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Fedder

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MeckWB
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Eintrag · Mecklenburgisches Wb.

Fedder Pl.

Bd. 2, Sp. 843
Wossidia Fedder Pl. Feddern f. Feder: penna 'ein Fedder' Chytr. 374; Fedder (-rr-) Mi 21a. I. Vornehmlich die Vogelfeder, bes. die Flügelund Schwanzfedern im Gegensatz zu den Flaumfedern oder Dunen; die Zss. bezeichnen die Herkunft: Adeboors-, Duben-, Ganten-, Gaus'-, Hauhner-, Kapunhahn-, Kraun-, Schittreiher-, Struß-, Swanfedder; die Art, den Sitz und die Bestimmung: Dun-, Fett-, Flott-, Flüchten-, Flunk-, Kil-, Plück-, Quäl-, Rit-, Splett-, Splitt-, Stritfedder; übertr. Bedeutung haben: Jacobi-, Swin-, Wittfedder. 1. zur Sache: 'XIX sol. pro plumis, vedderen dictis' (Ro 1356) UB. 14, 23; über ihre Ausfuhr wird 1786 berichtet: 'die Federn sind seit einigen Jahren außerordentlich im Preise gestiegen und werden von den Juden in Commission aufgekauft und nach Hamburg geschickt, und dort gehen sie nach Westfalen, Holland und England etc.' Langerm. 153; sie wurden nach Steinen gewogen, das Gewicht eines Steins Federn betrug 10 Pfund Leng. Landw. 1, 29; Schönb. Kal. 1924, S. 34b; über die Zubereitung und Verwendung der Gänsefedern zum Stopfen der Betten s. Gaus. 2. sprachl. Niederschlag: is doch wat, säd' de Voss, dor ret he den Hahn ne Fedder ut 'n Start Wo. V. 2, 143; eine ergebnislose Jagd auf Rebhühner schildert: Ick mak ok Für, man Dunnerhagel! Keen eenzig Hohn, keen Fedder fel Bri. 1, 150; sprichw. Wendungen: 'Vögel van einer Fedder flegen gern tosammen' Laur. Schg. 4, 66; mod.: Vœgel von een Oort Feddern fleegen giern tosam Ro; för jeden Vagel hüren sick sin eigen Feddern Reut. 4, 436; auf Menschen und menschliche Verhältnisse übertragen: 'in eren fedderen, darby men se kennet, wat se vor vOegele syn' Gry. Lb. 2, G 2a; ick kenn minen Vagel an de Feddern ich weiß, was von ihm zu halten ist GüGüstrow@BützowBütz; denn' kenn 'ck all bi de Feddern Ro Rostock@KühlungsbornKühl; vom Wachsen einer Religion: 'also hefft de TOerckische Alcoran ... Vedderen bekamen unde thogenamen' Gry. Lb. 1, Gg 3a; der Unerfahrene will all ihrer fleegen, ihrer he Feddern hett StaStargard@NeubrandenburgNBrand; eine ungerechtfertigte Forderung wird abgewiesen: so hett uns' Mudder dei Gäus' nich verköfft, dei Feddern gahn wedder retur HaHagenow@RedefinRed; zur Sparsamkeit in kleinen Dingen mahnt: nah ein Fedder möt 'n œwer Tun un Hakelbarg stigen MaMalchin@GielowGiel; Reichtum berechtigt zu höheren Forderungen: wo Feddern sünd, dor möten weck plückt warden Stillfr. Sl. 55; verachtungsvoll von einem minderwertigen Gegner: dee kann mi up Teßmanns Eck, wo de Wind am düllsten weiht, dree Pund Feddern een bi een nah 'n Noors rinblasen StaStargard@NeubrandenburgNBrand; die Rda. de Fedder sekt wol, äverst se sinckt nich soll den Studierenden bei Mut und Hoffnung erhalten Mantz. Ruh. 24, 52; die Feder ist das Sinnbild der Leichtigkeit: de Diern is licht as ne Fedder Ro; von großer Windflaute: is so still, dor kann 'n Feddern seigen RoRostock@WustrowWustr; iron. von starkem Wind: dat weiht so dull, dat sœben Sniders nich een Fedder hollen kœnen MaMalchin@GielowGiel; auch von einem alten Schürzenjäger: solang' as dee 'n Pund Feddern up 'n Ies trecken kann, lett he dat nich Wa; s. Hoppen; belanglose Reden werden abgetan: 'syne grodtsprekene vormetenheit ys alle mit einander lutter Wort unde Vedderen' Gry. Lb. 1, Ee 2b; häufig die Bettfedern, so sagt man bei Schneefall: hüt schürrt Moses de Feddern ut Wa; von einer geputzten Frau heißt es tadelnd: dee hett de Feddern up 'n Hot un Stroh in 'n Bedd' Sta Stargard@WulkenzinWulk; dee süll leewer sorgen, dat se Feddern in de Puk kreg NBrand; oft für das Bett überhaupt: nu man rin in de Feddern RoRostock@RibnitzRibn; in de Feddern liggen: Reut. 1, 80; für die menschliche Kleidung oder menschliche Körperteile wie Haare, Ohren etc. in den Wendungen: sick bi de Feddern krigen in Schlägerei geraten RoRostock@RibnitzRibn; dee sünd sick in de Feddern zausen sich SchöSchönberg@SchlagsdorfSchlagsd; dor wullen se mi ok in de Feddern faten handgreiflich werden HaHagenow@RedefinRed. 3. Rätsel, Volksreim und Spiel: a. Rätsel: Krüppt dörch 'n Tun, Hett nich Fedder oder Dun (Sonne) Wo. V. 1, 325a; Du olle lütte Wülterblock, Hest nich Fedder oder Rock (Erbse) 196 a; wer buugt sin Hus ahn Holt un Stein, ahn Feddern un Sprock? (Schnecke) 805; Steiht 'n Mann hoch uppe Ledder, Hett 'n Rock von bunte Feddern (Hahn) 21; Scherzfragen: wat is swarter as de Kreih? (ehr Feddern) 621; wat is lichter as ne Fedder? (ne Dun) 622; up wecker Sit hebben de Gäus' de mihrsten Feddern? (uppe Butensit) 685; wat hett Feddern un kann nich fleigen? (die Taschenuhr) Horn Selmsd. 1, 602. b. Wiegenlied: Slap, Kinning, slap, Din Vadder hött dei Schap, Din Mudder sitt in 'n Rosengoorn, Hett dei witte Gaus verloren Mit dei blanke Fedder, Dei finnt sei niemals wedder Wo. V. 3, 1; Eija poleija, slah Vœglein nich dot, Lat läben, lat läben, dat ward woll noch grot, Willn Feddern von plücken, willn Küssen von stoppen, Dor sall uns' lütt N. mit 'n Köpping up slapen 74 a; im Lied vom Kuckuck gleich Flügel: Dei Kukuk breid't sin Feddern ut, Dideldut 2, 1750; die Ringelnatter sagt: Ick stäk so lising as ne Fedder, Un wat ick stäk, dat ward woll wedder Bartsch 2, 181; Wo. V. 2, 113; dagegen die Kreuzotter: ... Un wat ick stäk, dat ward nich wedder 115 b; in kindlichen Anrufen an Tiere und Gestirne als Reimwort auf wedder: z. B. an den Marienkäfer: Sünnenworm, fleig' in dei Luft, Bring' uns morgen gaut Wäder, Oewermorgen kumm wedder Mit dei blanke Fedder 1387; an den Schmetterling 1498; an die Sonne 4, 686 a; an den Mond 688; im Neckreim auf Vornamen: Lisette mit de Fedder, mit de Einsamkeit, Un de Maler mit 'n Pinsel, Un Lisette mit de Fläut 400; Fiken Faken, Plünn' un Knaken, Feddern un Dunen, Mak keen Lunen 378; im Abzählreim: Dei Jungens dei möten dei Trummel drägen, Dei Dierns dei möten dei Feddern drägen, Piff puff paff, Du büst af 1182. c. Spiel: beim Fedder- oder Proppenpuusten sitzen die Spieler im Kreis und halten ein straff gespanntes Tischtuch. Auf dem Tuch liegt eine Feder oder ein Korken. Jeder muß die Feder (den Korken) durch Pusten von sich abwehren; wem dies nicht gelingt, der zahlt ein Pfand PaParchim@WulfsahlWulfs. 4. Brauch, Glaube und Sage: allgem. herrscht die Auffassung, daß das Liegen auf Federn dem Sterbenden den Tod erschwert, s. Dod III; über das Sammeln von Bettfedern durch die Braut vgl. Brut (2, 30); dem Bräutigam pflegt man vor der Trauung von jedem Haustier ein Haar oder eine Feder in sein Zeug zu stecken, damit er Glück und Segen mit seinem Vieh habe Bartsch 2, 61; einem gekauften Huhn muß man drei Federn aus dem linken Flügel ziehen, dann läuft es nicht fort 140; beim Feddernriten darf man die Spulen nicht verbrennen, da dies Unglück ins Haus bringt, man schüttet sie in den Weg, damit sie zerfahren werden StaStargard@SalowSal; Wetterregeln: wenn die Hühner früh mausern, so tritt ein zeitiger, heftiger Winter ein Bartsch 2, 207; zeigen sich Spatzen, Finken und Ammern im Winter mit struppigem Gefieder in der Nähe der menschlichen Wohnungen, dann steht strenge Kälte bevor ebda; sitzen sie zusammengeschart mit gesträubten Federn, dann gibt es starken Schneefall ebda; ziehen Enten und Tauben die Federn häufig durch den Schnabel oder baden die Hühner im Staube, so deutet dies auf Regen ebda; 211; in einer alten Segensformel heißt es: 'Alle dyne beyne Grot unde cleyne Sin di licht alse en veddere' 327; ein Spruch gegen die Blädder an der Zunge lautet: De Blädder un de Fedder, Dee gahn beid' to rechten, De Fedder dee gewinnt, De Blädder dee verschwinnt 433. Bei dem Mädchen, das vom Teufel besessen ist, hebben de Feddern in ehr Bedd' sick krüselt Wo. Sag. 1, 191; in der Sage vom geprellten Teufel rettet die Ehefrau ihren Mann dadurch, daß sie erst in eine Teertonne kriecht und sich dann in Federn wälzt, um einen Hahn oder auch einen Vogel, den der Teufel nicht kennt, darzustellen 206. II. Die ursprünglich aus einer Gänsefeder oder einem Rohr geschnittene Schreibfeder: calamus rudis 'ein ungeschndene Fder' Chytr. 184; im Neckreim auf Mine: Mine Bine Päpersack, Gah tau Schaul un lihr di wat, Wenn du was gelernet hast, Stäk dei Fedder in dei Tasch Wo. V. 4, 408; im Volksreim vom Tod: Min Fedder is witt, Min Dint is swart GüGüstrow@BaumgartenBaumg; wat in dei Fedder faten (nähmen) etwas schriftlich aufsetzen: dee nimmt dat 'n bäten in de Fedder Bri. 4, 43; 2, 190; 5, 46; 'Als ick idt hebbe willen in de Fedder vaten' Laur. Schg. 4, 134; ick weit dei Fedder antaufaten verstehe mit der Feder umzugehen, kann ein Schreiben abfassen MaMalchin@GielowGiel. Zss.: Bli-, Brüjamsblifedder. III. Die mechanische Vorrichtung an Gegenständen aller Art, z. B. am Wagen, s. Fedderwagen, C-Fedder, an Schlössern s. Behr. Landbauk. 203; an Brettern 220; s. Windfedder; auch Schutzvorrichtung am Helm: Rabandel hett sonne starke Stahlfedder hatt an sinen Helm, se hebben em nicks anhebben künnt Wo. Sag. 1, 108. — Mnd. veder(e), vedder(e) f. — Br. Wb. 1, 362; Dä. 115a; Kü. 1, 445; Me. 2, 38; Schu. 11; Teu. 1, 75.
8688 Zeichen · 111 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. modern
    Dialekt
    FedderPl.

    Mecklenburgisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Fedder Pl. Feddern f. Feder: penna 'ein Fedder' Chytr. 374; Fedder (-rr-) Mi 21 a . I. Vornehmlich die Vogelfeder, bes. …

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fedder‑ als Erstglied (30 von 56)

Fedderball

MeckWB

fedder·ball

Fedderball m. Federball 1. das Ballspiel Federball. 2. gleich Bett in den Rdaa.: Mudding, ick will to Ball. Jawoll, nah 'n Fedderball Sta; n…

Fedderbarg

MeckWB

fedder·barg

Fedderbarg m. wie das Vor. 2: to Fedderbarg gahn Ro Ribn ; Pa Sporn ; Sta Lütt ; Wo. V. 3, 138. Me. 2, 40.

Fedderbedd'

MeckWB

Fedderbedd' n. Federbett: lectus plumeus 'Fedderbedde' Chytr. 421. Mnd. vedderbedde n.

Fedderbusch

MeckWB

fedder·busch

Fedderbusch m. Federbusch, als Helm- und Hutzier: crista galeae 'de Fedderbusch up dem Helme' Chytr. 213; mit Dreimaster un Fedderbusch (der…

Fedderdörp

MeckWB

Fedderdörp n. wie -ball 2: nah Fedderdörp gahn Ro; Ro Klock ; Schö Warn ; Wo. V. 3, 138. Me. 2, 40.

Fedderdüwel

MeckWB

fedder·duewel

Fedderdüwel m. Federteufel, ein Zwerg im Märchen Sta Wulk ; dem schmutzigen Knaben droht man: sast nah de Teerbütt rin un denn in 'n Fedders…

fedderen

LothWB

fedderen [fèdərə Fa. ] tr. v. zurechtweisen mittels Schläge. — vgl. els. 1, 95 g'fäddert = gescholten.

Fedderfaut

MeckWB

fedder·faut

Fedderfaut m. Federfuß; Name der Gans im Hausstandsreim: Ferrerfaut Heit min Gaus Wo. Rim. 15.

Fedderflücht

MeckWB

fedder·fluecht

Fedderflücht -flucht f. Federwisch, Gänse- oder Hühnerflügel, zum Abstäuben der Möbel, zum Reinigen des Herdes von Asche, zum Gasseln des Br…

Fedderflunk

MeckWB

fedder·flunk

Fedderflunk -flünk f. wie das Vor. : Fedderflünk Schö; Schö Dem ; Fedderflunk Mi 21 a ; die Formen gehen durcheinander, doch herrscht im W d…

feddergaschen

MeckWB

fedder·gaschen

feddergaschen Adj. Stoffbezeichnung: ne feddergaschen Jack bekam der Hofgänger zu Weihnachten, sie war aus blauem Stoff mit einem Futter von…

Fedderhagen

MeckWB

fedder·hagen

Fedderhagen fingierter ON., gleich Bett: nu geiht 't nah Fedderhagen Ro; Wo. V. 3, 138. Me. 2, 40.

Fedderhaut

MeckWBN

fedder·haut

Wossidia Fedderhaut m. Federhut: Hans ... hett 'n Fedderhaut upsett't S. Neum. Volksm. 285.

Fedderhorst

MeckWB

fedder·horst

Fedderhorst -hörst f. wie das Vor. : gah to Fedderhorst Wa; rin nah dei Fedderhorst Ha Red ; Wi NKlost ; nu rin nah dei Fedderhörst Ro Wustr…

Fedderkil

MeckWB

fedder·kil

Fedderkil m. die trockene Spule der Gänsefeder Lu Laup ; TewsW; Wa Röb ; Wi Brüel ; Stove; sonst Fedderpos', vereinzelt -spaul.

Fedderkranz

MeckWB

fedder·kranz

Fedderkranz m. Federkranz, ein mit Federn bewachsenes Band, das die Hexe ihren Feinden in das Kopfkissen schmuggelt, damit diese keine Ruhe …

Fedderkrut

MeckWB

fedder·krut

Fedderkrut n. Günsel, ajuga: virga aurea, 'Fedderkraut, Steingünsel' Paulli 517.

Fedderläsen

MeckWB

fedder·laesen

Fedderläsen n. das Federlesen in der Wendung mit em is keen got Fedderläsen mit ihm ist nicht zu spaßen Wa; kein Fedderläsen maken keine Ums…

Fedderland

MeckWB

fedder·land

Fedderland n. wie -hagen: nah Fedder land Ro Börg ; int Fedderland Wo. V. 3, 138.

Fedderlekrut

ElsWB

Fedderlekrut ’ n. Feuerkraut, herbe de St. Antoine, epilobium Gesneri Kirschl. 1, 265 St.

Fedderling

MeckWB

fedder·ling

Fedderling m. Wocken im Rätsel vom Spinnrad: Wo rug' is di dei Fedderling Wo. V. 1, 128 e.

fedderlos

MeckWB

fedder·los

fedderlos federlos, unbefiedert; nur im Rätsel vom Schnee: Dor flög' 'n Vagel fedderlos Up den Bom blattlos, Dor kem de Jumfer mundelos Un f…

Fedderman

WWB

fedder·man

Fedder-man m. [bes. Münsterl Dor] 1. Vetter, Sohn des Onkels oder der Tante. — Spez.: Veddersmann statt Vedder wird gebraucht, wenn der „Vet…

Feddermannshusen

MeckWB

Feddermannshusen wie -hagen: nah Feddermannshusen gahn Schö Warn ; Wi HWend ; Poel; Wo. V. 3, 138.

Feddermark

MeckWBN

fedder·mark

Wossidia Feddermark n. wie Seel 5 a Ma Malchin@Gützkow Gützkow .

fedder als Zweitglied (1 von 1)

Flünkenfedder

MeckWBN

flunken·fedder

Wossidia Flünkenfedder f. wie Flunkfedder: Splettfeddern würden ut Flünkenfeddern maakt Lu @ TewsW.