BEMERKEN vb. zu merken
(1DWB 6,2093 ff.). ahd. bimerken,
mhd. mnl. nl. bemerken.
ahd. nur in der glosse 11.jh.
designauerunt pimarhtvn
ahd. gl. 2,255,69 S./S. 1 ‘
seine aufmerksamkeit auf etwas, jmdn., sich richten, etwas, jmdn. genau beobachten, betrachten, wahrnehmen, beachten, erkennen’
; selten auch mit persönl. dat.: ⟨u1210⟩ nu si daz ors vunden, / daz gereite
(‘zaumzeug’) si begunden / bemerken unde betrahten Gottfried
79333 R. 1647 durch die gläser, vermittelst welcher man in die sonne und in den mond sehen, ja sterne bemerken kan, die sonsten unsren schwachen augen unsichtbar sind Harsdörffer
gesprächsp. (1641)7,196. 1669 die scharfsinnigkeit bemerket und durchsinnet wol das gegenwertige Schottel
ethica 371. 1741 die canzel-reden des gepriesenen herrn probsts Reinbecks verdienen allemal öffentlich bemerket zu werden
stats- u. gel. ztg. (Hamb.)51,3b. 1745 es bemercke sich jemand die kennzeichen der glaubwürdigkeit eines fremden zeugnisses J.
F. Jacobi
betrachtungen 2,26. 1798 bemerk ihn
(den könig) recht, / ich will an sein gesicht mein auge klammern, / und wir vereinen unser urtheil dann / zur prüfung seines aussehns A. W. Schlegel
Shakespeare (1797)3,244. 1798 daß der leidende aus schwäche oder aus stolz sich selbst viel zu viel bemerkte Herder
20,73 S. 1799 Leibnitz
(!) hat bemerkt, daß der menschliche geist nie scharffsinniger oder wie wir sagen, aufgelegter sei, als wenn er spielet
ebd. 30,258. 1833 man ist hier sehr bemerkt, und bekannte trifft man genug
in: Schleiermacher
leben in br. (1860)2,479. ⟨1900⟩ der alte physiologe Burdach .. hat dieser überzeugung in einem viel bemerkten satze ausdruck gegeben Freud
stud.ausg. (2000)2,34. 1953 Heinrich war ein zu scharfer beobachter, als daß er nicht bemerkt hätte, daß .. Joho
weg 282. 2012 männer, so heißt es, bemerkten gar nicht, wie ihr alltag überhaupt beschaffen ist
süddt. ztg. (21./22.4.)26e. 2 ‘
kennzeichnen, zeichen sein’. a ‘
etwas mit einem zeichen, namen versehen, kennzeichnen, (be)zeichnen, benennen, markieren’: 1591 die kannengiessere sollen zinnen, mit bley vorfelschet, nicht mit dem zeichen, so redtliche, ufrichtige meistere uf recht eitel zinnenwerck drucken, bemercken
qu. verwaltungsgesch. Quedlinb. 1,244 L. 1646 ein junges lämmlein, die gemeiniglich mit einem schellenbändlein bemerket
(sind), in: Harsdörffer
gesprächsp. (1641)6, )()()( 5a. 1648 den übrigen entwurf des fohr-walles kan man äben auf solche weise .. verfärtigen, und sol
(in der graphischen darstellung) mit .. buchstaben .. bemärket wärden Zesen
Dögen, kriges bau-kunst 175. ⟨1705⟩ da sich die abgöttischen heyden haben unterstanden, die planeten .. mit denen nahmen ihrer abgötter zu bemercken J. G. Schmidt
rocken-philos. 1/2(1709)323. 1712 daß der hirsch mit seinen zween fordern füssen scharret und kratzet, und damit gleichsam den ort bemercket, wo solche
(pflanzen) zu finden seyn Marperger
natur-lex. 630. 1734 dieser art gräntzen .. mit steinen zu bemercken, hat man sich .. vor alters her bedienet Polack
mathesis 133. 1808 zur großen mit einem kreuz bemerkten eiche
steir. gerichtsbeschr. 246 M./P. v1894 man hat nämlich neben die langen texte der heiligen schrift .. am rande durch eine ziffer bemerkt, welches stück .. zu nehmen sei Bäumer
brevier (1895)335. b ‘
zeichen, sinnbild für etwas sein, etwas symbolisieren, auf etwas deuten’: 1647 wie könte man die kunst bilden? .. durch eine weibsperson, .. in der rechten hand haltend einen pfal mit früchten ümwunden, die nohtwendigkeit zu bemerken; in der linken den pinsel und grabstichel, die lieblichkeit und das belusten zu bezeichnen Harsdörffer
gesprächsp. (1641)7,46. 1657 ein güldnes krönlein, dessen zinken sich wie fläm̄lein in die höhe krümmeten und spitzten: das liecht des verstandes zubemerken Birken
ostländ lorbeerhäyn 229. ⟨v1678⟩ so kan man einen zuber nehmen, denselben mit .. erde, darinnen keine steinlein seyn, füllen und in den regen .. setzen; so wird sich in einem monat finden, daß darinnen zu sehen: .. kleine steinlein; das metallen-reich (regnum minerale) bemerkend Butschky
rosen-thal (1679) 1064. 3 ‘
anmerken, vermerken’. a ‘
jmdn., etwas erwähnen, (jmdm.) etwas sagen, anmerken, mitteilen’
; öfter substantiviert: 1674 nur eines unter vielen
(beispielen) zu erzehlen, welches Prierius bemercket Widmann/P.
Faust 486 LV. 1791 es ist hier der ort nicht diese materien weiter auszuführen ... ich bemerke hier nur ein hauptgesetz Goethe
II 5,1,13 W. 1855 in Grabbes biographie von Ziegler, die mir, nebenbei bemerkt, an keiner einzigen stelle den eindruck der böswilligkeit .. gemacht hat Hebbel
III 5,251 W. ⟨v1874⟩ ich .. möchte aber wohl behaupten, daß zu solchen oben bemerkten experimenten eigentlich nun wohl schon hinlängliche hungeretablissements errichtet sind Reuter
1,55 B. ⟨1907⟩ er ließ die hälfte davon stehen, bezahlte und konnte nicht umhin, der kellnerin leichthin zu bemerken, wie wenig es ihm gemundet habe R. Walser
geschwister (2001)183. 1922 indessen holte herr Adelar zwei blaue zettel hervor und überreichte sie der Resi mit dem bemerken, es seien zwei galeriekarten für sie und den bruder Ginzkey
wege 121. 1972 und als was fahren sie
(anrede) dahin? geht mich zwar nichts an, wie sie richtig bemerken Selbmann
mitläufer 15. 2008 „die einzigen, die wirklich treu sind“, bemerkt Fedor Pfistner
(über schwäne) etwas bekümmert
das magazin 3,65b. b ‘
etwas schriftl. festhalten, aufzeichnen, vermerken, notieren’: ⟨v1678⟩ und weil diese wichtige dinge .. durch den rent-secretarium zugleich mit zu bemerken und in schriften zu verfassen seyn wollen Butschky
rosen-thal (1679)780. 1762 ich weiß wohl, daß es eine hauptpflicht der chronikenschreiber, daß sie das jahr, ja den tag einer solchen stiftung bemerken müßen Carsted
atzendorfer chr. 35 S. 1807 er entschuldigte sich damit, daß er meine wohnung nicht gewußt habe, ob sie gleich auf der addresse des pakets bemerkt war Schelling
brw. 15 F./L. 1811 aber eben so niedrige preise bemerkten die chroniken
(Roms) bey dem jahr 504 Niebuhr
röm. gesch. 1,272. 1887 haben sie
(anrede) wohl die freundlichkeit, auf dieser
(postkarte) zu bemerken, auf welche weise .. ich ihnen das buch zugehen lassen soll Anzengruber
ergbd. 32,232 B.Arbeitsstelle