Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)
ÂDER
1. eigentlich.
a) im allgemeinen, jedes unter der haut liegende gefäß des leibes, muskel, sehne, nerv: so übersetzen glossen cervix halsader. Schmeller b. wb. 1,27. die adare sich zesamine chrumphen, danen begunde er limphin Genes. fundgr. 48, 17,21. ir arme unde ir hande wâren âdern unde vel haut und knochen, wie wir jetzt sagen würden. En. 2731. der finger der Uolrich bei einer tjoste aus der hand gestochen wird, an einer âder hie frauend. 108,18. vgl. myst. 1,12, 27. 70,26.
b) insbesondere, pulssowohl als blutader. die âdern begrîfen als arzt den puls fühlen MS. 2,23. b. dem künege ist diu âder geslagen = er hât gelâʒen Herb. 1982. den was almeistie lâʒen zer âdr od sus zem verhe W. Wh. 449,2. in einem tage er ze âder lieʒ Trist. 15121. sîn âder brach im ûf Trist. 15195. daʒ ich mit riemen lîhter twunge einen stein, daʒ man im an der âder lieʒe bluot MS. 2,164. b. daʒ ich den muot an iuch verdene und al mîns herzen âder Engelh. 2313.
2. bildlich.
a) macht, gewalt. daʒ rîche alliʒ bikêrte sîn gewæfine in sîn eiginin âdere Anno 685. er ziuhet dir ûʒ dîn âder, und erwischet dich sîn hant Ortn. 75.
b) den adern ähnliches. ein brunne dâ mitten enspranc. über allen den walt sîne âdern klungen Herb. 2189. du (Maria) bist ein vliezend âder aller hôhen mildekheit g. sm. 524.