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Ader

mhd. bis spez. · 24 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Ader

Bd. 1, Sp. 165
Die Ader, plur. die -n, Diminutivum Äderchen, Oberdeutsch, Äderlein. I. Diejenigen Röhren oder Canäle in den thierischen Körpern, worin gewisse Säfte ihren Umlauf haben. Besonders, 1) die Gänge des Blutes. Die Puls- oder Schlagadern, die das Blut aus der Herzkammer zu den übrigen Theilen des Leibes führen, Arteriae. Die Blutadern, in engerer Bedeutung, die es von den Theilen des Leibes wieder in die Herzkammer leiten, Venae. Eine der bekanntesten unter diesen ist die goldene Ader, Vena haemorrhoidalis, deren eigentlich zwey sind, die inwendige, und die auswendige, welche sich beyde bis in das Gefäß erstrecken, daselbst zuweilen aufschwellen und sich öffnen, welchen Blutfluß, besonders wenn er von der inwendigen herrühret, man im gemeinen Leben gleichfalls die güldene, besser die goldene Ader zu nennen pfleget. Ferner sind von den Blutadern die R. A. zu verstehen: Einem die Ader öffnen, ihm die Ader schlagen, und im gemeinen Leben, ihn zur Ader lassen, aus der Ader lassen, oder Ader lassen, durch Öffnung einer Ader etwas Blut abfließen lassen, welches auch Blut lassen genannt wird. Ich habe zur Ader gelassen, oder im gemeinen Leben auch wohl, ich habe Ader gelassen, in der Mittelgattung, ich habe mir eine Ader schlagen lassen. In einigen gesellschaftlichen R. A. wird Ader auch wohl figürlich für das Blut in den Adern gebraucht. Es ist keine gute Ader an ihm, er taugt gar nichts. Er hat keine Ader dazu, nicht die geringste Geschicklichkeit oder Neigung. Daß Bav, der unverschämte Knabe, Kein Äderchen zur Dichtkunst habe, Das räumt mir jeder ein, Bernh. Er hat keine Ader von seinem Vater, gleicht ihm nicht im mindesten. 2) Die Gänge, worin auch andere Gäste ihren Umlauf haben. Daher in der Zergliederungskunst, die Milchadern, welche den Milchsaft in die große Gekrösdrüse führen, Venae lacteae; die Wasseradern, die dem Geblüte ein helles Wasser zuführen, Vasa lymphatica. 3) Werden auch andere den eigentlichen Adern wenigstens von außen ähnliche Theile der thierischen Körper mit diesem Nahmen belegt, wenn gleich keine Säfte in denselben ihren Umlauf haben, oder solcher Umlauf noch ungewiß ist. So werden die Fibern oder Fäserchen, Fibrae, von einigen auch Äderchen genannt. Die Sehnen führen auch den Nahmen der Bandadern, und die Nerven den Nahmen der Spannadern. II. In weiterer Bedeutung, wegen einiger Ähnlichkeit, 1) allerley Züge in leblosen Körpern, welche wie die Adern aus- und ineinander[] laufen. Hierher gehören die Adern in den Blättern der Pflanzen, in dem Holze, und in einigen Steinarten, besonders dem Marmor. 2) Die Gänge und kleinern Canäle des Wassers unter der Erde, und der Erze in den Bergen; Wasseradern, eine Brunnenader, eine Erzader, Goldader u. s. f. 3) Werden bey den Drathziehern und Eisenhändlern auch die kleinern Gebinde Draht, woraus ein Ring Draht besteht, und deren oft 50 bis 60 in einem Ringe sind, Adern genannt. Anm. Ader, Fränk. und Aleman. Adara, Athara, in Oberschwaben noch jetzt Athar, Angels. Aeddre, Isländ. Aedr,n. Aar, scheinet eigentlich einen jeden langen, runden, dünnen Körper, eine Röhre oder Canal bedeutet zu haben, weil es ehedem auch das Eingeweide, und zunächst das Gedärm bedeutete. Machters Meinung, daß Ader ursprünglich das Blut selbst bedeutet habe, und hierin mit dem Griechischen εαρ überein stimme, hält hier, wie in mehrern andern Fällen, wohl nicht Stich. Brunnadara, für Wasserquellen, kommen schon bey dem Notker vor. Nach dem zu Augsburg 1483 gedruckten Buche der Natur gibt es »dreyerley Adern in dem Menschen. Die ersten sind Kunstadern, (venae,) da das Blut innen rinnet. Die andern sind Geystadern, zu Latein arteriae, in dem fließen die natürlichen Geist und die leiblichen Geist. Die dritten seynd Bandadern (nervi), mit den pindet die Natur die herzen (härtesten) bain in den gelidern zusammen.« Die so gemeine R. A. zur Ader lassen, die Ader lassen, oder nur schlechthin Ader lassen, ist freylich ein wenig sonderbar. Vielleicht ist die erste die unrichtigste. Lassen kann hier für ablassen stehen. Die Ader lassen würde also bedeuten, das Blut aus der Ader abzapfen, so wie man metonymisch sagt, einen Teich ablassen, und doch das Wasser des Teiches darunter verstehet. Wie das Vorwort zu in diese Redensart gekommen, wird anzugeben seyn.
4256 Zeichen · 51 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    ÂDER

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +9 Parallelbelege

    ÂDER — ( ahd. âdara Gr. 2,52. 123. Graff 1,156 ). plur. âdere und âdern 1. eigentlich. a) im allgemeinen, jedes unter de…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    aderM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +5 Parallelbelege

    ader , M. Vw.: s. āder (1)

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Ader

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Die Ader , plur. die -n, Diminutivum Äderchen, Oberdeutsch, Äderlein. I. Diejenigen Röhren oder Canäle in den thierische…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Ader

    Goethe-Wörterbuch

    Ader mehr als Zweidrittel aller Belege aus den dichterischen Werken, selten in den natwiss Schr; vor 1800 überwiegend im…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Ader

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Ader , in der Anatomie soviel wie Gefäß (s. d.), besonders Blutgefäß (Arterie und Vene). In der Geologie Mineralsekretio…

  6. modern
    Dialekt
    Ader

    Bayerisches Wörterbuch · +7 Parallelbelege

    Ader Band 1, Spalte 1,157–159

  7. Sprichwörter
    Ader

    Wander (Sprichwörter)

    Ader 1. Ader und Geld lassen sich nicht bergen. – Tendlau, 147. 2. De dredde Ader sleid naan Paen. – Schambach, 14. Durc…

  8. Spezial
    Ader

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Ader f. (-,-n) 1 ‹anat› avëna (-nes) f. 2 (im Gestein) vëta (vëtes) f. , avëna (-nes) f. 3 ‹fig› (Wesenszug) avëna (-nes…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit ader

526 Bildungen · 195 Erstglied · 328 Zweitglied · 3 Ableitungen

ader‑ als Erstglied (30 von 195)

Aderbein

SHW

Ader-bein Band 1, Spalte 143-144

Aderlassen

SHW

Ader-lassen Band 1, Spalte 143-144

Aderlaß

SHW

Ader-laß Band 1, Spalte 143-144

aderächtig

FWB

1. ›von Adern durchzogen‹; 2. ›sehnig, muskulös‹

Aderang

RhWB

ader·ang

Aderang  Aach gen.?: das der Röhre des Zylinderhutes anhaftende, vorstossende Teilchen, das demnächst mit dem Hutrande verarbeitet wird. …

aderblöd

DWB

ader·bloed

aderblöd , cui pulsus arteriarum languet? so der mensch aderblöd ist, träg und schwer am ganzen leib und voll wees und schmerzens hinden und…

ADERBLUT

DWB2

ader·blut

ADERBLUT n. zu ader 2 a : ⟨1668⟩ wenn lieblich wetter ist, so laß das ader-blut in: Praetorius Blockesberg 552 faks. 1795 das aderblut ersta…

Āderbrāke

WWB

ader·brake

Āder-brāke. › āterbrāken ‹ Pl. Äste mit Zweigen, zum Einzäunen gebraucht (Lip Frommann VI 54). ¶ Mnd. āder ( e ), hd. Etter. Zum t vor r vgl…

aderecht

DWB

ader·echt

aderecht , ädericht , venosus, nervosus, nnl. aderachtig. s. aderig.

aderectio

LmL

aderectio (adh-) , -onis f. ? Tonbereich (unterteilt in graves - mediae - acutae) — ? register (divided into graves - mediae - acutae) [s.XI…

adereiszle

DWB

adereiszle , n. ulcus venarum: so ein hitz oder frost kompt mit eim adereiszle schwarz, auszen umb rot, mit einem weiszen bützlin. Paracelsu…

ader als Zweitglied (30 von 328)

fader

KöblerGerm

*fader , M. (kons.) nhd. Vater ne. father (M.); RB.: got., an., ae., afries., anfrk., as., ahd. E.: idg. *pətḗr, *pətḗ, *ph₂tḗr, M., Vater, …

Lebensader

RDWB1

Lebensader f основная магистраль (а не "жизненная артерия") идиом.

Verkehrsader

RDWB1

Verkehrsader f (kein Bezug zu "жила") транспортная магистраль

ablader

DWB

ablader , m. , der sich in den städten zum abladen und aufladen der fracht gebrauchen läszt.

annekevāder

MNWB

annekevāder , m. , s. ānichhêre, Ahne, Großvater und Urgroßvater.

Aushinlader

DRW

aushin·lader

Aushinlader vgl. Ausherlader im vahl der ußhinlader den andern schedigte 1612 BremgartenStR. 133 Faksimile

auslader

DWB

aus·lader

auslader , m. exonerator, ablader, der zum ausladen des schiffes, der waaren angestellte arbeiter. in der electrischen maschine das den funk…

bandader

DWB

band·ader

bandader , f. tendo, nervus: mit den bandadern pindet die natur die hertsten bain in gelidern zusamen. buch der natur von 1483. Mone 8, 494,…

Bankhader

Adelung

bank·hader

Der Bankhader , des -s, plur. die -n, ein Hader oder Lappen, womit man die hölzernen Bänke zu scheuern pflegt.

blâder

MNWB

bla·der

blâder , bladder , blĕ̂d(d)er , f. , Blatter, Pustel , Hautblase, Geschwür. it hadde ēme nê(i)ne b. gewrungen kein Ungemach verursacht . „ J…

Ableitungen von ader (3 von 3)

2āder(e)

MNWB

2 āder(e) s. ēder, m. ? , Staken, Knüppel, zu Zäunen gebraucht. Kompos.: āderstrûk, ~tûn.

geâder

MNWB

geâder „ dat g. der mus am fleisch, tendo, tendinis” Chytraeus, s. âder(e) 7.

unader

DWB

unader , f. , in unäderchen und unaderl, unádəl, eine falsche ader, makel, fleckchen, gebrechen: kein tüpfel, kein stäubel, kein unadəl Schm…