Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
rennen
(vielleicht auch bei N; s. gleich zu Formen mit
gi-): ‚etw. (Honig) zum Fließen bringen, etw.
(Pferde) zum Laufen antreiben, etw. (Kräfte)
zusammenfließen lassen, sammeln (von jungen
Pferden), (im Kampf) umherschwärmen, sich
tummeln; cogere, fatigare, glutinare, tollere,
volitare‘, in der Verbindung rennenti wazzar
‚Wasserflut, Sturzbach; torrens‘. Letztendlich
bleibt die Zuordnung von Belegen im Part.Prät.
mit gi- unsicher, da sie formal entweder hierher
oder zu girennen (s. d.) gehören können; die
synchronen Wörterbücher des Ahd. sortieren
solche Formen jeweils unterschiedlich ein; da-
her ist auch unklar, ob bei N das Simplex ren-
nen tatsächlich belegt ist. – Mhd. rennen sw.v.
‚rinnen, gerinnen machen, schnell laufen ma-
chen, jagen, hetzen, treiben, in Bewegung brin-
gen, über etw. schütten, durchrennen, schnell
reiten, sprengen, rennen‘, frühnhd. rennen
sw.v. ‚im Turnier reiten‘, nhd. rennen unreg.v.
‚schnell, in großem Tempo, meist mit ausholen-
den Schritten laufen, sich zum Missfallen, Är-
ger o. Ä. anderer zu einem bestimmten Zweck
irgendwohin begeben, jmdn. aufsuchen, unver-
sehens, mit einer gewissen Wucht an jmdn./etw.
stoßen, gegen jmdn./etw. prallen, sich durch
Anstoßen, durch einen Aufprall an einem Kör-
perteil eine Verletzung zuziehen, jmdn./sich ei-
nen Körperteil stoßen (und dabei verletzen),
jmdn./sich mit Heftigkeit einen (spitzen) Ge-
genstand in einen Körperteil stoßen‘.