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Maus

nhd. bis spez. · 16 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Maus

Bd. 13, Sp. 469
Maus (Mus L.), Nagetiergattung aus der Familie der Mäuse (Muridae), kleine Tiere mit schlankem Kopf, spitzer, behaarter Schnauze, schuppig geringeltem, fast nacktem Schwanz von Körperlänge und darüber, fünfzehigen Hinter- und vierzehigen, mit einer Daumenwarze versehenen Vorderfüßen. Die Gattung umfaßt über 100 Arten, die fast über die ganze Erde verbreitet sind und sich von Vegetabilien nähren, aber auch animalische Stoffe nicht verschmähen. Man teilt sie in zwei Gruppen: Ratten, erwachsen über 30 cm lang, mit plumpen Füßen. Schwanz mit 200–260 Schuppenringen; Mäuse, nur bis 24 cm lang, mit schlanken, zierlichen Füßen, Schwanz mit 120–180 Schuppenringen. Die Hausmaus (Mus musculus L., s. Tafel »Nagetiere III«, Fig. 4) ist 9 cm lang, mit ebenso langem Schwanz, grauschwarz mit gelblichem Anflug, unten heller; Füße und Zehen sind gelblichgrau, die Sohlen ganz nackt; die Ohren bedecken angedrückt die Augen. Sie ist in Europa heimisch, aber über die ganze bewohnte Erde verschleppt und lebt in den Wohnungen der Menschen, im Sommer auch in Gärten und Feldern, sie gräbt Röhren und Löcher, ist sehr munter und flink, springt weit, klettert trefflich, schwimmt aber nur mit Anstrengung eine kurze Strecke. Sie wirft jährlich drei- bis fünfmal, 22–24 Tage nach der Paarung, 4–8 nackte, blinde Junge, so daß die unmittelbare Nachkommenschaft eines Jahres mindestens aus 30 Stück besteht. Diese wachsen sehr schnell heran und sind bald fortpflanzungsfähig. Die Hausmaus wird durch ihre Naschhaftigkeit, mehr aber noch dadurch lästig, daß sie wertvolle Gegenstände, namentlich Bücher, Naturalien etc., benagt. Sie frißt jede Art tierischer und vegetabilischer Nahrung. Mehrfach ist berichtet worden, daß die M. ihr bekanntes Gezwitscher (»Pfeifen«) in einer Weise ertönen lassen kann, die an den leisen Gesang eines Vogels erinnert. In China soll man singende Mäuse in Käsigen halten. Die weißen Mäuse sind Kakerlaken oder Albinos und werden oft als zahme Zimmertiere gehalten. In England werden Mäuse gezüchtet und Ausstellungen veranstaltet. Am beliebtesten ist die holländische M. mit langen, seidenweichen Haaren. In Japan züchtet man eine Rasse, die Tanzmäuse, die infolge der Verkümmerung von zwei Bogengängen des Ohrs und einer Degeneration der Hörzellen taub sind und fortwährend mit rasender Schnelligkeit im Kreise herumlaufen (Zwangsbewegung). Die Waldmaus (M. sylvaticus L.) ist 20 cm lang, mit 11,5 cm langem Schwanz, an der Oberseite rot gelblichgrau, auf dem Rücken fast rostbraun, an der scharf abgesetzten Unterseite, an Füßen und Zehen weiß. Die Ohren sind so gestaltet wie bei der Hausmaus. Die Waldmaus ist in ganz Europa und Mittelasien verbreitet, geht im Gebirge bis 2000 m, lebt besonders an Waldrändern und in Gärten, nährt sich von Obst, Nüssen, kleinen Tieren, selbst Vögeln, und besitzt große Gewandtheit im Laufen, Springen und Klettern. Sie legt einen kleinen Wintervorrat an, hält aber keinen Winterschlaf. Sie wirft jährlich zwei- bis dreimal 4–6 nackte Junge und richtet auf Feldern, in Gärten und Wäldern (durch Benagen junger Bäume) Schaden an, der aber im ganzen nicht beträchtlich ist. Im Winter kommt sie in die Häuser. Die Brandmaus (Acker-o der Erbsenmaus, M. agrarius Pall.) ist 18 cm lang, mit 8 cm langem Schwanz, oberseits rostbraun, meist mit schwarzem Rückenstreifen, unten scharf abgesetzt weiß; die Ohren bedecken angedrückt nicht das Auge. Sie findet sich in Mitteleuropa, vom Rhein bis zum westlichen Sibirien, auf Feldern und an Waldrändern, im Winter in Scheunen und Ställen und lebt in Erdlöchern. Sie nährt sich von Getreide, Knollen, Insekten, Würmern und trägt Vorräte für den Winter ein. Sie wirft im Sommer drei- bis viermal 4–8 Junge. Die Zwergmaus (M. minutus Pall.) ist 6,5 cm lang, mit fast ebenso langem Schwanz, an der Oberseite gelblich braunrot, an der scharf abgesetzten Unterseite und an den Füßen weiß; doch kommen auch dunklere und hellere, rötlichere und bräunlichere etc. Abänderungen vor. Die Ohren reichen angedrückt nicht bis aus Auge. Sie findet sich in ganz Mitteleuropa und Sibirien auf Feldern, im Schilf und Rohr, soll jährlich zwei- bis dreimal 5–9 Junge werfen, überwintert in Scheuern, in die sie mit der Frucht eingeführt wird, auch im freien Feld unter Feimen, größtenteils schlafend, aber ohne daß sie in Erstarrung verfällt. Sie lebt von Getreidekörnern, Sämereien aller Art und Kerbtieren, klettert gewandt an den Ästen der Gebüsche und selbst an schwachen Grashalmen empor, wobei ihr der Schwanz als Wickelschwanz sehr förderlich ist, und baut 0,5–1 m über der Erde ein zierliches, kugelrundes, faustgroßes Nest mit seitlicher Öffnung auf an der Spitze zerschlissenen und miteinander verflochtenen Riedgrasblättern oder frei an den Zweigen eines Busches, an einem Schilfstengel u. dgl. (s. Tafel »Tierwohnungen I«, Fig. 4) und benutzt es als Wochenbett. Über die Feldmaus s. Wühlmaus. Vgl. Altum, Unsre Mäuse in ihrer forstlichen Bedeutung (Berl. 1880).
4966 Zeichen · 53 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    2. Maus

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    2. Die Maus , plur. die Mäuse, Diminut. das Mäuschen, Oberd. Mäuslein, ein kleines vierfüßiges, vierzehiges Thier mit ei…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Maus

    Goethe-Wörterbuch

    Maus 1 kleines Nagetier; insbes als häusliche Plage, Beutetier, Geschöpf des Teufels; sehr oft im Vergl u redensartl Lus…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Maus

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Maus (Mus) , artenreiche Gattung Säugethiere aus der Ordnung der Nager mit spitziger Schnauze, langem, geschupptem, mit …

  4. modern
    Dialekt
    Mausf.

    Lothringisches Wb. · +6 Parallelbelege

    Maus [maus, Pl. máis, Demin. máisən D. Si. ] f. Maus : wann d’ Meis sat sin, dann as d'Mehl batter wenn die Mäuse satt s…

  5. Sprichwörter
    Maus

    Wander (Sprichwörter)

    Maus 1. Aber ach und weh, gibt es Mäuse im Bodensee. 2. Alte Mäuse fressen auch gern frischen Speck. – Altmann VI, 401. …

  6. Spezial
    Maus

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Maus (Mus sp.) f. (-, Mäuse) 1 ‹zool› sorücia (-ces) f. 2 ‹inform› mouse f. ✒ beißt die Maus einmal am Käse, so kommt si…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit maus

403 Bildungen · 349 Erstglied · 48 Zweitglied · 6 Ableitungen

maus‑ als Erstglied (30 von 349)

Maus II

SHW

Maus II Band 4, Spalte 589-590

Maus(e)ohr

SHW

Maus(e)-ohr Band 4, Spalte 595-596

maus(e)tot

SHW

maus(e)-tot Band 4, Spalte 595-596

Maus(e)weg

SHW

Maus(e)-weg Band 4, Spalte 595-596

maus(e)leⁿ

Idiotikon

maus(e)leⁿ Band 4, Spalte 447 maus(e)leⁿ -äu- 4,447

Mausborn

SHW

Maus-born Band 4, Spalte 591-592

Mausborzel

SHW

Maus-borzel Band 4, Spalte 591-592

Mausbutik

SHW

Maus-butik Band 4, Spalte 591-592

mauseln

SHW

maus-eln Band 4, Spalte 593-594

Mausfalke

SHW

Maus-falke Band 4, Spalte 595-596

Mausfalle

SHW

Maus-falle Band 4, Spalte 595-596

Mausfell

SHW

Maus-fell Band 4, Spalte 595-596

mausgrau

SHW

maus-grau Band 4, Spalte 595-596

Mauskönig

SHW

Maus-könig Band 4, Spalte 595-596

maus als Zweitglied (30 von 48)

Augenschmaus

RDWB1

Augenschmaus m см. RDWB1 Schmaus , RDWB1 Augenweide

Fledermaus

RDWB1

Fledermaus f летучая мышь

Leichenschmaus

RDWB1

Leichenschmaus m поминки (не имеет отношения к словам "пир" или "труп")

Ohrenschmaus

RDWB1

Ohrenschmaus m umg. ласкать слух идиом. Vögelgezwitscher ist ein echter ~ - пение птиц ласкает слух

Schmaus

RDWB1

Schmaus m кутёж; пиршество; пир; пирушка; трапеза устар. или шутл. Augenschmaus m - пиршество для глаз; см. RDWB1 Augenweide

Alpmaus

Adelung

alp·maus

Die Alpmaus , plur. die -mäuse, S. Adelung Murmelthier .

Bärmaus

Adelung

baer·maus

Die Bärmaus , plur. die -mäuse, bey einigen ein Nahme des Murmelthieres, weil es einige Ähnlichkeit, so wohl mit einem Bären, als einer Maus…

Bilchmaus

Adelung

bilch·maus

Die Bilchmaus , plur. die -mäuse, eine Art großer Haselmäuse, welche so groß wie eine Wiesel sind, einen kurzen Schwanz, und einen hellen as…

Buschmaus

Adelung

busch·maus

Die Buschmaus , plur. die -mäuse, oder die Búschratze, plur. die -n, eine Art Amerikanischer Mäuse oder Ratzen, welche den Beutelratzen glei…

Chilchwīhschmaus

Idiotikon

Chilchwīhschmaus Band 9, Spalte 1008 Chilchwīhschmaus 9,1008

Emmaus

AWB

Emmaus s. Eigennamen.

fahrmaus

DWB

fahr·maus

fahrmaus , f. ein mensch mit fahrigem, unstät zufahrenden wesen.

feldmaus

DWB

feld·maus

feldmaus , f. mus rusticus: von einer vëltmûs und einer statmûs. Boner 15 . altd. wäld. 3, 185; die feldmaus geht in die stad zu gaste. fros…

fledermaus

DWB

fleder·maus

fledermaus , f. vespertilio, nycteris, ahd. flëdarmûs und daneben flëdremûstro, Graff 2, 873 , im vocab. s. Galli 198, nach Lachmanns und Gr…

G(e)maus

Idiotikon

G(e)maus Band 4, Spalte 446 G(e)maus 4,446

gelenkmaus

DWB

gelenk·maus

gelenkmaus , f. bei wundärzten, ein locker gewordenes stückchen knorpel das sich im gelenke hin und her schieben läszt. Adelung.

haselmaus

DWB

hasel·maus

haselmaus , f. myoxus ( in mehreren arten ). Nemnich 3, 687 . haselmaus, glis, sorex Stieler 1257 ; sorex, mus avellanarum, haselmausz. Fore…

hausmaus

DWB

haus·maus

hausmaus , f. mus musculus. Nemnich 3, 654 ; ein hauszmausz lud ein feldmausz zu gast. Agr. spr. (1560) 361 b .

hebeschmaus

DWB

hebe·schmaus

hebeschmaus , m. schmaus, der zur feier des hebens eines hauses ( sp. 724) gegeben wird, richtschmaus. s. hebemahl sp. 720.

Hochzeitsschmaus

Wander

hochzeits·schmaus

Hochzeitsschmaus Es war noch nie ein Hochzeitsschmaus, der Teufel wollte die Sauce dazu machen im Haus. [Zusätze und Ergänzungen] 2. Beim Ho…

Kindelschmaus

Wander

kindel·schmaus

Kindelschmaus Man muss den Kindelschmaus nicht eher bestellen, bis das Kind da ist. – Altmann VI, 407; Reinsberg VII, 21. Ueber solch vorzei…

kirchenmaus

DWB

kirchen·maus

kirchenmaus , f. maus die in einer kirche wohnt, in der redensart arm wie eine kirchenmaus ( die ja keine vorräte findet ): ich bin arm wie …

Ableitungen von maus (6 von 6)

bemausen

DWB

bemausen , expilare, suppilare, bestehlen, doch milder als dieses: die kinder bemausen das aufgestellte zuckerwerk; im vorübergehen musz ihn…

ermausen

DWB

ermausen , suffurari. s. mausen .

mause

DWB

mause , f. federwechsel eines vogels; mhd. mûʒe, niederl. muite, ital. muda, franz. mue, mittellat. muta, handlung, zeit und ort des mausens…

vermausen

DWB

vermausen , verb. die federn durch mauserung verlieren: und ist ein antenerer ein vogel so noch nicht vermaust oder zum wenigsten die federn…

zermausen

RhWB

zer-mausen: die Haare z., strubbelig machen Koch .