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bett

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Meyers
Anchors
19 in 17 Wb.
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Bett

Bd. 2, Sp. 773
Bett, Vorrichtung zum Ruhen in liegender Stellung, speziell die Lagerstätte zur nächtlichen Ruhe. Die Ägypter hatten hochbeinige Bettgestelle, mit Polstern belegt und mit einem Mückennetz ringsum abgeschlossen. Charakteristisch sind ihre aus Stein, Holz oder Metall gearbeiteten halbkreisförmigen Kopfstützen. Assyrer, Meder, Perser hatten ähnliche Betten mit bunten Teppichen und Zierat aus Metall, Perlmutter, Elfenbein. Das B. des Odysseus war ein verziertes vierfüßiges Rahmenwerk, bespannt mit Riemen aus purpurn schimmernder Stierhaut und bedeckt mit Fellen und Teppichen, mit leinenem Überzug und wolligem Mantel als Decke. Die Griechen hatten hölzerne und bronzene Bettstellen, oft mit reichverzierten Füßen und lehnenartiger Erhöhung am Kopfende. Auf Gurten ruhte die Matratze und ein rundes Kopfpolster, bedeckt mit Leinentüchern, wollenen Decken, Fellen oder einem Lederüberznug. Das B. der Römer (lectus cubicularis) war ein Gestell aus Holz oder Bronze, oft mit Metall oder Elfenbein verziert, und trug auf Gurten die mit Schilf, Heu, Wolle oder Federn gefüllte Matratze (culcita, torus); am Kopfende lagen kleine Kissen (pulvinus, cervicalia). Über die Matratze breitete man kostbare Decken (stragula). Ebenso reich waren die Behänge (toralia), die von der Matratze bis auf den Fußboden reichten. Die hintere Seite des Bettes war oft mit einer Lehne (pluteus) versehen. Außer diesen Schlafbetten hatten die Römer das Ehebett (lectus genialis), das niedrige Krankenlager (scimpodium), das Paradebett der Toten (lectus funebris), das Ruhebett (l. lucubratorius), auf dem man las, meditierte oder liegend schrieb, und das niedrige, sofaartige Speisebett (l. triclinaris). Die Abbildungen zeigen einige antike Bettgestelle. Die alten Deutschen mögen auf dem Boden, auf einer mit Tierfellen bedeckten Laubschicht, auch in kastenartigen, mit Laub, Moos etc. gefüllten Gestellen geruht haben. Noch im frühen Mittelalter bedeckte man den Fußboden oder eine Wandbank mit Teppichen, belegte diese mit Kissen, die mit Federn (plumît) oder fester mit Wolle oder Haaren gestopft waren (matraz), und benutzte Pelze als Decken. Man legte sich damals meist nackt ins B. und hüllte sich in das große, über die Kissen gebreitete Leintuch (Leilachen, linde Wat, Linten). Vom 13. Jahrh. an wurden die hölzernen Bettstellen mit eingelegter Arbeit verziert, geschnitzt und bemalt. Damals entstanden auch die Spannbetten, die am Tag als Sofa dienten. Auf einem vierfüßigen, mit Gurten (Strangen) überspannten Gestell lag das lederne, mit seidenen Stoffen überzogene und mit Federn gefüllte Unterbett, das mit der gesteppten Decke (Kulter) bedeckt wurde. Auf dieses Möbel wurde für die Nacht ein leinenes Bettuch (Leilachen) gebreitet und noch einige Kissen, namentlich das sogen. Oberkissen (Pfellet), hinzugefügt. Als Zudecken dienten seidenbezogene, pelzgefütterte Decken. Bettvorhänge wurden an der Decke oder an einem von der Wand ausgehenden eisernen Arm befestigt. In der gotischen Zeit entstand das Himmelbett, das vollständig von Vorhängen untschlossen war oder wie ein kleines Haus mit hölzernen Wänden und einer Tur im Zimmer stand. Int 18. Jahrh. benutzte man zuerst Federkissen als Decken und gab dem B. am Kopfende zwei Pfosten, die Vorhänge trugen. Ein solches B. wurde Paradebett, auf dem liegend die Dame des Hauses im chambre de lit Besuche empfing. Diese Sitte wurde auch am französischen Hof angenommen. Im Prunkgemach mit Paradebett fand das grand lever statt, bei dem vornehme Personen, namentlich fremde Gesandte, empfangen wurden, die zwar nicht zum Betreten des Schlafzimmers (zum petit lever) berechtigt waren, aber doch vor den übrigen Höflingen ausgezeichnet werden sollten. Später nahm das B. wieder einfachere Formen an, doch blieb es in Frankreich und England viel reicher, größer und gesünder als in Deutschland. (Hygienisches.) Das B. soll die Erhaltung des Wärmegleichgewichts sichern, ohne die Hautatmung übermäßig zu beschränken. Federbetten, nur bei strenger Kälte für blutarme, schwächliche Personen geeignet, verweichlichen die Haut und verhindern die Hautausdünstung um so mehr, als die Federn in sehr dichten Geweben stecken müssen. Viel zweckmäßiger sind Wolldecken, mit denen man durch Wechsel der Zahl der Schichten viel besser der herrschenden Temperatur sich anbequemen kann. Zur Reinhaltung und zurVermeidung des Hautreizes sind sie mit einem Überzug aus lockerm baumwollenen Stoff zu umgeben. Steppdecken mit Baumwollfüllung sind zu verwerfen, wenn sie viel Appreturstoffe enthalten, welche die Poren verstopfen und der Zersetzung unterliegen. Der Teil des Bettes, auf dem der Körper ruht, muß genügende Elastizität besitzen, um Druckwirkungen zu vermeiden. Man verwechselt aber in der Regel Weichheit und Elastizität und gelangt dadurch zu den verwerflichen Unterbetten. Die gewöhnlichen Sprungfedermatratzen sind schwer zu handhaben, werden deshalb selten gereinigt und speichern allmählich große Staubmassen auf. Viel besser sind Böden aus elastischem Drahtgewebe (Reformbetten) mit Zug- und Sprungfedern, die man nur mit einer mit gereinigtem Roßhaar, gereinigter Wollwatte, Indiafaser, Kapok oder Alpengras gefüllten Matratze bedeckt. Dazu kommt ein nicht zu hohes, keilförmiges, mit Roßhaar oder Wollwatte gefülltes Kopfkissen. Auf Matratze und Keilkissen wird ein baumwollenes Bettuch gebreitet. Bei starker Kälte kann man auf die Matratze noch eine wollene Decke legen, und wer am Kopf empfindlich ist, benutzt ein Kopfkissen aus lockerem baumwollenen Gewebe, das am besten mit Roßhaar gefüllt wird. Eiserne Bettstellen können leichter und gründlicher gereinigt werden als hölzerne, sie sollen so hoch sein, daß man das B. bequem besteigen und den Fußboden unter dem B. leicht reinigen kann. Das Kopfende des Bettes soll der Fensterwand zugekehrt sein, weil einfallendes Licht noch durch die geschlossenen Augenlider als Reiz wirkt. Vorteilhaft stellt man das B. in einiger Entfernung von der Wand auf, damit die Luft überall Zutritt hat und die Reinigung nicht behindert wird. Bettvorhänge sammeln Staub und beeinträchtigen die Luftbewegung. Morgens soll das B. mit zurückgeschlagener Decke bei geöffneten Fenstern gründlich durchlüftet werden. Die beste Lage im B. ist wohl die Rückenlage, bei der sich die Luugen ungehindert ausdehnen können, während sie bei Seitenlage wie auch das Herz zusammengedrückt werden.
6397 Zeichen · 67 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Bètt

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Das Bètt , des -es, plur. die -en, Diminutivum das Bettchen, Oberdeutsch das Bettlein. 1. Eigentlich ein jeder Platz, we…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Bett

    Goethe-Wörterbuch

    Bett NomSg vereinzelt ( GWB 37,302,16 Hohelied GWB T1,337,4 GWB 1,415 RömEleg VII Var ), Dat u AkkSg überwiegend -e, ein…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Bett

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Bett , Vorrichtung zum Ruhen in liegender Stellung, speziell die Lagerstätte zur nächtlichen Ruhe. Die Ägypter hatten ho…

  4. modern
    Dialekt
    Bett

    Bayerisches Wörterbuch · +8 Parallelbelege

    Bett Band 2, Spalte 2,378–380

  5. Sprichwörter
    Bett

    Wander (Sprichwörter)

    Bett 1. Auf dem Bett der Ehre haben viel tausend Platz, ohne einander beschwerlich zu fallen. – Eiselein, 72. 2. Auf gut…

  6. Spezial
    Bett

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Bett n. (-[e]s,-en) 1 (zum Schlafen) let (lec) m. 2 (Flussbett) let (dl rü) m. 3 fondamënt (-nc) m. 4 ‹tecn› socl (-i) m…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit bett

1.483 Bildungen · 993 Erstglied · 485 Zweitglied · 5 Ableitungen

Ableitung von bett

be- + tt

bett leitet sich vom Lemma tt ab mit Präfix be-.

bett‑ als Erstglied (30 von 993)

Bettbank

SHW

Bett-bank Band 1, Spalte 741-742

Bettbein

SHW

Bett-bein Band 1, Spalte 741-742

Bettbezug

SHW

Bett-bezug Band 1, Spalte 741-742

Bettdecke

SHW

Bett-decke Band 1, Spalte 741-742

Bettel

SHW

Bett-el Band 1, Spalte 741-742

Bettfedern

SHW

Bett-federn Band 1, Spalte 747-748

Bettfuß

SHW

Bett-fuß Band 1, Spalte 747-748

Betthase

SHW

Bett-hase Band 1, Spalte 747-748

Betthimmel

SHW

Bett-himmel Band 1, Spalte 747-748

Betthocker

SHW

Bett-hocker Band 1, Spalte 747-748

Betthutsch

SHW

Bett-hutsch Band 1, Spalte 747-748

Bettjacke

SHW

Bett-jacke Band 1, Spalte 747-748

Bettkittel

SHW

Bett-kittel Band 1, Spalte 747-748

Bettkolter

SHW

Bett-kolter Band 1, Spalte 747-748

Bettkulte

SHW

Bett-kulte Band 1, Spalte 747-748

Bettkuvert

SHW

Bett-kuvert Band 1, Spalte 747-748

Bettlade

SHW

Bett-lade Band 1, Spalte 747-748

Bettpfanne

SHW

Bett-pfanne Band 1, Spalte 747-748

Bettpisser

SHW

Bett-pisser Band 1, Spalte 749-750

bett als Zweitglied (30 von 485)

Himmelbett

RDWB1

Himmelbett n (kein Bezug zu "небесный") кровать с балдахином

Kinderbett

RDWB1

Kinderbett n (nicht immer "детская кроватка") im Kinderbett sterben - умереть в родах, умереть при родах

Krankenbett

RDWB1

Krankenbett n постель больного устойч. больничная койка устойч.

Achsenbett

PfWB

achsen·bett

Achsen-bett n. : ' hölzerne Umkleidung der Achse des Wagens ', Achsebett [allg.].

ALKOVENBETT

DWB2

alkoven·bett

DWB2 ALKOVENBETT n. DWB2 zu alkoven 1: DWB2 ⟨1870⟩ zwischen den beiden verhangenen alkovenbetten Storm 3,148 K. ⟨1919⟩ ( d. fischer ) befest…

Anbett

BWB

Anbett Band 2, Spalte 2,380

Apfelbett

PfWB

apfel·bett

Apfel-bett , Äpfel-bett n. : ' Gerüst zum Aufbewahren von Äpfeln ', Eppelbett [ HB-Medh FR-Albsh ], Appel- [ LA-Wollmh ]; vgl. PfWB Apfelges…

Arnobett

GWB

arno·bett

Arnobett Schaden durch Abholzung der Berge um Florenz am Klima Erhöhung des Arno Bettes GWB 34 2 ,154,31 VorbereitgItal 1795/96 Elisabeth Li…

Arwtenbett

MeckWB

Wossidia Arwtenbett n. Erbsenbeet: Wo s' hüppen mit ehr fixen Bein De Arwten-Bedden up un dal Reut. 5, 357.

Bankbett

PfWB

bank·bett

Bank-bett n. : ' hölzerne Kiste mit Deckel, die als Bank und Bett dient ', Bankbett [ FR-Albsh Gal-Bruckth ]; dass. wie Bankkiste, PfWB Bett…

Barbếtt

Adelung

bar·bett

Der Barbếtt , des -es, plur. die -e, eine Art zotiger Wasserhunde mit langen Ohren, welche als Bastarte von rothen Jagdhunden und Isländisch…

Bauchbett

Campe

bauch·bett

○ Das Bauchbett , des — es, Mz. die — en; Verkleinerungsw. das Bauchbettchen, des — s, d. Mz. w. d. Ez. s. Campe Bauchkissen.

Bedientenbett

GWB

bediente·n·bett

Bedientenbett [ Kostenanschlag iZshg mit Gründung eines Erziehungsinstituts in Belvedere ] Herrn-Bette .. 58 rh. 20 g .. Bedienten Bette | F…

bergbett

DWB

berg·bett

bergbett , n. lectus montanus, jäher grasplatz zwischen felsen. Stalder 1, 157 .

bettlerbett

DWB

bettler·bett

bettlerbett , n. so nennt Fischart Garg. 95 b den wein, weil der bettler bei ihm weich schläft und seiner sorgen vergiszt.

Blackeⁿbett

Idiotikon

Blackeⁿbett Band 4, Spalte 1814 Blackeⁿbett 4,1814

Bloübett

ElsWB

Bloübett [Plòjpèt Horbg. Dü. ] n. Holzboden, auf dem der Hanf beim Reiben liegt.

blumenbett

DWB

blumen·bett

blumenbett , n. bett unter blumen. mhd. dô het er gemachet alsô rîche von bluomen eine bettestat. Walther 40, 3 .

Borbett

Idiotikon

bor·bett

Borbett Band 4, Spalte 1814 Borbett 4,1814

brautbett

DWB

braut·bett

brautbett , n. lectus genialis, ahd. prûtpetti ( Graff 3 , 50), mhd. brûtbette ( Ben. 1, 111 a ), ags. brŷdbed, engl. bridebed. das brautbet…

Brunne(n)bett

Idiotikon

Brunne(n)bett Band 4, Spalte 1814 Brunne(n)bett 4,1814

Ableitungen von bett (5 von 5)

bette

DWB

bett , bette , n. lectus, goth. badi, ahd. petti, mhd. bette, alts. bed, gen. beddes, nnl. bed und bedde, ags. bedd, engl. bed, altn. beð, s…

Gebêtt

Adelung

Das Gebêtt , des -es, plur. die -e, so viel Stücke einzelner Betten, als zu einem vollständigen Federbette gehören. Sechs Gebette Betten.

gebette

DWB

gebette , f. bitte, oberd. 15. jh. ( Lexer 1, 753 ): das der alt burgermeister ... aim raut ( dem rate ) zuogesagt haben, Jergen Gossemprott…

gebetten

Lexer

ge-betten swv. BMZ das bett bereiten Anno , Pass. K. 354,69. 397,49.

Verbetten

Campe

Verbetten , v. trs . 1) Unrecht betten, z. B. die Betten in ein unrechtes Bett legen, verwechseln, oder die Betten nicht in die gehörige Ord…