gebühne,
gebün,
n. collectivische bildung zu bühne;
vom innern verhältnis beider s. unter 3. 11)
noch jetzt im Rheinlande, 1@aa)
mrh. z. b. in Nassau das gebüne,
die zimmerdecke Kehrein 101,
wie bünn
daselbst für bühne,
d. h. mit wolbewahrter kürze; ebenso in Coblenz, auch der zweite speicher, der oft nur mit bretern belegt ist Wegeler 10,
auf der Eifel Schmitz 225
a.
vom Rhein mitgebracht auch in Siebenbürgen gebin
n., bretterne zimmerdecke auf querbalken (
im gegensatz zur stuckatur) Haltrich 11
a. 87. 1@bb)
niederrh. in Aachen gebön,
auch geböns
n. (
s. unter c),
der fuszboden aus dielen Müller
u. Weitz 64.
altcölnisch: solarium, altum repositorium bladorum (
d. h. getreidebühne), geboen.
gemma Cöln 1511 U 4
a, Dief. 540
b,
aber auch der mrh. form entsprechend: boeven an dem gebuenne sees rijen .. armbursten (
hängend im arsenal). Harff 48, 31; oven an dem gebunne stelen boegen (
aufgehängt). 51, 6.
von einem venedischen schiffe: idt hait hinden vonf ghebuine boeven ein ander, aen den boeddem. 61, 32,
vgl. unter 2,
b. 1@cc)
auch nl. im 16.
jahrh.: contignatio, gheboen, solder,
contignare gheboen of solder maken Dief.
nov. gl. 111
a (
nicht nd., als welches diesz geboen
im mnd. wb. aufgeführt wird);
und mit -te
verstärkt ghebondte, ghebundte
contignatio, contabulatio, coassatio, lacunar, solier et planchier d'une maison Kil.,
welcher form das Aachener geböns
entspricht mit -s
für -z (
s. sp. 1610
γ),
wie gebirchs
gebirge, gebroichs
unter gebrüch 2. 22)
selten schrifdeutsch, hd. 2@aa)
gebün im 16.
jh.: wein in kellern oder auf den ungarischen gebünen. Fischart
groszm. 649
Sch., d. h. bünen im keller, s. unter b und aus Herr
unter bühnung;
bildl. bauchgetäfer und darmgebün (
s. d.).
Garg. 60
a,
Sch. 99,
er braucht es öfter, es ist damit als oberrh. bezeugt. in den enblemen spricht er von den sinnbildern und sprüchen, welche die musirer an die wänd, mauren, gebün, säulen .. treiben, malen, visiren.
klost. 10, 941 (
bei Wack.
Fisch. s. 184 gebäu),
d. h. die zimmerdecken. auch für stockwerk (
wie kar, gadem): das unter theil oder erste gebün des hauses. Sebiz
feldb. 29
u. ö., vgl. unter gebühnet. 2@bb)
in voller nhd. schreibung z. b. bei M. Kramer im
nl. wb. 1719 1, 539
c,
wo er zoldering (
gleichsam söllerung)
erklärt mit hangendes gebühne in einem keller, gewölbe (
vgl. unter a),
daneben doch noch gebüne
schreibend, auch 2, 88
a gebüne eines groszen schiffes,
stockwerk, deck, verdeck, ein schiff von dreien gebünen,
wie bei Harff
unter 1,
b, vgl. gebühnet und schon mhd. büne
auf schiffen Lexer 1, 382. 2@cc)
oberd. auch gebin, gebien
schon im 16.
jh.: ire näster sie (
die biber) für das wasser und den luft mit vilen gebinen machen. Fischart
ehz. 509
Sch.; jeder thurn von sechs gebinen und gewelben.
Garg. 274
b (gebienen
Sch. 519); alle kästen, speicher, schütten und gebien lagen voll (
von getreide). 60
a,
bei Sch. 99 gebün,
d. h. man schrieb zwar auch noch ü,
sprach aber i.
auch in Schlesien: diese vier haben alle auf einem gebiene des fortschwimmenden hauses gekniet. Namleri
ergissung der Katzbach (1608).
auch bine
bühne z. b. bei Schönsleder F 7
d,
wie schon in einem Augsb. voc. von 1521
bei Dief. 146
c,
im 16.
jh. auch binne, pinne,
s. Frisch 1, 154
b. 33)
die collectivbildung, die nicht hat durchdringen können, spricht doch eigentlich allein wirklich aus, was das einfache wort jetzt zu sagen hat, und sollte eigentlich des letztern stelle haben. denn büne
bedeutet auch latte, bret, und das musz denn die ursprüngliche bedeutung sein (
die unter bühne
oben noch fehlt);
so mhd. und noch jetzt: ein trâme ist grœʒer denne ein büne.
Renner 8417; bühne,
latte, transtillum, tigillum. Steinbach 1, 218
als landschaftlich, auch z. b. in Franken bün
zaunlatte, dachlatte Schm. 1, 179 (
der das auch als 1.
bedeutung ansetzt),
henneb. Reinwald 2, 32.
aber die auffallende erweiterung des begriffs zu lattenwerk, breterwerk liegt ebenso vor bei diele,
eigentlich bret, dann breterboden u. ä., woneben das collectivum gedill, getil (Schm.
2 1, 500)
gleichfalls nicht hat aufkommen können, und bei bret
selbst in ags. bord,
eigentlich bret, dann auch haus, schiff, schild.