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1. Speise

mnd. bis spez. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
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15 in 13 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

1. Speise

Bd. 4, Sp. 179
1. Die Speise, plur. doch nur von mehrern Arten, die -n, ein Wort, welches in vielen Fällen des gemeinen Lebens gebraucht wird, und in den meisten dieser Fälle den herrschenden Begriff der Vermischung zu haben scheinet. 1. Im Bergbaue ist es ein Wort von sehr schwankender Bedeutung, indem daselbst mehrere vermischte Bergarten und metallische Producte von dem Bergmanne Speise genannt werden. Es bezeichnet nehmlich: (1) den Nickel oder durchschwefelten Nickel, welcher den Schwefel und Arsenik an sich nimmt, welche bey dem Rösten des Erzes nicht hinlänglich fortgetrieben worden. Diese Speise hat ein dichtes Gewebe auf dem Bruche, und bekommt sowohl in der Verkalkung als auch in der Auflösung mit Scheidewasser eine grüne Farbe. (2) Den Kobalt, oder vielmehr, den mit Schwefel und Arsenik vermischten Kobalt; sie ist auf dem Bruche stahlartig, macht mit Scheidewasser und Vitriolöhl rothe Auflösungen, und gibt in der Verglasung ein blaues Glas oder die so genannte Schmalte, welche hernach zur blauen Farbe gemahlen wird. (3) Oft wird auch der nicht genug ausgeschmelzte Wißmuth Speise genannt; sie unterscheidet sich von den vorigen durch ihr Gewebe, und verändert die Farbe in den mineralischen Säuren nicht. (4) Eben so oft ist die Speise auch eine metallische Vermischung aus Nickel, Kobalt und Eisen, welche mit mineralischen Säuren rothe Auflösungen gibt, aber in der Verkalkung theils grün, theils braun wird. (5) Nicht selten führet diesen Nahmen auch eine metallische Vermischung aus Kobalt,[] Nickel und Wißmuth, welche mit mineralischen Säuren gelbgrüne oder braune Auflösungen gibt, und in der Verkalkung theils braun, theils grün wird. Es scheinet hieraus zu erhellen, daß der Bergmann jede metallische Vermischung, deren Bestandtheile ihm unbekannt sind, Speise zu nennen pflege. 2. Bey den Probierern ist die Speise ein ähnlicher König oder conische metallische Masse, welche man von kiesigen und kobaltischen Erzen in dem Kupfertiegel erhält, und welche aus Arsenik und Eisen bestehet. 3. Im Hüttenbaue ist es ein weißgrauer schwerer metallischer Kuchen, welcher sich bey der Bleyarbeit von kobaltischen Erzen bey Stechung des Werkes und Bleysteines über dem Werke setzet, und als eine Scheibe oder Kuchen abgehoben werden kann. Diese Speise ist eine Mischung aus Arsenik, Kobalt, Eisen, Kupfer und etwas Silber. 4. Bey den Rothgießern ist die Speise ein vermischtes Metall, besonders aus Kupfer und Zinn, welches auch Glockenspeise genannt wird, weil die Glocken daraus gegossen werden. 5. Die Glaser nennen dasjenige Mengsel aus Zinnasche, Talg und Zinn, womit sie verzinnen, die Kolbenspeise. 6. Bey den Mäurern ist der Mörtel, d. i. der mit Sand vermischte Kalk, in vielen Gegenden unter dem Nahmen der Speise bekannt, wo es zuweilen auch im männlichen Geschlechte üblich ist, der Speis. Anm. Ich finde keinen begreiflichen Grund, dieses Wort, wie von den meisten geschiehet, als eine Figur des folgenden anzusehen. Der Begriff der Vermischung ist hier vielmehr sehr merklich der herrschende; indessen hat sich doch von dessen erweislichen Verwandten nichts wollen auffinden lassen, man müßte denn das noch in einigen Gegenden übliche Spiauter, Nieders. Spialter, hierher rechnen wollen, welches ein aus Messing und Zinn gemischtes Metall bedeutet. Im Polnischen ist Spiza, ein mit einem andern Metalle vermischtes Kupfer, welches aber aus dem Deutschen entlehnet zu seyn scheinet.
3406 Zeichen · 30 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    speiseF.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    speise , F. Vw.: s. spēsse L.: Lü 366a (speise, speisse)

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. Speise

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    1. Die Speise , plur. doch nur von mehrern Arten, die -n, ein Wort, welches in vielen Fällen des gemeinen Lebens gebrauc…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Speise

    Goethe-Wörterbuch

    Speise [bisher nicht online publizierter Wortartikel]

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Speise

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Speise , ein auf Hüttenwerken bei Schmelzprozessen entstehendes, aus Arsen- und Antimonmetallen bestehendes Produkt von …

  5. modern
    Dialekt
    Speisef.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Speise f. : 1. 'Nahrung, Essen', Speis [vereinzelt, Lambert Penns 139], Pl. -e [vereinzelt]; in der Mda. wenig gebr., me…

  6. Sprichwörter
    Speise

    Wander (Sprichwörter)

    Speise 1. Alle Speise schmeckt einem Hungrigen wohl. Bei Tunnicius (340) : Alle spysen smaken dem hungergen. (Omnia ieiu…

  7. Spezial
    Speise

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Spei|se f. (-,-n) 1 (zubereitete Nahrung) spëisa (-ses) f. , mangé m. 2 (Gericht) cëi (cëis) m. 3 vivanda (-des) f. 4 ‹i…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit speise

270 Bildungen · 249 Erstglied · 20 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von speise 2 Komponenten

spe+ise

speise setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

speise‑ als Erstglied (30 von 249)

Speisebrei

SHW

Speise-brei Band 5, Spalte 1151-1152

Speiseeis

SHW

Speise-eis Band 5, Spalte 1151-1152

Speisefolge

SHW

Speise-folge Band 5, Spalte 1151-1152

Speisekarte

SHW

Speise-karte Band 5, Spalte 1151-1152

Speisekelch

SHW

Speise-kelch Band 5, Spalte 1151-1152

Speisenudel

SHW

Speise-nudel Band 5, Spalte 1151-1152

Speisesaal

SHW

Speise-saal Band 5, Spalte 1151-1152

Speisewagen

SHW

Speise-wagen Band 5, Spalte 1151-1152

Speisezeit

SHW

Speise-zeit Band 5, Spalte 1153-1154

Speiseöl

SHW

Speise-öl Band 5, Spalte 1151-1152

speis(e)ader

DWB

speise·ader

speis(e)ader , f. , nur im ältern deutsch (14.—17. jahrh. ) und stets in der form speisader bezeugt ( vgl. jedoch -äderlein), vgl. Höfler kr…

speiseäderlein

DWB

speise·aederlein

speiseäderlein , n. , demin. des vorigen, vene meseraiche. Kramer dict. 2, 856 a ; speis äderlein, venae mesaraicae. Stieler 8 . auch bei Ca…

speiseanstalt

DWB

speise·anstalt

speiseanstalt , f. : eine freistelle in einer speiseanstalt. Campe ; den abend war ich zu Ernst's bruder eingeladen, der eine speiseanstalt …

speiseapparat

DWB

speise·apparat

speiseapparat , m. apparat, pumpwerk, das dampfkesseln das nötige wasser zuführt. Lueger 7, 417 , vgl. 3, 174.

Speisearme

DRW

speise·arme

Speisearme, m. bedürftige Person, die Mahlzeiten aus einer Armenküche erhält vgl. Speiseleute hat derselbe sofort mit den übrigen gedachten …

speiseart

DWB

speise·art

speiseart , f. : dabey kommt der Deutschen speise-art nicht weniger auf den teppich als die speisen auf die tafel. Lohenstein Armin. 1, 501 …

Speisebediente

Campe

speise·bediente

○ Der Speisebediente , Mz. — n , Bediente, Diener, welche die Speisen besorgen, auftragen, beim Speisen aufwarten. »Mittags erst fand die To…

speisebedienter

DWB

speise·bedienter

speisebedienter , m. diener, der die speisen aufträgt und bei tische aufwartet. Campe : mittags erst fand die tochter die ersehnte mutter un…

speise als Zweitglied (20 von 20)

Ausspeise

DRW

aus·speise

Ausspeise Verköstigung Auswärtiger 1599 SchwäbWB. VI Nachtr. 1569 Faksimile

engelspeise

DWB

engel·speise

engelspeise , f. angelorum cibus: dagegen neretestu dein volk mit engelspeise. weish. Sal. 16, 20.

fischspeise

DWB

fisch·speise

fischspeise , f. 1 1) edulium piscium, speise der fische, zumal von ins wasser geworfnen leichen ( vgl. fisch 9): fischspeis, fündling, ausw…

Gauchspeise

Wander

gauch·speise

Gauchspeise Gauchspeis ist umsunst, wenn sie nicht gekocht ist mit Gunst. – Murner, Gäuchmode.

glockenspeise

DWB

glocken·speise

glockenspeise , glockspeise , f. , seit dem mhd. als glock(en)spise, mnd. als klock(en)spise in lebendiger verwendung; vereinzelt findet sic…

götterspeise

DWB

goetter·speise

götterspeise , f. , seit dem späten 17. jh. 1 1) älter vereinzelt wohl soviel wie ' eine von gott selbst gegebene speise ': ( Johannes der t…

hofspeise

DWB

hof·speise

hofspeise , f. in Obersachsen die eszwaaren, welche eine adliche witwe nach dem dreiszigsten tage nach ihres ehegatten tode von dem hofe ode…

kobaltspeise

DWB

kobalt·speise

kobaltspeise , f. die speise des kobalts, der bodensatz beim schmelzen, regulus genannt, vgl. kobaltkönig .

kolbenspeise

DWB

kolben·speise

kolbenspeise , f. bei den glasern, eine masse zum verkitten des fensterbleis. Krünitz 43, 302 . s. kolbe 7, c.

lockspeise

DWB

lock·speise

lockspeise , f. speise die als lockmittel gebraucht wird: lockspeise esca Frisch 1, 619 b ; für alle vögel giebt es lockspeisen. Göthe 24, 2…

Löffelspeise

Adelung

loeffel·speise

Die Löffelspeise , plur. doch nur von mehrern Arten, die -n, Speise welche vermittelst des Löffels genossen wird; Nieders. Lepelkost, Körelk…

mehlspeise

DWB

mehl·speise

mehlspeise , f. aus mehl bereitete speise: eine mehlspeise bereiten; der arzt hat ihm alle mehlspeisen verboten.

milchspeise

DWB

milch·speise

milchspeise , f. aus oder mit milch bereitet: milchspeisz, lacticinium. voc. inc. theut. n 7 a ; milchspeisz, was von milch gekochet wirdt, …

zuspeise

DWB

zuspeise , f. , mnl. toespijse, nl. toespijs, aber nicht nd., wie auch für die nordd. umgangssprache zuspeise etwas gesuchtes an sich hat. a…

Ableitungen von speise (1 von 1)

Gespeise

Campe

Gespeise , des — s , o. Mz. s. Ge — 2. 2).

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APA
Cotta, M. (2026). „speise". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/speise/adelung?formid=S04959
MLA
Cotta, Marcel. „speise". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/speise/adelung?formid=S04959. Abgerufen 19. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „speise". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/speise/adelung?formid=S04959.
BibTeX
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