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Kars

ie. bis Dial. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
10 in 8 Wb.
Sprachstufen
6 von 16
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10
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4

Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Kars

Bd. 10, Sp. 678
Kars, Provinz des russ. Generalgouvernements Kaukasien (s. Karte »Kaukasien«), grenzt im NW., NO. und SO. an die Gouvernements Kutais, Tiflis und Eriwan, im S. und W. an die Asiatische Türkei und hat 19,197 qkm Fläche mit (1897) 290,654 Einw. (15 auf 1 qkm). Die Provinz ist ein Hochgebirgsland, erfüllt mit parallelen Gebirgszügen, die im O. an das Karabagh-Gebirge und die Gebirge Persiens stoßen und in südwestlicher Richtung sich über die Grenzen hinaus fortziehen. Das nördliche Grenzgebirge, der Arsianzweig des Adscharischen Gebirgszugs, erhebt sich im Bilbulan zu 3011 m, während im S. der Ala Dagh zu 3143 m aufsteigt. Flüsse sind Kura, Araxes mit Arpatschaï. Die Wasserscheiden sind nur auf Gebirgspässen zu überschreiten, die im O. durchschnittlich 2400 m hoch liegen. Das Klima ist im Sommer sehr heiß, im Winter sehr kalt; nicht selten fällt das Thermometer bis -35°. In der Stadt K. ist die Mitteltemperatur 4,7°, in Ardaghan 2,7°. Die Pflanzenwelt hat südlichen Charakter; Alpenwiesen bis zu Höhen von 2–3000 m geben im Frühjahr und Sommer vortreffliche Weiden; 1882 zählte man 15,475 Pferde, 178,169 Rinder, 267,488 Schafe und Ziegen, 5449 Esel. Waldungen gibt es außer in Saruschad und Schuragel überall; Kiefern mit Birken untermischt reichen bis zu 2100 m. Der Weinstock gedeiht bis zu 1000 m, doch ist der Weinbau unbedeutend und der gewonnene Wein sauer. Die Obstzucht ist gleichfalls sehr gering; Gärten gibt es nur in den Bezirken Kagysman und Olti. Ergiebige Ernten geben alle Getreidearten, Gerste und Mais gedeihen in den höchsten Lagen. Die Salzlager bei Kagysman und Olti haben eine Mächtigkeit von 30 m. Von der Bevölkerung waren 1891: 10,700 Russen, 23,525 Perser, 26,434 Kurden, 37,094 Armenier, 41,823 Türken, 24,134 Karapapachen, 8893 Turkmenen. Die Provinz K. zerfällt in vier Bezirke: K. 5939,2 qkm mit 134,142 Einw., Ardaghan, Kagysman und Olti. Das Gebiet bildete früher die Sandschaks Tschaldyr und K. des türkischen Wilajets Erzerum und wurde 1878 an Rußland abgetreten, worauf bis 1882: 82,760 Türken auswanderten, wofür aber 21,890 Armenier, Griechen, Russen einwanderten.
2115 Zeichen · 32 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. * rekonstr.
    Indoeuropäisch
    kars

    Idg. Etym. Wb. (Pokorny)

  2. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    karsst. M. (a?, i?)

    Köbler Ahd. Wörterbuch

    kars , st. M. (a?, i?) Vw.: s. karsk*

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    karsm.

    Mittelniederdeutsches Wb.

    ° kersepôl (-poil) , kers- , kars- , m. , zum Anbau von Kresse angelegtes seichtes Gewässer , später als karspôl, meist …

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    kars

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    kars ? ich hatte neulich ein biszgen kars gefressen, und wie ich über den schmalen steg wandern wolte, warf mich mein st…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Kars

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Kars , Hauptstadt des gleichnamigen Paschaliks in der asiat. Türkei, Gränzfestung gegen Rußland, wichtig auch als Wallfa…

  6. modern
    Dialekt
    Kars

    Rheinisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Kars = Kirsche (s. d.);

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kars

169 Bildungen · 166 Erstglied · 2 Zweitglied · 1 Ableitungen

kars‑ als Erstglied (30 von 166)

karsackern

SHW

karsack-ern Band 3, Spalte 1131-1132

karsamin

DWB

kar·samin

karsamin , in karsaminpasament ( posament ). Garg. 114 b (206), wie es scheint für karmesin.

Kārsamsdag

WWB

Kār-samsdag m. [verstr. nördl.] Karsamstag.

karsappsen

SHW

karsapp-sen Band 3, Spalte 1133-1134

Karsay

PfWB

Karsay s. Kirsei .

Karsbiᵉrenbusk

WWB

Kars-biᵉren-busk [Isl, verstr. bes. Unn Sos Arn] Johannisbeerstrauch (Frbg.).

Karsbiᵉrenhucht

WWB

Kars-biᵉren-hucht m. [Sos, verstr. Lhs Bek Wie Unn Lst Isl] Johannisbeerstrauch (Frbg.).

Karsbiᵉrenstrūk

WWB

Kars-biᵉren-strūk m. [Münsterl (außer Bor) Mark Enr Isl, verstr. Sos Bri Alt Olp] Johannisbeerstrauch (Frbg.).

karsch

DWB

kar·sch

karsch , ein nordd. wort, ostpreusz. munter, frisch, bei kräften, auch trotzig. Bock id. pruss., Hennig 117 , altmärk. Dann. 96 a auch drall…

karschässen

RhWB

kar-schässen kašē:sən MülhRuhr-Broich schw.: eiligst laufen, sich aus dem Staube machen.

karschbein

DWB

karsch·bein

karschbein , n. knorpel: karsch- oder knospelbein, cartilago. Stieler 124 . Frisch 1, 502 a , älter karsbein Henisch 261 . von karsen knirsc…

karsche

KöblerMnd

kar·sche

karsche , Adv. nhd. kräftig, nachdrücklich, stark E.: Herkunft ungeklärt? L.: MndHwb 2, 524 (karsch[e])

karschemarschen

RhWB

karsche·marschen

karsche-marschen nach Wk. III 2 kašəmašə  Klev-Goch ; kǫrsəmǫrsə Klev-Calcar schw.: ein Kind k., huckepack tragen; s. marsen.

karschen

RhWB

kars·chen

karschen -ārš- Goar-Steeg schw.: knarren, knirschen, auch knarschen.

Karschi

Meyers

kar·schi

Karschi ( Karscha ), Stadt in Bochara, am gleichnamigen Steppenfluß, 150 km südöstlich von der Stadt Bochara, 475 m ü. M., Lieblingssitz des…

kars als Zweitglied (2 von 2)

bickārs

MNWB

bick·ars

bickārs , -ērs (s. bik- ) Wolf „intertrigo, bubo”.

bikārs

MNWB

bik·ars

bik-ārs , -ērs (s. bick-), m. , Wolf, „intertrigo , bubo”, Wundsein am After.

Ableitungen von kars (1 von 1)

karse

KöblerMnd

karse , F. Vw.: s. kerse (2) L.: MndHwb 2, 524 (karse) Son.: örtlich beschränkt