strafen,
verb. punire, castigare; vituperare. AA.
zur wortgeschichte. das wort ist erst spät belegt: mhd. strâfen (
neben strâfe
f. nhd. strafe
s. oben);
mndd. straffen (
holl. straffen '
züchtigen, tadeln'
neben dem f. straf, straffe),
letzteres als junge entlehnung in der nordischen gruppe: dän. straffe '
züchtigen, verweisen, beschuldigen, bestreiten',
vgl. auch schwed. straffa (
daneben schwed. dän. straf
auch als '
geldbusze, verweis');
bemerkenswerth noch afries. strafia '
bestreiten, schelten'.
dabei ist die bedeutungsgeschichte in ihrem ausgangspunkt merkwürdig überdeckt, sodasz nur vermuthungsweise darüber gesprochen werden kann: es erscheint die mehr verblaszte bedeutung '
vituperare'
in den belegen verhältnismäszig früh; das ist sehr auffällig; gleichwohl haben die lexicographen den sinnlichen begriff der körperlichen strafe
als ausgang der ganzen entwicklung genommen, vornehmlich unter hinweis auf die offenbar ein germ. strappôn (
vgl. schweiz. strapfen '
straff ziehen')
voraussetzende ital. lehnwortgruppe strappare '
ziehen, winden, wippen, schnellen',
dazu strappata (
dieses wieder als engl. strapado) '
wippgalgen',
bei Frisch (2, 342
c)
als strappade
pendulae trochleae, woran
man die maleficanten aufzieht,
s. auch dazu unten strappaze;
dazu entsprechende beispiele von alterthümlicher begriffsschwere im älteren nhd., so bei Luther
in der bibelübersetzung: da
er gestraft
und gemartert ward, thet er seinen mund nicht auf, wie ein lamb, das zur schlachtbank gefurt wird
Jes. 53, 7;
aber indem sie hin und her laufen, wil ich meine netze uber sie werfen und herunterrücken, wie die vogel unter dem himel, ich wil sie strafen
Hos. 7, 12
und dazu noch mhd. dô gieng er (
der wolf) zuo den schâfen. diu begunder alsô strâfen, daʒ ir vil lützel dâ genas: er az ir, daz er sater was
Reinhart fuchs s. 343.
andererseits noch im späteren nhd. (
bis in die gegenwart)
immer wieder durchklingend; vgl. so musz nun desto eher der jäger wahrnehmen, was der hund anfällt, und ihn alsdann nach befinden straffen oder lieben Göchhausen
notab. venatoris (1741) 4; die keine folter strafft, kein galge, baum noch rad: S. v. Birken
forts. d. Pegnitz-schäferei (1645) 39.
vgl. dazu mnd. strafer '
henker'.
als weitere stütze wird ein mundartlich übertragener gebrauch herangezogen, dabei durch die geographische auseinanderlagerung der belege bemerkenswerth: schlesw. einen baum strafen '
ihn ausscheiteln' Adelung;
ähnlich bayr.: der zimmermann straft das holz
haut noch mehr davon weg Schmeller
2 2, 810;
auch steir. '
durch hacken, brechen, schneiden zerkleinern' Unger-Khull 581
b;
mehr scherzhafte werthung verlangt wohl hess.-thür. einen apfelbaum strafen
ihn seiner früchte berauben Heyne,
vgl. auch einen kirschbaum abstrafen (
th. 1
sp. 133),
dazu elsäss.: de spree hän d kirsen gestroft uf dem baum
die früchte geplündert Martin-Lienhart 2, 627
b;
vgl. dazu oberb. arch. 44, 72;
scherzhaft auch: ein hungriger kommt in den fall, einen laib brot recht zu strafen Schmeller
2 2, 810;
in diesem umkreise noch ein vereinzelter intrans. gebrauch festzustellen: ein alter wein ist lauter, klar, ... straffet und pirtzelt auf den zungen Mathesius
Syrach (1586) 55
b.
verwandtschaftliche beziehung zu ostfries. strabben
verb. '
steif, fest und gespannt sitzen'
u. s. w. (
auch strabbe
m. und strabbig
adj.) Doornkaat Koolmann 3, 330
f. und der nhd. gruppe straff (
s. unten)
wird in solchem zusammenhang wahrscheinlich. die annahme einer idg. wurzel *stre(m)bh- (Falk-Torp)
führt im übrigen auch in nahen zusammenhang mit nhd. stramm (
s. u.)
; in der idg. verwandtschaft vgl. noch gr. στρέφειν '
drehen, wenden',
besonders auch beim foltern '
verdrehen, verrenken'.
so wäre bei unserm wort ein schnüren und ausspannen des körpers (
als das wesentliche der strafart)
im anfang seiner bedeutungsentwicklung zu denken; doch die tragfähigkeit der oben herangezogenen belege darf für diese ansicht nicht überschätzt werden. der beachtenswerthe versuch, unser wort als eine sproszform von mhd. refsen
verb. (
mhd. wb. 2, 1, 608; Lexer 2, 370)
zu erklären Edw. Schröder
in Haupts zs. 59, 308. BB.
wortform: B@aa)
im obd. (
als ausgangsgebiet wird das bair. österr. zu gelten haben, wo sich die erscheinung schon im 14.
jahrh. durchgesetzt hat; vgl. die reimbelege klaffen: schaffen: straffen; straft: lantschaft: meisterschaft;
auch gestraft: lantschaft
beim Teichner,
dazu Weinhold
mhd. gr. § 88)
trat verkürzung des stammvocals mit nachfolgender consonantenverdopplung ein und hat sich offenbar zeitweise als modisch über die ursprünglichen grenzen ausgebreitet (
eine völlig sichere beobachtung macht allerdings die mit der sprachl. erscheinung im buchstabenbild übereintreffende gewohnheit der alten drucker unmöglich)
vgl. hierzu im folgenden reimbeispiele wie clafe (= claffe): strafe
Daniel, auch klafft: strafft Hayneccius; straff: schaff Spreng
Ilias; waffen: straffen
ebenda (
auch A. Gryphius; Morhof
unterricht); schaffen: strafen
Reinecke fuchs; geschaffen: straffen Krüger
aktion; (Burkh. Waldis
ps.; Hartmann
volksschausp.); straffen: affen Rachel
sat. ged. (Forster
liedl.); pfaffen: strafen
Binder; hinrafet: strafet Rompler; gestraft: vergaft (vergafft) Meisl
dagegen gukin hafen: strafen Fischart (
doch bietet er daneben auch strafft: behafft; geschaffen: straffen);
vgl. dazu das schweiz. druckbild straaffen;
zweifelhaft straffen: schlaffen (
mit schon im mhd. gleichem schicksal) Scheit
Grobianus; vgl. auch Weckherlin. B@bb)
das prät. wohl unter der wirkung der analogie (
z. b. rief
in dem begriffl. umkreise unseres wortes, so unter 5
besonders d)
und mit ausgang vom alem. erscheint wiederholt in starker (
redupl.)
flexion: strieff S. Münster
cosmogr.; Wickram; Fischart;
M. herr;
discourse d. mahlern; plur. strieffen
M. Herr;
schweiz. schauspiele d. 16.
jahrh.; opt. strieffe Platter; striefe
in Straszb. qu. B@cc)
das part. praet. bleibt ohne ausnahme schw. gestraft. B@dd)
wiederholte verdunklung des stammvocals: stroffen
inf. Keisersberg; (schloffen:) stroffen Wickram;
städtechron. 2, 20
b; A. Gryphius
dornrose; strofen
auch sonst in schles. qu. imperat. stroff Keisersberg;
opt. praes. got strof mich (
sogar strüof) Martin-Lienhart 2, 627
a;
part. gestrofft (: gehofft) S. Brant; gestrofft werden
lehnsurk. Sehlesiens z. j. 1490. B@ee)
mit vocalvergröberung: straufen Niclas v. Wyle (stroufen
summert. d. heil. leben)
städtechron. 4, 161; (slaufen:) straufen
Alsf. pass. sp.; ich straufe
ebenda; gestrauffet werden Öheim
Reichen. chron. B@ff)
hyperhochd. part. praet. gestrapfit
erscheint in böhm. qu.; dazu auch schweiz. strapfen (
s. oben A). CC.
bedeutung: C@11)
begriffliches; entsprechend oben strafe;
vgl. dazu das synonym anklingende ahnden (
th. 1
sp. 192);
letzteres nach Campe
nur von härteren strafen für gröszere verbrechen gebraucht. C@1@aa)
ohne angabe des obj. und so in dem sinne '
das strafrecht ausüben': welche aber str., die gefallen wol, und kompt ein reicher segen auf sie
spr. Sal. 24, 25; küle dein mütlin nicht,
wenn du str. solt
Jes. Sir. 10, 6; er will alle ding selbs verhören und, dasz alle ding an ihn gelang, dasz ich nit straffen kan, dann damit wirt vilen der weg verzeunt, dasz sie nit ires gefallens mit gwalt faren mit den bevohlen armen leuten S.
Frank chron. 231
a; eine obrigkeit, die nicht straffet, solt man steinigen Friedrich Wilhelm
sprichwörter-register (1577) O
nr. 707; ich habe den auftrag, zu untersuchen und zu strafen Göthe 17, 241
Weim.; ein richter, der nicht strafen kann, gesellt sich endlich zum verbrecher 15, 1, 11 (
Faust 4805)
Weim.; denn man sagt: der ist schuldig der that, der zu strafen gewalt hat und nicht strafet; es spielet alsdann ein jeder den herren 50, 94 (
Reincke fuchs 7, 89)
W.; die strafgerechtigkeit der regierung, ihre rechte der verwaltung sind zugleich pflichten derselben, zu str., zu verwalten u.
s. f. Hegel
w. 7, 2, 378 (Dahlmann
franz. revolution [1845] 348); sein gröszter schmerz war str. zu müssen Justi
Winckelmann 2, 1, 137;
gegensätzlich: (um) nach gefallen zu str. und zu belohnen Klinger
w. 3, 138;
militärisch in dem sinne von '
disciplin halten': must wol bezalen und ernstlich straffen Reuter v. Speir
kriegsordn. (1594) A 1
b;
vgl. auch: noch nit gnuog ursach zuo straffen (
nec satis ad obiurgandum causae)
Terenz (1499) 13
a; gelegenheit zu straffen
obiurgandi locus D. Hartnack
Terenz (1711) 19.
mit weiterer bestimmung: wer im zorn strafft, der hat kein zaum Lehmann
floril. polit. (1662) 2, 940; wer ohne die hülfe der geseze straffen ... kan, überläszt seine gewalt gewisz der ausübung seiner begierden A. v. Haller
Alfred (1773) 120; nur durch unmittelbare folgen straft sie (
die natur) Göthe 23, 269
Weim.; richter des heimlichen gerichts, schwurt auf strang und schwert unsträflich zu sein, zu richten im verborgnen, zu str. im verborgnen gott gleich 8, 163
Weim. C@1@bb)
pass.: gestraft werden
poenas dare Frisch 2, 342
c (
vgl. Hosea 8, 5); wirt des iemant stritic fundin, der werde gestrapfit
benedictinerregel v. kl. Hohenfurt in Böhmen 71, 8 (13.
jahrh.); von mitten aprellens bis zuo end des megens, welche kleine ... egle facht, sol gestraaft werden Herold-Forer
Gesners thierbuch (1563) 3, 149; dasz er (
Loth) nicht zugleich mit den gottlosen ist gestrafft worden Lehmann
floril. polit. (1662) 1, 201; anderer leute wegen gestraft werden
portare la pena di altri Kramer
dict. 2 (1702), 993
b; (
er) versah bey tausend gulden besoldung das, was jeder bauer für 100 besser versehen würde, der gestraft wird, wenn er sich ... herausnimmt, es umsonst zu thun Lichtenberg
nachl. 12 (Göthe 49, 83
Weim.); eine wildschützin ..., die gestraft werden muszte O. Ludwig
w. 2, 20.
unpersönlich: es wird nichts gestraft
non vi è giustitia Kramer
dict. 2 (1702), 993
b;
vgl.wenn ein man bey einem weibe ligt und sie beschleft, die eine leibeigen magd ist, ... das sol gestraft werden
3. Mos. 19, 20. C@1@cc)
mit object: besonders '
einen in strafe nehmen; mit strafe belegen': einen überthäter strafen wegen eines lasters (um eines lasters willen)
punire uno di ò per qualche crime ò delitto Kramer
dict. 2 (1702), 993
a; wem ein feur auskem zu der zeit, den wolt man gar sehr stroffen
städtechron. 2, 20; nu warumb strafestu denn nicht Jeremiam von Anathoth, der euch weissagt? (
durch in kerker und stock legen 26)
Jerem. 29, 27; und es kam aus, dasz diese weiber gestraft weren (
d. h. getötet mit dem schwert)
Hesek. 23, 10; wie man die ehebrecherinnen strafen soll 45; darin solten die oberkeiten sehen, und die (
prälaten) so ubel husz hielten (
in ihren klöstern), absetzen und str. Gebwyler
beschirmung des lobs Marie (1523) 35
b; dasz alle hohe gewaltige monarchien von gott eingesetzt und geordent, die groszen mechtigen potentaten und herrn zuo straffen, recht wider gewalt aufzuorichten W. Schmelzl im
titelanfang einer schrift (1551); wenn man einen bauren straffet, knarret er wie ein neuer oder ungeschmierter wagen Petri 2, C c c 8
b (Zinkgref
apophthegmata [1628] 72); do hot mer Kornblume e holb schock beulen unde drey löcher geschloin, drumme bitt ech, ihr wellt en stroffen A. Gryphius
dornrose 326
Palm; (
das gebot,) die mörder des Lajus zu str. Ramler
einl. in d. schönen wissenschaften (1758) 2, 292; sie (
die christliche gewohnheit, einem selbstmörder ein christliches begräbnis zu versagen) will den todten nicht str., sondern die schwachen stärken Just. Möser
w. 3, 75; verbrecher wie diese str., heiszt die stelle des höchsten richters auf erden vertreten
Schiller 4, 164
G. (Brentano
schr. 5, 55); weyl ye geschehen ist der schaden und man den jüngling straffen wil ... Hans Sachs 2, 30
Keller; furchtbare, kommst du dein geschöpf zu strafen? Schiller 13, 292
G.; wenn er auch schuldig seyn mag, so geziemts doch dir nicht ihn zu strafen Grabbe
w. 1, 100; schrient nit so, man sölte uns woll straffen (
polizeilich wegen nächtl. ruhestörung) Th. Platter 60
Boos; straffet die, so boshait würken Schaidenreisser
Odyssea (1537) 5
b.
vgl.man sal straffen, de quât stôken (
anstiften) Tunnicius
sprichw. 415 (Schwabe
belustigungen [1741] 1, 404).
gegensätzlich: strafe den guten, und er wird besser; strafe den bösen, und er wird schlimmer Wander 4, 889; er (
der mensch) allein darf dem guten lohnen, den bösen strafen Göthe
im Tiefurter journal (
schr. d. Göthe
-gesellsch. 7, 309). einen offentlich strafen
punir uno publicamente, dargli punitione publica Kramer
dict. 2 (1702), 993
a;
d. h. einen, andern zum exempel (exemplarisch) str.
punire uno ad esempio di altri; castigarlo esemplarmente (
ebenda),
denn: wer einen straft, schrecket ihrer hundert
ebenda; mit localer angabe: aber sie sind dem gram, der sie im thor straft (
gerichtl. verhandlungen der juden geschahen im thore)
Amos 5, 10; nach recht und urteil str.
u. ä.: der sal als eyn storer gemeynes notczes gehalden und nach unsirm adir des meren teiles erkentnisz gestrofft werden
lehnsurk. Schlesiens 1, 35 (
z. j. 1490);
mit sächlich verkleidetem subject: das recht, so in str. sol, wird sein nicht feilen
weish. Sal. 1, 8; die heilsame Justitiam, ... dieweil sie die gottlosen straffet Moscherosch
gesichte (1650) 1, 16 (Nicolai
reise 5, 191); den die justiz hätte straffen müssen Bräker
der arme mann im Tockenburg 1, 5; das gericht, weil er ein kind noch war, es straft ihn nicht Zach. Werner
der 24.
februar (1815) 100:
in begrifflicher nebenordnung (
s. auch unten 9): dasz in niemant mer hat weder zuo heiszen noch zuo str.
Judas Nazarei 32
ndr.; die bösen ... straffen und underdrucken Kirchhof
militaris disciplina (1602) 2
a (Jer. Gotthelf
erz. [1850] 1, 154); einen vor gericht ziehen und str.
vgl. Ranke w. 1, 135; verachtet, straft mich — ward mein heiland doch gestraft, verhöhnt! Zach. Werner
Martin Luther (1807) 35; im zorn
u. s. w.: ah herr, strafe mich nicht in deinem zorn und züchtige mich nicht in deinem grim
ps. 6, 2; (ich) wil grosze rache an inen uben und mit grim sie str.
Hesek. 25, 17.
von der körperlichen züchtigung (
so auch in der kindererziehung):
castigare; dar punitione, castigo, infligger gastigo Kramer
dict. 2, 993
a;
daneben besonders gebraucht abstrafen (
th. 1
sp. 132);
so im hinblick auf die bastonnade: einen str., dasz es im in der solen wehe thut Mathesius
postille 1, 69
b;
auch obsc. scherzhaft eine abstrafen
im coitus, vgl. Martin-Lienhart 2, 627
b und dann weiber seind darumb geschaffen, dasz wir mit unser geilheit straffen Fischart
nachtrab 330
Kurz; sächlich geformt und so noch mehr mit dem eindruck der kategorie: darumb in einer guoten pollicei sol nit allein das arg gestrafft, sondern auch das guot belont werden Carbach
Livius (1551) 27
b; das gute wird ... belohnet, das böse gestraffet, recht und gericht gehandhabet Schottel
friedens sieg 62
neudr.; wo (
im gefängnis) man die laster straft, weil man die tugend lohnt Bodmer
crit. poet. schr. (1741) 1, 125; den ehebruch, den diebstahl, ein verbrechen str. Adelung; denn der öbrickeit ist das schwerd und gewalt geben und geboten, alle mörderey und rauberey zu straffen Luther 26, 228
Weim.; wie wohl doch in teutschen landen gericht und recht ist, die ubeltat ... zuo str. Hutten
op. 1, 412
Böcking; ungehorsam str. (S. Frank
chron. Germ. [1535] 82
b; Fontane
w. I 1, 312); der obrigkeit stehet zu, miszhandlung zu str. Friedrich Wilhelm
sprichw. reg. (1577) g (
nr. 439); wahr ist es zwar: dasz in der welt meiszt kleine missethaten gestrafft, grosze noch mit lorbeerkräntzen verehret werden Lohenstein
Arminius (1689) 1, 15
b; das heilige gericht straft den frevel auf erden Klinger
w. 4, 35; das gesetz, womit unsre weise väter den aufruhr straften
n. theater 2, 151 (K. Fr. Eichhorn
staats- und rechtsgesch.3 1, 247); das unrecht wird gestrafft, die unschuld unterstützet Henrici
ernst-scherzh. u. sat. ged. (1727) 1, 50 (Zinkgref
auserl. gedichte 63
neudr.);
auch: wie ich der abtrünnigen Israel ehebruch gestraft
Jer. 3, 8; ich habe euwer ubel und ehebruch gestrafft
buch der liebe 311
c; (
kaiser Heinrich II) hat das osterfest zu Merseburg begangen, und da ist vieler leute boszheit fürgebracht und gestraffet worden Binhardus
thüring. chron. (1613) 80.
hierher noch: verdamme niemand, ehe du die sache zuvor erkennest, erkenne es zuvor und straffe es denn
Jes. Sirach 11, 7 (Dahlmann
franz. revolution [1845] 53). C@1@dd)
mit angabe der dabei in anwendung gebrachten strafe,
des strafmittels C@1@d@aα)
mit schlägen, mit brügeln, peitschen, ruhten str. Kramer
dict. 2 (1702), 993
b; wenn er eine missethat thut, wil ich in mit menschenruten und mit der menschenkinder schlegen str.
2. Sam. 7, 14; man strafet die Meilander mit einer scharpfen ruot
bibl. ält. schriftw. d. Schweiz I 5, 72; mit den ruten str.
kirchenordnung für Braunschweig (1569) 346; denn gestraft ward nicht mit gleicher zahl von prügeln dort wie hier Rückert
w. 1, 84;
deshalb im rechtssprichwort: man straffet keinen mit doppelter ruthen
vel man streichet niemanden mit zwey ruthen
nemo bis aut dupliciter punitur Pistorius
thes. paroem. (1715) 4, 228;
auf der andern seite zum ausdruck der mildigkeit (
vgl. dazu fuchsschwanz 1.
th. 4, 1, 1
sp. 352): mancher ist so demütig, wann er hört andere leute schmähen und lästern, so straft ers mit einem fuchsschwanz, gilts aber ihme, so musz es der henker str. Lehmann
floril. polit. (1662) 1, 135.
auch: was hält mich ab, dasz ich mit dieser faust, mit diesem degen, frecher, dich nicht strafe! Göthe 11, 224
Weim.; (der brauch,) dasz man straft mit dem halseisen, lasterstein oder
korb Pauli
schimpf und ernst 7
Österley; a. 1593 ward ein gartendieb mit dem korbe gestraft Kamprad
chron. von Leisnig 1753;
vgl.korb II 4
b (
th. 5
sp. 1803) mit gefängnis, mit haft, mit dem thurm str.
castigare di prigione, punire di carcere Kramer
dict. 2 (1702), 993
a; (wer) gar muthwillig den gottesdienst versäumet, musz zum ersten mahl 4 stunden am pfahl stehen, das andere mahl mit dreytägigen, das drittemahl aber mit einem monath gefängnis bey wasser und brot gestraft Fleming
teutscher soldat (1726) 135
b (Zimmermann
über die einsamkeit 1, 132); das gesetz, infolge dessen der, welcher den landtag durch sein veto zerrisz, mit halbjährigem thurmarrest und 3000 mark gestraft wurde Moltke
schr. 2, 87 (
sinnfälliger durch das locale im
ausgedrückt: so muszt der marggraf zusagen, dasz er mich wolt im thurn straffen G. v. Berlichingen
lebensbeschrbg. 11
Bieling) man solte sie mit feuer strafen Hans Sachs 6, 370
Keller; wer einem solchem aufrhurischem zufelt, ... sol auch mit gleicher peen gestraft werden Luther 17, 1, 266
Weim.; kein miszhandlung oder übelthat uf erden ye so mit grülicher marter gestraft worden ist Hedio
chron. german. (1530) 3
b; dasz er mit dem tod soll gestraffet werden
erste deutsche bibel 4, 201 (G. Mayr
sprüchwörter [1567] A 8
b; Niebuhr
römische gesch. 1, 161);
auch: dasz Ananias und Saphira ... mit dem gehen dot von Petro gestrafft wurden Gebwyler
beschirmung des lobs Marie (1523) 30
b;
vereinzelt dafür: item so jemandt den leuten durch zauberey schaden oder nachtheyl zufügt, soll man straffen vom leben zum todt
Carolina 109; (beschlossen,) dasz alle gefangnen mit strenger urthayl zum tode sölten gestrafft werden Schwarzenberg
teutsch Cicero (1535) 7
b. C@1@d@bβ) am leben strafen
mergere ultimis suppliciis Frisius (1556) 817
b;
ultiman poenam in aliquem statuere; morte punire Frisch 2, 342
c; jemanden am leben, leibe, an der ehre str. Adelung, an dem leben Kramer
dict. 2 (1702) 993
a; darum ward das urtheil gefellt, dasz der landsknecht am leben solte gestrafft werden Nigrinus
von zäuberern (1592) 6; Draco hat sie (
die müsziggänger) am leben gestrafft
fischbüchlein 183 (A. Gryphius
trauersp. 132
Palm; Ramler
einl. in die schönen wissensch. [1758] 2, 186); er (
Egmont) liesz in Artois und Flandern viele aufrührer am leben str. Schiller 9, 11
G. (maler Müller
w. 1, 306); wil man üch strafen an dem läben H. R. Manuel
weinspiel 3896
neudr.; der aber ward am leben gestrafft, der einen frembden brachte umb Mangold
markschiff (1596) C 4; einen am leibe str.
punire uno nel corpo, cioè di pena corporale Kramer
a. a. o.; (
der fürst) sich mit im selbs beriet, der tochter an dem leibe nicht ze str. Arigo
decam. 254
Keller; am leib straffen und darzu schelten, ist zu viel, denn man peinigt den leib und das hertz Lehmann
floril. polit. (1662) 2, 749.
vereinzelt: nicht die geringste gefahr für mich, dasz ich etwa am körper gestraft werden sollte Göthe 43, 306
Weim. die beiden wendungen in tautologischer verkopplung: dasz dieser Haintz Lentz ... als ein meineydiger und ehrloser mann an seim leib und leben soll gestrafft werden Fronsperger
kriegsbuch 1, 9
b (Mommsen
römische gesch. 1, 55);
der begriff metaphysisch erweitert: es weri kein wunder, gott strieffe euch an lyb und seel Platter 42
Boos; die groszen götter strafen mich an meiner seel und auch am leibe Triller
poet. betrachtungen (1750) 1, 73; einen an der ehre str.
castigar uno nell honore cioè fargli publico affronto Kramer
a. a. o. in begrifflicher zertheilung zum folgenden hinüberleitend: darzu wil in der rat straufen an lip und an gut
städtechron. 4, 161; von wem das fürkhome, den oder die wellen wir straffen, an leib und an guet Lori
bergrecht 18,
z. j. 1404 (Ranke
w. 9, 237); welcher yetz gadt für disen huot und im nit grosz eer thuot erzeigen, als dem vogt selbs, und thuot sich neigen, den wil er straaffen an lyb und guot
schweiz. schausp. 3, 24
Bächtold; vgl. ndd. (
einen) umme sulken ungehorsam an live und gude strafen ân gnade
Göttinger statuten 221, 2 (
z. j. 1507)
v. d. Ropp. ich straf an gelt
multo Alberus (1540) 85
b; straf den edelman an geld
multam equiti irrogo 86
a; einen im beutel, am gut, am gelde str.
punire, castigare uno nella borsa Kramer
a. a. o.; dawider (
sein,) dasz man sie auch nit am gelt straffet Luther 6, 590
Weim. C@1@d@gγ)
gewöhnlich dafür um geld str.
multare Frisch 2, 342
c; (
wird ein schwangeres weib verletzt,) so sol man in (
den thäter) umb geld str., wie viel des mannes weib im auflegt
2. Mos. 21, 22; kaiser Friedrich ... strafft ir jeden umb ein grosze summa gelts Äg. Tschudi
chron. helvet. 1, 76; wann du umb geld gestrafft wirst, und hasts nicht verschuldet, so ists ein anfang deines glücks Lehmann
floril. polit. (1662) 3, 463;
mit zahlenmäsziger angabe: einen um hundert thaler str. Kramer
a. a. o.; einen um geld str. '
besonders wenn die summe angegeben ist' Adelung,
so um zehn thaler, um vier groschen
ebenda; darzuo so liesz ihn der edelmann ein zeyt in gefencknusz legen, darnach straffet er ihn umb hundert gulden
V. Schumann
nachtbüchlein (1559) 293
B.; auch: also strafften sie ihn nur umb ein viertheil wein
grillenvertreiber (1670) 222; wo hastu das gelert, dasz du mich in der bicht so hert hast gestraft um drü bare pfund, um dasz ichs nit verhalten kund, ... dasz ich in der kilchen ein fürzli liesz?
N. Manuel
ablasskrämer 77
Bächtold. C@1@d@dδ)
vereinzelt in: ein geitziger und
armer (
fürst) strafft in säckel Lehmann
floril. polit. (1662) 2, 699. C@22)
in anlehnung an die vorstellung vom weltgericht und dem gott der rache im alten testam. (
vgl. oben strafe 3
b)
gott straft, so entsprechend 1
a: gott dörfte str.
dio ci potrebbe castigare Kramer
dict. 2 (1702), 993
a; der die heiden züchtiget, solt der nicht str.?
ps. 94, 10; höret ihr berge, wie der herr str. wil, ... der herr wil sein volk schelten und wil Israel str.
Micha 6, 2; man kan in einer stund mehr verliehren, wenn gott strafft, dann im gantzen leben gewinnen Lehmann
floril. polit. (1662) 2, 813; wenn gottes grimm wil straffen, gebraucht er fremde weg und unversehne waffen A. Gryphius
trauersp. 167
Palm; vgl. auch: halt inn, o groszer gott, zu strafen Neumark
poet. u. mus. lustwäldchen (1652) 26; da wurden sie von ierem schöpfer gestraffet und kamend ellend in die äker Ebron Steinhöwel
de claris mulieribus 23
Dr.; Straszburg werd durch gott gestrafft werden H. v. Cronberg
schr. 111
ndr.; mit obj. (
entsprechend 1
c): gott wird euch str.
dio vi gastigarà Kramer
dict. 2 (1702), 993
a; denn Ehpraim sol zur wüsten werden, zur zeit, wenn ich sie str. werde
Hos. 5, 9; (
gott richtet gerecht,) denn es kan dir weder könige noch tyrannen unter augen tretten fur die, so du straffest
weisheit Sal. 12, 14; aber der herr, der allmechtige gott, hat in gestraft und hat in in eines weibes hende gegeben
Judith 16, 7; da gott sein volk str. wolt, ... Lehmann
floril. polit. (1662) 1, 36; nur fort, fort, dachte er sich, unser herrgott wird mich doch nicht str., ich habe nichts böses im sinne S.
Brunner erz. (1864) 1, 57; darumb in gott strafft Hans Sachs 1, 54
Keller; mein feinde straff oder beker, dasz sie mir nicht könn schaden
M. Sachse
bei, Fischer-Tümpel
kirchenlied 1, 16; dafür wird gott mich nicht strafen Schiller 1, 55
G.; dasz gott nur euch nicht strafe, die ihr, selbst sünder, sünder strafen wollt! Zach. Werner
Martin Luther (1807) 345;
auch: die götter haben ihn gestraft, der mensch war ja in sich selber vergaft Meisl
quodlibet 1, 32 (Bürger 154
Bohtz; J. H. Vosz
Odyssee 167, 479
Bernays); wer seinen
vater ehret, des sünde wird gott nicht str.
Jes. Sir. 3, 4; die weissagung von Delphis, die von dem Jove ausgangen seind, als wolt er die nichtigkeit der menschen str. Eppendorf
Plinius (1543) 7, 29; gott straffte der geistlichen hochmuth Rätel
Curäi chron. d. herzogt. Schlesien (1607) 285; (glauben,) die götter würden auf der stelle diese missethat str.
M. I. Schmidt
gesch. d. Deutschen (1778) 1, 48; entlich strafft gott sein tyranney Hans Sachs 1, 227
Keller (sein übelthat 1, 222; mutwillen 1, 224); du strafst der bösen werck P. Gerhard
bei Fischer-Tümpel
kirchenlied 3, 359.
von der wirkung: gott striefe den Gensfleisch (
wegen seiner untreue), dasz er ist blind worden Specklin
Straszb. chron. bei C. A. Schaab
gesch. der erfindung der buchdruckerkunst (1830) 1, 96 (
auch 97); Jupiter ward über diesen verschiedenen aufzug zornig und strief beyde (
menschen), indem er einen starken regen ... auf die erden schickte
discourse der mahlern 4, 68. C@2@aa)
mehr innerlich, vergeistigt, das menschliche gewissen treffend: die predig ... sagt, wie uns der hailig gaist strafft umb unser sünd Tauler
serm. 2
b reg.; von der sünd wegen wirt der geist gottes die welt str. Zwingli
deutsche schr. 1, 190; der heilige geist ... strafet die sünden und untugend Schweinichen
denkwürd. 2; (
mit instrument. accus.:) die menschen wöllen sich meinen geist nicht mehr str. lassen
1. Mos. 6, 3.
in neuerer begriffsformung: ich bin ja herr. mich werden gott und gewissen strafen, wenn es ja einen gott und gewissen gibt Schiller 2, 137 (
räuber 4, 2)
G. gemildert in der vorstellung von gottvater; hier gern in sprichwörtlicher fassung: swie eʒ schiene, daʒ er etwenne zürne über den sünder, eʒ ist nicht zorn, eʒ ist minne: wan eʒ kumet von grôʒer minne. wann die er minnet, die strâfet er meister Eckard
bei Wackernagel
altd. leseb.5 1104; got straft die sein, er verlesst ir aber die leng nicht
privatbriefe d. ma. 1, 205
Steinhausen; got straffet dengennen, den he leif heft Tunnicius
sprichw. 117; gott strafft oft hie, dasz er dort schon, der umb gedult gibt groszen lohn Petri (1604) 1, D 1
b;
entsprechend dem biblischen selig ist der mensch, den gott strafet
Hiob 5, 17; denn welchen der herr liebet, den straft er
spr. Sal. 3, 12;
vgl.aber du bist barmhertzig. darumb sey uns gnedig und strafe uns, du selbs, und dieweil wir dich bekennen, ubergib uns nicht den heiden
Judith 7, 20
und so gern im protestantischen kirchenlied: ich straffe, die ich liebe P. Gerhard
bei Fischer-Tümpel
kirchenl. 3, 420
a; du strafst uns sünder mit gedult 3, 353
b; du strafst, und mitten in dem leid erzeigst du lieb und freundlichkeit 3, 396
a;
der strafvorgang im sprichwort besonders stark herausgearbeitet: wann got einen str. wil, so thuot er im die augen zuo S. Frank
sprüchw. (1545) 1, 50
b; wann gott ein land str. will, so nimpt er der herren ire weiszheyt
piscis primum a capite foetet Tappius (1545) b 2
b; wenn gott str. will, so ist kein irrthumb so grob, der teufel gehet damit hindurch Petri (1604) 1, G 1
b; wen strafet die gotteshand, deme nimbt sie witz und verstand Lehmann
floril. polit. (1630) 831, 44. C@2@bb)
als poetische umschreibungen: der mensch ist ganz närrisch geworden. ich glaube, der himmel hat ihn ihrentwegen gestraft Lessing 2, 28
M.; der himmel strafte sie aber doppelt dafür Immermann
w. 1, 211
H.; du falsche zunge, du schelmenmund, der himmel wird dich noch strafen einst, wann ich mit strafe verschonet dich Mittler
volkslieder 674 (
vgl. Dusch
verm. w. [1754] 64); straff mit dem eisern scepter dein Ringwald
evangelia B 2
a; und gleichwol leb ich noch, gleichwol kan ich noch schlafen, ich, den für meinen lohn tod und höll solten strafen! Weckherlin
ged. 1, 414
F.; drüben weit und breit wimmert das geläut, das, wenn strafend donner dröhnen, soll den zorn versöhnen Kind
ged. (1817) 1, 177. C@2@cc)
gradweise mannichfach bestimmt (
vgl. auch unten 10): so yemant ... Mariam schmehen ... und deshalb von got heftig gestrafft, ... Philadelphus Regius
von luthe rischen wunderzeychen (1524) A 2
b; es het uns got nit ubeler können str. Clemen
reformations- flugschr. 1, 30 (hier geistlich und dort ewiglich A. Pape
bettel- und garteteufel [1586] C 6
b); o gott, straf mich nicht so hart!
o dio non punirmi si aspramente! Kramer
dict. 2 (1702), 993
a; gott straff ein solchen hauptmann sehr!
griech. dramen 2, 26
Dähnhardt: gott straffet allzeit in gnaden, wenn er noch mit uns redet Petri (1604) 1, D 1
b; wenn gott straffen solt nach verdienst, so würd es bey geringem creutz nicht bleiben 1, G 1
b; gott, straf mich nicht in deinem zorn!
o dio, non gastigarmi nel tuo furore! Kramer
a. a. o. vereinzelt: wie alle ungerechtigkeyt kumpt an den tag zu seiner zeyt, gestraffet ausz götlicher rach Hans Sachs 2, 19
Keller. C@2@dd) mit (
entsprechend 1
d α),
doch mit zunehmendem verlust seines bedeutungsgehaltes; vgl. als begrifflich nahestehend noch heimsuchen
verb. 2 (
th. 4, 2
sp. 857): und ob sie ... sölche guotliche und brderliche strof und manung verachten, dasz sie doch gestrofft werden mit vetterlicher ruot und stroff Keisersberg
bilgerschaft (1512) 7
b; noch mehr grausamer plag steen daselbs in der schrift, mit denen got getroet hat ze straffen jhen, die von warem glaub fallen Berth. v. Chiemsee
teutsche theologey 12; der herr rief dem feuer, damit zu str.
Amos 7, 4; so straf nu ire kinder mit hunger
Jer. 18, 21; weichet von den ruchlosen, welche gestraft werden mit den sünden, die über sie verhengt werden
weish. Sal. 1, 5 (Lohenstein
Arminius [1689] 1, 149); gott straft mit krieg, theurung, pest, mord, brand
u. s. w. Kramer
dict. 2 (1702), 993
a (Göthe IV 41, 16
Weim.); mittlerweile strafte gott den gottlosen Taland mit blindheit und aussatz brüder Grimm
deutsche sagen 2, 62.
in begrifflichem reciproc: wie man spricht, dasz gott eynen buben mit dem andern straffet ... Luther 18, 315
Weim.; gott pflecht schelck mit schelcken zu straffen
sero Jupiter diphtheram inspexit Tappius (1545) K 2
a (einen zeitigen schalk mit einem unzeitigen str.
schöne weise klugreden [1548] 23
b); dieweil gott, wie das alt sprichwort lautet, gern damit straffet, damit man gesündiget hat Musculus
hosenteufel 13
neudr.; dasz got die grosze sünden mit noch gröszern sünden zu straffen pfleg Grimmelshausen
w. 2, 36
Keller; gegensätzlich: denn oft straft himmels zorniger rächer schuld mit unschuld! Herder 26, 214
S. er straft in mit schmerzen auf seinem bette
Hiob 33, 19 (
wie sonst mit einem übel daran sein): gott hat ihn mit ungerathenen kindern gestraft Kramer
dict. 2 (1702), 993
b (
vgl. dazu oben strafkind); aber selten schenkt der himmel dem lande einen Liewang und täglich straft er es mit feilen mandarinen A. v. Haller
Usong (1771) 58; wann ein land mit regenten gestrafet ist, ... ohne die geringste fähigkeit zum dienste der republik Zimmermann
von dem nationalstolze (1758) 181; nehmen sie mirs nicht übel, herr pfarrer, womit hab ichs verschuldet, dasz ich mit so einem menschen gestraft bin?
M. Meyr
erz. aus dem Ries 1, 118; wer einmal mit ihm (
einem solchen nichtsnutz) gestraft ist O. Ludwig
schr. 2, 326;
auch: und wer wird mit ihrer (
der weiber) bosheit ärger gestraft als der mann selber Chr. Weise
die drei ärgsten erznarren 14
ndr. C@2@ee)
zuletzt immer mehr verblassend; besonders in der ra. der ist gestraft genug, der sich nicht wil str. lassen Kramer
dict. 2 (1702), 993
b; ich bin gestraft genug! rief Wilhelm aus Göthe 23, 24
Weim.; aber man ist auf den ganzen tag gestraft genug, wenn sich unglücklicherweise die augen darauf (
auf Josephine A.) wenden Mozart
a. s. vater bei O. Jahn 3, 136; (
Sabine:) ich kann ja auch wohl böse werden, ohne Sperling zu heyrathen. wer wäre sonst am meisten gestraft? Kotzebue
dram. w. 18, 3; 'mach mir keine vorwürfe, bester; ich bin genug gestraft' Ebner - Eschenbach
schr. 4, 341.
auch: die andern, die sich nicht witzigen lassen, sind doppelt gestrafft
discourse der mahlern (1721) 2, 23 (Sebiz
feldbau [1579] 36); ach! ich bin gestraft, ich bin gestraft. und du kannst meiner noch spotten? Lessing 2, 78 (
freigeist 2, 5)
M. (Fontane
w. I 2, 242).
als ein mhd. vorschein dieser wendung: ich bin alsô gestrâffet, daʒ ich der êren huote vor unprîse
jüng. Titurel 5764.
vgl. armer alter! für gereiztes verlangen gestraft! Göthe 17, 42
Weim.; den reichen straft, wornach ihn heisz gelüstet Immermann
w. 15, 100
H.; so straft ihn jetzt die heftigste liebe zu ihr Mörike
w. 3, 13
G. bis hinüber zu dem begriffl. reflex. (
s. dieses unten 12): wenn er gestraft sein will, so musz er sich selber das urtheil sprechen und vollstrecken Hegel
w. 10, 1, 247. C@2@ff)
als bekräftigungsfluch: strafe mich gott!
dio mi castighi! franz. dieu me damne! Kramer
dict. 2 (1702), 993
b;
z. b. wenn ich nicht die wahrheit sage; eine in gewöhnlicher rede '
leichtsinnige betheurung' Adelung; herr! zieh er, oder, straf mich gott! ich will ihm zeigen, dasz er nicht werth ist, einen degen an der seite zu tragen Nicolai
Seb. Nothanker (1773) 2, 110; herr! ich habe nie frau oder kinder gehabt, aber straf mich gott! hätt ich sie, so würde ich sie lieben, wie meine seele 1, 148; straf mich gott — es sind gewisz keine lügen, wollt ich sagen Grillparzer 13, 20
Sauer (
auch 6, 29); nun straf mich gott! der Percy sprach, wer dazu nein! je sag! Herder 25, 483
Suphan; straf mich gott, das sind sie werth (
die eier) Göthe 16, 30
Weim.; ei, hier liegt querfeld ein schlag, blutrünstig, straf mich gott, als hätt ein groszknecht wütend ihn geführt H. v. Kleist 1, 326
E. Schmidt. in der umstellung: gott straff mich, wo es nicht also ist Friedrich Wilhelm
sprichw. reg. (1577) t (
nr. 171);
vgl. elsäss. Martin - Lienhart 2, 627
a in der ra. der brucht nicht ze saujen: gott strof mich! der ist gestroft genueg
er ist übel genug dran, so mit seiner frau (
ebenda); der könnte uns, gott straf mich! unsern seligen spitz ersetzen Pfeffel
pros. vers. (1810) 1, 184 (maler Müller
w. 1, 270; Holtei
erz. schr. 2, 25;
vgl. auch 1, 29); lebt deine Diane noch? ein kapitales tier. und die Blässe. gott straf mich! wenigstens dreiviertel arabisch O. Ludwig
schr. 3, 483; weisz wohl, du hast mich nie geliebt — gott straf mich, und ich dich auch nicht! Schiller 12, 176 (
Picc. IV 7)
G.; gott soll mich strafen! Adelung; wenn du glaubst, dasz ich jemals meinen liebsten, besten vater und dich vergessen könne, so — doch still! gott weisz es, und das ist mir genug, der soll mich str., wenn ich es kann Mozart
an s. schwester bei O. Jahn 3, 68 (Hauptmann
biberpelz [1893] 19);
auch: ein Leipziger — dasz gott ihn strafen wollte! nimmt topographisch sie wie eine vestung auf Schiller 6, 28
G.; das ist ein kerl, gott helf und straf! Brentano
schr. 7, 357; so strafen mich sämmtliche götter, ist mir das mindeste kund! Geibel
w. 5, 169;
vgl. mögen ihn die götter strafen Göthe 1, 55
Weim. sonst noch: straf mich der himmel, wenn ich nur daran denken könnte, so etwas zu thun! Aurbacher
volksbüchlein (1835) 78; der himmel strafe mich, wenn es nicht also ist Hafner
lustspiele (1812) 1, 114; so das nicht der Köpkin Zarnekow ist, straf mich der henker! Willibald Alexis
Roland von Berlin (1840) 1, 300;
hierher auch prägungen wie dein schwert schlag und straff mich, so ich nit alle ding ... aus liebe des vaterlandes ... geschriben hab Hutten
op. 2, 49
B.; es soll kein blutstropfen in mir sein, der nicht gestraft wird Göthe 22, 129
Weim. als verstümmelung: ich glaube gar, straf mich! sie wollen ... sein herz mit arrest beschlagen Wieland
w. 19, 307 (
Abderiten 3, 8); und das nennen sie lakonisch gespräch? habe noch zeit lebens keins in natura gehört, und verstand auch. hol mich, straf mich, kein wort davon Kretschmann
w. 3, 70. C@33)
den feind str. als ausdruck der sieghaften irdischen herschergewalt; doch in deutlicher anknüpfung an das vorige (
der siegreiche grosze als das strafwerkzeug des höchsten vorgestellt)
vgl.herr gott meines vaters Simeon, dem du das schwert gegeben hast, die heiden zu straffen
Judith 9, 2 (
vgl. auch 9, 4); und er wird richten unter den heiden und str. viel völker
Jes. 2, 4;
auch ps. 105, 14
er ... strafet könige umb iren willen malt typisch in der sprache Luthers
die feindliche niederlage auf dem religiösen grunde; vgl. auch alle creatur sind gottes heer, die frommen zu schützen und die bösen zu straffen Petri (1604) 2, H 6
b; ich hais das Eflein,
bin ich im spil,
meine feind ich strafen wil
H. Ziegler
geschützinschr. 16 (
v. j. 1543) (Spreng
Ilias [1610] 19
b);
(
Alexander d. gr. so aufgebracht,) dasz er mit wuth
und heldenmuth
faszt schild, schwert und kriegswaffen,
im grim die feind zu straffen
Morhof
unterricht (1682) 1, 344 (Heräus
ged. [1721] 44; Lichtwer
äsopische fabeln [1748] 19);
drum werdet itzt munter, die länder zu strafen
Gottsched
ged. (1751) 1, 312 (J. E. Schlegel
w. [1761] 1, 10);
mancher armbrust bolzen strafet der erboszten heyden schmähn
Schönaich
Heinrich der Vogler (1757) 120;
wie Friedrichs waffen
die feinde strafen
mit billiger hand
Ditfurth
hist. volksl. d. preusz. heeres 6;
seinem vater gebar die berühmte Hippodameia
ihn des tages, da er die wildbehaarten Kentauren
straft, aus Pelion schlug und bis gen Aithika scheuchte
Bürger 204
Bohtz; du weiszt, wie ich dir lauschte, ...
wenn du den kühnen helden mir beschriebst,
wie er der welt den Herkules ersetzte,
mit ungeheuern kämpfte, räuber strafte
Schiller 15, 1, 20
G.; gott der segne deine waffen.
die Holländer wirst du strafen
Arnim
w. 14, 99;
(
Lysander:) holder tag brich an!
sobald mir nur dein graues licht erscheint,
räch ich den hohn und strafe meinen feind
Shakespeare 1, 250 (
sommernachtstr. 3, 2);
und Omars mannen stürzen schon mit blankem schwert auf ihn heran,
zu strafen ob der hinterlist den allzuschlauen Harmosan
Platen
w. 1, 10
H. ja, wenn ganz Europa in schlaffheit und despotismus untergeht, dann wird in Scandinaviens bergen und wäldern noch ein freies geschlecht wohnen, die geplagte und erniedrigte welt zu str. Nitzsch
deutsche studien (1879) 303
(Kretschmann
w. 5, 80
). C@44)
als ausflusz der erziehung in haus und schule (
in mannigfacher gradabstufung entsprechend strafe 10
a f.) strafe dein kind mit der ruhte
castiga, batti tuo figliuolo colla verga Kramer
dict. (1702) 2, 993
b; mit gerten schol man kinder str. Wittenweiler
ring 54
a; der vater braucht die rute, das kind zu straffen, und wirft sie darnach yns feur Luther 19, 353
Weim.; vgl. strofen
allidere Diefenbach
gloss. 24
a d. h. '
körperlich und gröblich stoszen'; man musz str., dasz immer der apfel bei der ruthen sei Petri 2, 458 (Lindenborn
Diogenes [1742] 1, 295); wer nicht str. kann, der kann auch nicht belohnen Wander 4, 889; in einer schule ist er eines vormittags funfzehn mal hinter einander mit schlägen gestraft worden Ranke
w. 1, 196 (G.
Keller w. 4, 172); sie sagten es dem guten Claus so unghöflich und grob zu haus, dasz er sein son gantz ernstlich strafft, aber kein streich hat nit behafft Fischart
Eulenspiegel 163
Hauffen; der vater straft sein kind und fühlet selbst den streich; die härt ist ein verdienst, wo dir das herz ist weich Rückert
östl. rosen (1822);
vergleichsweise: danken sie der kirche, die sich begnügt, als mutter sie zu strafen Schiller 5, 444
G.; im übergang von 2
a: ach herr, du frommer vater gut, der du viel gutes schaffest und gar mit einer scharfen ruth dein liebe kinder straffest Ringwald
handbüchl. A 9
b. C@55)
entsprechend strafe 10: schelten, strafen, strofen
reprehendere Diefenbach
gloss. 493
b;
corrigere 153
a; strafen, strofen, beschelden
exprobrare 219
a; ich schelt, straf
iungo, taxo, vitupero, voco in vituperationem Alberus (1540) xx 1
a;
biasimare, tacciare, condannare, correggere, appuntare, apporre Kramer
dict. 2 (1702), 993
b;
vgl. auch Gueintz
rechtschreibung (1666) 141; da von hilf klagen nur mein kint, seit heut alle di hie sint, tunt in nit wan strafen, si iehent, er sei ein poser wiht Mone
schausp. d. ma. 1, 33; luog ... auf die andern (
tischgäste) all, wie dir eins jeden weisz gefall, straf, was dich nicht dünckt lustig sein Scheit
Grobianus 3323
neudr.; objurgare als die wyber die man strafen Diefenbach
gloss. 387
b (
Straszb. voc. v. 1515);
mit deutlichem doppelsinn: schaue, bist du klug, Akteons hörner an, versichert, dasz dein weib auch also strafen kan Grob
dichter. versuchg. (1678) 62; sein hausfrau straft in oft darumb, aber sie blies in ein kalten ofen Pauli
schimpf u. ernst 238
Österley; strafen
altricari Diefenbach
gloss. 26
c;
also begrifflich gleich oben keifen (
th. 5
sp. 442
ff.)
und klaffen (
sp. 895;
unter 2
d)
vgl. dazu als bemerkenswert stumme hunde sind die, die nicht str. können
Jes. 56, 10
und ohn zweifel als begrifflich äuszerstes: strafen
calumniari (
gemma gemmarum v. 1508 d 1
a)
d. h. '
mit chikane anklagen; sophistisch tadeln' strafen, schenden
futare Diefenbach
gloss. 254
c;
doch deutlich abgelehnt von Rachel: gleich wie Machäon brennt und heilt mit klugen händen, so mag auch ein poet zwar straffen, doch nicht schänden
satyr. schr. 124
ndr. (
vgl. dazu oben strafdichter).
am stärksten in gehobene sphäre gerückt im umkreis des höfischen frauendienstes des ma.; der folgende vergleich läszt über den niedrig gelegenen ausgangspunkt keinen zweifel: ir sprechet alze sêre den rittern an ir êre: ir werdet unwert dervon; ir strâfet mich als einen kneht; gnâde ist beʒʒer danne reht Hartmann
Iwein 171;
und so wie im vorigen charakteristisch für das von der frau am ritterlichen manne geübte erziehungswerk: ist iu nu zornes gâch, dâ hoert iedoch genâde nâch. sît ir strâfet mich sô sêre, ir habt ergetzens êre Wolfram
Parzival 515, 19;
auf der andern seite als charakteristische äuszerung des im frauendienst stehenden mannes: daʒ houbet hin, owê! solt ich si strâfen
jüng. Titurel 5261;
vgl. sittengeschichtlich ähnlich zu wertende beispiele im rococo: schönste! warum strafst du mich? Gottsched
gedichte (1751) 1, 220. C@5@aa)
tadeln, zurechtweisen u. ä.: nachdem die welt also gesinnet ist, dasz sie kein reuwe, ernst und scherpfe mag erdulden, wiewol sie es wol kan verschulden: was solt man dann für andere weis sie in dem unrechten zu straffen fürnemen, dann dasz man ir in schimpf auch die warheit sage, und iren durch ein prill oder spiegel zeige, was sie für ein schalkhaft verschmitztes jünkerlein seye Fischart
Eulenspiegel 13
Hauffen; wer eines mohren lacht. der musz nit schwartz aussehen, wer einen lahmen strafft, musz selber grade gehen Rachel
satyr. ged. 4
ndr.; willt du straffen mich und meine, so sieh erst auf dich und deine, wenn kein fehler findet sich, alsdenn komm nnd straffe mich Spanutius (1720) 623 (
vgl. Binder 132); also thette Christus, strieff Petrum, do er fechten wolt Melanchthon
wider die artikel der baurschaft 7; da fiengs (
die schildkröte) an, die natur zu str. Fischart
ehzuchtb. 57
H.; wy der junge Burgund sinen vater straffte K. Stolle
thüring. chr. 81
lit. ver.; und were billich zuo str., vorab ein Teutscher, der unser nation solchs (
dasz deutsche fürsten den kaiser wählen) miszgünnet Sleidanus
reden 22
Böhmer; doch strâfet maniger der herren leben, dem lützel ûf erden ist êren geben Hugo v. Trimberg
Renner 2241
E.; die tochter buhlt: o! straft sie nicht! das gute kind will allen, wie ihres vaters reim, gefallen Lessing 1, 20; von unsern helden möcht ich niemand strafen, da jeder sich am tag zusammenrafft Göthe 3, 198
Weim. besonders entsprechend oben strafamt
als aufgabe des geistlichen seelenhirten (
neben der aufgabe zu trösten,
s. auch unten 15): de (
Nicolaus von Cusa) denne sunderlicken straffede dat gemyne wertlike volk, dat se dat pater noster unde loven nicht recht spreken
kirchentabelle des cardinals Nicolaus von Cusa v. j. 1451 (
im städt. museum zu Hildesheim, vgl. sonntagsbl. zur Hildesh. allg. ztg. 24.
dez. 1871
s. 409); sant Ambrosius der strouffet geleich die armen und die reichen
der heyligen leben (
summer teil) 3
a; und do si heten gesechen etlich von seinen jungern ze essen di brot mit gemeinen henden, das ist, mit ungetwagen henden, si straften si
cod. Teplens. 59
Huttler; die Ephesy werden nit gestrafft in keinen sachen, sunder sy sein wirdig viel lobs
erste deutsche bibel 2, 5
vorr.; die lieb ist frey geweszt in Paulo zu str., ist geweszt demütig in Petro gehorsam zu sein Albr. v. Eyb
spiegel der sitten (1511) A 5
b;
vgl.so ferne das man dennoch straffe, was zu str. ist Luther 36, 436
W.; wer nur fremde strafft und von des gemeinen mans sünd stillschweigt, der ist bey ihnen der beste prediger Petri (1604) 1, G 6
b; wo man nicht straft, sündigt man ohne scheu Wander 4, 889; der priester strafte den geist und machte ihn stillschweigen Grimmelshausen
Simpl. 2, 11 (
M. I. Schmidt
gesch. d. Deutschen [1778] 1, 323; Gervinus
gesch. d. deutschen dichtung 5, 174); fast wunderlich, wenn pater Albertus, der capuciner, in seinen predigten immer wieder auf die sündlichen weltfreuden und die unausgesetzten lustbarkeiten der Meraner strafend zurückkommt L. Steub
drei sommer in Tirol 2, 210; (
Salome nach der enthauptung Johannis des täufers:) mer woln vort men sanft slaufen, wan uns nu nimandes darf mer straufen
Alsfelder passionsspiel 1033
Grein (Schwarzenberg
teutsch Cicero [1535) 136
b); so ist ein priester nichts, der fromme nur erhalten, nicht aber auch zugleich die sünder straffen kan Neukirch
anfangsgründe (1724) 78;
die absicht, auf das innerste des menschen zu wirken, wird hervorgehoben: (der gerechte) straft, was wir im herzen haben
weish. Sal. 2, 14;
vgl.auch denn, wenn er uns am hertzen straf, est fuchsschwantz, qua suos corripit Luther 17, 1, 322
Weim. und dazu fuchsschwanz (
th. 4, 1, 1
sp. 352)
mit beziehung auf stellen wie: wer einen menschen straft, wird hernach gunst finden, mehr denn der da heuchelt
spr. Sal. 28, 23; aber wiltu si str., du menschenkind, so magstu sie also str., zeige inen an die greuel irer veter
Hesek. 20, 4; du menschenkind, wiltu nicht str. die mördische stad und ir anzeigen alle ire greuel? 32, 2; wenn der spötter gestraft wird, so werden die albern weise
spr. Sal. 21, 11;
doch (
mit ellipse) ein falsche zunge hasset, der in strafet 26, 28; wer den gottlosen straft, der musz gehönet werden, strafe den spötter nicht, er hasset dich; strafe den weisen, der wird dich lieben 9, 7; (
vgl. auch 15, 12)
dazu die drohung an den unwürdigen: und ich wil dir die zungen an deinem gaumen kleben lassen, dasz du erstummen solt und nicht mehr sie str. mügest
Hesek. 3, 26;
schlieszlich auch hier die deutliche herauskehrung der (
sacral-)
rechtlichen sphäre: meinstu, er wird sich für dir fürchten, dich zu str. und mit dir für gericht tretten!
Hiob 22, 4; aber ich will dich str. und will dirs unter augen stellen
ps. 50, 21 (
d. h. doch eigentlich '
vor gericht'). heimlich,
so dem freunde gegenüber: straff dein freund heymlich, lob in offentlich S. Frank
sprüchw. (1545) 1, 73
b; ain guoten freund soll man in kaines beywesen ... straffen G. Mayr
sprüchw. (1567) C 1,
vgl. die edle, kostliche, gulden regel Christi, da er spricht: so dein bruder etwas sündiget, das dir wyddert, so gang hyn und straff yn zwischen dir und im allein Luther 2, 120
Weim.; dasz du den, so etwas gesündiget hat, zuvor in geheim und allein straffest, will er aber nit abstehn ..., alsdann magstu es (anzeigen) Mathesius
Syrach (1586) 26
b;
deshalb einen guten freund kent man, wenn er den andern straffet Petri 2, T 5
b;
dagegen öffentlich: (
er) straffe offentlich, was an ihrem hofe vorgehe Schupp
schr. (1663) 13;
auch: ja, ists nicht ein schand, solt mans nicht straffen in allem land? und zwar, wil nicht von straffen sagn, nur solt mans rügn und beklagn, dasz ich nur umb ein wörtlein klein werde vor gericht geladen ein
M. Hayneccius
Hans Pfriem (1582) 50
neudr.; ohne rücksicht einen ins gesicht strafen
vgl. Lichtwer
äsopische fabeln (1748) 89; ich strafte die tyrannen, die alle lustbarkeit aus ihren staaten bannen Gottsched
gedichte (1751) 1, 363 (
vgl. auch 1, 378);
durch abhängigen satz weiter bestimmt: Achemenes ... straffet in, dasz er also mutwillig were, ... dasz es im die frau jetztmals zu gutem hielte, thet sie, dasz er ein frembdling wer
buch der liebe 214
a; wer wil die vögel strafen, dasz sie behutsam stehn und, weil die leute schlafen, aus dem gebauer gehn? Chr. Weise
die drey klügsten leut (1675) 21; sein mund wollte mich str., dasz ich mich erkühnte, von einem solchen bilde zu reden Klinger
w. 1, 208; drumb kan ich straffen den keiser nicht, wenn er sich schon eben fürsicht J. Ayrer 2, 1305
Keller; ihr straft es, wenn man singt, nur weise zu vergnügen A. G. Kästner
verm. schr. (1755) 1, 79; ihr fühlt noch deutsche kraft und muth zur that; fühlts, dasz des Deutschen erbtheil freyheyt ist, und strafts, wenn bubenlist sie stürzen will! J.
M. Miller
gedichte (1783) 344;
vgl. auch mit angabe des inhalts schon mhd.: 'war umbe lâstû uns niht slâfen?' sus begunden sî sî strâfen Hartmann v. Aue
arme Heinrich 550;
vgl. dazu: seine freunde aber alle strafeten in und sprachen:
Tobias 2, 1 (
vgl. auch 2, 16).
mit unpersönlichem object: die laster, die miszbräuche strafen Kramer
dict. 2 (1702), 993
a; gut strenckhait, das übel zu straffen
zelus Diefenbach
gloss. 635
a; tapfer- und strengheit, ... die laster und ungehorsam zu straffen Kirchhof
wendunmuth 2, 23
Österley; aber, auf solche weise müsse kein laster oder ubelthat gestraffet werden Rachel
sat. ged. 4
ndr.; sie (
die komödianten) strafen die laster und erheben die tugenden
schausp. engl. comöd. 167, 28
Creizenach (
vgl. Schiller 3, 515
G.); welche (
geistliche) nichts anders verrichten als ... mit Paulo die laster straffen Abr. a
s. Clara
merks Wien (1680) 42 (Logau 236, 40
Eitner); dasz derjenige eben sowohl für der menschen seeligkeit sorget, welcher die laster straffet, als der ander, welcher die tugenden lobt
mediz. maulaffe (1719) 960; nicht aus dem willkürlichen umstand, den der verfasser erfindet, um das laster zu strafen, zieht man die nützliche lehre Göthe 40, 230
Weim.; im einzelnen bestimmt: welcher der welt guot gesell sein will, muosz diesz säuisch laster (
die trunkenheit), bey groszer ungnad, nicht straffen Ambach
vom zusaufen A 2
a.
auch: ich sol sünde straffen Luther 34, 1, 444
Weim. wer zürnt, wenn man sünd strafft, der verreth sich selber Petri (1604) 1, G 7
b; predigt busz und strafft damit die sünd Treuer
Dädalus (1675) 1, 83; gottes geheimnüsse bringen es mit, das etliche sünden vergeben, andere aber gestraft werden Butschky
hochd. kanzelley (1659) 701 (Blumauer
ged. [1782] 208);
auch: das böse, ehe es einreiszet, straffen Friedrich Wilhelm
sprichw. reg. (1577) g 2 (
nr. 491); das böse straffen heiszt den frommen ruhe schaffen Petri (1604) 2, L 8
b; das böse, was man selbst an sich hat, straft man desto härter an andern Hippel
über die ehe (1774) 23; der grafe als ein redlich weise ritter die frauen mit zucht ir unmessige liebe begunde ze straffen Arigo
decam. 128
Keller; ein weise man ... die groszen geytikeit ... der prelaten ... straffet 41; euer hochmuth ... wird gestraft werden Willibald Alexis
Roland v. Berlin (1840) 1, 78; ich bat dich (
Jupiter), dasz ich möcht mit lob des Alexandri hochmuth straffen Spreng
Ilias (1610) 36
b; der seher Teiresias verkündet dem Kreon unheil und staft seinen trotz G. Freytag 14, 150 (Herder 3, 169
Suphan); ist yetzundt ein man uff erd, der durch tugent macht sich werd, so hondt die schelmen grosze not und fürchtendt, er kumm ouch in rot, dasz er nit straff ir schelmenstück Murner
narrenbeschwörung 57
ndr.; wer nicht straft die missethat, selber schuldig ist der that Simrock
sprichw. 9943; da strafft er yhr unchristlich ... leben Güttel
evang.
warheyt (1523) A 2
a; als bischoff Petrus ... wider die laster prediget und schribe ... und andre unerbare handlungen strafft Äg. Tschudi
chron. helvet. 1, 37; so fliesze, fliesze nur — — — kein fürst wird deine kälte strafen Schubart
ged. 2, 72; ihr seid bereit, den unglimpf, der ihm widerfuhr, ... alsbald zu strafen Mörike
w. 1, 181 (dies betragen Gottsched
gedichte 1, 191); wer kan alsdenn den eingelegten unverstand corrigiren und die einmal begangenen albertäten straffen
polit. maulaffe (1679) 202; die freche dummheit ist gestraft, wie sie gestraft werden muszte Herder 23, 12
S.; wenn man solche vergehungen (
bei den dienstboten) nicht straft, was soll man strafen? Lichtenberg
br. 2, 4; eine rede, welche das miszvergnügen des volkes straft Niebuhr
römische geschichte 2, 165 (diesen widerspruch Moltke
schr. 1, 23; Treitschke
deutsche gesch. 1, 237); wer straft mein ungeduldigseyn? Stoppe
Parnasz (1735) 79; drum straffet sie auch nicht der frommen thorheit schuld Pietsch
geb. schr. (1740) 63. C@5@bb)
einen mit worten strafen Kramer
dict. 2 (1702), 993
b;
vgl. pinigen mit worten
vel strafen
infligere Diefenbach
gloss. 297
c (
gemma v. 1512); mit gedanc man niemen strâft, aber mit wort, diu bringent tât Teichner 137; Pandur verhöhnet ihn; doch nicht zum krieg geschaffen, straft ihn des putzes witz mit stachelichten waffen Zachariä
poet. schr. (1763) 1, 80. mit worten strafen, vermahnen
avertire, ammonire Hulsius (1618) 2, 48
a;
objurgare, reprehendere:
nomenclator (1634) 282;
castigare, animadvertere et objurgare Frisch 2, 342
c; verschaffen, dasz der jüngling von ihm mit worten gestraffet würd, damit er von seiner liebe abstünde
buch der liebe 245; straf mich nun mit worten wie du willst Bettine
die Günderode (1840) 1, 32; mein guter engel musz ... auch mich strafen mit worten und mich anmahnen
Brentanos frühlingskranz (1844) 44 (fürst Pückler
briefw. 1, 212); (ein mann, der) die wohlbekannten urheber nun mit worten strafte Mommsen
römische geschichte 2, 262; ob ich (
Jupiter) sie (
Juno) gleich mit worten straff, jedoch bey ihr kein frucht ich schaff Spreng
Ilias (1610) 69
b;
neben schlägen: er straffts (
der bauer die schlange) mit worten und mit schlegen Burkard Waldis
Esopus 1, 24
Kurz; auch: so schweifte Dido nun durch Tyrus ganze weite im wahnsinn ihrer qual, bis sie erschöpft im streite des stolzes und der leidenschaft
mit diesen worten den Trojaner straft: Schiller 6, 400
G.; aber die göttin Palladem (ob sie dir gleich ist widerzem) thustu
mit keinem wort nit straffen Spreng
Ilias (1610) 69
b.
mit weiterer adject. bestimmung, so schon: mit alsô scharpfen worten wart ich gestrâfet nie bî allen mînen zîten sît ich mîn leben gewan
Alphart 225, 2; so der guote münch für in kam, mit herten worten in begonde ze straffen Arigo
decam. 38
Keller; mit züchtiger straffe und ernstlichen worten die bösen und unzüchtigen ze straffen 48; mit noch gewaltigeren worten strafte er, dasz die minister selbst die wilden eingeborenen, die rothen häute zu hülfe gerufen hätten Dahlmann
franz. revolution (1845) 67; wie die marggreffin ... des kuniges ... unerliche liebe mit etlichen hübschen worten straffet Arigo
decam. 39
Keller; (
der könig) mit einem züchtigen wort in straffet 175; ein frommer ritter, ... der sich zu dem könige füget, anfieng den könig mit züchtigen worten zu straffen, in vermeynet von solchem übel zu wenden
buch der liebe 229
b (
auch 245
d); drob zürnet ihm des königs muth und straft mit mildem worte: Schenkendorf
ged. (1815) 27:
vereinzelt: aber der jünger ward nye darumb gestrafft weder mit briefen noch worten Schumann
nachtbüchlein 333
B. (
d. h. weder schriftlich noch mündlich);
in dichterischem gewande (
vgl. auch oben strafdichter,
unten strafgedicht): der welt lauf mit saiten straf, das gehöret an den dichter Erlach
volkslieder d. Deutschen 5, 90;
vgl. und Fischer strafe die fühllosen mit griechischem spott! Gleim
briefw. 2, 370
Körte; ein ruhiger verweisz, in einen volksspruch gekleidet, ist alles, womit er straft Schubart
leben 1, 239;
im übergang zum folgenden '
widerlegen': zum andern hat man sie mit der heyligen schrift wolt straffen, setzen sie da kegen, es gepur die schrift niemand auszulegen denn dem bapst Luther 6, 406
Weim.; (männer, welche) dem papst einen gegenstand gethan haben, seine lehre, decreten und satzungen mit der schrift gestraffet: Fischart
binenkorb (1588) 3
a.
selten durch: dasz sy ainer durch haylige gschrift taylen und straffen müg Carlstadt
welche bücher biblisch seind (1521) A 4
a; er hielt, beschämt, den ernsten blick nicht aus, nun straft ich ihn durch bittre worte so: Collin
Regulus (1802) 90;
und so geradezu '
strafend sprechen': er (
Jacob) fiel sogleich wie man sagt, mit der thüre ins haus. 'sie haben,' strafte er mich, 'da abermals was schönes gemacht! sie ...' K. Fr. Cramer
Neseggab 4, 190; '
strafend nennen': wenn mich ... ihre blicke nicht lügner strafen, wenn ich sie so vor mir stehen sehe Klinger
w. 1, 237; hat mein gewissen doch viel tausend zungen, und jede zunge bringt verschiednes zeugnisz, und jedes zeugnisz straft mich einen schurken
Shakespeare 9, 199 (
Richard III 5, 3). C@5@cc)
in der ra. einen nach der elle strafen
u. ä., d. h. '
gehörig, gründlich'
: auch was nach der langen elen ist gesündigt, soll nach der kurtzen elen gestrafft werden Lehmann
floril. polit. (1662) 2, 753; so strafen sie mich nach dem kohlenmasze Göthe 44, 179
Weim. (
Cellini 2);
vgl. die laster straffte sie mit einer solchen masz, dasz kein verbrecher ungestrafft verblieb Äg. Albertinus
hirnschleifer (1664) 26. C@5@dd)
in der rechtssprache als ohn zweifel begrifflich verschärfte entsprechung zu oben schelten (
th. 8
sp. 2529;
unter 6) '
als unrecht, falsch, irrthümlich, unhaltbar hinstellen, beweisen'
u. ä. vgl. strafen arguere, gemma gemmarum (1508) b 4
a. C@5@d@aα)
als übergänge dahin bedeutungen wie: '
berichtigen'
und so für das fremdwort corrigiren: eine abschrift nach dem original straffen
handschr. qu. bei Schmeller
2 2, 810; so ziehen sie die scherfstraffen, den rechten nötigen straffen für und straffen gute verständige wörter A. Puschmann
gründl. bericht 5
neudr.; mehr oder weniger immer mit dem beisinn des tadels; vgl. den selben noch zuodencken all, wie mir ir wys, wort, werk gefall, ist wunder nit, ob ich schon offt, domit myn gdicht nit würd gestrofft, gewacht hab, so es nyeman hofft S. Brant
narrenschiff vorrede 105
Zarncke (Klopstock
oden 1, 103
Muncker);
so '
ins unrecht setzen': dasz dy juden christenlichs glauben nit straffen mugen Mich. Beheim
bei Schmeller
2 2, 811; sihe, also straffet
s. Paulus den irrthum und unverstand deren, die das gesetz rhumen Luther 36, 374
W.; warumb tadelt ihr die rechte rede? wer ist unter euch, der sie str. künde
Hiob 6, 25; und wil gern hören, wer mir das (antworten) sol strafen und tadeln, denn der geist meins verstands sol für mich antworten 20, 3; ob er etlich schrift nicht versteht, so sol er nicht ungedultig werden und die schrift straffen
qu. bei Schmeller
2 2, 811; die barmherzigkeit straffen, ist ein natur ... der tyrannen Hutten
op. 4, 12
B.; wenn er so in die ferne zog, fiel ihm plötzlich ein: wenn nur zu hause kein unglück geschehen ist, aber er strafte diese gedanken immer wieder selber, indem er sagte: ... 'zu hause ist ja gar kein unglück möglich' Stifter
w. 3, 22; (
die juden zu Jesus, der die wechsler aus dem tempel getrieben hat:) was zeiches gibbestu uns hie midde, das du straffest unser alde sidde?
Alsfelder passionsspiel 2665
Grein; es ist auch widder gottes huld, so yemant seinen willen strafft (
z. b. durch klagen über den tod eines verwandten) Schwarzenberg
teutsch Cicero (1535) 151; was wider tugend lauft und die vernunft kann straffen, das sehn die jungen erst von ihren alten affen Rachel
satyr. gedichte 40
ndr.; Cupido, straffe diese thaten (
der spröden geliebten), im fall du dir und mir wilst rahten Neumark
fortgepfl musik.-poet. lustw. (1657) 1, 338; Franz, ich kann dein thun nicht strafen Zach. Werner
Martin Luther 326. solichs miner kleinen vernunft zestraffen nit zuostat Riederer
spiegel d. waren rhetoric (1493) a 3
a; also Fabius ein oberster war, warf er die reichthumb von sich, da er ein zuchtmeister war, da strieff ers (
divitias imperator rejecit, censor notavit) Mich. Herr
sittliche zuchtbücher (1536) 125
a;
vgl.strafen vel meynen
notare Diefenbach
gloss. 383
a; wenn die mücke in ihren stralen sich sonnt, — — — kann sie das strafen, die stolze majestätische sonne? Schiller 3, 368
G.; freundschaft gehet fur alle ding, das straff ich, sagt der pfenning, denn wo ich ker und wende, da hat alle freundschaft ein ende
schöne weise klugreden (1548) 13
vb; dasselbe raisonnement, nach welchem Horaz, weil er für seinen freund möglichen schiffbruch fürchtete, die erfindung der schiffahrt strafte K. Fr. Cramer
Neseggab. (1791) 2, 155; min glucke hat nit geslafen, den würfel wil ich nit strafen, den rog (
Christi) ich eine gewunnen han, dar umme ich hie in freuden stan Mone
schausp. d. ma. 1, 118 (Lichtwer
äsopische fabeln [1748] 97); nie straft der krieg der Franken vergessung! Klopstock
oden 2, 153
Muncker; gottes wort wollten sie strafen Arnim
w. 21, 240;
vgl. und sy mochten nit straffen sein worte vor dem volck:
erste deutsche bibel 1, 303; wie? wagt ihr mir den schlaf zu strafen? E.
M. Arndt
w. 5, 236
R.-M. ironisierend: das richteramt wird hier bestellt durch menschengleiche bäume. die birke straft die junge welt, der lorbeer schlechte reime Hagedorn
poet. w. 3, 56.
gegensätzlich: C. Stieler
geharnschte Venus 62
neudr. von personen als obj. oft mit dem beisinn von '
widerlegen': niemant straffet den irrenden, der mit wil irret Niclas v. Wyle
translat. 26
Keller (Bock
kreuterbuch 156); und als die ... evangelisch geleerten sich empfunden habend gestrafft wellen werden, ist ir meinung gsin, sich mit der gschrifft ze beschirmen Zwingli
von freiheit der speisen 4
ndr.; Horaz, den ich nur itzt gelobt habe, straft mich selbst, wenn er sagt: Rabener
w. 1, 179; er versteht ihn unrecht, und straft ihn in gelehrten anmerkungen Lessing 8, 10
M.; der biet den priestern zucht und eer. von Christus nym ein guote leer und straff sie nit an keinem ort P. Gengenbach 24
Gödeke; und da dich dünket, dasz ich het was unrecht oder falsch geredt, so thu es dar und straffe mich Ringwald
lauter warheit A 1
a; ich bins, der erstlich ward geschaffen, und weisz, es wird mich keiner straffen B. Krüger
aktion v. d. anfang u. ende der welt (1580) B 4
a; der aber an dem andern ort straft ihn und seine lästerwort mit groszem ernst und eyfer P. Gerhard
bei Fischer-Tümpel
kirchenlied 3, 305; in wahrheit, sprach die braut, wer straft mich, wenn ich sage, dasz wenig in der welt so guter ankunft sind Lichtwer
äsop. fabeln (1748) 100. '
berichtigen': da hat einer mich gestraft, urbs sei allein Rom
städtechron. 3, 32; und wiewol Hannibal von all der welt für den fürnemsten und trefflichsten kriegs- und hauptmann berümbt und gepreist worden ist, ... ist er doch in den zwein stücken von den kriegskundigen gestrafft worden Carbach
Livius (1551) 123
a;
in einer letzten begrifflichen steigerung '
übertreffen; in schatten stellen u. ä.' hat doch ein sehnder gnug zu schaffen, welcher ynn der kunst nicht ist zu straffen
M. Agricola
musica instrum. 58;
vgl.also weisz ich das fürwar, dasz niemans mein arbeit straffen kan, so künstlich und auch so von schonen farben
Eulenspiegel (1515) 40
ndr.; Diane hatte selbsten lust mit dieser schönheit beyzuschlaffen. sie küszte die geballte brust, die auch das helfenbein kan straffen C. Stieler
geharnschte Venus 118
neudr. C@5@d@bβ) urteil strafen
sententiae contradicere; sententiam increpare, vulgo appellare; mit dem begrifflichen gehalt des fremdwortes appelliren;
vgl. Jac. Grimm
rechtsalterth.4 2, 502;
seltsam theatralisch die form, wie die fürsprechen ein urteil straffen
Iglauer bergrecht bei Schmeller
2 2, 811;
vgl. auch widerstrafen
redarguere: hie unterweiset nun das recht von der weisz, wie man ein urteil (
nach lehenrecht) straffen sol Chr. Zobel
sächs. lehenrecht (1589) 169
b; und wer do ortel strafet, der sal si strafen vor den hofemeister zu Erfurt
weisth. 6, 104; und ap sichs begebe, dasz einich parth das urteil straffen und sich deszhalben beruffen werde, ...
sächs. bergrecht im ma. 197
Ermisch; straft einer des raths gegebnen bescheid und urtheil und erfindet es nicht besser, der musz einem ieglichen im rat 5 schill. besonders geben
Teicheler stat. bei Walch
verm. beytr. 5, 171;
vgl. auch jenaische statuten 77 (15.
jahrh.)
Michelsen; swaʒ man bebot, daʒ sal slecht gehalden sin an clafe. diʒ urteil uns nicht strafe!
Daniel 5386. teilet ein scheppe einem ein unrecht und der welde das strofen, der sal den scheppen nemen mit der rechten hant und heiszen ofsten von der bank und sal ein beszers teilen J. E. Böhme
diplomat. beyträge zur untersuchung der schles. gesch. 2, 14; man sol auch wiʒʒen, swer der ist, der dem rate oder den schepfen an ir ait schimphet oder der si strafet an dehainen dingen, die si setzent oder die si geurtailent auf ir aide, der hat da mit verworcht fünf pfunt haller, und sol man in dar umbe pfenten
Nürnberger polizeiordn. 8
Baader; vgl. und sein (
gottes) gericht kan niemandt straffn Ringwald
christliche warnung D 7
b; ich bit dich, dasz mit newen briefen werden gestraft die alten briefe
erste deutsche bibel 7, 108 (
Esther 8, 5); niemans strafft üch üwern ban, wen ir den miszbruch lieszendt stan Murner
narrenbeschwörung 75
ndr.; C@5@ee)
als eine besondere begriffliche ausbiegung medicinisch eine wunde strafen '
heilen': item du solt wissen, wann der smertz nit gestilt mag werden durch die senften ding, und dich die notturft zwinget, so ist doch besser, dasz man ettwas bruch, das do ein wenig schaden bring, den schaden zestraffen, dann dasz der mensch sterbe von dem schmertzen Gersdorf
wundarzney (1517) L I 1
b; aber die zuofel der wunden zuo straffen und ab zuo stellen Hier. Braunschweig
chirurgia (1539) 35
a;
vgl. auch 43
a und dazu: auch der saffte dieser samen straffet den geschmag solcher umbgeschlagen wine
Petrus de Crescentiis vom ackerbau (1531) 59
a.
als übergänge hierzu beispiele wie David und Moses haben ire sünde durch busze gestraft Luther 8, 21
b Jena; ders übel nit straffet, ledt es zuhausz
sprichwörter (1548) 154
a; gott mache ein ende der bösen welt, auf dasz der gewalt des fürsten der welt gestrafft und das ellend ... der christen ein ende neme Moscherosch
insomnis cura parentum 137
ndr.; ich wil ... mit meinem tode ... mein unvermögen straffen Lohenstein
Arminius (1689) 2, 53
b; man soll in einem jeden stand straffen allein den ubelstand Fischart
die gelehrten die verkehrten 49
Kurz; zuletzt: wahrheit ist niemals schädlich, sie straft Schiller 11, 170
G. C@66)
in gesellschaftlicher sphäre (
entsprechend strafe 11)
mehr und mehr verblassend: wenn ich geneigt wäre, mich zu rächen, so würden sie hier einen englischen brief lesen. ich wüszte sie nicht besser zu strafen, als in der sprache zu antworten, darinnen ich noch eine schülerin bin Gottschedin
briefe 1, 8
Runkel; er bittet mich, seine übereilte strenge zu vergessen und ihn mit meiner entfernung nicht länger zu strafen Lessing 2, 308
M.; auch ist kalte verachtung nicht das einzige, womit sie den unwissenden ... zu strafen hätte Herder 22, 223
S.; einen mit einem miszbilligenden blicke strafen Campe; ach! entzückst du nicht die winde, schönste! warum strafst du mich? Gottsched
gedichte (1751) 1, 220; strafe das schalkhaft lächelnde wort, o gemahl, straf ihr mit küssen den mund J. H. Vosz
ged. (1802) 3, 150; wie straft mich diese himmlische güte! Hölderlin
dicht. 2, 31
Litzmann; bin ich schuld an dem, was vorgeht, ... so strafen sie mich! Göthe 23, 304
Weim. C@77)
an einem zu strafen finden trovare, scorgere da castigare, materia, colpa degna di castigo in uno Kramer
dict. 2 (1702), 993
a u. a. zugleich die verbale einkleidung für den begriff strafbar (
s. oben): an einem ding, werk etwas zu strafen finden 993
b; an dir findstu zu straffen mehr denn das an mir zu tadlen wer Petri (1604) 2, J 1
b;
in der verneinung: ich finde an der sache nichts zu strafen Adelung (Kramer
a. a. o.).
vgl. als voraussetzung dazu: es ist alles war, wie du gesaget hast, und an deinen worten nichts zu strafen
Judith 8, 23; lang dutten wol geschaffen, ... an ir ist nichts zu straffen Forster
liedlein 175
ndr.; darüber dank ich herre dir, dasz du mich hast geschaffen: wunderbar jedes glid an mir, daran ist nichts zu straffen Burkard Waldis
psalter (1553) 250
a;
neben den positiven fügungen: die gewaltthätigkeit wird an dem thäter gestraffet Butschky
Pathmos 723; wer anderer leute tuhn tadeln wil, der musz wohl auf sein eigenes verhalten achtung geben. es kan nichts schändlichers ... seyn, als wenn wir uns unterstehen, etwas an einem andern zu strafen, dessen wir uns selbst schuldig finden 184 (
auch 629);
vgl. mancher strafft an einem andern, das er doch selbst nicht lest Petri (1604) 2, U u 6
b; so ist dieses wesen ungerecht, denn es straft gräuel an uns, deren quelle es selbst ist Klinger
w. 3, 138; weil gott ... solchen spott an Margarethe ... strafte Brentano
schr. 4, 57; ach du nerrin, meinst du, dasz got die that so hart an euch wurt straffen? Hans Sachs 1, 36
Keller; also hab wir auf diesen tag rechtlich urtheylt auf die anklag, gestrafft das übel an ihn allen 2, 19
Keller; gott würd an Deutschland straffen hart den undank an seim gnadenwort J. Walther
bei Ph. Wackernagel
kirchenlied 3, 191; was thue ich gott dem herren mein? an dir hab ich gestrafft allein das seltzam nerrisch fuhrwerck dein (
das geschirr war in einen sumpf gefahren) Hayneccius
Hans Pfriem (1582) 36
ndr.; auch die anderen geschlechter bitten, flehen ängstiglich, ihnen fried zu schaffen und die frevle mordesthat an Reinhart zu strafen
Reinicke fuchs (1650) 45; wir wollen, hoff ich, bald an ihm das übel strafen 236; herr! strafe doch an mir diesz unterstehen nicht Gottsched
gedichte (1751) 1, 377.
auch absolut: wol dem! der noch hie gestrafet wird, damit die höllenloh nicht ewig an ihm straf Rompler v. Löwenhalt (1647) 77. C@88)
mit der angabe des strafgrundes. C@8@aa)
um etwas: zuo stroffen umb das bösze Keisersberg
bilgerschaft (1512) 8
rb; stroff din nechsten umb die sünd B 3
a (Arigo
decam. 251
Keller); und nit allein straft sy Paulus umb ir sünde: auch dorumb das sy andere sünder nit haben gestraft alz aldo, do er schreibt und spricht:
erste deutsche bibel 2, 4; euch zu strafen umb eure sünde
3. Mos. 26, 18 (
vgl. auch 28): umb mein sünd hast mich, herr, gestrafft Hans Sachs 1, 156
Keller; (
die frau) für den künig kam und in mit etlichen stichworten umb sein also zenichtes leben meinet ... ze straffen Arigo
decam. 50
Keller; dasz ich got hab gestrafft umb das wetter
sündenregister v. 1495
bei Schmeller
2 2, 811; hatt den hausvater nicht mehr zu straffen umb das, so er einem andern mehr gibt Paracelsus
op. (1616) 2, 404
H.; wann wir an andern straffen wolten um sachen, die wir selbst begangen Grimmelshausen 2, 30
Keller; umb seinen frevel! 2, 393
K.; (
Johannes der Täufer spricht:) ich enwel den (
juden) nicht vorswigen, ich strauffe sie umb ere missetad, wie mers auch hirnacher gaid
Alsfelder passionsspiel 506
Gr.; und weil auch gott zur selben zeit die welt umb ir undankbarkeit strieff also, weil sie hat verlassen sein wort und gieng ein frembde strassen Fischart
Eulenspiegel 4166
Hauffen; zerbrich des Diomedis waffen, thu ihn umb seinen hochmut straffen, gib, dasz er sterbe vor dem thor Spreng
Ilias (1610) 78
a; dasz er die bösen kinder um keinen fehler straft Rompler v. Löwenhalt (1647) 18;
darum: do straft er sie dar umbe, und muoste im es herus geben H. Seuse
schr. 7
Bihlmeyer; und wann ein pischolff oder ein priester unrecht thut, so straffen sie (
die legaten) ine dorumb Schiltberger
reisebuch 108
Langmantel; wölche aber hierinn ungehorsam erscheynen, die oder den selben wöllen wir darumb straffen
urk. gesch. d. schwäbischen bundes 1, 9
Klüpfel; vgl. Nürnberger polizeiordnungen 42
Baader; Eberlin v. Günzburg
schr. 1, 31
neudr.; wer seinen knecht oder magd schlegt mit einem stabe, dasz er stirbet unter seinen henden, der sol darumb gestraft werden
2. Mos. 21, 20; es were billich, ... dasz ir in darumb strafften
herzog Aimon (1535) b 3
a; als derselb (Julius G.) von seinen freunden gelt samlet ..., und ihm darzuo Marcus Persicus eine wichtige summen gelds schickt, da wolt ers nit nemen, und da ihn etlich darumb strieffen, die das gemüt des gebers nit bedachten, ...
M. Herr
sittliche zuchtbücher (1536) 10
a; der erzürnet sich dermaszen über Leufriden, verklagt ihn vor seinem schulmeister, sagt ihm darbei, wo er ihn nit darumb strieff, so wolt er ihn selber straffen Wickram
w. 2, 277
B.; do er vom churfürsten darumb gestraffet ward, saget er: B. Krüger
Clawerts hist. 26
neudr. (
buch der liebe [1587] 140
d;
discurs von dem ... zustande der kipper und wipper [1621] A 3
b); schneiderte sich selbst kappen und mäntel und hosen wie rathleute und junker; so oft ihn auch der rath darum strafte, er stolzirte darin um Willibald Alexis
hosen d. herrn v. Bredow (1846) 1, 146; du standest auf, du gangest schloffen, tuot dich kein mensch dorum nit stroffen Wickram
w. 5, 183
B.; das eysen schluog er entzweye, den amposz in die erdt, wenn man in darumb srtaffet, so nam er auf keyn leer
lied v. hürnen Seyfried 4
ndr.; über etwas: uff das ... meniglich sehe und erkent, wie schwerlich got alweg uber dises laster der trunkenheit erzörnet und auch gestrafft ... Ambach
vom zusaufen (1544) A 2
b; (
einen) über seine abschlägige antwort zu strafen Laroche
frl. von Sternheim (1771) 1, 247;
heute besonders gebräuchlich für: ich hätte für deine beschwerliche liebe dich früher gestraft S. Gessner
schr. (1777) 1, 103; ich wollte hart gegen dich seyn, dich für deine laster strafen Klinger
w. 1, 162; ihr ehrenwort verlang ich, dasz sie es mir überlassen wollen, ihn dafür zu strafen Schiller 14, 169
G.; seine narren für lose reden zu strafen Tieck
schr. 1, 74; wollen sie mich ... für meine schwachheit strafen? Raupach
dram. w. kom. gattung 2, 78 (W. Scherer
litteraturgesch. 61); schlägt der verwalter sich vor die stirn, als wollte er sie strafen für die tollen vorstellungen, die sie eben gehegt Ebner-Eschenbach
schr. 4, 55; kind, möge dich gott für den frevel nicht strafen Rückert
w. 1, 166; G. Hauptmann
einsame menschen 118 (4). C@8@bb)
sehr vereinzelt von, nur mhd.: welher under üch hie lieben fründ straffet mich von mîner sünd? Mone
schausp. d. ma. 2, 239. C@8@cc)
um willen: der zorn gotz was komen ze straffen die menschen umb ir poszheit und grosze sünde willen Arigo
decam. 5
Keller; unser veter gott, der uns jetzt strafet umb unser sunde willen
Judith 7, 17; gott wird wol frommer leute gebet erhören und dieselbe nit mit den gottlosen umb ihrer boszheit willen straffen J. Prätorius
saturnalia (1663) 30. dann erstlich strafte er sie ihrer fürwitzigkeit ...
halben Ph. Zesen
rosenmând (1651) 10.
wegen: (er) strafft sie wegen ihrer unverantwortlichen faulheit Dannhawer
catechismusmilch (1657) 1, 4; mein knän und meuder ... wegen ihrer liederlichen auferziehung gestraft würden Grimmelshausen
Simpl. 15
Kögel. C@8@dd)
vereinzelt nur noch die besonders alterthümliche verbindung mit dem bloszen gen.: wer mag mich des straffen, ob ich ir liebe trag Arigo
decam. 628
Keller; ir habt uns mit genug züchtiger antwort unseres törechten fragen und übermuotes gestraffet 52; möcht aber gerne hören die singularitates, der er mich so barmherziglich straft Luther
briefe 1, 309
de Wette; darum die gotzlesterer ... billich sollen widerret und irer yrrung gestrafft werden H. Gebwyler
beschirmung des lobs Marie (1523) 24
a; (
gott) sie irer begangnen ungerechtigkeit ... gestrafft hat Xylander
Polybjus (1574) 63 (Hohberg
georgica [1682] 1, a 4
vorr.); gott strafe mich nicht meiner sünden Lessing
fab. 4, 7; der unwahrheit strafen Herder 23, 55
S.; so strafte gott meiner sünderschuld Hermes
misz Fanny Wilkes 2, 316; der gott der welt ... strafte mich meines haderns Klinger
w. 6, 154; und strâft mich ob ir wiʒʒet wes Wolfram
Parzival 419, 14: darumb, dasz er so grosze sindt ahn seinem bruoder begangen hat, wardt er gestrafft der miszethat
Endinger judenspiel 1655
neudr.; und wer ihn dessen straft, dem würd es ohne zweifel an seinem platze nicht besser ergehn Wieland
w. (1794) 4, 197 (
n. Amadis 10, 13);
vgl. auch 18, 27;
insbesondere einen der lügen strafen: wo du es nicht so findest, so strafe mich der lügen Luther 30, 2, 618
W.; ursache, den ehrlichen Günther einer lügen zu str., wenn er schreibt:
vernünft. tadlerinnen (1725) 1, 402; dasz mich die zukunft keiner lügen str. wird Wieland 13, 138; wer kann jeden immer sogleich der lügen str. ... und seine unschuld und gerechte sache darthun? Heinse
w. 3, 408
Sch.; wenn er ... ungerechte worte gegen mich brauchte, so würde ich ihn auf alle fälle der lügen str. Göthe 43, 317
Weim.; der getödtete kann mich nicht der lügen strafen Fichte
w. 3, 251; es läszt die welt sich nicht betrügen, und straffet mich, wie dich, der lügen Chr. Warneke
poet. versuch (1704) 126; ich straf indesz euch keiner lüge Lessing 3, 173
M. C@8@d@aα)
gewöhnlich diese formelhafte wendung sich versteinernd, ohne artikel: einen lügen strafen
oder bestrafen
dar una mentita ad uno, dimentire, smentire uno Kramer
dict. 2 (1702), 993
b (
s. auch th. 6
sp. 1268;
dort unter 4)
zugleich eine begriffliche verstärkung von oben 5
d: er (
Heinrich v. England) hat villeicht gedacht, der Luther ist nu vertrieben, dasz er mir nicht antworten kan, so sind seyne bücher verbrannt, dasz mich niemant lügen straffen kan Luther 10, 2, 235
Weim.; den schöpfer lügen straffen Paracelsus
op. (1616) 2, 534; alle physicos lügen straffen Happel
akad. roman (1690) 622 (Bürger 292
Bohtz; Göthe IV 16, 287
W.; Klinger
w. 10, 153); auch nähm ich die ganze welt nicht, einen so warmen fürsprecher lügen zu str. Schiller 3, 460
G. (seine vertheidiger Döllinger
akad. vortr. 1, 219); (die freundin,) welche einst, da ich ihr in gegenwart anderer sagte, wie sehr ich sie verehren müsse, so anmuthig strafend zu den umstehenden sprach: 'wir wissen alle, welche artige mährchen dieser freund erzählen kann'. — — ich wollte sie nicht lügen str., ich widmete ihr das mährchen nicht Brentano
schr. 5, 17; ich würde lügen gestraft haben den, der es mir hinterbracht hätte Chamisso
w. 5, 93; lügen schleifen ist kein schand, einen lügen straffen ist ein übelstand Lehmann
floril. polit. (1662) 1, 507; denn des heilands wahrer mund strafte schon die geister lügen Triller
poet. betrachtungen 1, 635; kann ich von dir verlangen, dasz du deine vorfahren lügen strafst, um meinen nicht zu widersprechen? Lessing 3, 93
M.; läugn es, dasz der feind in deinem herzen ist, und straf mich lügen Schiller 13, 307
G. (
auch 12, 211; 15, 1, 53); fürst Pückler
briefw. 6, 23; ich kann noch immer bleiben und dich lügen strafen Hebbel
w. 3, 257
W.; straf mich lügen, so du kannst! Geibel
w. 6, 65.
passiv: darmit ich aber nicht lügen gestrafft werde, ...
buch der liebe (1587) 11
d; darauf wird der obige vergebliche akademist ... lügen gestrafet
neuestes a. d. anmuth. gelehrsamk. 3, 95; besorgen, lügen gestrafet zu werden 6, 454 (
auch 8, 390); G. Büchner
nachgel. schr. 295; Viebig
schlaf. heer 1, 164. lügen str. lassen: wenn der könig von Frankreich seine mutter lügen strafen läszt, so sollte er es doch in gemessener form thun Laube
schr. 2, 82.
mit sächlichem object: alles das du redtst, ist war, und deine wort mag niemand lügen straffen
Zürcher bibel (1531)
Judith 8, 23; so messen wir dem rufe wieder glauben bey, den wir vorher lügen gestraft J. E. Schlegel
w. (1761) 3, 171 (Justi
Winckelmann 2, 1, 226); die philosophie ist die wahre, die, dasz sie wahre bleibe, nicht nötig hat, eine andere lügen zu strafen Börne
schr. 3, 26; das gerücht von seinem tode lügen zu strafen O. Ludwig
schr. 5, 190 (ihrer rede sinn l. str. Müllner
dram. w. 3, 264; die idee l. str. Ranke
w. 2, 64; unsere erwartung Jhering
geist d. röm. rechts 2, 2, 503; wie konnte er das schicksal, das ihn gewaltsam so erhöht hatte, so frevelhaft lügen strafen und sich selbst beschämen? G. Keller
w. 5, 35 (Tieck
schr. 3, 414).
mit sächlichem subject: die erste spitze von unden auf ynn sein maul ist das wort gottes, das yhn lügen strafft ynn seiner menschenlere Luther 26, 135
Weim.; ja ich sage, dasz disse bulle durch verdammung disses artickels got lugen strafft und lestert 7, 335
W.; niemand als mein herz wird den unschuldigen verleumder lügen str. Pfeffel
pros. vers. (1810) 1, 92 (Schiller 2, 183 [
räuber 5, 1]
G.);
auch: mit einem gezierten gesicht, wo die augen die worte lügen str. J. J. Chr. Bode
Montaigne 5, 208; in gegenwart von tausenden, deren blicke und mienen ihn lügen straften Wieland 7, 103; meine augen selber str. mich lügen Lenz
sizilianische vesper 14
Weinhold (O. Ludwig
schr. 2. 469); 'wieviel habe ich um dich gelitten', sagte Marie und ihre wangen straften sie nicht lügen W. Hauff
w. 1, 191; herr Peregrinus fühlte, dasz glutröte ihm ins antlitz stieg und ihn lügen strafte E. Th. A. Hoffmann
w. 12, 52
Grisebach (Willibald Alexis
ruhe ist die erste bürgerpflicht 1, 120); ich kanns nicht glauben: süsz, wie silberklang, straft eure stimme eure reden lügen H. v. Kleist 2, 87
E. Schmidt; junger mann, dein gesicht gefällt mir nicht, es straft deine mutter lügen Klinger
w. 1, 22. neue mandate ..., die seine versicherungen lügen straften Schiller 9, 11
G.; sein thun straft jetzt seine erscheinung lügen, tritt in offenen widerspruch mit derselben Schopenhauer
w. 1, 488
Grisebach; für hofnungen — verwesung straft sie lügen — gabst du gewisse güter hin? Schiller 4, 29
G.; wahrhafter als dein leben ist dein tod, er straft dich lügen Brentano
ges. schr. 6, 255; o schnöder lebensreiz, ... mit farben hell und bunt, mit weisz und roth deckst du des moders grund; dann kömmt der tod und straft dich lügen A. v. Droste-Hülshoff
w. 3, 27; C@8@d@bβ)
mit dem genit. des subst. inf. lügen: (ihn) entweder lügens straffen oder ihn als einen wechselbalg aus dem geschlechte stoszen Lohenstein
Arminius (1689) 1, 28
a.
vereinzelt auch entsprechend oben 8
a: das mir erleubt sei, in umb ein lügen zu strafen Eck
bei Luther 1, 162
b (
Jena).
das weiter verstümmelte sigel in der zusammenziehung lügenstrafen
verb. th. 6
sp. 1282 (
zuletzt auch lügstrafen
verb. sp. 1285),
oft von der syntakt. fügung (
unter α)
nicht zu unterscheiden: wann wir iemand höfflich lügenstraffen
sprichwörter, schöne weise klugreden (1548) 112
a;
doch part. gelügenstraft (
a. a. o.); gibts nit die warheyt und erfarung selbs, alles das ich sage, so ligenstraff mich wer do will, ich will meynem bruderlichen ampt genugthun und fur gott entschuldigt seyn Luther 10, 1, 1, 632
W.; und hauen sich doch selbs ynn die backen und lügenstraffen sich selbs damit 23, 215
W. in volksthümlicher rede dann schlieszlich auch: schau, ... was hat denn sie mich zu lügen zu strafen Hafner
ges. schr. 2, 58. C@8@d@gγ)
begriffliche erweiterungen: wer nennt mich schelm? bricht mir den kopf entzwei? rauft mir den bart und wirft ihn mir ins antlitz? zwickt an der nase mich? und straft mich lügen tief in den hals hinein?
Shakespeare 3, 223 (
Hamlet 2, 2);
vgl. ein entsprechendes in seinen hals lügen
th. 6
sp. 1276,
unter 6
und auf der andern seite das vereinfachte: stracks straft er (
der papst) gott ins maul Luther 30, 2, 481
W. wie sonst ins maul greifen (
th. 6
sp. 1791;
unter 7
k)
auch neben das maul stopfen (
sp. 1792): warlich alle gefangene werden dir das maul stopfen können oder lügen strafen J. Prätorius
winterflucht der sommervögel (1678) 111.
zerlegungen: dasz er dich nicht strafe, und werdest lügenhaftig erfunden
spr. Sal. 30, 6; der teufel von stund an understeht gott dardurch zu schmehen und ihn zu einem lügner zu machen, ... und verführt sie (
die schwachgläubigen) in yrrthumb, auf dasz sie von gott abfallen und in der kunst lügen finden und gott also straffen Paracelsus
opera (1616) 1, 227 c
H. C@8@ee)
einen strafen, dasz: der hafen straft den kessel, dasz er russig ist Körte
sprichw. 185; und Ulenspiegels muter die ... strafft in, dasz er kein hantwerck wolt lernen
Eulenspiegel 9
neudr.; wan man das Ave Maria lüt und sie als frume christen ire hüt abthetten, so hielt er sein baret uff, und strafft sie, dasz sie der muoter gottes semlich eer anthetten H. Gebwyler
beschirmung des lobs Marie (1523) 27
a; (S.
Peter) strafft den herrn, dasz er einem reichen, groben ... bauern drey wünsch, wie ihrem armen wirte geben hatte Mathesius
Sarepta (1571) 14
a; ist auch nicht zu straffen, dasz man für den teuffel und allem, das im zugehört, scheuwe tregt
theatr. diabolorum (1569)
vorr. 1; (
er hat) ihn gestrafft, dasz es solches nicht ehe und zu rechter zeit bedacht hatte C. Spangenberg
jagdteufel (
im theatr. diabol. 1, 216
b); man strafft auch nicht, dasz er den procuratoren und richtern des bäpstlichen gerichts ein beständige besoldung geordnet hat, dasz sie sich armuth halben nicht stechen lassen mit gaben Nigrinus
papist. inquis. 524. darum, dasz: strâfst du mich also darumb, daʒ ich dich lieb hab? Niclas v Wyle
translat. 41
Keller; dasz sein gsell umb solches war kranck und das vor im verborgen het langk: zichtigklich in darumb straffet, dasz er solchs so lang het gmaszet Montanus
schwankb. 7
B.: (
als rath an den grobianer:) im schlaff lasz fürtz in lufft hin stieben, so wirt dichs gantze hausgsind lieben. wolt aber jemandt dich drumb straffen, dasz du machst solch rumor im schlaffen ... Scheit
Grobianus 958
neudr.; das wollt ich ihm nicht rathen, sonst möcht ich ihn
dafür strafen, dasz er mich doch gemacht hat? Schiller 2, 27 (
räuber 1, 1)
G. C@99)
in der nebenordnung mit entsprechenden begriffen: sy sölten vor kainem richter, dann allain vor dem zinsmaister ... gestrauffet und berechtet werden Öheim
Reichenauer chron. 68
Barack; verdammen und strafen: o herr, spricht er, nit straff oder verdam mich ... Keisersberg
bilgerschaft (1512) 3
va; dise zwar hastu als ein vater vermanet und geprüfet, jene aber als ein gestrenger könig gestraft und verdampt
weish. Sal. 11, 11; (
ungerechte männer, die) ire weyber schwerlichen verdammen und straffen, die in selbs alle ding erlawben Albr. v. Eyb
deutsche schr. 1, 10; gott denen feind sey und straffe, welche sich auf ihr stercke verlassen J. Agricola
sprichw. (1534) B 1
a; wie das ungläublich grosz elendeisz oder urthier ... die roszbrämen und kühmucken im Beaucerland straffet und erschlug Fischart
Gargantua 228
neudr.; hierum, so bedenket ir richter, was doch dise erhalten sollen, welche ir aigen leben beschuldigt, ... der täglich prauch und die veraltet gewonhait uberzeuget und strofet
podagr. trostbüchl. 75
Hauffen; will geschweigen, wie es gott straffen und rechen werde, wo man die eltern also im alter und in der noth verlasset Moscherosch
insomnis cura parentum 19
neudr.; (
der oberrichter) verbot und strafte jede gewaltthat Ritter
erdkunde 6, 1175; und strafend und plagend wir all die welt umb alle narung, guot, gold und gelt!
N. Manuel
v. papst u. s. priesterschaft 107
Bächtold; mein gott hat mich, spricht Ephraim, gestraft und wol geschlagen P. Gerhard
bei Fischer-Tümpel
kirchenlied 3, 381
a; beschimpft mein name nicht dich und die tadlerinnen, so zeige, dasz auch ich dir purpurheilig bin, und straf und züchtige die wilde Neuberin J. Chr. Rost
verm. ged. (1769) 20;
besonders entsprechend 5: do das ire brüder vernamen, sy straften und darumb zuo red sezten Arigo
decam. 280
K.; meister Albert ... züchtiglichen ein schöne frawen strafet und beschamet (
fa vergognare una donna) 50; str. und
schelten: da der herr strafft und schilt Luther 34, 2, 75
Weim.; aller der ding, die wo von mir in meinen büchern und geschriften nit gestrafft und gescholten weren Hutten
op. 1, 416
B.; wer mich schalt und strieff, den hasset mein liebe muoter Wickram 2, 66
B.; vgl. doch man thar nicht schelten noch jemand strafen, denn dein volk ist wie die, so die priester schelten
Hos. 4, 4; ich sprich, er sey ein dapfer gsell, der nie kein meister haben wolt, der in straffen und schelten solt Scheit
Grobianus 24
neudr.; jemant zu leren oder zu straffen
theologia deutsch 49
Mandel; lehr und straff ihn, wie dirs gefalt
griech. dramen 2, 223
Dähnhardt; str. und
warnen Frey
gartengesellsch. 49
B.; du solt keinen nicht verweisen oder straffen, so du in einem andern strefflicher bist Friedrich Wilhelm
sprichw. reg. (1577) f 2
a (
nr. 353); straffen und
tadeln Hartnack
Terenz (1711) 4; (
Wilhelm fühlte) sich und sein heimliches vorhaben ... voraus getadelt und gestraft Göthe 21, 68
W.; (
dasz er) nicht hadert, zanket oder klafft, durchklügelt, tadelt oder strafft Hayneccius
Hans Pfriem (1582) 22
neudr.; was mir an jungfern meist beliebt, hasz ich und straff es an der meinen C. Stieler
geharnschte Venus 25
ndr.; (Lohenstein
Sophonisbe [1680] 29); (
Paulus schreibt an Timotheus:) straffe, drewe, ermane mit aller gedult und lere Hayneccius
Hans Pfriem 8
neudr.; strafe, drohe, tröste, mahne Schubart
ged. 1, 16;
gegensätzlich: der hart und ungeneigt, zuo verzeihen und ze straffen die miszthaten Boltz
Terenz (1539) 86
a; die frommen beschützen und die bösen straffen B. Krüger
spiel v. d. bäur. richtern 5
neudr.; der ihn künftig ... straffen oder belohnen wird Grimmelshausen
w. 4, 507
K.; er kan nur wohlthun, ehren, belohnen, nur vergeben, und nicht strafen H. P. Sturz
schr. (1779) 1, 39; ihr könnt nicht ordnen und nicht schaffen, nicht belohnen oder strafen Hartmann
volksschausp. in Bayern u. Österr. 23; soll er strafen oder schonen, musz er menschen menschlich sehn Göthe 1, 227
W.; er allein darf den guten lohnen, den bösen strafen, heilen und retten 2, 84;
und so auch sonst neben bessern (
th. 1
sp. 1648;
unter 7): ich soll die ding straffen und bessern Boltz
Terenz (1539) 110
a; zu strafen such ich nicht; ich suche nur zu bessern Cronegk
schr. (1766) 2, 107. (wunderwerk,) darmit er unser sündlich und ärgerlich leben straffe, uns zur besserung reitze und ziehe Ruof
hebammenbuch (1580) 112. C@1010)
mit adverb. bestimmung: einen
hart strafen
sumere poenas graves de aliquo; nomencl. (1634) 262; einen hart, scharf, nach der schwierigkeit str. Kramer
dict. 2 (1702), 993
a; wann welcher das überfüre, der würd hart gestraffet Steinhöwel
Äsop 45
Österley; und ob sich ain wyl die buosz der sünden verzühet, so strǎft sie doch darnǎch dester herter
de claris mulieribus 181
Drescher (hertiglichen 271); Lehmann
floril. polit. (1662) 1, 4; Gerstenberg
schlesw. literaturbr. 271
lit. denkm.; hetten by ihnen keinen platz, strieffen uns hart mit irem gsatz
schweiz. schausp. d. 16. jahrh. 2, 301
Bächtold; als Israel ward hart gestraft umb sein sünd Hans Sachs 1, 213
K.; mit solchem strengen todesgift straf, ach! mich nicht so hart Herder 25, 141
S.; sich für hart gestraft ansehen
vgl. Gökingk
ged. (1780) 1, 14.
scharf: darumb bericht oder straff sy scharpf (verstand allein mit worten), dasz sy gantz und gerecht syend im glouben Zwingli
v. freiheit d. speisen 9
neudr. (scherfer Barth
weiberspiegel [1565] B 4
b); heftiglich strafen
per invectionem corripere Diefenbach
gloss. 306
b (zum heftigsten
Maynhinklers sack [1612] D 1
b).
ernstlich u. ä.: darumb straft in sand Ulrich ains mals gar ernstlich und sprach zu im: Arnpeck
chron. 479; eine sünde (
wird) ... ernstlicher von gott gestrafft denn die andern
volksb. v. Dr. Faust 6
B.; durch beyhülfe seines stockes aber wird seine grösze erst kenntlich, er ... straft empfindlicher B. Mayr
päckchen satyren (1796) 66; Lykurg befahl den müsziggang durch gesetze, Solon strafte ihn strenge Schiller 9, 177
G.; wafne (
Alexander v. Russland) den starken arm mit Jovis blitz, den hohn des Typhon strenge zu strafen in eigner heimat Stägemann
kriegsgesänge (1813) 6;
kühnlich, kecklich (
s. durstig th. 2
sp. 1752): durstiger gestrafft werden die, so der menschen gbott übertretten Zwingli
v. freiheit d. speisen 17
neudr.; er lesset sich versünen und straft auch greulich
Jes. Sirach 16, 12; mag dich Pan aufs grimmigste dafür strafen maler Müller
w. 1, 133; der könig straft grausam den gesandten mörder Göthe 10, 18 (
Iphigenie 1, 3)
Weim. (Iffland
theatr. w. 2, 255); auf das grausamste Ratzel
völkerkunde 2, 68.
im eigentlich strafrechtlichen sinne noch hervorzuheben: peinlich fragen und strafen (
th. 7
sp. 1528;
unter II 2):
vgl.(dasz) das zuotrincken ein brunn aller laster peinlich gestrafft werd Eberlin v. Günzburg
schr. 1, 13
neudr. malefizisch (
th. 6
sp. 1500): (
verordnung,) dasz die ketzer nicht nur gemein, sondern hochmaleficisch zu strafen seien Ranke
w. 3, 36.
sonst noch: die graffen
hoch gestrafft sein sollen Brandis
landeshauptleute von Tirol 17 (
vgl.hoch III 1
g; th. 4, 2
sp. 1597); und strâfete in starke: 'hêrre', sprach er 'wizze krist' Gottfried v. Straszburg
Tristan 13444; umb des willen straft in der heilig bischof sand Lamprecht von Lüttich oft und ser U. Füterer
bayer. chron. 65; ir brangen und ir hoffart berden gar oft und dick gestraffet werden Murner
mühle v. Schwindelsheim 15; man kan dem bösen nicht genugsam steuren und solche verbrecher nicht gnugsam straffen Schoch
com. v. studentenleben (1657) K 8
b;
entsprechend säuberlich 2
c (
th. 8
sp. 1856): darumb strafestu seuberlich die, so da fallen
weish. Sal. 12, 2; darumb (
um ihre eifersucht) sie denn der herr oft und dick gütlich strafft und vermeynet sie davon zu weisen
buch der liebe 287
d (
auch 286
a); gar zu gelinde straffen
levi brachio punire, nomencl. (1634) 282. C@1111)
recipr. dasz sie nicht allein ungewiss ..., sondern auch ... sich selbs unternander lügen straffen müssen Luther 26, 446
W.; ire lerer haben sich selbs allwegen under einander der unwarheit gestrafft Eberlin v. Günzburg
schr. 1, 85
neudr.; gute freund straffen einander Lehmann
floril. polit. (1662) 3, 131; wir strafen einer den andern, ohne dasz das gesetz sich drein mische Göthe 45, 53
Weim. C@1212)
reflexiv. C@12@aa)
entsprechend oben 5: sich selber strafen Kramer
dict. 2 (1702), 993
b; wer sich selbs straft an seiner missethat, der wirt von andern lüten nit gestrafet
Stretlinger chronik 3
Bächtold; do strafft der man sich selbs und befand, das im sin wissen nit fruchtbar gewesen was, do er das nit geübt und volbracht het
buch der beispiele 3; sich oft strǎffende redt er in im selbs also Niclas v. Wyle
translationen 31
K.; nach dem er sich aber selbs gstrieff, umb den heymlichen lust nit zuo bezalen, und merkt, dasz im das gewinlin wolthet, gieng er wider an das gaden
M. Herr
sittliche zuchtbücher (1536) 50
b; er strafft sich entlich selb selbest Hayneccius
Hans Pfriem 8
neudr.; als nun die hoffnung war verlorn, strafft er sich selbs mit groszem zorn Alberus
fabeln 27
neudr.; bederff nicht, dat he my regert, und bin eyn yungher stolter man, de sick wol sulws straffen kan Burkard Waldis
verl. sohn 14
neudr.; Spreng
Äneis (1610) 230
b; straff dich selber und leg kein schuld uff sie Gebwyler
beschirmung des lobs Marie (1523) 31
b;
wie sonst kehr vor deiner eigenen thür,
vgl.kehren 2
d (
th. 5
sp. 407)
und: also dasz schier das best wär, ein jedtwederer köret vor seiner thür und straffet sich selbst J. Nas
antipap. eins und hundert (1567) 2, 3
b vorr. buszfertig (
wiederholt mit nebenordnung eines entsprechenden begriffs): erfar und straaff dich, ee ... das urteyl komme
Zürcher bibel (1531)
Jes. Sir. 18; aber doch solt ir wissen für gewisz, dasz ewer iegklicher, der sich wil str. und pessern und zu mir mit diemütigkeit widerkern, dem wird ich fröhlich ingegen lauffen als ein gütiger hirt (
quicumque vestrum voluerit se corrigere et emendare)
offenb. der heil. wittiben Birgitte (1502) 19; (
sie) werden geurteilt zu den ewigen peinen in der tiefe der hell, ob si sich vor dem tod nit str. und diemütigklich pessern werden (
si ante mortem se noluerint corrigere et humiliter emendare) 20; ich trage selber hasz zu diesem kindisch schwachen weiberherzen und strafe mich durch pein und herbe schmerzen Tieck
schr. (1828) 2, 90. C@12@a@aα)
entsprechend oben 7: (
Phädra hat ihre frevelthat) an sich selbst mit eigenommenem gifte gestraffet J. Breitinger
crit. dichtkunst (1740) 1, 70. C@12@a@bβ)
entsprechend 8: aber sie strafte sich für ihr murren O. Ludwig
schr. 2, 322;
zu 8
d: zum erstenmal strafte sich nun Mahal ... seiner thorheit Klinger
w. 6, 132; wenn nu gott yemand selig macht on glauben, so thett er widder dise seyne eygene wort und straffet sich selbs lügen, ja verleucket sich selbs, das ist unmüglich Luther 10, 2, 324
W.; die worte ... schaden, ... wenn sie sich mit den werken selbst lügen strafen Butschky
Pathmos (1677) 306; (
mit ellipse: denn obgleich ein ort der schrifft Christum ein lamb nennet und als von eim lamb redet, so redet sie doch an keinem ort da widder und strafft sich auch nicht selbs noch sagt nein dazu Luther 26, 264
W.) Moscherosch
gesichte [1650] 2, 41;
zu 8
e: soll ich ... mich strafen, dir eröffnet zu haben, was dir zur warnung dienen sollte? Klinger
w. 4, 38. C@12@a@gγ)
das grammatische refl. im umkreis des einzelnen menschlichen mikrokosmus durch begriffliche umschreibungen ersetzt: dirre funke ist mit der sêle geschaffen in allen menschen und ist ein lûter licht in ime selber und strâfet allewege umme sunde
mystiker 1, 32
Pfeiffer; wie offt hatt meyn herz gezappelt, mich gestrafft und myr furgeworfen yhr eynick sterkist argument: du bist alleyn klug! Luther 8, 483
W.; dein eygen gebeth strafft dich und ist widder dich, betzeugt dich, beclagt dich, da ligstu, wer helft dir? 2, 93
W.; da strafft euch ewer eygen mund und werk, denn yhr bekennet, das yhr euch rottet und empöret, und wöllt solchs mit dem evangelio beschönen 18, 320
W.; auch: sein gewissen wird ihn dafür mit vorwürfen strafen Campe. C@12@bb)
als subject abstracte begriffe: böse hendel tragen nicht zu und straffen sich mit der zeit selber Petri 2, L 4
b; die furiae ... bleiben bey ihrer rasenden, poltrischen art, und büssen, rechen und straffen sich die sünden selbst Lehmann
floril. polit. (1662) 2, 609; ausschweifungen ..., die sich selbst strafen J. A. Cramer
nord. aufseher (1758) 1, 47; (zeigen, dasz) jede vernachlässigung ... sich selbst strafe Herder 17, 8
S.; aber leichtsinnig begonnene unternehmungen strafen sich selbst Gentz
schr. 5, 161; hätte ich beim anfange dieselben grundsätze über das übersetzen ... gehabt, so wäre ursprünglich besser und richtiger geworden, was es jetzt erst durch hülfe ... hat werden können. dies straft sich immer W. v. Humboldt
an Riemer (
im Göthejahrb. 8, 83); hier straft sich die trennung des untheilbaren Fr. Schlegel im
Athenäum 3, 28; (
zu zeigen,) wie hart sich eben an ihm (
Beheim) der versuch strafte, aus den gewerbsklassen des volkes, in denen er geboren und für die er erzogen war, die kunst noch einmal an die höfe zu tragen Gervinus
gesch. d. deutschen dichtung 2, 177; (
beim heimgang aus der schule:) an sittlichen gefahren für den wanderer fehlt es nicht; ein 'umweg' straft sich Gutzkow
w. 1, 106; nun straft sich das mittel, durch das sie erst seinen besitz errang; er musz sie falsch glauben O. Ludwig
schr. 4, 13; alles straft sich und am meisten das lügen Fontane
w. I 4, 48; zwar jeder politische fehler straft sich selber Göthe 5, 296
W.; die ketzerei straft sich am schwersten selbst Schiller 13, 256 (
jungf. v. O. 3, 3)
G.; der wille straft sich nur, und nicht die that
M. Beer
w. 166.
mit einem causalen locativ: verbrechen im Hamlet, die sich ... in einer gesamtkatastrophe strafen O. Ludwig
schr. 5, 83. C@12@cc)
sich strafen lassen: wer sich gern lest strafen, der wird klug werden
spr. Sal. 12, 1 (
vgl. auch 13, 18); persönlich darf die satire nur äuszerst selten werden, fast nur in dem einzigen falle, wenn uns ... der allgemein schädliche einflusz eines verbrechens dazu auffordert, das sich auf keine andre art rächen oder strafen lässt Eschenburg
entwurf (1783) 82; ir müessend schrift und kuntschaft zeigen, oder üch lassen strafen und gschweigen!
N. Manuel
Barbali 487
Bächtold. entsprechend 7
d: noch itzt wird man lieber den vorwurf erdulden, dasz man unmäszig trinke ... als sich lügen strafen lassen, so schändlich ist dieses laster! J. A. Cramer
nord. aufseher (1758) 1, 169;
in der negation: die menschen wöllen sich meinen geist ... nimmer straffen und einreden lassen J. Mathesius
Sarepta (1571) 10
b; die acht und macht in der welt haben, lassen sich nicht gern straffen Petri 2, P 8
b; wenn gewalt mit dem scheinmantel der gerechtigkeit bedeckt ist, läszt er sich nicht straffen noch bessern Lehmann
floril. polit. (1662) 1, 331; affen und pfaffen lassen sich nicht strafen Binder 3.
sich gestraft fühlen: er fühle sich gestraft, und strafen heiszt dem jüngling wohltun, dasz der mann uns danke Göthe
Tasso 2, 5. C@1313)
adject. verwendung des part. C@13@aa)
strafend: strafende widerstände Frisius (1556) 1132
b; ernst einer strafenden gottheit G. Forster
schr. 3, 50; (vorstellungen,) aber nicht mehr im tone der strengen und strafenden richterin, sondern der mütterlichen freundin, die bereits verziehen hat G. Keller
w. 1, 153; strafende geiszel Gaudy
w. 4, 12; zuverlässig ... hat es auf erden schon unentdeckte mörder gegeben, die, nicht erreicht von strafendem arme irdischen gerichtes, das ewige durch unsträflichen wandel zu versöhnen strebten Holtei
erz. schr. 3, 115 (Peschel
völkerkunde 248); noch decket dunkel unser auge! noch sehen wir gott in strafenden wettern Klopstock
Messias (1780) 4, 100; da stehest du, o Brutus, der das strafende beil erfand Herder 27, 61
S.; leib der seele leidsal, ihre hölle, ihr schicksal, ihr nothstand und eisenfessel und strafende folterbank E.
M. Arndt
w. 6, 109
R.-M.; sie zu retten eilt ich zu euch, ob mich bange auch ihr berget vor dem strafenden streich R. Wagner
schr. 6, 65.
insbesondere: der strafenden gerechtigkeit den lauf lassen Wieland I 3, 22
akad. a. (Chph. v. Schmid
schr. 1, 26; D. Fr. Strausz
schr. 6, 18); wir hatten nicht strafende gerechtigkeit zu üben, sondern wir wollten erreichen, was national ... nützlich schien Bismarck
polit. reden 4, 316; (Adam) kann den anblick der strafenden gerechtigkeit und des verlorenen paradieses nicht ertragen Herman Grimm
Michelangelo (1890) 1, 297; ein böses weib, ... die schrecklichste von allen ruthen des strafenden geschicks Pfeffel
poet. versuche 1, 21. (am besten,) mich meinem eignen strafenden gewissen zu überlassen H. Steffens
was ich erlebte 1, 46; bald höret euer ohr das strafende gewissen Ramler
lyr. ged. (1772) 345 (maler Müller
w. 1, 108); die strafende gewalt nicht gehörig auszuüben vermögen Ranke
w. 1, 262. den natürlichen weisen gebrauch ... von dem sich selbst strafenden miszbrauche zu unterscheiden Wieland
goldner spiegel 1, 5; das recht in dem unerbittlichen gange der sich ewig richtenden und strafenden begebenheiten W. v. Humboldt
schr. 4, 55; die strafende beredsamkeit Dahlmann
an Wilh. Grimm 1, 442 (
Ippel); (
sich nicht erinnern,) eine strafende erfahrung gemacht zu haben Fr. Ritschl
an Lehrs 14
apr. 1838
bei Ludwig 1, 252. (
ich muszte) von meinem printzen eine straffende lehre annehmen Ziegler
asiatische Banise (1689) 101; die niedrigen zwecke, wozu man im üppigen Rom die poesie anwandte, machten sie verächtlich, zuletzt abscheulich; so wie gegentheils die strafende poesie, die ihre geiszel dagegen erhob, nothwendig auch oft über die grenzen des schönen und wohlgefälligen streifen muszte Herder 18, 12
S. (
vgl. dazu oben strafgedicht, strafdichter); mitten aus dem schlafe weckten mich strafende stimmen, mit welchen sich meine phantasie, mich zu quälen, verband Lessing 2, 274
M.; jetzo schelt ich das übrige volk, dasz ihr alle so gänzlich stumm dasitzt und auch nicht mit einem strafenden worte diese freier, die wenigen, zähmt, da euer so viel sind! J. H. Vosz
Odyssee 2, 241; (
Oswald wuszte,) dasz kein strafendes wort, kein vorwurfsvoller blick ihn empfangen würden Spielhagen
w. 1, 250; (
könig Ludwig) klagte über den wandel der volkskunst, über das schwinden der alten treue ... und es blieb nicht bei den strafenden worten Treitschke
deutsche gesch. 4, 246; mit witz oder strafendem wort W. Scherer
litteraturgesch. 72;
auch: 'Ernst!' rief ihm die baronesse in strafendem tone zu E. Th. A. Hoffmann
w. 13, 145
Gr.; jemanden mit einem strafenden blick betrachten
vgl. Nestroy
w. 15, 59; dann schreckte ihn aber jedesmal ein strafender blick von Delbrück in seine fachposition zurück Bismarck
gedank. u. erinner. 1, 377 (Ebner-Eschenbach
schr. 4, 307).
noch besonders (
entsprechend 12): ein ungereimter widerspruch, eine unerhörte sich selbst strafende lüge Herder 3, 318
S. C@13@bb)
gestraft: ich bin ein gestrafter mensch
io sono pur' ono huoma gastigato da dio cioè travagliato Kramer
dict. 2 (1702), 993
b; das nenne ich gestrafte autoreitelkeit E. Th. A. Hoffmann
w. 14, 159
Gr.; sein schon gestrafftes kind hat mehr als er verbrochen Lohenstein
Ibrahim (1680) 88; und ich stand gehorsam in der ecke, lächerlich, wie ein gestrafter junge Mörike
w. 1, 108.
gegensätzlich: nun sitz ich hier zugleich erhoben und gedrückt, unschuldig und gestraft, und schuldig und beglückt Göthe 2, 145
W. C@1414)
adverb.: wie jene gottbegabten männer ... auf das wundersambedenkliche, was vorging, strafend, warnend ... und herzerhebend hindeuteten Göthe 7, 220
W.; wer seinen zänkischen hund frei umher laufen und unbilden verüben lässt, ist ein selbstling, ein menschenfeind, den die obrigkeit strafend anhalten sollte, seine mitbürger höher als seinen hund zu achten Langbein
schr. 31, 150; (
die götter) rächten strafend eine verletzung geheiligter bäume und kräuter A. v. Humboldt
kosmos 2, 11; in der thüre stehend redete er strafend Tarquinius als einen empörer an: Niebuhr
römische gesch. 1, 290; Brentano
oben unter 8
d α; einen nicht kurz und strafend zur ruhe weisen
vgl. Keller
w. 1, 42; einen beinahe strafend ansehen
vgl. Fontane
w. I 1, 434; Ebner-Eschenbach
schr. 4, 48; strafend sprach die holde herrin: 'Aiga, halt im zaum die zunge!' Fr. W. Weber
Dreizehnlinden 221. C@1515)
substant. inf.: das strafen
multatio Alberus (1540) 85
b;
censura Calepinus (1598) 220
a; disz straffen macht in den menschen ain schwinds, scharfs und hertes urtail und ain hellische pein Tauler
sermones (1508) 46
vb; (wir haben) was zu gottes ehre und den leuten heilsam gewesen, mit straffen, leren, trösten, vermanen, treulich ... gepredigt Mathesius
Sarepta (1571) 136
b; dieweil man mit vormanen, warnen, trösten und straffen immerdar anhalten soll Ringwald
lauter wahrheit A 4
a; straffen und trösten gehört predigern am meisten Petri (1604) 1, F 1
b;
vgl. it is ein gek, de nein strafen lyden mach Tunnicius
sprichw. 1210; (
der Sigune) daʒ nieman kunde benemen mit keinen listen, eʒ were bete, flehen oder straffen, in klage wer si lebende
jüng. Titurel 5320; ich vorchte gotis strafen, daʒ uns dar schire moge gesche
spiel v. d. zehn jungfrauen 102; ei liber schöner Guckinnhafen, was mainstu dan mit deinem strafen? Fischart
glückh. schiff 44, 258
neudr.; befehlen so und so das warnen, straffen, schelten, verbieten diess und das, mag nicht so viele gelten, als was das leben gilt Neumark
fortgepfl. musik.-poet. lustw. (1657) 3, 23; worauf es an das verklagen, strafen und ermahnen geht Brentano
schr. 2, 458; es ist jetzt nicht vom strafen, sondern vom belohnen die rede Jung-Stilling
w. 3, 69; die billigkeit oder gerechtigkeit im strafen halten Kramer
dict. 2 (1702), 993
b; man sieht im strafen und im schonen was väterliches in dir wohnen Gottsched
ged. (1751) 1, 162; ein vater bleibt auch vater noch im strafen! Schiller 15, 1, 53
G. nicht selten wird die hand zum strafen ausgestrecket, wodurch er (
der regent) frieden schafft, und die verwegnen schrecket Richey
bei Weichmann
poesie der Niedersachsen (1721) 1, 110; (
solche prediger. welche) eifrig, wenn sie uns vermahnen muthig, wenns zum straffen geht Schmolke
trost- u. geistr. schr. (1740) 1, 13.
im genit.: wo ich nit mer bedechte, was mir zetuon gebürlich wer, dann was strǎffens dir zuogehorte, so wölt ich hüt tuon, daz du kainen buolbrief yemer me getrügest Niclas v. Wyle
translationen 34
Keller. mit adj.: der (
ritter) durch ein züchtig straffen eines andern gestraft und gestochen ward Arigo
decam. 44
Keller; das ist nit anders denn eyn byssen der conscientze und eyn inniges straffen, so dem menschen werden uff gethan seine ougen, dasz er ansicht sin gebresten
der ewigen wiszheit betbüchlin (1518) 157
a;
als weitere umschreibung für den verbalen begriff: straff sy hier uff diser erd, das keins von gott gestraffet werdt; man sagt, er hab ein scharpfe ruot, wann er dort syn straffen thuot Th Murner
narrenbeschwörung 150
neudr. C@1616)
dazu gebildete uneigentl. zusammensetzungen: