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Kos

as. bis Dial. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
17 in 15 Wb.
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Kos

Bd. 11, Sp. 521
Kos (jetzt ital. Stanco, türk. Istanköi), eine der Sporaden an der Küste von Karien (s. Karte »Griechenland«), 52 km breit und 10 km lang, mit einem Flächeninhalt von 286 qkm, in ihrer Südhälfte in mittelhohen Gebirgen aus Schiefer, Kreidekalk und Tertiärschichten bis zu 875 m ansteigend, im Altertum berühmt wegen ihres Weines, ihrer Amphoren, Salben und leichten, durchsichtigen Gewänder (Koïsche Gewänder, Coae vestes). Die ältere Hauptstadt, Astypaläa, lag im Westen der Insel; die spätere, K. (das heutige Ko mit ca. 4000 Einw.), 366 v. Chr. durch Synoikismos der übrigen Städte an einem guten Hafen gegründet und durch starke Mauern befestigt, in der Nähe der nordöstlichen Landspitze Skandarion. Von Erdbeben wurde die Insel wiederholt heimgesucht; nur die Mauern von K., Antimachia und andern Städten hielten stand und wurden von den Johannitern zu stattlichen Burgen (von 1310 an) ausgebaut. Bis 1523 dauerte deren Herrschaft; erst nach langem Kampfe bemächtigten sich der Insel die Türken, die sie noch jetzt als Teil des Wilajets Dschesairi Bahri Sefid besitzen. Hauptausfuhrgegenstände sind Rosinen (nach Triest) und Trauben (nach Alexandria); den Verkehr vermitteln hauptsächlich britische und österreichische Dampfer. Wichtiger als durch seine politische Geschichte war K. im Altertum durch das Asklepieion, eine ausgedehnte Kuranstalt und Ärzteschule, eine halbe Stunde von der Stadt K. gelegen. Diese für die Geschichte der medizinischen Wissenschaft hochbedeutsame Stätte, die Heimat des aus der Familie der Asklepiaden stammenden Hippokrates, wurde lange vergeblich gesucht, auch von den verdienstlichen Forschern Paton und Hicks. Erst dem Tübinger Gelehrten R. Herzog, der schon vorher an andern Stellen der Insel gegraben hatte, gelang es 1902, an der von Paton vermuteten Stelle sie zu finden und mit Unterstützung des kaiserlichen deutschen archäologischen Instituts, der Berliner Akademie, der Württemberger Regierung, des Johanniterordens und mehrerer Privaten den größten Teil der großartigen Anlage in den Jahren 1902 und 1903 auszugraben. Sie baut sich in drei Terrassen auf, die durch breite Freitreppen miteinander verbunden sind. Auf der obersten stand ein dorischer Peripteros aus Marmor, auf der mittlern ein stattlicher Altar und eine Exedra, mit Tempeln rechts und links, die untere nahm ein durch die Terrasse und Säulenhallen, an die sich nach außen Wohngebäude anschlossen, umgrenzter geräumiger Markt ein, auf den zahlreiche kunstvoll gefaßte Quellen mit teils kalkhaltigem, teils schwefel- und eisenhaltigem Wasser münden, der eigentliche Kurplatz. Erdbeben haben auch hier häufig Verwüstungen angerichtet und Neubauten notwendig gemacht. Daher rühren die Bauten, von denen Reste gefunden sind, aus mehreren Jahrhunderten her, aus den Jahren 400 v. Chr. bis 155 n. Chr. Schon im 4. Jahrh. nahmen Christen die alten Heiligtümer als Kirchen und Kapellen in Gebrauch; gründlich zerstörte sie dann das Erdbeben von 554, und so erheben sich die ausgegrabenen Mauern und Säulen nur wenige Meter über den Boden; doch reichen sie für die Erkenntnis des Planes der Anlage aus, und die Inschriften (vom 4. Jahrh. an) gewähren einen klaren Einblick in die Geschichte der koischen Ärzteschule. Vgl. Paton und Hicks, Inscriptions of Cos (Lond. 1891); R. Herzog, Koische Forschungen und Funde (Leipz. 1899); Archäologischer Anzeiger 1891, S. 131–140; 1903, S. 1–12 und 186–199; 1905, S. 1–15.
3425 Zeichen · 40 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 9.–12. Jh.
    Altsächsisch
    kosst. M. (u?) (a?)

    Köbler As. Wörterbuch

    kos , st. M. (u?) (a?) Vw.: s. kus* Son.: vgl. Holthausen, F., Altsächsisches Wörterbuch, 2. A. 1967, S. 43a (setzt koss…

  2. 8.–11. Jh.
    Altenglisch
    kosst. M. (a)

    Köbler Afries. Wörterbuch

    kos , st. M. (a) Vw.: s. koss

  3. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    kos

    Althochdeutsches Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    kos s. kus.

  4. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    kôsstm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +3 Parallelbelege

    kôs stm. das sprechen, plaudern. gibt es ein solches wort und gehört hierher der vogellîne dôʒ und ir vil süeʒer kôʒ bei…

  5. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    kō̆s

    Mittelniederdeutsches Wb.

    kō̆s s. kors.

  6. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Kos

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Kos , Insel im Archipel, jetzt Stanchio , 4 1 / 2 QM. groß, mit 10000 E., berühmt durch einen Tempel des Aesculap, im Al…

  7. modern
    Dialekt
    Kos

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Kos [Khós Strüth Co. Bf. Büst ; Kós M. ] f. 1. geringer Gerichtshandel. 2. unangenehme Geschichte. Vgl. hordakos Seite 3…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kos

706 Bildungen · 683 Erstglied · 16 Zweitglied · 7 Ableitungen

kos‑ als Erstglied (30 von 683)

koseln

SHW

kos-eln Band 3, Spalte 1691-1692

Kosack

Wander

kos·ack

Kosack 1. Die Kosacken sind gute Freunde, wenn man sie nicht sieht (oder hundert Meilen von hier). Auch die Holländer schwärmen, nach ihren …

Kosacken

Herder

kos·acken

Kosacken , eigentlich Kasacken, russ. Volksstamm, mit fremden Elementen gemischt, in der Ukraine, am Don, an der Wolga, am Ural, am asow'sch…

Kosaggeⁿ

Idiotikon

Kosaggeⁿ Band 3, Spalte 499 Kosaggeⁿ 3,499

Kosak

SHW

Kosak Band 3, Spalte 1691-1692

Kosaken

Meyers

kosa·ken

Kosaken (russ. Kasák , Mehrzahl Kasakí ), früher selbständige, jetzt der Regierung unterworfene, vorzugsweise militärisch organisierte Völke…

Kosaken-Hetman

GWB

kosak·en·hetman

Kosaken-Hetman (gewählter) Anführer, milit Hauptmann der Kosaken; unter Anspielung auf den (Fakten u Zusammenhänge verdrehenden) Protagonist…

Kosakes

RhWB

kosa·kes

Kosakes kazakəs , Pl. -sə Düss-Stdt m.: gesundes, strammes Kind.

Kosāte

Adelung

kos·ate

Die Kosāte , plur. die -n, nach dem Frisch, eine Art schwarzer und großer eßbarer Schwämme, welche gern unter den Birken wachsen. Das Wort i…

koschachtig

RhWB

kosch-achtig kǫušətəχ Eup-Raeren Adj.: sehr geizig.

Kō¹schǟper

WWB

Kō¹-schǟper m. [verstr. nördl.] Kuhhirte (Frbg.).

Koschapfel

RhWB

Kosch-apfel = Stachelbeere s. Krust-;

Koschawa

Meyers

Koschawa , ein Ostwind im Kasanengpaß der Donau beim Eisernen Tor.

Koschbeidel

LothWB

Kosch-beidel [khošbaidəl Obh. Ri. Hom. Rom. Ha. u. s.] m. 1. unsauberer Mensch. — 2. leichtsinniger Kerl Ri. Ha. (urspr. gefräßiger Kerl ). …

Kosche

Wander

Kosche Et is'm nix kosche (jüd.-deutsch: schwer). – Tendlau, 128.

Koschel

ElsWB

Kaüschel , Koschel [Khàìl Roppenzw. ; Khòl Fisl. ] m. Halbnarr, Possenreisser. — hebr.?

Koschenille

GWB

kosche·nille

Koschenille meist C-, nach dem Frz -chenille aus der Koschenille-Schildlaus gewonnener roter Farbstoff; einmal neben ‘Karmin’, ‘Karmesin’ ua…

kos als Zweitglied (16 von 16)

leukos

KöblerIdg

*leukos , Adj., Sb. nhd. licht, Licht ne. light (N.); RB.: Pokorny 687 Vw.: s. *leuk- E.: s. *leuk- W.: germ. *leuhsa-, *leuhsam, st. N. (a)…

lonkos

KöblerIdg

*lonkos , M. nhd. Bogen ne. bend (N.), curve (N.), arch (N.); RB.: Pokorny 676 Vw.: s. *lenk- E.: s. *lenk-<o:p></o:p>

makos

KöblerIdg

*makos , Adj. nhd. ausgelassen ne. frisky; RB.: Pokorny 699 (1152/17), ind., gr. W.: s. gr. μάχλος (máchlos), Adj., geil, wolllüstig, üppig<…

markos?

KöblerIdg

*mar·kos

*markos? , M. nhd. Pferd ne. horse (N.); RB.: Pokorny 700 (1156/21), kelt., germ. W.: s. gall.-lat. calliomarcus, Sb., Huflattich W.: germ. …

peiskos

KöblerIdg

*peiskos , Sb. Vw.: s. *peisk-<o:p></o:p>

piskos

KöblerIdg

*piskos , Sb. Vw.: s. *peisk-<o:p></o:p>

solkos

KöblerIdg

*solkos , Sb. nhd. Zug ne. pull (N.); RB.: Pokorny 901 Hw.: s. *selk- E.: s. *selk-<o:p></o:p>

tu̯akos

KöblerIdg

*tu̯akos , N. nhd. Haut ne. skin (N.); RB.: Pokorny 1099 (1909/86), ind., gr., heth. W.: gr. σάκος (sákos), M., großer Schild, Lederschild<o…

(ἁρμονικός)

LmL

harmonicus -a , -um (ἁρμονικός) 1. (nach Zahlenverhältnissen) wohlgeordnet, konsonant, wohlklingend, ‚harmonisch‘ 2. die Harmonik (als mathe…

burschikos

DWB

burschikos , adv. more bursariorum: ja er fiengs klein an und ist jetzt so grosz. denn zu Altdorf, im studentenkragen, trieb ers mit permiss…

Jendykos

Wander

Jendykos Auf fremden Jendykos 1 is gut zu feifen. ( Jüd.-deutsch. Warschau. ) 1 ) Truthähne. – Von schadenfrohen Leuten, die, wo ihr eigenes…

Jēkos

Idiotikon

Jēkos Band 3, Spalte 72 Jēkos 3,72

откос

RDWB2

откос идти / пойти под откос идиом. - das Unternehmen ist gefährdet; etw. könnte vor die Hunde gehen idiom. / schiefgehen / fehlschlagen / P…

сикосьнакось

RDWB2

сикось-накось идиом. , разг. все сделано сикось-накось - alles ist schief, nichts stimmt

Ableitungen von kos (7 von 7)

entkosen

DWB

entkosen , blande elicere: rosen mit schmeicheln entkosen ein lächeln. Rückert 97 .

erkôse

BMZ

erkôse swv. 1. ich erkôse mich mit einem unterhalte mich mit ihm durch plaudern. sô wold ich mich sô mit ir erkôsen Walth. 112,5. hei müeste…

erkosen

DWB

erkosen , blande confabulari, plaudern, schwätzen, stammt nicht aus kiesen, sondern vom ahd. chôsôn fabulari, mhd. kôsen, franz. causer: hei…

gekose

DWB

gekose , geköse , n. subst. verb. zu kosen, ahd. gichôsi ( neben chôsi) sehr entwickelt und häufig, weit mehr als mhd. gekœse ( s. 1), das i…

gekôsen

Lexer

ge-kôsen stn. mit tugentlîchem gekôsen Karlm. 32,56.

kose

DWB

kose , köse , n. gerede, geschwätz, ahd. chôsi ( auch chôsa f. ) eloquium Graff 4, 505 , mhd. kôse, kœse wb. 1, 864 a , wol noch im 15. jh. …

verkosen

DWB

verkosen , verb. kosend dahin bringen: eine stunde verkosen.

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APA
Cotta, M. (2026). „kos". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/kos/meyers
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Cotta, Marcel. „kos". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/kos/meyers. Abgerufen 9. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „kos". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/kos/meyers.
BibTeX
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