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mause

nhd. bis GWB · 4 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

mause f.

Bd. 12, Sp. 1821
mause, f. federwechsel eines vogels; mhd. mûʒe, niederl. muite, ital. muda, franz. mue, mittellat. muta, handlung, zeit und ort des mausens (s. d.); die historisch-richtige nhd. schreibung mausze ist schon früher oft, jetzt fast allgemein der schreibung mause gewichen. das wort ist wol zunächst nur kunstwort der falkner und auf das federspiel bezogen; seltener in örtlicher bedeutung, als käfig, worin man den falken sich mausen läszt: ich wil dir (dem einen habicht verglichenen menschen) wisen dry gewelb, dry musen, darin du magst din alte feddern herab schwingen und nüwe überkommen. Keisersberg bilg. 10a; wiltu dann, das sich dein federspil mause, so wirf es in die mausz umb s. Martins tag und halt es gar warm. Feierabend falknerei 63b; vergl. niederl. muyte, cavea, aviarium, locus aviarius, locus in quo aves se recipiunt cum pennas mutant. Kilian; gewöhnlich für die handlung selbst und die zeit derselben: entrinnet einem manne ein vederspil, daʒ eine mûʒe hât, dem sol man daʒ widergeben. Schwabensp. 198, 2; der falk ist aller pest in der andern oder dritten mauʒe. Megenberg 188, 32; Albertus sagt, dasz man den vogel in der mausz (den habicht) von aller my und arbeit enthalten sölle. Heuszlin vogelb. 123b; so der vogel nach seiner mausz einen verdrusz ab der speisz hat. 125b; des (pilgrimfalken) mûʒe hât schœne pfliht. jüngling 232; nachher wird es auch auf das federnlassen anderer vögel angewendet: die vögel, so in zimmern, unter der menschen obsicht, ihre maus verrichten, kriegen viel stärkere und vollkommenere federn, als die sich in der wildnisz mausen. denn diese müssen in der maus zugleich brüten ... man musz die vögel nicht eher aus der mause nehmen, als bisz die schwing- und langen federn genugsam erstarket sind. öcon. lex. 1565; 'wo habt ihr eure federn?' wir sind in der mause; wir haben sie alle verloren. Göthe 14, 101; wir waren wie dohlen in der mause. Freytag ahnen 1, 108; ein hapich hat farb wie ein reiger, und uf dem helm ein nest mit eiger, dar by ein han, sitzt jnn der musz, der wil die eiger brten usz. Brant narrensch. 76, 31; wie? er spottet noch, verruchter? sah man eine schuld wie seine? doch er soll mir kahler werden, als ein vogel in der mause. Platen 270; vom träumer Merlin, was der prophezeit, vom drachen und vom fische ohne flossen, berupftem greif und raben in der mause (a moulten raven). Shakesp. Heinrich IV, 1, 3, 1; niederd. in der Mark mût auch von der häutung der krebse, vgl. Schiller-Lübben 3, 141b; und daher hochdeutsch: ein homme de lettres ist gerade wie ein krebs, nicht eher zu genieszen, als in der unpäszlichen mausze. J. Paul paling. 1, 36; es waren krebse in der mausze, nämlich unter dem schein der schaalenpanzer nur eiweiche naturen. kom. anh. zum Tit. 2, 99; endlich auf menschen bezogen: kurz überall stöszt man auf die traurigkeit, welche die menschen jedesmal befällt, wenn sie sich bekehren und den alten Adam in ihrer mausze ausziehen müssen, wie vögel unter dem mauszern traurig stumm dasitzen. herbstblum. 3, 215. in Nordfranken heiszt die mausz herumgehende seuche, epidemie. Schm. 1, 1666 Fromm.; sonst länger andauernder krankhafter zustand: er ist aber von wegen ingenomen gifts .. letstlich im hirn gar verruckt worden und dohin kommen, das er sich keiner sach mer beladen, den tag geschlafen, des nachts gewacht .. gemainlich aber, war er dermasen in der mausz gesessen, so ist ain unrhue oder sonst was seltzams daruf ervolget. Zimm. chr. 3, 424, 34. vergl.mauser.
3502 Zeichen · 63 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Mause

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Die Mause , plur. die -n. 1) Der Zustand der Vögel und mancher Thiere, da ist zu gewissen Zeiten des Jahres ihre Federn …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Mause

    Goethe-Wörterbuch

    Mause jahreszeitlich bedingter Federwechsel der Vögel [ Zweiter Vogel: ] Wo habt ihr eure Federn? [ Treufreund: ] Wir si…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit mause

103 Bildungen · 101 Erstglied · 1 Zweitglied · 1 Ableitungen

mause‑ als Erstglied (30 von 101)

Mausekatze

SHW

Mause-katze Band 4, Spalte 593-594

Maus(e)bohrer

PfWB

mause·bohrer

Maus(e)-bohrer m. : 'Bohrer zum Bohren von Löchern in eine Art Mausefalle', Mausbohre (r) [KU-Schmittw/O Heeger Tiere I 25 PfL 27. 11. 1922]…

Maus(e)bussard

PfWB

mause·bussard

Maus(e)-bussard , Mäus(e)- m. : wie schd., Maisebussaʳd, Mäuse- [ PS-Fehrb , mancherorts]; vgl. Mäusehabicht, -putzer . Südhess. IV 592 . —

mausech

LothWB

maus·ech

mausech [mauZeχ D. Si. ] adj. u. adv. 1. gern Mäuse fangend (von der Katze). — 2. kriechend vertraulich: e mecht sech m. — lux. 280 ebenso.

Maus(e)darm

PfWB

mause·darm

Maus(e)-darm m. : 'Vogelmiere (Stellaria media)', Maisedarm [ BZ-Rohrb ]; Syn. s. Hünkelsdarm 1. —

Maus(e)dreck

PfWB

mause·dreck

Maus(e)-dreck , Maus(e)-drecker m. : 'Mäusekot', Mausdreck, Pl. -dreckeʳ [verbr., Krämer Gal 147], Sg. u. Pl. -dreckeʳ [ NW-Frankeck ], Mais…

maus(e)dreckeltot

PfWB

maus(e)dreckel-tot Adj. : verstärktes maus(e)tot, mausdreckeldot, -dout [LA-Mörzh Nd'hochstdt Heeger Tiere I 25]. »Das Wort tot steigern die…

Maus(e)fänger

PfWB

mause·faenger

Maus(e)-fänger , Mäus(e)- m. : 'Tier (Hund, Katze, Habicht), das Mäuse fängt', Mausfängeʳ , -fängeʳn; Mais- [mancherorts]. Die Katz es en Ma…

Mausefalk

Adelung

mause·falk

Der Mausefalk , oder Mäusefalk, des -en, plur. die -en, eine Art Falken in der Größe eines Fasanes, mit langen Schenkeln und kurzen starken …

mausefalle

DWB

mause·falle

mäusefalle , mausefalle , mausfalle , f. falle eine maus darin zu fangen: muscipula muszfalle, mawszfalle, meuszvall, musevall, muszevaln Di…

Maus(e)fallenhändler

PfWB

mausefalle·n·haendler

Maus(e)fallen-händler m. : 1. 'wer mit Mausefallen handelt', auch Schimpfw., Mausfallehännleʳ [vereinzelt]. — 2. 'Italiener', scherzh. [ LU-…

mausefallenkrämer

DWB

mausefalle·n·kraemer

mausefallenkrämer , m. herumziehender verkäufer von mausefallen: einem Italiener, der zwar nicht das reinste deutsch, aber doch vernehmlich …

Mausefarbe

Campe

mause·farbe

Die Mausefarbe , Mz . u. die gewöhnliche aschgraue Farbe der gemeinen Maus oder Hausmaus, wie auch, eine dieser Farbe ähnliche graue Farbe.

maus(e)farbig

PfWB

mause·farbig

maus(e)-farbig Adj. : 'aschgrau, wie die Farbe der Maus', mausfoʳwich [ KU-Schmittw/O ]; vgl. Maus(e)farbe . —

Mausefêder

Adelung

mause·feder

Die Mausefêder , plur. die -n, Federn, welche den Vögeln in der Mause, oder wenn sie sich mausen, ausfallen.

mausefedern

DWB

mause·federn

mausefedern , f. plur., pennae et plumae quae tempore mutationis excidunt. Frisch 1, 651 b .

maus(e)fett

PfWB

mause·fett

maus(e)-fett Adj. : 'sehr fett', -fett [ KU-Schellw IB-Bebh ]. Rhein. V 1001 .

Mausefleckchen

Wander

mause·fleckchen

Mausefleckchen Sich ein Mausefleckchen machen. Auch Petersfleck, das Stückchen Stoff, das die Schneider beim Zuschneiden für sich erübrigen.

Maus(e)fraß

PfWB

mause·frass

Maus(e)-fraß , Mäus(e)- m. : 'Schaden, den die Mäuse bes. an Getreide anrichten', Mausfraß [ KU-Schmittw/O ]. —

Maus(e)gasse

PfWB

mause·gasse

Maus(e)-gasse f. : Gasse in Spey, Mausgasse; nach den FlN: a. 1353: Mausebuhel, a. 1586: Maußberg [ Engelhardt 37]. —

Maus(e)geld

PfWB

mause·geld

Maus(e)-geld n. : 'Geld für abgelieferte Mäuse', -geld [ KU-Schmittw/O ]. In Zeiten der Mäuseplage wurde das Fangen der Mäuse von den Gemein…

Maus(e)gerste

PfWB

mause·gerste

Maus(e)-gerste f. : 'das Unkraut Hordeum murinum', -gerscht [ebd., RO-Dielkch]. Südhess. IV 593 ; Rhein. V 1001 . —

mause als Zweitglied (1 von 1)

geschmause

DWB

geschmause , n. das schmausen Adelung.

Ableitungen von mause (1 von 1)