Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
nur Adv.
nur Adv.
nur Adv., im Satz in der Regel die Funktion einer Partikel wahrnehmend, die sich entweder auf ein bestimmtes Satzglied (auch auf einen Gliedsatz) bezieht und die Ausschließlichkeit des Genannten, die Beschränkung auf dieses angibt (‘nichts weiter, niemand weiter als, nicht mehr als, bloß’) oder, weitgehend sinnentleert, als modales Element einer Aufforderung, Frage bzw. einem Wunsch Intensität verleiht; außerdem schließt nur in konjunktionaler Verwendung (koordinierend und in der seit dem 15. Jh. gebräuchlichen Verbindung nur daß subordinierend) eine den Inhalt des vorausgehenden Satzes einschränkende Aussage an. Historisch entwickelt sich das Wort selbst durch Verkürzung und lautliche Abschwächung aus einem (anfangs vorwiegend an verneinte Hauptsätze angefügten) einschränkenden Bedingungssatz: Ahd. ni wāri, niwāri, mhd. newære, niwære, auch eʒ enwære (danne) ‘wenn es nicht wäre, es wäre denn, außer’, eigentlich ‘es wäre nicht’, bestehend aus der Negationspartikel ahd. ni, mhd. ne (s. nein, nicht, nie) und der 3. Pers. Prät. Konj. von ahd. mhd. sīn (s. 1sein; vgl. ferner entsprechend gebildetes ahd. ni sī, mhd. eʒ ensī, woraus nach Wegfall der Verneinung nhd. es sei denn), ergibt im späteren Mhd. und im Frühnhd. anfangsbetonte und schließlich einsilbige Formen, vgl. niwer, nüwer, nuwer, newer, neuer(t), niur(t), neur(t), nuor, nuer; zu Beginn des 14. Jh. tritt erstmals spätmhd. (md.) nūr auf, das sich im Nhd. durchsetzt. Westgerm. Parallelen, die ebenfalls kürzende Umgestaltung erfahren, sind mnl. newaer, newāre, dann nemaer, nemāre, maer, māre, mar, mer (nl. maar), afries. ne wēre, dann nēre und wēre, wēra, wara, aengl. ne wǣre, dann nǣre; asächs. ne wāri (that) wird dagegen durch mnd. men, man ‘ausgenommen, nur’, nd. man ‘nur’ abgelöst, das auf gleichbed. asächs. newan, mnd. wan, wen (vgl. ahd. niwan, wan, mhd. niuwan, niwan, wan) beruht (lediglich vereinzelt mnd. nūr, nurt, nort). Im Nhd. ist partikelhaftes nur auch Bestandteil der mehrteiligen nebenordnenden Konjunktion nicht nur …, sondern auch … (16. Jh.), die Aneinanderreihung und gleichzeitig steigernde Hervorhebung ermöglicht.