Gesetz auch -ez(z), einmal in der alten Form -saz AALs1,85,23 BiblStud Ca 1000 Belege; Verwendungsschwerpunkt im naturphilos-natwiss Bereich (Bed 1 mit ca 400 Belegen, dem zeitgenöss Wortgebrauch gemäß noch weitgehend ohne strikte terminolog Festlegung), vor allem in Farbenlehre u Morphologie, nur vereinzelt in Geologie u Mineralogie; angesichts der Bergwelt allerdings die frühesten Belege für ‘Gesetz’ in der Natur, noch als intuitive Gewißheit: die ewige Geseze .. Man fühlt tief, hier ist nichts willkürliches, alles langsam bewegendes ewiges Gesez ( an ChStein, 3.10.79). Bemerkenswert seit Ende der 80er Jahre ‘Gesetz’ als Gegenstand erkenntnistheoret Reflexionen (s 1aα u passim in 1), hier öfter Anklänge an Kants Erkenntniskritik (bes die Ausführungen üb den Verstand als allgemeinen Gesetzgeber der Natur). Daneben nach wie vor die Postulierung naturimmanenter Gesetze, die in den empir Erscheinungen ‘verborgen’ u an ihnen zu verifizieren, in der Farbenlehre als ‘Urphänomene’ auch ‘anzuschauen’ sind; öfter auch Erörterungen des Verhältnisses zw Gesetzlichem u Ausnahme bzw Irregularität, Abnormität (s hier bes 1aε, dann vor allem die Belegreihe s v Ausnahme 1c, Bd1,1196,76—1197,13). ‘Gesetz’ als Rechtsterminus (Bed 3) mit gut einem Viertel der Belege ebenfalls häufig, relativ oft bereits in den 70er Jahren iZshg mit G-s jur, rechtsgeschichtl u staatsrechtl Studien1) (dichterisch reflektiert bes in ‘Götz’, s auch Gesetzbuch) u seiner Rechtsanwaltstätigkeit, dann vor allem im Rahmen seiner administrativen Tätigkeit in Weimar u der von der Frz Revolution ausgelösten Diskussionen um die Verfassung von Staat u Gesellschaft; Angelpunkt dabei die Spannung zw Gesetz, Freiheit u Willkür, die auch in den Bereichen von Ethik u Ästhetik (Bed 6 u 7) thematisiert u durch die Idee der Selbstbeschränkung als Selbstbestimmung dialektisch aufgehoben ist. Bedeutsam hierfür das Kantsche ‘Sittengesetz’ u das Zusammenwirken mit Schiller2), anklingend in Formulierungen wie ‘G. der Freiheit’ od ‘sich selbst G-e geben’. Kombination mit ethisch-gesellschaftl Begriffen wie ‘Willkür’, ‘gesetzlos’ u ‘Freiheit’ gelegentl auch im natwiss Kontext, bes in der Morphologie sowie in der ‘Witterungslehre’ von 18253) (vgl dazu auch s v gesetzlich 1a), im Ged ‘Metamorphose der Tiere’ Vs 50ff (wohl in den 90er Jahren entstanden) im ausdrückl Vergleich mit der menschl Sphäre. 1 in der Natur; mehrf iVbdg mit ‘ewig’ a naturphilos u natwiss: ideelles, empir (durch Induktion) zu verifizierendes Prinzip od experimentell bzw mathemat nachweisbare Konstante natürlicher Erscheinungen, Vorgänge, öfter hinsichtl des gestifteten einheitl Zusammenhangs; gelegentl auch (ausdrückl od zugl) für die wiss, theoret Formulierung, zT mit Betonung ihres hypothet od Thesencharakters α in erkenntnistheoret u allgemeinen methodolog Reflexionen, einmal in einer Definition von ‘Idee’; vereinzelt ‘der Natur, den Erscheinungen G-e, ein G. vorschreiben’ Die größte Schwierigkeit bei der Auslegung dieses Systems [des pflanzl Typus4)] besteht darin .. daß man dasjenige auf ein einfaches sichtbares und gleichsam greifbares G. reduciren soll, was in der Natur sich ewig verändert und sich vor unsern Beobachtungen bald unter diese, bald unter jene Gestalt verbirgt; wenn wir nicht gleichsam a priori uns überzeugen konnten, daß solche G-e dasein müßten, so würde es eine Verwegenheit sein, solche aufsuchen und entdecken zu wollen GWBN6,318,21u25 Morph FrühEinl welche Umstände ihn auf Pfade geführt die Natur natürlich anzuschauen .. ihre G-e zu erkennen, und ihr solche naturmenschlich wieder vorzuschreiben GWBN12,44,9 Üb:Howard hier ist es, wo uns der Genius der Analogie, als Schutzengel, zur Seite stehen möge, damit wir .. auch da dem G. gebührende Ehre erweisen, wo es sich uns in der Erscheinung entziehen möchte GWBN7,199,23 PrincPhilZool II Was man Idee nennt, das was immer zur Erscheinung kommt und daher als G. aller Erscheinungen uns entgegen tritt GWBN13,39,24 Morph Plp GWBN8,67,22 Vortr VglAnatomie 1 GWBN51,76,12 BeitrOpt XI GWBN12,107,7 Witterungslehre 1825 uö in Darstellung des (eigenen) method Fortschreitens, auch in Abgrenzung gegenüber ‘Ursache’, einmal in Gleichsetzung mit ‘Urphänomen’; auch ‘empirisches G.’, ‘mein G.’ Wenn ich die Constanz und Consequenz der Phänomene, bis auf einen gewissen Grad, erfahren habe, so ziehe ich daraus ein empirisches G. und schreibe es den künftigen Erscheinungen vor. Passen G. und Erscheinungen in der Folge völlig, so habe ich gewonnen .. zeigt sich aber manchmal, unter gleichen Umständen, ein Fall, der meinem G-e widerspricht, so sehe ich, daß ich .. mir einen höhern Standpunct suchen muß GWBN11,39,12f u20 ErfahrgWissensch 1798 [method Fortschreiten vom Einzelfall üb empir zu wiss ‘Rubriken’] Von nun an fügt sich alles nach und nach unter höhere Regeln und G-e, die sich aber nicht durch Worte und Hypothesen dem Verstande, sondern gleichfalls durch Phänomene dem Anschauen offenbaren. Wir nennen sie Urphänomene, weil nichts in der Erscheinung über ihnen liegt GWBN1,72,16 FlD 175 Oberste Bedingung Ursache | Mittlere — G. | Untere — Umstand | Letzte individuelle — Fall GWBN13,455,2 Plp GWBN13,454,24 ebd pl in krit Verwendung für Linnés Klassifikationskriterien sein scharfes, geistreiches Absondern, seine treffenden, zweckmäßigen, oft aber willkürlichen G-e GWBN6,380 BotanStudien [1831] Var β für ein allgemeines, elementares (universelles) Funktions-, Wirkungsprinzip, auch ‘allgemeine/s G-e/G.’, ‘wenige große G-e’, meist mBez auf ‘Dualität’ (Polarität), mehrf im chem Bereich Farbe und Ton .. lassen sich .. aus einer höhern Formel .. ableiten .. Beide sind allgemeine elementare Wirkungen nach dem allgemeinen G. des Trennens und Zusammenstrebens, des Auf- und Abschwankens, des Hin- und Wiederwägens wirkend GWBN1,301,15 FlD 748 Verhältnisse [von G-s ‘Farbenlehre’] .. Zur Naturphilosophie .. Die Farbenlehre unterwirft sich dualistischen G-en GWBN52,191,11 Fl Plp Der Chemiker .. spürt den allgemeinen G-en der Natur nach .. Nur die Frage sucht er zu beantworten: wie bezieht sich das Einzelne auf jene ewige unendliche Angel, um die sich alles was ist zu drehen hat? GWBN11,88,3 MathMißbr 1826 GWBN11,127,6 MuR(557) uö vereinzelt im Bereich menschlicher Beziehungen: ‘G. der Antipathie/der sittlichen Wahlverwandtschaften’ GWBB2,77,2 Kestner [10.4.73] GWBB49,87,16 Adele Schopenhauer 19.9.31 γ im physikal (vereinzelt im astronom) Bereich, meist im Kontext der Farbenlehre; mehrf für bereits entdeckte (u berechnete, in Formeln gefaßte) Konstanten, meist das Refraktionsgesetz (auch okkasionell als Wirkung eines best opt Instruments); iZshg der Polemik gegen Newton auch in methodenkrit Erörterung Die durch Refraction bewirkte Verruckung der Gegenstände war schon längst bekannt, als die G-e derselben erst später durch Snellius entdeckt, oder wenn man lieber will, die Erscheinungen derselben mathematischen Formeln angenähert wurden .. G. der Sinus GWBN4,435,9u17 FlH Plp Das Bild [in Newtons grundlegendem prismat Versuch] ist, wenn der Strahl die Refraction erlitten, länger, als es nach den G-en der Refraction sein sollte .. wie hat man denn die G-e der Refraction festgestellt? — Aus der Erfahrung. — Gut! Und der die Erfahrung machte, um die G-e festzustellen, hat er die Ausnahme, von der die Rede ist, beobachtet oder nicht? .. er hat sie nicht in Betrachtung gezogen. — So dürfen wir also an der Allgemeinheit dieses Naturgesetzes zweifeln GWBN51,168,21 u 169,7u9 ÜbNewt DivRefrangib Gespr(Gr5,668) ChSchiller 20.11.05 GWBN51,215,18 FarbenerschRefraktion 75 LA II 6,27 FlH M23,80 uö häufig für die in G-s Farbenlehre grundlegende Konstanz der Erscheinungen insbes bei der prismat Verrückung, vereinzelt bei der Farbenmischung, od für das G-sche Prinzip der Farbenentstehung überhaupt (das Zusammenwirken von Licht u Finsternis in einem ‘trüben’ Medium); selten für die konstante Erscheinung des weißen od schwarzen ‘Kreuzes’ im entopt Versuch [zu FlD §198ff] Zur Farbenerscheinung gehört immer ein Bild und die Erscheinung zeigt sich blos an den Rändern. Einfaches G. der Erscheinung. A sey ein Bild, dieses werde durch Refraction vergrößert, so erscheint es mit blauem Rand, verkleinert mit gelbem Rand GWBN52,62,5 Fl Plp G-e der Farbenerscheinung im Trüben. Wo der voreilende Rand des Nebenbildes sich vom Dunkeln über das Helle zieht, erscheint das Gelbe und Gelbrothe. Umgekehrt wo ein heller Rand über die dunkle Umgebung hinaustritt, erscheint er blau und blauroth GWBN11,232,10 Optik Was die [entoptischen] Farben betrifft, so entwickeln sie sich nach dem allgemeinen, längst bekannten, noch aber nicht durchaus anerkannten, ewigen G. der Erscheinungen in und an dem Trüben, die hervortretenden Bilder werden unter ebendenselben Bedingungen gefärbt GWBN51,268,10 EntoptFarb 16 GWBN2,269,3 FlP 604 GWBN51,241,1 EntoptFarb Doppelbilder GWBN51,265,28 EntoptFarb 14 uö ‘ein G. erblicken’ GWBN51,35,1 BeitrOpt I 65 δ wahrnehmungsphysiol; für Funktionsprinzipien der visuellen Wahrnehmung od für (ästhet) Wirkungsprinzipien visueller u akust Eindrücke, mehrf ‘G-e des Sehens, der Perspektive’ uä bzw ‘G-e des Lichtes und Schattens’ uä; auch mBez auf die von G entdeckten physiol Farben, bes den sog Simultan- u Sukzessivkontrast Diese Phänomene [Erzeugung der Komplementärfarben im Auge selbst] sind von der größten Wichtigkeit, indem sie uns auf die G-e des Sehens hindeuten .. Das Auge verlangt dabei ganz eigentlich Totalität und schließt in sich selbst den Farbenkreis ab GWBN1,28,18 FlD 60 ein Hauptgesetz, welches die Künstler entdeckten .. das mit dem G-e des Lichtes und des Schattens gleichen Schritt hielt .. es war das G. der sogenannten warmen und kalten Tinten GWBN51,13,20u22 BeitrOpt I 20 GWB491,186,7 Üb:Zahn, Pompeji GWBN51,195,8 u 196,2 FarbenerschRefraktion 32u34 N1,XXXVIII,24 FlD Einl GWBN11,287,2 Tonlehre Schema [1810] uö ε im morphol Kontext: für die Metamorphose insgesamt (in ihren versch Erscheinungsformen in der Pflanzen- u Tierorganisation), öfter ‘G. der Metamorphose’, od für die einzelnen sie bewirkenden Bildungs- u Wirkungsprinzipien; mehrf hinsichtl der traditionell als abnorm, nach der Metamorphosenlehre als prinzipiell gesetzmäßig geltenden Bildungen; vereinzelt auch für ein Formungsprinzip im Anorganischen Alle Gestalten [der Pflanzen] sind ähnlich, und keine gleichet der andern; | Und so deutet das Chor auf ein geheimes G., | Auf ein heiliges Räthsel. O, könnt’ ich dir, liebliche Freundin, | Überliefern sogleich glücklich das lösende Wort! GWB3,85 MetamPfl Elegie 6 Zweck sein selbst ist jegliches Thier .. | Alle Glieder bilden sich aus nach ew’gen G-en | Und die seltenste Form bewahrt im Geheimen das Urbild GWB3,89 MetamTiere 14 Die Metamorphose der Pflanzen .. zeigt uns die G-e, wornach die Pflanzen gebildet werden. Sie macht uns auf ein doppeltes G. aufmerksam: 1. Auf das G. der innern Natur, wodurch die Pflanzen constituirt werden. 2. Auf das G. der äußern Umstände, wodurch die Pflanzen modificirt werden GWBN6,286,7—12 PhysiolPfl [gegen De Candolles These einer in der Natur intendierten ‘symétrie végétale’] Wenn eine Pflanze nach innern G-en, oder auf Einwirkung äußerer Ursachen, die Gestalt, das Verhältniß ihrer Theile verändert; so ist dieses durchaus als dem G. gemäß anzusehn und keine dieser Abweichungen als Miß- und Rückwuchs zu betrachten .. alles geschieht nach dem einfachen G. der Metamorphose, welche .. sowohl das Symmetrische als das Bizarre .. vor Augen bringt GWBN6,277,6u9u14 MetamPfl Wirkg 1830 GWBN7,189,21 u 190,3 Princ PhilZool II GWB4,250 An Trauertagen 6 GWBN10,76,23u25 UnorganFormen uö für ein einzelnes bestimmtes Prinzip (wie das der Kompensation, der Spiraltendenz ua); vereinzelt (in Plp) in Form numerierter Thesen; gelegentl für evidente, aber noch nicht endgültig definierbare Konstanten, in Vbdgn wie ‘ein gewisses/vermutetes G.’ uä, einmal ‘ein G. vor Augen stellen’ das G. .. daß keinem [Körper-]Theil etwas zugelegt werden könne, ohne daß einem andern dagegen etwas abgezogen werde, und umgekehrt GWBN8,16,9 VglAnatomie 4 Es kommt nur darauf an, daß wir das, was am Einzelnen leicht zu bemerken ist, nun auf’s Allgemeine ausbreiten, wo es oft unserer Bemerkung entflieht. | Erstes G. | Jeder Pflanzenknoten hat die Kraft, sich zu entwickeln und fortzusetzen .. Zweites G. | .. Drittes G. GWBN7,13,9u13 u 14,21 Morph Vorarb 1 Diese Theilung der Blätter nun ist einem gewissen G. unterworfen, welches durch Beispiele sich leicht vor Augen stellen, durch Worte schwer ausdrücken läßt GWBN6,181,2 MetamPfl Nachtr GWBN7,56,22 Spiraltend GWBN13,52,9 Morph Plp uö iZshg mit der Bestimmung des Vollendeten bzw des Schönen, in verallgemeinernder Reflexion zugl mBez auf Kunst So ist die äußere regelmäßige beständige Form die Vollendung eines Dinges. Der Quarz kann lang in Gängen Gepreßt .. seyn und dann wenn er frey wird wenn seine inneren Theile und innere Natur sich nach ihren eigenen ewigen G-en zusammen finden können, dann entsteht der Christall und wir können sagen im Berg Christall zeigt sich der Quarz vollendet GWBN13,317,22 MinGeol Plp Das G., das in die Erscheinung tritt, in der größten Freiheit, nach seinen eigensten Bedingungen, bringt das Objectiv-Schöne hervor, welches freilich würdige Subjecte finden muß, von denen es aufgefaßt wird GWBN11,155,5 MuR(1346) GWBN11,154,20u23 MuR(1345) ‘das (ewige) G., wonach die Rose und Lilie blüht’ poetisch für die Metamorphose, als Symbol für das im Prozeß des Werdens u Vergehens sich manifestierende ewige Sein Mich ängstigt das Verfängliche | Im widrigen Geschwätz, | Wo nichts verharret, alles flieht, | .. “Getrost! Das Unvergängliche | Es ist das ewige G. | Wonach die Ros’ und Lilie blüht.” GWB4,114 Vs 94 Chin-dt Jahres- uTagesz XI die letzten Sendungen .. im Einzelnen ist es wohl heiter und artig, aber zuletzt erscheint es mir es seyen Rosen die abfallen aber nicht ohne Nachkommenschaft und Keime. Je älter ich werde, je mehr vertrau ich auf das G. wornach die Rose und Lilie blüht GWBB46,350,11 Zelter 7.11.29 K prägnant, verallgemeinernd im Resumé des Metamorphosebegriffs als eines weitreichenden Paradigmas Dieser schöne Begriff von Macht und Schranken, von Willkür | Und G., von Freiheit und Maß, von beweglicher Ordnung, | .. Keinen höhern Begriff erringt der sittliche Denker, | Keinen der thätige Mann, der dichtende Künstler; der Herrscher GWB3,91 MetamTiere 51 ζ für Regularitäten bei Witterungserscheinungen u einmal mBez auf den Gezeitenwechsel; auch in emphat Gegenüberstellung zu den ‘gesetzlosen’ elementaren Kräften Die Eigenschaft dieser [‘unteren’] Atmosphäre ist Wasser zu erzeugen, und zwar vorzüglich bey niederem Barometerstand .. Das Steigen des Barometers jedoch bewirkt sogleich ein Gegengewicht .. Dieses hier Gesagte ist das reine, bey einem nicht bestimmbaren Wechsel ewig gleiche G. GWBB45,2,15 Zelter [6.]9.28 Die [vier] Elemente .. sind als colossale Gegner zu betrachten, mit denen wir ewig zu kämpfen haben .. die Willkür selbst .. Das Höchste jedoch, was in solchen Fällen dem Gedanken gelingt, ist: gewahr zu werden was die Natur in sich selbst als G. und Regel trägt, jenem ungezügelten, gesetzlosen Wesen zu imponiren GWBN12,103,19 Witterungslehre 1825 GWBN12,102,19 ebd GWB30,140,25 ItR~GWBT1,286,28 v 9.10.86 b generalisierend als Wirkungs-, Funktionsprinzip der (personifizierten) ‘Natur’, bes als das Unverrückbare, Beständigkeit Garantierende (‘ewig’, ‘ehern’, ‘streng’, ‘notwendig’ uä); meist im Hinblick auf den Menschen bzw seine Sonderstellung im Naturganzen, im Verhältnis zur Sphäre des Ethischen u Ästhetischen auch als die unentrinnbare (blinde) Naturnotwendigkeit; vereinzelt in Reflexion des Verhältnisses zu Gott als Weltenschöpfer Ach, Natur, wie sicher und groß in allem erscheinst du! | Himmel und Erde befolgt ewiges, festes G., | .. Alles entsteht und vergeht nach G. [gesetzlich Var]; doch über des Menschen | Leben .. herrschet ein schwankendes Loos GWB1,283f Euphrosyne 70u77 unfühlend | Ist die Natur: | Es leuchtet die Sonne | Über Bös’ und Gute, | .. Nach ewigen, ehrnen, | Großen G-en | Müssen wir alle | Unseres Daseins | Kreise vollenden GWB2,84 Das Göttliche 33 Die Naturschönheit ist den G-en der Nothwendigkeit unterworfen, die Kunstschönheit den Gesetzen des höchstgebildeten menschlichen Geistes, jene erscheint uns darum gleichsam gebunden, diese gleichsam frei GWB48,137,3 NeueUnterhaltgn übGegenstände bildKunst Die Natur wirkt nach ewigen, nothwendigen, dergestalt göttlichen G-en, daß die Gottheit selbst daran nichts ändern könnte GWB29,12,16 DuW 16 GWB3,82 Vermächtnis 4 GWB422,85,22 Üb:Jacobi,Briefw GWB1,288 Amyntas 12 GWBN11,371 MuR(1106) uö exemplarisch für etw Dauerhaftes, Verläßliches [Weisl zu Gottfr:] lasst .. Freundschafft und Vertrauen gleich einem ewigen Gesez der Natur unveränderlich unter uns seyn GWB39,44,13 Götz1 I~GWB8,45 Götz2 2 für Konstanten, Gesetzlichkeiten in der Natur des Menschen u in der Geschichte a als individuelle od geschlechterspezif Prägung, Bestimmung; je einmal auch in Bezug gesetzt zum Geburtshoroskop bzw im Bild der Planetenbahn (hier zugl für jds Lebens- u Berufssphäre) Wie an dem Tag, der dich der Welt verliehen, | Die Sonne stand zum Gruße der Planeten, | Bist alsobald und fort und fort gediehen, | Nach dem G. wonach du angetreten. | So mußt du sein, dir kannst du nicht entfliehen GWB3,95 Urworte 4~GWB411,215,19 ÜbUrworte [Gerichtsrat zu Eugenie:] Unselige! die mir, aus deinen Höhen, | Ein Meteor, verderblich niederstreifst, | Und meiner Bahn G. berührend störst! GWBNatT 1972 Gespr(He2,159) Riemer Nov 06 uö b die eine hist Entwicklung (mit)bestimmenden Konstanten Man mag sich die Bildung und Wirkung der Menschen unter welchen Bedingungen man will denken, so schwanken beide durch Zeiten und Länder, durch Einzelnheiten und Massen, die proportionirlich und unproportionirlich auf einander wirken; und hier liegt das Incalculable, das Incommensurable der Weltgeschichte. G. und Zufall greifen in einander GWBN3,134,7 FlH III c pl für (apriorische) Funktionsprinzipien des Denkens (nach Kant) od für Grundsätze des vernünftigen Urteilens Der sogenannte Menschen-Verstand ruht auf der Sinnlichkeit; wie der reine Verstand auf sich selbst und seinen G-en GWBB27,309,19 Maria Paulowna 31.12.16/2.1.17 K Beilage GWB7,328,16 DivNot Plp 3 als Terminus des Rechtswesens; gelegentl ‘bürgerliche G-e’ a rechtswirksame (kodifizierte) Vorschrift; neben situativem Gebrauch öfter in verallgemeinernden Äußerungen üb Wesen, Aufgabe u Handhabung von Gesetzen; auch in Erörterung der problemat Gesetzessituation im Hl Röm Reich (bes beim jungen G); einmal im Vergl Verworrenheit der Gesezze [in Deutschland] unentwirrbaar. Gesez an sich selbst — Nothwendigkeit der positiven die nun einmal entscheiden ob hüben oder drüben GWB38,483,47 Späne [Korr DjG3,5, 380] [Olearius üb das Corpus Juris:] Eine Sammlung aller G-e, bey iedem Fall der Urtheilsspruch bereit .. [Bischof:] so könnte .. ein Reich in sicherster Ruh und Frieden leben, wo es völlig eingeführt .. würde GWB39,34,27 Götz1 I~GWB8,36 Götz2 Alle G-e sind Versuche, sich den Absichten der moralischen Weltordnung im Welt- und Lebenslaufe zu nähern GWB422,215,3 MuR(831) Die Classen, Gattungen, Arten und Individuen verhalten sich wie die Fälle zum G.; sie sind darin enthalten, aber sie enthalten und geben es nicht GWBN8,73,16 Vortr VglAnatomie 2 GWB38,483,50 u 484,53u57 Späne Tgb 14. 12.78 A1,116,37 Votum 14.12.80 GWB251,214,16 Wj III 11 uö in Anspielung auf die revolutionäre Forderung der Frz Nationalversammlung nach Volkssouveränität u Volksgesetzgebung weil der Allgemeingeist des Augenblicks mit tausend Zungen ausspricht, daß man kein G. zu halten brauche, in das man nicht ganz freiwillig consentirt habe GWBA(53,286, 13) Votum üb Abschaffg Duelle [Jan 92] K GWB18,198,18u22 Unterhaltungen b im kollekt Sg u Pl: geltendes Recht, Rechtsordnung, beim jungen G vereinzelt ‘menschliche’ iUz ‘göttlichen G-en’; insbes (öfter neben ‘Sitte’, ‘Religion’ uä) als etwas den Einzelnen, auch ein Kollektiv Prägendes u vor allem Einschränkendes; in unterschiedl Wertung, gelegentl (bes figurenspr) in direkter Kritik, auch aus der Perspektive des Naturrechts; vereinzelt (zB in ‘Werther’) personifiziert in dem modernen bürgerlichen Leben, wo durch Religion, G-e, Sittlichkeit, Sitte .. der Mensch in sehr enge Gränzen eingeschränkt ist GWB40,174,3 Dt Theat [üb Bernardin de Saint-Pierres Roman ‘Paul et Virginie’] Kurz vor der Revolution geschrieben, ruht das Interesse seiner Verwickelung auf den schmerzlichen Mißverhältnissen .. in den neuesten Staaten zwischen Natur und G., Gefühl und Herkommen GWB422,489,10 Zur Gesch d frzLit [Meph:] Es erben sich Gesetz’ und Rechte | Wie eine ew’ge Krankheit fort; | .. Vernunft wird Unsinn, Wohlthat Plage; | Weh’ dir, daß du ein Enkel bist! | Vom Rechte, das mit uns geboren ist, | Von dem ist leider! nie die Frage GWBFaust I 1972 [Eugenie zum Gerichtsrat:] Was ist G. und Ordnung? Können sie | Der Unschuld Kindertage nicht beschützen? | Wer seid denn ihr, die ihr mit leerem Stolz | Durch’s Recht Gewalt zu bänd’gen euch berühmt? GWBNatT 2005 Es ist besser, es geschehe dir Unrecht, als die Welt sei ohne G. Deshalb füge sich jeder dem G-e GWB422,215,7 MuR(832) AA53,14 Werth I GWBTgb 25.5.97 DjG34,313,24 RAnw [28.10.74] GWB23,267,1 Lj VIII 9 uö als integratives Element einer Staats- u Gesellschaftsordnung, wesentl Instrument staatl Macht, vereinzelt (in Egm) als Schutz vor despot Willkür; insbes iZshg mit den Ereignissen u Ideen der Frz Revolution; einmal (in Übs) in der Formel ‘im Namen des G-es’ der Geheimerath von S. .. das Land, er selbst hatten viel durch den Einfall der Franzosen gelitten; er hatte die Willkür der Nation, die nur vom G. sprach, kennen gelernt GWB18,102,23 Unterhaltungen [Herm:] Denn es werden noch stets die entschlossenen Völker gepriesen, | Die für Gott und G., für Eltern, Weiber und Kinder | Stritten GWBHermDor IX 309 Verkehrter Beruf. | Forsche der Philosoph, der Weltmann handle! Doch weh uns, | Handelt der Forscher und gibt, der es vollzieht, das G. GWB51, 273 XenNachl 30(82) Der Erzieher muß die Kindheit hören, nicht das Kind. Der Gesetzgeber und Regent die Volkheit, nicht das Volk .. in diesem Sinne soll und kann das G. der allgemein ausgesprochene Wille der Volkheit sein, ein Wille, den die Menge niemals ausspricht, den aber der Verständige vernimmt GWB422,194,17 MuR(682) GWB131,101 Was wir bringen Halle [1814] Vs 150 [G/Riemer] GWB8,265,23 Egm IV [für: loi] GWB421, 343,21 Üb:Livre des Cent-et-un Plp uö einmal emphat ‘alte, unwandelbare G-e’ wohl für die Rechtsgrundsätze des aufgeklärten Absolutismus GWBB27,190,18 CarlAug 5.10.16 in (vergleichender) Umschreibung für die Ehe(schließung), iUz spontanen Neigung u einem illegitimen Liebesverhältnis [Rede des Maurers bei der Grundsteinlegung] denn so wie Menschen, die einander von Natur geneigt sind, noch besser zusammenhalten, wenn das G. sie verkittet, so werden auch Steine .. durch diese bindenden Kräfte vereinigt GWB20,97,22 Wv I 9 GWBNatT 256 ‘Gewalt macht G.’ iSv es herrscht das Recht des Stärkeren GWBPand 435 c redensartl u sentenzhaft da der Hunger kein G. anerkennt GWB33,112,4 Camp G. ist mächtig, mächtiger ist die Noth GWBFaust II 5800 GWBReinF IX 265u291 d für eine best hist Gesetzessammlung; je einmal für die Frankfurter Gerichtsordnung (die ‘Reformation’) u für Solons exemplarisches Gesetzeswerk DjG35,219,16 RAnw [15.5.75] GWBB27,351,12 Zelter 23.2.17 4 in Religion u Theologie a für den Menschen verbindliche göttl Satzung, Gebot Gottes bzw einer überird Macht α als wesentl Element, auch Inbegriff der alttestamentl-jüd Glaubenslehre; gelegentl in Gegenüberstellung zum neutestamentl-christl ‘Evangelium’, in der neutestamentl Wdg ‘das G. und die Propheten (erfüllen)’ speziell für die fünf Bücher Mose; mehrf in übertr Verwendung [Vorschlag G-s für einen Skulpturenzyklus] Matthäus, der Evangelist. | .. Wir betrachten überhaupt diesen dem Sinne nach als das Gegenbild von Moses und wünschen, daß der Künstler tiefen Geistes hier G. und Evangelium in Contrast bringe GWB492,94,11 Christus nebst 12 alt- u neutest Fig die Elginischen Marmore und Consorten .. hier ist doch allein G. und Evangelium beysammen GWBB28,189,1 Sartorius 20.7.17 [nach der Ankunft in Rom] Das G. und die Propheten sind nun erfüllt, und ich habe Ruhe vor den Römischen Gespenstern auf Zeitlebens GWBB8,42,21 Seidel 4.11.[86] GWBB27,234,1u11f Zelter 14.11.16 GWBB10,116,7 Herder [Mitte Okt 93] [Zit s Bd3,481,12—15] uö in (krit) Darstellung der (in mehreren Phasen erfolgenden) göttl Gesetzesverkündung im 2. Buch Mose (auch im Bibelzit) [mBez auf die zweite, endgültige Version der Gesetzestafeln, 2.Mos 34,10ff, nach G-s These nicht identisch mit den ‘zehn Geboten’] Die Tafeln waren ein Zeugniß des Bunds mit dem sich Gott ganz besonders Israel verpflichtete. Wie gehörig, lesen wir also die G-e darauf, die sie von allen Völkern auszeichnen GWB37,184,21 Zwo biblFragen GWB37,181,17u23 u 185,23 ebd GWBB27,261,1 Zelter 10.12.16 Beilage = GWB16,574,16 Kantate ReformJub Schema für die einzelnen (vor allem in Mose 3—5 niedergelegten) jüd Zeremonialgesetze; nur in G-s bibelkrit Studie ‘Israel in der Wüste’ eingeschaltete zahllose G-e, von deren größtem Theil man die eigentliche Ursache und Absicht nicht einsehen kann .. das religiose Ceremonien-Gepäck GWB7,158,9 DivNot GWB7,313,25 DivNot Plp uö β ‘dem G. Abrahams gehorchen’: im Sinne des Judentums, des jüd Glaubens leben [für: loi] GWB45,107,8 Ram Neffe γ für den Islam als staatsbildende Gesetzesreligion u Lebensordnung, in ‘Mahomet’ mehrf ‘mein/dein G.’ (mBez auf den Titelhelden); im engeren Sinn das auf dem Koran ua heiligen Überlieferungen beruhende islam Recht, auch für den Koran selbst Mahomet [Überschr]. Der Weltgeschichte wichtiges Ereigniß: | Erst Nationen angeregt, | Dann unterjocht und mit Propheten-Zeugniß | Ein neu G. den Völkern auferlegt GWB16,279 Maskenz 1818 Festz 482 wie er [Mahomet] heftig behauptet .. er sei Prophet und nicht Poet und daher auch sein Koran als göttliches G. und nicht etwa als menschliches Buch .. anzusehen GWB7,32,8 DivNot GWB9,304 Mahomet 664 uö exemplarisch als Hort dogmat-orthodoxer, moralischer Strenge im (konfliktträchtigen) Gegensatz zur Freiheit der Poesie Doch sein [des Poeten] Lied man läßt es immer walten, | Da es doch dem Koran widerspricht. | Lehret nun, ihr des G-es Kenner, | Weisheit-fromme, hochgelahrte Männer, | Treuer Mosleminen feste Pflicht GWB6,35 Div Anklage 18 gerade jene Kleinigkeiten | Außerhalb der Gränze des G-es | Sind das Erbtheil wo er [der Dichter] übermüthig, | Selbst im Kummer lustig, sich beweget GWB6,37 Der Deutsche dankt 4 GWB6,36 Div Fetwa 4 δ vereinzelt im Rahmen antiker Schicksalsvorstellungen, des christl Glaubens od ohne best konfessionellen Bezug [Pylades zu Iph:] die ehrne Hand | Der Noth gebietet, und ihr ernster Wink | Ist oberstes G., dem Götter selbst | Sich unterwerfen müssen GWBIph2 1682 [für: legge] GWB43,350,9 Cell II 12 Gespr(He2,289) Riemer [1.]2.08 uö b göttliche Weltordnung od Prinzip göttlicher Weltenlenkung u Gerechtigkeit Doch bin ich [Iris] hier in’s All gestellt | Als Zeugniß einer bessern Welt, | Für Augen die vom Erdenlauf | Getrost sich wenden zum Himmel auf | Und in der Dünste trübem Netz | Erkennen Gott und sein G. GWB3,191 Palinodien 3 Vs 22 [Sekretär zur Hofmstrn:] Wer wagt ein Herrschendes zu läugnen, das | Sich vorbehält, den Ausgang unsrer Thaten | Nach seinem einz’gen Willen zu bestimmen? | Doch wer hat .. G. und Regel, | Wornach es ordnend spricht, erkennen mögen? GWBNatT 857 Gespr(He31,58) CEgloffstein 29. 4.18 Gespr Kanzl Müller 29.4.18 c iSv Dogma; mBez auf die in den Konfessionen unterschiedl Deutung des Abendmahls so blieb ihnen [den Urchristen] kein Zweifel übrig, daß ihr verherrlichter Bruder ihnen von dem Wesen seiner göttlichen Menschheit durch diese sinnliche Zeichen mittheile. Aber das waren unaussprechliche Empfindungen .. die aber leider nachher zum G. gemacht wurden GWB37,167,24 BriefPastors GWB37,168,2 ebd 5 innerhalb eines best Rahmens gültige Konvention, Verfahrensregel, herrschende Praxis a für einen geschlossenen Zirkel festgesetzte Regel, Abmachung, (vertragl) Vereinbarung, überwiegend Pl od kollekt Sg für die Statuten einer öffentl Institution, Gesellschaft od den Komment eines Ordens, einer Geheimgesellschaft uä G-e der deutschen Gesellschaft in Berlin GWBTgb 31.5.16 der Leim aller geheimen Gesellschaften ist der große Reiz, das Verbotene zu thun .. G. gegen Gesetz und womöglich Gewalt gegen Gewalt zu stellen .... der wie eine Krankheitsgeschichte merkwürdige PurschenComment .. wie man in diesem abenteuerlichen G. gesucht hat, die Leidenschaften und das Betragen eines Bauern, eines Schülers und eines Edelmanns zu vereinigen GWBA(53,286,9 u 288,26) Votum [Jan 92] K A(SchrGG6,50) Erlaß übTheatergesetze 18.3.93 GWB18,117,26 Unterhaltungen uö b Spielregel; auch im weiteren Sinn für ein eingespieltes Verfahren Was ist einfacher als eine Whistkarte, die G-e dieses Spiels! GWBB28,309,15 Schultz 24.11.17 die Umfahrt im Carneval [geschieht] in derselben Straße und nach ähnlichen G-en [wie bei den sonntägl Spazierfahrten] GWB32,260,24 ItR uö c die für den richtigen Gebrauch einer Sprache (einmal: die Bildung einer Nomenklatur) verbindliche Regel, Norm (Spricht Mephistopheles.) | Die Sprache .. | Fest liegt der Grund, bequem ist der Gebrauch, | .. Von Können kommt die Kunst, die Schönheit kommt vom Schein. | So wird erst nach und nach die Sprache festgerammelt, | Und was ein Volk zusammen sich gestammelt, | Muß ewiges G. für Herz und Seele sein GWB51,47 Etymologie 14 Die Grammatik mißfiel mir, weil ich sie nur als ein willkürliches G. ansah GWB26,46,3 DuW 1 GWBN52,139,17 Fl Plp uö d in ‘Iphigenie’ für den archaischen, durch sein Alter sanktionierten Brauch des Menschenopfers [Pylades zu Orest:] Ich weiß, das blutige G., das jeden Fremden an Dianens Stufen opfert, schläft GWB39,351,7 Iph1 II 1~GWBIph2 773 [Thoas:] Ein alt G., nicht ich, gebietet dir. | [Iph:] Wir fassen ein Gesetz begierig an, | Das unsrer Leidenschaft zur Waffe dient. | Ein andres spricht zu mir, ein älteres, | Mich dir zu widersetzen, das Gebot, | Dem jeder Fremde heilig ist GWBIph2 1831~GWB39,390,15 Iph1 V 3 uö e in Übs für griech ‘nomos’ (iGz ‘physis’): menschliche Satzung, Konvention Demokritus behauptet: τῷ νόμω χροιὴν εἶναι: die Farbe sei nichts von Natur Nothwendiges, sondern ein durch G., Übereinkunft, Gewöhnung Angenommenes und Festgestelltes GWBN3,5,7 FlH I uö f für (unliebsame) Gebräuche, nicht zu ändernde Gegebenheiten des menschl Zusammenlebens alte Freunde .. scheinen sie [beim Wiedersehen] doch gleich wieder unter Einfluß und G-en des Tags zu stehen .. der Nichtigkeit vorüberfliehender Stunden ausgesetzt GWBB43,122,16 Zelter 24.10.27 ‘ein altes G.’ GWB1,260 Vs 457 RömEleg XIX 6 in Ethik u Lebenspraxis a allg gültige moralische (selten: gesellschaftliche) Norm, Regel, ethischer Grundsatz od verbindliche Verpflichtung; je einmal ‘ein G. der Freiheit’ (iGz Naturgesetz), bzw ‘politisch-sittlich-religioses G.’ Ein gleiches [Korr AADuW1,556,22] Entsetzen [wie bei scheinbar bewußten Bewegungen von Pflanzen] überfällt uns dagegen, wenn wir den Menschen unvernünftig gegen allgemein anerkannte sittliche G-e .. handeln sehen GWB29,13,25 DuW 16 [Merkur zum Publikum:] der große König .. hoffet reiner Sitten innerlich G. | Im Busen seines Volks lebendig aufgestellt GWB131,73,12 Was wir bringen [1802] Handle besonnen .. Erkenne dich selbst. Beides darf weder als G. noch als Forderung betrachtet werden; es ist aufgestellt wie das Schwarze der Scheibe, das man immer auf dem Korn haben muß wenn man es auch nicht immer trifft GWBB46,167,22 Rochlitz 23.11.29 Das Zufällig-Wirkliche, an dem wir weder ein G. der Natur noch der Freiheit für den Augenblick entdecken, nennen wir das Gemeine GWB422,119,14 MuR(103) jene Puncte .. wo die seltsamsten Probleme des Erde-Lebens .. uns nöthigen dem Zufall, einer Vorsehung und ihren unerforschlichen Rathschlüssen die Kniee zu beugen und unbedingte Ergebung als höchstes politisch-sittlich-religioses G. auszusprechen GWB7,138,18 Div Not GWB22,87,5 Lj IV 15~GWB52,245,26 ThS VI 10 GWB24,82,23 Wj I 5 uö ‘das hohe Recht, sich selbst G. zu geben’ als Definition von ‘Freiheit’ (in einem Zusatz G-s zu seiner Übs von Voltaires ‘Tancred’) GWB9,421 Tancred 1286 für lehrhafte Anweisungen [üb den Ratgeber ‘Wie soll ein junges Frauenzimmer sich würdig bilden?’ (1772)] Zwey und sechzig moralische G-e oder Maximen; das ist Dräte, an welchen weibliche Marionetten gezogen werden sollen GWB38,343 FGA JungesFrauenzimmer [G/Merck] b für eine best Person (auch einen Personenkreis, eine Institution) bzw eine best Situation gültige Maxime, (Lebens-)Regel od Vorschrift, überwiegend für das prakt Handeln u Verhalten; meist als Vorsatz, selbstgesteckte Richtschnur, mehrf in Orientierung an den Gegebenheiten, überwiegend in Vbdgn wie ‘sich zum G. machen, etw zu tun’, ‘sich (selbst) das/ein G. machen, geben, etw zu tun’ Sagen Sie mir etwas von Zeit zu Zeit, ich will mir zum G. machen wenigstens alle acht Tage zu schreiben GWBB16,357,10 Schiller 27.11.03 [Ottilie üb ihre Lebensführung:] Ich machte mir nach meinen beschränkten Einsichten hierüber G-e; nach diesen habe ich lange gelebt .. Aber ich bin aus meiner Bahn geschritten, ich habe meine G-e gebrochen, ich habe sogar das Gefühl derselben verloren GWB20,370,9u15 Wv II 14 [Pylades zu Orest:] ein Mann, | Der beste selbst, gewöhnet seinen Geist | An Grausamkeit, und macht sich auch zuletzt | Aus dem, was er verabscheut, ein G. GWBIph2 789~GWB39,351,19 Iph1 II 1 Consequenz das höchste G. des Staates GWB53,437,9 Aus Notizb GWB341,134,12 KuA RheinMain GWB35,271,28 TuJ 1806 uö als Verhaltensregel, Handlungsanweisung, die jdm gegeben wird, mehrf in Vbdgn wie ‘jdm ein G. vorschreiben’, ‘jds G. erfüllen’ uä; einmal ‘das liebe G.’5) Epistemon gab der Mehrheit der Stimmen nach, ein G. das ihnen der Vater vorgeschrieben hatte GWB18,370,22 ReiseMegapr [zur Zeit der Arbeit an ‘Tasso’] Ich will sehn wie mich die Geister heute behandlen. Ihr guter Geist sey immer bey mir, und die Gegenwart des lieben Gesezzes mache mich gut und glücklich GWBB5,114,5 ChStein 18.4.81 GWB131,13 PaläophronNeoterpe 213 uö als Kriterium, Gebot für das aktuelle Handeln in schwieriger Lage, bes in Entscheidungssituationen [betr Herders Überlegungen, von Weimar nach Göttingen zu wechseln] Reiße glücklich .. dann wollen wir consultiren und dein Heil soll das höchste G. seyn GWBB9,113,28 Herder [10.5.89] Leichtsinn kam ihr [Mariane] zu Hülfe, so lange sie in niedriger Verworrenheit lebte .. sie konnte Noth und Gewohnheit sich als G. und Rechtfertigung anführen GWB21,45,13 Lj I 9~GWB51,68,9 ThS I 18 [Arsir zu Amenaide:] Laß uns von Zeit und Ort G-e nehmen! [Conformez-vous au temps, conformez-vous aux lieux] GWB9,377 Tancred 383 GWBNatT 1755 GWBIph2 292 uö ‘etw gibt jds Gesinnungen das G.’: wirkt prägend, bestimmend darauf ein Reine Natur Gesinnung in fremdem Zustande .. Je komplicirter, interessanter für sich selbst der Zustand ist, so giebt er unsern Gesinnungen das G. GWB422,521,5 MuR(1307) 7 in der Kunst a überwiegend Pl: die wesentlichen (schwer zu erkennenden u zu vermittelnden), gattungs- u genrekonstitutiven Gestaltungsprinzipien einer Kunstart od der Künste überhaupt, vereinzelt in verallgemeinernden Thesen üb ihre fundamentale Begründung habe ich die G-e der Epopée und des Dramas wieder durchgedacht .. Die Schwierigkeit bey diesen theoretischen Bemühungen ist immer, die Dichtarten von allem zufälligen zu befreyen GWBB12,380,21 Schiller 20.12.97 Da es nun keine objektiven G-e weder für das innere noch für das äußere eines Gedichts noch giebt, so müssen sich die Liebhaber .. an anerkannte gute Muster halten GWB47,312,24 ÜbDilettantism Schema 1799 [G/Schiller] [der ‘Philosoph’:] Und doch gibt es einen allgemeinen Punct in welchem die Wirkungen aller Kunst, redender sowohl als bildender, sich sammeln, aus welchem alle ihre G-e ausfließen .. Das menschliche Gemüth GWB47,168,19 Samml 6 daß die Künste das Sittengesetz anerkennen .. sollen. Das .. haben sie [Korr GWBB50,217] immer gethan und müssen es thun, weil ihre G-e so gut als das Sittengesetz aus der Vernunft entspringen GWBB11,101,17 Meyer 20.6.96 GWB412,220,13 Epische u dramatDichtg GWB36,340,15 Zu brüderl AndenkWielands 1813 GWBB8,97,27 Hzgin Louise [12./]23.12.86 uö iS der klassischen Kunsttheorie mehrf als Bedingung für die Vollkommenheit u Selbständigkeit (Autonomie) des Kunstwerks, auch gegenüber der Naturwirklichkeit; gelegentl unterschieden von konventionellen, eher formal-techn ‘Regeln’; pl od prägnant ‘(das) G.’ Wer Großes will muß sich zusammenraffen; | In der Beschränkung zeigt sich erst der Meister, | Und das G. nur kann uns Freiheit geben GWB4,129 Natur u Kunst 14~GWB131,84,17 Was wir bringen [1802] Man sieht manch schönes Naturell, das sich von herkömmlichen Regeln befreit hat .. dagegen aber auch noch nicht dahin gelangte, sich selbst G-e vorzuschreiben GWB412,279,12 Neueste dtPoesie Übrigens wehren sich .. die jungen Talente gegen den Classicismus .. Es ist .. immer das willkürliche Subject, das sich gegen Object und G. wehrt .. Die Franzosen machen es schon besser .. wenn sie auch das G. nicht anerkennen, so halten sie doch auf Regel und damit kommen sie weit GWBB43,19,24 u 20,1 Streckfuß 14.8.27 K das wirkliche Sehen ist .. durch unendliche Zufälligkeiten bedingt; dahingegen der Mahler nach G-en mahlt, wie die Gegenstände, durch Licht, Schatten und Farbe von einander abgesondert, in ihrer vollkommensten Sehbarkeit .. geschaut werden sollen GWB341,182,5 KuARheinMain [antikes Basrelief] Hier erscheint die Kunst vollkommen selbstständig, indem sie sich sogar unabhängig erweist .. von der Sittlichkeit. Will sie sich aber völlig frey erklären, so muß sie ihre eigenen G-e entschieden aussprechen und bewähren, wie es auch hier geleistet ist GWBB48,126,8 Beuth 22.2.31 K GWB29,146,24 DuW 19 GWB45,261,6 Diderot,Malerei Anm uö vereinzelt spezifiziert: ‘G. der Schönheit/Einheit’ uä; auch ‘G-e der Farbenharmonie’ uä (in Berührung mit 1aδ) GWB47,103,9 ÜbLaokoon GWB412,220,5f Epische u dramatDichtg GWB45,305,23 Diderot,Malerei Anm uö b für konventionelle, tradierte (äußerlich-formale) Regeln u Vorschriften bes der Poetologie u Verslehre, mehrf in krit, distanzierter Sicht er [G-s frz Freund] trug mir die ganze dramaturgische Litanei vor .. ich wollte nunmehr diese Theorien, diese G-e, auf die sich jedermann berief .. unmittelbar an den Quellen kennen lernen .. Ich las zunächst Corneille’s Abhandlung über die drei Einheiten GWB26,169,26 DuW 3 [betr Vertonung von ScherzLR] Ich kenne die G-e wohl und Sie werden sie meist bey gefälligen Arien .. beobachtet finden .. Allein ich bin als Dichter die ewigen Jamben, Trochäen und Dacktylen .. so müde geworden, daß ich mit Willen und Vorsatz davon abgewichen bin GWBB7,164,28 Kayser 23.1.86 Gespr(He1,627) Schiller 9.1.96 GWB32,455,13 ItR Plp uö c für musikal-rhythmische u einmal (zugl) tonale Ordnung wir fühlen eine angenehme Empfindung, wenn wir uns im Tanze nach gewissen G-en bewegen GWB47,68,26 Baukunst 1795 Das Kind verfolgte seine Melodie, die keine war, eine Tonfolge ohne G., und vielleicht eben deßwegen so herzergreifend GWB18,340,16 Nov GWB47,328,4 Baukunst 1795 Plp 8 bedeutungs- u bereichsübergreifend; in krit Reflexion von Wortgebrauch u geistiger Tendenz der Spätaufklärung Jugend-Epoche./ .. in mir lag .. das Bedürfniß nach den Maximen zu forschen aus welchen ein Kunst- oder Naturwerk, irgend eine Handlung oder Begebenheit herzuleiten sein möchte .. Das was ich hier Maxime nenne, nannte man damals G-e und glaubte wohl, daß man sie geben könne, anstatt daß man sie hätte aufsuchen sollen GWB36,224,2 BiogrEinzh → GWBAckergesetz GWBBibliotheksgesetz GWBBildungsgesetz GWB*FarbenmischungsGesetz GWBFundamentalgesetz GWBGrundgesetz GWBHauptgesetz GWBJudengesetz GWBKlugheitsgesetz GWBKontrapunktsgesetz GWBKriminalgesetz GWBKunstgesetz GWBLandesgesetz GWBMineral- GWBNatur- GWBPhilister- GWBPreß- GWBRefraktions- GWBReichs- GWBSchönheits- GWBSitten- GWBStaats- GWBStadt- GWBStiftungs- GWBStraf- GWBTheater- GWBUn- GWBUr- GWBVernunft- GWBZwang- Syn zu 1a GWBGrundsatz GWBMaxime Prinzip GWBRegel zu 1aα GWBIdee zu 1aβ GWBFormel GWBIdee zu 1aγ und δ GWBFundament zu 1aε GWBh1nGWBBand GWBFundament GWBIdee GWBNorm zu 1b GWBh1nGWBBand zu 2c GWBGrundsatz GWBRegel zu 4a GWBGebot zu 5a GWBKomment GWBRegel GWBStatut zu 5c GWBGebot GWBRegel zu 6 GWBGebot GWBGrundsatz GWBLebensregel GWBMaxime GWBNorm GWBRegel zu 6b Prinzip GWBRichtschnur zu 7 GWBGrundsatz GWBMaxime GWBNorm GWBRegel 1) ‘lex/leges’ mehrf auch als Thema in G-s lateinischen Promotionsthesen ‘Positiones iuris’ von 1771 (DjG32,54—58); vgl auch s v Gesetzgeber Anm 1 2) Auf die programmat Verwendung des Gesetzbegriffs in der Ankündigung der ‘Horen’ macht MGerhard aufmerksam (Die Gesetzmäßigkeit alles Lebens als Erkenntnis und Forderung G-s, in: JbFDH 1969, 194—214; S205f). 3) vgl KRichter, Das “Regellose” und das “Gesetz”. Die Auseinandersetzung des Naturwissenschaftlers G mit der Frz Revolution, in: GJb107, 1990,127—143 4) Nach LA II 9A,526 ist in diesem Entwurf die Metamorphosenlehre selbst noch nicht ganz ausgereift. 5) Bezug unklar, Bedeutung unsicher Rose UnterbergerR.U.