lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

Wettrennen

nhd. bis spez. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
9 in 8 Wb.
Sprachstufen
5 von 16
Verweise rein
26
Verweise raus
5

Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Wettrennen

Bd. 20, Sp. 574
Wettrennen (hierzu Textbeilage: »Stand des Rennsports in Europa«), im weitern Sinne jede Konkurrenz, deren Ausgang von der Schnelligkeit der Fortbewegung der aktiven Teilnehmer abhängig gemacht wird, wie: Wettläufe (Laufsport), Radfahrerrennen, Ruder- und Segelregatten, Pferderennen, Automobilrennen u. Im engern Sinne versteht man unter W. alle Arten von Pferderennen, und zwar: 1) Flach- und Hindernisrennen, für die das Wort Rennsport als terminus technicus gebräuchlich ist, und 2) Trabrennen. Die ersten W. fanden bei den Festen des persischen Sonnengottes, des Mithra, statt. Herakles führte sie bei den Griechen ein, die bei ihren Olympischen Spielen im Wagen fahrend oder reitend nach dem Ziel jagten, oder, bei dem letzten Umlauf abspringend, mit dem Pferd am Zügel dem Ziel zueilten. Beim Wettfahren wurden zwei (Zeugos) oder vier Pferde (Tethrippon) an den Wagen geschirrt. Bei den Römern waren die W. (cursus equorum) mehr zur Befriedigung der Schaulust bestimmt. Die Reiter ritten auf einem Pferde (singulatores) oder hatten deren zwei und sprangen im Reiten von dem einen auf das andre (desultores). In jedem Rennen (missus) mußten sieben Umläufe (spatia) gemacht werden. Gewöhnlich fuhren vier Gespanne auf einmal ab, deren Lenker jeder mit einer andersfarbigen Tunika bekleidet war, da bei den römischen W. vier Parteien bestanden, die sich durch weiße, grüne, rote und blaue Kleidung voneinander unterschieden und in Konstantinopel politische Bedeutung besaßen. Bei den germanischen Völkern waren die W. eng mit dem heidnischen Kultus verbunden, und Spuren solcher ritualen W. haben sich in Deutschland und Belgien bis zum heutigen Tag erhalten. Namentlich bei dem bayrisch-österreichischen Stamm fanden daher die W. von Italien aus rasch Eingang und, von den heimischen Erinnerungen unterstützt, sehr bald Aufnahme unter den Zeremonien einzelner Kirchenfeste, obwohl die Kirche sie früher als heidnische Sitte zu beseitigen gesucht hatte. Von Österreich aus verbreiteten sie sich früh nach Ungarn. In England wurden die W. von den Römern eingeführt, aber erst unter Heinrich II. um 1160 wesentliche Teile öffentlicher Volksbelustigung. – W. im Sinne des Begriffes Rennsport sind englischen Ursprungs. Eine Verordnung des Stadtrates der Stadt Chester vom 10. Jan. 1511 ordnete die alljährliche Abhaltung von Pferderennen auf dem Rodee bei Chester an. Diese »Chesterrennen« erlangten im Laufe der nächsten Jahrhunderte große Popularität und Ausbreitung, und es entstand eine besondere Zucht von Wettrennpferden, indem man möglichst nur solche Hengste und Stuten zur Zucht benutzte, die sich in den W. besonders hervorgetan hatten. So wurde der Grundstein zur englischen Vollblutzucht gelegt, die ihre angeborne Leistungsfähigkeit und Ausdauer einer jahrhundertelangen systematischen Reimprüfung der Voreltern verdankt. Bei dieser Zucht auf Leistung bildete eine genaue Auszeichnung der Rennleistungen und der Abstammung der Vollblutpferde die wesentlichste Grundlage. Gegenwärtig werden Rennkalender und Vollblutgestütbücher in allen den Rennsport und die Vollblutzucht betreibenden Ländern geführt. In England wurden die Rennresultate seit 1709 urkundlich festgelegt, und 1827 erschien der erste Band des »General Stud-Book«. Weiteres über den gegenwärtigen Stand des Rennsports und Wetten beim W. s. die Textbeilage. Aus der wichtigsten Literatur vgl. Hazzi, Über die Pferderennen als wesentliches Beförderungsmittel der bessern Pferdezucht (Münch. 1826); Kloch, Über Wettrenner und W. (Bresl. 1835); »Abhandlungen über Pferdezucht und Pferderennen« (von Gräfe und v. Meyendorff, Berl. 1861–63,3 Tle.); Graf G. v. Lehndorff, Hippodromos. Einiges über Pferde und Rennen im griechischen Altertum (das. 18) 6) und Handbuch für Pferdezüchter (4. Aufl., das. 1896); Silberer, Handbuch des Rennsports (Wien 1881) und Turf-Lexikon (2. Aufl., das. 1890); v. Bonin und Hartmann, Handbuch für Rennbesucher (Berl. 1886); »Der Turf« (mit Wörterbuch, 3. Aufl., Wien 1880); Rice, History of the British turf (Lond. 1879); Black, Horse-racing in England (das. 1893); v. Kuhlmann, Kritische Betrachtungen über Vollblutzucht und Rennbetrieb in Deutschland (Berl. 1890); »Hippologische Gedanken, von einem Freunde des Vollblutpferdes« (das. 1894); v. Öttingen, Das Vollblutpferd (das. 1895); K. v. Tepper-Laski, Rennreiten (2. Aufl., das. 1903); A. Schlüter, Training des Pferdes (2. Aufl. das. 1898); E. Bauer, Der Rennsport (Leipz. 1901).
4469 Zeichen · 76 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Wêttrênnen

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Das Wêttrênnen , des -s, plur. ut nom. sing. wie das vorige. Ein Wettrennen halten.

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    wettrennen

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    wettrennen [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Wettrennen

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Wettrennen , Pferderennen , war schon bei den alten Griechen und Römern eine Volkslustbarkeit; es geschah jedoch mit Ges…

  4. modern
    Dialekt
    wettrennenschw.

    Pfälzisches Wb.

    wett-rennen schw. : = wettlaufen , -renne [vereinzelt]; nur im Inf. oder subst.

  5. Spezial
    Wettrennen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Wett|ren|nen n. (-s,-) 1 gara (gares) f. , gara da salté f. 2 ‹fig› gara (gares) f.

Verweisungsnetz

31 Knoten, 22 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 1 Kompositum 22 Sackgasse 8

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit wettrennen

0 Bildungen · 0 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von wettrennen 2 Komponenten

wett+rennen

wettrennen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

Keine Komposita gefunden — wettrennen kommt in keinem anderen Lemma als Erst- oder Zweitglied vor.