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Niger

mnd. bis Lex. · 5 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Niger

Bd. 14, Sp. 686
Niger (richtiger Nigir, »Fluß«), nächst Nil und Kongo längster Strom (4160 km) Afrikas, steht bloß dem Kongo an Wassermasse nach. Er entspringt aus drei Quellflüssen (Hauptquelle 9°20´ nördl. Br. und 11° westl. L.) in der Gegend des Treffpunktes von Sierra Leone und Liberia mit Französisch-Guinea, nur 250 km von der Pfefferküste entfernt (s. Karte bei »Guinea«). In 900 m Meereshöhe entstanden, nimmt der vereinigte, Dscholiba genannte Fluß nordöstliche Richtung an, betritt bei 10° nördl. Br. die gegen die Sahara sich weit und einförmig ausbreitende Lateritebene (250–400 m hoch) und beginnt sich auszudehnen. So erreicht er, nach Aufnahme des Milo (rechts) und des Tankisso (links, bei Sigiri), bei Bammako, wo der Hauptweg vom Senegal eintrifft, 400 m Breite bei einer Tiefe von 1–2 m. Hier für Dampfer schiffbar geworden, betritt er die Ebenen von Segu-Sikoro und Massina und teilt sich bei Diafarabe in zwei Arme, welche die 200 km lange Insel Burgu umschließen, und deren rechter den Bani aufnimmt. Von Sansandig nimmt, wichtig für die Schiffahrt, der Fluß an Tiefe bedeutend zu. Nach der Vereinigung der beiden Arm eim großen Debosee teilen sie sich in den Dioko und den Majo Balleo; diesen Namen (neben Issa und Eghirren) führt der Fluß, bis er die unterhalb Kabara, dem Hafen von Timbuktu (westlich liegt der See Fagibine, s. d.), eingeschlagene östliche Richtung mit einer südöstlichen vertauscht. Auf dieser Strecke ist das Gefälle des Stromes gering: er tritt bei Winterregen über seine Ufer, strömt sogar vom Debosee aufwärts. Von Bamba ab (unterhalb ist die Schiffbarkeit durch Stromschnellen unterbrochen) strömt er zwischen hohen Ufern hin; in der Tosayeenge, wo er ein 100 m hohes Felsplateau durchbricht, wird er auf 90 m Breite eingeengt. Von dem »Knie von Burrum« bis 8° nördl. Br. fließt der Strom nach SO.; das Flußbett, reich an Inseln, ist an einzelnen Stellen wohl 11 km breit. Wo der Fluß sich über abschüssige Felsriffe stürzt oder zwischen Steinmassen hindurchdrängt, wie bei der Insel Ansongo und bei Harara und weiter abwärts zwischen Gomba und Rabba, strömt er mit einer der Schifffahrt gefährlichen Geschwindigkeit. Von Gao (Gagho, Gogo) macht der Sand der Sahara fruchtbarerem Lande Platz. Da die wasserscheidenden Bergzüge von S. sehr weit gegen den Nigerbogen vorrücken, erhält er von rechts nur unbedeutende Zuflüsse, von links nur Wadis. Bei Sin der und Garn (14° 30‵ nördl. Br.) wieder schiffbar geworden, ist er bis Say 1600–2000 m, bei Say aber, von felsigen Ufern (7–9 m hoch) eingeschlossen, nur 650 m breit, bei einer Geschwindigkeit von etwa 5,5 km in der Stunde. Von Jauri (11° nördl. Br.) ab wendet er sich scharf nach S. und fließt von 91/2° ab oft südöstlich in breitem Bett fort. Hier verläßt er bei Rabba (166 m) die Bergzüge der Sahara und wird, ein Fluß des tropischen Sudân, schiffbar. Bei Eggan wendet er sich um die bis 900 m hohen Rennellberge nach S. bis zur Mündung. Jetzt Kworra (Kuara) genannt, 1000 m breit, mit vielen Sandbänken, erhält er von O., Lokodja gegenüber, den mächtigen Binuë (s. d.). Unter 51/2° nördl. Br. beginnt bei Ebo am rechten und Ndoni am linken Ufer das 24,000 qkm große, an seiner Basis genen den Golf von Guinea fast 600 km breite Mündungsdelta: ein wei les Sumpfland in Höhe des Meeresspiegels; es schiebt sich noch dauernd vor. Von den 22 Mündungen ist, abgesehen von Benin, Braß, Bonny und Forcados, der Rio Nun am bedeutendsten. Die äußerste Spitze des Deltas bildet Kap Formoso (s. d.). Im Nigerdelta ist an Stelle des Sklavenhandels der Ölhandel getreten, nach dem die Nigermündungen auch Ölflüsse (Oil Rivers) genannt werden. Bei einer Länge von 4160 km ist der direkte Abstand von den Quellen bis zur Mündung nur 1810 km, das Stromgebiet hat einen Umfang von 2,092,000 qkm; der N. sendet 28–30,000 cbm Wasser zur Trockenzeit ins Meer. Schiffbar ist er im Oberlauf nur von Juli bis Januar, dann von Bammako bis Timbuktu; Dampfer von geringem Tiefgang können den Fluß bis Rabba befahren. Das ganze Uferland des N. von seiner Mündung bis oberhalb Gomba gehört England, von dort ab Frankreich. Der N. der Al len ist nicht der heute von uns so benannte Strom; Plinius und Ptolemäos verstanden darunter den Ued Gir im O. der Oase Tuat. Später gewann die Kenntnis durch die Araber nur wenig an Klarheit. Auch die arabischen Geographen des Mittelalters glaubten an eine Verbindung zwischen N. und Nil, ein Irrtum, den zuerst Browne (»Travels in Africa«) 1799 bekämpfte. Als erster Europäer sah den N. Mungo Park, der 1796 Segu Sikoro am Oberlauf erreichte und 1801 nach Bammako gelangte; er ertrank in Bussang. Die Vermutung, daß der N. in den Golf von Guinea münde, wurde durch Clapperton und Denham 1825, dann durch Clapperton und Lander 1827 bestätigt. Lander stellte 1830 fest, daß der Unterlauf dieses Flusses in mehreren Armen in die Bai von Benin mündet, und fuhr 1832 flußaufwärts, mit ihm gleichzeitig Laird und Oldfield, der bis Rabba vordrang. Bis hierher wurde der Fluß 1857–64 genauer durch Baikie und Offiziere von der englischen Marine untersucht. Den N. von Timbuktu bis Say bereiste 1854 Barth, die Strecke zwischen Rabba und der Binuëmündung 1867 Rohlfs. Die Quelle des N. (Mungo Park und La ing hatten nur Berichte gesammelt) entdeckten 1879 Moustier und Zweifel. Den N. zwischen Bammako und Timbuktu nahm 1887 Caron an s. Vgl. neben den Reisewerken von Mungo Park, Lander, Laird und Oldfield, Crowther, Baikie, Barth besonders de Lanoye,, Le N. (Par. 1858); »Reports by Dr. Baikie on the geographical position of the countries in the neighbourhood of the N.« (Lond. 1863); Rohlfs, Quer durch Afrika (Leipz. 1874); Viard, Au bas N. (Par. 1885); Richardson, Story of the N. (Lond. 1887); Caron, De St. Louis an Port de Tombouctou (Par. 1891); Binger, Du N. an golfe de Guinée, etc. (mit Karte, das. 1892, 2 Bde.); Hourst, Sur le N. et au pays des Tonaregs (das. 1898); Trotter, The N. sources (Lond. 1898); Lenfant, Le N., voie ouverte á notre empire africain (Par. 1903); Spicq, Carte de la boucle du N., 1: 1,500,000 (2. Aufl., das. 1898).
6078 Zeichen · 99 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    niger(Gen.=)Adv.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    niger , (Gen.=)Adv. Vw.: s. nīer

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    niger

    Goethe-Wörterbuch

    niger lat: schwarz a im Schema der Farbbenennungen GWB LA II 6,19,71 M17 FlH Plp b botan, Artbezeichnung s Ballota, Cent…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Niger

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Niger , röm. Benennung des Hauptstromes von Mittelafrika: von dem die Alten wußten, daß er weite und volkreiche Länder d…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit niger

112 Bildungen · 14 Erstglied · 98 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von niger

nigen + -er

niger leitet sich vom Lemma nigen ab mit Suffix -er, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

niger‑ als Erstglied (14 von 14)

Nigerbil

PfWB

niger·bil

Niger-bil f. : ' Schwarzsucht ', Nikerbil [Land u. Umg. ( Heeger Vhk. 62) Pauli Heilm. 71]. — Aus frz. bile nigre(?).

Nigerdistrikte

Meyers

Nigerdistrikte , soviel wie Nigerküsten- Protektorat (s. d. und Nigeria).

nigeren

MNWB

nige·ren

1 vornîeren (-nigeren) , swv. , 1. erneuern, neu bestätigen, (ein Gelöbnis) von neuem ablegen . 2. refl. sik v. sich erneuern.

Nigergesellschaft

Meyers

niger·gesellschaft

Nigergesellschaft ( Royal Niger Company ), eine 1879 als United African Company gegründete, 1882 National African Company genannte und 1886,…

Nigerĭa

Meyers

nige·ria

Nigerĭa , Name für die englisch-afrikan. Besitzungen am Niger, umfaßt nach der 1900 angebahnten und 1903 zum Abschluß gekommenen Entwickelun…

Nigerküsten-Protektorat

Meyers

Nigerküsten-Protektorat ( Niger Coast Protectorate ), ursprünglich eine von Liverpooler Kaufleuten gegründete Gesellschaft, die durch Freibr…

Nigermission

Meyers

niger·mission

Nigermission , ein 1857 gegründeter englischer Missionsverein, der in den Flußgebieten des Niger und des Binuë wirkt und anfangs nur schwarz…

Nigeröl

Meyers

niger·oel

Nigeröl ( Ramtilla-, Werinnualöl ), aus den Samen von Guizotia abyssinica , einer Komposite, die in Abessinien und Ostindien kultiviert wird…

Nigersprachen

Meyers

niger·sprachen

Nigersprachen . Die Negersprachen des Nigergebiets zerlegt man in die drei Gruppen: 1) Jbo, 2) Joruba, Odschi, Ewe, Nupe, Akra, 3) Esik. Vgl…

niger als Zweitglied (30 von 98)

pfenniger

BWB

-pfenniger Band 2, Spalte 2,557f.

Achtzehnpfenniger

DRW

achtzehn·pfenniger

Achtzehnpfenniger Silbermünze 17. Jahrhundert, Lübeck, Bremen, Dänemark; entspricht einem Viertelsort oder 1/16 Reichtaler Schmieder,MünzWB.…

Auge(n)schīniger

Idiotikon

Auge(n)schīniger Band 8, Spalte 807 Auge(n)schīniger 8,807

Ausspänniger

DRW

Ausspänniger ein arbeiter mit seinem eigenen ausspenniger oJ. Gutzeit,Livl. Nachtr. I 89

Averniger

MLW

aver·niger

* Averniger , -a, -um . in infernum ducens — in die Unterwelt bringend : MLW Albert. Stad. Troil. 3,706 Hector -a Avernigera ... tulit arma …

Bänniger

MeckWB

baen·niger

Wossidia Bänniger öfter Bändiger m. Bändiger; in den Zss. Hirings-, Krabbenbändiger ( s. d. ).

Beaugenschīniger

Idiotikon

Beaugenschīniger Band 8, Spalte 808 Beaugenschīniger 8,808

Bescheiniger

LDWB2

Be|schei|ni|ger m. (-s,-) atestadú (-dus) m.

BICORNIGER

Hederich

BICORNIGER , i , ein Beynamen des Bacchus, Ovid. Her. XIII. 33 . weil er zwey kleine Hörner hatte, wodurch man die Stärke des Weines oder au…

Büᵉniger

WWB

bu·e·niger

Büᵉniger FN Bönniger. Büeniger Tabaksorte, nach dem Fabrikanten benannt ( Kr. Arnsberg Arn Kr. Arnsberg@Warstein Wa ). „ Hä sitt do at ne Āp…

carniger

MLW

carni·ger

carniger , -era, -erum . e carne consistens — aus Fleisch (bestehend) : Vita Sigir. 15 (MGMer. IV p. 615,24) licet adhuc -um carnigerum corp…

corniger

MLW

cor·niger

corniger , -era, -erum . 1 proprie MLW i. q. cornutus, cornua ferens — horn-, geweihtragend, gehörnt : a de animalibus: MLW Theodulf. carm. …

criniger

MLW

criniger , -a, -um . crinitus — haartragend, langhaarig : MLW Aldh. ad Acirc. 120 p. 165,7 solet ... dactilus a nominibus ... provenire, qua…

deniger

DWB

deniger denger , nur bei Keisersberg. da der mensch ist so gruoszbar bei den leuten, tuot sich umb bei jederman wie ein denger färlin Sieben…

einiger

Lexer

einiger stm. schiedsmann. wir sullen der sachen einiger sein oder richter Ugb. 426 ;

EINSPÄNNIGER

DWB2

einspan·niger

DWB2 EINSPÄNNIGER m. DWB2 mnd. ē i nspanniger. substantivierung von einspännig adj. 2. DWB2 DWB2 1 DWB2 einfacher bediensteter zu pferde ( i…

Enniger

WWB

Enniger ON Kr. Beckum. — Ortsspott: Witte Bücksen, widd’n Strauhhout is de Iängersken iärn’n Hauchmout ( Kr. Beckum Bek Vh || mehrf.).

fuszreiniger

DWB

fuszreiniger , m. 1 1) einer der lederne fuszbekleidung reinigt und dies als geschäft treibt. 2 2) livländ. ein aus indischem bast gefertigt…

glaubensreiniger

DWB

glauben·s·reiniger

glaubensreiniger , m. , zu glaube I A 5, verdeutschung von reformator, vgl. glaubensreiniger réformateur Schrader dt.-frz. wb. (1771) 1, 552…

Glaubensvereiniger

Campe

glauben·s·vereiniger

◎ Der Glaubensvereiniger , des — s , d. Mz . w. d. Ez. der die in Glaubenssachen von einander Abweichenden zu vereinigen sucht (Syncretist )…

graniger

MLW

gra·niger

graniger (-ier), -a, -um. (granum et gerere) grana ferens, uber – Körner tragend, fruchtbar (in imag.: MLW l. 62) : MLW Aldh. virg. I 19 p. …

heilspenniger

KöblerMnd

heilspenniger , M. Vw.: s. hēlespanniger*

Helleborus niger

Herder

helleborus·niger

Helleborus niger , schwarze Nießwurz , Giftpflanze aus der Familie der Ranunculaceae deren Wurzel in der Arzneikunde von großer Wichtigkeit …