Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
dorf
‚Dorf, Hof, Landgut, Stadt-〈Var.:
viertel, oppidum, vicus, praedium, villa‘
thorf, thorph (Gl. 1, 312, 30 Introphom St. Paul
1/1 [früher XXVa/1] alem. 8. Jh.), durf; die
Lautung f erklärt sich als Weiterverschiebung
von pf und nicht aus einem Nebeneinander von
urgerm. *rp und *rǝp (s. K. Lippe, Mü. Stud. z.
Spr.wiss. 42 [1983], 107 mit Literatur); im
Rheinland vom Beginn der Überlieferung bis
1200 sowohl mit verschobenem als auch mit
unverschobenem p; pl. bair. dorfir neben ad
dorfum; auch in PN wie Dorfo, Dorfuni, Dorf-
win〉. Im Ahd. bezeichnete das Wort eine länd-
liche, vorwiegend bäuerliche Siedlung, selten
als Einzelsiedlung, meist als Gruppensiedlung
725 donerwurz – dorfS726
(gegenüber burg als befestigte oder größere
Siedlungseinheit), jünger auch deren Bewoh-
ner, seit dem 12. Jh. zumeist den kleinsten,
selbständigen kommunalen Verband gegen-
über stadt, markt, flecken. – Mhd. dorf
‚Dorf,; nhd. Dorf.
Gehöft‘