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Gewohnheit

nhd. bis spez. · 16 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
16 in 16 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Gewohnheit

Bd. 7, Sp. 809
Gewohnheit ist die durch öftere Wiederholung der nämlichen körperlichen oder geistigen Tätigkeit sich ergebende Disposition, vermöge deren sie fortan bei dem geringsten äußern Anstoß ohne besondere Willensanstrengung (selbst unwillkürlich) und mit maschinenmäßiger Regelmäßigkeit (mechanisch) ausgeführt wird. Ein großer Teil unsrer alltäglichen Verrichtungen wird gewohnheitsmäßig vollzogen (Essen, Trinken, Gehen, Berufsgeschäfte etc.), aber auch auf rein geistigem Gebiete spielt die G. in der Form der Ideenassoziation (s. d.) eine große Rolle. Erstreckt sich die G. auf eine Mehrheit von Individuen, so wird sie zum Brauch, bez. zur Sitte (s. d.); dehnt sie sich auf eine Folge von Generationen aus, so wird sie zum Herkommen. Die hohe Bedeutung der G. liegt darin, daß sie das denkende und wollende Subjekt gewissermaßen entlastet, indem sie es ihm ermöglicht, häufig wiederkehrende Akte sicher auszuführen, ohne daß die Aufmerksamkeit besonders stark auf sie gerichtet zu werden braucht. Anderseits kann freilich auch die G. zu einem Hemmschuh der Entwickelung u. des Fortschritts werden: die gewohnten Gedankenverbindungen und Handlungen behalten eine große Gewalt, auch wenn wir zu besserer Einsicht gelangt sind, u. daher ist die Einführung eines Neuern fast nie ohne Kampf gegen alte Gewohnheiten möglich. Vgl. Übung.
1330 Zeichen · 19 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gewohnheit

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Die Gewohnheit , plur. von dem Neutro gewohnen. 1) Als ein Abstractum und ohne Plural, die Fertigkeit zu freyen Veränder…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Gewohnheit

    Goethe-Wörterbuch

    Gewohnheit 1 Zustand der Gewöhnung, Gewohntsein; als Charakteristikum, auch Motiv eines (best) Verhaltens, Tuns od einer…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Gewohnheit

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Gewohnheit ist die durch öftere Wiederholung der nämlichen körperlichen oder geistigen Tätigkeit sich ergebende Disposit…

  4. modern
    Dialekt
    Gewohnheit

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Gewo h n h e i t [Kwônət Liebsd. Banzenh. Mütt. Bf. ; Kwónət Su. Geberschw. Obhergh. ; Kwûnət Katzent. Dü. ; Kwênət Ndhs…

  5. Sprichwörter
    Gewohnheit

    Wander (Sprichwörter)

    Gewohnheit 1. Alle gute Gewohnheit soll man behalten. – Graf, 12, 145; Lünig, I, 360. Frz. : Les bonnes coustumes sont à…

  6. Spezial
    Gewohnheitf

    Dt.-Russ. phil. Termini · +1 Parallelbeleg

    Gewohnheit , f привычка , ж

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gewohnheit

71 Bildungen · 52 Erstglied · 18 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von gewohnheit 3 Analysen

ge- + wohnheit

gewohnheit leitet sich vom Lemma wohnheit ab mit Präfix ge-.

Alternativen: ge-+wohnen+-heit gewohnen+-heit

gewohnheit‑ als Erstglied (30 von 52)

gewohnheitlich

DWB

gewohnheit·lich

gewohnheitlich , adjectiv, ableitung vom vorhergehenden substantiv, tritt in die lücke ein, die die neuere entwicklung von gewöhnlich ( s. d…

Gewohnheitsanweisung

GWB

gewohnheit·s·anweisung

Gewohnheitsanweisung eine Instrucktion für den Bibliotheksdiener .. hat der vorige nur nach mündlicher und Gewohnheits-Anweisung sein Amt ve…

gewohnheitsbedürfnisz

DWB

gewohnheitsbedürfnisz , n. , vgl.: den abend gehe ich aber immer in gesellschaft, bin ich nicht gebäten so gehe ich zu Körner, zum canzler B…

gewohnheitsbetrug

DWB

gewohnheit·s·betrug

gewohnheitsbetrug , m. , vgl. gewohnheitsdieb, vgl. wer wegen wiederholten betruges sich als geübter gewohnter betrüger zeigt strafgesetzbuc…

gewohnheitsdichter

DWB

gewohnheit·s·dichter

gewohnheitsdichter , m. , vgl.: bei dem bloszen gewohnheitsdichter, der nur von der oberfläche wegsingt, was ihn gerade beschäftigt oder wie…

gewohnheitsdieb

DWB

gewohnheit·s·dieb

gewohnheitsdieb , m. , ein der frühest belegten unter den entsprechenden zusammensetzungen ( s. gewohnheitssünde); vgl.: dass die gewerbsmäs…

gewohnheitsdiebstahl

DWB

gewohnheit·s·diebstahl

gewohnheitsdiebstahl , m. , vgl.: im besonderen hat das österr. strafgesetzbuch scharf zwischen gewohnheitsdiebstahl und zweitem rückfall un…

gewohnheitsessen

DWB

gewohnheit·sessen

gewohnheitsessen , n. , vgl.: die unwissenheit war truchsesz und trug etliche gemeine gewohnheitsessen auf, als: fleischesgelüsten, unrechts…

gewohnheitsflechse

DWB

gewohnheit·s·flechse

gewohnheitsflechse , f. , vgl.: vielleicht wir alle hielten die bande, die ihn mit Flamin verschlangen, für dünne wenige fibern oder unempfi…

gewohnheitsformel

DWB

gewohnheit·s·formel

gewohnheitsformel , f. , vgl.: wenn nicht blosz das gleichgültige wiederhohlen einer todten gewohnheitsformel darunter ( unter dem glauben )…

gewohnheitsgefühl

DWB

gewohnheit·s·gefuehl

gewohnheitsgefühl , n. , vgl.: der erste begriff einer neuen natur-entdeckung dagegen verletzt nicht selten mitten durchschneidend dieses zu…

gewohnheitsglaube

DWB

gewohnheit·s·glaube

gewohnheitsglaube , m. , vgl.: der todte gewohnheitsglauben der ganz gedankenlosen Fr. Schlegel ( gesch. d. alten u. neuen lit. 14 ) 2, 157.

gewohnheitsleben

DWB

gewohnheit·s·leben

gewohnheitsleben , n. , vgl.: da aber der mensch ein thier der geselligkeit ist ... weil er eines andern nicht zum schutz, zur hülfe, zur ze…

gewohnheitsliebe

DWB

gewohnheit·s·liebe

gewohnheitsliebe , f. , vgl.: überdem erzeugt die unglückliche zerteilung durch den blinden zufall (welche träge gewohnheitsliebe fortdauern…

Gewohnheitsmann

GWB

gewohnheit·s·mann

Gewohnheitsmann Freund des Altgewohnten erscheint er [ geplante Figur eines passionierten Theaterbesuchers ] als ein G. welcher in dem neuen…

gewohnheitsmensch

DWB

gewohnheit·s·mensch

gewohnheitsmensch , m. 1 1) der müsziggänger, wenn er munterkeit und einigen ideenvorrat besitzt, kann ungleich unterhaltender sein, als die…

gewohnheit als Zweitglied (18 von 18)

angewohnheit

DWB

ange·wohnheit

angewohnheit , f. assuetudo, consuetudo, von dem eben erwähnten adj. gewon gebildet: üble angewohnheit des schnarchens, fluchens.

landesgewohnheit

DWB

landes·gewohnheit

landesgewohnheit , f. : darnach wurde in zu ehrn der tanz angefangen, das sie sehen mochten, wie sie nach irer lantsgewonhait tanzten. Wilw.…

Marktsgewohnheit

DRW

markt·s·gewohnheit

Marktsgewohnheit, f. Handelsbrauch auf einem Markt (I) im Gegensatz zum geschriebenen Recht erwaͤgen, ob [Klagen] von solchen strittigkeiten…

Menschengewohnheit

DRW

menschen·gewohnheit

Menschengewohnheit, f. Brauch, Gewohnheit, Recht, die im Ggs. zur göttlichen Wahrheit vom Menschen stammen vgl. Menschengesetz ydt gheböret …

rechtsgewohnheit

DWB

rechts·gewohnheit

rechtsgewohnheit , f. gewohnheit auf dem gebiete des gesetzlichen rechts: alte, mündlich vererbte rechtsgewohnheiten. Schlosser weltgesch. 5…

Reichsgewohnheit

DRW

reich·s·gewohnheit

Reichsgewohnheit, f. im Reich (II) geltendes Gewohnheitsrecht bdv.: Reichsbrauch, Reichsherkommen, Reichsobservanz vgl. Landesgewohnheit, Re…

stadtgewohnheit

DWB

stadt·gewohnheit

stadtgewohnheit , f. 1 1) in der stadt geltende gewohnheit, vgl. oben stadtbrauch ( sp. 444): stadtgewonheit, usanza, costume della città. K…

Theelgewohnheit

DRW

theel·gewohnheit

Theelgewohnheit, f. Rechtsgewohnheit, Gewohnheitsrecht der Theelacht (I) vgl. Theelrecht daß ew. hochgräffl. gnaden von denen ... alten thee…

ungewohnheit

DWB

ungewohn·heit

ungewohnheit , f. , schwach entwickeltes gegenstück zu gewohnheit, seitenstück zu ungewohn(e), f. und ungewohnde, ungewohnte, ungewohnsame (…

Ableitungen von gewohnheit (1 von 1)

ungewohnheit

DWB

ungewohnheit , f. , schwach entwickeltes gegenstück zu gewohnheit, seitenstück zu ungewohn(e), f. und ungewohnde, ungewohnte, ungewohnsame (…