verhältnis von lat. aegrē Adv. ‘nur mit Mühe, kaum’ zu lat. aeger Adj. ‘krank, verdrießlich’. Temporaler Gebrauch kommt im Frühnhd. und Mnd. auf; ebenfalls zuerst frühnhd. findet sich partikelhafte Verwendung von kaum als subjektive Stellungnahme des Sprechers zu einer Aussage (‘schwerlich, meiner Meinung nach nicht’). Die Verbindung kaum daß in konjunktionaler Funktion wird erst in jüngerer Zeit üblich.
1725 Zeichen · 49 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Kaum

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Kaum , adv. mit Mühe, mit Anstrengung aller Kräfte. 1) Eigentlich, wo es doch nur gebraucht wird, wenn die angewandte Be…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    kaum

    Goethe-Wörterbuch

    kaum 1 als Vorstufe od Einschränkung einer Verneinung; oft zum Ausdruck einer Einstellung, Einschätzung, Vermutung uä a …

  3. modern
    Dialekt
    kaumAdv.

    Pfälzisches Wb. · +3 Parallelbelege

    kaum Adv. : 1. temp. a. kaum [verbr.], kaam (kām) [mancherorts], kumm (kum) [lothr. SWPf ( Keiper Nachl.)]. α. 'gerade e…

  4. Spezial
    kaum

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    kaum adv. 1 (wenig) apëna 2 (so gut wie nicht) gnanca 3 nia lere 4 (sicherlich) da laur, ri. ▬ sie kannte ihn kaum ara l…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kaum

15 Bildungen · 15 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

kaum‑ als Erstglied (15 von 15)

kaumererst

SHW

kaum-ererst Band 3, Spalte 1217-1218

Kaumäu

RhWB

kaum·aeu

Kau-mäu køydəmøy Rheinb-Altend Sg. t. m.: sinnloses Gerede, Quatsch.

Kaumagen

Meyers

kaum·agen

Kaumagen ( Proventriculus ), eine besondere Abteilung des Vorderdarmes bei Gliedertieren, worin die Nahrung durch feste Chitinplatten und-zä…

Kaumanes

RhWB

kaum·anes

Kau-manes køymā:nəs Köln , Bergh , Dür m.: einer, der die Worte langsam herausbringt.

Kaumeler

RhWB

kaum·e·ler

Kaumeler Zell-Sohren Sg. u. Pl. m.: unsittliche männl. Person.

kaumeln

RhWB

kaum·eln

kaumeln -ǫum- Daun , Aden schw.: heimlich beraten, bes. von jüdischen Händlern; se sen am k. — Abl.: die Kaumelerei, dat Gekaumel(s).

kaumet

DWB

kau·met

kaumet , erweiterung von kaum: es ist ein pompa draus worden und nur ein weltlicher schein kaumet überblieben. Luther 1, 187 b ; umb rechts …

kaumlich

DWB

kaum·lich

kaumlich , kaum mit neuer adverbialendung. Stieler 941 : ( büchlein ) also verzert, abgenützt ... das man kaumlich den anfang und das end am…

Kaumuskel

Campe

kau·muskel

Der Kaumuskel , des — s, Mz. die — n , in der Zergliederungkunst, ein Muskel, welcher beim Kauen besonders in Thätigkeit ist und den Unterki…

Kaumuskelnerve

Campe

kaumuskel·nerve

Der Kaumuskelnerve , des — n, Mz. die — n , in der Zergliederungskunst, ein aus dem obern Zweige des Unterkieferzweiges entstehender und zum…

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APA
Cotta, M. (2026). „kaum". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 13. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/kaum/pfeifer_etym
MLA
Cotta, Marcel. „kaum". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/kaum/pfeifer_etym. Abgerufen 13. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „kaum". lautwandel.de. Zugegriffen 13. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/kaum/pfeifer_etym.
BibTeX
@misc{lautwandel_kaum_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
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