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brut

ahd. bis spez. · 22 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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27 in 22 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

brut f.

Bd. 2, Sp. 453
brut, f. fetus, germen, ahd. pruot, mhd. bruot (Ben. 1, 267), ags. brôd, engl. brood, nnl. broed, den nord. dialecten abgehend. brut wurde oben sp. 424 mit brühen, wie blut, glut mit blühen, glühen zusammengestellt, doch unterscheiden sich ags. brôd fetus und brôð jus (breád panis, unser brot liegt beiden ab). urverwandt scheint das lat. foveo, fotus, woher sich fetus und fetura leiten, vielleicht auch fovea, das nicht wie fossa zu fodio gehört und ursprünglich eine erwärmende grube ausdrücken mag. die analogie des finn. hauta fovea und hautoa foveo, calefacio, namentlich auch brüte spricht dafür auf das stärkste. fovere würde dann, mit frühem ausfall des R, für frovere oder forvere stehn und nahe an fervere reichen, dessen R in febris wieder mangelt. aber auch skr. bhraǵǵ, lat. frigere und unser bregen wie braten können sich anreihen, in allen wird die vorstellung der wärme enthalten sein. einzelne bedeutungen dürfen einzelnen formen zustehen und ein intransitives fervere dem transitiven fovere abliegen, wie jenes ags. brôð brühe, dem brôd brut. Brut bedeutet uns 11) incubatio, das liegen (schw. ligga, n. ligge) der vögel auf den eiern: die gänse, hüner sind in der brut = brüten; aber es sind böse bruothennen, sie laufen gemeinlich bald von der bruot. Garg. 196a; die tauben sind in der brut gestört worden; einige vögel machen des jahrs nur éine brut; die spatzen machen zwei bruten. der dümmling, welcher eier ausbrüten wollte, ruft: ir bringt mich heut umb ehr und gut, das ir mich zieht von meiner brut. H. Sachs III. 3, 44c. auch von den bienen sagt man, dasz sie die brut verrichten. Hohberg 2, 372a (2, 371a das brut). 22) fetus, collectivisch, die auf einmal ausgebrachten jungen eierlegender thiere, zumal der vögel, dann der fische, insecten und würmer: die junge brut der singvögel; die störche werfen ein junges von ihrer brut zum nest herab; heuer ist die erste brut der hüner besser als die zweite ausgekommen; sieh diese kleine brut, diesen gefährlichen anflug! wies trippelt, wies stutzt, wies hüpft, scheut und wieder kommt. Göthe 14, 94; unter und neben ihm riefen und flatterten die kanarienvögel, singdrosseln, nachtigallen und die geätzte brut schlief gedeckt unter der brücke. J. P. Tit. 2, 50. die fische setzen brut, wenn sie leichen ihr leich heiszt die brut; die bienen setzen brut: bienenbrut, immenbrut; die raup umspinnt den goldnen zweig zum winterhaus für ihre brut. Göthe 2, 182; was lockst du meine brut mit menschenwitz und menschenlist hinauf in todesglut? 1, 185, d. i. die mir als meerweib gehörige fischbrut; in hölen wohnt der drachen alte brut. 1, 177. 18, 233; wie sich vom schwefelpful erzeugte drachen bekämpfend die verwandte brut verschlingen. 9, 56; wie der eulen nachtgewohnte brut von der zerstörten brandstatt, wo sie lang mit altverjährtem eigenthum genistet, auffliegt in düsterm schwarm. Schiller 500a; die brut des drachen haben wir getödtet, der aus den sümpfen giftgeschwollen stieg. 529b. 33) progenies, in gehässigem sinn, von bösem gezücht: das ist böse brut! eine rechte brut! eine verworfene brut!; freude über die zerstörung einer so häszlichen brut ausgearteter menschen. Wieland 7, 104; fort mit der jungen brut (Ugolinos söhnen) in den thurm! Hahns aufruhr zu Pisa 135; ich will meinen hasz an eurem untergang sättigen, die ganze brut, vater, mutter und tochter will ich meiner brennenden rache opfern. Schiller 194a; sagt ihr das, um meinen zorn gegen diese verdammte brut noch mehr zu erhitzen? Göthe 15, 54; ach, die blumen sind erstickt von den sohlen dieser brut, wer begegnet ihrer wut? 2, 27; schloszenregen ströme dieser brut entgegen. 2, 28; du niedrige brut! du vom bettlergeschlecht. 3, 5; himmel verderbe die schändliche brut! 11, 187; ein frech soldatenvolk ward hergesandt die widerspenstig starre brut zu zwingen. Chamisso 551. Lohenstein braucht unpassend brut, oder wie er schreibt brutt, als n. auch vom bären: die bären geben ihrem ungestalten brutte mit ihrer leckenden zunge eine gestalt. Arm. 2, 81. 44) figürlich, die laster, als die brut gesetzwidriger gesinnungen. Kant 5, 233; wie hasz ich diese liederbrut der affen deines Gleims. Uz 1, 51; ein schönes, keusches, liebetreues weib umlagert von der schnöden wollust brut. Bürger 82b; ehrenlose, sträfliche gebilde reger wollust brut, umschwärmen sie (meine seele). 99a; die brut des unsinns. Gotter 1, 113; der krankheiten zahllose brut. Platen 135. 55) brut ist auch germen, trieb, anflug, anwuchs und frucht der pflanze. die bruet, der junge holzanflug im wald. Schmeller 1, 272; rosenstauden, ribesl, agrest und allerlei brut (junges gesträuch) versetzen. Hohberg 1, 109b; das laubrechen in den wäldern verbieten, weil das brut dadurch ausgerissen und verderbt wird. 1, 138b; der lorbeerbaum treibt bei uns keine brut, doch kommt er zur blühe. 1, 612a; die alten zwiebeln setzen brut an, es wachsen kleine an ihnen heraus. s. brutknospe. 66) mit bezug auf die ursprünglich im wort gelegne bedeutung der wärme läszt sich auch sagen die brut der hitze, der sonne, der warmen, feuchten luft, und die brut der krankheiten, der pest kann eben hierher genommen werden. brut am finger, paronychia gehört in diese reihe. 77) viele uneigentliche zusammensetzungen mit dem gen. z. b. drachenbrut, natternbrut, schlangenbrut, eulenbrut, bienenbrut, auch lügenbrut, sinnenbrut u. a. m.
5398 Zeichen · 81 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    brût

    Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)

    brûtAWB, prûtAWB f. i-St.: ‚Braut am Tage der Hochzeit, Neuvermählte, junge Frau, sponsa, 403 brustbinta – brûtS404 pact…

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    BRÛTstf.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +2 Parallelbelege

    BRÛT ( gen. briute) stf. mundartlich lautete der nominativ wohl auch briut. vgl. Schmeller 1,270. Graff 3,293. 1. im all…

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    brûtf.

    Mittelniederdeutsches Wb.

    brût , f. , Braut; junge Frau. * hêr b. in Hochzeitsgedichten des 16., 17., 18. Jhd. häufige Anrede an die Braut. brȫde-…

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Brut

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Die Brut , plur. die -en. 1. Die Verrichtung des Brütens, von Vögeln und dem Federviehe, ohne Plural. Die Tauben, die Hü…

  5. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Brut

    Goethe-Wörterbuch

    Brut etwa 30 Belege, fast ausschließl im Vers 1 das Ausbrüten [ Faust zum Kaiser: ] Von Tauben hast du ja vernommen, | D…

  6. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Brut

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +2 Parallelbelege

    Brut , einzelne Zellen oder ganze Glieder einer Pflanze (Brutzellen [Konidien der Pilze, Tetrasporen der Florideen, Sore…

  7. modern
    Dialekt
    Brut

    Bayerisches Wörterbuch · +9 Parallelbelege

    Brut Band 3, Spalte 3,610f.

  8. Sprichwörter
    Brut

    Wander (Sprichwörter)

    Brut Aus vielerlei Brut kommen Hühnchen von allerlei Farben.

  9. Spezial
    Brut

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Brut f. (-,-en) 1 (Hühner, Gänse) coada (-des) f. 2 (das Brüten) coé m. ▬ zu derselben Brut gehören (auch ‹fig› ) ester …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit brut

462 Bildungen · 430 Erstglied · 30 Zweitglied · 2 Ableitungen

brut‑ als Erstglied (30 von 430)

Brutbiene

SHW

Brut-biene Band 1, Spalte 1183-1184

Brutnest

SHW

Brut-nest Band 1, Spalte 1183-1184

Brutraum

SHW

Brut-raum Band 1, Spalte 1183-1184

Brutroße

SHW

Brut-roße Band 1, Spalte 1183-1184

Brutwabe

SHW

Brut-wabe Band 1, Spalte 1185-1186

Brutzelle

SHW

Brut-zelle Band 1, Spalte 1185-1186

brutacea

MLW

brutacea sim. v. batrachion . Payr

brutal

DWB

bru·tal

brutal , ferinus, immanis, ein fremdes wort mit betonung der letzten silbe, it. brutale, franz. brutal, wonach es im 18 jh. üblich wurde, St…

brutalis

MLW

brut·alis

* brutalis , -e . 1 adi. : a strictius i. q. animalis irrationalis proprius — einem unvernünftigen Tier eigen, tierisch : Ps. Plato quart. 4…

brutalisieren

Pfeifer_etym

brutalis·ieren

brutal Adj. ‘roh, gewalttätig, rücksichtslos’, aus mlat. brutalis ‘unvernünftig, tierisch’, zu lat. brūtus ‘schwerfällig, gefühllos, unvernü…

Brutalität

Pfeifer_etym

brutal Adj. ‘roh, gewalttätig, rücksichtslos’, aus mlat. brutalis ‘unvernünftig, tierisch’, zu lat. brūtus ‘schwerfällig, gefühllos, unvernü…

brutalitas

MLW

* brutalitas , -atis f. natura vel habitus animali irrationali conveniens vel similis — das für ein unvernünftiges Tier charakteristische We…

brutalité

LDWB1

bruta·lite

brutalité [bru·ta·li·tẹ́] f. (-tés) Brutalität f., Grausamkeit f., Gewalttätigkeit f.

brutaliter

MLW

bruta·liter

adv. * brutaliter . more animalis irrationalis — wie ein unvernünftiges Tier : Alex. Min. apoc. 10 p. 223,16 ‘spiritus iumentorum’, id est -…

brutanstalt

DWB2

bruta·n·stalt

brutanstalt f . einrichtung, in der befruchtete eier zur entwicklung gebracht werden: 1800 oekon. hefte 15,294. 1987 spiegel 50,223 a .

Brutappel

MeckWB

brut·appel

Brutappel m. Brautapfel; ein Mädchen, das imstande war, aus der Mitte und von der Hälfte eines Apfels einen Teil in einem Stück herauszuschn…

brûtâvent

MNWB

bruta·vent

brûtâvent usw., die unmittelbar hier folgenden Komp., sind nicht besonders verzeichnet.

Brutbad

MeckWB

brut·bad

Brutbad n. Brautbad, es fand im 16. Jahrh. am zweiten oder dritten Tage vor der Hochzeit statt Tech. Bürg. 127; öft. in FN.; s. Brutwater . …

brûtbat

MNWB

brut·bat

brûtbat (-d-) , n. , Brautbad, Stovengang als Teil der Hochzeitsbräuche.

Brutbedd'

MeckWB

Brutbedd' n. Brautbett; die zweischläfrige Bettstelle mit Inhalt, die die Braut mit in die Ehe brachte, sie wurde vor der Hochzeit von allen…

brûtbedde

MNWB

brut·bedde

brûtbedde , n. , Brautbett; Sinnbild, Zeichen vollzogener Ehe, bûten sînem êliken b. außer der Ehe.

Brutbeie

RhWB

brut·beie

Brut-beie brūtbęi, –bin (s. S.) Saar; brū:tbę·i. Bitb , Trier , Wittl f.: Drohne.

brut als Zweitglied (30 von 30)

Bastardbrut

Adelung

bastard·brut

Die Bastardbrut , plur. inusit. in der Bienenzucht, die Brut der Drohnenweiser, welche in dem Bienenstocke untauglich ist.

buckelbrut

DWB

buckel·brut

buckelbrut , f. junge oder abgestorbne drohnen, welche die zellen empor drücken und krümmen; auch kappichte brut.

Drohnenbrut

Campe

drohnen·brut

Die Drohnenbrut , o. Mz. in den Bienenstöcken, diejenige Brut, aus welcher Drohnen werden; Thränenbrut.

faulbrut

DWB

faul·brut

faulbrut , f. abgestorbne brut der bienen, fetus corruptus.

froschbrut

DWB

frosch·brut

froschbrut , f. gyrinus, ranunculus, kaul, d. i. kugel, kaulkopf, kaularsch, quappe, schneeblitz, weberknopf, dickkopf; nnl. vorschenpopje, …

karpfenbrut

DWB

karpfen·brut

karpfenbrut , f. die kleinen karpfen unter 3 jahren, darauf heiszen sie karpfensatz.

Königsbrut

MeckWBN

koenig·s·brut

Wossidia Königsbrut f. Königsbraut: ne stolze Königsbrut S. Neum. Volksm. 112.

natterbrut

DWB

natter·brut

natterbrut , natternbrut , f. schlangengezücht: noch schwillet tief von reger natternbrut die flur ( nec intumescit alta viperis humus ). Vo…

Schmeichlerbrut

Wander

schmeichler·brut

Schmeichlerbrut Schmeichler- und Schmarotzerbrut zehrt wie die Laus von fremdem Gut. It. : Adulatori e parassiti sono come i pidocchi. ( Gia…

teufelsbrut

DWB

teufels·brut

teufelsbrut , f. , vgl. höllenbrut : teufelsbrut nur übles thut. Eiselein sprichw. 592 ; die teufelsbrut ( die Hunnen ) kann nicht einmal si…

Thränenbrut

Adelung

thraenen·brut

Die Thränenbrut , plur. car. von 2, Thräne, diejenige Brut in den Bienenstöcken, woraus Thränen werden; richtiger Drohnenbrut.

vogelbrut

DWB

vogel·brut

-brut , f. : im sommer ruinieren die marder viele junge vogelbruth Döbel jäger-practica (1754) 1, 41 . —

weiselbrut

DWB

weisel·brut

weiselbrut , f. : etliche ... verschneiden ihnen ( den bienen ) das gewircke, oder suchen die weiselbrut und thun solche heraus v . Hohberg …

Ableitungen von brut (2 von 2)

brûte

Lexer

brûte stf. s. briute,

unbrut

DWB

unbrut , unbrüt, n., schädliches gethier, wildpret, ungeziefer (das brut Schmeller 1, 374 ; Staub-Tobler 5, 1007 ); Unger-Khull 607 a . unbr…