lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

Hera

ahd. bis lat. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
17 in 8 Wb.
Sprachstufen
4 von 16
Verweise rein
146
Verweise raus
45

Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Hera

Bd. 9, Sp. 181
Hera (Here), in der griech. Mythologie die älteste Tochter des Kronos und der Rhea, Schwester und Gemahlin des Zeus, von ihm Mutter des Hephästos, Ares, der Hebe und der Eileithya. Die Mehrzahl der Sagen bezieht sich auf ihr Verhältnis zu Zeus, mit dem sie sich, in der Pflege des Okeanos und der Thetys oder von Nymphen aufgewachsen, nach Homer zuerst heimlich vermählte. Der Kultus feierte diese Vereinigung der beiden großen Himmelsmächte, von denen alle Fruchtbarkeit der Erde abhängt, im Frühling als heilige Hochzeit. Bei Homer teilt sie mit ihrem Gemahl Ehre und Macht; gleich ihm gebietet sie über die Himmelserscheinungen: sie sendet Nebel und Sturm, Blitz und Donner; ihre Dienerinnen sind die Horen (s. d.), ihre Sendbotin Iris (s. d.). Zwar erweist ihr Zeus alle Rücksicht und teilt ihr seine geheimen Ratschlüsse mit, aber fügt sich keineswegs immer ihren Wünschen; daher häufig zwischen den Gatten heftiger Zwist entbrennt, der sogar zu Tätlichkeiten führt. So soll Zeus sie im Zorn gepeitscht und den der Mutter zu Hilfe eilenden Hephästos vom Olymp zur Erde geschleudert oder sie, die Arme mit goldenen Fesseln gebunden und die Füße mit zwei Ambossen beschwert, im Äther und in den Wolken schwebend, aufgehängt, sie selbst im Bunde mit Poseidon und Athene Zeus zu fesseln geplant haben, aus welcher Gefahr ihn Thetis durch Herbeirufen des hundertarmigen Briareos rettete. Der herrische, streitsüchtige Zug ihres Wesens bei Homer ist bei den spätern Dichtern noch gesteigert, bei denen insbes. die Eifersucht auf ihre Schönheit und ihre Rechte als Gattin des Zeus in den Vordergrund tritt. Schonungslos verfolgt sie diejenigen, die ihr den Vorzug der Schönheit streitig machen, vornehmlich aber die Geliebten des Zeus und deren Kinder, wie namentlich Herakles. Dagegen erscheint sie im Kultus als eine gnädige, huldreiche Göttin, die besonders dem weiblichen Geschlecht in allen Lebensverhältnissen eine treue, mütterliche Schützerin ist, Ehen stiftet (Teleia) und über ihre Heilighaltung wacht, Kindersegen verleiht und den Gebärenden beisteht, daher sie nicht bloß Mutter der Eileithyia (s. d.) ist, sondern selbst als Geburtsgöttin verehrt wird. Bei Homer werden als ihre Lieblingsstädte Argos, Mykene und Sparta genannt; Hauptplatz ihrer Verehrung war später Argos mit dem berühmten Heräon (s. d.) in der Nähe, wo ihr die fünfjährigen Heräen gefeiert wurden; in Argos wurden die Jahre nach ihren Priesterinnen gezählt. Andre bedeutende Kultstätten waren Elis, Korinth, Böotien, Euböa, Samos mit seinem von Polykrates erbauten Tempel. Geheiligt war ihr der Kuckuck als Frühlingsvogel, der Granatapfel als Symbol der ehelichen Liebe und Fruchtbarkeit, die Krähe, der Pfau. Wie im Kultus des Zeus waren in dem ihrigen Hekatomben üblich. Der Neumond ist die Zeit ihrer Opfer wie der italischen Juno (s. d.), die mit ihr identifiziert wurde. Die plastischen Darstellungen der H. halten sich vornehmlich an die Homerische Schilderung: große, runde, offene Augen, strenger, majestätischer Gesichtsausdruck, Körperformen einer blühenden Matrone; dazu züchtige Bekleidung: aufgeschürzter Chiton, der nur Hals und Arme bloß läßt, mit weitem, die ganze Gestalt verhüllendem Obergewand, die königliche Kopfbinde (Stephane). Berühmt vor allen andern Bildern war die kolossale Goldelfenbeinstatue des Polyklet im Tempel bei Argos. H. erschien hier auf reichgeschmücktem Thron sitzend, um die Stirn ein Diadem, mit Chariten und Horen im Relief, in der einen Hand einen Granatapfel, in der andern das Zepter mit dem Kuckuck darauf. Die Strenge dieser ältern Auffassung ist noch bewahrt in dem Farnesischen Herakopf in Neapel (Fig. 1). Das Anmut und Würde vereinende Ideal vollendeter Frauenschönheit zeigt der von einer Kolossalstatue stammende Kopf der H. Ludovisi in Rom (Fig. 2). Zwischen beiden Köpfen steht der von Girgenti im Britischen Museum. Unter den statuarischen Darstellungen sind die bedeutendsten: die Barberinische Juno im Vatikan zu Rom (Fig. 3) und ein Marmortorso von Ephesos in Wien.
4008 Zeichen · 39 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    hera

    Althochdeutsches Wörterbuch · +9 Parallelbelege

    hera Gl 3,458,17 s. aro.

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    hërâ

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +1 Parallelbeleg

    hërâ her, hierher. man dorft niht ruofen herâ her Wigal. 10932.

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    HERA

    Hederich (Mythologie, 1770) · +1 Parallelbeleg

    HERA , æ, Gr. Ἥρα, ας, der griechische Namen der Juno, welchen sie nicht so wohl von ἀὴρ, der Luit, als vielmehr von ἀρὰ…

  4. Latein
    hera

    Mittellateinisches Wb. · +2 Parallelbelege

    2. hera v. 1. aera. Mandrin

Verweisungsnetz

150 Knoten, 172 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 5 Hub 2 Kompositum 133 Sackgasse 10

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit hera

1.728 Bildungen · 1.717 Erstglied · 11 Zweitglied · 0 Ableitungen

hera‑ als Erstglied (30 von 1.717)

herab(er)gehen

FWB

1. ›von (dort) oben nach unten kommen / gehen / laufen‹; 2. wohl: ›aus einer Sache herauskommen, offenbar werden‹; Ütr. zu 1.; 3. ›abgezogen…

herab

FWB

1. Lokaladv. zum Ausdruck der Bewegungsrichtung einer Person / eines Gegenstandes (von einem höher gelegenen Ort) zum Sprecherstandpunkt ode…

herabher

SHW

herab-her Band 3, Spalte 269-270

Herabäugeln

Campe

herab·aeugeln

Х Herabäugeln , v. intrs . mit freundlichen halb geschlossenen Augen herabblicken; auch herunteräugeln. Das Herab=, Herunteräugeln . So auch…

Herabarbeiten

Campe

herab·arbeiten

Herabarbeiten , v. trs . arbeitend, durch Arbeit von einer Sache bringen, schaffen; auch Х herunterarbeiten. Sich herabarbeiten , durch Arbe…

herabaz

AWB

hera·baz

herabaz adv. — Graff IV,1015. hera-paz: Gl 2,251,13 ( M ). mittelmäßig, in geringem Grade: nals herapaz [( Mitbischof ) qui ... vitam ] non …

Herabbannen

Campe

herab·bannen

Herabbannen , v. trs . von einem höhern Orte nach einem niedrigern Orte, wo man selbst oder der Redende ist, bannen. Das Herabbannen. Die He…

herabbauen

GWB

herab·bauen

herabbauen nach unten hin an etw anbauen; mBez auf das ‘Hängstübchen’ (sd) über einem Hausdurchgang DjG 3 3,373,11 RAnw [24.7.73] Herbert Kü…

herabbaumeln

LDWB2

herab·baumeln

her|ab|bau|meln vb.intr. 1 pingolé jö, piché jö 2 (z.B. Fleischstücke bei Wunden) slampré (-rëia).

Herabbegeben

Campe

herab·begeben

Herabbegeben , v. rec . unregelm. ( s. Begeben) Sich herabbegeben , von einem höhern Orte nach einem niedern, wo man oder der Sprechende ist…

Herabbekommen

Campe

herab·bekommen

Х Herabbekommen , v. trs . unregelm. ( s. Bekommen ). S. Herabbringen 2). So auch heran=, herauf=  und hinab=  bekommen .

Herabbemühen

Campe

herab·bemuehen

Herabbemühen , v. trs . u. rec . bemühen herabzukommen. Einen herabbemühen. Sich herabbemühen. Das Herabbemühen. Die Herabbemühung . So auch…

Herabbestellen

Campe

herab·bestellen

Herabbestellen , v. trs . bestellen herabzukommen. Etwas herabbestellen , bestellen, daß etwas herabgebracht, herabgeschafft werde. Sich her…

Herabbeten

Campe

herab·beten

△ Herabbeten , v. trs . durch Gebet vom Himmel herab erlangen. Sie betete Segen auf ihn herab ; auch Х herunterbeten, △ herniederbeten. Das …

Herabbeugen

Campe

herab·beugen

Herabbeugen , v. trs . von einem höhern Orte nach einem niedern, nach sich zu beugen. So auch, sich herabbeugen. Das Herabbeugen. Die Herabb…

hera als Zweitglied (11 von 11)

firthera

KöblerAfries

*firthera , sw. M. (n) Vw.: s. fora- E.: germ. *furþera, Adj., vordere; s. idg. *pr̥-, Adj., Adv., hervor, vorn, erste, Pokorny 813; vgl. id…

danānhera

KöblerAhd

danānhera , Adv. nhd. seither, seitdem, von da an ne. since, ever since ÜG.: lat. ex tunc N Q.: N (1000) I.: Lüt. lat. ex tunc? E.: s. danān…

fethera

KöblerAs

fet·hera

fethera , sw. F. (n) nhd. Feder, Flosse ne. feather (N.), fin (N.) Hw.: vgl. ahd. fedara (st. F. (ō)); anfrk. fethera Q.: SF (Anfang 10. Jh.…

forefirthera

KöblerAfries

forefirthera , sw. M. (n) Vw.: s. foraferthera*

forthera

KöblerAfries

fort·hera

forthera , Adj. nhd. vordere, rechte ne. front (Adj.), right (Adj.) Vw.: s. -hand- Hw.: s. forth E.: s. forth L.: Hh 30b, Rh 753b

kehhera

KöblerAhd

kehhera , sw. F. (n) Vw.: s. kihhira*

lichera

KöblerAfries

lich·era

lichera , sw. M. (n) nhd. Kerze (?) ne. candle Q.: E E.: s. liācht (2?) L.: Hh 66a, Rh 898b Son.: nach Hofmann handelt es sich bei diesem An…

Rīphera

KöblerAhd

Rīphera , st. M. Pl.=PN Vw.: s. Rīfera*