FÄRBEN vb. ahd. far(a)wen
, mhd. verwen, värwen.
mnd. verwen, varwen;
mnl. ver(u)wen
, nnl. verven;
afrs. ferwa.
abl. von farbe f. 1
etwas farbig machen. a
etwas mit farbstoff, färbenden substanzen versehen, durchtränken: ⟨v1022⟩ daz karn fareuuet man misselicho unde machôt târ-ûz fellôla Notker
1,1,107 ATB. ⟨u1285⟩ ir segel solte sîn/ wîz unde swarz geverwet wol Konrad v. Würzburg
trojan. krieg 22441 LV. 1331/6 ein rich gezelte dar gespannen was/ von roter siden geverwet schonWisse/Colin
755 Sch. 1439 wir wollen auch, daz keyn junger keyn gebriesen oder geferbten schuwe drage
frankf. zunfturk. 2,385 Sch. 1536 zu gleicher weis wie ein safron ein wasser ferbet, also wird auch menschliche vernunft von des hunts wütenden natur beflekt und zerbrochen Paracelsus
I 10,169 S. ⟨1573⟩ wie mahn die pferten färben sol Stauber
roßarzneib. 135 Sch. ⟨1639⟩ als könig Philipp in Spanien gesehen, daß einer seiner bedienten den bahrt gefärbet hatte, schaffte er solchen alsobald von seinem hof ab Gerlach
eutrapeliae (1656)2,95. 1664 Minerva nimt ein tuch/ das Tyrus hat gefärbt Kempe
palm-zweig B9b. 1715 diese gallerte könnet ihr auch färben, mit welcher farbe ihr wollet Amaranthes
frauenzimmer-lex. 561. 1765 ein anderer will etwas färben, und verlanget anweisung zu guten farben Münchhausen
hausvater (1764)2,1,X. 1803 man läßt die gahren rohen felle trocknen, und wenn sie nun gefärbt werden sollen, feuchtet man sie wieder an, .. hernach werden sie alaunt und dann gefärbt
journal lederfabrikanten 1,262. ⟨1860⟩ ich brachte dann statt eines dicken rechteckigen stückes wachs einen schmalen und nur messerrücken-dicken wachs-streifen, mit cochenille gefärbt, in den korb
Darwin, entstehung (1863)256. ⟨1940⟩ weißblaue fahnen waren von der färberei als trauersachen angenommen und expreß gefärbt worden Becher
abschied (1948)250. 1978 sie ist hübsch, mutter fände das gefärbte haar sicher ordinär Härtling
Hubert 105. –
in der verbindung mit blut als ausdruck feindseliger auseinandersetzungen: 11.jh.
(tinctus) giuariuut
ahd. gl. 2,554,34 S./S. ⟨u1260⟩ daz velt über al dô wart/ geverwet mit dem bluote:/ dâ sturben helde guote
Biterolf u. Dietleib 11041 J. ⟨A14.jh.⟩ mit bluote wart geverwet bluomen unde gras
Wolfdietrich D X 80,4 J. ⟨1473/8⟩ mit schwertten kan er bey den veintten gaͤrben,/ da von ir liechte prŭnne und auch zimierd sich mit dem pluete vaͤrben Füetrer
gralepen 2148,4 DTM. 1524 das dein fus ynn der feinde blut geferbet werde, vnd es deyn hunde lecken Luther
bibel 10,1,314 W. 1568 deßhalben wirt dein fuß geferbt im blut der feind Reiszner
psalmb. 98b. 1643 vnd weil sie der jhrigen 3000 verlohren, so haben sie diesen weiten weg mit schwedischem vnd frantzösischem blut wohl gefärbet
Wassenberg, florvs 378. 1671 das meer färbete man auch mit feindes blut Bone
Niederlande 28. 1724 diese säbel sollen in eueren bluth gefärbet werden Stranitzky
haupt- u. staatsaktionen 1,65 WLV. 1766 der gottesverleugner wird seine hand mit dem blute der bekenner färben Töllner
aufs. 1,145. 1818 der sieg ist gewonnen, das ungeheuer liegt an’s ufer herausgewälzt, und ströme seines blutes sind es, die das meer färben Goethe
I 49,1,103 W. ⟨1856⟩ andere waren verwundet und er sah den boden um sich her mit blut gefärbt Keller
7,233 F. 1941 und das englische blut färbte die französische erde am nordischen meer
held. jahr 1,133 B./H. b
(auf eine oberfläche) farbe aufbringen; anmalen; auch etwas verzieren, schmücken: 10./11.jh.
coloretur gavuaravuit
ahd. gl. 2,291,13 S./S. ⟨u1185⟩ der herre junc unde wîs/ .. vuorte er/ von Lôfanige zehen sper,/ von Etelburc die schefte,/ geverwet ze ritterschefte Hartmann
Erec 32335 ATB. ⟨1255⟩ er fuort ein schône geverbtez sper Ulrich v. Lichtenstein
453 L. 1331/6 und sach den sal gemolt von ende zende:/ die sper worent geverwet fin Wisse/Colin
325 Sch. 1493 item es ist erteilt, die seulen in
s. Sebolts chor ze pecken und nit ze ferben
quellenschr. kunstgesch. ma., n. f. 11,75 E./I. 1539 so horen wir, das der konig ein sophist vnnd glossator sey, der alle artickel mit glößlen ferben vnnd mit einem schein erhalden will Luther
brw. 8,574 W. ⟨1566⟩ weiter von dem schloß vornen sol auch ein mastkorb mit runden vmbhengen seyn wie der von dem grossen mastkorb geferbt vnd gekleidt Fronsperger
kriegßb. (1578) 1,160b. 1613 die tragen auff den köpffen in grossen kupffern tellern die farben, damit die braut soll angestrichen vnd gefärbet werden Wild
reysbeschr. 209. 1652 da sitzt ein vollkommener mann auff einem pferd in stein gehawen, und dasselbige ist gezieret und gefärbt als wann es lebte
Josten, wunder welt M1a. 1714 entweder wird die figur also getheilet, daß der metallene theil derselben auf dem gefärbten theil des schildes, und der gefärbte theil derselben auf dem metallenen theil des schildeserscheine Trier
wapen-kunst 93. 1799 er wird seine leinwand mit schwachen, sanften und zarten tönen färben Goethe
I 45,313 W. 1834 der künstler hütet sich wohl, die marmornen wangen seiner Diane roth zu färben Wienbarg
feldzüge 205. ⟨1896⟩ schwarz sollten wir uns hier auch wohl noch färben, der brave Karl Krumhardt und der böse Velten Andres, um dir deineverflossenen livreenigger ganz zu ersetzen? Raabe
19,259 H. –
schminken; meist abwertend: ⟨1264⟩ sich verwent manige unde velschent daz antlütze unsers herren, daz er selbe nâch im gebildet hât
(bearbeitung) Berthold v. Regensburg
1,115 P./S. hs.E14.jh. ez ist manig altez wib/ duͤ faͤrwet vnd badet jren lib
lieder saal 243,128 L. ⟨u1476⟩ hastu .. durch dein gefaͤrbt angesicht hübsche kleÿder ander leüt czů dem übel gereÿczet
spiegel d. sünders (1480)67b. 1542 aber ein christlich weib, welche den mann mitt dem ferben begert zůleychen, die wer wol groͤsserer straff würdig Herold
ee 124b. 1573 das auch die jenigen, so sich auff angestrichne vnd geferbte angesicht gleich sehr wol verstehn, jhm nichts abmercken oder spüren können Martius
Nostradamus 10. 1616 jhr aber wöllet jhne durch ewer haarferben, haarpüffen vnnd kräuseln zu einem lugner machen, derwegen kennet gott solches ewer gefärbtes vnd angestrichenes angesicht nicht, dann er hats nicht also erschaffen Albertinus
Lucifer 106. 1664 warumb unterstehen sich eure damen und weiber zum theil wider die natürlichen rechte zu handeln, insonderheit, wenn sie ihre angesichter verändern und sich mit der garstigen schmincke färben Rihlmann
staats-sachen 408. 1791 dort färbt karmin die längstverblichne wange/ der gnädgen frau Matthisson
ged. 1,148 LV. 1976 die lippen hat sie blaßrot gefärbt Richartz
bürorom. 15. 2
(zeitweise) durch etwas die farbe verändern, eine farbe aufweisen. a
durch lichteinwirkung hervorgerufen in einer färbung erscheinen: ⟨1130/50⟩ so ist der XI. stain sus gehaizen jacingtus./ der wandelet sine varwe so diche nach dem himele./ ist er truobe oder gra, danach varwet er sich sa
himml. Jerusalem 23,3 M. ⟨M13.jh.⟩ dû merke wol die stunt,/ sô die wolken verwent sich/ und werdent grîs Marner
85 S. u1460 do sach man an dem hymmele eine gestalt, als ap is dry sunnen werin, und einen halben ryng, geferwit als ein regenboum Cammermeister
chr. 163 R. 1557
(dort) ist ein grosser halber regenbogen wol geferbt gestanden Goltwurm
wunderwerckb. Ji1b. ⟨1625⟩ wie auch die sonne selbst sich mehr zu färben pfleget,/ wann sie baldt baldt nun sinckt Opitz
dt. poemata (1629)2,153. 1657 der himmel steht gefärbt, die morgenröthe lacht,/ das grosse licht der welt die edle sonn erwacht Gryphius
Catharina 315 TND. 1749 die schatten wurden belaubt .. die bäche färbten sich silbern Kleist
w. 1,177 S. 1772 bisweilen bemerkt man auch sonderbar gefärbte schatten Erxleben
naturlehre 256. ⟨1810⟩ die strahlen der untergehenden sonne färbten die colisäumsmauern rosenroth Werner
tgb. 214 LV. ⟨1857⟩ er
(regen) fiel in strömen aus blaulich gefärbten, gleichartigen, über den himmel dahin jagenden wolken herab Stifter
8,1,55 S. ⟨1901⟩ das letzte sonnenglühen/ am himmelsrande loht,/ die schwarzen heidewasser/ färben sich rosenrot Löns
s. w. 1,194 C. 1975 die sonne stand gelb und unecht genau in der schmalen einfahrt. .. alles war gelb gefärbt, auch meine hände Nossack
mensch 240. b
die gesichts‐, hautfarbe ändern; häufig als ausdruck emotionaler oder körperlicher befindlichkeit: ⟨E12.jh.⟩ des er gert daz ist der tôt/ und verderbet mangen lîp;/ bleich und eteswenne rôt/ alsô verwet ez diu wîp Reinmar
31178,32 MF. ⟨u1270/5⟩ si wart als ein verscheiden wîp/ gevärwet dâ von riuwe Konrad v. Würzburg
Partonopier 7955 B. ⟨14./15.jh.⟩ den torochten man färwt der zorn
historienbibeln 2,531 LV. ⟨1401/17⟩ das sy so lange gelegin hatte und als wenig als nichts gessin, und was doch rot bliben an iren wangen und an irem antlicz bas geferbit den czuvor
script. rer. pruss. 2,265. 1543 die weiber so knaͤblin tragen, seind bassz gefaͤrbt vnd gebaͤren leichtlicher Eppendorff
Plinius 11. 1554 so die wyber knaͤblin tragend, sygind sy baß gefarbt Ruef
trostbuͤchle 90a. 1636 nun werffe, wer werffen kan,/ die haut wolln wir jhm färben Heerman
sontags-evangelia 76. ⟨v1683⟩ Herrmann färbte sich hierüber und antwortete nach einem kurtzen stillschweigen und seuffzer Lohenstein
Arminius (1689)1,1246a. 1747 gleich färbt die scham/ .. ihr zartes wangenpaar mit solchem purpur Götz
ged. 35 DLD. 1751 der tod weichet von Mathildens wangen,/ die sich wieder, aber schwach, etwas an zu färben fangen Schönaich
Hermann 61. 1840 der zorn über die keckheit färbte sein blasses gesicht hochroth Alexis
Roland 2,123. ⟨1877⟩ davon
(wein) er reichlich und mit behagen trank, so zwar, daß sich sein hübsches, fast mädchenhaftes gesicht höher und höher färbte Saar
s. w. 7,215 M. ⟨1905⟩ während er sich rosa färbte, als läse er das die scham verletzende, das darin stand, zum erstenmal H. Mann
ausgew. w. 1,418 ak. 1963 innerlich glüht er zustimmend, und die warze an seinem kinn färbt sich rot Strittmatter
Bienkopp 190. c
in einem reife‐, entwicklungsprozeß eine bestimmte färbung annehmen; überwiegend und jünger ausschließlich refl.: ⟨1225/30⟩ si
(erde) verwet wünneclîche sich/ .. gel, grüene, brûn, rôt unde wîz/ mit manigerhande blüete Rudolf v. Ems
Barlaam 234,5 P. hs.u1310/30 seht, sich verwet me/ gras unde kle
minnesinger 2,223b H. 1491 so bald sich das winber anfaͮcht ferben, so grab die dritten grabung Oesterreicher
Columella 1,141 LV. 1546 daraus werden im aprillen gruͤne beerlin, die ferben sich gegen dem herbst gantz rot Bock
kreüterb. 3,8a. ⟨1633⟩ das so von der sonnen fält, hat alles in ihm, was es bedarff .. es färbt sich und lebet aus ihm selber und ist eben eines und einerley Czepko
geistl. schr. 91 M. 1672 wenn an diesem
(ranunculus peregrinus) die blume sich wol auffgethan, so färbet sie sich am rande herumb röhtlich oder purpur Elsholtz
garten-baw 68. 1755 der frühling wird nun bald entweichen:/ die sonne färbt sein angesicht Uz
99 DLD. ⟨1784⟩ die lerche sang, die sonne schien,/ es färbte sich die wiese grün Voss
s. ged. (1802)4,87. ⟨1801⟩ färbt die häusliche lind’ eben sich grün
ebd. (1802)3,218. ⟨1853⟩ da es nach und nach tief in den herbst gegangen war, da keine nüsse mehr an den zweigen hingen, da die zweige sich schon mit gelb färbten Stifter
5,1,281 S. 1934 schon färbt sich rost der haselstrauch,/ am fenster friert der atemhauch Weinheber
2,270 N./W. 1962 während des tanzens färbten sich die männchen
(krabben) immer bunter Wendt
liebesleben 145. 3
dauerhaft eine bestimmte farbe aufweisend; nur im part. prät.: ⟨u1270/5⟩ er vant ein ors an sîner stat/ .. niht blanc noch wîz alsô der snê/ was sîn hût gevärwet wol Konrad v. Würzburg
Partonopier 2255 B. ⟨1349/50⟩ Plinius spricht, wenn der pfâw die wol geverbten federn rêrt, sô traurt er Konrad v. Megenberg
b. d. natur 213 P. 1528 ain materlich gslos, dasselb ist stainen, gros, schoen, gefaerbt liecht, fesst vnd wolgelegen Berthold v. Chiemsee
theol. 185 R. 1557 elaphis hat faͤderen auff seinem rugken, der hirtzenhaut gantz gleych gefarbt Heuszlin
vogelb. 28b. 1603 welche pferd ein feucht hirn haben, die haben .. an dem kopff vnnd sonst allenthalben weisse vnnd vbel gefärbte stracke oder schlechte haar Uffenbach
anatomia 2,35. 1673 diese
(schlange) ist eine klafter lang, karmosienroht gefärbet und vol schwartzer bohrten
Dapper, n. welt 303b. 1744 gleicht dein vater dir
(schwarze lerche) an farbe?/ oder, was hat ihn bewogen,/ daß er dich so schwarz gefärbet Gleim
vers. 50 TND. 1754 Rathlauw behauptet das gegentheil und verspricht von dem gelben und schwartzen staar oft einen weit glücklichern ausgang der operation als von anders gefärbten E. A. Nicolai
fehler 58. 1810 die gehäuse der schalthiere sind schön gezeichnet und gefärbt Goethe
II 1,253 W. 1881 die raupe .. ist sechzehnfüßig, glänzend und grau gefärbt Hesz
streifzüge 78. 1946 die schwarz-weiß-zeichnung kennzeichnet auch andere nachttiere wie die zebras. .. aber warum ist der einzelgänger so gefärbt? Gerlach
vierfüssler 134. 4
nicht der realität entsprechend sein. häufig partizipial. a
etwas freundlicher als der wahrheit entsprechend schildern; schönreden. jünger ungebräuchlich: ⟨1215/6⟩ der kan rethoricâ garwe/ der mit der einvalte varwe/ verwen sîne rede kan Thomasin
9009 R. ⟨1349/50⟩ iedoch wil ich der juden pôshait niht värben, wan si sint unser frawen veint und allen christen Konrad v. Megenberg
b. d. natur 112 P. ⟨1470⟩ so wil üwer schultheis inen durch üwere brief und sigel das versprechen, das dieselbig alte verheissung gehalten soͤll werden, wiewol es nüt dann ein geferbte lugi ist Frickart
twingherrenstreit 182 S. 1513 kain gferbte red würt hie gehoͤrtt,/ darumb bekenn die warhait recht
welsch-gattung 187 W. 1559 soͤlcher schmeichlerei vnd geferbter wort braucht der Sleidanus zu vil Gennep
epitome 34. 1600 man findet wol leuth in rahtstülen, die mitgefärbten vnnd schmeichelten worten jhre red vnd stimmen schmücken Negelein
standt 138. 1677 es gibet der schmeichler übrig viel, die sich bey fürsten und herren können insinuiren; ihre worte so glatt wissen zu schleiffen und auf der zunge zirlich zu färben, das sie leichtlich grosser herren gunst und gnade erlangen Butschky
Pathmos 449. 1929 man tut gut, die ersten meldungen des armeeoberkommandos an die kriegsleitung möglichst harmlos zu färben Beumelburg
sperrfeuer 97. b
fälschen, unwahr sein: ⟨u1370⟩ seit richter ewer selbs gedancken, bleibt in warhaftiger, nicht in geferbter gerechtickeitJohann v. Neumarkt
2,76 K. 1517 sundern bleibt ynn seynem eygen werck und macht eyn ertichten, scheynenden, falschen, geferbeten heyligen auß yhm selber, das ist eyn heuchler Luther
w. 1,184 W. ⟨v1559⟩ daruͤmb wo man keine besserung des lebens, keine furcht gottes oder busse vnd keine gute werckspuͤret, da ist gewislich kein glaube oder nur ein falscher geferbter glaube Sarcerius
pastorale (1562)63a. ⟨1623⟩ in dieser heiligen substantz ist allein der wahre glaub Habels, anders ist nur ein historischer geferbter glaube vnd ein Cains opffer das keine sünde wegnimbt Böhme
mysterivm (1640)168. 1699 zweyffelhaffte fragen und streit=worte; ertichtete gefärbte worte, verdrießliche worte
Pordage, sophia 67. c
durch eine tendenz, überzeugung beeinflussen: 1623 durch eine widrige, von den caluinisten gefärbte persuasion vnd einbildung
acta mansfeld. 107. ⟨1746⟩ doch muß auch dieses mit vorsicht geschehen, damit unser wahn sein wesen nicht färbe Möser
1,120 ak. 1797 seine kentniß deßelben ist mit einer frölichen, ja witzigen laune gefärbt C. Schlegel
br. 1,197 W. 1808 doch der geist der metaphysik schwebte demungeachtet in gleicher stärke auf allen wassern, wenigstens die sprache färbend Brandes
zeitgeist 236. 1866 welche dem besitzerverhältnisse des kieler hafens eine spezifisch preußisch gefärbte interpretation geben
qu. dt. politik Österreich 5,1,195 S. 1921 die titel der bedeutenderen werke dieser zeit findet man bei Dubnow, teilweise auch kurze, aber einseitig gefärbte inhaltsangaben der schriften Kernholt
ghetto 288. 1979 der jazz, den die fünf hier machen, ist sicherlich afrikanisch gefärbt
zeit 20,49. – gefärbte brille, gefärbtes glas
subjektive beurteilung: 1527 es mangelt daran, das sein glas anders geferbet ist, wie der selbige spruch Jesaia auch gibt: ‘yhr werdets sehen’ (spricht er) ‘und werdets doch nicht sehen’ Luther
w. 23,75 W. 1601 vnd ist sonderlich die liebe so volkommen bey jhnen, das sie mit lust zusehen möchten, wenn alle diejenigen, so von jhnen durch ein gefärbtes glas für ketzer angesehen werden, im rauch auffgiengen Heilbrunner
jesuider spiegel 89b. 1650 derselb wird nun entweder die gefärbte brillen seiner affecten auffsetzen vnd jhm das seinige allein, wie der aff seine jungen, gefallen lassen, oder ohne brill ein vrtheil fassen Freyberger
Germania 1,257. 1755 er betrachtet alles durch das gefärbte glas seiner vorgefaßten meinungen Lessing
schr. (1753)5,165. ⟨1872⟩ nach meinem politischen gefühl betrachtete aber Keller den stat zu sehr durch die gefärbte brille eines civilrichters Bluntschli
denkwürdiges 1,127 S. 1932 und zwar ohne daß man die dinge durch eine einseitig gefärbte parteibrille sieht Straszer
kampf 346. 5
farbe abgeben: ⟨1696⟩ weil das holtz, das zu färben pflegt, schon darin verstockt ist Grüwel
bienen-kunst (1719) 108. 1715 die guten fleckgen färben schön roth, und werden vom frauenzimmer zur schmincke gebraucht Amaranthes
frauenzimmer-lex. 205. 1772 hat man übrigens die absicht, aus grapp und andern färbenden körpern vermischte farben hervorzubringen Pörner
vers. 2,200. 1844 das gewicht des stoffes nimmt .. in jeder zeitsecunde ab, die färbenden materien verschwinden allmälig Liebig
chem. br. 192. Casemir