lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

1. Speise

mnd. bis spez. · 14 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
16 in 14 Wb.
Sprachstufen
7 von 16
Verweise rein
41
Verweise raus
29

Eintrag · Adelung (1793–1801)

1. Speise

Bd. 4, Sp. 179
1. Die Speise, plur. doch nur von mehrern Arten, die -n, ein Wort, welches in vielen Fällen des gemeinen Lebens gebraucht wird, und in den meisten dieser Fälle den herrschenden Begriff der Vermischung zu haben scheinet. 1. Im Bergbaue ist es ein Wort von sehr schwankender Bedeutung, indem daselbst mehrere vermischte Bergarten und metallische Producte von dem Bergmanne Speise genannt werden. Es bezeichnet nehmlich: (1) den Nickel oder durchschwefelten Nickel, welcher den Schwefel und Arsenik an sich nimmt, welche bey dem Rösten des Erzes nicht hinlänglich fortgetrieben worden. Diese Speise hat ein dichtes Gewebe auf dem Bruche, und bekommt sowohl in der Verkalkung als auch in der Auflösung mit Scheidewasser eine grüne Farbe. (2) Den Kobalt, oder vielmehr, den mit Schwefel und Arsenik vermischten Kobalt; sie ist auf dem Bruche stahlartig, macht mit Scheidewasser und Vitriolöhl rothe Auflösungen, und gibt in der Verglasung ein blaues Glas oder die so genannte Schmalte, welche hernach zur blauen Farbe gemahlen wird. (3) Oft wird auch der nicht genug ausgeschmelzte Wißmuth Speise genannt; sie unterscheidet sich von den vorigen durch ihr Gewebe, und verändert die Farbe in den mineralischen Säuren nicht. (4) Eben so oft ist die Speise auch eine metallische Vermischung aus Nickel, Kobalt und Eisen, welche mit mineralischen Säuren rothe Auflösungen gibt, aber in der Verkalkung theils grün, theils braun wird. (5) Nicht selten führet diesen Nahmen auch eine metallische Vermischung aus Kobalt,[] Nickel und Wißmuth, welche mit mineralischen Säuren gelbgrüne oder braune Auflösungen gibt, und in der Verkalkung theils braun, theils grün wird. Es scheinet hieraus zu erhellen, daß der Bergmann jede metallische Vermischung, deren Bestandtheile ihm unbekannt sind, Speise zu nennen pflege. 2. Bey den Probierern ist die Speise ein ähnlicher König oder conische metallische Masse, welche man von kiesigen und kobaltischen Erzen in dem Kupfertiegel erhält, und welche aus Arsenik und Eisen bestehet. 3. Im Hüttenbaue ist es ein weißgrauer schwerer metallischer Kuchen, welcher sich bey der Bleyarbeit von kobaltischen Erzen bey Stechung des Werkes und Bleysteines über dem Werke setzet, und als eine Scheibe oder Kuchen abgehoben werden kann. Diese Speise ist eine Mischung aus Arsenik, Kobalt, Eisen, Kupfer und etwas Silber. 4. Bey den Rothgießern ist die Speise ein vermischtes Metall, besonders aus Kupfer und Zinn, welches auch Glockenspeise genannt wird, weil die Glocken daraus gegossen werden. 5. Die Glaser nennen dasjenige Mengsel aus Zinnasche, Talg und Zinn, womit sie verzinnen, die Kolbenspeise. 6. Bey den Mäurern ist der Mörtel, d. i. der mit Sand vermischte Kalk, in vielen Gegenden unter dem Nahmen der Speise bekannt, wo es zuweilen auch im männlichen Geschlechte üblich ist, der Speis. Anm. Ich finde keinen begreiflichen Grund, dieses Wort, wie von den meisten geschiehet, als eine Figur des folgenden anzusehen. Der Begriff der Vermischung ist hier vielmehr sehr merklich der herrschende; indessen hat sich doch von dessen erweislichen Verwandten nichts wollen auffinden lassen, man müßte denn das noch in einigen Gegenden übliche Spiauter, Nieders. Spialter, hierher rechnen wollen, welches ein aus Messing und Zinn gemischtes Metall bedeutet. Im Polnischen ist Spiza, ein mit einem andern Metalle vermischtes Kupfer, welches aber aus dem Deutschen entlehnet zu seyn scheinet.
3406 Zeichen · 30 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    speiseF.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    speise , F. Vw.: s. spēsse L.: Lü 366a (speise, speisse)

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. Speise

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    1. Die Speise , plur. doch nur von mehrern Arten, die -n, ein Wort, welches in vielen Fällen des gemeinen Lebens gebrauc…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Speise

    Goethe-Wörterbuch

    Speise [bisher nicht online publizierter Wortartikel]

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Speise

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Speise , ein auf Hüttenwerken bei Schmelzprozessen entstehendes, aus Arsen- und Antimonmetallen bestehendes Produkt von …

  5. modern
    Dialekt
    Speisef.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Speise f. : 1. 'Nahrung, Essen', Speis [vereinzelt, Lambert Penns 139], Pl. -e [vereinzelt]; in der Mda. wenig gebr., me…

  6. Sprichwörter
    Speise

    Wander (Sprichwörter)

    Speise 1. Alle Speise schmeckt einem Hungrigen wohl. Bei Tunnicius (340) : Alle spysen smaken dem hungergen. (Omnia ieiu…

  7. Spezial
    Speise

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Spei|se f. (-,-n) 1 (zubereitete Nahrung) spëisa (-ses) f. , mangé m. 2 (Gericht) cëi (cëis) m. 3 vivanda (-des) f. 4 ‹i…

Verweisungsnetz

70 Knoten, 67 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 6 Hub 1 Kompositum 54 Sackgasse 9

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit speise

381 Bildungen · 249 Erstglied · 131 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von speise 2 Komponenten

spe+ise

speise setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

speise‑ als Erstglied (30 von 249)

Speisebrei

SHW

Speise-brei Band 5, Spalte 1151-1152

Speiseeis

SHW

Speise-eis Band 5, Spalte 1151-1152

Speisefolge

SHW

Speise-folge Band 5, Spalte 1151-1152

Speisekarte

SHW

Speise-karte Band 5, Spalte 1151-1152

Speisekelch

SHW

Speise-kelch Band 5, Spalte 1151-1152

Speisenudel

SHW

Speise-nudel Band 5, Spalte 1151-1152

Speisesaal

SHW

Speise-saal Band 5, Spalte 1151-1152

Speisewagen

SHW

Speise-wagen Band 5, Spalte 1151-1152

Speisezeit

SHW

Speise-zeit Band 5, Spalte 1153-1154

Speiseöl

SHW

Speise-öl Band 5, Spalte 1151-1152

speis(e)ader

DWB

speise·ader

speis(e)ader , f. , nur im ältern deutsch (14.—17. jahrh. ) und stets in der form speisader bezeugt ( vgl. jedoch -äderlein), vgl. Höfler kr…

speiseäderlein

DWB

speise·aederlein

speiseäderlein , n. , demin. des vorigen, vene meseraiche. Kramer dict. 2, 856 a ; speis äderlein, venae mesaraicae. Stieler 8 . auch bei Ca…

speiseanstalt

DWB

speise·anstalt

speiseanstalt , f. : eine freistelle in einer speiseanstalt. Campe ; den abend war ich zu Ernst's bruder eingeladen, der eine speiseanstalt …

speiseapparat

DWB

speise·apparat

speiseapparat , m. apparat, pumpwerk, das dampfkesseln das nötige wasser zuführt. Lueger 7, 417 , vgl. 3, 174.

Speisearme

DRW

speise·arme

Speisearme, m. bedürftige Person, die Mahlzeiten aus einer Armenküche erhält vgl. Speiseleute hat derselbe sofort mit den übrigen gedachten …

speiseart

DWB

speise·art

speiseart , f. : dabey kommt der Deutschen speise-art nicht weniger auf den teppich als die speisen auf die tafel. Lohenstein Armin. 1, 501 …

Speisebediente

Campe

speise·bediente

○ Der Speisebediente , Mz. — n , Bediente, Diener, welche die Speisen besorgen, auftragen, beim Speisen aufwarten. »Mittags erst fand die To…

speisebedienter

DWB

speise·bedienter

speisebedienter , m. diener, der die speisen aufträgt und bei tische aufwartet. Campe : mittags erst fand die tochter die ersehnte mutter un…

speise als Zweitglied (30 von 131)

Apfelspeise

PfWB

apfel·speise

Apfel-speise f. : ' Apfelbrei mit verschiedenen Zutaten ', Applspeis (-šbais) [ NW-Frankeck ]. RhWB Rhein. I 218 .

Ausspeise

DRW

aus·speise

Ausspeise Verköstigung Auswärtiger 1599 SchwäbWB. VI Nachtr. 1569 Faksimile

Backspeise

Campe

back·speise

○ Die Backspeise , Mz. die — n, eine allgemeine Benennung aller Speisen, welche gebacken werden, als Backfisch, Backfleisch, Eierkuchen 

begnadigungsspeise

DWB

begnadigung·s·speise

begnadigungsspeise , f. mit der man aus der fürstlichen küche begnadet wird: sonst ist es wol gebräuchlich, dasz man von gedachten begnädigu…

Butzspeise

RhWBN

butz·speise

Butz-speise -s Simm-Laub f.: feinkörniger Mörtel zum Verputzen der Stubendecke.

eispeise

DWB2

eispeise , eierspeise f. : ⟨v1485?⟩ kuchemaistrey ( 1493 ) d 5 b . 1982 frankf. allg. ztg. 154,11.

engelspeise

DWB

engel·speise

engelspeise , f. angelorum cibus: dagegen neretestu dein volk mit engelspeise. weish. Sal. 16, 20.

essenspeise

DWB

essen·speise

essenspeise , f. cibus: ich ewer essenspeise komme ( ich den ihr essen wollt ). Hans Stade 125 ( vgl. essekost); nach den Friedberger hochze…

fischspeise

DWB

fisch·speise

fischspeise , f. 1 1) edulium piscium, speise der fische, zumal von ins wasser geworfnen leichen ( vgl. fisch 9): fischspeis, fündling, ausw…

frühspeise

DWB

frueh·speise

frühspeise , f. speise, die morgens eingenommen wird, jentaculum. Stieler 2979 .

galgenspeise

DWB

galgen·speise

galgenspeise , f. wie galgenaas ( vgl. krähenspeise vorhin ): im himmel sei kein todesaas, kein schelmenfleisch noch galgenspeis. ganskönig …

Gauchspeise

Wander

gauch·speise

Gauchspeise Gauchspeis ist umsunst, wenn sie nicht gekocht ist mit Gunst. – Murner, Gäuchmode.

germspeise

DWB

germ·speise

germspeise , f. mehlspeise, zu der man hefe nimmt Klein prov.-wb. 1, 142 , in Österreich. vgl. DWB germschlankel .

Ableitungen von speise (1 von 1)

Gespeise

Campe

Gespeise , des — s , o. Mz. s. Ge — 2. 2).