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Lob

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Eintrag · Wander (Sprichwörter)

Lob

Bd. 2, Sp. 202
Lob 1. Auf Lob warten, heisst, es annehmen. 2. Besser kein Lob als kaltes Lob. Engl.: Faint praise is disparagement. (Bohn II, 59.) 3. Besser Lob verdienen als Lob erhalten. It.: Cerca più tosto d'esser lodevoie che lodato. (Pazzaglia, 201, 14.) 4. Das Lob des Dieners ist des Herrn Ehre. 5. Das Lob eines Freundes und die Verachtung eines Feindes wiegen gleich schwer. – Winckler, XIV, 18. 6. Das Lob Eines Klugen ist besser als das von tausend Narren. 7. Das Lob eines Weisen ist besser als von zehn Narren. Mhd.: Ein Lop, daz mit der volge ûz wîsem munde gat, daz lop bestât von tage ze tage ie lûter. (Frauenlob.) (Zingerle, 94.) 8. Das lob ist der Thoren (Narren) prob. – Franck, I, 127b; Petri, III, 68; Gruter, I, 11; III, 64; Lehmann, 489, 25; Lehmann, II, 380, 64; Eyering, I, 333; Eiselein, 430; Gaal, 1108; Simrock, 6547; Steiger, 188; Körte, 3925; Lohrengel, I, 477. Willst du wissen wie dumm ein Narr ist, so lobe ihn. Die Perser: Lob macht den Thoren fett. Die Russen: Lob ist des Mannes Untergang. (Reinsberg III, 131.) Die Russen: Lob tödtet den Narren. (Altmann VI, 462.) Köder womit man die Thoren angelt. (Altmann VI, 451.) Hefte Lob an die Angel und du köderst alle Narren. (Altmann VI, 505.) n.: Lov er nar-prov. (Prov. dan., 497.) 9. Das Lob ist so viel werth als wie der, so es spendet. Aehnlich die Chinesen Cahier, 2155. Daher schreibt Börne im vierten seiner Pariser Briefe: »Dass beide mich getadelt, kann ich ihnen verzeihen; aber dass sie mich gelobt, verzeihe ich ihnen nicht.« 10. Das Lob vom Feind ist selten gut gemeint. »Das Lob eines Feindes ist Gift.« (Voss bei einem Besuch desselben in Weimar bei Wieland, nach Böttiger's Aufzeichnung, vgl. Morgenblatt, 1857, S. 756.) Böhm.: Sobĕ nahání, když tĕ zlý chválí. (Čelakovsky, 102.) – Vlastní chwála z hrdla smrdi. (Čelakovsky, 101.) Poln.: Chwała z własnych ust śmierdzi, z cudzych pachnie. – Sobie gali, gdy cię zły chwali. (Čelakovsky, 101 u. 102.) 11. Das Lob, was einem Löwen gebührt, muss man keiner Maus zulegen. – Winckler, XV, 36. 12. Der hat das lob, so schweigen kann vnd freundlich ist bey jederman. – Gruter, III, 17; Lehmann, II, 79, 81. 13. Der ist kleines Lobes werth, der sich selbst zu loben begehrt. – Sutor, 315. Lat.: Qui sese laudat, laudis se munere fraudat. (Loci comm., 4; Sutor, 315.) 14. Der kein Lob verdient, ist vor Ehrabschneidung sicher. – Chaos, 158. 15. Des Lobes aus der Mutter Mund geht viel auf ein Pfund. Frz.: C'est peu de chose d'être loué de son père, de sa nourrice et de son curé. (Cahier, 964.) 16. Dös Lob, dös me hört, ist net viel werth. (Neresheim.) Die Russen: Des Sklaven Lob ist Tadel. (Altmann VI, 406.) 17. Eigen Lob ist verdächtig. – Henisch, 829, 44. »Ist einem eignes Lob der angenehmste Kauff, geht in der Nase ihm diess als wie ein Pfeffer auf, spricht man: dass er in sich unsterblich sey verliebet; doch eignes Lob das stinckt, wie es das Sprichwort giebet.« (Keller, 134a.) 18. Eigen Lob riecht nach limburger Käse. – Eiselein, 431. 19. Eigen Lob stinkt, der Freunde Lob hinkt; fremd Lob (klingt, oder) ist wahr und dauert wol ein Jahr. – Eiselein, 431; Henisch, 829, 42; Braun, I, 360 u. 2367. Böhm.: Vlastní chvála v oči práší; jiných chvála jest' přináží. (Čelakovsky, 102.) Wend.: Samokhwalba (samsna khwała) woči kała; druhich khwała česć ći dawa. (Čelakovsky, 102.) 20. Eigen Loff stinkt, Frünn'n Loff hinkt, äwerst wat anner Lüd' lâben, dat blifft bâben. (Mecklenburg.) – Günther, III; Diermissen, 263; Raabe, 104. 21. Eignes Lob und faule Früchte schmecken übel. – Chaos, 368. 22. Ein gut Lob ist Goldes werth. – Petri, II, 195. 23. Es ist kein Lob für den Himmel, so es den Bösen gut geht. – Eiselein, 89. Lat.: Probrum est deo, si res malis sint prosperae. (Eiselein, 89.) 24. Es ist Lob, den Bösen misfallen. 25. Es ist nit lobs werdt, das der böfel hoch ehrt. – Franck, I, 133a; Lehmann, II, 135, 46; Henisch, 445, 18; Körte, 3929. Lat.: Non quam multis placeas, sed quibus, stude. (Philippi, II, 43.) 26. Eygen lob ist zu grob. – Franck, I, 133a. Mhd.: Wer sich selber labet, zîn lop niht wol in habet. (Moolfs.) – Lop daz von eigem munde gât, daz ist niht lop. (Boner.) – Lop wart ie vûl, dâ manz dâ heime vant. (Frauenlob.) (Zingerle, 94.) 27. Eygen lob stinckt. – Agricola I, 214; Franck, I, 133a; Egenolff, 119b; Eyering, I, 541; II, 3 u. 409; Waldis, III, 29, 34; Henisch, 829, 42; Gruter, I, 3; Latendorf II, 9; Schottel, 1124b; Schamelius, 187, 1; Mayer, I, 36; für Schlesien: Gomolcke, 351; Keller, 176a. »Eygen lobs red ist fauler stanck.« (Waldis, II, 19, 42.) Die Russen: Anderer Lob hat Rosenduft für uns, Selbstlob hat Kothgeruch für andere. (Altmann VI, 455.) Böhm.: Kdo se sám chválí, ten si sám kadí; a kde se kadí, tam jistĕ smrdí. (Čelakovsky, 101.) Holl.: Eigen lof stinkt, eigen roem hinkt. (Harrebomée, II, 34.) It.: Sordida è la lode in bocca propria. (Gaal, 339.) Lat.: Propria laus sordet. (Schamelius, 187, 1; Gaal, 339; Chaos, 472; Philippi, II, 111.) Schwed.: Eget beröm (loff) luktar illa. (Wensell, 27; Rhodin, 46; Grubb, 178; Törning, 19.) 28. Falsch Lob ist gewisser spott. – Lehmann, 489, 14; Eiselein, 431; Simrock, 6559; Braun, I, 2368. Mhd.: Gelogen lop ist unwert. Der des gert, das man in mit lügen lobe, ich hânz dû für daz er tobe. (Helbling.) (Zingerle, 94.) n.: Falsk roes er spot. (Prov. dan., 153.) – Halvt at rose er halvt at skiełd. (Bohn II, 373; Prov. dan., 480.) Frz.: Un mauvais éloge vaut un grand blâme. (Masson, 235.) 29. Fremd Lob ist wahr und dauert über ein Jahr. – Simrock, 6552. Mhd.: Lop von lantliuten sol nieman verkinten. (Lanzelet.) (Zingerle, 93.) Lat.: Landet te os alienum. (Egeria, 121.) 30. Fremd Lob klingt, eigen (Freundes) Lob hinkt. Böhm.: Lépe jest od jiného chválenu býti. – Líbeznĕji se chvála z cizích úst slýchá, nežli z vlastních dmýchá. (Čelakovsky, 102.) Poln.: Chwały własnĕj cudnéj cudzych ust sluchać niž ją swą gębą dmuchać. (Čelakovsky, 103.) 31. Fremdes Lob und Brot schmecket besser als das eigene. – Chaos, 368. 32. Freundes Lob hinkt, Feindes (fremdes) Lob klingt. 33. Gross Lob ist nicht immer gross Ehr'. n.: Ofte fanget stort loff liden ere. (Prov. dan., 173.) 34. Halbes Lob hat wenig Werth, es ist ein Thor, der es begehrt. 35. Im Lob, das einer selbst sich singt, er's immer nur zu Miston bringt. 36. Kein grösseres Lob für eine Frau, als dass sie nicht sei eine gelehrte Sau. Die Chinesen sagen: Man kann die Vorzüge eines Frauenzimmers nicht besser rühmen, als wenn man sagt, dass sie nicht gelehrt sei. 37. Lautes Lob und Tadel im geheim ist dem Freunde süss wie Honigseim. 38. Lob bessert den Meister und verdirbt den Lehrjungen. – Altmann VI, 462. 39. Lob, das man nicht verdient, ist Spott. It.: La vera lode adorna, quella che non è vera, riprende. (Pazzaglia, 201, 6.) Schwed.: Alt lofligit är intet altijd ährligit. (Törning, 6.) 40. Lob erhält mancher todte Mann, der es im Leben nie gewann. – Braun, I, 2365. 41. Lob erhebt die Klugen und benebelt die Narren. – Welt und Zeit, V, 340, 190. It.: La lode giova al savio e nuoce molto al pazzo. (Cahier, 2969.) 42. Lob eygenes Munds stinckt. – Lehmann, II, 375, 112; Eiselein, 531. 43. Lob folgt den Wercken. – Lehmann, 468, 4. 44. Lob gewinnt Liebe. Frz.: Mieux vaut louer que redarguer (critiquer). (Leroux, II, 263.) 45. Lob in die Augen soll nicht viel taugen. Böhm.: Když tĕ v oči chválí, boj se nachýliti mýsli. (Čelakovsky, 42.) Poln.: Kto w oczy chwali, strzež się nachylić myśli. (Čelakovsky, 43.) 46. Lob ist dem Guten ein Sporn, dem Bösen ein Dorn. Böhm.: Chvála k dobrému podnĕt. (Čelakovsky, 104.) Poln.: Chwała popudka do dobrego. (Čelakovsky, 104.) 47. Lob ist dem Guten eine Ehre, dem Bösen eine Schande. 48. Lob ist der Tugend Lohn. – Petri, II, 441. 49. Lob ist eine wohlfeile Münze, die man den Todten ins Grab gibt. It.: La lode nascer deve quando è morto chi si hà da lodare. (Pazzaglia, 201, 3.) 50. Lob ist leicht zu gewinnen, aber Tadel noch viel leichter. n.: Man fanger ofte lof for lidet, og last for halve mindre. (Prov. dan., 156 u. 389.) 51. Lob ist leichter zu erlangen als zu erhalten, denn es will immer wie ein Fewer geschürt sein. – Lehmann, 490, 40; Körte, 3932; Simrock, 6539; Braun, I, 2359. 52. Lob ist nicht allezeit angenehm. – Lehmann, 489, 17. Wenn der Fuchs das Gansfleisch lobt, so können die Gänse keine Freude darüber haben. n.: Roos er ei altid vel hørt. (Prov. dan., 480.) 53. Lob ist Wind, verfliegt geschwind. »Lob ist der angenehmste aller Balsamdüfte, allein es nimmt, wie alle starken Wohlgerüche, den Kopf ein.« Mhd.: Ein swacher lober truget dich stritst dû ûf sînen kloben. (Müglin.) (Zingerle, 94.) – Entlêntez lop gât dicke wider erdâchtiu hôchvartvallet nider. (Boner.) (Zingerle, 94.) It.: Le lodi humane sono cose vane. (Pazzaglia, 201, 7.) 54. Lob kitzelt jedem in den Ohren. »Wir hängen die Perle des Lobes ins Ohr, nicht in den Mund.« (Menzel, Streckverse, 16.) Böhm.: Chvála nejpříjemnĕjší písnika. (Čelakovsky, 102.) It.: La lode giova al savio, ed al matto noce. (Pazzaglia, 201, 2.) Lat.: Est nimium rarus qui laudis non sit avarus. (Egeria, 61.) Poln.: Piosnka najprzyjemniejsza každemu, gdy go chwalą. – (Čelakovsky, 102.) 55. Lob kommt nicht aus Feindesmund. – Eiselein, 431. 56. Lob macht den Guten besser, den Bösen schlimmer. – Winckler, XIX, 61. Engl.: Praise does a wise man good, but a fool harm. (Gaal, 1108.) It.: Loda il buono, e diverrà migliore loda il cattivo, diventerà peggiore. (Pazzaglia, 201, 13.) – Loda il matto, e fa l' saltare; se non è matto, il farai diventare. (Gaal, 1108.) 57. Lob macht den Guten nicht besser, Tadel den Schlimmen schlimmer. Die Russen: Lob hilft dem Guten nicht, und schadet dem Schlimmen. (Altmann VI, 432.) n.: Roos giør en god bedre, og last en ond værse. (Prov. dan., 479.) 58. Lob macht einen Anfang zur Freundschaft. – Körte, 3921; Simrock, 6535. 59. Lob macht Freunde. n.: Lov baner veyen til venskab. (Prov. dan., 390; Bohn II, 385.) 60. Lob macht künstler. – Franck, I, 127b; Lehmann, II, 375, 111; Petri, II, 141; Gruter, I, 55; Latendorf II, 21; Braun, I, 2300; Körte, 3934. Wirkt auch anregend auf den Schriftsteller. Lat.: Laus (honos) alit artes. (Cicero.) (Frob., 365; Schonheim H, 15; Philippi, I, 182.) – Scribentem juvat ipse favor, minuitque laborem. (Ovid.) (Binder I, 1604; II, 3052.) 61. Lob macht nicht gross und Tadel nicht klein. Lob und Tadel können eben beide verderblich wirken. Einen solchen Fall hat Börne (Ges. Schriften, VII, 299) im Auge, wenn er sagt: »Mit der einen Seite bratet er im Feuer des Lobes, mit der andern friert er im Froste des Tadels.« n.: Af roos, saasom af skyggen bliver man hverken større eller mindre. (Prov. dan., 480.) 62. Lob macht nicht satt. Die Serben: Leeres Lob füllt die Taschen nicht. (Reinsberg IV, 79.) Böhm.: Chvála a nic, vše jedno. – Chvála košile nespraví. (Čelakovsky, 106.) 63. Lob macht rührige Hand. »Der Weihrauch des Lobes treibt das Dampfschiff junger Genies.« (Menzel, Streckverse, 19.) n.: Ingen lov intet liv. (Prov. dan., 390.) 64. Lob nach dem Tode ist Gesang der Nachtigall. 65. Lob ohne Mass hat keine Ehre. – Körte, 3930 u. 4942; Simrock, 6541. 66. Lob treibt den Mann zu grossen Thaten an. Lat.: Immensum gloria calcar habet. (Sutor, 323.) 67. Lob und Ehr' veralten sehr. 68. Lob und faule Leut' treffen (begegnen) sich zu keiner Zeit. n.: Lov og løshed komme aldrig samma. (Prov. dan., 390.) 69. Lob und Kohl schmecken wohl, aber sie blähen. Böhm.: Lidská chvála tĕ nenadýmej. (Čelakovsky, 102.) Poln.: Chwałą się ludzką nieunoś. (Čelakovsky, 102.) 70. Lob und Ohrfeigen sind verschiedene Dinge. Aber mitunter sieht das Lob aus wie eine Ohrfeige, ja man würde in gewissen Fällen eine Ohrfeige dem Lobe vorziehen. – Lessing wünscht in seinem Tagebuch, er hätte alles Lob über seine Schriften in einem Buch beisammen, aber in einem andern allen Tadel, den er erfahren; das eine sollte ihn ermuthigen, das andere vor Uebermuth schützen. Der Schauspieler Borchers hatte alle Sinngedichte gegen sich, sowie alle Kritiken seines Spiels sorgfältig gesammelt und gesondert gebunden. (Bresl. Erzähler, 1801, S. 530.) Böhm.: Marna chvála i pieciwálkem pohne. (Čelakovsky, 102.) Lat.: Hipponacteum praeconium. (Cicero.) (Philippi, I, 177.) Poln.: Próžna chwała i piecucha ruszy. (Čelakovsky, 102.) 71. Lob vom eigenen Munde wird bös zu aller Stunde. – Eiselein, 431. 72. Lob wird manchem todten Mann, der Lob im Leben nie gewann. – Simrock, 6537. 73. Lob wird nicht immer so aufgenommen wie es gespendet wird. n.: Det redelige loffuis, det holdes løslige. (Prov. dan., 389.) 74. Lob wird nicht kund aus Feindes Mund. 75. Lob wirkt mehr als Tadel. Die Russen: Lohn feuert mehr an als Strafe abschreckt. – Lob spornt mehr an als Tadel abschreckt. (Altmann VI, 481 u. 508.) 76. Loves is he wêrt, de sik sulven uphelpet. Lat.: Candida Marte suo virtutem quaerere laus est. (Tunnicius, 400.) 77. Man soll mit Lob und Tadel sparsam (vorsichtig) sein. Schriftstellern ist besondere Vorsicht in Betreff des Tadels gegen Regierungen zu empfehlen; das Lob ist weniger bedenklich. L. Börne (Ges. Schriften, IV, 202) sagt wenigstens: »Man wird (die venetianische Staatsinquisition ausgenommen, die auch das Lob bestrafte) keinen Fall angeben können, wo ein Schriftsteller in Deutschland gestraft worden wäre, weil er eine Regierung gelobt habe.« Lat.: Neminem nec accusaveris, nec laudaveris cito. (Publ. Syr.) (Binder I, 1089.) 78. Mit Lob fängt man die Narren, mit Hunden Hasen und mit Geld die Frauen. – Braun, I, 2364. 79. Mit Lob und Tadel soll man wie mit Feuer und Licht umgehen. »Durch den Rauchfang des Lobes zieht der Teufel ins Haus.« (Menzel, Streckverse, 113.) n.: Priis varlig, last sparlig. (Prov. dan., 460.) Lat.: Neminem cito accusaveris vel laudaveris. (Seybold, 337.) 80. Uebermässig Lob ist Honig voller Gift. 81. Viel lob vnd ehr der man gewint, so man allzeit auffrichtig findt. Lat.: Est dignus laude qui cuncta facit sine fraude. (Loci comm., 21.) 82. Vil Lob, wenig Prob. Lat.: Ubi multa laus, ibi multa fraus. (Chaos, 474.) 83. Von Lob wird man weder grösser noch kleiner, wie vom schatten. – Lehmann, 490, 44. 84. Wahres Lob wächst auch in armer Leute Garten. Lat.: Laus vera humili saepe contingit viro. (Philippi, I, 222.) 85. Wem du Lob zusagst, den lobe, dass du schelten magst. 86. Wer einem Lob zulegt, das nicht im Werk ist, sagt, wie er soll beschaffen sein. 87. Wer für sein Lob zu wenig gibt, bekommt Schande. 88. Wer Lob bettelt, den hungert nach Schimpf. – Winckler, XIV, 35. 89. Wer Lob will erlangen, muss sich nicht lassen von Buhlschafft, Soff und Faulheit fangen. 90. Wer Lobes nicht begehrt, dem wird Lobes gewährt. 91. Wer nicht nach Lob strebt, dem schadet die Schmach nicht. 92. Wer sein eigenes Lob ruffet aus, hat böse Nachbarn vmb sein Hauss. – Sutor, 311; Loci comm., 89. Lat.: Omnibus invisa est stolidae jactantia mentis: dum de te loqueris, gloria nulla tua est. (Chaos, 473.) – Sese vicinos jactans habet undique pravos. (Fallersleben, 221; Sutor, 311.) 93. Wer sein Lob kauft, bezahlt es stets zu theuer. 94. Wiltu erlangen lob vnd ehr, kein schlemmer sey, geitz' nicht zu sehr. Lat.: Luxuriem fugito simul et uitare memento crimen auariciae, nam sunt contraria famae. (Loci comm., 15.) 95. Wohl dem, der Lobes nicht begehrt und dem doch Lobes wird gewährt. Holl.: Wat lof verdient, blijft. (Harrebomée, II, 35.) 96. Bei däm is Lôb und Gras verdurben. (Schles.) – Frommann, III, 242. 97. D' Loab hoam gea. – Nefflen, 454. Erlittenes Unrecht rächen, wieder vergelten. 98. Das Lob ist verdächtig. Den Ton auf das. Lat.: Mercenarium praeconium. (Cicero.) (Philippi, I, 248.) 99. Er hat es mit dem lateinischen Lob (Laus) zu thun. Er leidet an Ungeziefer. 100. Er hat viel lateinisch Lob mitgebracht. Läuse, Wortspiel mit dem lateinischen Laus. 101. Er singt das Lob, das nahe beim Schelten ist. – Eiselein, 431. 102. Er wird ein schlechtes Lob kriegen. Holl.: Dat heeft een' kwaden loop. (Harrebomée, II, 36.) 103. He givt em kên gôd Lov. – Dähnert, 285b. Er spricht nicht viel Gutes von ihm. 104. Man hat ihm das Lob gepriesen. (Schles.) Ironisch für: Man hat sehr ungünstig über ihn geurtheilt. 105. Sein eigen Lob ausposaunen. Lat.: Haud sane pulcrum sese jactare superbe. – Ipse semet canit. 106. Das Lob des Neidischen schmeckt wie Essig mit Zucker. 107. Eines Thieres Lob besteht in der Stärke des Leibes, eines Mannes in Stärke des Gemüths. – Harssdörffer, 538. 108. Lob im eigenen Hause ist wohlfeil. 109. Was Lob heisst auf Latein, ist der Lügner und Soldaten Pein. – Wirth, I, 317. 110. Wiltu werden an lobe reich, von alten freunden ja nicht weich. Lat.: Non est antiquus per te damnandus amicus. (Loci comm., 6.)
16911 Zeichen · 617 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    lob

    Althochdeutsches Wörterbuch · +5 Parallelbelege

    lob- s. auch lob(a)-.

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    lob

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +1 Parallelbeleg

    lob , lob- s. lap 2, lop, lop-.

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Lob

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Das Lob , des -es, plur. car. von dem Zeitworte loben, doch nur noch in einigen Bedeutungen desselben. 1) In weiterer Be…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Lob

    Goethe-Wörterbuch

    Lob 1 Beifall, große Zustimmung; oft neben ‘Tadel’; mehrfach ‘jdm/einer Sache L. zollen, beilegen’, ‘L. verdienen, erwer…

  5. modern
    Dialekt
    Lob

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Lob [Lóp Str. ; Lop, flekt. Low Z. ] n. wie hochd. Gott Low-e-Dank! Ausruf der Erleichterung, häufig auch ironisch ( = N…

  6. Sprichwörter
    Lob

    Wander (Sprichwörter)

    Lob 1. Auf Lob warten, heisst, es annehmen. 2. Besser kein Lob als kaltes Lob. Engl. : Faint praise is disparagement. ( …

  7. Spezial
    Lob

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    Lob n. (-[e]s,-e) 1 lalt (lalc) m. 2 (Lobhudelei) laldada (-des) f. 3 (übertriebenes, unberechtigtes Lob) laldamënt (-nc…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit lob

355 Bildungen · 312 Erstglied · 22 Zweitglied · 21 Ableitungen

lob‑ als Erstglied (30 von 312)

lob(a)lîh

EWA

lobafriskingAWB m. a-St., Nps und Npw: ‚Dankopfer; hostia laudis‘. Determinativ- komp. mit subst. VG und HG. S. lob, fris- king. – lobagernî…

lob(a)sang

EWA

lobasamoAWB adv., Nps und Npw: ‚auf an- erkennenswerte Weise, lobenswert‘ (mhd. lobesam, frühnhd. lob[e]sam; mndd. lōve- sam; vgl. aisl. lof…

Lobens

SHW

Lob-ens Band 4, Spalte 361-362

lobhuddeln

SHW

lob-huddeln Band 4, Spalte 363-364

Loblied

SHW

Lob-lied Band 4, Spalte 363-364

Lobrede

SHW

Lob-rede Band 4, Spalte 363-364

loba

KöblerAhd

loba... , . Vw.: s. lobo...

lobabc

DWBQVZ

lob·abc

lob-abc: lob- vnd danck-abc s. Albrecht, Georg fluch abc.

lobabuoh

KöblerAhd

lobabuoh , st. N. (a) Vw.: s. lobbuoh*

Lobǟr

Meyers

lob·aer

Lobǟr (lat.), einen Lungenlappen ( lobus ) betreffend; lobulär , ein Lungenläppchen ( lobulus ) betreffend.

lobære

Lexer

lob·aere

lobære stm. confessor sprichet tûtiscen lobâre Spec. 142.

Lobaffe

ElsWB

lob·affe

Lob-affe einer der sich gern loben hört Geiler J. Sch. 23. †

lobafrisking

AWB

lobafrisking st. m. — Graff III,834. lobo-friscing: acc. sg. Np 115,17 ( zum Fugenvokal vgl. Weisemann S. 140 ); lobe-frisging: dass. Npw eb…

lobagernî

AWB

lobagernî st. f. ; vgl. ae. lofgeorn adj., an. lofgjarn adj. — Graff IV,236. lobo-gerni: acc. sg. Npgl 43,22; zum Fugenvokal vgl. Weisemann …

lobagernī

KöblerAhd

lobagernī , st. F. (ī) Vw.: s. lobogernī*

lobahaft

KöblerAhd

lobahaft , Adj. Vw.: s. lobohaft*

Lobale

Meyers

lob·ale

Lobale , äquatorialafrikanische Landschaft, im Gebiet von Portugiesisch-Angola, zwischen den Quellen des Kassai und Sambesi. Das Volk von L.…

lob(a)lîh

AWB

lob ( a ) lîh adj. ( zum Nebeneinander der Formen mit u. ohne Fugenvokal vgl. Gröger §§ 30,1 a β. 12 ), mhd. lob(e)lich, nhd. löb(e)lich; mn…

lobalīh

KöblerAhd

lobalīh , Adj. Vw.: s. loblīh*

lobamt

DWB

lob·amt

lobamt , n. : dasz deine sigs-geschichten, die foller wunder sein, das lob-ampt selbs verrichten. Rompler 15 . in Baiern ist lobamt eine ges…

lôbanc

LexerN

lô-banc stf. verkaufsplatz für loh Erf. w. 1,20.

Lobanow-Rostowski

Meyers

Lobanow-Rostowski , Alexei Borissowitsch, Fürst , russ. Staatsmann, geb. 30. Dez. 1825, gest. 30. Aug. 1896 auf der Reise von Wien nach Kiew…

lobanti

AWB

lob·anti

lobanti Mayer, Glossen S. 74,23 s. flEhôn, Nachträge ( vgl. Glaser, Griffelgl. S. 149,60).

lobâri

AWB

lob·ari

lobâri st. m. , mhd. lobære, nhd. lober; mnd. lōver, mnl. lover(e). — Graff II,64. lopara: nom. pl. Gl 2,284,24 ( M, 5 Hss. ). — lob-are: no…

Lobarĭa

Meyers

lob·aria

Lobarĭa Hoffm ., Flechtengattung aus der Familie der Stiktazeen.

lobasam

AWB

lobasam adj. ( zum Fugenvokal vgl. Gröger §§ 30,1 a β. 13 ), mhd. lobesam, nhd. ( älter ) lob(e)sam; as. lofsam, mnd. lōve-, lofsam, mnl. lo…

lobasamo

AWB

lobasamo adv. , mhd. lobesame, frühnhd. lobsam ( vgl. DWb. 12,1090 ); mnd. lōvesam; vgl. an. lofsamliga. — Graff II,62. lobo-samo: Np 146,1 …

lob(a)sang

AWB

lob·asang

lob ( a ) sang st. n. ( zum Nebeneinander der Formen mit u. ohne Fugenvokal vgl. Gröger § 30,1 a β), mhd. lobesanc st. m. n., nhd. lob(e)san…

lob als Zweitglied (22 von 22)

brūtilob

KöblerAhd

brūtilob , st. N. (a) nhd. „Brautlob“, Brautlied, preisendes Hochzeitslied ne. bridal praise ÜG.: lat. epithalamium N, sponsi sponsaeque lau…

eigenlob

DWB

eigen·lob

eigenlob , n. propria laus: man sagt eitles eigenlob stinket. Göthe 49, 49 . vgl. eichenlaub.

gilob

AWB

gi- lob adj. ; zur Bildung vgl. Wilm., Gr. 2 2 § 315,3. ke-lop: Grdf. S 89,15 ( Sam. ). in der Fügung gilob sîn jmdm. bekannt sein, bei jmdm…

gotelob

Lexer

gote·lob

gote-lop , gote-lob interj. gottlob, aus (dem) gote (sî) lop. dâ sculen wir lenten, gotelop Diem. 329,21. an dem holze geviel er (der tôt) g…

goteslob

AWB

gotes·lob

goteslob st. n. , nhd. gotteslob; vgl. mhd. gotelop, -lob. — Graff II,60. gotes-lop ( M, 5 Hss. ), -lob ( M, 2 Hss. ), -loup ( M, clm 22 201…

gottlob

DWB

gott·lob

gottlob , m. , substantivierung des vorigen. 1) vereinzelt in historischer bezeugung, etwa soviel wie ' festliche begrüszung '?: da ist ein …

Hexenlob

Wander

hexen·lob

Hexenlob Das ist Hexenlob. Wenn die Hexen etwas loben, so geschieht es in der Absicht, dass das Lob ein Ungemach herbeiführe, was gewöhnlich…

morganlob

AWB

morgan·lob

morganlob st. n. , nhd. morgenlob. — Graff II,61. Nur in B belegt. morkan-lob-: dat. pl. -un S 222,34; acc. pl. - ] 19. 224,6. — morgan-lob:…

nahtlob

AWB

naht·lob

nahtlob st. n. — Graff II,61. naht-lob-: dat. pl. -um S 225,6. 37; -ū 25/26; alle B. nächtliches Stundengebet, Vigil ( vgl. Linderbauer S. 2…

Narrenlob

Wander

narren·lob

Narrenlob 1. Narrenlob hält nicht die Prob'. Die Russen: Narrenlob wiegt leicht. ( Altmann VI, 489. ) 2. Narrenlob und Narrenspott wirft der…

selbstlob

DWB

selbst·lob

selbstlob , n. : selbst-lob, n., selbst-preisz, selbst-ruhm, m. lode, gloria, vanto di se stesso, vanagloria, millanteria. Kramer dict. 2, 7…

sigilob

AWB

sigi·lob

sigilob st. n. — Graff II,61. sige-lob: acc. sg. Nb 74,30 [64,9]. Verstümmelt: sigi ..: acc. sg. ZfdA. 71,117 ( Köln. Inschr., 9. Jh.; Bergm…

sigulob

KöblerAhd

sigulob , st. N. (a) nhd. Siegeslob ne. praise of victory ÜG.: lat. sermo victoriae N Q.: KI (860?), N I.: lat. beeinflusst? E.: s. sigu, lo…

unlob

DWB

unlob , n. , gegentheil von lob. mhd. unlop, mnl. onlof. Staub-Tobler 3, 994 ; Fischer 6, 201 ; Schmeller 1, 97 ; Stieler 1171 ( obscuritas …

urlob

KöblerMhd

urlob , st. M., st. N. Vw.: s. urloup

жлоб

RDWB2

жлоб груб. Prolet m , Bauer m , Bauernlümmel m , engstirnig, ignorant, schlecht erzogen, borniert, mit schlechten Manieren, hinterwäldlerisc…

Zweifellob

Campe

zweifel·lob

✱ Das Zweifellob , — es, Mz . u. ein zweifelhaftes Lob. » Zwivellob das hornet,« Manessen Minnes.

ābandlob

KöblerAhd

ābandlob , st. N. (a) nhd. „Abendlob“, Abendgottesdienst, Abendgebet, abendlicher Lobgottesdienst, Vesper ne. evening prayer ÜG.: lat. vespe…

Ableitungen von lob (21 von 21)

belobe

BMZ

belobe swv. belobe. wann sich mein herr belobet, daʒ im von irem bruoder grôs êr geschehen wær T. Rosm. 195.

beloben

DWB

beloben , collaudare, laudare, bei den dichtern sonst oft in anreden: belobter held! belobter musensohn!; es ist noch immer von den belobtes…

Belobung

GWB

Belobung zu beloben 1 1 das Loben, Anerkennen, auch im offiziellen Sinne Zeichnungen .. durchgesehen .. B. seiner [ Joukovskys ] besondern K…

entlobe

BMZ

entlobe swv. devovere entloben i. maledicere Diefenb. gl. 95.

entloben

Lexer

ent-loben swv. BMZ devovere Dfg. 178 b .

Entlobung

PfWB

Ent-lobung f. : nach dem Schd., Entlowung [ PS-Gersb FR-Albsh NW-Frankeck BZ-Albw ], -lobung [ LA-Mörzh ].

erloben

DWB

erloben , laudando obtinere. Stieler 1172 : möchtet ihr euch nie etwas anderes als gift erloben, verdammte schmeichler. Lessing 1, 148 ; die…

gelob

DWB

gelob , n. subst. zu geloben: votum, glob. Dief. 629 b ; z. b. in den rechtsbüchern, mnd. gelof richtst. landr. s. 120. 179 ( masc., wie mhd…

gelobe

DWB

gelobe , f. eine md. nebenform zu gelob n., gelöbnis: promissio, gelobe. Dief. 464 b , votum, gelobe 629 b ; vadimonium, globe 604 c ; pactu…

geloben

DWB

geloben , n. nuncupatio voti Frisch 1, 618 a , Weber 338 b , z. b.: wenn du das geloben unterwegen lessest. 5 Mos. 23, 22 ; vergl. âne gelou…

geloblich

DWB

geloblich , sponsalis, globlicher. voc. th. 1482 l ij a , geloblich, loblich, nd. lovelich Dief. 548 b , votivus gelublich, nd. gelovelich 6…

gelobung

DWB

gelobung , f. voti nuncupatio Steinbach 1, 1062 ( auch angelobung), Weber 338 b , vergl. geloben n.; im 15. jh.: pactio, gelobung, globunge …

lôbe

Lexer

lôbe s. loube 1.

unlob

DWB

unlob , n. , gegentheil von lob. mhd. unlop, mnl. onlof. Staub-Tobler 3, 994 ; Fischer 6, 201 ; Schmeller 1, 97 ; Stieler 1171 ( obscuritas …

unloben

DWB

unloben , verb. Andreas v. Regensburg sämtl. w. 604 ; Pontus i 2 b . —

urlob

KöblerMhd

urlob , st. M., st. N. Vw.: s. urloup

verlob

DWB

verlob , m. verlobung: welche freykürliche ... gemeynschafft ... vor gott und der welt als ein notwendige lebensfrist .. wird gerechnet und …

verlobe

BMZ

verlobe swv. 1. lobe übermäßig. mîn frowe mac wænen daʒ du tobst sît du mich alsô verlobst. dîn munt ist lobs ze vil vernomen Parz. 86,6. 2.…

verloben

DWB

verloben , n. subst. infin. versprechen der heirat: auffs erst, wenn solchs verloben geschicht hinder vater und mutter wissen und willen. Lu…

verlobung

DWB

verlobung , f. 1 1) gelöbnisz im allgemeinen. sehr selten ( auch in älterer zeit vorkommend ): disz gesind hie weisz nicht viel kriegsprauch…

zerloben

DWB

zerloben , verb. , übermäszig loben: cumulare ... laude Stieler 1172 ; ach, wie zulobten mir die zween den Erasmum Luther 23, 30 W.; refl. C…