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krachen

ahd. bis spez. · 20 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
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26 in 20 Wb.
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Eintrag · Rheinisches Wb.

krachen

Bd. 4, Sp. 1309
krachen Allg., u. zwar Rhfrk, WMosfrk -ax-; OMosfrk, Rip -āx-; Nfrk -āk- [Erk, Kemp -ā:k- intrans., -ā- trans.; Mettm, Ruhr, Dinsl -ak- intrans., -āk- u. -ak- trans.; Elbf -āx-, älter -āk-; NBerg, SNfrk, Klevld zu -āk- et krak(t)] schw.: 1. intrans. einen krachenden, knarrenden Ton von sich geben. a. wie nhd.; der Donner, der Schoss, der Furz, der Knall udgl. krach Rip, Allg.; de Gessel (Peitsche) kracht knallt Mosfrk; der Teig wird durcheinandergearbeitet, bis er kracht Simm. RA.: Dat Heu os su drüg (trocken), dat et kracht Malm; die Appele send so rip, dat se kr Kref. Em Sommer mott men et Tüg (Zeug) wäschen, dat et lacht; em Wenter, dat et kracht Ess-Heidhsn, Merz-Nunk. Et get su vill Grompere, dat de Keller kracht Koch-Lutzerath. De lit (lügt), dät de Balke (de Bodem) kracht Merz. Et es so kot (kalt), dat de Böm kr. Kemp, Allg., — de Sten kr. Heinsb-Rathm; et früst (friert), dat der Steə kracht Aach, — dat et kracht Allg. Wenn et schneit in en Dreck, da friert et, dat et krack Mörs-Pelden. Arbeiden (schaffen, saufen), dat de Schwart krach; ech hauen dech, dat (dir) de Schw. krach! Rip, Allg. (auch im Geb. von -ākən in dieser Wend. oft -axt), — de Knök (Bött) kr. Klevld, — der de Givvel krach Köln-Brauw. Wen den anern auslacht, dem seng Fearscht (First) kracht Bitb-Betting, Trier-Schleidw. He es su düərn (mager), dat e krach Rip, Allg., — so dumm, dass er kracht Ottw-Neunk, Goar-NHeimb, — so arm, dass er kracht Kreuzn, — dat em de Rebbe kr. Jül-Hasselsw; he lüg (lügt), dat et krach (et su kr. dervan) Rip, Berg; ich haə (haue) dich, dar et kracht on kropelt! Birkf-Idar. Wenn de Eifel lach (dort die Sonne scheint), git et Ren (Regen), dat et krach MülhRh-Ensen. Sif, Saf, Sif, schlänger die Pif, schl. die Bach, dat se en allen Ecke kracht! Bastlösespr. Koch-Ernst. — b. neue Schuhe (überhaupt Lederzeug) kr. knarren (scherzh. ein Zeichen, dass sie noch nicht bezahlt sind); der Schni krach knirscht unter den Füssen; die nicht geschmierte Türe, das nicht geschmierte Rad, ein in seinem Gefüge lockeres Gerät kracht; de Trapp (et Gebünn), et Bett krach knarrt; die Finger kr. enem knacken infolge Drückens oder Ziehens Allg. RA.: Krakende (krache) Wagels laupen (gohn, halden) et längs übertr. auf kranke Menschen, von denen man behauptet, sie lebten am längsten Mörs, Nfrk, Rip, Prüm (s. Wagen, Karre); krakende Wäng (Wände) halde et längs MGladb-Rheind; de Müəhlen, die kr., luəpen et längst Kemp-Süchteln. De Kar krakt, et göft drüg Weər (Wetter) Düss-NKassel; wenn de Möbel kr., dat bedüt (bedeutet) jet Düss-Erkr, Allg. Dat es krakende War eine gebrechliche Person Kref. Wer de Grommet well here kr., moss ne om Barthelmei mache Rhfrk. — c. et Feier kracht das Feuer, brennendes Holz knistert Rhfrk, Mosfrk verbr. — d. unter Krachen bersten, aufspringen, zusammenstürzen; et Is (Glas, de Tass udgl.) krach bekommt unter Kr. Risse; de Dür hät de ganze Nach gekrach sprang auf u. zu; de Botz (Hose) krach en allen Nöhten (Nähten); dat al Hus krach och enes goden Dags zesamme (enənen) stürzt unter Kr. zusammen; auch von Menschen, der es zesammegekrach ohnmächtig hingestürzt, übertr. er ist geschäftlich zusammengebrochen; de krach och enes goden Dags zesamme; do böste ävver schün derdurchgekrach hindurchgestürzt, im Examen durchgefallen Rip, Allg.; de Äppel kommen erafgekrach herabgekollert Schleid-Heimb. RA.: Wenn et Water fällt, krakt et Is gesagt, wenn beim Wasserablassen zugleich gefurzt wird Mettm, Nfrk. De Bocks, die kracht, et Häns-che lacht Trier-Stdt. Dat lach, dat si leəre (ledernes) Böcks-che krach Aach-Warden. — e. übervoll hängen, vom Obstbaume; de Bom krach für Obs Neuw-Rheinbreitb, — hängt ze kr. voll Äppel Eup-Raeren Lonzen — f. unpersönl. α. et (es) kracht es dröhnt, knarrt, knistert; es blitzt on kracht of äne Schlag Saarbr, Allg.; op der Wahner Hed (Heide, Artillerieschiessplatz) krach et ävver Rip; bei dir hät et en der Botz (Hose) gekrach du hast gefurzt; et krach en allen Nöhten (Nähten), wennste de dech böcks Rip, Allg.; doə hürschte va kr. donnern Selfk. RA.: Et hot gekracht, wie wa mer en Pestul losschesst (-schiesst) bei lautem Schlag, Stoss, Lärm. E lach, dat et krach Dür; ech hauen dech, dat et (su) krach (dervan), Rip; et früs (friert), dat et krackt Kemp, Allg.; de Efel (Eifel), die lach (es scheint von dort Abendröte), dann rent (regnet) et morn, dat et krach Sieg-Rheidt. Jupp (Josef) hät gepupp (geschissen) en der Sack, dat et krackt MGladb; de lit (lügt), dat et kracht Merz-Saarhölzb. Et krach mer em Krütz (Rücken) so schwer war die Last Sieg; et kracht mer im Rücken, as wann mer en Schanze dur däh (täte) brechen Waldbr-OAgger. Holt (Holz) schneje, Klompe make, dat sall kr.; kr. se niet, döge se niet; dögt ok ons klein Hänske niet Klev (s. Klumpen). — β. dem geschäftlichen Zusammenbruch nahe sein; bei dem (do) krach et (üvverall) Rip, Allg. — 2. absol. u. trans., mit persönl. Subj., einen krachenden Ton hervorbringen. a. absol. α. mit der Peitsche knallen Saarbr-Lauterb, Saarl-Überherrn, Trier-Cönen, Wittl-Eisenschmitt Gransd, WEif, Bernk-Berglicht Gonzerath Gutenth Haag Hirzlei Horath Maring Noviand Wederath Wenigerath, Koch-Beuren. RA.: Wen de Schmock (Schmicke, Peitsche) hat, de kracht dermot wer die Gewalt hat, gebraucht sie Malm. — β. schiessen, dröhnend werfen; do hammer (los)gekrach geschossen; nu ävver dropgekrach, dat kener durchküt; se han met Sten on Knöppels op de Dür gekrach Rip, Allg. — γ. stark furzen; der kann der ävver (en de Botz) kr.; do häste der ävver enen gekrach! Rip, Allg. RA.: Kopp schlof, Arsch wach; wann de wat herscht, dann krach! Simm. Dat is ennen schlechten Hengs, de neit krack, wennt er pisst Heinsb-Millen. — δ. met (op) de Zäng (Zähnen) kr. knirschen Schleid-Heimb, Bergh-Elsd, Ess, Saarbr-Altenwald; met de Fengere kr. schnalzen Schleid-Mechernich, MGladb-Odenk. — ε. mit Geräusch zerbeissen; he es am kr. Bo, MülhRh, Köln, Bergh, Dür, Jül, Monsch, Grevbr, Düss, Kref, Kemp, Klev. — ζ. die Krähe krackt quakt Mörs-Niep Utfort Vinn. — η. heftig weinen Koch-Kaisersesch. — θ. polternd lärmen, streiten; do sen se widder am kr.; se kr. metenander Rip, Allg. — ι. sich abarbeiten Eup. — b. trans. α. eine Nuss kr., aufknacken Mos, Eif, Westerw, Rip, Nfrk. RA.: Möt dech häbb ek noch en Nuət te kr. Kemp, Allg. (s. weiter bei Nuss). — β. etwas mit Gepolter hinwerfen; e kracht alles in de Eck eren Goar-Oppenhsn, Allg. — γ. einem eine kr., eine Ohrfeige geben; glich krach ich dich eng! Aach, Eup; ich hun em der awel e poar gehiriger gekracht Bitb-Bollend; ich krach em ene ich versetze dem Klicker des Gegners einen Treffschuss Dür-Geich. — δ. eine Flasche Wein kr., trinken; de kann Schoppe kr. Kobl, Siegld; ein kr. gohn Ahrw-Sinzig. — ε. et kr. es toll treiben; mi hant et gekrack Nfrk (o. O.). — — Abl.: die Kracherei, dat Gekrach(s) (-ä-).
6880 Zeichen · 156 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    krachensw. V. (1a)

    Köbler Ahd. Wörterbuch

    krachen , sw. V. (1a) Vw.: s. krahhen*

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    krachenstn.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +8 Parallelbelege

    krachen stn. von spern was grôʒ krachen dâ Parz. 69,17. die twanc urliuges nôt ir herze an solheʒ krachen daʒ ir ougen m…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Kráchen¸

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Kráchen¸ verb. reg. welches in doppelter Gestalt üblich ist. 1) Als ein Neutrum, mit dem Hülfsworte haben, denjenigen Sc…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    krachen

    Goethe-Wörterbuch

    krachen einmal mundartl ‘krache’ DjG 3 2,53 ; subst 25 1 ,28,22 einen Krach, großen Lärm verursachen α mBez auf ein Natu…

  5. modern
    Dialekt
    krachen

    Elsässisches Wb. · +7 Parallelbelege

    krache n [râə Roppenzw. ; ràə Rädersd. ; kràχə Hi. u. nö. fast allg.; krâχə Pfulgriesh. ; Part. (kə)kràχt] 1. knalle…

  6. Sprichwörter
    Krachen

    Wander (Sprichwörter)

    Krachen Wer gern kracht, bricht nicht; wer gern berstet, stirbt nicht. [Zusätze und Ergänzungen] 2. Wenn's auch kracht, …

  7. Spezial
    krachen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    kra|chen vb.intr. (ein lautes Geräusch erzeugen) gracé (-cia), peté n grac, splundré (-r a), drumblé (-l a), stlefé (-fa…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit krachen

24 Bildungen · 11 Erstglied · 10 Zweitglied · 3 Ableitungen

Ableitung von krachen

kra + -chen

krachen leitet sich vom Lemma kra ab mit Suffix -chen.

Zerlegung von krachen 2 Komponenten

krac+hen

krachen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

krachen‑ als Erstglied (11 von 11)

krachendrüge

RhWB

krachen·druege

krachen-drüge -ākədryχ  Heinsb , MGladb , Erk , Kemp Adj.: ganz trocken; de Froch (Getreide) (Wäsch) ös kr.

Krachenkröttchen

RhWB

Krachen-kröttchen -āxəkrtχə  Aach-Stdt (u. krākr.), Dür-Langerwehe Mariaw Nörvenich , Jül-Linnich Fronhv ; -āx- Jül-Roerd ; -ākə- Eup ;…

krachennett

RhWB

krachen·nett

krachen-nett  Aach-Stdt Adj.: sehr n., einfach, mit Anmut gekleidet, adrett on kr.

Krachenschuhe

RhWB

krachen·schuhe

Krachen-schuhe -āxəšū:n (s. S.) Prüm-Brühlborn , Malm-Weywertz , Monsch-Kesternich ; -āk- Gummb , Düss-Hilden Pl.: knarrende Sch.

krachentig

RhWB

krach·entig

krachentig -ākəntəχ Elbf Adj.: krachend. RA.: De kr.ste Wagens gonnt am längsten.

krachenvoll

RhWB

krachen·voll

krachen-voll -āx- Sieg-Fussh ; -ākə-  MGladb ; -kənt- Mörs-Marienbaum Adj.: dicht v.; der Bom hängt kr.

krachen als Zweitglied (10 von 10)

sperkrachen?

KöblerMhd

*sperkrachen? , sw. V. nhd. „speerkrachen“ Hw.: s. sperkrachen (2) E.: s. sper, krachen (1)

vingerkrachen?

KöblerMhd

*vingerkrachen? , sw. V. nhd. „fingerkrachen“ Hw.: s. vingerkrachen (2) E.: s. vinger, krachen (1)

erkrachen

DWB

erk·rachen

erkrachen , 1 1) fragorem dare: mhd. von ir schœne müeste ein vëls erkrachen. Wartb. kr. 150 nhd. die finger erkrachen; meine gebeine erkrac…

hërzekrachen

Lexer

herze·krachen

hërze-krachen stn. das krachen des herzens, herzeleid. alsus verwehselt wart in herzekrachen j.Tit. 1068. bitter herzekrachen Troj. 22057.

hërzekrachen

MWB

hërzekrachen stN. ‘(das Krachen des Herzens:) Herzeleid, tiefes Leid’ di vreude Herzelouden alsus verwehselt wart in jamers [Laa. hertze, h…

vingerkrachen

KöblerMhd

vinger·krachen

vingerkrachen , (subst. Inf.=)st. N. nhd. „Fingerkrachen“ Q.: HvBer (1325-1330) (FB vingerkrachen) E.: s. vingerkrachen (1), krachen (2) W.:…

zekrachen

KöblerMhd

zekrachen , sw. V. Vw.: s. zerkrachen

zerkrachen

DWB

zer·krachen

zerkrachen , verb. , 1) intrans. krachend bersten: ich wen, mir wöll zerkrachen in mynem lib das hertz H. v. Sachsenheim meist. Altswert 16 …

Ableitungen von krachen (3 von 3)

erkrachen

DWB

erkrachen , 1 1) fragorem dare: mhd. von ir schœne müeste ein vëls erkrachen. Wartb. kr. 150 nhd. die finger erkrachen; meine gebeine erkrac…

verkrachen

DWB

verkrachen , verb. unter krachen zusammenstürzen, krachend vergehen: doch, mein Carthago, ach, ach, himmelhohe stadt, ich sehe deinen glantz…

zerkrachen

DWB

zerkrachen , verb. , 1) intrans. krachend bersten: ich wen, mir wöll zerkrachen in mynem lib das hertz H. v. Sachsenheim meist. Altswert 16 …