Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
kampf stM.
2 gerichtlicher Zweikampf (nicht immer klar von 1 zu trennen; zur Sache vgl. HRG 5,1835-1847)
3 zwischen größeren Gruppen, ‘Schlacht’
4 übertr.
1 meist zwischen Einzelnen (auch im Rahmen einer Schlacht); Zweikampf: sie wâren sô bedaht, / daz si des kamphes gerden / mit schilden und mit swerden, / ûf den rossen mit den speren En 9721; etlicher, der einen campf geuohten hat vnde gesiget hat, dar noch frowet er sich Lucid 145,11; dâ wirt iu kampf von mir gegebn Parz 418,14; ich wil in kampfes hie bestân KvWTroj 3668; glîcher [ausgewogener] kampf Iw 7272; ungelîcher kamp En 11329; gescheiden was des kampfes strît Parz 503,6; mit strites kampfe RvEWchr 27161; Tauler 404,31; sô kam Môrolt / der starke von Îrlanden dar / ze wîge und ouch ze kampfe gar Tr 5952. 6381; mit kampfe und mit vehte ebd. 13237. 6517; zuͦ kampe inde zuͦ stride MorantGalie 2585. – drei gegen einen: da sprachen die barun von Tamelirde, ir dri wolten den kampff nemen wiedder yn allein Lanc 526,28. 527,4. – im Sprichw. (TPMA 6,412): vil dick ihz vernomen habe: / ez ist bezzer kampf dann hals abe Rennew 816; Ottok 5886; PrBerth 2:2,32; besser is kamp dan hals mit eyn Karlmeinet 392,41 2 gerichtlicher Zweikampf (nicht immer klar von 1 zu trennen; zur Sache vgl. HRG 5,1835-1847): ieglîch man mac kamph versagen dem der wirs geborn ist denne er SSpAug 173,9; wie sie sich des zu recht entschuldigen sol, mit kampff oder mit urteil Lanc 516,3; den kamph sol man in gebieten ze leisten über sehs wochen SpdtL 172,25; von morne über ein wochen / hât Valerîn den kampf genomen UvZLanz 5025. – bezogen auf das Kampfgericht: man bekennit vnsime herrin, deme bisschoffe, an sime gerichte zv Erforte kamphis, gotisvridis vnde burcvridis vnde siner achte vnde ouch der notnvnft UrkCorp (WMU) 1161AB,39 3 zwischen größeren Gruppen, ‘Schlacht’ da wart ein fraislich champh / in zwischen den haiden unt den christen Rol 5324; hie wil ich [der Erzähler] disem kampfe [zwischen Griechen und Trojanern] / ein ende machen KvWTroj 12908; unser lant / ist kamphes sicher immer mêr Parz 43,23 4 übertr.: da vaht er [Jesus am Kreuz] in agone daz chamf [mit dem körperlichen Tod] unze an die none. / do wart gesceiden der strit, do gesigte ims an der lip AvaLJ 155,4; Pass I/II (HSW) 31579; manic engel in [Christus] ze ringe / brâhte und sanc dem jungelinge / lop, dô er ze kampfe schreit / alse er vür uns wolde strîten KLD:Alex 1:2,6; HvNstGZ 2201; WernhvN 477; daz was ain angestlicher champ, / da der gaist daz ulaisc uͦber want Rol 7891; einen camf han ih entfangen, / [...], / den [...] / di tuginde habint mit den sunden Litan 13; wilt du sin ein wise man, / so viht din eigen laster an. / sigest du an dir, daz ist wol: / den kanf man denne loben sol Erz III 36,166; RvZw 89,6. – Auseinandersetzung zwischen Sangspruchdichtern: ir [Walthers und Reinmars] sanges stante wirt gegen dir [Frauenlob] zu kampfe getragen Frl 5:119G,6; nu hôret, wie er des kampfes kan gegen alle meister pflegen Wartb Fl 1,9. – Disputation zwischen Vertretern unterschiedlicher Glaubenslehren: in den kamph trâten sâ / gotes und des tiuvels kemphen dâ RvEBarl 9141; sie dûhten sich dâ sigelôs, / ir strît des kamphes sic verkôs, / sie muosten alle dô gedagen, / sie kunden im niht mê gesagen ebd. 10376. 8915 u.ö. – huorender ~ umschr. für Geschlechtsverkehr: si [Bärschi und Metz] fachten den hurenden kampf; / uff und nider als ain stampf / fuorent si an dem bette Bauernh 273
MWB 3,1 130,3; Bearbeiter: Richter