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Helm

as. bis spez. · 31 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
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48 in 31 Wb.
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Helm

Bd. 9, Sp. 152
Helm (hierzu Tafel »Helme«), Ausrüstungsstück zum Kopfschutz, bereits bei Ägyptern und Assyrern in Gebrauch und ursprünglich aus starkem Zeug und Leder, dann aus Metall gefertigt. Die ältesten aufgefundenen Metallhelme sind assyrische aus dem 8. Jahrh. v. Chr. Die Homerischen Helden trugen eherne Helme mit Haarbusch, Kinnriemen und Platten, die Genick, Ohren und Wangen schützten (s. Tafel »Helme«, Fig. 1). Die spätern griechischen Helme haben z. T. unbewegliche Visiere, in denen sich Öffnungen zum Durchsehen befanden (Fig. 2 u. 3). Die römischen Helme, ursprünglich ebenfalls aus Leder, wurden noch in der Blütezeit der Republik durch eherne Helme (cassis) ersetzt (Fig. 4–6). Für das Fußvolk waren noch bis in die mittlere Kaiserzeit lederne Helmkappen mit Metallbeschlägen in Gebrauch. Visierhelme (Fig. 7) mit geflochtenem Drahtgitter waren Schutzwaffen der Gladiatoren (s. d.). Der Flügelhelm der alten Germanen, der häufig auf Bildern erscheint, ist ein Phantasiegebilde. Der Bronzehelme (Fig. 8 u. 9) und Lederhelme mit metallenen Bügeln bedienten sich auch die Völker des Mittelalters bis zum 8. Jahrh. Um diese Zeit kamen schon eiserne Helme vor, die immer mehr zugespitzt und mit Genickschutz versehen wurden. Im 11. Jahrh. trat zu dem hohen kegel- oder niedrigen walzenförmigen H. ein von der Mitte des Stirnrandes über die Nase vorspringender Metallstreifen, der Nasenschutz (nasal), hinzu (Fig. 10). Daraus entwickelte sich im 12. Jahrh. ein vollständiger, unbeweglicher Gesichtsschutz (Helmgitter, Helmsturz, Visier). Statt des Visiers oder unter diesem zum Schutz, wenn jenes aufgeschlagen war, trug man den Helmrost, einen Korb von Drahtgeflecht. Unter dem H. trug man, um das Scheuern zu vermeiden und die Heftigkeit der Schläge abzuschwächen, eine Kappe von dickem Zeug (Harnaschkappe). Zugleich kam auch der Helmschmuck, Helmzimier (cimier) in Form von Kronen, Federn, Wappentieren und symbolischen Abzeichen auf. Von Fußgängern wurde im Kriege auch ein Eisenhut getragen, den man mittels eines ledernen Sturmbandes auf dem Kopfe festband. Die ersten spezifisch mittelalterlichen Helme sind die seit dem Ende des 13. Jahrh. übliche visierlose Becken- oder Kesselhaube (bassinet) und der Kübel- oder Topfhelm, der über der erstern getragen und wegen seiner Schwere bis zum Augenblick des Gebrauchs am Gürtel befestigt und von einem Knappen nachgetragen wurde (Fig. 11). Unter dem eisernen H. oder ohne diesen trug man auch eine mit der Halsberge zusammenhängende Ringhaube, Helmbrünne genannt. Im 14. Jahrh. wurde der Topfhelm auf die Tournierrüstung beschränkt und erhielt zu diesem Zweck vorn eine Vergitterung (Spangenhelm), oder er wurde so geschlossen (Stechhelm), daß nur ein Spalt zum Durchsehen übrigblieb (Fig. 13). Für das 14. Jahrh. ist die große Kesselhaube charakteristisch, aus der sich unter Zusatz eines beweglichen Kinn- und Wangenschutzes im 15. Jahrh. die Salade (Schale, Schallern), eine eiserne runde Haube, entwickelte, die nach hinten zur Sicherung des Genicks spitz zulief (Fig. 12). Gegen Ende des 15. Jahrh. schloß sich die Eisenkappe mit stets beweglichem Visier immer enger um den Kopf zusammen, bis die von den Burgundern erfundene und daher Bourguignotte (Burgunderhelm) genannte Form des Helms daraus entstand (Fig. 14 u. Tafel »Rüstungen II«, Fig. 9). Im Turnier blieb der Spangen- oder Rosthelm in Gebrauch. Die Bourguignotte, später aus vier beweglichen Teilen bestehend, die sich um ein knopfförmiges Scharnier, die Helmrose, drehten, erhielt sich bis zur Mitte des 16. Jahrh. Aus ihr entwickelte sich dann der vollständige Visierhelm mit aus Schienen bestehendem Hals- und Genickschutz und einem hohen Kamm auf dem Scheitelstück zur Abwehr gegen die Schwerthiebe. Zu gleicher Zeit vereinfachte sich der H. unter Fortlassung des Visiers zur Sturmhaube (Sturmhut, s. Tafel »Rüstungen II«, Fig. 7 u. 11) mit festem Stirn- und Genickschirm und beweglichen Backenstücken, die namentlich im 16. Jahrh. beim Fußvolk zur allgemeinen Anwendung kam, während der H. den Reitern blieb. Eine Abart der Sturmhaube ist der von Spanien seit der Mitte des 16. Jahrh. ausgegangene Morion (Maurenkappe, s. Tafel »Rüstungen II«, Fig. 13). Dem 16. Jahrh. gehört auch der Affenhelm an, der durch das stark hervortretende Visier Ähnlichkeit mit einem Affenkopf besaß. Formverwandt ist der Birnenhelm, dessen Glocke in einem nach hinten gebogenen Stiel ausläuft. Große Verbreitung fand im 17. Jahrh. eine Eisenhaube mit verstellbarem Naseneisen und großem, geschobenem Nackenschutz (Fig. 15). Diese von Osten über Ungarn eingedrungene Form bildet den Abschluß einer Entwickelungsreihe, da nun der Hut, oft durch ein Eisengestell verstärkt, auftritt. Um die Mitte des 18. Jahrh. erscheinen in England und Frankreich die Vorläufer der modernen Helme, als »casques á la romaine« (Fig. 16). Dahin gehört auch das bayrische Rumford-Kaskett (Fig. 17). Kurz vor der Wende des 18. zum 19. Jahrh. erscheint eine ganze Anzahl neuer Helmformen, so der Raupenhelm (Fig. 18,19 u. 20). In der ersten Hälfte des 19. Jahrh. verdrängt der Tschako meist den H., namentlich beim Fußvolk, dagegen behält die Reiterei, besonders die schwere, den H. vielfach bei. Er trägt, aus Metall oder Leder gefertigt, einen Bügel, der bisweilen mit einem Roßhaarkamm, einem Schweif oder einer Raupe ausgestattet ist (Fig. 21–25). 1843 wurde in Preußen die sogen. Pickelhaube eingeführt und zwar für alle Waffen, mit Ausnahme der Husaren und Ulanen (Fig. 26–28). Diese Form wurde vielfach nachgeahmt (Fig. 29). In neuerer Zeit fand der den klimatischen Verhältnissen angepaßte Tropenhelm große Verbreitung (Fig. 30). Dem Nachteil größerer Belastung des Kopfes stehen als Vorzüge vor Mützen gegenüber: Schutz von Gesicht und Nacken gegen Sonne und Regen sowie bessere Lüftung des Innern; ferner darf der H. den liegend schießenden Mann nicht durch Anstoßen am Tornister etc. hindern. Vgl. Suttner, Der H. von seinem Ursprung bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts (Wien 1878, mit 48 Tafeln); Boeheim, Handbuch der Waffenkunde (Leipz. 1890). – Über die Verwendung des Helms in der Heraldik vgl. das Textblatt zur Tafel »Heraldik«.
6165 Zeichen · 123 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 9.–12. Jh.
    Altsächsisch
    helmst. M. (a)

    Köbler Anfrk. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    helm , st. M. (a) nhd. Helm (M.) (1) ne. helmet Hw.: vgl. as. helm, ahd. helm Q.: Lex Ribuaria (763/764?) E.: germ. *hel…

  2. 8.–11. Jh.
    Altenglisch
    helmst. M. (a)

    Köbler Ae. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    helm , st. M. (a) nhd. Helm (M.) (1), Schutz, Verteidigung, Bedeckung, Krone, Spitze, Gipfel, Schützer, Herr ÜG.: lat. c…

  3. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    helm

    Althochdeutsches Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    helm Gl 4,109,36 s. elina.

  4. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    HËLM

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +9 Parallelbelege

    HËLM s. ich HIL .

  5. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    helmM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    helm , M. nhd. Helm, helmartiges Gefäß Vw.: s. berne-, distilære- Hw.: s. helmet, helmit; vgl. mhd. helm (1), mnl. helm …

  6. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. Hêlm

    Adelung (1793–1801) · +9 Parallelbelege

    1. Der Hêlm , des -es, plur. die -e, ein Stiel, besonders ein langer Stiel, derjenige Theil eines Werkzeuges, woran man …

  7. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Helm

    Goethe-Wörterbuch

    Helm ca 70 Belege; im Vers Pl endungslos (als Klammerfügung): H. und Schilde Tasso 832u835 1 (metallener od lederner) Ko…

  8. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Helm

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +3 Parallelbelege

    Helm , Kopfbedeckung als Schutzwaffe, von Leder oder Metall, bei den Alten und jetzt vornen offen, im Mittelalter mit ei…

  9. modern
    Dialekt
    Helm

    Elsässisches Wb. · +7 Parallelbelege

    Helm I [Hèlm allg. ] m. ( n. Hi. Su. Mutzig Logelnh. Geberschw. Ingersh. Bebelnh. K. Z. Han. Betschd. Wh. ) Pl. Helme n …

  10. Sprichwörter
    Helm

    Wander (Sprichwörter)

    Helm 1. Aus dem goldenen Helm wird bald ein eiserner Schelm. – Parömiakon, 1266. Von einem anfänglich freundlichen und l…

  11. Spezial
    Helm

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Helm m. (-[e]s,-e) elm (-s) m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit helm

326 Bildungen · 240 Erstglied · 83 Zweitglied · 3 Ableitungen

helm‑ als Erstglied (30 von 240)

Helm I

SHW

Helm I Band 3, Spalte 257-258

Helm II

SHW

Helm II Band 3, Spalte 257-258

Helm II [I]

Idiotikon

Helm II [I] Band 2, Spalte 1204 Helm II [I] 2,1204

Helm III [II]

Idiotikon

Helm III [II] Band 2, Spalte 1204 Helm III [II] 2,1204

helmackus

AWB

helm·ackus

helmackus st. f. , mhd. helmackes, halmackes; mnd. helmexe, mnl. helmaex. — Graff I,136. Nur im Nom. Sing. helm-aches: Gl 3,122,11 ( SH A );…

helmakkus

KöblerAhd

helmakkus , st. F. (i) (athem.) nhd. zweischneidige Axt, Streitaxt ne. ax, axe (N.) ÜG.: lat. bipennis Gl, spatha Gl Hw.: s. halmakkus* Q.: …

hē²lml

WWB

hel·mal

hē²l-mal Adv. [verstr. Münsterl] völlig, ganz und gar. ⟨ hēle -; - l(e) [WMünsterl], - ls [verstr.] ⟩

Helmarshausen

Meyers

Helmarshausen , Stadt im preuß. Regbez. Kassel, Kreis Hofgeismar, an der Diemel und der Staatsbahnlinie Hümme-Karlshafen, hat eine evang. Ki…

helmartig

DWB

helm·artig

helmartig , adj. : auf dem lockigen haupte ( einer dame ) ein helmartiger schwarzer atlashut, mit dessen weiszen federn die winde spielten. …

hëlmbant

Lexer

helm·bant

hëlm-bant stn. BMZ schnur zur befestigung des helmes an das panzerhemde En. Nib. Kl. 775. Bit. 12212. vgl. hëlmsnuor.

helmbarter

LexerN

helm-barter stm. helmparter, hellebardier Chr. 11. 715,17.

helmbefiedert

DWB

helmbefiedert , part. : es umstanden ihn die helmbefiederten ( ἀκρόκομοι ) Thraker. Stolberg 11, 141 .

helmberand

KöblerAs

helmberand , (Part. Präs.=)st. M. (nd) nhd. Helmträger, helmtragender Krieger ne. helmetbearer (M.) Hw.: vgl. ahd. *helmberant? (st. M. nt?,…

Helmblaum

MeckWB

helm·blaum

Helmblaum f. Sturmhut, aconitum napellus: Helmblom Schill. Kr. 3, 33 b ; Marz. 1, 99. Syn. s. Buermütz (2, 99) .

Helmblume

RhWB

helm·blume

Helm-blume -blūm Bernk-Rhaunen f.: blauer Eisenhut, aconitum napellus.

Helmbold

Meyers

helm·bold

Helmbold , Ludwig , Liederdichter, geb. 21. Jan. 1532 zu Mühlhausen in Thüringen, war hier seit 1571 Diakonus, seit 1586 Superintendent und …

hëlmbouc

BMZ

helm·bouc

hëlmbouc stm. helmspange. sich pugen swertes ecke von ir handen ûf den helmbougen Gudr. 1423,4.

Helmbrechts

Meyers

Helmbrechts , Stadt im bayr. Regbez. Oberfranken, Bezirksamt Münchberg, unweit der Selbitz und an der Staatsbahnlinie Münchberg-H., 611 m ü.…

helm als Zweitglied (30 von 83)

helidhelm?

KöblerAhd

*helidhelm? , st. M. (a) Vw.: s. *helanthelm* Hw.: vgl. as. helithhelm*

Anshelm

BMZ

ans·helm

Anshelm von Poytowe, sohn von Hûc von Lunzel, beide von Purrel getödtet. W. Wh. 428,27.

axthelm

DWB

axt·helm

axthelm , manubrium asciae. Stieler 738 . dem wort entspricht das umgestellte ahd. helmachus bipennis ( Graff 1, 136 ), das eine gehelmte, g…

Blëtzlischelm

Idiotikon

Blëtzlischelm Band 8, Spalte 705 Blëtzlischelm 8,705

Brännhelm

Idiotikon

Brännhelm Band 2, Spalte 1204 Brännhelm 2,1204

Bëttlerschelm

Idiotikon

Bëttlerschelm Band 8, Spalte 705 Bëttlerschelm 8,705

bānhelm

KöblerAe

bānhelm , st. M. (a) nhd. „Beinhelm“, Helm, Körperschutz, Schild? E.: s. bān, helm L.: Hall/Meritt 33a, Lehnert 24a

Būre(n)schelm

Idiotikon

Būre(n)schelm Band 8, Spalte 705 Būre(n)schelm 8,705

Cherblischelm

Idiotikon

Cherblischelm Band 8, Spalte 704 Cherblischelm 8,704

Chirsischelm

Idiotikon

Chirsischelm Band 8, Spalte 705 Chirsischelm 8,705

cynehelm

KöblerAe

cynehelm , st. M. (a) nhd. „Königshelm“, Krone ÜG.: lat. corona GlArPr Q.: GlArPr E.: s. *cyne, helm L.: Hall/Meritt 79b, Lehnert 51b, Kuhn …

distilērhelm

KöblerMnd

distilērhelm , M. nhd. Destillierhelm E.: s. distilēren, helm (1) W.: s. nhd. Destillierhelm, M., Destillierhelm, DW 2, 1034? L.: MndHwb 1, …

erzschelm

DWB

erz·schelm

erzschelm , m. was erzschalk: du stücke von allen erzschelmen. Weise erzn. 293 ; erzschelm und ruchloser bösewicht. ehe eines mannes 467; de…

Fade(n)schelm

Idiotikon

Fade(n)schelm Band 8, Spalte 704 Fade(n)schelm 8,704

Fǖrschelm

Idiotikon

Fǖrschelm Band 8, Spalte 704 Fǖrschelm 8,704

galgenschelm

DWB

galgen·schelm

galgenschelm , m. trifurcifer. Stieler 1708 , Ludwig 684 u. a.; noch nd. Dähnert 141 a .

Geisse(n)schelm

Idiotikon

Geisse(n)schelm Band 8, Spalte 704 Geisse(n)schelm 8,704

Hamme(n)schelm

Idiotikon

Hamme(n)schelm Band 8, Spalte 704 Hamme(n)schelm 8,704

Hegelischelm

Idiotikon

Hegelischelm Band 8, Spalte 704 Hegelischelm 8,704

Ableitungen von helm (3 von 3)

behelmen

DWB

behelmen , galeare, galea tegere, mhd. helmen: behelmt und bepanzert. Pfeffel 5, 101 ; denn aus der tiefe des gehölzes plötzlich trat eine j…

enthelmen

DWB

enthelmen , nudare galea, den helm abziehen.

hëlme

Lexer

hëlme swm. s. hëlm.