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Feuer

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Campe
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Feuer Das

Bd. 2, Sp. 67b
Das Feuer, des — s, d. Mz. w. d. Ez; Verkleinerungsw. das Feuerchen, O. D. Feuerlein, des — s, d. Mz. w. d. Ez. ein sehr feiner, flüssiger Stoff, der durch die ganze Natur verbreitet ist, dessen Wesen man noch wenig kennt, das sich aber unter gewissen Umständen durch Licht und Wärme äußert. I gemeinen Leben kennt man diesen Stoff nur in brennenden Körpern, wenn er sich nämlich in und um brennbare Körper sammelt und in eine Bewegung gesetzt wird, in welcher er sich durch Licht und Wärme äußert, und den Körper, an welchem er sich auf diese Art äußert, verzehrt. Das Feuer leuchtet, brennt, greift um sich, verzehrt alles Brennbare. Feuer schlagen, anschlagen, durch die schnelle und heftige Reibung des Stahles an dem Feuersteine, darin befindliche Feuertheilchen herauslocken und in Bewegung setzen, so daß sie einen leicht brennbaren Körper ergreifen und die Feuertheilchen desselben in eben solche Bewegung versetzen, d. h. anzünden. Ein Feuer anzünden, die Feuertheilchen in starke Bewegung setzen und dieselbe durch Reichung brennbarer Körper vermehren und unterhalten. So auch Feuer machen, anmachen. Feuer geben, bei Schießgewehren, das Pulver entzünden und das Gewehr losschießen. Feuer anlegen, angezündete brennbare Körper an ein Gebäude  legen, damit dieses vom Feuer ergriffen werde. Die ganze Stadt stehet in Feuer, sie brennt. Das Haus ist in Feuer aufgegangen, es ist abgebrannt. Feuer setzen, im Bergbaue, durch angezündetes Feuer die Erze mürbe brennen, daß sie sich ablösen. Feuer aufstecken, in der Schifffahrt, bei Nacht ein Zeichen mit der Laterne machen, oder auch ein Zeichen mit angezündetem Schießpulver geben. Das Feuer gehet aus, wenn demselben Nahrung oder auch Luft fehlt. Das Feuer löschen, auslöschen. Es kömmt ein Feuer aus. Feuer fangen. Am Feuer kochen, braten, wärmen. Den Topf ans Feuer setzen, vom Feuer nehmen. I Feuer arbeiten, von den Schmieden, Scheidekünstlern  Einen Verbrecher zum Feuer verurtheilen, ihn zum Tode durch Feuer verurtheilen. Mit Feuer und Schwert verfolgen. Ein flammendes Feuer, das mit Flammen brennt, in Gegensatz eines glimmenden Feuers. Unterirdisches Feuer, welches unter der Erde brennt. Der Vesuv speit Feuer, wirft Feuer und brennende Körper aus. Das Feuer Gottes, in der Bibel, der Blitz. Das höllische Feuer, die Hölle, bei dem sinnlichen Menschen. Griechisches Feuer, ein künstliches Feuer, das sich nicht mit Wasser löschen läßt. Öl ins Feuer gießen, uneigentlich, übel ärger machen. Х Er läuft für mich durchs Feuer, er ist fähig das Schwerste für mich, aus Liebe zu mir zu thun. I engerer Bedeutung werden verschiedene Arten brennender Körper Feuer genannt. So versteht man darunter die Abfeurung des groben und kleinen Geschützes im Kriege, und die dadurch fortgetriebnen Kugeln. Is Feuer gehen. Dem feindlichen Feuer sehr ausgesetzt sein. Das Feuer des Feindes aushalten. Zwischen zwei Feuer kommen, auch uneigentlich, in eine zweifache Gefahr kommen, von zwei entgegengesetzten Seiten angegriffen werden. Ein heftiges Feuer machen. I der Feuerwerkskunst versteht man darunter ein aus Pulver, Salpeter  bereitetes künstliches Feuer, ein Feuerwerk. Ein Ernstfeuer, Lustfeuer  Dann auch, die dazu gehörige Mischung von Pulver, Kohlen, Salpeter  Bei den Viehärzten heißt, einem Pferde das Englische Feuer geben, Striche auf den kranken Theil desselben brennen. Uneigentlich wird Feuer häufig in verschiedenen Bedeutungen gebraucht, welche die leuchtende, wärmende und verzehrende Eigenschaft desselben veranlaßt hat. 1) So werden in der Schifffahrt selbst solche Dinge, [] die nur Feuer zum Leuchten enthalten oder tragen, Feuer genannt, und man versteht darunter theils Leuchtthürme und Feuerbaken, z. B. das Feuer von Travemünde, theils die Laternen welche sich hinten auf den Schiffen befinden, z. B. das Schiff führt zwei, drei  Feuer. S. 2) Vom Lichte und Glanze. Der Himmel war lauter Feuer, bei häufigen starken Blitzen und Wetterleuchten  So spricht man auch von einem Feuer der Edelsteine, der Augen , wenn sie einen blitzenden Glanz haben. Beim Feuer der Augen verbindet man zugleich den Begriff der Lebhaftigkeit damit. »Seine Augen sind flammende Feuer.« Rothe. 3) Wegen der Farbe, der Hitze  Das Feuer stieg ihm ins Gesicht, er ward lauter Feuer im Gesicht, er ward roth, wobei gewöhnlich zugleich eine Hitze empfunden wird. Das Feuer, das heilige Feuer, eine Hautentzündung, die sich durch eine hohe Röthe äußert und auch die Rose, das Rothlaufen oder der Rothlauf genannt wird. Bei den Schweinen besteht das wilde Feuer, auch die Bräune und Antonsfeuer genannt, in einer Entzündung die mit der Bräune beim Menschen Ähnlichkeit hat, mit dem heißen und kalten Brande endiget und in 24 Stunden den Tod herbeiführt. Das heilige Feuer oder der Rothlauf der Schafe ist ein hitziges Fieber, wobei Fleisch und Haut von einem Brande verzehrt werden. Das Feuer oder die Feuerkrankheit des Rindviehes bestehet ebenfalls in einer Entzündung und Stockung des Geblütes. Das Feuer oder die Darre der Pferde ist eine Auszehrung, wobei man in Ansehung der Benennung wahrscheinlich an die verzehrende Kraft des Feuers gedacht hat. Wegen der Hitze und brennenden Empfindung die manche Gewächse, Gewürze  verursachen, wird ihnen auch ein Feuer zugeschrieben. So hat der Pfeffer  Feuer, wenn er eine brennende Empfindung auf der Zunge verursacht. Der Wein hat Feuer, wenn er viel Geist hat und den Genießenden erhitzt, gleichsam in Feuer setzt. Ferner wird auch ein hoher Grad der Munterkeit, Lebhaftigkeit und Leidenschaftlichkeit Feuer genannt. Ein Greis, der noch das Feuer eines Jünglinges hat. Ein Pferd, ein Jagdhund hat zu vieles Feuer, wenn sie zu heftige Begierden haben. Mit vielem Feuer sprechen. Feuer fangen, zornig werden, auch verliebt werden. Seitdem sing mancher Schäfer Aus Chloris Augen Feuer. Hagedorn. Einen in Feuer setzen. »Das Andere ist wenigstens ein Mittel, die Vollziehung der Sachen zu beschleunigen und alle Mitwirker in Feuer zu setzen.« Garve. Das Feuer der Einbildungskraft, der Liebe. I Feuer der Andacht, des Gesprächs  4) Wegen der verzehrenden und zerstörenden Eigenschaft. Das Feuer des Krieges brach aufs neue aus. So wird in der Deutschen Bibel Gott mehrmahls ein verzehrendes Feuer genannt. Hieher gehört auch die Bedeutung in der Schifffahrt, da man unter Feuer angefaulte Stellen im Holze verstehet. S.
6349 Zeichen · 88 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Feuer

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Das Feuer , des -s, plur. ut nom. sing. Dimin. das Feuerchen, Oberd. Feuerlein. 1. Eigentlich. 1) Ein äußerst feiner dur…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Feuer

    Goethe-Wörterbuch

    Feuer Knapp 800 Belege, davon etwa 450 im dichterischen Werk, 150 in den natwiss Schriften. — Reiche Entfaltung der Bede…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Feuer

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Feuer , als gleichbedeutend mit Flamme, ist Gas, welches durch mechanische oder chemische Einwirkung zur Gluthwärme erhi…

  4. modern
    Dialekt
    Feuern.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Feuer n. : 1. gegenst. a. F. im eigentlichen Sinne, Feieʳ (faiəʳ) [WPf (ohne südl. SWPf) NPf VPf (ohne mittl. VPf)], Feu…

  5. Sprichwörter
    Feuer

    Wander (Sprichwörter)

    Feuer 1. Bedecktes Feuer glimmt unter der Asche. Frz. : Peu bien couvert, comme dit ma bru, par sa cendre est entretenu.…

  6. Spezial
    Feuer

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Feu|er n. (-s,-) 1 füch (füc) m. 2 (Brand) medefüch (-üc) m. 3 (Flammen) füch (füc) m. , flames f.pl. 4 ‹fig› (Begeister…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit feuer

1.319 Bildungen · 920 Erstglied · 395 Zweitglied · 4 Ableitungen

Ableitung von feuer

feuern + -er

feuer leitet sich vom Lemma feuern ab mit Suffix -er, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

feuer‑ als Erstglied (30 von 920)

Feueraas

SHW

Feuer-aas Band 2, Spalte 699-700

Feueraugen

SHW

Feuer-augen Band 2, Spalte 699-700

Feuerblick

SHW

Feuer-blick Band 2, Spalte 699-700

Feuerblume

SHW

Feuer-blume Band 2, Spalte 699-700

Feuerbohne

SHW

Feuer-bohne Band 2, Spalte 699-700

Feuerbrand

SHW

Feuer-brand Band 2, Spalte 699-700

Feuerbusch

SHW

Feuer-busch Band 2, Spalte 699-700

Feuerdorn

SHW

Feuer-dorn Band 2, Spalte 699-700

Feuereimer

SHW

Feuer-eimer Band 2, Spalte 699-700

Feuereisen

SHW

Feuer-eisen Band 2, Spalte 699-700

Feuerfaß

SHW

Feuer-faß Band 2, Spalte 699-700

feuerfest

SHW

feuer-fest Band 2, Spalte 699-700

Feuerfinke

SHW

Feuer-finke Band 2, Spalte 699-700

Feuerhaken

SHW

Feuer-haken Band 2, Spalte 699-700

feuerheiß

SHW

feuer-heiß Band 2, Spalte 699-700

Feuerherd

SHW

Feuer-herd Band 2, Spalte 699-700

Feuerhexe

SHW

Feuer-hexe Band 2, Spalte 699-700

Feuerholz

SHW

Feuer-holz Band 2, Spalte 699-700

Feuerkatze

SHW

Feuer-katze Band 2, Spalte 701-702

Feuerkeil

SHW

Feuer-keil Band 2, Spalte 701-702

Feuerkluft

SHW

Feuer-kluft Band 2, Spalte 701-702

feuer als Zweitglied (30 von 395)

Fegefeuer

RDWB1

Fegefeuer n чистилище (не имеет отношения к словам "мести" и "огонь")

Ɉohannsfeuer

Campe

Das Ɉohannsfeuer , des — s , d. Mz . w. d. Ez. ein Feuer, welches der abergläubige Haufe in der Nacht des Johannstages anzündet und darüber …

Ɉugendfeuer

Campe

Das Ɉugendfeuer , des — s , o. Mz . das Feuer, d. h. der hohe Grad der Lebhaftigkeit der Gefühle, Begierden, Leidenschaften  in der Jugend;…

Störfeuer

RDWB1

Störfeuer n ~ spielen idiom. -

Strohfeuer

RDWB1

Strohfeuer n übertr. (Lakune) кратковременная вспышка восторженности

abendfeuer

DWB

abend·feuer

abendfeuer , n. sonnenuntergang: grosze im abendfeuer stehende natur. J. Paul uns. loge 2, 11 .

ABWEHRFEUER

DWB2

abwehr·feuer

DWB2 ABWEHRFEUER n. DWB2 gegen einen angriff gerichteter beschuß: DWB2 1916 im abwehrfeuer unserer batterien Flex br. 190 E. W. 1977 die pfe…

Agenfeuer

RhWB

agen·feuer

Agen-feuer :nəfǫ·u.ər Altk-Neutenhsn n.: F. aus A., in dem die Flachs tragenden Kinder Kartoffeln braten.

anfrischfeuer

DWB

anfrischfeuer , n. , in welchem angefrischt, das erz ausgeschmolzen wird. gegensatz des flammenfeuers.

antoniusfeuer

DWB

antonius·feuer

antoniusfeuer , n. erysipelas, Antonsfeuer, Töngesfeuer ( s. oben sp. 386 unter ankommen): von dem heiszen brand, sanct Antonie feur genant.…

Antonsfeuer

Campe

anton·s·feuer

† Das Antonsfeuer , des — s, o. Mz. eine Benennung derjenigen Entzündung an den äußern Theilen des menschlichen Körpers, welche auch die Ros…

ARTILLERIEFEUER

DWB2

artillerie·feuer

DWB2 ARTILLERIEFEUER n. DWB2 artilleriebeschuß, (anhaltendes) schießen der artillerie, zu artillerie 1 u. 2: DWB2 1796 wenn sie (infanterie)…

augenfeuer

DWB

augen·feuer

augenfeuer , n. die schwarzäugige, die freudig und hell in fremdes augenfeuer blickte. J. Paul Tit. 4, 127 . Nemnich und schon das vocab. 14…

Balsamfeuer

GWB

balsam·feuer

Balsamfeuer als Liebeszauber 1) , im Bild für Liebe, Liebkosung Doch hat sie auch ein Fläschchen Balsam-Feuers, | Dem keiner Erde Honig glei…

Bengalisches Feuer

Herder

bengalisch·es·feuer

Bengalisches Feuer , Weißfeuer, bei Feuerwerken immer angewandt, eine Mischung von 16 Th. Salpeter, 6 Th. Schwefel, 4 Th. Antimon, 1 Th. Meh…

Bennfeuer

RhWB

benn·feuer

Bennfeuer bęnfȳər Ruhr n.: Osterfeuer auf Höhen (veralt.).

bergfeuer

DWB

berg·feuer

bergfeuer , n. ignes in montibus accensi. deutsche mythol. 581 ff. auch kleine flammen, die sich nachts auf den bergen zeigen.

blaufeuer

DWB

blau·feuer

blaufeuer , interj. adm., vgl. DWB blau 1: potz blaufeuer! das kind hält mich für den kaiser. Göthe 42, 343 . blaufeuer heiszt auch das im b…

blickfeuer

DWB

blick·feuer

blickfeuer , n. ignis cito deflagrans, nnl. blikvuur, feuer das sich nur blicken läszt; signalfeuer, franz. faux feux, it. falsi fuochi.

Blitzfeuer

Campe

blitz·feuer

◎ Das Blitzfeuer , des — s, o. Mz. das Feuer, welches den Blitz ausmacht d. h. der in der ganzen Natur mehr und weniger verbreitete feine St…

Bombenfeuer

Campe

bomben·feuer

○ Das Bombenfeuer , des — s, o. Mz. ein Feuer d. h. ein Schießen mit Bomben.

brasselfeuer

DWB

brassel·feuer

brasselfeuer , n. flamma crepitans: ist es rauch von prasselfeuer, das den grünen zweig entflammt? Arnim schaub. 1, 104 .

Ableitungen von feuer (4 von 4)

befeuerung

DWB

befeuerung , f. man kann nicht frühe genug mit dergleichen sachen herausrücken zur befeuerung der aufmerksamkeit aller naturforscher. Merck …

urfeuer

DWB

urfeuer , n. a) das urlicht: als er ( der schöpfer ) ... in unendlicher liebe aus urfeuer den unendlichen schuf Sonnenberg bei Campe. b) der…

verfeuerung

DWB

verfeuerung , f. verbrauchung einer sache mittels feuerns.