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Halligen

Lex. bis Dial. · 4 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Halligen

Bd. 8, Sp. 661
Halligen, eine Gruppe kleiner Inseln in der Husumer Bucht des schleswigschen Wattenmeeres (s. Karte »Schleswig-Holstein«), Überbleibsel von Marschen, die an Stelle ausgedehnter Moorniederungen zwischen dem Festland und der größtenteils zerstörten Dünenkette vom Seewasser abgesetzt worden, dann aber der Vernichtung wieder anheimgefallen sind. Durch Sturmfluten, Eisgang, durch Ebbe und Flut ist eine große Zahl von H. spurlos verschwunden, andre dagegen hat man durch Eindeichung dem Festland angeschlossen. Die noch bestehenden H., deren wichtigste Jorosand (bei Sylt), Oland, Langeneß-Nordmarsch, Gröde, Habel, Hamburger Hallig, Klein-Moor oder Nordstrandisch-Moor, Hooge, Norderoog, Süderoog und Südfall sind, werden als Weidemärschen benutzt, die für Rinder und Schafe ein nahrhaftes Gras liefern. Ihre Gesamtfläche beträgt gegenwärtig etwa 22 qkm mit ca. 500 Einw., davon die größte Langeneß-Nordmarsch nicht ganz 10 qkm mit 186 Einw., dagegen die kleinste Hallig Habel nur 2 Hektar, von deren Ertrag zwei kleine Familien kümmerlich leben. Da die H. sich nur wenig über die gewöhnliche Flut erheben und häufig Überschwemmungen ausgesetzt sind, so stehen die Gebäude auf 4–5 m hohen Werften, in deren Grunde sich auch die Trinkwasseranlagen in Gestalt von Zisternenbrunnen und kleinen Teichen (Fäthingen) befinden. Die Bewohner sind Nordfriesen und unübertrefflich als Seeleute. Sie leben in bescheidenem Wohlstande, halten auf Reinlichkeit und Ordnung und schmücken ihre Werften mit hübschen Gemüse- und Blumengärtchen, so daß die kleinen Eilande ein anmutiges Bild gewähren. Seit 1896 ist mit der Anlage von Dämmen und Steindossierungen der Uferkanten bei Oland und Langeneß-Nordmarsch begonnen worden, um zur Ablagerung von Meerwassersedimenten ruhige Buchten zu bilden. Nach den bisherigen Erfahrungen ist zu erwarten, daß durch den Schlickabsatz neben und zwischen den Verbindungsdämmen die eingeschlossenen Inseln mit dem Festlande verwachsen und im Laufe dieses Jahrhunderts samt dem entstandenen Neuland in Marschköge verwandelt werden. Eine meisterhafte Schilderung des Lebens auf den H. gibt Biernatzki in seinem Roman »Die Hallig«. Vgl. Johansen, Halligenbuch (Schlesw. 1866); Träger, Die H. der Nordsee (Stuttg. 1892) und Die Rettung der H. (das. 1900).
2273 Zeichen · 25 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Halligen

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Halligen , an der Nordsee die unbedeichten Marschdistricte, speciell in Schleswig-Holstein die kleinen niederen Eilande …

  2. modern
    Dialekt
    halligen

    Rheinisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    halligen halĭjən Merz-Haustdt , Saarbg-Castel , dann geschlossen Trier (Mos), Wittl , Bitbg , Daun , Prüm , Schleid-Kron…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit halligen

1 Bildungen · 1 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von halligen 2 Komponenten

hall+igen

halligen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

halligen‑ als Erstglied (1 von 1)

halligenlant

KöblerMnd

hallig·enlant

halligenlant , N. nhd. Hallig, Halligland Hw.: s. halligelant E.: s. hallige, lant L.: MndHwb 1/2 203 (halge[n]lant) Son.: örtlich beschränk…